Mit freundlicher
Unterstützung Bedeutende Generale der Südstaatenkonföderation
Während der Bürgerkriegs wurden auf beiden Seiten insgesamt 1008 Offiziere zu Generalen befördert. In
der Unionsarmee gab es zunächst nur die Brigadegenerale und Generalmajore,
erst 1864 wurde der Generalleutnant eingeführt.
In der Armee der Konföderierten gab es ab 1862 bereits vier Generalsränge: An
der Uniform war der Dienstgrad nicht zu erkennen, denn alle Generale
hatten als Dienstgradabzeichen am Kragen drei Sterne, Auf
beiden Seiten wurden alle Generalsdienstgrade mit „General“
angeredet. Dies führte dazu, daß, ähnlich wie bei den
Obristen, Um
nun den genauen Dienstgrad zu benennen, wurde die Hilfsbezeichnungen
„Full General“ für den General oder
Er entstammte einer der ältesten und bedeutendsten Familien des Landes und schien schon von daher prädestiniert, eine führende Stellung einzunehmen. Sein Vater, Henry „Light Horse Harry“ Lee hatte Seite an Seite mit George Washington im Krieg um die amerikanische Unabhängigkeit gefochten und an der Wiege der Vereinigten Staaten von Amerika gestanden. Robert E. Lee, das 5. Kind seiner Eltern, kam am 19. Januar 1807 auf „Stratford” in Westmoreland County, Virginia, zur Welt. Auf den Glanz der Familie fiel ein Schatten, als der Held der Revolution, Henry Lee, einen Großteil seines Besitzes bei einer riskanten Landspekulation verlor und die Plantage einem Sohn aus seiner ersten Ehe übertragen mußte. Die Familie zog in ein kleines Haus in Alexandria und lebte fortan vom Vermögen der Mutter. Als Robert E. Lee 11 Jahre alt war, starb der Vater. Die Familie war wohlhabend und lebte in sicheren Verhältnissen, war aber im Vergleich zu anderen Pflanzeraristokratien nicht reich zu nennen. Lee schlug die klassische Laufbahn eines Mitglieds der höheren Gesellschaftsschicht des alten Südens ein: Er wurde 1825 in West Point aufgenommen und graduierte 1829 als Klassenzweiter. Schon hier zeigte er strikte Selbstkontrolle und Prinzipienfestigkeit: In den 4 Jahren erhielt er nicht einen einzigen Tadel, keine Disziplinarstrafe. Der junge Brevet-Lieutenant der Ingenieure wurde bei der Planung und Leitung der Bauarbeiten von Festungsanlagen von Fort Pulaski, Fort Monroe und Fort Hamilton eingesetzt und war zeitweise leitender Ingenieur des Hafens von St. Louis. 1831 heiratete er Mary Arm Randolph Custis, eine Urenkelin von George Washingtons erster Frau. „Arlington”, der Besitz der Custis-Familie auf dem Virginia-Ufer des Potomac-Flusses, fiel Robert E. Lee und seiner Frau nach dem Tod des Schwiegervaters, 1857, zu. Die Lees hatten 7 Kinder, 3 Söhne - alle dienten später in der Konföderierten Armee - und 4 Töchter. (George Washington Custis Lee und William Henry Fitzhugh Lee wurden Generalmajore, Robert E. Lee jr. diente als Captain.) 1846
war Robert E. Lee Captain der Genie-Truppen geworden und hatte als Assistant-Ingenieur
in San Antonio zum Stab von General John E. Wool gehört. Als Mitglied
des Offizierskorps von General Winfield Scott war er im Mexiko-Krieg
an der Invasion von Vera Cruz und dem dramatischen Marsch auf Mexico
City beteiligt. Dieser Weg durch das zerklüftete Bergland Mexikos,
ständig bedrängt von mexikanischen Armeeeinheiten und Partisanen,
stellte besondere Anforderungen an die Ingenieur-Truppen. Dort, wo die
mexikanische Abwehr den Vormarsch der Amerikaner zum Halten brachte,
überwanden die Genie-Truppen steile Felshänge und Bergmassive,
teilweise mit Geschützen, Protzen und Munitionswagen, um in den
Rücken der Schützennester der Mexikaner zu gelangen und sie
zu vertreiben. Bis
1852 leitete Lee den Bau von Fort Carroll im Hafen von Baltimore, dann
wurde er zum Superintendenten der Militärakademie West Point ernannt.
Der Verwaltungsdienst behagte ihm jedoch nicht. 1855 suchte er beim
Kriegsministerium um Versetzung in den Felddienst nach. Der Kriegsminister
hieß zu jener Zeit Jefferson Davis. Er billigte Lees Wunsch, der
als Oberstleutnant in die 2. US-Kavallerie eintrat und von 1857 bis
1861 in West-Texas stationiert war, wo er sich unter anderem auch der
hohen Wertschätzung von Samuel Houston, einem der Gründer
von Texas, erfreute, der seinerzeit mit dem Gedanken einer erneuten
Invasion nach Mexiko spielte und Lee gern als Militärgouverneur
eines unterworfenen Mexiko gesehen hätte. Lee wich diesen Angeboten
geschickt aus: Er war ein Mann des Militärs, der klaren, geraden
Überlegung, dessen Leben sich unter der Prämisse der Pflichterfüllung
bewegte; politische Winkelzüge und Denkweisen waren ihm fremd. 1861, als die Situation zwischen Norden und Süden kurz vor der Explosion stand, wurde er aus Texas zurückbeordert. Auf Anregung des greisen General Scott hatte Präsident Lincoln ihm das Oberkommando der US-Armee angeboten. Robert E. Lee fühlte sich der Union stark verbunden, immerhin hatte sein Vater für diese Union gekämpft. Politisch stufte er sich selbst als Whig (Konservativ) ein. Die Tatsache, daß er den Sklaven, die er von seinem Schwiegervater geerbt hatte, die Freiheit gab, verdeutlichte seine Haltung. Aber er konnte sich, wie die meisten Südstaatler, von den tiefen Bindungen an seinen Heimatstaat nicht freimachen. Als Virginia aus den USA ausschied und Lee befürchtete, eines Tages gegen diesen Staat eingesetzt zu werden, lehnte er am 18. April 1861 Lincolns Angebot ab und reichte am 20. April seinen Abschied ein.
In Richmond ernannte ihn der Gouverneur von Virginia sofort zum Kommandierenden
General der Land- und Seestreitkräfte des Staates. Am 14. Mai 1861
folgte die Ernennung zum Brigadegeneral in der regulären Konföderierten
Armee (C.S.A.). Bereits einen Monat später erhielt er den höchsten
Generalsrang und organisierte in vorzüglicher Weise Bewaffnung
und Ausrüstung der Truppen des Staates Virginia. Der Auftrag, die
ersten Unionstruppen, die sich durch die Alleghany-Distrikte näherten,
aufzuhalten, mißlang, da sich die Bevölkerung dieser Randbezirke
des Staates als unionstreu erwies. Lee war eine Ausnahmeerscheinung, sicherlich der bedeutendste amerikanische Militär des 19. Jahrhunderts. Aber auch er hatte in den ersten Monaten des Sezessionskrieges Schwierigkeiten, sich auf die neuen militärischen Probleme einzustellen. Die ersten Schlachten um die südstaatliche Hauptstadt Richmond zeigten ihn noch nicht als den in jeder Phase überlegenen, souveränen Kommandeur. Im Gegensatz zu seinen nördlichen Gegnern aber lernte Lee schnell, mit den Truppenmassen des Amerikanischen Bürgerkrieges umzugehen, sie effektiv auszubilden, zu führen und einzusetzen. Die Sicherheit, die er ausstrahlte, griff auf seine Truppen über. Die ruhige Gewißheit, mit der er seine Pflicht tat, setzte ein Beispiel. Selbstbeherrschung und Disziplin, Härte, Konsequenz, aber auch tiefe Menschlichkeit zeichneten ihn aus und sorgten unter anderem für vorbildlichen Korpsgeist und die Beachtung traditioneller soldatischer Tugenden in seiner Armee. Am
29. und 30. August 1862 schlug er die Union unter General Pope in der
zweiten Schlacht am Bull Run, wurde aber, als er nach Maryland vorstieß,
von General McClellan aufgehalten. Am 13. Dezember 1862 trieb er mit
seinen Truppen die Nordstaatler unter General Burnside zurück und
vollbrachte vom 2. bis 4. Mai 1863 bei Chancellorsville mit seinem Sieg
über General Hooker sein strategisches Meisterstück. Sein
Auftreten war stets würdig, aber nie gespreizt, ruhig, selbstbewußt,
aber unaufdringlich. Außer zu medizinischen Zwecken, trank er
keinen Alkohol, war tief religiös und gebrauchte niemals die in
Soldatenkreisen übliche rauhe Sprache, geschweige denn, daß
jemand ihn je hätte fluchen hören. Seine Maxime wurde auch
deutlich in einem Brief an einen seiner Söhne: Am
23. Januar 1865 wurde Lee per Parlamentsbeschluß zum Oberkommandierenden
aller konföderierten Streitkräfte ernannt. Noch einmal versuchte
er, alle Kräfte zu koordinieren. Aber die Konföderation hatte
keinerlei Reserven mehr. Die immer wieder erhoffte Unterstützung
europäischer Staaten war ausgeblieben. Mit den jämmerlichen
Resten der Nord-Virginia-Armee streckte er schließlich am 9. April
1865 bei Appomattox Courthouse die Waffen. Was
nur wenige wußten: Dieser erst 58jährige Mann hatte sich
im Dienst für die Konföderation körperlich und psychisch
verzehrt. Er war vorzeitig gealtert und gesundheitlich angeschlagen.
Noch immer aber war er ein Symbol für seine Landsleute, die jetzt,
in der Niederlage, erst recht auf ihn schauten und ihn in eine Rolle
drängten, die er nie gewünscht hatte, die er jedoch ebenso
gleichmütig trug wie zuvor seine hohen Kommandostellen. Seine früheren Gegner, Grant an der Spitze, die ihn respektierten, ja hoch achteten, drängten ihn, ein öffentliches Beispiel zu geben. So entschloß Robert E. Lee sich, Präsident Andrew Johnson um Pardon zu bitten, um den Treueeid für die Wiedereinbürgerung in die Vereinigten Staaten leisten zu können. Damit brach er wirklich den Widerstand, der noch in der alten Konföderation lebte: Dem Beispiel Lees folgend, beugten sich die Bürger der Südstaaten, vor allem die mittlere und höhere Führungsschicht, die amnestiert worden war, dem Sieger und kehrten in die Staatsbürgerschaft der USA zurück. Nur:
Robert E. Lee erhielt niemals den Pardon des Präsidenten. Er erhielt
niemals die Erlaubnis, den Treueeid zu leisten. Er blieb bis an sein
Lebensende staatenlos - denn als der maßgebliche militärische
Führer des Südens hätten viele Politiker des Nordens
ihn am liebsten hingerichtet gesehen. Ihm wurde niemals verziehen, aber
sein Versuch, diese Verzeihung zu erlangen, genügte: Für
eine lange Periode wurden die Bewohner der Südstaaten Bürger
ohne Wahlrecht, mit eingeschränkten Freiheiten. Die
Konföderation hatte formell niemals aufgehört zu bestehen,
so blieb Robert E. Lee bis zu seinem Tod ihr Symbol.
Schon
vom äußeren Habitus her war dieser General ein Repräsentant
des „alten Südens”. Ein fähiger Menschenführer,
stolz, würdig, diszipliniert, konsequent. Im Vergleich mit vielen
anderen Generälen der Südstaaten war er alt und erfahren. Im
folgenden Jahr erhielt er ein Kommando im Westen und leitete als Stellvertreter
Albert Sidney Johnstons die Schlacht von Shiloh. Nach Johnstons Tod
folgte er ihm als Kommandeur der „Army of Tennessee” nach,
als der er bald in die Defensive gezwungen wurde und den vordrängenden
Nordstaatentruppen nur noch Rückzugsgefechte liefern konnte. Als
Kritiker von Jefferson Davis wurde seine Position immer schwieriger.
Als er erkrankte, nutzte die Regierung die Möglichkeit, ihn durch
General Braxton Bragg zu ersetzen.
Dieser
General gehörte zur gesellschaftlichen und militärischen Elite
der Südstaaten. Als Befürworter der Sezession sah er jedoch
durchaus die Schwächen und Gefahren und erwies sich in seinen Konflikten
mit der konföderierten Führung - auch wenn die auslösenden
Momente dafür im persönlichen Bereich lagen - als eminent
politischer Kopf innerhalb der konföderierten Generalität,
der seine Verantwortung weit über den militärischen Bereich
hinaus sah. Am 28. Juni 1860 wurde er zum General-Quartiermeister der US-Armee im Rang eines Brigadegenerals ernannt und hatte damit eine der höchsten Kommandostellen in der kleinen Vorkriegsarmee der USA inne. Gleichwohl nahm er bei Austritt Virginias aus der Union am 22. April 1861 seinen Abschied und stellte sich der neugebildeten Konföderation zur Verfügung, die ihn sofort ebenfalls als Brigadegeneral in Dienst nahm. Er übernahm das Kommando über das ehemalige Bundesarsenal Harpers Ferry, das mit dem Austritt Virginias aus den USA in die Hände des Südens gefallen war, mußte sich aber vor anrückenden US-Truppen von hier zurückziehen und übernahm die Führung der Südarmee in der 1. Schlacht am Bull Run (Manassas). Am
31. August 1861 stieg er aufgrund seiner strategischen und organisatorischen
Leistungen rückwirkend vom 4. Juli zum höchsten Generalsrang
auf und übernahm die Führung der Armee von Nord-Virginia.
Allerdings wurde er niedriger eingestuft als die anderen konföderierten
Generäle Samuel Cooper, Albert S. Johnston und Robert E. Lee. Das
wurde äußerer Auslöser eines bitteren Konflikts mit
Jefferson Davis, der niemals beigelegt wurde. Nachdem
General Braxton Bragg am 24. und 25. November 1863 bei Chattanooga von
US-Truppen unter Grant vernichtend geschlagen worden war, übernahm
Johnston das Kommando der Tennessee-Armee. Klarsichtig erkannte er,
daß nur ein konsequenter Rückzug die Vernichtung der Truppen
des Südens aufhalten konnte. Als der Unionsgeneral Sherman jedoch
seinen Vorstoß ins Herz der Konföderation eingeleitet hatte
und auf Atlanta zurückte, verwarf Jefferson Davis die Defensivstrategie
Johnstons und ersetzte ihn am 17. Juli 1864 durch General John Bell
Hood. 1879 kehrte Joseph E. Johnston in die Öffentlichkeit zurück: Er wurde zum Abgeordneten von Virginia in den US-Kongreß gewählt und schrieb seine Erinnerungen an die Feldzüge während des Bürgerkrieges. 1885 wurde er zum US-Kommissar für das amerikanische Eisenbahnwesen ernannt. Als er im Frühjahr 1891 barhäuptig dem Sarg General Shermans, seines ehemaligen Gegners, folgte, zog er sich eine schwere Erkältung zu, von der er nicht mehr genas. Er starb am 21. März 1891 in Washington. Die Militärgeschichte sieht in ihm einen mindestens ebenso guten Defensivtaktiker wie Robert E. Lee.
Er
war einer der begabten jungen Männer, die ihre Ideale bei Gründung
der Konföderierten Staaten verwirklicht sahen und mit heißem
Herzen ihre Zukunft dem neuen Staatenbund verschrieben. Hood machte
die stürmischste Karriere in der Armee der Südstaaten, kein
anderer Offizier wurde so rasch befördert. Schon im Oktober 1862 stieg er zum Generalmajor auf, übernahm die Führung einer Division unter General Longstreet und rechtfertigte seine rasche Karriere durch glänzende Einsätze in den Gefechten von Sharpsburg (Antietam) am 17. September, und von Fredericksburg am 13. Dezember, wo die Südstaaten unter Lee dem Unionsgeneral Burnside eine schwere Niederlage zufügten. In Gettysburg (1. - 3. Juli 1863) wurde John B. Hood schwer am Arm verwundet. Gleichwohl nahm er seinen Dienst bald wieder auf und kämpfte vom 19. - 22. September in der furchtbaren Schlacht von Chickamauga, wo er abermals schwer verwundet wurde. Hood verlor das rechte Bein und konnte erst Anfang 1864 wieder in den Dienst zurückkehren. Am 1. Februar 1864 wurde er rückwirkend zum 20. September 1863 zum Generalleutnant ernannt und übernahm die Führung eines Armeekorps unter Joseph E. Johnston. Am
18. Juli 1864 erreichte Hood den höchsten Generalsrang, wurde an
Johnstons Stelle an die Spitze der Tennessee-Armee gesetzt und stand
vor Atlanta den Unionstruppen unter Sherman gegenüber, die er jedoch
trotz härtestem Einsatz nicht aufzuhalten vermochte. Immer wieder
suchte Hood, der sich im Sattel festschnallen mußte, den Kampf:
Am Peachtree Creek (20. Juli 1864), wo er von Johnston das Kommando
übernahm, bei Atlanta (21./22. Juli 1864), bei Ezra Church (28.
Juli 1864) und bei Jonesborough (30./31. August 1864) focht Hood verzweifelt,
konnte aber gegenüber der geballten Macht Shermans nur hinhaltend
kämpfen. Er war schließlich gezwungen, sich nach Tennessee
zurückzuziehen.
Dieser Offizier gehörte zu den besten Amerikas und hatte bereits Karriere als Militärtheoretiker gemacht, als er seinen Bruch mit der Union vollzog. Hardee, der in Freundeskreisen "Old Reliable” genannt wurde (frei übersetzt etwa "der Standfeste"), war am 12. Oktober 1815 in Camden County, Georgia, geboren worden und beendete seine West-Point-Ausbildung 1838. Nachdem er mit Auszeichnung im Krieg gegen Mexiko gekämpft hatte, kommandierte er eine Kadetteneinheit der Militärakademie und schrieb das Standardwerk "RIFLE AND LIGHT INFANTRY TACTICS", ein Handbuch zur Infanterieausbildung, das 1861 in Philadelphia veröffentlicht wurde. Da hatte Hardee bereits die blaue Uniform ausgezogen: Als Lieutenant Colonel hatte er am 31. Januar 1861 seinen Abschied genommen und war am 17. Juni bereits Brigadegeneral und am 7. Oktober Generalmajor der Konföderation. Gleich
am Beginn des Krieges hatte er eine Brigade aus Arkansas-Regimentern
organisiert und wurde schließlich kurz vor der Schlacht von Shiloh
(6./7. April 1862) dem Kommando von Albert Sidney Johnston zugeordnet.
Unter Braxton Bragg kommandierte er einen Flügel der Tennessee-Armee
während des Kentucky-Feldzugs und in der Schlacht von Murfreesboro.
Am 10. Oktober 1862 erfolgte seine Ernennung zum Generalleutnant und
Korpskommandeur. Bei Chattanooga kam es zu einem Zerwürfnis zwischen
ihm und Braxton Bragg, dessen Fähigkeiten er mißtraute. Daher
ließ er sich nach dem Gefecht von Jonesborough versetzen und lehnte
eine Übernahme des Kommandos der Tennessee-Armee ab.
Er
war zweifellos einer der umstrittensten hohen Offiziere der Konföderation.
Mit einiger Berechtigung werden bis heute seine Fähigkeiten in
Zweifel gezogen. Er kommandierte zunächst die Einheiten an der Küstenlinie von Pensacola bis Mobile. Am 12. September 1861 übernahm er im Rang eines Generalmajors ein Kommando im 2. Korps unter Albert Sidney Johnston. Nach Johnstons Tod in der Schlacht von Shiloh wurde Bragg am selben Tag zum General der regulären Armee (C.S.A) befördert. Im Juni übernahm er das Kommando der Tennessee-Armee an Stelle von Beauregard und unternahm von August bis Oktober 1862 den Kentucky-Feldzug, der mit einer Niederlage in Perryville (8./9. Oktober 1862) gegen die Unionstruppen unter General Buell endete. Bragg wurde zum Rückzug gezwungen. Er
kämpfte erfolgreich bei Chickamauga, aber im November 1863 wurde
er von Grant nach Georgia vertrieben und auf eigenen Wunsch durch Joseph
E. Johnston im Kommando abgelöst. Präsident
Davis holte ihn nach Richmond und machte ihn zum persönlichen Berater,
wobei er - wie ein Chronist schrieb - faktisch zeitweise das Oberkommando,
zumindest aber die oberste Aufsicht über die gesamte Koordination
der konföderierten Truppen, innehatte. Nach der Übertragung
des Oberkommandos an Robert E. Lee ging Bragg noch einmal in den Felddienst
nach North Carolina und diente unter Joseph E. Johnston.
Dieser hervorragende Infanterieoffizier geriet zu Beginn der Konföderation in starke Loyalitätskonflikte, bevor er sich schließlich für seine Heimat, die Südstaaten, entschied. Der Sohn einer Neu-England-Familie wurde am 16. Mai 1824 in St. Augustine, Florida, geboren und genoß eine exquisite, für die Südstaaten nicht unbedingt typische Schulausbildung. Als Absolvent einer teuren Privatschule in Alexandria, Virginia, ging er nach West Point, wo er 1845 graduierte und sofort an die mexikanische Grenze beordert wurde. In den Schlachten von Cerro Gordo und Contreras zeichnete er sich als Infanterieführer aus und kehrte 1849 als Assistant Professor für Mathematik nach West Point zurück. Ab 1852 kämpfte er an der Indianer-Grenze in Texas. Als 1861 der Bruch zwischen Norden und Süden erfolgte, war er Major im 2. US-Kavallerieregiment und Kommandant des Camp Colorado. Smith,
im Herzen Sezessionist, verstand sich dennoch als loyaler US-Offizier
und verweigerte der Texas-Miliz unter dem späteren konföderierten
General Ben McCulloch die Übergabe des Camp. Erst am 6. April,
nachdem Florida aus der Union ausgeschieden war, nahm auch Smith seinen
Abschied und trat als Lieutenant Colonel in die konföderierte Armee
ein. Er diente unter Joseph E. Johnston im Shenandoah-Tal, wurde am
17. Juni 1861 zum Brigadegeneral befördert und in der ersten Schlacht
am Bull Run schwer verwundet. Zwei
Jahre stand Smith dann als Präsident der „Pacific & Atlantic
Telegraph Company” vor, wurde dann zum Präsidenten der Western
Military Academy in Nashville und zum Kanzler der Nashville-Universität
berufen. Ab 1875 lehrte er als Professor für Mathematik an der
University of the South.
Er
gehörte zu den brillantesten Heerführern der amerikanischen
Militärgeschichte. Schon zu Lebzeiten von Freund und Feind anerkannt,
ist er bis heute unvergessen. Als
Leutnant zog er in den Krieg gegen Mexiko, wo der äußerlich
unscheinbare Mann sich so auszeichnete, daß er mit dem Titularrang
eines Majors heimkehrte. Das mexikanische Klima hatte seiner schwächlichen
körperlichen Konstitution jedoch derart zugesetzt, daß er
1852 die Armee verließ und Professor am Virginia Military Institute
wurde. Er führte ein zurückgezogenes Gelehrtenleben und unterrichtete
in seiner Freizeit eine Klasse mit Negerkindern. Der kleine, unscheinbare Professor bewies in steigendem Maß enorme Führungsstärke, taktisches und strategisches Geschick und gewaltige organisatorische Begabung, so daß er sehr schnell zu den bedeutendsten Militärführern des Südens zählte. Seine Shenandoah-Kampagne, mit der er die Versorgungskammern der Nordarmee zerstörte, machte Militärgeschichte. Er störte nachhaltig das Konzept der Nordarmee, die gegen Richmond vorstieß und schlug am 8. Mai 1862 die Unionstruppen unter General Fremont bei Staunton, Virginia. Statt das Shenandoah Valley zu verlassen, kehrte er um und trieb die Unionsarmee unter General Banks vom 23. - 25. Mai in Gefechten bei Front Royal und Winchester über den Potomac-Fluß. Im Norden wurde ein Angriff von Jacksons Korps auf Washington befürchtet. Eine Armee unter General Shields marschierte von Osten gegen ihn, während General Fremont ihn von Westen attackierte. Mit
einem glanzvollen taktischen Manöver wich Jackson der Zange, in
die er geraten sollte, aus und schlug Fremont am 8. Juni bei Cross Keys
und Shields am 9. Juni bei Port Republic, trieb sein Korps dann in Eilmärschen
zurück nach Richmond und traf rechtzeitig ein, um die Entscheidung
für den Süden in der „Schlacht der 7 Tage” (25.
Juni -1. Juli 1862) mit herbeizuführen. Eilmärsche wurden
zu einem Charakteristikum von Jacksons Armeekorps. Der Feind sprach
von „Jacksons Fußkavallerie”. Der
Sieg von Fredericksburg sah ihn als Kommandeur des rechten Flügels.
Den Glanzpunkt seiner Karriere erreichte er in der Schlacht von Chancellorsville:
Für
Jackson war es der letzte Sieg: Am Abend des 2. Mai war Jackson bis
zu seinen Vorposten hinausgeritten und wurde in der Dämmerung irrtümlich
von einem seiner Soldaten aus dem Sattel geschossen. Er wurde sofort
ins Hinterland gebracht, sein rechter Arm wurde amputiert.
Als
einer der talentiertesten Reiterführer des 19. Jahrhunderts wurde
der junge General zu einer symbolhaften Persönlichkeit in den Südstaaten.
Er beeinflußte in der ersten Hälfte des Bürgerkrieges
das Militärwesen nachhaltig; denn er bewies, daß die Kavallerie
als Waffe nicht nur nicht überholt war, sondern überlegen
eingesetzt werden konnte. Damit stellte er von Anfang an das südstaatliche
Übergewicht sicher und machte auch bei europäischen Kriegsbeobachtern
von sich reden. Stuart
verließ die US-Armee nach Austritt Virginias aus den USA und trat
als Colonel der 1. Virginia Kavallerie in konföderierte Dienste.
Unter Joseph E. Johnston stand er im Shenandoah-Tal und zeichnete sich
in der ersten Bull-Run-Schlacht aus. Am 24. September 1861 wurde er
zum Brigadegeneral befördert. In aller Munde geriet sein Name,
als er vor der „Schlacht der 7 Tage” von Lee den Auftrag
erhielt, die Flanken von McClellans Potomac-Armee auszukundschaften. Am
23. Juli 1862 folgte seine Ernennung zum Generalmajor. Er übernahm
das Kommando über die Kavalleriedivision, später das Kavalleriekorps
der Armee von Nord-Virginia und setzte seine tollkühnen Raids fort,
mit denen er die Moral der Nordstaatentruppen maßgeblich unterminierte. Zu
den Höhepunkten des Sezessionskrieges und Stuarts größten
persönlichen Erfolgen zählte das Reitergefecht bei Brandy
Station am 9. Juni 1863: |