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Die Infanterie Die
Südstaaten verfügten im Laufe des Krieges über insgesamt
642 Infanterieregimenter. Hinzu kam eine nicht genau bestimmbare Zahl
von selbständig operierenden Legionen und Bataillonen. Zwischen
den Truppen, die unter der konföderierten Staats- oder Kriegsfahne
zusammengefaßt waren und den Milizen, die aus den verschiedenen
Mitgliedsstaaten der Konföderation ins Feld zogen, ihre Bezeichnung
von ihrem Herkunftsstaat ableiteten und meist auch die Staatsfahne oder
das Staatsemblem trugen, gab es organisatorische Unterschiede, die jedoch
nicht als gravierend angesehen werden können. Ein
konföderiertes Infanterieregiment setzte sich
wie folgt zusammen: Sollstärke 1´000 Mann, unterteilt in 10
Kompanien von je 100 Mann,
Die
Verluste der Südstaateninfanterie waren, gemessen an den Gesamtzahlen,
extrem hoch. Aber auch wenn einzelne Regimenter besonders hart betroffen
waren, wurden sie deshalb nicht unbedingt aufgelöst. So marschierte
das 26. North-Carolina-Regiment mit ca. 880 Mann in die Schlacht
von Gettysburg.
Die
Offiziere wurden auf Kompanieebene weitgehend von der Mannschaft gewählt,
seltener auch auf Regimentsebene. Das Wahlsystem der Offiziere wurde
oft kritisiert; es gab aber für
die konföderierte Führung
keine andere Möglichkeit, da der Aufbau einer großen Armee,
faktisch über Nacht, einen ungeheuren Bedarf an Unteroffizieren
und Kompanieführern mit sich brachte, der gar nicht anders hätte
befriedigt werden können. Höhere Offiziersränge wurden
ohnehin meist mit Berufsoffizieren besetzt, wobei die Ernennung durch
den Präsidenten erfolgte
und vom Parlament bestätigt wurde. Der Aufstieg von Männern,
die keine militärische Vorbildung hatten, in südstaatliche
Generalsränge war die Ausnahme. Von
einem regelrechten taktischen Auftreten der konföderierten
Infanterie konnte erst ab 1862 die Rede sein. Im ersten Kriegsjahr
waren die Kommandeure schon froh, wenn es ihnen gelang, ihre Truppen
halbwegs geschlossen zum Schlachtfeld zu führen. Europäische
Kriegsbeobachter sprachen daher 1861 meist noch von „Heerhaufen" und
ließen sich erst später dazu herab, von „Truppen" zu
schreiben. Die
Gefechtsformation in Kolonnen erwies sich, wie der preußische
Kriegsbeobachter Major Justus Scheibert schrieb, wegen der Stärke
der Artillerie als unbrauchbar.
Die
Aufstellung der Infanterielinien beschrieb Major Justus Scheibert in
seinem Buch: „
Etwa 120-150 Schritte vor der ersten Schlachtlinie befand sich
eine ziemlich dichte Schützenkette, deren Stärke
so groß war, daß etwa auf 4 Mann der vordersten
Linie 1 Schütze kam. Hinter der 1sten Linie folgte,
etwa in der Entfernung von 150 Schritt, eine 2te Linie und
hinter
derselben
das sogenannte 3teTreffen in Colonnen mit 250 Schritt Distanz
... Die
konföderierten Offiziere waren fast immer gezwungen
- aufgrund der numerischen Unterlegenheit gegenüber den
Unionstruppen - ihre vollständigen Mannschaften ins Gefecht
zu führen, so daß nur in seltenen Fällen eine
Reserve hinter der Front zurückblieb, die beim Erfolg
der Schlacht zur Verfolgung des Feindes eingesetzt werden
konnte.
Erst nach der Schlacht von Gettysburg endete die erfolgreiche Offensivtaktik der konföderierten Truppen. Erschreckend machten sich schon hier die Schwächen der Südarmee durch das Fehlen von Material- und Menschenreserven bemerkbar. Auch das Fehlen einiger wichtiger Führer, die das strategische und taktische Konzept des Südens geprägt hatten und die nach ihrem Tod - wie etwa Jacksons - nicht angemessen hatten ersetzt werden können, wurde deutlich. Nach Gettysburg setzte sich im Süden mehr und mehr eine hinhaltende Defensivtaktik durch. Die Linien wurden zwangsläufig beweglicher. Es wurde größerer Wert auf die rasche Anlage von Schützengräben und leichten Verschanzungen gelegt. Es war keine passive Verteidigung, die Robert E. Lee entwickelte, sondern eine sehr aktive, die jeweiligen Positionen so lange wie möglich haltende Taktik. Es war eine Taktik, mit der es Lee gelang, seinen Mannschaftsbestand so weit wie möglich zu schonen und seine klein gewordene Armee dennoch effektiv einzusetzen. Die große Wirksamkeit dieser Methode, bei der die Unionstruppen gegen drei bis vier Schanzlinien anzustürmen hatten, zeigte sich in den Schlachten in der Wilderness, als es General Grant trotz höchstem Materialeinsatz nicht gelang, die Linien Lees zu durchbrechen und er gezwungen wurde, ständig Ausweichmanöver zu unternehmen, um seinen Marsch fortsetzen zu können.
Das letzte Kriegsjahr sah daher zähe Belagerungsschlachten, die die Union viel Kraft kosteten, letztendlich aber auch die südlichen Truppen aufrieben. Es war als taktische Einheit
das Regiment, das den Amerikanischen Bürgerkrieg
prägte. Ursache dafür war sowohl das Gelände, das die
Führung größerer Einheiten stets mit besonderen Schwierigkeiten
verband, so daß die Korpskommandeure in hohem Maß bereit
und fähig sein mußten, Verantwortung zu delegieren. Entscheidend
war, daß die Regimenter in der Regel in bestimmten eng begrenzten
Gebieten zusammengestellt wurden und die Soldaten und Offiziere sich
alle aus dem Zivilleben kannten, so daß innerhalb der Regimenter
ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl entstand. Ein Chronist schrieb: „Das
Regiment ist die zweite Heimat der Soldaten." Dies drückte
sich in den Regimentsbezeichnungen aus, in denen besonders die Herkunft
hervorgehoben wurde. Weiterführende Seiten sind unter: Infanterie Gliederung Taktik Ausbildung zu finden.
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