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DER RED-RIVER FELDZUG
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Chronik des Red-River-Feldzugs 1864
US-Admiral David Dixon Porter Sonntag, 6. März Von New Orleans zurückkehrend, gibt General Sherman den Befehl, daß Brigade-General Andrew Jackson Smith mit 7.500 Mann von S. A. Hurlbuts 16. und 2.500 Mann von J.B. McPhersons 17. Korps nach Süden marschieren und zu General Nathaniel Banks' Truppen stoßen sollen. Am 17. März sollen sie sich mit den 17.000 Mann von Banks und 15.000 Mann von General F. Steele aus Arkansas sowie Admiral Porters Flotte in Alexandria am Red River vereinigen. Die Stärke der feindlichen Truppen im Trans-Mississippi-Gebiet beträgt zu dieser Zeit etwa 41.000 Mann, wovon 35.000 Mann dienstfähig sind. Ihr Kommandeur ist General E. Kirby Smith. Der Großteil dieser Truppen, 20.000 Mann unter General Magruder, ist zur Verteidigung von Galveston und Houston abgestellt. 5.000 Mann unter General Richard Taylor halten die Linie Atchafalaya River/Red River, und 6.000 Mann Infanterie und 3.000 Kavallerie kämpfen unter General Sterling Price' Kommando gegen Steeles Truppen in Arkansas. Montag, 7. März Admiral Porter hat an der Einmündung des Red River in den Mississippi eine Flotte von 13 Panzerschiffen und 7 Kanonenbooten mit geringem Tiefgang versammelt (Essex, Benton, Lafayette, Choctaw, Chillicothe, Ozark, Louisville, Carondelet, Eastport, Pittsburg, Mound City, Osage, Neosho, Quachita, Fort Hindman, Lexington, Cricket, Gazelle, Black Hawk, Signal). Donnerstag, 10. März Unter dem Kommando
von General Andrew Jackson Smith verlassen die Truppen des 16. und 17.
Korps Vicksburg auf 30 Transportschiffen und fahren den Mississippi
hinab zum Red River, wo Admiral Porter mit seiner Flotte auf sie wartet.
Der Wasserstand des Red River ist sehr niedrig und erlaubt es der Flotte
Porters gerade noch, den Fluß hinaufzufahren. Freitag, 11. März Porters Flotte und die Transportschiffe mit A.J. Smith' Truppen brechen auf. Die Eastport bildet die Spitze. Ein Teil der Flotte begleitet die Truppentransporter den Atchafalaya River hinauf, um den Truppen bei der Anlandung in Simsport Schutz zu geben. Sonnabend, 12. März Während die Unionsflotte und -truppen weiter den Red River hinauffahren, werden in Washington wichtige Personalentscheidungen veröffentlicht: Major-General Halleck wird auf eigenen Wunsch als General-in-Chief abgelöst und zum Chef des Stabes ernannt. Grant erhält das Oberkommando über sämtliche Armeen. Major-General Sherman erhält das Kommando über die Militärdivision Mississippi (Department of the Ohio, the Cumberland, the Tennessee und the Arkansas). Major-General J.B. McPherson ersetzt Sherman als Kommandeur des Department und der Army of the Tennessee. Sonntag, 13. März Erst an diesem
Tag beginnt der Abmarsch der Golf-Truppen unter General Franklin. General
A.L. Lee bildet mit 3.000 Mann Kavallerie die Vorhut. Dann folgen 2
Divisionen des 13. Korps - Landrams und Camerons - unter General T.E.G.
Ransom und das 19. Korps unter General Emory.
Die in Simsport gelandeten Truppen unter Brig.-Gen. A.J. Smith marschieren 28 Meilen über Land, werden zwei Stunden durch den Bau einer Brücke aufgehalten und stoßen auf Fort de Russy vor. Sie erobern das einzige Fort des Feindes zwischen Shreveport und dem Mississippi ohne große Mühe innerhalb von zwei Stunden. Ihre Verluste: 7 Tote, 41 Verwundete. Die Konföderierten
unter General Walker haben 5 Gefallene und 4 Verwundete. 260 Mann geraten
in Gefangenschaft. Währenddessen durchbricht Porters Flotte neun
Meilen südlich von Fort de Russy einen Damm aus Stämmen. Sperren
aus in den Grund gerammten Pfählen, die mit Eisenplatten und Ketten
verstärkt sind, werden entfernt. Dienstag, 15. März Bei Marksville Prairie gibt es ein Scharmützel zwischen Südstaaten Guerillas und den vorrückenden Unionstruppen. Die ersten Kanonenboote erreichen ungehindert Alexandria. Mittwoch, 16. März Unionstruppen
besetzen die 600-Seelen-Stadt Alexandria, ohne auf Widerstand zu stoßen.
General Richard Taylor zieht sich mit seinen Truppen flußaufwärt
zurück. Freitag, 19. März Vincents 2. Louisiana
Kavallerie (CSA) stößt zu Richard Taylors Truppen und erhält
den Befehl, die Unionstruppen in Alexandria mit Guerillataktik anzugreifen
und nicht zur Ruhe kommen zu lassen. An den nächsten beiden Tagen
gibt es immer wieder Scharmützel mit der Vorhut der Unionstruppen,
nachdem Vincent Verstärkung durch Edgars Batterie leichter Artillerie
erhalten hat. Nach kurzen Gefechten (am 20. bei Bayou Rapides) ziehen
sich die Südstaatler wieder zurück. Sonntag, 21. März Die Nacht ist
kalt und regnerisch, als General A.J. Mower mit den Brigaden von Hubbard
und Hill (2. und 3. der 1. Division des 16. Korps), Lucas' Kavalleriebrigade
und der 9. Indiana-Batterie die konföderierten Truppen von Richard
Taylor bei Henderson's Hill einkreist und überrascht. Etwa 250
Männer werden gefangengenommen, sowie 200 Pferde und die vier leichten
Geschütze von Edgars Batterie erbeutet. Nur ein Unionssoldat wird
verwundet, 8 Konföderierte finden den Tod. Diese Niederlage nimmt
Taylor die Möglichkeit, den weiteren Vormarsch der Unionstruppen
auszukundschaften. Dienstag, 23. März In Little Rock,
Arkansas, brechen 7.000 Mann unter General Steele auf, um Banks bei
seinem Vorstoß auf Shreveport zu unterstützen. Am selben
Tag setzt sich auch von Fort Smith, Arkansas, aus eine Armee von 5.000
Mann unter General Thayer in Bewegung, um sich bei Arkadelphia mit Steeles
Truppen zu vereinigen. Admiral Porters Flotte auf dem Red River
General Banks trifft in Alexandria ein, zwei Tage vor seinen Truppen, die aus folgenden Einheiten bestehen: Ransoms 13. Korps (3. Division unter R.A. Cameron und 4. Division unter W.J. Landram); W.B. Franklins 19. Korps (1. Division unter W. W. Emory und 2. Division unter Cuvier Grover); Albert Lees Kavalleriedivision; vier farbige Infanterieregimenter (73., 75., 84. und 92. U.S.C.T./U.S. Coloured Troops). Dazu kommen 13 Artilleriebatterien. Alle Infanteriedivisionen haben nur zwei Brigaden, mit Ausnahme von Lynchs und Emorys, die drei Brigaden haben. Banks wird mit zwei schlechten Nachrichten konfrontiert: Er erhält den Befehl, Shermans Truppen - die 10.000 Mann unter A.J. Smith - spätestens am 15. April zurückzuschicken, da Sherman sie dringend bei seinem bevorstehenden Atlanta-Feldzug benötigt. Zudem ist der Wasserstand des Red River ungewöhnlich niedrig und sinkt weiter, so daß ein weiteres Vordringen der Flotte über die oberhalb von Alexandria befindlichen doppelten Stromschnellen zweifelhaft erscheint. Dennoch erteilt Banks unverzüglich den Befehl, den Vormarsch auf Shreveport fortzusetzen. Sonnabend, 26. März General Richard
Taylor (CSA), ein intelligenter, wenn auch hitziger Sohn des alten Generals
und Präsidenten Zachary Taylor, ist weiter auf dem Rückzug
vor den Unionstruppen. Er setzt seine Guerilla-Angriffe auf die Vorhut
des Feindes fort, muß aber erkennen, daß er mit wenig mehr
als der Hälfte der Männer, die von Banks kommandiert werden,
das Vordringen des Feindes nach Shreveport nicht aufhalten kann. In
einer Depesche an Kirby Smith schreibt er über den Fortgang des
feindlichen Vormarsches: Montag, 28. März General R. Taylor beginnt damit, die konföderierten Truppen zusammenzuziehen, um den Vormarsch der Unionstruppen auf Shreveport zu stoppen. Dienstag, 29. März General Steele
(US) erreicht Arkadelphia. Thayers Armee (US) ist durch heftige Regenfälle
und schlechte Straßen verspätet. Bei Longview und Mt. Elba
gibt es ein Gefecht zwischen der 28. Wisconsin und der 5. Kansas Kavallerie
auf der Unionsseite und General Sterling Price' Kommando. Die Verluste
der Unionstruppen betragen 4 Tote und 18 Verwundete, die der Konföderierten
12 Tote, 35 Verwundete und 300 Gefangene. Mittwoch, 30. März Die Unionstruppen
rücken weiter auf Natchitoches zu.
Panzerschiff
U.S.S. Pittsburg
Taylors Truppen liefern den unaufhaltsam vorrückenden Unionstruppen bei Natchitoches ein paar Scharmützel.
Taylor schreibt eine weitere bittere Depesche an Kirby Smith:
„GENERAL:
Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß ich heute um elf Uhr
morgens Natchitoches verlassen habe, kurz bevor die Vorhut des Feindes
diesen Ort erreichte. Sonnabend, 2. April General Banks erreicht mit seiner Armee Natchitoches, 80 Meilen von Alexandria entfernt und 100 Meilen vor Shreveport. Lees (US) Kavallerie ist den ganzen Weg von Alexandria herauf ständig in Kämpfe mit dem Feind verwickelt. Bei Crump's Hill (Piney Woods) greifen Taylors Konföderierte eine Abteilung, die aus der 14. New Yorker, der 2. Louisiana, der 2. Illinois und der 16. Missouri Kavallerie, sowie der 5. U.S. Colored Artillerie besteht, an. Die Unionstruppen verlieren 20 Verwundete, die Konföderierten 10 Tote und 25 Verwundete. Sonntag, 3. April Der Red River steigt leicht an, aber der Wasserstand ist immer noch so extrem niedrig, daß die letzten der 13 Kanonenboote und etwa 30 Transporter erst jetzt die felsigen Untiefen oberhalb von Alexandria mit großen Schwierigkeiten passieren können. Die Ladung der Schiffe muß dazu größtenteils gelöscht, mit Wagen flußaufwärts gebracht und oberhalb der Stromschnellen wieder an Bord geschafft werden. Sieben Kanonenboote und einige größere Transportschiffe bleiben unterhalb der Stromschnellen in Alexandria. Die Nachschublinie für diese Expedition ist sehr dünn und anfällig für feindliche Angriffe geworden. Montag, 4. April Bei einem Scharmützel
bei Campti verzeichnen die Unionstruppen 10 Tote und 18 Verwundete.
3 Konföderierte werden getötet und 12 verwundet.
US-Transportschiffe
unterhalb der Stromschnellen Dienstag, 5. April Der Vormarsch von Banks' Truppen verlangsamt sich. An Land marschieren die Einheiten in einer dünnen Linie auf einer engen Straße, behindert durch Munitions- und Versorgungswagen, die sich über 12 Meilen in der unübersichtlichen Wildnis hinzieht. Die Schiffe auf dem Fluß kämpfen mit dem niedrigen Wasserstand, das Navigieren wird immer schwieriger. Für die großen Kanonenboote ist es unmöglich, über Grand Ecore hinaus den Fluß hinaufzufahren. A.J. Smith' Truppen müssen ausgeschifft werden und den Vormarsch zu Fuß fortsetzen. Der Konföderierten-General Richard Taylor zieht sich mit seiner 16.000 Mann starken Armee von der Unionsvorhut zurück und sammelt sich um Mansfield, um dem Feind den Weg nach Shreveport zu verlegen. Mittwoch, 6. April Die verfassunggebende
Versammlung von Louisiana tritt in New Orleans zusammen und verabschiedet
eine neue Staatsverfassung, die die Sklaverei verbietet. Donnerstag, 7. April Bei Wilson's Farm gibt es einen Zusammenstoß zwischen Albert Lees Kavallerie vom 19. Korps (US) und Greens Kavalleristen (CSA). In einem erbitterten Gefecht verlieren 14 Unionssoldaten und 15 Konföderierte ihr Leben. 39 Männer Lees werden verwundet. Green verliert 40 Männer durch Verwundung, etwa 100 werden gefangengenommen. Banks, der aus Grand Ecore zurückgekehrt ist, schickt eine Vorhut los, die den Weg erkunden soll, während seine Armee ein Camp aufschlägt. Freitag, 8. April Am Morgen gibt
es ein paar Scharmützel zwischen den beiden Armeen. Der erste heftige
Angriff der Konföderierten erfolgt eher unbeabsichtigt am Nachmittag
um 4 Uhr, nachdem Taylor seine Kavallerie auf Sabine Crossroads, einen
strategisch wichtigen Punkt etwa 3 Meilen von Mansfield entfernt, vorrücken
läßt. Hier richtet Taylor dann eine defensive Stellung mit
den Infanteriedivisionen von Walker und Mouton und Bees Kavallerie ein.
Es kommt zu einem Kampf zwischen Kavallerieeinheiten, in den Moutons
Infanterie eingreift: Die Schlacht von Sabine Crossroads hat begonnen.
Die Mannschaft der LAFAYETTE
In der Nacht zieht Banks seine Truppen 15 Meilen weit zum Pleasant Hill zurück, wo Emorys Division und zwei Divisionen von A.J. Smith eine Verteidigungslinie einrichten. Banks beginnt zu zweifeln, daß es möglich sein wird, sich nach Shreveport durchzukämpfen. Bei Tagesanbruch befiehlt CSA-General Taylor seiner gesamten Armee, dem zurückweichenden Feind zu folgen. Am Nachmittag stößt die konföderierte Division von General T.J. Churchill mit den beiden Brigaden von M. M. Parsons und J.C. Tappan auf die Unions-Linie, die von den Divisionen Emorys und Mowers gebildet wird. Gegen 5 Uhr am Nachmittag greift Taylor an. Parsons (an der rechten Flanke) und Tappan treiben die Brigade von Colonel Lewis Benedict zurück, zersprengen sie und töten ihren Kommandeur. Obwohl W.M. Dwight mit der 1. Brigade der 1. Division des 19. Korps die rechte Flanke der Unionstruppen gegen die Attacke von J.G. Walker und H.P. Bees Kavallerie hält, kann die Mitte der Verteidigungslinie nach der Vernichtung ihrer linken Flanke nicht gehalten werden. Bevor der Vorstoß der Konföderierten jedoch die Position erreicht, an der die Reserve der Unionstruppen auf ihren Einsatz wartet, verwickelt die Unions-Brigade von J.W. McMillan den rechten Flügel der Konföderierten mit einem Gegenangriff in ein heftiges Gefecht und treibt Parsons Brigade zurück. Das Zentrum der Unionslinien stoppt den Angriff des Feindes und geht seinerseits unter der Führung von Mower zum Angriff über. Taylor wirft Polignacs Brigade als Reserve in den Kampf, um den Vorstoß der Unionstruppen aufzuhalten, doch es ist zu spät. Das Blatt hat sich gewendet, und die Konföderierten müssen den Rückzug antreten. Ihre Verluste betragen 1.500 Tote und Verwundete, die der Unionstruppen 1.369. General Banks,
ermutigt durch diesen Erfolg, will zuerst den Vormarsch auf Shreveport
fortsetzen. Doch sein Stab spricht sich dagegen aus, weil die Verstärkungen
durch Steeles Truppen (der bei seinem Marsch zum Red River in Arkansas
von den Konföderierten in schwere Kämpfe verwickelt wird)
immer noch nicht eingetroffen sind und ein Befehl von General Grant
vorliegt, daß die Truppen von A.J. Smith spätestens am 1.
Mai wieder jenseits des Mississippi eintreffen müssen, um Sherman
bei seinem Vorstoß auf Atlanta zu unterstützen. Banks beugt
sich diesen Argumenten und entscheidet sich letzendlich, die Truppen
nach Grand Ecore zurückzuführen. Obwohl diese Schlacht als
Sieg der Union betrachtet werden muß, bedeutet sie doch einen
Wendepunkt im Verlauf des Red-River-Feldzugs, der von Beginn an von
Fehlern und Problemen geprägt wurde. Daß Banks' Rückzug
zu diesem Zeitpunkt ein entscheidender Fehler ist, beweist ein Bericht
des CSA-Generals Kirby Smith an den Südstaatenpräsidenten
Davis: Sonntag, 10. April Porters Flotte
wird 30 Meilen flußaufwärts von Grand Ecore bei Logg' Bijou
durch Flußsperren gestoppt und beginnt mit dem Rückzug, nachdem
die Nachricht von Banks Umkehr nach Grand Ecore eintrifft.
U.S.S. OZARK Montag, 11. April Banks' Red-River-Armee trifft in Grand Ecore ein. Porters Schiffe haben Mühe, bei immer weiter sinkendem Wasserstand den Weg flußabwärts fortzusetzen. Die Konföderierten greifen vom Ufer aus mit Scharfschützen und Kanonen an und versuchen, die Flotte, die nur sehr langsam vorankommt, am Rückzug zu hindern. Die erste Attacke erfolgt bei Coushutta, die zweite - mit 1.900 Mann von Thomas Greens Kavallerie und vier Kanonen - bei Harrison. Beide Angriffe werden von den Besatzungen der Panzerschiffe und Kilby Smith' Truppe, die die Flotte auf den Transportschiffen begleitet, mit Leichtigkeit zurückgeschlagen. Dienstag, 12. April Bei Blair's Landing (auch: Pleasant Hill Landing) greifen 2.000 konföderierte Infanteristen und abgesessene Kavalleristen unter General Thomas Green Porters Flotte vom rechten Ufer aus an. Enthemmt von Louisiana-Rum, stürmen sie ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben immer wieder gegen die gepanzerten Schiffe an und werden von deren Kanonen förmlich umgemäht. Fast zwei Stunden dauert dieses ungleiche Gefecht. Die unerschrockenen, leichtsinnigen Texaner verlieren mehr als 400 Mann und ihren Kommandeur General Thomas Green, dem ein Granatsplitter den Kopf abreißt. Freitag, 15. April Porters Flotte erreicht Grand Ecore. Viele der größeren zurückgebliebenen Schiffe liegen wegen des Niedrigwassers auf Grund. Während er sie freischleppen läßt, läuft die „Eastport" 8 Meilen flußabwärts auf eine Mine oder wird von einem Torpedo getroffen. Mit großen Schwierigkeiten kann sie wieder flottgemacht werden. Montag, 18. April Bei Poison Springs, 8 Meilen von Camden, Arkansas, entfernt, greifen Sterling Price' Konföderierte unter dem Kommando von John S. Marmaduke einen Wagenzug der Union an. Die Rebellen erbeuten 198 Wagen und bringen dem Feind Verluste von 300 Toten und Verwundeten bei. Sie selbst verlieren nur etwa 120 Mann. Freitag, 22. April Der Rückzug der Landtruppen nach Alexandria wird fortgesetzt. Die Flotte Porters, behindert durch die Bemühungen, die angeschlagene „Eastport" zu retten, und unentwegte Angriffe der Rebellen, kommt nur langsam voran. An der Einmündung des Cape River, 90 Meilen von Grand Ecore entfernt, wird die Flotte von 18 Kanonen der Konföderierten beschossen. Die „Cricket", das Flaggschiff des Admirals, wird von unzähligen Granaten getroffen, die Decks leergefegt. Die Heckkanone wird außer Gefecht gesetzt, die gesamte Geschützmannschaft getötet oder verwundet. Eine weitere Granate läßt die Bugkanone explodieren, wobei nur ein Mann unverwundet bleibt. Porter läßt die Heckkanone durch ein Himmelfahrtskommando besetzen und gibt die Order, die Rebellen-Batterie anzugreifen. Unter schwerstem Feuer beschießt die „Cricket" die Kanonen am Ufer. Die „Hindman" beteiligt sich an der Kanonade auf die Uferbatterie. Porters „Cricket" schafft den Durchbruch, und er befiehlt der „Osage" und der „Lexington", die 3 Meilen flußabwärts gegen eine weitere Uferbatterie kämpfen, zurückzukehren und die „Hindman" herauszuhauen. Doch die Dunkelheit bricht herein, und es ist unmöglich, der „Hindman" zu Hilfe zu kommen. Die Kanonen der „Hindman" aber schaffen es allein, die Batterie der Rebellen zusammenzuschießen. Jedoch wird ihr Schaufelradgestänge von einer Granate zerfetzt, und unter großen Schwierigkeiten driftet das Kanonenboot flußabwärts. Die „Juliet" kann die Batterie ebenfalls passieren, die „Champion" wird manövrierunfähig geschossen und ein Opfer der Flammen. Auf der Fahrt flußabwärts nach Alexandria hat Porter Verluste von etwa 100 Mann, während die Konföderierten an die 500 Mann verlieren. Sonnabend, 23. April General Banks
setzt seinen Rückzug nach Alexandria fort. Seine Armee marschiert
fast 40 Meilen ohne Rast auf Cloutiersville zu. Seine Nachhut wird ununterbrochen
von Südstaaten-Kavallerie unter J.A. Wharton attackiert. An der
Furt (Monett's Bluff) über den Cane River trifft Banks auf eine
Rebellenstreitmacht von 8.000 Mann mit 16 Kanonen, die von General H.P.
Bee kommandiert wird. Bee ist überzeugt, daß seine Armee
- zur Linken durch den Red River, zur Rechten durch einen unpassierbaren
Sumpf gedeckt - den Vormarsch des Feindes aufhalten kann, bevor Banks'
Nachhut zur Verstärkung eintrifft. Banks weiß, daß
seine einzige Chance, Alexandria heil zu erreichen, Schnelligkeit ist,
die dem Feind nicht erlaubt, seine Truppen zu konzentrieren. General
Emory erhält den Befehl, mit seiner eigenen Division vom 19. Korps,
einer Division des 13. Korps und einem Kavallerie-Regiment den Feind
frontal anzugreifen. Doch die Stellung der Konföderierten ist zu
stark. Emory schickt General H. W. Birge mit dessen 3. Brigade und mit
Camerons Division drei Meilen flußaufwärts über den
Cane River, um dem Feind in die Flanke zu fallen. Birge erreicht seine
Position nach einem schwierigen Marsch durch Sumpfgelände und dichten
Wald am späten Nachmittag. Fessenden, der Birges Brigade führt,
erobert und hält zwei entscheidende Stellungen und zwingt den Feind
damit, sich zurückzuziehen. Die drehbare Heckkanone der U.S.S. OZARK
Kilby Smith (US), der Banks' Nachhut deckt, erwehrt sich am Morgen erfolgreich eines Angriffs von General Bees zurückweichenden Truppen. Die Kämpfe bei Monett's Bluff, Cane River und Cloutiersville kosten die Unionstruppen 350 Tote und Verwundete, die Konföderierten 400. Montag, 25. April Nach einem Marsch von 22 Meilen über schlechte Straßen, wird bei Mark's Mill in Arkansas General Steeles Armee abermals von 6.000 Südstaatlern unter General Fagan angegriffen. Nachdem es Fagan gelingt, die Vorhut, die sich heldenhaft verteidigt, von der Truppe abzuschneiden, ergeben sich die Unionstruppen. Die Konföderierten verlieren nur knapp 200 Mann. 100 Nordstaatler werden getötet, 250 verwundet und 1.100 gefangengenommen. Dienstag, 26. April Banks' Truppen
haben Alexandria wieder erreicht, genau einen Monat, nachdem sie die
Stadt besetzt haben. Banks weiß, daß er sich ohne die Truppen
von A.J. Smith, die dringend von Sherman erwartet werden, nicht lange
in Alexandria halten kann. Aber vor einem Rückzug muß noch
das Problem gelöst werden, die Flotte über die Stromschnellen
von Alexandria zu bringen. Die Schwierigkeiten sind schon vor längerer
Zeit von Lieutenant-Colonel Joseph Bailey, einem Ingenieur aus dem 19.
Korps, vorausgesehen worden. Er schlägt General Banks vor, mehrere
Dämme quer über den Fluß zu bauen, damit sich das Wasser
des Red River staut und die Kanonenboote dann durch schmale Lücken
im Damm die Untiefen überwinden können. General Franklin befürwortet
den Plan, während Admiral Porter sehr skeptisch ist.
Brigadegeneral Joseph Bailey Die Army-Ingenieure lachten über diesen bärtigen, grobschlächtigen Mann, als er vorschlug, die vom Niedrigwasser bei Alexandria eingeschlossene Flotte Admiral Porters durch einen Dammbau, durch den das Wasser des Red River gestaut werden sollte, zu retten. Bailey war Holzfäller in Wisconsin gewesen und hatte dort Erfahrungen gesammelt, die ihm hier zugute kamen. Er war Chef-Ingenieur des 19. Korps, und da es keine andere Chance gab, die Flotte zu retten, erhielt er von Admiral Porter und General Banks die Erlaubnis, den Damm zu bauen. Bailey stellte die verschiedenen Dämme in elf Tagen fertig, und im gestauten Wasser des entstandenen engen Kanals gelang es sämtlichen Schiffen der Flotte, die felsigen Untiefen zu überwinden. Für diese Tat erhielt Bailey den Brevet-Rang eines Brigadegenerals und den Dank des Kongresses. Die Offiziere Porters dankten ihm mit einem Ehrensäbel und einer Prämie von 3.000 Dollar. Nach dem Krieg siedelte er im Newton County, Missouri, nahm den Posten eines Sheriffs an und wurde im Alter von 40 Jahren am 21. März 1867 in Ausübung seines Amtes von Banditen erschossen.
Sonntag, 1. Mai - Sonntag, 8. Mai Während Joseph Bailey damit beginnt, die Dämme zu bauen, um Porters Flotte zu retten, müssen Banks' Truppen immer wieder harte Kämpfe mit dem Feind ausfechten, um die Arbeiten auf dem Fluß zu decken. Unaufhörlich greifen die Konföderierten an und liefern den Unionstruppen rund um Alexandria verlustreiche Gefechte. Die Versorgungsschiffe, die unterhalb der Stromschnellen geblieben sind, treten den Rückweg zum Mississippi an und sehen sich fortwährenden Angriffen durch die Südstaatler ausgesetzt. J.P. Major greift am 1. Mai bei Snaggy Point einen kleinen Geleitzug an und zerstört das Transportschiff „Emma". Am 3. Mai erobert er das Transportschiff „City Belle" und nimmt etwa 250 Mann und alle Offiziere des 120. Ohio-Regiments gefangen. Am 5. Mai greift er die „Signal" und die „Covington" an und zerstört die beiden gepanzerten Kanonenschiffe, die das Transportschiff „Warner", auf dem sich das 56. Ohio-Regiment und eine große Ladung Baumwolle befinden, schützen sollen. Nach einem Kampf von 5 Stunden wird die „Covington" von ihrer Besatzung in die Luft gejagt, damit sie dem Feind nicht in die Hände fällt. Die beiden anderen Schiffe ergeben sich. Major versenkt die „Signal" in der Fahrrinne, um den Red River für Schiffe zu sperren, die vielleicht vom Mississippi aus den Truppen in Alexandria zu Hilfe kommen könnten. Diese Aktionen bei Dunn's Bajou fordern bei den Unionstruppen 250 Tote und Verwundete. Montag, 9. Mai Zwischen 2.000
und 3.000 Männer haben rund um die Uhr an Baileys Dämmen gebaut.
Nun sind sie fertig. Die Stromschnellen bei Alexandria sind über
eine Meile lang. Bailey hat zwei Dämme bei den größten
Untiefen errichten lassen. Der Hauptdamm hat eine Länge von etwa
250 Metern, die Wassertiefe beträgt dort zwischen 1,20 und 1,80
Metern, die Fließgeschwindigkeit 10 Meilen pro Stunde. Außer
dem Hauptdamm läßt Bailey noch zwei weitere Dämme bauen,
die den Wasserstand auf 2 Meter anheben. Porters Flotte passiert Colonel Baileys Damm oberhalb von Alexandria.
Banks beginnt mit der letzten Etappe seines Rückzugs, nachdem Porters Flotte gerettet ist. Am 14. und 15. Mai gibt es einige Scharmützel bei Wilson's Landing und Avoyelles Prairie. Am 16. Mai muß sich die Armee bei Mansura den Weg an einer feindlichen Stellung vorbei freikämpfen. Währenddessen greift Liddells Kavallerie Porters Flotte vom nördlichen Ufer des Flusses aus an. Bei Yellow Bayou
findet am 18. Mai das letzte größere Gefecht in der Trans-Mississippi-Region
statt. Die Unionsarmee hat Verluste von 267 Mann, die Konföderierten
verlieren 452 Mann (dieses Gefecht wird auch unter den Bezeichnungen
Old Oaks oder Norwood Plantation in den Geschichtsbüchern vermerkt).
Epilog Ein Stabsoffizier
der Union schrieb über den Red-River-Feldzug: Im Kongreß
war der Red-River-Feldzug Gegenstand eines Untersuchungsausschusses,
der zu einem offiziellen Verweis führte. Banks sagte dazu
vor dem Kongreß-Untersuchungsausschuß: Daß der
Feldzug unter den tatsächlichen Umständen nicht hätte
unternommen werden dürfen,
war klar. Doch wer trug dafür letztendlich die Verantwortung? Sie
mußte bei Halleck oder Banks liegen. Beide wiesen die Verantwortung,
den Befehl zum Feldzug gegeben zu haben, von sich. Banks hatte vorher
unmißverständlich die Bedingungen genannt, unter denen er
den Feldzug befürworten würde. Halleck kannte Banks' Bedenken,
und er hätte die Operation als undurchführbar einschätzen
und unterbinden müssen. Letztendlich waren die Konföderierten nicht viel glücklicher mit dem Ausgang des Feldzuges als Washington. General Richard Taylor protestierte scharf, als sein Vorgesetzter, Kirby Smith, nach den beiden Schlachten von Sabine Crossroads und Pleasant Hill einen Teil der Truppen zurückzog und sich mit ihnen nordwärts wandte, um Sterling Price' Armee im südlichen Arkansas zu verstärken. Dort hatten Kirby Smith und Price am 30. April bei Jenkin's Ferry eine Schlacht gegen Steeles auf Shreveport vorrückende Armee geschlagen, die keinerlei Entscheidung brachte. Im Verlauf der folgenden Wochen wurde Taylors Verstimmung immer größer, bis er seine bittere Korrespondenz mit einem beißenden Brief beendete: „In der
Nähe von Alexandria, 5. Juni 1864 Und das nennen
Sie „den kompletten Erfolg des Feldzugs durch Steeles Niederlage
bei Jenkin's Ferry gesichert"?
Auch die politische
Absicht, die hinter dem Red-River-Feldzug steckte, fand keine Erfüllung.
Am 10. April 1864 wurde in Mexico City Maximilian von Habsburg,
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