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Mit freundlicher
Unterstützung
Fredericksburg
Es
war vor allen Dingen eine Schlacht der Feldherrn, also von General Robert
E. Lee und General Joseph Hooker.
CSA-General Robert E. Lee Einer
der bedeutendsten Generäle der Konföderierten, ja Amerikas überhaupt:
US-General Joseph Hooker
Diese Schlacht bildete vor allem den Triumph und zugleich auch das Ende eines der bedeutendsten Generäle der Konföderierten, ja Amerikas überhaupt:
General
»Stonewall« Jackson
POTOMAC-ARMEE
NORDVIRGINIA-ARMEE
von links: CSA-General
James Longstreet,
Der Krieg im Osten - Chancellorsville -
Als General Joseph Hooker von Burnside die Führung der Potomac-Armee übernahm, befand sich die Armee auf einem moralischen und materiellen Tiefpunkt. Nach der Niederlage bei Fredericksburg und dem «Schlamm-Marsch» war sie in ihre Basis bei Aquia Landing zurückgekehrt. Hier brach die Organisation zusammen, Desertionen waren an der Tagesordnung. Zur Überraschung aller erwies sich Hooker, der sich auf diesem Gebiet noch nie sonderlich fähig gezeigt hatte, als ausgezeichneter Organisator. In kurzer Zeit hatte er die Disziplin wiederhergestellt, die Versorgung verbessert und die Armee reorganisiert. Burnsides «Grand Divisions» löste er auf.
Die Schlacht
von Chancellorsville,
Die
Armee bestand jetzt aus 7 Infanterie- und 1 Kavalleriekorps:
Die
konföderierte Armee von Nordvirginia zählte im Frühjahr 1863 knapp über
60.000 Mann. Nach Longstreets Abmarsch bestand sie aus dem Korps Jackson,
mehreren Verbänden aus Longstreets Korps und Stuarts Kavalleriedivision
mit 6.500 Reitern. Die Verbindungslinie der CSA-Armee nach Richmond wäre
bei gutem Wetter von einem talentierten Unionskavalleriekommandeur mit
genügend Reitern leicht anzugreifen gewesen, denn sie verlief hauptsächlich
über die Richmond-Fredericksburg-Eisenbahn. Während
dieses Ablenkungsmanövers beabsichtigte Hooker, mit dem Hauptteil seiner
Armee in die Gegend westlich von Aquia zu marschieren, den Rapidan und
den Rappahannock zu überqueren und die konföderierte Armee aus dem Rücken
anzugreifen. Die Konföderierten würden sich dann in einer Zange zwischen
2 Teilen einer ihnen an Zahl doppelt überlegenen Armee befinden. Lincoln
billtigte den Plan, ermahnte Hooker jedoch, alle seine Truppen einzusetzen
und sich möglichst schnell zu bewegen. Stonemans Streifzug wurde durch
schlechtes Wetter verhindert und endete schließlich mit einem Mißerfolg,
obwohl so manches Versorgungsfahrzeug der Konföderierten erbeutet werden
konnte. Die Störung der CSA-Versorgung war jedoch nicht General Hookers
Hauptproblem. Seine Armee setzte sich am 27. April in Bewegung.
Laut
Befehl sollten die Unionskorps auf 3 verschiedenen Wegen vorrücken und
sich bei einer Straßenkreuzung inmitten eines Waldgebiets treffen, das
«Wilderness» (Wildnis) genannt wurde. Diese Gegend auf der Südseite
des Rappahannock und des Rapidan sollte den Bewegungen der Unionsarmee
Deckung bieten. Das III. Unionskorps marschierte von den Stafford Heights
gegenüber von Fredericksburg westwärtsbis zur United States Ford, das
I., XI. und XII. Korps rückten auf einem sehr weiten Umweg über Kelley's
Ford an. Hooker marschierte mit dem II. Korps vorneweg über die United
States Ford. Am 29. April erreichte er die Straßenkreuzung mitten in
der Wildnis und hielt an, um die anderen Korps abzuwarten.
Zahlreiche
kleine, sumpfige Bäche durchquerten das Gelände, das dicht mit niedrigen
Tannen und Eichen bestanden war. Unter den Bäumen wuchs derart viel
Gebüsch und Gestrüpp, daß es ein einzelner Mensch kaum zu durchdringen
vermochte, geschweigen denn Truppenmassen. Wenige Sandwege und unbefestigte
Straßen führten durch den Wald. Nur eine einzige Erhebung in der unmittelbaren
Nähe von Chancellorsville namens Fairview Hill erlaubte einen begrenzten
Überblick. Weder Kavallerie noch Artillerie konnten in dieser Gegend
konzentriert und effektiv eingesetzt werden. Als Schlachtfeld war Chancellorsville
so ungeeignet wie kein anderes. Aus diesem Grund erwartete hier Unionsgeneral
Hooker keinen Angriff und hielt an, um seine Armee zu sammeln. Bis zum
Abend des 30. April hatten alle Korps außer Sickles' III. die Wildnis
erreicht. Das letzte Korps, das noch am 30. April eintraf, war das XII.
Unionskorps.
Es
war ihm verborgen geblieben, daß sein Marsch auf dem Umweg bis Kelley's
Ford von Jeb Stuarts Kavallerie beschattet worden war. Spät am 30. April
erreichte Stuart Lees Hauptquartier in Fredericksburg und erstattete
Bericht über die Bewegungen der Unionsarmee. Mit Jackson beriet Lee
die sehr schlechte Lage der konföderierten Armee. Ein Rückzug aus der
Zange war möglich, doch in diesem Falle hätte man die Wahl des Schlachtfeldes
Hooker überlassen. Die Stellungen auf den Marye's Heights waren so gut,
daß eine einzige starke Division dem Angriff der am Flußufer verschanzten
Unionskorps zumindest eine Zeitlang widerstehen konnte, falls es überhaupt
zu diesem Angriff käme. In dieser Hinsicht hatten die CSA-Generale ihre
berechtigten Zweifel. Sie faßten den Entschluß, die Division Early allein
auf den Marye's Heights zurückzulassen und mit Jacksons Korps und Stuarts
Kavallerie gegen Hooker zu marschieren. Das Risiko war gewaltig, aber
Lee rechnete mit der gewohnten Trägheit des Unionsoberbefehlshabers
und hoffte, Hooker überraschen zu können. Er schickte bereits am 30.
April die Division Anderson als Vorhut nach Chancellorsville. Anderson
hatte Berührung mit der Unionskavallerie, ermittelte die Stärke der
Linien des V. Unionskorps vor Chancellorsville und kehrte um. Er zog
sich auf eine Linie quer zur Landstraße von Fredericksburg zurück, wo
sich seine Truppen verschanzten.
Schon
zu diesem Zeitpunkt hatte sich Jacksons Korps mit Andersons Division
vereinigt und an der Landstraße starke Stellungen bezogen. Mit einer
geschickten doppelten Umfassung durch das XI. und XII. Korps am rechten
und das V. Korps am linken Flügel der Unionstruppen hätten die konföderierten
Truppen rasch geworfen werden können. Dazu kam es nicht: Beim ersten
Zusammenstoß verlor Hooker entweder die Nerven oder den Überblick (vielleicht
beides) und befahl trotz heftiger Proteste seiner Korpskommandeure den
Rückzug auf die Ausgangsstellungen im schwierigen Gelände von Chancellorsville.
Der Rückzug kam den konföderierten Generalen derart verdächtig vor,
daß sie dem Gegner nur vorsichtig und langsam folgten.
Der CSA-Oberbefehlshaber rechnete aber immer noch mit Hookers Unentschlossenheit und mangelnder Erfahrung in der Führung einer großen Armee. Das Gelände, in dem sich die konföderierten Soldaten viel besser als Hookers Truppen auskannten, würde die Artillerie der Union stark behindern. So rückten am 2. Mai, 6.00 Uhr die im Bergland gestählten Infanteristen Jacksons ab. Soldaten des XII. Unionskorps entdeckten Jacksons Bewegungen und benachrichtigten ihren Kommandeur, der seine Linien weiter südwärts nach Catherine Furnace zog und General Hooker um die Erlaubnis bat, die marschierenden CSA-Kolonnen anzugreifen. General Sickles warnte auch General Howard vor der drohenden Gefahr. Weder Hooker noch Howard wollten ihm Glauben schenken. Hooker befahl Sickles, die Aktionen seines Korps auf Aufklärung zu beschränken, solange es nicht angegriffen wurde. Sickles gab sich damit nicht zufrieden und baute seine «Aufklärungsoperation» zu einem Angriff aus, der jedoch vom Terrain behindert und von Stuarts CSA-Kavallerie gestoppt wurde.
Die Stunden vergingen, und Jacksons Korps marschierte unverdrossen. General Howard blieb bei seiner Meinung, Jackson könne an diesem Tag gar nicht angreifen. Er und seine Truppen wurden also völlig überrascht, als um 18.00 Uhr Jacksons Kolonnen auf der Straße nach Wilderness Tavern auftauchten und zum Sturmangriff antraten. Das XI. Unionskorps wurde zum Rückzug gezwungen. Sobald Lee den Kampflärm von Westen vernahm, befahl er an seinem Abschnitt die Feuereröffnung und band damit das Unionszentrum. Sickles' III. Unionskorps wurde bis zum Fairview Hill zurückgeworfen. Sickles ließ den Hügel sofort besetzen. Das II. und XII. Unionskorps bezogen die starken Befestigungen im Zentrum, während Howards zurückgehendes XI. Korps die ehemaligen Stellungen des V. Korps am linken Flügel übernahm und das V. Korps mit dem Ausbau einer zweiten Verteidigungslinie hinter Chancellorsville beauftragt wurde. Erst bei Anbruch der Dunkelheit stellten beide Seiten die Kämpfe ein.
»Stonewall« Jackson ist schwer verwundet
»Stonewall« Jackson rechnete mit einer Verstärkung der Unionsarmee durch die beiden Korps aus Fredericksburg und entschloß sich, ohne sich mit irgendjemandem darüber zu beraten, das Gebiet nördlich des Schlachtfeldes aufzuklären, um die Verstärkung von dieser Seite zu vereiteln oder der Unionsarmee den möglichen Rückzugsweg zu verlegen. In seiner üblichen Art, die Pläne geheimzuhalten, ritt Jackson allein vom Lager zum Rapidan River, der westlich der United States Ford in den Rappahannock mündet. In seiner Abwesenheit zog ein Gewitter auf, und bei der Rückkehr ins Lager, so heißt es in manchen Versionen der Geschichte, ging das von ihm genannte Kennwort im Sturmgetöse unter. Aus welchen Gründen auch immer, Jackson wurde von den Feldposten nicht erkannt und beschossen. Ein Minie-Geschoß zerschmetterte seinen Arm, und er fiel vom Pferd. Erst jetzt erkannten ihn die herbeieilenden Soldaten und trugen ihn zum Chirurgen, der den Arm amputieren mußte. So war Jackson zumindest für die nächste Zeit außer Gefecht gesetzt.
Am
Morgen des 3. Mai sah die Lage der CSA-Armee recht bedenklich aus: Das
Unionskorps Sickles kontrollierte nach Besetzung des Fairview Hill die
Straße von Dowdall's Tavern bis Catherine Furnace - den einzigen Weg,
über den sich die beiden Teile der CSA-Armee wieder vereinigen konnten.
Hooker ließ das 1. Korps während der Nacht von Fredericksburg nach Chancellorsville
marschieren, wie Jackson vorausgesehen hatte. Die Verwundung des letzteren
hatte jedoch verhindert, daß sich jemand über das Eintreffen der Unionstruppen
von Fredericksburg Gedanken machte. Das I. Unionskorps konnte problemlos
nach Chancellorsville gelangen und von Sickles' rechter Flanke nordwärtsbis
zum Rapidan-Ufer eine Verteidigungslinie ausbauen. Von dieser Stellung
aus konnte das Unionskorps dem CSA-Korps Jackson- jetzt von Stuart befehligt,
da auch Jacksons Stellvertreter A. P. Hill leicht verwundet worden war
- in die linke Flanke stoßen und es zerschlagen. Lees Truppen lagen
vor den stark verteidigten Brustwehren südlich von Chancellorsville.
Ihr rechter Flügel war ziemlich exponiert und bot sich dem XI. Unionskorps
zum Gegenangriff an. Ein Unionsangriff im Zentrum hätte einen Keil zwischen
die beide Hälften der CSA-Armee treiben können.
Der Blick auf Chancellorsville Schon in der Nacht vom 2. zum 3. Mai hatte Hooker einen Befehl an General Sedgwick bei Fredericksburg geschickt, bei Tagesanbruch Earlys CSA-Division auf den Marye's Heights anzugreifen. Dies tat Sedgwick und zwang Early bis zum Vormittag des 3. Mai zum Rückzug. Bis 16.00 Uhr hatte Early seine Division südwestlich von Fredericksburg wieder gesammelt und Lee von seiner Lage verständigt.
In
der Überzeugung, Hooker würde nicht mehr angreifen, ließ Lee Stuart
mit 25.000 Mann an den Unionslinien zurück, nahm die Divisionen McLaws
und Anderson und eilte in Richtung Fredericksburg. Early marschierte
nordwärts, um sich mit Lees Truppen zu vereinigen. Bei der Salem-Kirche
auf dem Plateau westlich von Fredericksburg stießen die CSA-Brigade
Wilcox und die Division McLaws auf das Unionskorps Sedgwick und banden
es hier.
Lee & Jackson Chancellorsville
wird oft als Lees größter Sieg und als «klassischste» Schlacht des Bürgerkrieges
bezeichnet. Als solche wird diese Schlacht an den US-amerikanischen
Militärhochschulen gelehrt. Es ist eine Tatsache. daß die CSA-Generale
die Fehler und die Kurzsichtigkeit des Gegners geschickt ausnutzten,
die Aufklärung brillant durchführten und den Gegner richtig beurteilten.
Ebenso wahr ist aber auch, daß Hooker an der Niederlage die Alleinschuld
trug, denn seine Korpskommandeure sowie seine Truppen waren kampfbereit
und zeigten (mit Ausnahme Howards) während der Schlacht Mut und Entschlossenheit.
Es dauerte Tage die Toten zu beerdigen Chancellorsville kostete Lee viel, und der größte Verlust war »Stonewall« Jackson. Dessen Verwundung war zwar als ernst, aber nicht unbedingt als tödlich anzusehen. Doch der nicht nur in religiösen Belangen, sondern auch in Fragen der Ernährung fanatische General Jackson bestand auf einer kargen Kost und lutschte ständig an Zitronen, was ihm eine «Dyspepsie» (wie er es selbst diagnostizierte) einbrachte. In Wirklichkeit wird es sich wohl um ein Magengeschwür gehandelt haben. Er behandelte die vermeintliche Dyspepsie allnächtlich mit kalten Umschlägen. Auch nach der Amputation seines Armes bestand er auf den kalten Umschlägen, die in seinem geschwächten Zustand eine Lungenentzündung auslösten.
Am 10. Mai 1863 starb General Thomas Jonathan »Stonewall« Jackson, zweifellos einer der begabtesten Militärs des 19. Jahrhunderts.
In diesem Haus kämpfte »Stonewall« Jackson seinen letzten Kampf Der
Schock traf Robert E. Lee schwer. Nun war Jackson tot, und Lee, dessen Erfolg in Chancellorsville in der Südstaatengesellschaft übersteigerte Erwartungen und Illusionen auslöste, ließ sich von der Stimmung in der Konföderation beeinflussen und entschloß sich zu einem langen Marsch nach Norden, wo seine Armee ein Desaster erwartete.
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