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53rd New York-Freiwilligenregiment (D'Epineuil's Zouaves) Die Uniform des 53. New Yorker Freiwilligenregiments ähnelte sehr stark der der französischen Zuaven, was nicht erstaunte, da die beiden Kommandeure des Regiments, Oberst Lionel J. D'Epineuil und Oberstleutnant J. Vigneur de Monteil, als Offiziere in Frankreich gedient hatten. D'Epineuil in der Marine und de Monteil in der Armee. Die Aufstellung des Regiments erfolgte zwischen Ende August und November 1861 in New York, eingereiht wurden aber auch Kompanien aus dem Bundesstaat New York. Die Dauer der Rekrutierung zog sich hin, obgleich Oberst D'Epineuil von Generalquartiermeister Montgomery C. Meigs die Erlaubnis erhalten hatte, die Einheit in eine Uniform ähnlich der der Zuaven der französischen Kaisergarde zu kleiden. Die
Zeitungen New Yorks interessierten sich offenbar sehr für die Uniform
des 53. Regiments, und am 18. August berichtete die „New York
Times": Es war offensichtlich, dass die Offiziere des Regiments den schlechten Zustand der Truppe ignorierten. Rasch stieg die Fahnenflucht an, so dass von ursprünglich 1´500 Männern schließlich nur noch 900 verblieben. Am 5. Januar 1862 ging das Regiment an Bord eines Schiffes, das Hatteras Inlet anlaufen sollte. In kürzester Zeit stellte sich heraus, dass der Transporter völlig überladen war und auf keinen Fall Hatteras Inlet anlaufen konnte. Lediglich einige Offiziere und eine kleine Abteilung konnten in einem kleinen Schiff die Küste erreichen. Die übrigen Zuaven wurden in die Festung Monroe gebracht, um dort auf einen Dampfer zu warten, der sie nach Hatteras Inlet bringen sollte. Aber erneut konnten sie nicht landen, und das Schiff wurde daher nach Annapolis zurückgeschickt.
69th New York-Milizregiment (Meagher's Zouaves, Kompanie K) Diese Einheit wurde in den 1850er Jahren aufgestellt und bestand nur aus Amerikanern irischer Abstammung. Befehlshaber der Truppe war Michael Corcoran, der Sohn eines britischen Offiziers, der in Irland aufgewachsen und nach Nordamerika emigriert war. 1860 weigerte sich Oberst Corcoran, das 69. Milizregiment in New York vor dem Prinzen von Wales paradieren zu lassen, da er den Prinzen als ein Symbol der britischen Unterdrückung Irlands ansah. Corcoran riskierte aufgrund seiner Ansicht ein Kriegsgerichtsverfahren, doch durch den Ausbruch des Bürgerkrieges kam es zu keiner Anklage. Als eine zusätzliche Kompanie in dem Regiment aufgestellt werden sollte, übernahm Captain Thomas Francis Meagher, ein überzeugter Kämpfer für die Freiheit Irlands, diese Aufgabe und rekrutierte eine Kompanie Zuaven, die wegen ihrer hellgrünen Schärpen auffielen. In der ersten Schlacht am Bull Run leisteten „Meagher's Zouaves“ (Kompanie K) - viele von ihnen zogen es vor, ohne Schuhe in den Kampf zu ziehen - den Konföderierten hartnäckigen Widerstand. Ihre mutigen Angriffe wurden aber jedes Mal zurückgeschlagen. Während der Schlacht trug der Zuave John Keefe die grüne Regimentsfahne der 69er. Als ein Südstaatler sie ihm entriss, holte Keefe sie sich zurück und erschoss den Konföderierten. Außerdem gelang es ihm, eine konföderierte Fahne zu erbeuten. Als frische Truppen der Südstaatler auf dem Schlachtfeld eintrafen, musste auch das 69. Milizregiment den Rückzug antreten. Meagher wurde von einem Dragoner aus dem Getümmel gerettet, und Regimentskommandeur Corcoran, der eine letzte Verteidigungslinie aufbauen wollte, geriet in Gefangenschaft. Immerhin lobte die Presse des Südens den Kampfeswillen des 69. Milizregiments. So
hieß es im „Memphis Argus“:
140th
New York-Freiwilligenregiment / Im
Frühjahr 1864 erhielt das 140. New Yorker Freiwilligenregiment,
eines jener Regimenter, die während der Schlacht von Gettysburg
hartnäckig um den Little Round Top gekämpft hatten, dunkelblaue
Zuavenuniformen mit roter Einfassung und rotem Fez. Über die Uniform
schrieb einer der Soldaten: „Der Stoff besteht aus weit besserem
Material als aus dem der vorher ausgegebenen Bekleidung. Er ist von
guter Qualität.“ Im Feldzug des Jahres 1864 traf das Regiment
am 5. Mai 1864 an der Spitze der Unionstruppen bei Saunders Field in
Virginia auf Generalleutnant Richard Ewells Konföderierte. Das
heftige Feuer der Südstaatler zwang die Zuaven sich zunächst
auf die Erde zu werfen, doch wenig später erteilte Oberst George
Ryan, der Regimentskommandeur, den Angriffsbefehl. Captain Henry Cribben
berichtete:
146th New York-Freiwilligenregiment (Garrard's Tigers)
Die
neuen Uniformen, die das 146. New Yorker Freiwilligenregiment 1864 erhielt,
waren im Stil der algerischen Schützen der französischen Armee
gehalten - Kolonialtruppen, die genauso verwegen wie die Zuaven kämpften.
Der Regimentskommandeur, Oberst Kenner Garrard, wurde eigens nach Washington
beordert, um die Herstellung der Uniformen zu überwachen. Als die
Bekleidungsstücke ausgeliefert wurden, waren die Soldaten mit der
neuen Uniform hoch zufrieden.
165th
New York-Freiwilligenregiment / Nach
der zweiten Schlacht am Bull Run waren mehrere Offiziere und Soldaten
von „Duryee's Zouaves“ nach New York abkommandiert worden,
um für das Regiment Rekruten anzuwerben. Die Zahl der Freiwilligen
war so groß, dass ein neues, acht Kompanien starkes Bataillon
aufgestellt werden konnte. Daraus wurde alsbald das 165. New Yorker
Freiwilligenregiment, dessen Kommando Oberstleutnant Abel Smith übernahm.
Die Uniform glich der des 5. Regiments, allerdings hatte der rote Fez
keine gelbe, sondern eine blaue Troddel. Das
Kommando im Rang eines Majors übte nun Felix Agnus aus, ein Franzose,
der im 3. französischen Zuavenregiment gedient hatte und 1860 nach
New York ausgewandert war. Bei Kriegsausbruch war Agnus im Rang eines
Sergeanten in das 5. New York-Freiwilligenregiment eingetreten und hatte
sich später zum 165. Regiment versetzen lassen, wo er als Captain
von der Kompanie A, der Fahnenkompanie, diente. Nach der Kapitulation
von Port Hudson am 9. Juli 1863 wurde das 165. New Yorker Freiwilligenregiment
im Westen Louisianas eingesetzt.
34. Ohio-Freiwilligenregiment (Piatt's Zouaves) kein Bild vorhanden Eine
bisweilen merkwürdige Zuavenuniform trug das 34. Ohio Freiwilligenregiment,
das zu Beginn des Bürgerkrieges im Westen Virginias eingesetzt
wurde.
23rd Pennsylvania-Freiwilligenregiment (Birney's Zouaves) Die
Stammtruppe des 23. Freiwilligenregiments aus Pennsylvania war eine
Milizkompanie mit der Bezeichnung „Philadelphia City Guard“,
die zum Artillerieregiment der 3. Brigade (Philadelphia County) gehörte.
Die
dunkelblaue Uniform war rot eingefasst, wobei die Hosen nicht das Volumen
wie bei anderen Zuaveneinheiten hatten. Als Kopfbedeckung trug man entweder
ein dunkelblaues Käppi oder einen roten Fez mit dunkelblauer Troddel.
Unklar ist, ob die lederfarbenen Gamaschen mit Knöpfen oder Schnallen
befestigt wurden. Bis 1863 führten „Birney's Zouaves“
als Bewaffnung das österreichische Lorenz-Gewehr M 1854, dessen
langsame Feuergeschwindigkeit die Männer allerdings immer wieder
beanstandeten. „Birney's
Zouaves“ nahmen im Mai 1863 am verlustreichen Angriff auf Marye's
Heights teil, kämpften bei Gettysburg und im Juni 1864 bei Cold
Harbour. Im Juli 1864 eilte das kampferprobte VI. Korps der Potomac-Armee,
zu dem „Birney's Zouaves“ seit Dezember 1862 gehörten,
in die Befestigungen bei Washington, um den Überraschungsangriff
von 15.000 Konföderierten unter Generalmajor Jubal Early abzuwehren.
Kurz nach der erfolgreichen Verteidigung von Fort Stevens endete die
dreijährige Dienst-
72nd
Pennsylvania-Freiwilligenregiment
Dieses
Regiment wurde in Philadelphia innerhalb einer Woche rekrutiert und
setzte sich wie das 11. New Yorker Regiment aus Feuerwehrleuten zusammen.
Die Uniform bestand aus einer dunkelblauen Jacke mit roter Einfassung
und hellblauen Hosen mit roter Biese. Als Kopfbedeckung diente das reguläre
Käppi. Unter dem Kommando von Oberst DeWitt C. Baxter wurde die
Einheit der Philadelphia-Brigade zugeteilt. In einem Brief an das Hauptquartier
der Brigade vom 22. November 1861 äußerte sich der Regimentskommandeur
mit größter Zufriedenheit über seine Zuaven: Am zweiten Tag der Schlacht von Gettysburg half das Regiment, ein Geschütz des 1. Artillerieregiments aus Rhode Island zurückzuerobern, das die Konföderierten erbeutet hatten, und am Morgen des 3. Juli 1863 erwarteten Baxters Zuaven mit anderen Einheiten den Ansturm von Generalmajor George E. Picketts Division. Eine einzige Salve der angreifenden Südstaatler streckte über 80 Zuaven nieder, doch die Überlebenden erwiderten unbeirrt das Feuer. Vermutlich erschoss einer von Baxters Männern den konföderierten Brigadegeneral Richard B. Garnett. 1891 ließen die Veteranen des 72. Pennsylvania-Freiwilligenregiments an der Stelle des heroischen Abwehrkampfes gegen Picketts Konföderierte die Statue eines Zuaven aus ihrem Regiment errichten.
76th
Pennsylvania-Freiwilligenregiment (Keystone Zouaves)
Im
Gegensatz zu anderen Regimentern aus Pennsylvania wurden die „Keystone
Zouaves", die einen dunkelblauen Fez, eine dunkelblaue Jacke mit
roter Einfassung und graublaue Hosen trugen, zunächst weit von
ihrem Heimatstaat entfernt eingesetzt. Das Regiment wurde nach Hilton
Head an der Küste von South Carolina verlegt und beteiligte sich
an Angriffen auf Fort Wagner, das durch den unerschrockenen, aber vergeblichen
Ansturm des 54. Massachusetts-Regiments unter Oberst Robert G. Shaw
einen großen Bekanntheitsgrad erlangte. Im Juli 1863 stürmten
die „Keystone Zouaves“ und andere Unionstruppen durch das
mörderische Abwehrfeuer von Fort Wagner und drangen bis zu den
Brustwehren vor. Einige Augenblicke sah es so aus, als ob die Zuaven
den Sieg erringen könnten, aber sie konnten ihre Stellung nicht
halten und mussten den Rückzug antreten. Eine Woche später erfolgte ein neuer Ansturm auf das konföderierte Bollwerk, der jedoch wiederum scheiterte. Das 76. Pennsylvania-Freiwilligenregiment wurde anschließend auf den Hauptkriegsschauplatz im Osten entsandt und nahm 1864 am Feldzug in Virginia teil. Die „Keystone Zouaves“ zeichneten sich während der schweren Kämpfe bei Cold Harbour und Petersburg aus, aber mehrere Veteranen des Regiments meinten später, dass keines dieser Gefechte einen Vergleich mit der Hölle von Fort Wagner aushielt.
95th Pennsylvania-Freiwilligenregiment (Gosline's Zouaves) Das Regiment wurde im August 1861 aufgestellt und trug eine leicht veränderte Zuavenuniform, da die roten Hosen nicht so weit geschnitten waren wie sonst üblich. Die dunkelblaue Jacke hatte eine rote Einfassung mit zahlreichen Messingknöpfen, auffallend waren die lederfarbenen Gamaschen. Das dunkelblaue Käppi war mit einem roten Besatzstreifen versehen. Gelegentlich schmückte ein Jagdhorn aus Messing den Deckel. Als die Uniformen von „Gosline's Zouaves“ im Verlauf des Bürgerkrieges zerschlissen, wurde die Zuavenbekleidung durch die reguläre Infanterieuniform ersetzt.
114th
Pennsylvania-Freiwilligenregiment
Im
August 1861 stellte der aus Irland stammende Rechtsanwalt Charles H.
T. Collis in Philadelphia eine Kompanie Zuaven als Leibwache für
Generalmajor Nathaniel P. Banks auf, der zu diesem Zeitpunkt die Unionstruppen
am oberen Potomac befehligte. Am 13. August erhielt Collis vom Kriegsministerium
die Zusage, dass seine Kompanie „für drei Jahre oder
für den ganzen Krieg angenommen werde, falls sie in zwanzig Tagen
abmarschbereit sei.“ Die
Uniform des 114. Regiments zeichnete sich durch eine dunkelblaue Jacke
mit hellblauen Aufschlägen und rote Hosen aus, die allerdings enger
geschnitten waren als die herkömmlichen Beinkleider der Zuaven. Bei
Gettysburg erlitten Collis' Zuaven am zweiten Tag der Schlacht hohe
Verluste, als sie versuchten, den Rückzug einer Batterie vor Brigadegeneral
William Barksdales Konföderierten zu decken. Einige verwundete
Zuaven krochen in einen Schuppen, um sich in Sicherheit zu bringen,
verbrannten dort aber, als das Gebäude. in Flammen aufging. Einen
Tag später schrieb ein Offizier der Südstaaten über den
Kampf am Vortag: Die Musiker des Regiments haben sich für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Aufgrund ihrer Disziplin wählte Generalmajor George G. Meade 1864 Collis' Zuaven als Wache für sein Hauptquartier aus. Ihre Musiker bildeten die Kapelle des Hauptquartiers, und man lobte stets ihr gutes Spiel, vor allem aber die Tatsache, dass „sie immer nüchtern waren, wenn es an der Zeit war, zu spielen.“ Oberst
Collis wurde für die Dauer des Bürgerkrieges zum Brigadegeneral
befördert und trat das Kommando über die Brigade des Hauptquartiers
an.
155th
Pennsylvania-Freiwilligenregiment / Als
das Regiment 1862 aufgestellt wurde, erhielt es schlecht passende lange
blaue Mäntel und als Bewaffnung unzuverlässige belgische Gewehre.
Die Männer waren daher sehr erfreut, als die Einheit im Januar
1864 in ein Zuavenregiment umgewandelt und neu ausgerüstet wurde.
Ein Teil der neuen Uniformen wurde aus Frankreich importiert. Ursprünglich
waren sie nicht für Zuaven bestimmt. Die U.S.-Regierung hatte 10´000
Uniformen der französischen Jäger zu Fuß eingeführt,
doch die Jacken waren für durchschnittlich große Amerikaner
zu klein. Die größeren Hosen eigneten sich aber für
Zuaven und gingen daher an das 155. Pennsylvania-Freiwilligenregiment.
Das
Regiment diente in Zuavenuniform in Brigadegeneral Ayres' Brigade während
der Kämpfe in der „Wilderness“. Als das 140. und das
146. New Yorker Regiment bei Saunders Field schwere Verluste erlitten,
griff das 155. Pennsylvania-Freiwilligenregiment in den Wäldern
weiter nördlich an.
Südstaaten Im Gegensatz zu den Nordstaaten kämpften im Verlauf des Amerikanischen Bürgerkrieges im Süden nur ein Bataillon und zwei Kompanien im Uniformstil der damals überaus populären Zuavenmode: die „Louisiana Zouaves“, deren Spitzname „die Pelikane“ lautete, eine Kompanie aus Hamptons Legion und die 2. Kompanie von Wheats „Louisiana Tigers“, die wohl berüchtigtste Truppe, die jemals auf nordamerikanischem Boden aufgestellt wurde. Die
„Louisiana Tigers“ waren die Schöpfung des virginischen
Abenteurers Roberdeau Chatham Wheat, dessen hugenottischen Vorfahren
im 17. Jahrhundert Frankreich verlassen hatten und nach Maryland emigriert
waren. Wheat meldete sich 1846 im Alter von zwanzig Jahren als Freiwilliger
für den Krieg gegen Mexiko und erhielt den Rang eines Captain.
Nach Beendigung des Feldzuges im Dezember 1847 beteiligte er sich an
revolutionären Unruhen in Mexiko und Nicaragua und wurde schließlich
regulärer Offizier in der mexikanischen Armee. Da die Position
keinerlei Abwechslung bot, reiste Wheat nach einiger Zeit nach Europa
und schloss sich auf Sizilien dem italienischen Eroberer Guiseppe Garibaldi
an. Als er dort aber im Frühjahr 1861 von der Sezession der Südstaaten
erfuhr, begab er sich auf dem schnellsten Weg nach New Orleans und unterbreitete
den Behörden das Angebot, eine Freiwilligeneinheit aufzustellen. Alle
fünf Kompanien trugen phantasievolle Namen: „Walker Guards“
(A), „Tiger Rifles“ (B), „Delta Rangers“ (C),
„Catahoula Guerillas“ (D) und „Wheat Life Guards“
(E). Am 9. Juni 1861 trat das Kontingent unter der Bezeichnung „1st
Louisiana Special Battalion“ in den Dienst der Konföderation.
Wheat wurde als Major zum Kommandeur gewählt. Laut verschiedenen
Berichten bestand das ganze Bataillon aus Zuaven, tatsächlich trugen
die meisten Soldaten aber eine graue Uniform. 2nd Louisiana Infantry Battalion - Tiger Rifles Lediglich
die Angehörigen der zweiten Kompanie, die „Tiger Rifles“,
waren in eine typische Zuavenuniform gekleidet: Das
rote Hemd war zweifelsohne auf Garibaldis berühmte Rothemden zurückzuführen.
Halbhohe weiße Drillichgamaschen vervollständigten die exotische
Erscheinung dieser Kompanie. Bezahlt wurden die Uniformen von A. Keene
Richards, einem Geschäftsmann aus New Orleans. Anstatt des Fezes
setzten die Männer oft auch Strohhüte mit breiter Krempe auf,
die verschiedene Slogans schmückten: „Tiger gewinnen oder
sterben“, „Tiger auf der Suche nach Abe Lincoln“ oder
„Tiger von Natur aus“. Wheat selbst trug einen Rock und
Hosen aus dunkelblauem Tuch, was ihm das Aussehen eines Offiziers der
U.S.-Armee verlieh. Die Fahne der ersten Kompanie zierte merkwürdigerweise
kein martialisches Emblem, sondern ein Lamm und das Motto „so
ruhig wie“. Richmond atmete auf, als die „Louisiana Tigers“ die Stadt verließen und in Richtung des Eisenbahnknotenpunktes Manassass marschierten. Dort unterstellte sich Wheat am 21. Juli 1861 dem Kommando von Oberst Nathan G. Evans. Alle anderen Brigadekommandeure der konföderierten Armee hatten sich geweigert, die „Louisiana Tigers“ in ihren Truppenverbänden kämpfen zu lassen. Ungeduldig rückten die Soldaten aus New Orleans am linken Flügel der Konföderierten in die Richtung des Flusses Bull Run vor. Die nervösen Infanteristen des 4. Regiments aus South Carolina hielten die „Tiger Rifles“, die die linke Flanke des Bataillons bildeten, wegen ihrer dunkelblauen Jacken für Nordstaatler und feuerten eine Salve auf sie ab. Mindestens zwei Zuaven wurden dabei getötet. Ihre Kameraden erwiderten sofort das Feuer, und nur mit Mühe konnte Major Wheat die Ordnung wiederherstellen.
Tambour der Louisiana Tigers Wheats
Männer waren zunächst bestürzt, als sie von der schweren
Verwundung ihres Kommandeurs hörten, griffen dann aber die Nordstaatler
um so verbissener an. Eine Salve der Unionsinfanterie hielt den Angriff
der „Louisiana Tigers“ jedoch auf, wobei zahlreiche Südstaatler
verwundet wurden. Sein Bataillon bildete dabei mit vier Infanterieregimentern die Louisiana-Brigade, die von Brigadegeneral Richard Taylor, dem Sohn des vormaligen Präsidenten Zachary Taylor, geführt wurde. Die Disziplin der „Louisiana Tigers“ hatte sich im Verlauf des Winters 1861/62 gebessert, nachdem zwei von ihnen vor ein Kriegsgericht gestellt und füsiliert worden waren, da sie während einer Prügelei mit Soldaten des 7. Louisiana-Regiments deren Oberst geschlagen hatten, der das Handgemenge beenden wollte. Die „Tiger Rifles“ trugen mittlerweile seit September 1861 braune Jacken, um nicht mit Unionssoldaten verwechselt zu werden. Im Verlauf des Feldzuges im Shenandoah-Tal bewiesen Wheats Männer erneut ihren Kampfesmut und zeichneten sich außerdem als unermüdliche Marschierer aus, die mit Oberst Turner Ashbys Kavallerie und der Rockbridge-Artillerie um die Wette trabten. Am 27. Juni 1862 griffen die „Louisiana Tigers“ im Verlauf der „Sieben-Tage-Schlacht“ um Richmond bei Gaines' Mill mit anderen konföderierten Einheiten den rechten Flügel der Unionstruppen an. Major
Wheat ritt an der Spitze seiner Leute, als er kurz vor den Reihen der
Nordstaatler einen Kopfschuss erhielt und tot von seinem Pferd stürzte.
Sein Bataillon geriet erstmals in Panik und flüchtete. Unter Tränen
meinte einer der Männer nach der Schlacht, in deren Verlauf sich
die Unionssoldaten schließlich zurückzogen:
Eine
der ersten Abbildungen
Ihn erhielt die Louisiana-Brigade, die bis zur Kapitulation bei Appomattox kämpfte.
Wie die Angehörigen der berüchtigten „Louisiana Tigers” waren die „Louisiana Zouaves” raue Gesellen, die das Garnisonsleben nicht besonders schätzten. Aufgestellt wurde das Bataillon Ende Januar 1861 von George Auguste Gaston de Coppens, einem führenden Mitglied der feinen Gesellschaft von New Orleans. Die nachträgliche Ermächtigung für die Aufstellung des Bataillons erhielt Coppens im Frühjahr 1861 von Samuel Cooper, dem konföderierten Generaladjutanten. Coppens stammte aus einer vornehmen französischen Familie, die 1853 von der Antilleninsel Martinique nach Louisiana gezogen war. Für den temperamentvollen Mann stand von vornherein fest, dass nur Zuaven für seine Truppe in Frage kamen, da sich die französischen Zuaven im Krimkrieg 1854-56 durch ihre Unerschrockenheit einen legendären Ruf erworben hatten. Zufälligerweise
hielt sich zu diesem Zeitpunkt eine Theatergruppe in der Stadt auf,
die sich „Inkerman Zouaves” nannte und mit ihren martialischen
Vorführungen zahlreiche Zuschauer begeisterte. Zunächst traten viele Freiwillige in Coppens' Bataillon ein, doch nach einiger Zeit blieben die Meldungen aus. Als ersichtlich wurde, dass es schwierig werden würde, die letzten zwei Kompanien aufzufüllen, ließ Coppens in den Zeitungen Anzeigen drucken. Der Bürgermeister erteilte zudem die Erlaubnis, in den Gefängnissen von New Orleans Rekruten anzuwerben. Einige der Zuaven gingen sogar so weit, gewaltsam friedliche Spaziergänger zu rekrutieren. Mit List und Tücke wurde das Bataillon schließlich aufgefüllt und nach Pensacola im westlichen Florida verlegt. Als die letzte Kompanie des Bataillons vor der Stadthalle von New Orleans Aufstellung nahm, spielte eine Kapelle die Marseillaise, und der angesehene Bürger Charles M. Morse überreichte eine Fahne. Coppens' Offiziere zogen ihre Säbel, woraufhin eine Gruppe Damen die Klingen küsste. Kein Kreuzritter hätte sich einen romantischeren Aufbruch wünschen können. Das
Bataillon war eine der kosmopolitischsten Einheiten der Konföderation.
Außer gebürtigen Amerikanern dienten in seinen Reihen Franzosen,
Deutsche, Italiener, Spanier, Iren, Engländer und Schweizer. Letztere
stellten ein Fünftel der Truppe. William R. Russell, ein Korrespondent
der Londoner „Times”, konnte Coppens' Zuaven in
Pensacola beobachten und war sehr beeindruckt: „Die Männer
sehen annähernd wie das [französische] Original aus.”
Die
Uniformierung der Offiziere bestand aus einem dunkelblauen Rock und
weiten roten Hosen mit blauer Biese. Die Rangabzeichen befanden sich
in Form von Litzen am Kragen und als Goldschnüre am Ärmel,
die weit über die Ellbogen hinauf reichten. Als Kopfbedeckung trugen
die Offiziere ein rotes Käppi mit Goldbesatz. Die wütenden Offiziere hielten eine Lokomotive an und nahmen die Verfolgung ihrer Untergebenen auf, die in Montgomery aus den Waggons drängten und die Stadt heimsuchten. Die Zuaven demolierten Saloons, räumten Lebensmittelgeschäfte aus und bedrohten zahlreiche Stadtbewohner. Einige Bürger und mehrere Soldaten eines Regiments aus Georgia versuchten, die Ordnung wiederherzustellen, aber sie hatten keinen Erfolg. Nachdem die Offiziere der „Louisiana Zouaves” Montgomery erreicht hatten, trieben sie sogleich fluchend und mit gezogenen Waffen ihre Soldaten zur Bahnstation zurück. Die Fahrt wurde nach einer Weile fortgesetzt, doch unterwegs verunglückten einige Zuaven tödlich, als sie auf den Eisenbahnwagen akrobatische Kunststücke vollführten. In Columbia, South Carolina, spielten die Männer abermals verrückt und besannen sich erst, als ein Offizier einen Zuaven erschoss, der im Begriff war, Amok zu laufen. Nachdem
die „Louisiana Zouaves” in Petersburg, Virginia, von einem
Bahnhof zum anderen marschiert waren, kommentierte ein Zuschauer ihr
Erscheinungsbild mit folgenden Worten: „Sie waren der am wildesten
aussehende Haufen, den ich jemals gesehen habe.” Coppens
ließ seine Soldaten schließlich im ersten Stockwerk eines
leeren Warenhauses unterbringen und die Türen abschließen.
Trotzdem gelang es einigen Männern auszurücken, indem sie
ihre Schärpen miteinander verknoteten und sich aus einem Fenster
hinunterließen. Mehrere Offiziere drohten daraufhin, ihr Patent
zurückzugeben, falls Coppens nicht das Kommando niederlegen und
eine Besserung der Zustände eintreten würde. Die Situation
war äußerst kritisch, doch dem Oberstleutnant glückte
es nach einiger Zeit, die erregten Offiziere zu beruhigen. Am 17. September 1862 wurden die „Louisiana Zouaves” in der mörderischen Schlacht am Antietam fast völlig aufgerieben. Oberstleutnant Coppens fiel mit dem Großteil seiner Leute in den schweren Kämpfen entlang der Landstraße nach Hagerstown. General Robert E. Lee hatte ihm noch kurz vor der Schlacht den Rang eines Obersten versprochen. Nach Antietam wurde das Bataillon neu organisiert. An schweren Gefechten sollte es allerdings nicht wieder teilnehmen. Das Kommando übernahm Marie Alfred de Coppens, musste es aber im Herbst 1864 aufgrund einer Verwundung aufgeben. Der Senior der Familie Coppens geriet im Oktober 1864 in Kriegsgefangenschaft und wurde auf freien Fuß gesetzt, nachdem er zugesichert hatte, das Land zu verlassen. Baron Coppens besuchte eine Schwester in Paris und kehrte nach Beendigung des Bürgerkrieges nach New Orleans zurück. Leon, der jüngste Spross der Familie Coppens, trat 1862 im Alter von sechzehn Jahren in das Bataillon der „Louisiana Zouaves” ein und erhielt im Herbst 1864 den Rang eines Sergeanten in der Kompanie F. Er wurde nach Kriegsende als einziger Coppens in den Vereinigten Staaten eingebürgert. >>> Zurückblättern <<< >>> Startseite <<< >>> Vorblättern <<< |