Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Keith Wheeler 1973 "Der Bau der Eisenbahnen"
sowie Veröffentlichungen der Kongreßbibliothek (LOC) und des US Nationalarchiv (NARA) der USA


 


Der Bau der Eisenbahnen

 

Seite - 9 -

 

 

 

 

Ein Leben für die Eisenbahn


 

 

 

 

 

 

Nachdem ein Heizer bei einem Zugunglück getötet worden war und seine Freunde freiwillige Beiträge für seine Witwe sammeln mußten, wurde 1873 die "Bruderschaft der Lokomotivheizer" gegründet.

Das Erinnerungsbild (links) wollte zeigen, auf welche Weise die Mitglieder einander tatkräftig helfen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Anstellung bei der Bahn machte aus Eisenbahnpostbeamten die Aristrokaten des Postdienstes. Für das Aussortieren von Briefen auf schnellfahrenden Zügen bekamen sie Zulagen und genossen überdies die erregenden Freuden des Reisens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für das Personal eines Güterzuges war der Bremswagen viele Tage lang gleichzeitig Büro, Lagerraum und eine Art Schiffsmesse, wo die Männer aßen und schliefen. Diese Vertrautheit miteinander war die Grundlage der guten Zusammenarbeit.

 

 

 

 

 

 

 

Für jeden Schaffner oder Beamten am Fahrkartenschalter, den ein Reisender zu Gesicht bekam, arbeiteten Dutzende von Männern hinter den Kulissen. Hier stellten sich Männer der Union Pacific im Verschiebebahnhof von Omaha den Photographen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Council Bluffs versammelt sich die ganze dortige Belegschaft der Union Pacific Railroad im Lokschuppen, um mit Truthahnbraten und anderen Köstlichkeiten, die von den Frauen der Eisenbahner serviert wurden, das Erntedankfest zu feiern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viktorianische Eleganz zeichnete die privaten Pullmann Wagen aus.
Der hier gezeigte Salonwagen Countess bot ein Luxusleben für 50 Dollar pro Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um die feinen Leute zu bewegen, die lange Reise nach Westen zu unternehmen, boten die Eisenbahnen verlockende Bequemlichkeiten an, wie etwa diesen Ruhesessel, den Georg Pullmann in seinem Erste-Klasse Wagen installierte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine verschworene Gemeinschaft


Der Beruf des Eisenbahners schloß alle Bereiche des Lebens ein: Selbst wenn sie dienstfrei waren, verbrachten Eisenbahner ihre Mußezeit mit anderen Eisenbahnern. Heizer, Schaffner, Lokomotivführer, ja sogar die allgewaltigen Streckenfahrdienstleiter bauten ihre Häuser in der Railroad Avenue, die in fast jeder Stadt zu finden war, die an einer Eisenbahnlinie lag.
Eisenbahner spielten Baseball gegen andere Eisenbahnerteams. Sie musizierten in eigenen Orchestern, mit denen sie auf Veranstaltungen auftraten und die im ganzen Staat Beachtung fanden. Speziell für Brände auf bahneigenem Gelände stellten sie eine eigene Feuerwehr auf und bezahlten die Uniformen aus der eigenen Tasche.
Die Loyalität der Eisenbahner entsprach der väterlichen Fürsorge ihrer Gesellschaften. Und ganze Gemeinden sonnten sich im Ruf, eine regionale Direktion oder Werkstätte zu beherbergen.

 


 

 

 

 

Dieses Baseballteam brachte der Yakima & Pacific Coast 1891 Ruhm und Ehre ein. 

 

 

 

 

 

 

 



Die „Durant Engine and Hose Company", die freiwillige Feuerwehr der Union Pacific, bestand aus Eisenbahnern und wurde 1871 in Omaha gegründet.

 

 



Außer dem Kapellmeister M. O. Barnes waren sämtliche Mitglieder dieses preisgekrönten Orchesters der Colorado Midland Railway hauptberuflich Eisenbahner.
Aber auch Barnes, ein Berufsmusiker und 26 Jahre lang Leiter des Opernorchesters in Colorado Springs, stand auf der Lohnliste der Eisenbahn.

 

 

 

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