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VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes und Abbildungen von:
© Dietmar Kügler • DIE ARMEE DER SÜDSTAATEN IM AMERIKANISCHEN BÜRGERKRIEG 1861-1865 •


Bedeutende Generale der Südstaatenkonföderation

 

 

 

Während der Bürgerkriegs wurden auf beiden Seiten insgesamt 1008 Offiziere zu Generalen befördert.

 

In der Unionsarmee gab es zunächst nur die Brigadegenerale und Generalmajore, erst 1864 wurde der Generalleutnant eingeführt.
Den Dienstgrad eines „Generals“ (4 Sterne) gab es erst ab 1866.
An der Uniform konnte man den Dienstgrad erkennen:

- Brigadegeneral  1 Stern
- Generalmajor  2 Sterne
- Generalleutnant 3 Sterne

 

In der Armee der Konföderierten gab es ab 1862 bereits vier Generalsränge:
- Brigadegeneral
- Generalmajor
- Generalleutnant
- General

An der Uniform war der Dienstgrad nicht zu erkennen, denn alle Generale hatten als Dienstgradabzeichen am Kragen drei Sterne,
die von einem Lorbeerkranz eingerahmt waren.

Auf beiden Seiten wurden alle Generalsdienstgrade mit „General“ angeredet. Dies führte dazu, daß, ähnlich wie bei den Obristen,
in der Literatur die Dienstgrade nicht immer genau angegeben werden.

Um nun den genauen Dienstgrad zu benennen, wurde die Hilfsbezeichnungen „Full General“ für den General oder
„Full Colonel“ für den Oberst im Unterschied zum Oberstleutnant geprägt.
In den militärischen Vorschriften gab und gibt es diese Bezeichnungen jedoch nicht.

 


 

Full-General Robert Edward Lee

Er entstammte einer der ältesten und bedeutendsten Familien des Landes und schien schon von daher prädestiniert, eine führende Stellung einzunehmen. Sein Vater, Henry „Light Horse Harry“ Lee hatte Seite an Seite mit George Washington im Krieg um die amerikanische Unabhängigkeit gefochten und an der Wiege der Vereinigten Staaten von Amerika gestanden.

Robert E. Lee, das 5. Kind seiner Eltern, kam am 19. Januar 1807 auf „Stratford” in Westmoreland County, Virginia, zur Welt. Auf den Glanz der Familie fiel ein Schatten, als der Held der Revolution, Henry Lee, einen Großteil seines Besitzes bei einer riskanten Landspekulation verlor und die Plantage einem Sohn aus seiner ersten Ehe übertragen mußte. Die Familie zog in ein kleines Haus in Alexandria und lebte fortan vom Vermögen der Mutter. Als Robert E. Lee 11 Jahre alt war, starb der Vater. Die Familie war wohlhabend und lebte in sicheren Verhältnissen, war aber im Vergleich zu anderen Pflanzeraristokratien nicht reich zu nennen.

Lee schlug die klassische Laufbahn eines Mitglieds der höheren Gesellschaftsschicht des alten Südens ein: Er wurde 1825 in West Point aufgenommen und graduierte 1829 als Klassenzweiter. Schon hier zeigte er strikte Selbstkontrolle und Prinzipienfestigkeit: In den 4 Jahren erhielt er nicht einen einzigen Tadel, keine Disziplinarstrafe. Der junge Brevet-Lieutenant der Ingenieure wurde bei der Planung und Leitung der Bauarbeiten von Festungsanlagen von Fort Pulaski, Fort Monroe und Fort Hamilton eingesetzt und war zeitweise leitender Ingenieur des Hafens von St. Louis. 

 

 

 

1831 heiratete er Mary Arm Randolph Custis, eine Urenkelin von George Washingtons erster Frau. „Arlington”, der Besitz der Custis-Familie auf dem Virginia-Ufer des Potomac-Flusses, fiel Robert E. Lee und seiner Frau nach dem Tod des Schwiegervaters, 1857, zu. Die Lees hatten 7 Kinder, 3 Söhne - alle dienten später in der Konföderierten Armee - und 4 Töchter. (George Washington Custis Lee und William Henry Fitzhugh Lee wurden Generalmajore, Robert E. Lee jr. diente als Captain.)

1846 war Robert E. Lee Captain der Genie-Truppen geworden und hatte als Assistant-Ingenieur in San Antonio zum Stab von General John E. Wool gehört. Als Mitglied des Offizierskorps von General Winfield Scott war er im Mexiko-Krieg an der Invasion von Vera Cruz und dem dramatischen Marsch auf Mexico City beteiligt. Dieser Weg durch das zerklüftete Bergland Mexikos, ständig bedrängt von mexikanischen Armeeeinheiten und Partisanen, stellte besondere Anforderungen an die Ingenieur-Truppen. Dort, wo die mexikanische Abwehr den Vormarsch der Amerikaner zum Halten brachte, überwanden die Genie-Truppen steile Felshänge und Bergmassive, teilweise mit Geschützen, Protzen und Munitionswagen, um in den Rücken der Schützennester der Mexikaner zu gelangen und sie zu vertreiben.
Lee zeichnete sich durch Umsicht, Entschlossenheit und Tapferkeit aus, gewann die persönliche Wertschätzung General Scotts und kehrte mit dem Brevetrang eines Colonels aus dem Krieg zurück.

Bis 1852 leitete Lee den Bau von Fort Carroll im Hafen von Baltimore, dann wurde er zum Superintendenten der Militärakademie West Point ernannt. Der Verwaltungsdienst behagte ihm jedoch nicht. 1855 suchte er beim Kriegsministerium um Versetzung in den Felddienst nach. Der Kriegsminister hieß zu jener Zeit Jefferson Davis. Er billigte Lees Wunsch, der als Oberstleutnant in die 2. US-Kavallerie eintrat und von 1857 bis 1861 in West-Texas stationiert war, wo er sich unter anderem auch der hohen Wertschätzung von Samuel Houston, einem der Gründer von Texas, erfreute, der seinerzeit mit dem Gedanken einer erneuten Invasion nach Mexiko spielte und Lee gern als Militärgouverneur eines unterworfenen Mexiko gesehen hätte. Lee wich diesen Angeboten geschickt aus: Er war ein Mann des Militärs, der klaren, geraden Überlegung, dessen Leben sich unter der Prämisse der Pflichterfüllung bewegte; politische Winkelzüge und Denkweisen waren ihm fremd.
Im Oktober 1859 hielt er sich auf „Arlington” auf, als John Brown mit seinen Anhängern das Bundesarsenal Harpers Ferry besetzte, um eine Sklavenrevolte auszulösen. Lee wurde an die Spitze der Truppe gestellt, die die Okkupanten in Harpers Ferry gefangennahm.

1861, als die Situation zwischen Norden und Süden kurz vor der Explosion stand, wurde er aus Texas zurückbeordert. Auf Anregung des greisen General Scott hatte Präsident Lincoln ihm das Oberkommando der US-Armee angeboten. Robert E. Lee fühlte sich der Union stark verbunden, immerhin hatte sein Vater für diese Union gekämpft. Politisch stufte er sich selbst als Whig (Konservativ) ein. Die Tatsache, daß er den Sklaven, die er von seinem Schwiegervater geerbt hatte, die Freiheit gab, verdeutlichte seine Haltung. Aber er konnte sich, wie die meisten Südstaatler, von den tiefen Bindungen an seinen Heimatstaat nicht freimachen. Als Virginia aus den USA ausschied und Lee befürchtete, eines Tages gegen diesen Staat eingesetzt zu werden, lehnte er am 18. April 1861 Lincolns Angebot ab und reichte am 20. April seinen Abschied ein.

In Richmond ernannte ihn der Gouverneur von Virginia sofort zum Kommandierenden General der Land- und Seestreitkräfte des Staates. Am 14. Mai 1861 folgte die Ernennung zum Brigadegeneral in der regulären Konföderierten Armee (C.S.A.). Bereits einen Monat später erhielt er den höchsten Generalsrang und organisierte in vorzüglicher Weise Bewaffnung und Ausrüstung der Truppen des Staates Virginia. Der Auftrag, die ersten Unionstruppen, die sich durch die Alleghany-Distrikte näherten, aufzuhalten, mißlang, da sich die Bevölkerung dieser Randbezirke des Staates als unionstreu erwies.
Lee kehrte im März 1862 nach Richmond zurück und wurde Militärberater von Präsident Jefferson Davis.
Als General Joseph E. Johnston in der Schlacht von Seven Pines verwundet wurde, trat Lee am 31. Mai 1862 an die Spitze der Armee von Nord-Virginia.

Lee war eine Ausnahmeerscheinung, sicherlich der bedeutendste amerikanische Militär des 19. Jahrhunderts. Aber auch er hatte in den ersten Monaten des Sezessionskrieges Schwierigkeiten, sich auf die neuen militärischen Probleme einzustellen. Die ersten Schlachten um die südstaatliche Hauptstadt Richmond zeigten ihn noch nicht als den in jeder Phase überlegenen, souveränen Kommandeur. Im Gegensatz zu seinen nördlichen Gegnern aber lernte Lee schnell, mit den Truppenmassen des Amerikanischen Bürgerkrieges umzugehen, sie effektiv auszubilden, zu führen und einzusetzen. Die Sicherheit, die er ausstrahlte, griff auf seine Truppen über. Die ruhige Gewißheit, mit der er seine Pflicht tat, setzte ein Beispiel. Selbstbeherrschung und Disziplin, Härte, Konsequenz, aber auch tiefe Menschlichkeit zeichneten ihn aus und sorgten unter anderem für vorbildlichen Korpsgeist und die Beachtung traditioneller soldatischer Tugenden in seiner Armee.

Am 29. und 30. August 1862 schlug er die Union unter General Pope in der zweiten Schlacht am Bull Run, wurde aber, als er nach Maryland vorstieß, von General McClellan aufgehalten. Am 13. Dezember 1862 trieb er mit seinen Truppen die Nordstaatler unter General Burnside zurück und vollbrachte vom 2. bis 4. Mai 1863 bei Chancellorsville mit seinem Sieg über General Hooker sein strategisches Meisterstück.
Nach diesem ungeheuren Sieg war er die unangefochtene führende militärische Persönlichkeit der Südstaaten, dessen Ausstrahlung bald alle anderen Führer der Konföderation übertraf, der in der Bevölkerung ebenso wie unter seinen Truppen ein Maß an Verehrung genoß, das nur schwer beschreibbar ist.
Ein Chronist schrieb:
„Er war tolerant, taktvoll, bescheiden und besaß Größe. Nie kritisierte er die mangelnde Unterstützung durch die Regierung.”
Nach der Schlacht von Gettysburg, die er aufgrund von Materialnot hatte verloren geben müssen, sagte er:
„Es war mein Kampf, und auf meinen Schultern lastet die Niederlage.”

Sein Auftreten war stets würdig, aber nie gespreizt, ruhig, selbstbewußt, aber unaufdringlich. Außer zu medizinischen Zwecken, trank er keinen Alkohol, war tief religiös und gebrauchte niemals die in Soldatenkreisen übliche rauhe Sprache, geschweige denn, daß jemand ihn je hätte fluchen hören. Seine Maxime wurde auch deutlich in einem Brief an einen seiner Söhne:
„Das Beste, was wir tun können und was unseren Ruhm auf dieser Welt ausmacht, ist, dort, wo wir hingestellt werden, unsere Pflicht zu tun.”
Nach der Niederlage von Gettysburg wurde er zu einer permanenten Defensivstrategie gezwungen und erwies sich auch hier als überlegen. Mit den Schützengräben entwickelte er eine neue Art von Feldbefestigungen. Wochenlang rannten die Unionstruppen unter Grant im Frühsommer 1864 vergeblich gegen Lees Linien in der Wilderness an. Nur Dank des unerschöpflichen Materialpotentials des Nordens gelang Grant schließlich der Durchbruch und der Einfall in das Hinterland der Konföderation.

Am 23. Januar 1865 wurde Lee per Parlamentsbeschluß zum Oberkommandierenden aller konföderierten Streitkräfte ernannt. Noch einmal versuchte er, alle Kräfte zu koordinieren. Aber die Konföderation hatte keinerlei Reserven mehr. Die immer wieder erhoffte Unterstützung europäischer Staaten war ausgeblieben. Mit den jämmerlichen Resten der Nord-Virginia-Armee streckte er schließlich am 9. April 1865 bei Appomattox Courthouse die Waffen.
Der Sieger, General Grant, räumte den Besiegten großzügige Bedingungen ein. Als er Lee gegenübertrat, konnte auch er sich der Wirkung nicht entziehen, die dieser Mann selbst in der Niederlage noch ausstrahlte. Sichtlich angerührt berichtete er davon in seinen Memoiren. Auf Ehrenwort aus der Gefangenschaft entlassen, kehrte Lee nach Richmond zurück und akzeptierte klaglos sein Schicksal.

Was nur wenige wußten: Dieser erst 58jährige Mann hatte sich im Dienst für die Konföderation körperlich und psychisch verzehrt. Er war vorzeitig gealtert und gesundheitlich angeschlagen. Noch immer aber war er ein Symbol für seine Landsleute, die jetzt, in der Niederlage, erst recht auf ihn schauten und ihn in eine Rolle drängten, die er nie gewünscht hatte, die er jedoch ebenso gleichmütig trug wie zuvor seine hohen Kommandostellen.
Clifford Dowdey schrieb:
„Lee, der aristokratische Patriarch von Natur und Ausbildung, fühlte eine tiefe Verantwortung, die über sein persönliches Schicksal hinausging. Er akzeptierte die vollendeten Tatsachen, die durch das Schwert geschaffen worden waren, und obwohl ihm vieles an der Nation, der sie nun wieder angegliedert waren, nicht gefiel, glaubte er, daß die Südstaatler ihrem Land am besten dienten, wenn sie sich mit Würde fügten und zusammen mit ihren Eroberern in die Zukunft schritten.”

Seine früheren Gegner, Grant an der Spitze, die ihn respektierten, ja hoch achteten, drängten ihn, ein öffentliches Beispiel zu geben. So entschloß Robert E. Lee sich, Präsident Andrew Johnson um Pardon zu bitten, um den Treueeid für die Wiedereinbürgerung in die Vereinigten Staaten leisten zu können. Damit brach er wirklich den Widerstand, der noch in der alten Konföderation lebte: Dem Beispiel Lees folgend, beugten sich die Bürger der Südstaaten, vor allem die mittlere und höhere Führungsschicht, die amnestiert worden war, dem Sieger und kehrten in die Staatsbürgerschaft der USA zurück.

Nur: Robert E. Lee erhielt niemals den Pardon des Präsidenten. Er erhielt niemals die Erlaubnis, den Treueeid zu leisten. Er blieb bis an sein Lebensende staatenlos - denn als der maßgebliche militärische Führer des Südens hätten viele Politiker des Nordens ihn am liebsten hingerichtet gesehen. Ihm wurde niemals verziehen, aber sein Versuch, diese Verzeihung zu erlangen, genügte:
Die öffentliche Wirkung, die im Süden damit erzielt werden sollte, wurde erreicht.
Lee selbst schwieg, wie er stets geschwiegen hatte, wenn er in eine schicksalhafte Position geschoben worden war.

Für eine lange Periode wurden die Bewohner der Südstaaten Bürger ohne Wahlrecht, mit eingeschränkten Freiheiten.
Sie lebten in den ersten Monaten und Jahren nach dem Krieg unter einer Willkürjustiz in eroberten Provinzen, im Geist der Rache ökonomisch ausgeplündert.
Spät, zu spät wurden in den Nordstaaten die schweren Fehler eingesehen, die in der Nachkriegszeit begangen wurden.

Die Konföderation hatte formell niemals aufgehört zu bestehen, so blieb Robert E. Lee bis zu seinem Tod ihr Symbol.
Er lehnte lukrative Angebote aus der Wirtschaft ab und übernahm statt dessen die Leitung des Washington College in Lexington, Virginia, um, wie er sagte,
an der Erziehung der Jugend mitzuwirken, nachdem er die vorherige Generation auf den Schlachtfeldern hatte untergehen sehen.
Er starb mit nur 63 Jahren am 12. Oktober 1870, rief auf dem Totenbett noch nach dem früheren General A. P. Hill und sagte, bevor er starb: „Brecht das Lager ab!”
Er liegt in Lexington begraben. Das College, wo er zuletzt wirkte, existiert noch heute und trägt ihm zu Ehren den Namen „Washington and Lee University”.

 

 


Full-General Pierre Gustave Toutant Beauregard

Schon vom äußeren Habitus her war dieser General ein Repräsentant des „alten Südens”. Ein fähiger Menschenführer, stolz, würdig, diszipliniert, konsequent. Im Vergleich mit vielen anderen Generälen der Südstaaten war er alt und erfahren.
Am 28. Mai 1818 im Kirchspiel Saint Bernard, Louisiana, geboren, graduierte er als Klassenzweiter 1838 in West Point und trat eine erfolgreiche Offizierslaufbahn an. Als Offizier der Genie-Truppen gehörte er im Krieg gegen Mexiko (1846/48) zum Stab von General Scott und erwarb durch außergewöhnliche Leistungen 2 Brevet-Ränge.
(Die Verleihung von Brevet-Rängen war in den USA eine Möglichkeit, einen verdienten Offizier zu ehren: Er behielt seinen regulären Rang, wurde dem Titel nach aber höher eingestuft.

 

Beispiel: ein 2nd Lieutenant erhielt den Titularrang eines Captains, bezog aber weiterhin den Sold eines Leutnants.) Seine militärische Begabung eröffnete Beauregard den Weg zu einer glänzenden Karriere. Im Januar 1861 erhielt er die Ernennung zum Leiter (Superintendent) der Militärakademie West Point.
Da war die Trennung des Südens vom Norden schon absehbar, und Beauregard trat seine Stellung nicht mehr an. Er reichte statt dessen im Februar seinen Abschied ein und nahm am 1. März 1861 seine Ernennung zum Brigadegeneral der Provisorischen Konföderierten Armee entgegen. Als Kommandant von Charleston, South Carolina, leitete er den Angriff auf Fort Sumter am 12. April und eröffnete damit den Krieg. Zwei Monate später führte Beauregard zusammen mit Joseph E. Johnston die Truppen der Südstaaten in die erste Schlacht am Bull Run. Am 21. Juli wurde er zum General der regulären Armee (C.S.A.) ernannt.

Im folgenden Jahr erhielt er ein Kommando im Westen und leitete als Stellvertreter Albert Sidney Johnstons die Schlacht von Shiloh. Nach Johnstons Tod folgte er ihm als Kommandeur der „Army of Tennessee” nach, als der er bald in die Defensive gezwungen wurde und den vordrängenden Nordstaatentruppen nur noch Rückzugsgefechte liefern konnte. Als Kritiker von Jefferson Davis wurde seine Position immer schwieriger. Als er erkrankte, nutzte die Regierung die Möglichkeit, ihn durch General Braxton Bragg zu ersetzen.
Beauregards Ansichten über den Regierungsstil von Jefferson Davis führten zu einer dramatischen Verschlechterung seiner Verbindung zum Präsidenten. Als er nach seiner Genesung zur Verteidigung der Küsten von South Carolina und Georgia eingesetzt wurde, erwies er sich erneut als hervorragender Offizier. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Verteidigung von Charleston 1863 und 1864. Als er im Mai 1864 zurück nach Virginia beordert wurde, durchschaute er früher als Lee die Pläne von US-General Grant und verhinderte dadurch zu diesem frühen Zeitpunkt vermutlich die Einnahme der südlichen Hauptstadt Richmond.
Die letzten Kriegswochen versah er seinen Dienst als Stellvertreter Joseph E. Johnstons, mit dem er die Kritik an der konföderierten Regierung teilte, in den Staaten Nord- und Süd-Carolina.
Nach Kriegsende wurde Beauregard Präsident von 2 Eisenbahngesellschaften in New Orleans. Nach der Rekonstruktionsphase war er noch mehrere Jahre als
Adjutant General von Louisiana Milizkommandant dieses Staates. Er starb am 20. Februar 1893 in New Orleans.

 

 


Full-General Joseph Eggleston Johnston

Dieser General gehörte zur gesellschaftlichen und militärischen Elite der Südstaaten. Als Befürworter der Sezession sah er jedoch durchaus die Schwächen und Gefahren und erwies sich in seinen Konflikten mit der konföderierten Führung - auch wenn die auslösenden Momente dafür im persönlichen Bereich lagen - als eminent politischer Kopf innerhalb der konföderierten Generalität, der seine Verantwortung weit über den militärischen Bereich hinaus sah.
Am 3. Februar 1807 auf der Plantage „Cherry Grove” bei Farmville, Virginia, geboren, besuchte er zusammen mit Robert E. Lee West Point und zeichnete sich schließlich zunächst im Seminolen-Krieg in Florida und später im Krieg gegen Mexiko als großes militärisches Talent aus, hervorstechend auch durch ungewöhnliche persönliche Tapferkeit.

 



Am 28. Juni 1860 wurde er zum General-Quartiermeister der US-Armee im Rang eines Brigadegenerals ernannt und hatte damit eine der höchsten Kommandostellen in der kleinen Vorkriegsarmee der USA inne. Gleichwohl nahm er bei Austritt Virginias aus der Union am 22. April 1861 seinen Abschied und stellte sich der neugebildeten Konföderation zur Verfügung, die ihn sofort ebenfalls als Brigadegeneral in Dienst nahm. Er übernahm das Kommando über das ehemalige Bundesarsenal Harpers Ferry, das mit dem Austritt Virginias aus den USA in die Hände des Südens gefallen war, mußte sich aber vor anrückenden US-Truppen von hier zurückziehen und übernahm die Führung der Südarmee in der 1. Schlacht am Bull Run (Manassas).

Am 31. August 1861 stieg er aufgrund seiner strategischen und organisatorischen Leistungen rückwirkend vom 4. Juli zum höchsten Generalsrang auf und übernahm die Führung der Armee von Nord-Virginia. Allerdings wurde er niedriger eingestuft als die anderen konföderierten Generäle Samuel Cooper, Albert S. Johnston und Robert E. Lee. Das wurde äußerer Auslöser eines bitteren Konflikts mit Jefferson Davis, der niemals beigelegt wurde.
Mit Erfolg führte Johnston den Süden gegen die Potomac-Armee unter US-General McClellan in der Peninsular-Halbinsel-Kampagne und wurde im Mai 1862 in der Schlacht von Seven Pines schwer verwundet. Sein Posten wurde an Robert E. Lee übertragen.
Im November meldete Johnston sich zum Dienst zurück und erhielt das Kommando über das „Department of the West”. Hier wurden seine Befürchtungen hinsichtlich der widersprüchlichen Führung aus Richmond bestätigt, als General Grant Vicksburg, das „Gibraltar des Mississippi” bedrängte und die Stadt aushungerte. Johnston versuchte, die Stadt zu entsetzen, aber der Stadtkommandant Pemberton hatte Anweisungen aus Richmond erhalten, die sich mit Johnstons Befehlen nicht deckten. Johnston, selbst in seinem Hauptquartier Jackson durch General Sherman bedrängt, sah Vicksburg fallen (4. Juli 1863), ein entscheidender Verlust für die Südstaaten, durch die die Unionstruppen die Herrschaft über den Mississippi, eine der Lebensadern der Konföderation, übernahmen und die Südstaaten westlich des Stroms vom Rest der Konföderation abtrennten.

Nachdem General Braxton Bragg am 24. und 25. November 1863 bei Chattanooga von US-Truppen unter Grant vernichtend geschlagen worden war, übernahm Johnston das Kommando der Tennessee-Armee. Klarsichtig erkannte er, daß nur ein konsequenter Rückzug die Vernichtung der Truppen des Südens aufhalten konnte. Als der Unionsgeneral Sherman jedoch seinen Vorstoß ins Herz der Konföderation eingeleitet hatte und auf Atlanta zurückte, verwarf Jefferson Davis die Defensivstrategie Johnstons und ersetzte ihn am 17. Juli 1864 durch General John Bell Hood.
Johnston, einer der besten Offiziere des Südens, wurde aus kleinlichen persönlichen Gründen kaltgestellt und erhielt kein Kommando mehr, bis Robert E. Lee im Februar 1865 auf seine Rückkehr bestand und ihn erneut als Kommandeur der Armee einsetzte, die sich dem unaufhaltsamen Marsch Shermans noch einmal entgegenwerfen sollte. Sherman hatte seinen "Marsch zum Meer", diesen Feldzug der verbrannten Erde, bereits hinter sich und zog jetzt wieder nordwärts.
Johnston konnte nichts mehr an den Gegebenheiten ändern: Er kapitulierte am 26. April 1865 vor Sherman.

1879 kehrte Joseph E. Johnston in die Öffentlichkeit zurück: Er wurde zum Abgeordneten von Virginia in den US-Kongreß gewählt und schrieb seine Erinnerungen an die Feldzüge während des Bürgerkrieges. 1885 wurde er zum US-Kommissar für das amerikanische Eisenbahnwesen ernannt. Als er im Frühjahr 1891 barhäuptig dem Sarg General Shermans, seines ehemaligen Gegners, folgte, zog er sich eine schwere Erkältung zu, von der er nicht mehr genas. Er starb am 21. März 1891 in Washington. Die Militärgeschichte sieht in ihm einen mindestens ebenso guten Defensivtaktiker wie Robert E. Lee.

 

 


Full-General John Bell Hood

Er war einer der begabten jungen Männer, die ihre Ideale bei Gründung der Konföderierten Staaten verwirklicht sahen und mit heißem Herzen ihre Zukunft dem neuen Staatenbund verschrieben. Hood machte die stürmischste Karriere in der Armee der Südstaaten, kein anderer Offizier wurde so rasch befördert.
Er wurde am 1. Juni 1831 in Owingsville, Kentucky, geboren und graduierte 1853 in West Point. Die kleine Friedensarmee der USA ließ dem jungen, temperamentvollen Mann wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Er diente in Kalifornien und Texas und verließ die US-Armee am 17. April 1861 als First Lieutenant (Oberleutnant). Als Colonel stand er bald an der Spitze eines Regiments der Armee von Nord-Virginia und erhielt bereits am 3. März 1862 seine Ernennung zum Brigadegeneral. Mit Geschick und Tapferkeit führte er seine Truppe gegen McClellans Potomac-Armee und trug zum Erfolg der Südstaaten in der 2. Schlacht von Bull Run am 29. und 30. August 1862 bei.

 

Schon im Oktober 1862 stieg er zum Generalmajor auf, übernahm die Führung einer Division unter General Longstreet und rechtfertigte seine rasche Karriere durch glänzende Einsätze in den Gefechten von Sharpsburg (Antietam) am 17. September, und von Fredericksburg am 13. Dezember, wo die Südstaaten unter Lee dem Unionsgeneral Burnside eine schwere Niederlage zufügten. In Gettysburg (1. - 3. Juli 1863) wurde John B. Hood schwer am Arm verwundet. Gleichwohl nahm er seinen Dienst bald wieder auf und kämpfte vom 19. - 22. September in der furchtbaren Schlacht von Chickamauga, wo er abermals schwer verwundet wurde. Hood verlor das rechte Bein und konnte erst Anfang 1864 wieder in den Dienst zurückkehren. Am 1. Februar 1864 wurde er rückwirkend zum 20. September 1863 zum Generalleutnant ernannt und übernahm die Führung eines Armeekorps unter Joseph E. Johnston.

Am 18. Juli 1864 erreichte Hood den höchsten Generalsrang, wurde an Johnstons Stelle an die Spitze der Tennessee-Armee gesetzt und stand vor Atlanta den Unionstruppen unter Sherman gegenüber, die er jedoch trotz härtestem Einsatz nicht aufzuhalten vermochte. Immer wieder suchte Hood, der sich im Sattel festschnallen mußte, den Kampf: Am Peachtree Creek (20. Juli 1864), wo er von Johnston das Kommando übernahm, bei Atlanta (21./22. Juli 1864), bei Ezra Church (28. Juli 1864) und bei Jonesborough (30./31. August 1864) focht Hood verzweifelt, konnte aber gegenüber der geballten Macht Shermans nur hinhaltend kämpfen. Er war schließlich gezwungen, sich nach Tennessee zurückzuziehen.
Hier trieb er zunächst den US-General J. M. Schofield zurück, der ihn jedoch in einem furchtbaren, verlustreichen Kampf bei Franklin am 30. November 1864 zwang, sich nach Nashville zurückzuziehen, wo seine Armee am 15. und 16. Dezember von US-General Thomas vernichtend geschlagen wurde.
Nach dieser furchtbaren Niederlage verzichtete Hood auf seinen Rang als General und nahm seinen vorherigen Rang als Generalleutnant wieder an. Er ergab sich am 31. Mai 1865 in Natchez, Mississippi, den Unionstruppen.
John B. Hood starb zusammen mit seiner Frau und einer seiner Töchter am 30. August 1879 in New Orleans am Gelbfieber. 10 weitere Kinder überlebten ihn.

 

 


Lieutenant General William Joseph Hardee

Dieser Offizier gehörte zu den besten Amerikas und hatte bereits Karriere als Militärtheoretiker gemacht, als er seinen Bruch mit der Union vollzog. Hardee, der in Freundeskreisen "Old Reliable” genannt wurde (frei übersetzt etwa "der Standfeste"), war am 12. Oktober 1815 in Camden County, Georgia, geboren worden und beendete seine West-Point-Ausbildung 1838. Nachdem er mit Auszeichnung im Krieg gegen Mexiko gekämpft hatte, kommandierte er eine Kadetteneinheit der Militärakademie und schrieb das Standardwerk "RIFLE AND LIGHT INFANTRY TACTICS", ein Handbuch zur Infanterieausbildung, das 1861 in Philadelphia veröffentlicht wurde. Da hatte Hardee bereits die blaue Uniform ausgezogen: Als Lieutenant Colonel hatte er am 31. Januar 1861 seinen Abschied genommen und war am 17. Juni bereits Brigadegeneral und am 7. Oktober Generalmajor der Konföderation.

 

 

Gleich am Beginn des Krieges hatte er eine Brigade aus Arkansas-Regimentern organisiert und wurde schließlich kurz vor der Schlacht von Shiloh (6./7. April 1862) dem Kommando von Albert Sidney Johnston zugeordnet. Unter Braxton Bragg kommandierte er einen Flügel der Tennessee-Armee während des Kentucky-Feldzugs und in der Schlacht von Murfreesboro. Am 10. Oktober 1862 erfolgte seine Ernennung zum Generalleutnant und Korpskommandeur. Bei Chattanooga kam es zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und Braxton Bragg, dessen Fähigkeiten er mißtraute. Daher ließ er sich nach dem Gefecht von Jonesborough versetzen und lehnte eine Übernahme des Kommandos der Tennessee-Armee ab.
Hardee diente unter Joseph E. Johnston und kämpfte noch nach dem Fall von Savannah und Charleston gegen Shermans Armee in Georgia und South Carolina. Dieser bemerkenswerte Korpskommandant der Südstaaten kapitulierte mit seiner Truppe im April 1865 in North Carolina und lebte nach dem Krieg als Pflanzer in Selma, Alabama. Er starb am 6. November 1873 auf einer Reise in Virginia.

 


Full-General Braxton Bragg

Er war zweifellos einer der umstrittensten hohen Offiziere der Konföderation. Mit einiger Berechtigung werden bis heute seine Fähigkeiten in Zweifel gezogen.
Er verdankte seinen Aufstieg nur der persönlichen Zuneigung Präsident Davis', obwohl er sich als Kommandeur im Feld immer wieder als unzulänglich erwies.
Geboren am 22. März 1817 in Warrenton, North Carolina, schloß er seine Militärausbildung 1837 in West Point als 5. seines Jahrgangs ab, wurde im Krieg gegen die Seminolen eingesetzt und bewährte sich als junger Offizier im mexikanischen Krieg. 1856 nahm er als Lieutenant Colonel seinen Abschied und lebte als Pflanzer in Louisiana, bis er sich Anfang 1861 der Konföderation zur Verfügung stellte und am 7. März zum Brigadegeneral der Provisorischen Konföderierten Armee ernannt wurde.

 

Er kommandierte zunächst die Einheiten an der Küstenlinie von Pensacola bis Mobile. Am 12. September 1861 übernahm er im Rang eines Generalmajors ein Kommando im 2. Korps unter Albert Sidney Johnston. Nach Johnstons Tod in der Schlacht von Shiloh wurde Bragg am selben Tag zum General der regulären Armee (C.S.A) befördert. Im Juni übernahm er das Kommando der Tennessee-Armee an Stelle von Beauregard und unternahm von August bis Oktober 1862 den Kentucky-Feldzug, der mit einer Niederlage in Perryville (8./9. Oktober 1862) gegen die Unionstruppen unter General Buell endete. Bragg wurde zum Rückzug gezwungen.

Er kämpfte erfolgreich bei Chickamauga, aber im November 1863 wurde er von Grant nach Georgia vertrieben und auf eigenen Wunsch durch Joseph E. Johnston im Kommando abgelöst. Präsident Davis holte ihn nach Richmond und machte ihn zum persönlichen Berater, wobei er - wie ein Chronist schrieb - faktisch zeitweise das Oberkommando, zumindest aber die oberste Aufsicht über die gesamte Koordination der konföderierten Truppen, innehatte. Nach der Übertragung des Oberkommandos an Robert E. Lee ging Bragg noch einmal in den Felddienst nach North Carolina und diente unter Joseph E. Johnston.
Er arbeitete später als Ingenieur in Alabama und starb am 27. September 1876 in Galveston, Texas.

 

 


 

Full-General Edmund Kirby Smith

Dieser hervorragende Infanterieoffizier geriet zu Beginn der Konföderation in starke Loyalitätskonflikte, bevor er sich schließlich für seine Heimat, die Südstaaten, entschied. Der Sohn einer Neu-England-Familie wurde am 16. Mai 1824 in St. Augustine, Florida, geboren und genoß eine exquisite, für die Südstaaten nicht unbedingt typische Schulausbildung. Als Absolvent einer teuren Privatschule in Alexandria, Virginia, ging er nach West Point, wo er 1845 graduierte und sofort an die mexikanische Grenze beordert wurde. In den Schlachten von Cerro Gordo und Contreras zeichnete er sich als Infanterieführer aus und kehrte 1849 als Assistant Professor für Mathematik nach West Point zurück. Ab 1852 kämpfte er an der Indianer-Grenze in Texas. Als 1861 der Bruch zwischen Norden und Süden erfolgte, war er Major im 2. US-Kavallerieregiment und Kommandant des Camp Colorado.

 

 

Smith, im Herzen Sezessionist, verstand sich dennoch als loyaler US-Offizier und verweigerte der Texas-Miliz unter dem späteren konföderierten General Ben McCulloch die Übergabe des Camp. Erst am 6. April, nachdem Florida aus der Union ausgeschieden war, nahm auch Smith seinen Abschied und trat als Lieutenant Colonel in die konföderierte Armee ein. Er diente unter Joseph E. Johnston im Shenandoah-Tal, wurde am 17. Juni 1861 zum Brigadegeneral befördert und in der ersten Schlacht am Bull Run schwer verwundet.
Am 11. Oktober 1861 erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor, und Anfang 1862 übernahm er das Kommando des Ost-Tennessee-Distrikts. Nach seiner Teilnahme an der gescheiterten Invasion Braggs in Kentucky, wurde er am 9. Oktober 1862 Generalleutnant. Er trat damit an die Spitze des Trans-Mississippi-Department und hielt dieses Kommando bis Kriegsende.
Am 19. Februar 1864 wurde er zum General befördert. In diesem Frühjahr wies er mit überlegenem Geschick die Red-River-Expedition der Unionstruppen unter General N. P. Banks zurück. Als einer der letzten konföderierten Generäle kapitulierte er am 26. Mai 1865 vor US-General E. R. S. Canby.

Zwei Jahre stand Smith dann als Präsident der „Pacific & Atlantic Telegraph Company” vor, wurde dann zum Präsidenten der Western Military Academy in Nashville und zum Kanzler der Nashville-Universität berufen. Ab 1875 lehrte er als Professor für Mathematik an der University of the South.
Mit ihm starb am 28. März 1893 in Sewanee, Tennessee, der letzte der höchsten Generäle der konföderierten Armee.

 

 


 

Lieutenant General Thomas „Stonewall” Jackson

Er gehörte zu den brillantesten Heerführern der amerikanischen Militärgeschichte. Schon zu Lebzeiten von Freund und Feind anerkannt, ist er bis heute unvergessen.
Thomas Jonathan Jackson wurde am 21. Januar 1824 in Clarksburg, West-Virginia, als Sohn eines Rechtsanwalts geboren. Als er drei Jahre alt war, starb sein Vater, worauf die Familie verarmte und die Berufspläne des Jungen - er wollte Offizier werden - in weite Ferne rückten. Ein Kongreßabgeordneter aus Virginia bürgte schließlich für Thomas Jackson, der sich daraufhin, fast mit völlig leeren Taschen, per Kutsche und zu Fuß nach Washington aufmachte und sich um Aufnahme in die Militärakademie von West Point bewarb. Er graduierte 1846. Aus seiner Klasse gingen später insgesamt 24 Generäle des amerikanischen Bürgerkrieges hervor.

 

Als Leutnant zog er in den Krieg gegen Mexiko, wo der äußerlich unscheinbare Mann sich so auszeichnete, daß er mit dem Titularrang eines Majors heimkehrte. Das mexikanische Klima hatte seiner schwächlichen körperlichen Konstitution jedoch derart zugesetzt, daß er 1852 die Armee verließ und Professor am Virginia Military Institute wurde. Er führte ein zurückgezogenes Gelehrtenleben und unterrichtete in seiner Freizeit eine Klasse mit Negerkindern.
1861, als Siebenunddreißigjähriger, entschied Jackson sich für den Eintritt in die konföderierte Armee. Zunächst Colonel eines Milizregiments und Kommandant von Harpers Ferry, wurde er am 17. Juni 1861 zum Brigadegeneral ernannt und gehörte zu den Offizieren, die sich in der ersten Schlacht von Bull Run in besonderer Weise auszeichneten. Hier erhielt er seinen Spitznamen, als der konföderierte General Bee seine Soldaten mit Hinweis auf den Mut und die Geschlossenheit von Jacksons Truppen anfeuerte: „Seht die Soldaten Jacksons! Sie stehen wie ein Steinwall!”

Der kleine, unscheinbare Professor bewies in steigendem Maß enorme Führungsstärke, taktisches und strategisches Geschick und gewaltige organisatorische Begabung, so daß er sehr schnell zu den bedeutendsten Militärführern des Südens zählte. Seine Shenandoah-Kampagne, mit der er die Versorgungskammern der Nordarmee zerstörte, machte Militärgeschichte. Er störte nachhaltig das Konzept der Nordarmee, die gegen Richmond vorstieß und schlug am 8. Mai 1862 die Unionstruppen unter General Fremont bei Staunton, Virginia. Statt das Shenandoah Valley zu verlassen, kehrte er um und trieb die Unionsarmee unter General Banks vom 23. - 25. Mai in Gefechten bei Front Royal und Winchester über den Potomac-Fluß. Im Norden wurde ein Angriff von Jacksons Korps auf Washington befürchtet. Eine Armee unter General Shields marschierte von Osten gegen ihn, während General Fremont ihn von Westen attackierte.

Mit einem glanzvollen taktischen Manöver wich Jackson der Zange, in die er geraten sollte, aus und schlug Fremont am 8. Juni bei Cross Keys und Shields am 9. Juni bei Port Republic, trieb sein Korps dann in Eilmärschen zurück nach Richmond und traf rechtzeitig ein, um die Entscheidung für den Süden in der „Schlacht der 7 Tage” (25. Juni -1. Juli 1862) mit herbeizuführen. Eilmärsche wurden zu einem Charakteristikum von Jacksons Armeekorps. Der Feind sprach von „Jacksons Fußkavallerie”.
Er bereitete den Sieg der zweiten Schlacht am Bull Run für den Süden vor, nahm dem Norden Harpers Ferry wieder ab und griff in die Schlacht von Antietam ein, wo Lee von McClellan überrascht worden war. Am 10. Oktober 1862 wurde er zum Generalleutnant befördert und übernahm das Kommando des 2. Korps in der neuorganisierten Armee von Nord-Virginia.

Der Sieg von Fredericksburg sah ihn als Kommandeur des rechten Flügels. Den Glanzpunkt seiner Karriere erreichte er in der Schlacht von Chancellorsville:
Im April 1863 hatte die Nordarmee eine neue Offensive eröffnet. Mehr als 130´000 Unionssoldaten überquerten den Rappahanock-Fluß und bildeten eine Front bei Chancellorsville in einem dschungelartigen, sumpfigen Landstrich, der „Wilderness”, in dem Robert E. Lee mit wenig mehr als 60´000 Mann stand. Am 2. Mai begann Lee mit Scheinangriffen auf die zu langgezogene, dünne Front der Nordarmee. Währenddessen marschierte „Stonewall” Jackson mit 20´000 Mann zum schwächsten Punkt der Unionslinie, dem rechten Flügel. Dieser Flankenmarsch gehört zu den bedeutendsten Ereignissen des Amerikanischen Bürgerkrieges. Mit einem wuchtigen Überraschungsangriff rollte Jackson die gesamte Unionsfront auf. In heilloser Flucht zogen sich die Nordstaatler zurück. Es war der vielleicht größte Sieg der Südstaatenarmee.

Für Jackson war es der letzte Sieg: Am Abend des 2. Mai war Jackson bis zu seinen Vorposten hinausgeritten und wurde in der Dämmerung irrtümlich von einem seiner Soldaten aus dem Sattel geschossen. Er wurde sofort ins Hinterland gebracht, sein rechter Arm wurde amputiert.
Eine Lungenentzündung bedeutete schließlich das Ende: Jackson starb am 10. Mai 1863.

 

 


Major General James Ewell Brown („Jeb”) Stuart

Als einer der talentiertesten Reiterführer des 19. Jahrhunderts wurde der junge General zu einer symbolhaften Persönlichkeit in den Südstaaten. Er beeinflußte in der ersten Hälfte des Bürgerkrieges das Militärwesen nachhaltig; denn er bewies, daß die Kavallerie als Waffe nicht nur nicht überholt war, sondern überlegen eingesetzt werden konnte. Damit stellte er von Anfang an das südstaatliche Übergewicht sicher und machte auch bei europäischen Kriegsbeobachtern von sich reden.
Am 6. Februar 1833 in Patrick Country, Virginia, geboren, graduierte er 1854 in West Point. Als Leutnant der 1. US-Kavallerie diente er an der westlichen Kansas-Grenze und gehörte im Oktober 1859 zu den Offizieren des damaligen Colonel Robert E. Lee, als die Besetzung von Harpers Ferry durch John Brown niedergeschlagen wurde.

 

 

Stuart verließ die US-Armee nach Austritt Virginias aus den USA und trat als Colonel der 1. Virginia Kavallerie in konföderierte Dienste. Unter Joseph E. Johnston stand er im Shenandoah-Tal und zeichnete sich in der ersten Bull-Run-Schlacht aus. Am 24. September 1861 wurde er zum Brigadegeneral befördert. In aller Munde geriet sein Name, als er vor der „Schlacht der 7 Tage” von Lee den Auftrag erhielt, die Flanken von McClellans Potomac-Armee auszukundschaften.
Stuart bereitete die Aktion sorgfältig vor, achtete auf strengste Geheimhaltung, wählte 2500 Reiter und 2 Batterien berittene Artillerie aus und trat am 12. Juni 1862 das erste einer Reihe von Unternehmungen an, die Militärgeschichte machen sollten: Mit einem ebenso kühnen wie kühl kalkulierten Vorstoß durchbrach Stuart die Unionslinien, drang tief in das Hinterland des Feindes ein und schlug im Rücken der Unionstruppen einen Bogen um die gesamte Armee McClellans. Auf diesem ersten sogenannten „Raid” zerstörte Stuarts Kavallerie Nachschub und Truppentransporte der Union, erbeutete wertvolles Kriegsmaterial für den Süden, nahm Hunderte von US-Soldaten gefangen und brachte schließlich auch noch die gewünschten Informationen über die Positionen des Gegners zurück in Lees Lager.

Am 23. Juli 1862 folgte seine Ernennung zum Generalmajor. Er übernahm das Kommando über die Kavalleriedivision, später das Kavalleriekorps der Armee von Nord-Virginia und setzte seine tollkühnen Raids fort, mit denen er die Moral der Nordstaatentruppen maßgeblich unterminierte.
Stuart zeigte sich als Offizier, der von jugendlichem Temperament geleitet wurde, gleichwohl Übersicht und Selbstkontrolle, gepaart mit hoher Intelligenz, besaß. Alle, die je mit ihm zu tun hatten, rühmten seine hohe Fähigkeit der Menschenführung, sein persönliches Charisma. Besonders sein Stabschef, der ehemalige preußische Offizier Heros von Borcke, schilderte Stuarts menschliche wie militärische Eigenschaften trefflich in seinen Erinnerungen an die Bürgerkriegsjahre.
Bei einem seiner Raids um die Linien des US-Generals Pope, zerstörte er nicht nur dessen Nachrichtenverbindungen, er erbeutete auch geheime Dokumente über Stärke und Plazierung der Unionstruppen. Im August 1862 führte Stuart seine Reiter brillant in die zweite Schlacht am Bull Run und zeichnete sich bei Lees Maryland-Feldzug aus. Er begleitete „Stonewall” Jackson bei dessen berühmtem Flankenmarsch in der Schlacht von Chancellorsville und übernahm zeitweise das Kommando über das 2. Korps, nachdem Jackson und auch General A. P. Hill verwundet worden waren.

Zu den Höhepunkten des Sezessionskrieges und Stuarts größten persönlichen Erfolgen zählte das Reitergefecht bei Brandy Station am 9. Juni 1863:
Jeweils etwa 10 000 Kavalleristen stießen gegeneinander, die größte Reiterschlacht des Krieges, bei der die Südstaatler der Union Totalverluste (Gefallene, Verwundete und Vermißte) von 866 Mann zufügten.
Im Vorfeld der Schlacht von Gettysburg war Stuart zu einem Raid unterwegs, so daß Lee seine Aufklärungstruppe fehlte, als er mit den Unionstruppen konfrontiert wurde. Gettysburg änderte den Verlauf des Krieges. Der Süden geriet in die Defensive. Die Kavallerie des Nordens gewann an Gewicht, war jedoch kein ebenbürtiger Gegner, solange Stuart an der Spitze des Reiterkorps stand. Im Mai 1864 wurde Stuart von einem Raid General Sheridans unterrichtet, der mit Erfolg die von ihm entwickelte Taktik kopierte. Stuart brach sofort auf, um Sheridans Unionskavallerie aufzuhalten.
In einem Gefecht bei Yellow Tavern, Virginia, wurde Stuart am 11. Mai 1864 von der Kugel eines Unionssoldaten getrofffen.
Er wurde sofort nach Richmond gebracht und starb dort am nächsten Tag.
Stuarts Tod markierte das Ende des Übergewichts der Südstaaten Kavallerie. Die Brillanz der südlichen Reitertruppe, der Kavallerie überhaupt schwand.

 

 

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