Quellennachweis der Texte und Abbildungen:
US Department of Defense (DOD), Center of Military History (CMH) der U.S. Army,
The Institute of Heraldry der U.S. Army (TIOH), Naval Historical Center (NHC),
Kongreßbibliothek (LOC), US Nationalarchiv (NARA), Smithsonian Institution und The United States Mint

Auszeichnungen & Medaillen

 

Die Amerikaner standen ursprünglich militärischen Auszeichnungen sehr skeptisch gegenüber, denn mit Blick auf Europa betrachteten sie diese als eine Form von elitären Ritterorden oder Gnadenerweisen von regierenden Herrscherhäusern. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775 - 1783) stellte sich aber heraus, daß besondere Tapferkeit durch ein sichtbares Zeichen belohnt werden müßte,
und so schuf General George Washington am 7. August 1782 das "Badge of Military Merit" (Militärisches Verdienstabzeichen),
das aus einem purpurroten, verzierten Stoffherzen bestand.

Dieses Abzeichen wurde nach dem Krieg nicht mehr verliehen und erst 1932 als Verwundetenabzeichen ("Purple Heart") in veränderter Form wieder eingeführt. Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges begann erneut eine Diskussion um militärische Auszeichnungen. Entsprechende Vorschläge des Heeres wurden mit den oben genannten Bedenken abgelehnt, doch schließlich setzte sich die Marine mit dem Wunsch nach einer Auszeichnung für hervorragende Tapferkeit durch.

Präsident Abraham Lincoln genehmigte mit Kongreßbeschluß am 21. Dezember 1861 die Einführung einer Tapferkeitsmedaille, die an Unteroffiziere und Mannschaften der Marine (U.S. Navy) und der Marineinfanterie (U.S. Marine Corps) verliehen werden konnte. Sie erhielt die Bezeichnung "Medal of Honor" (Ehrenmedaille).

(Näheres dazu siehe Seite:  Die Ehrenmedaille des Kongresses

Das Heer forderte nun ebenfalls eine Auszeichnung. Und so wurde am 12. Juli 1862 die "Medal of Honor" auch für Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres genehmigt. Die Verleihung sollte im Namen des Kongresses erfolgen. Seit dem 3. März 1863 konnte die Medaille dann auch Offizieren des Heeres verliehen werden.

Marineoffiziere erhielten dieses Recht erst am 3. März 1915. Die Medaille war für Heer und Marine gleich, nur die Aufhängung und Spange waren unterschiedlich. Im Medaillon befindet sich eine allegorische Darstellung des Krieges. Columbia, in Gestalt der Göttin Minerva, wehrt mit einem Schild die mit Schlangen "bewaffnete" Discordia (Zwietracht) ab.

Während des Krieges und noch Jahrzehnte danach wurden für Soldaten und Veteranen des Bürgerkriegs insgesamt 2432 Ehrenmedaillen als Tapferkeitsmedaillen verliehen.

Dabei kam es aber auch zu unverdienten Verleihungen, was dazu führte, daß 1916 eine Kommission eingesetzt wurde, um alle mit der Ehrenmedaille ausgezeichneten Soldaten zu überprüfen.

Hier einige Beispiele:

Als für die Schlacht von Gettysburg alle verfügbaren Truppen zusammengezogen wurden, verblieben zum Schutz der Hauptstadt Washington nur das 25. und 27. Maine Infanterieregiment. Doch diese Regimenter waren nur für neun Monate verpflichtet und sollten ab 26. Juni 1863 ausgemustert werden, da ihre Verpflichtungszeit am 30. Juni endete.
Da man konföderierte Angriffe auf Washington befürchtete, bat man die Soldaten der beiden Regimenter, noch bis zum Monatsende (4 Tage!) zu bleiben. Das 25. Maine lehnte geschlossen ab, und von den 864 Soldaten des 27. Maine Regiments erklärten sich schließlich 309 bereit, freiwillig zu bleiben, aber nur, wenn sie die Ehrenmedaille erhielten. Kriegsminister Stanton mußte notgedrungen zustimmen.
Da in der Hektik keine exakten Namenslisten geführt wurden, blieb Stanton schließlich nichts anderes übrig, als alle 864 Soldaten des Regiments mit der Medaille auszuzeichnen.
Als der Gouverneur von Maine die Medaillen zur Aushändigung erhielt, beauftragte er Oberst Wentworth, die 309 Mann ausfindig zu machen, was auch gelang. Wentworth lagerte die restlichen Medaillen in seiner Scheune, noch dies sprach sich herum, und die Medaillen wurden gestohlen - vermutlich von Veteranen. Alle diese Auszeichnungen wurden von der Kommission 1917 aberkannt.

Anläßlich der Beisetzungsfeierlichkeiten von Präsident Lincoln wurde den 29 Offizieren und Mannschaften der Ehrenwache die Medaille verliehen. Auch diese Soldaten mußten 1917 ihre Medaillen wieder zurückgeben.

Aber auch Dr. Mary Edwards Walker, die im Krieg als sehr verdienstvolle Assistenzärztin eingesetzt und sogar einige Zeit in Kriegsgefangenschaft war, wurde von der Kommission die Medaille aberkannt, da sie als Vertragsärztin keinen militärischen Status hatte. Nachdem sich aber über Jahrzehnte hinweg viele für sie eingesetzt hatten, erhielt sie 1977 posthum die Medaille wieder verliehen.

So verringerten sich nach dieser „Bereinigung“ die Verleihungen auf insgesamt 1522 Medaillen, davon 1198 für die Army, 307 für die Navy und 17 für die Marines.

Daneben gab es in der US-Armee zwar inoffizielle, aber „seriöse“ Auszeichnungen, darunter das „Kearny-Kreuz“ und die „Kearny-Medaille“, die „Ely-Medaille“ des 23. Pennsylvania-Infanterieregiments, die „Gillmore-Medaille“ des X. Korps, die Ehrenmedaille des XVII. Korps und die „Butler-Medaille“ des XXV. Korps.


Das „Kearny-Kreuz“
wurde nach dem Tod des beliebten Generalmajors Philip Kearny (gefallen im Gefecht von Chantilly am 1. September 1862) von Offizieren der 1. Division des III. Korps am 29. November 1862 als „Ehrenmedaille“ für Offiziere gestiftet, die tapfer und ehrenvoll in Kearny’s Division gekämpft hatten.
Sie bestand aus einem goldenen Malteserkreuz mit der Inschrift „KEARNY“ und der Umschrift
„DULCE ET DECORUM EST PATRIA MORI" (Süß und ruhmvoll ist es, für das Vaterland zu sterben),
das an einem roten Band befestigt war. Davon wurden etwa 317 Exemplare an Offiziere verliehen.

Brigadegeneral David Bell Birney, der Nachfolger von Kearny, war der Meinung, daß auch Mannschaften und Unteroffiziere, die sich im Kampf ausgezeichnet hatten, Anerkennung verdienten, und stiftete am 13. März 1863 das sogenannte „Kearny-Kreuz“. Am 27. Mai 1863 wurden damit 463 Soldaten und zwei Krankenschwestern ausgezeichnet. Die genaue Verleihungszahl ist unbekannt.
Das bronzene Kreuz hat auf der Vorderseite die Inschrift „KEARNY CROSS“ in einem Band
und auf der Rückseite in der Mitte die Inschrift „BIRNEY DIVISION“.

 

 
Die Gillmore Medaille
                                                                                                                                                                        

auch „Fort Sumter Medaille“ genannt, wurde am 28. Oktober 1863 von Generalmajor Quincy A. Gillmore als „Ehrenmedaille für tapferen und ehrenvollen Dienst während der Operationen um Charleston [Juli – September 1863]“ an Unteroffiziere und Mannschaften verliehen, die unter seinem Kommando in den Batterien und Schützengräben gekämpft hatten.
Es wurden etwa 400 davon mit Urkunde verliehen.
Die Bronzemedaille (ohne Band) zeigt das zerstörte Fort Sumter und die Unterschrift „AUG. 23, 1863“. Auf der Rückseite befindet sich die Inschrift „For Gallant and Meritorious Conduct“ (Für tapferes und verdienstvolles Verhalten) und die Unterschrift des Generals.
Auf der Spange war der Name des Soldaten eingraviert.




Die Butler-Medaille (Medaille für farbige Truppen)

Generalmajor Benjamin F. Butler, der Kommandeur der Army of the James, gab am 11. Oktober 1864 bekannt, daß für bestimmte farbige Soldaten seines Kommandos, die sich bei der Erstürmung von New Market Heights am 29. September 1864 durch Tapferkeit im Kampf ausgezeichnet hatten, eine Medaille verliehen wird. Damit wurden fast 200 schwarze Soldaten ausgezeichnet.

Die Silbermedaille zeigt stürmende Soldaten unter dem Motto „FERRO IIS LIBERTAS PERVENIET“
(etwa: „Eisen schmiedete die Freiheit“ ) über der Unterschrift „U.S. COLORED TROOPS“.

Die Bandspange hat die Inschrift „ARMY OF THE JAMES“.

 

 

 

                            Medal of Honor
 
 
Diese Ehrenmedaille sollte für lange Zeit die einzige offizielle staatliche Auszeichnung für Verdienste im Bürgerkrieg bleiben.
 
Da ihre Form, ihr Band und die Aufhängung von vielen inoffiziellen Medaillen (siehe weiter unten) "mißbraucht" wurde, änderte man 1896 erst das Band und 1904 auch die Medaille.
 
Heute gibt es die "Congressional Medal of Honor" in verschiedenen Formen für Heer, Luftwaffe und Marine. Sie wird als höchste militärische Auszeichnung als Halsorden getragen.
 
 
      1861 U.S. Navy
       1862 U.S. Army
 


Als Major General Adna R. Chaffee, der ein amerikanisches Kontingent zur Niederschlagung des Boxer-Aufstandes 1904 in China führte, sah, daß Soldaten anderer alliierter Kontingente Erinnerungsmedaillen an diesen Feldzug erhielten, schlug auch er eine solche Medaille vor. Die Idee wurde vom Kriegsministerium aufgegriffen und auch auf zurückliegende Feldzüge erweitert. So erhielten die aktiven Soldaten des Heeres, die noch am Bürgerkrieg teilgenommen hatten, am 12. Januar 1905 eine Erinnerungsmedaille (Civil War Campaign Medal). Marineangehörige erhielten eine solche Medaille erst ab 27. Juni 1908 und seit 13. August 1908 durften sie auch pensionierte Soldaten tragen. War der Soldat bereits verstorben, erhielten die nächsten Angehörigen die Medaille.

Nachträglich erhielten sechs Soldaten zusätzlich den "Silver Citation Star" für Tapferkeit verliehen, der in Form eines kleinen, silbernen Sterns am Band der Medaille getragen wurde. Um die ehemaligen Südstaaten nicht zu provozieren, wählte man als Motiv für die Medaille des Heeres den Kopf von Abraham Lincoln mit der Umschrift "WITH MALICE TOWARD NONE WITH CHARITY FOR ALL"  (etwa: "Ohne Groll gegen jemanden, mit Nächstenliebe für alle").

Bei der Medaille der Marine und Marineinfanterie war man nicht mehr so rücksichtsvoll, sie zeigt das Seegefecht der Panzerschiffe "Monitor" und "Merrimac" am 9. März 1862 und die Beschriftung   "THE CIVIL WAR" und "1861-1865".

Civil War Medal (Army)
  Civil War Medal (Navy u. Marine Corps)
Civil War Medal (Army)Civil War Medal (Army)
Civil War Medal (Navy u. Marine Corps)Civil War Medal (Navy u. Marine Corps)

 

Doch die ehemaligen Soldaten wollten schon bald nach dem Bürgerkrieg zeigen, daß sie daran teilgenommen hatten, und so wurden von patriotischen Veteranenvereinen und auch von militärischen Einheiten inoffizielle Erinnerungsmedaillen in Hülle und Fülle verteilt, die sich die ehemaligen Soldaten stolz an ihre "zivile" Brust hängen konnten. Dabei hat sich die 1866 gegründete "Grand Army of the Republic" (GAR), der wohl größte Krieger- und Soldatenverein mit zeitweise bis zu 490 000 Mitgliedern, besonders hervorgetan. Bei ihren nationalen Treffen, "Encampments" genannt, wurden die verschiedensten Medaillen, teilweise in unterschiedlichen Stufen, an die Mitglieder und Förderer verteilt. Auffallend ist, daß viele davon eine bewußte Ähnlichkeit mit der "Medal of Honor" haben. Die letzten Medaillen wurden 1949 an die letzen sechs noch lebenden Veteranen ausgegeben. Als 1956 der letzte Bürgerkriegssoldat im Alter von 106 Jahren starb, löste sich der Verein auf.

Auch auf konföderierter Seite hatte man zunächst ähnliche Bedenken bezüglich der Stiftung von Orden und Medaillen. Dazu fehlten aber auch die finanziellen Mittel. So blieb es zunächst bei lobenden Erwähnungen durch den Kongreß und sogenannten Ehrenlisten (Roll of Honor). Dies änderte sich erst 1863, als eine Artilleriekompanie ein größeres Landungsunternehmen der Union verhinderte.

Davis Guard Medaille

Am 8. September 1863 waren vor der Mündung des Sabine River bei Houston fünf Kanonenboote und 22 Transportschiffe mit rund 15.000 Mann Landungstruppen aufgetaucht und beschossen das am Sabine Pass gelegene kleine Fort Griffin. Die Fortbesatzung, 41 Mann der F-Kompanie des 1. Regiments der Schweren Texas Artillerie unter Leutnant Dick Dowling, schaffte es, nachdem sie einer Kanonade von 92 Salven standgehalten hatte, ein feindliches Kanonenboot zu versenken und zwei weitere Schiffe zu beschädigen. Diese überraschenden Verluste führten dazu, daß sich die Landungsflotte wieder zurückzog, und die geplante Invasion unterblieb.

Als Präsident Jefferson Davis von diesem Sieg erfuhr, genehmigte er eine Medaille für die Soldaten der Kompanie, die sich „Davis Guard“ nannte.
Die dankbaren Bürger von Houston spendeten das Geld für die Medaillen, die aus abgeschliffenen und gravierten Silbermünzen (mexikanische Silber-Pesos) hergestellt wurden. Da sich viele Iren in der Kompanie befanden, wählte man ein grünes Band. Für die Offiziere waren drei Goldmedaillen vorgesehen. Am Jahrestag 1864 verliehen die Damen von Houston die Davis-Guard-Medaillen feierlich an die kleine Truppe, eine Medaille wurde dem Präsidenten übergeben.

Dies blieb die einzige, offizielle Medaille, die während des Krieges an konföderierte Soldaten verliehen wurde.


             Southern Cross
 
Wenig bekannt ist, das auch die Südstaaten ein Gegenstück zur "Medal of Honor",
das "Southern Cross"
(Kreuz des Südens) geplant hatten, das aber nie zur Ausführung kam.
Erst als sich die Wogen im Laufe der Zeit geglättet hatten, gaben Veteranenvereine in den Südstaaten eigene, inoffizielle Erinnerungsmedaillen heraus, die diesem Kreuz nachempfunden waren.
 

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen eine sehr schöne Auswahl von inoffiziellen, nichtmilitärischen Erinnerungsmedaillen
und die "Medal of Honor" für Marine und Heer im Etui.

Auszeichnungen und Erinnerungsmedaillen
Für die Teilnehmer des größten Krieges auf amerikanischem Boden wurden besondere Auszeichnungen geprägt.

1. Eine Auswahl von Grand Army of the Republic National Encampment Badges, wie sie an Veteranen verliehen wurden.
2. Eine weitere Auswahl von Grand Army of the Republic National Encampment Badges.
3. Beispiele für National Encampment Badges, die von der Grand Army of the Republic, Department of Pennsylvania an Angehörige der Unionsstreitkräfte verliehen wurden.
4. Auswahl von Orden und Ehrenzeichen, die von der Veteran Society gestiftet und an Personen verliehen wurden, die auf der Seite der Union im Bürgerkrieg gekämpft hatten.
5. Abzeichen, die von Einheiten der Unionsarmee gestiftet und bei Veteranentreffen zur Erinnerung verliehen wurden.

Mit freundlicher Genehmigung von The Civil War Library and Museum, Philadelphia

Reihe 1

Reihe 2

Reihe 3

Reihe 4

Reihe 5



"Medal of Honor" für Marine im Etui
"Medal of Honor" für Heer im Etui
"Medal of Honor" Navy
"Medal of Honor" Army

 

Die Goldmedaille des Kongresses (Congressional Gold Medal)

Wie schon anfangs erwähnt, standen die Amerikaner militärischen Auszeichnungen ursprünglich sehr skeptisch gegenüber.
Während des Unabhängigkeitskrieges (1775 - 1783) stellte sich aber heraus, daß besondere Tapferkeit durch ein sichtbares Zeichen belohnt werden müßte.
General George Washington schuf deshalb am 7. August 1782 das "Badge of Military Merit" (Militärisches Verdienstabzeichen).

Neben dieser an der Uniform tragbaren Auszeichnung hatte der Kongreß aber schon vorher eine besondere Ehrung eingeführt.
Er ließ für besondere militärische Verdienste eine Goldmedaille prägen, die aber nur an hochrangige Offizier vergeben wurde.
Diese Medaille war manchmal mit einer bestimmten Geldsumme verbunden, die der so Geehrte an seine Untergebenen auszahlen sollte.

Die erste Goldmedaille erhielt damals der Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee, General George Washington.
Der betreffende Beschluß des Kongresses datiert vom 25. März 1776, doch Thomas Jefferson konnte sie ihm erst am 21. März 1790 überreichen.

Da einige Monate nach Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges der Kongreß die Verleihung einer an der Uniform tragbaren Ehrenmedaille
(Medal of Honor) beschlossen hatte, wurden im Verlauf des Krieges nur drei Personen mit einer Goldmedaille geehrt.

 

Ulysses S. Grant

Major- General Ulysses S. Grant erhielt die Goldmedaille in Anerkennung seiner Tapferkeit und tadellosen Führung in zahlreichen Schlachten des Bürgerkriegs und „durch ihm auch alle Offiziere und Soldaten, die unter seinem Kommando kämpften“.

Die Medaille wurde ihm am 17. Dezember 1863 vom Kongreß zuerkannt und ihm in einer wertvollen Schatulle aus Ebenholz und Goldbeschlägen übergeben.

                                                                                Vorderseite (Avers)                           Rückseite (Revers)

 

 

Die Medaille hat einen Durchmesser von 7,6 cm.
Auf der Vorderseite befindet sich eine Büste von General Grant umgeben von Blattornamenten und 13 Sternen.
Die Beschriftung lautet:
„ MAJOR GENERAL Ulysses s. GRANT“ und „JOINT RESULUTION OF CONGRESS / DECEMBER 17, 1863“.

Auf der Rückseite ist eine symbolhafte Darstellung des Krieges zu sehen, die von einem Ring mit Darstellungen von vier Kriegsschiffen umgeben ist, der den Mississippi darstellt. Im äußeren Ring befinden sich ebenfalls 13 Sterne.

 

 

Cornelius Vanderbilt

Cornelius Vanderbilt, Spitzname „Commodore“, geboren am 27. Mai 1794 in Port Richmond, New York, gestorben am 4. Januar 1877,
war ein Unternehmer und Geschäftsmann, der mit Schiffs- und Eisenbahntransporten sein Geschäft machte. Er war der Patriarch der Vanderbilt-Familie.
Als er im Alter von 82 Jahren starb, hinterließ er ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US $.

Im April 1861 charterte die U.S. Army den 1856 gebauten Transatlantik-Passagier- und Postdampfer „Vanderbuilt“, dessen Eigentümer Vanderbilt war,
als Transportschiff. Im März 1862 schenkte der Eigner dieses Schiff, das damals $ 800.000 gekostet hatte, der Union.
Es wurde nun in ein Kriegsschiff umgerüstet und mit 15 schweren Geschützen bestückt.

Die USS Vanderbilt wurde zunächst im Nordatlantik eingesetzt, um die CSS Alabama zu jagen, doch vergebens.
Nach Reparaturarbeiten im Jahr 1864 gegen Blockadebrecher eingesetzt, nahm sie an Angriffen auf Fort Fisher teil.
1873 wurde sie verkauft und in das zivile Segelschiff Three Brothers umgebaut und 1929 abgewrackt.

Aus Dankbarkeit für diese großzügige Spende beschloß der Kongreß am 28. Januar 1864, ihm eine Goldmedaille zu überreichen.

 

George F. Robinson

Dieser fast unbekannte Soldat der 8th Maine Volunteer Infantry war am 20. Mai 1864 in der Schlacht von Petersburg am Knie verwundet und danach bei Washington
in Lazaretten behandelt worden. Nach seiner Genesung wurde der Sergeant zeitweise als Begleitschutz des Außenministers William H. Seward eingesetzt,
der wegen eines Unfalls mit einer Kutsche bettlägerig war.

Am Abend des 14. April 1865, als Präsident Lincoln ermordet wurde, schlich Lewis Payne gegen 22 Uhr in die Wohnung des Außenministers,
um ihn ebenfalls zu ermorden. Robinson trat dem Attentäter entgegen und es entwickelte sich ein Zweikampf, bei dem er und auch Seward verwundet wurden.
Der Attentäter entkam, wurde aber später gefaßt und zum Tode verurteilt.

Der Kongreß belohnte am 1. März 1871 diese Tat mit der Goldmedaille, die mit einer Prämie von $ 5000 verbunden war.
Zusätzlich wurde er zum Major befördert und diente bis 1896 als Zahlmeister im Heer.


 

Auf der Vorderseite der Medaille ist ein Porträt von Robinson und eine kurze Beschreibung seiner Tat abgebildet.

Die Rückseite zeigt die Szene, wie er den Attentäter vor dem Bett - in dem Seward liegt - den Messerangriff abwehrt.

 


 

 

Medaille für die letzen noch lebenden Veteranen des Krieges zwischen den Staaten

Am 18. Juli 1956 beschloß der Kongreß, den letzten Überlebenden des Bürgerkriegs eine Medaille zu widmen.

Die Medaillen erhielten:
- William A. Lundy, geboren am 18. Januar 1848 bei Troy, Alabama, gestorben in Crestview, Florida, am 1. September 1957,
- John B. Salling geboren am 15. Mai 1846 bei Slant, Virginia, gestorben am 16. März 1959 in Kingsport, Tennessee, und
- Walter Washington Williams, geboren am 14. November 1842 im Itawamba County, Mississippi, gestorben am 19. December 1959 in Houston, Texas. Er gilt als letzter überlebender Soldat von etwa 4 Millionen Soldaten, die im Bürgerkrieg gekämpft hatten. Damals war er Futtermeister in einer Kavallerieeinheit der Konföderierten.


Die Medaille hat einen Durchmesser von 7,6 cm.
Auf der Vorderseite befinden sich die Büsten der Generale Ulysses S. Grant (Union)
und Robert E. Lee (Konföderierte) und die Umschrift
„ HONOR TO GREAT SOLDIERS / AND TO GREAT AMERICANS“
(Zu Ehren großer Soldaten und großer Amerikaner).

Auf der Rückseite sieht man auf einem Band eine brennende Fackel, daneben die Schilde mit den Symbolen der Union und der Südstaaten, sowie einen Olivenzweig und ein Schwert.
Die Beschriftung (in 7 Zeilen) lautet:
„ PRESENTED / WITH HONOR / TO THE SURVIVING VETERANS / OF THE WAR BETWEEN THE STATES“ und “ACT OF THE CONGRESS OF THE / UNITED STATES / OF AMERICA”.

Nach der Übergabe der Medaillen stellte sich später heraus, daß es zur Zeit der Kongreßbeschlusses noch einen weiteren Überlebenden gegeben hätte,
den man aber nicht berücksichtigt hatte.

Dies war Albert Woolson, geboren am 11. Februar 1847 in Antwerp, New York, gestorben am 2. August 1956 in Duluth, Minnesota.
Er war am 10. Oktober 1864 als Trommler in die 1st Minnesota Heavy Artillery eingetreten und am 7. September 1865 ehrenvoll entlassen worden.

Der Kongreß beschloß deshalb am 14. August 1958, auch diesem Veteranen die Medaille posthum zuzuerkennen.
Die Goldmedaille befindet sich heute in der Sammlung der Smithsonian Institution.

 

Anmerkung:
Da man es im Bürgerkrieg bei der Einstellung von Freiwilligen nicht ganz so genau mit den Geburtsdaten nahm,
die oft mangels entsprechender Dokumente von den Bewerbern nur mündlich angegeben wurden, sind manche Geburtsdaten sehr zweifelhaft und häufig falsch. Außerdem machten einige Betrüger nach dem Krieg falsche Angaben, um sich die kleine Pension zu erschleichen.

So fand William Marvel, der 1991 an einem Artikel über Veteranen arbeitete, heraus, daß John B. Salling nicht 1846 geboren wurde.
Salling hatte bereits 1900 als Geburtsdatum März 1858 angegeben, doch eine amtliche Volkszählung aus dem Jahr 1860 führt ihn mit einem Alter von 4 Jahren an,
er scheint also tatsächlich 1856 geboren worden zu sein. Das heißt aber, daß er für eine Teilnahme am Bürgerkrieg zu jung war.

Auch das Alter von Walter Washington Williams, der angeblich mit 117 Jahren starb, ist falsch.
Die New York Times fand 1959 heraus, daß er nicht 1842, sondern erst 1854 geboren wurde.

Startseite