Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis: Text und Fotografien:
• Dietmar KÜGLER - Die Deutschen in Amerika - 1983 •

 

Die Deutschen und die Eroberung des Westens

 

 

»Im 19. Jahrhundert hat Deutschland den Vereinigten Staaten einen stärkeren Bevölkerungszuwachs geliefert als irgendein anderes Land. Die große Hauptmasse der Einwanderer floß dem sich mehr und mehr entwickelnden Westen zu. Das Bestreben, das dieser Bewegung zugrunde lag, war das gleiche, das sich schon während des 18. Jahrhunderts erkennen ließ.
Die neuen Ankömmlinge, die im großen und ganzen keine Mittel besaßen, wanderten in diejenigen Gegenden, in denen das Land sowohl billig, als reichlich zu haben war. Da sich die Deutschen am besten für die Landwirtschaft, den Kleinhandel, die Gründung und den Ausbau neuer Siedlungen eigneten und sie überdies den Vorteil der größeren Anzahl für sich hatten, so dürfen sie die Ehre für sich in Anspruch nehmen, mehr zur Kultur der westlichen Gebietsteile beigetragen zu haben als irgendein anderes eingewandertes Element.«  
A. B. Faust, Das Deutschtum in den Vereinigen Staaten, 1912

 

Scheinbar endlose Siedlertrecks rollten in den fernen Westen Amerikas. Besonders viele deutsche Neubürger waren dabei. Sie wurden die besten Farmer des Mittelwestens.
Die berühmten Planwagen waren eine Weiterentwicklung des deutschen Bauernwagens und wurden im Conestoga- Tal, Pennsylvania, von deutschen Wagenbauern hergestellt.

 

 

 

 

Der Mittelwestgürtel der USA wurde zu einem bevorzugten Ziel deutscher Siedler. Ihre Eigenart wurde - was bisher nur wenige Historiker erkannt haben, was sich aber anhand von Statistiken beweisen läßt - zu einem der prägenden Elemente bei der Zivilisierung dieser Region.

Trotzdem blieben auch ihnen bittere Erfahrungen nicht erspart: Die Legende von der Eroberung des Westens nennt nur die Sieger. Tatsächlich gingen unzählige jener Pioniere, die das Wagnis auf sich nahmen, in der Wildnis eine neue Welt zu bauen, erbärmlich zugrunde. Noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt sich in Amerika hartnäckig die Meinung, der Westen sei eine einzige »große Wüste«, obwohl schon in den 1840er Jahren Bemühungen eingesetzt hatten, dieses negative Bild zu korrigieren. Die immensen Goldfunde in Kalifornien und anderen Teilen jenes - trotz einiger topographischer Expeditionen - nach wie vor geheimnisvollen Landes, das die Phantasie so vieler Menschen anregte, schufen mehr und mehr Raum für ganz gegenläufige Vorstellungen. Der Westen erhielt aus der Perspektive von Industriellen und Politikern, die an der Besiedelung der unermeßlichen Weiten westlich des Mississippi interessiert waren, um dieses Land vor dem Zugriff Englands oder Mexikos zu bewahren, einen geradezu paradiesischen Charakter.

Noch unsicher betrachten sie ihre neue Heimat im Westen Amerikas:
Deutsche Einwandererfamilien in einer Kleinstadt in Süd-Dakota 1894.

 

Zu diesem - ebenfalls verzerrten - Bild trug besonders John C. Fremont bei, ein ehrgeiziger, begabter, visionärer Emporkömmling, der im Auftrag des Kriegsministeriums mehrere Expeditionen in den Westen unternahm und mit seinen Berichten eine Welle schwärmerischer Begeisterung für den fernen Westen auslöste.

Er schrieb von kristallklaren Quellen, tiefen Wäldern mit unerschöpflichem Wildreichtum, gewaltigen Büffelherden, die sich auf prächtigen, mit Wildblumen übersäten Prärien bewegten, und jungfräulichem Boden, in dessen Schoß unabschätzbare Reichtümer schlummerten.

 

Wesentlich zum Erfolg von Fremonts Expeditionen trug ein außerordentlich talentierter und sachkundiger Kartograph namens Charles Preuss bei, ein gebürtiger Deutscher.
Als Georg Karl Ludwig Preuss war er 1803 im Fürstentum Waldeck geboren worden. Er hatte als Landvermesser in preußischem Dienst gearbeitet und verließ Deutschland um 1830, nachdem er sich an den ersten Revolutionsunruhen beteiligt hatte. Preuss ging nach Nordamerika. Er lernte hier den jungen Fremont kennen und begleitete ihn auf allen Expeditionen. Er zog auf den Pfaden der Trapper und Indianer durch die Wildnis und fertigte die Landkarten, die den Reisen Fremonts erst den wissenschaftlichen Rang gaben.

1847 erstellte Preuss im Auftrag des amerikanischen Kongresses eine der besten Landkarten von Kalifornien und Oregon, die es zu dieser Zeit gab, und versah sie mit einer geographischen Denkschrift, die der Publizist Victor von Hagen als »einen der topographischen Meilensteine der amerikanischen Geschichte« bezeichnete. Doch das Paradies, das nach Fremonts Berichten im Westen liegen sollte, entpuppte sich für jene, die sich westlich des Mississippi eine Existenz aufbauen wollten und die, mit lockenden Flugblättern versehen, auf denen goldene Berge versprochen wurden, in die Wildnis aufbrachen, als Hölle.
In den großen Ebenen erlebten sie den ersten Schock: Eine endlose baum- und strauchlose Fläche, die nur im Frühsommer von einem malerischen Blütenteppich bedeckt wurde, auf der ansonsten das Gras in der Sonne verdorrte und die wenigen Bäche im Sommer austrockneten. Der ersten Enttäuschung folgten weitere. Der Westen erwies sich als ein Land mit extremen Klimaschwankungen. Mitten im Sommer tobten mörderische Blizzards über die Weite. Es gab Hagelunwetter, bei denen taubeneigroße Eisklumpen vom Himmel stürzten. Dann wieder fiel monatelang kein Tropfen Regen, und der Wind trug die umgepflügte Erdkruste, die sich langsam zu Staub verwandelte, mitsamt der Saat ab. Unerwartet verdunkelten Heuschreckenschwärme biblischen Ausmaßes den Himmel, die von einer Stunde zur anderen die mühsam angelegten Felder kahlfraßen.

Inmitten der grenzenlosen Einsamkeit dieser Urgewalt ausstrahlenden Landschaft, waren die Pioniere vollauf damit beschäftigt, sich am Leben zu erhalten. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang brachen sie die Scholle, brachten Saat in den Boden, gruben Brunnen, legten Bewässerungsgräben an und wurden meist nur von ihrem eigenen Schatten begleitet. Die einzige menschliche Stimme, die sie hörten, war ihre eigene. Sie verloren nach und nach jeden Bezug zur Zivilisation. Sie streiften die Fesseln gesellschaftlicher Konventionen ab. Sie verwilderten, paßten sich dem alles erdrückenden, alles verschlingenden Land an, um darin zu überleben.
In ihren Erdlöchern oder ihren Bauten aus Rasenziegeln, in denen es im Sommer von Ungeziefer wimmelte, bei Regen das Wasser kniehoch stand und im Winter eine gnadenlose Kälte herrschte, wurde eine neue, eigene Kultur geboren, die auf den ersten Blick barbarisch wirkte, die in jedem Fall nichts mehr mit der aus Europa übernommenen Ostküstenkultur gemeinsam hatte.

Das Foto zeigt den deutschen Einwanderer Fritz Renz mit seiner Frau vor der winzigen Holzhütte ihrer kleinen Farm.

Hier im Mittelwesten entstand »der Amerikaner«, wenn es ihn in dieser Pauschalität überhaupt gibt. Gehärtet, geschlagen und herausgefordert durch das Land, in dem alles, was schwach war, unterging, wuchs ein neuer Menschenschlag heran; selbstbewußt, stark, ausgestattet mit eisernem Beharrungsvermögen. Argwöhnisch, eigenwillig, nur sich selbst vertrauend und von aggressivem Individualismus und ausgeprägtem Freiheitsbewußtsein.
Europäer, die noch Monate vorher in ihrer alten Heimat vor ihrem Gutsherrn den Rücken gebeugt hatten, erkannten, nachdem sie die ersten Monate in der Hölle des Westens überlebt hatten, keinerlei Privilegien oder Rangunterschiede mehr an. Sie wußten, daß in diesem weiten Land, in dem Vermögen und Stand nicht mehr zählten, jeder das Recht und die Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg in sich trug.
Sie traten mit dem Gewehr in den Fäusten jedem entgegen, der ihnen ihr karges Stück Land streitig zu machen versuchte, und kämpften mit Zähnen und Klauen für das, was sie als ihr Recht erkannt hatten. Die deutschstämmigen Siedler erwiesen sich bei der Eroberung des Westens als besonders widerstandsfähig und hartnäckig. Statistische Untersuchungen beweisen, daß die Farmer in Amerika zwischen 1870 und 1900 zu über 33 % deutschstämmig waren. Während der gesamten Pionierzeit erfuhr die landwirtschaftlich arbeitende Bevölkerung Jahr um Jahr durch deutsche Zuwanderer eine größere Verstärkung als durch die Zuwanderung anderer Nationalitäten. Unter den nicht in Amerika geborenen Farmern in Ohio hatten die Deutschen 1890 einen Anteil von 55,36 %, in Missouri von 58,09 % und in Indiana sogar von 62,13 %.

Die Erschließung der großen Ebenen, jenes als Wüste verschrienen Gebietes für die Landwirtschaft, war in starkem Maße ein Verdienst der deutschen Einwanderer.
Sie wußten sich ihrer Haut zu wehren. Sie überstanden die trockenen Sommer und die erbarmungslosen Winter. Sie gaben nicht auf, wenn ihnen im ersten Jahr das Korn auf dem Halm verdorrte, wenn ihnen im zweiten Jahr ein Hagelschlag die Felder verwüstete und das Vieh auf den Weiden tötete und im dritten Jahr die Heuschrecken die Ernte auffraßen. Sie machten sich immer wieder mit unermüdlicher Energie daran, die Prärie in Kulturland zu verwandeln.
In Texas kämpften sie gegen Viehdiebe und Comanchen, im Nordwesten marschierten die Kolonnen deutscher Holzfäller und Schwellenleger Schulter an Schulter beim Bau der transkontinentalen Eisenbahn. Und nicht selten traf man deutsche Akademiker, Menschen, die in ihrer alten Heimat hohe Stellungen inne gehabt hatten, in der Wildnis hinter dem Pflug oder auf dem Bock eines Planwagens - natürlich eines Conestoga-Wagens, den deutsche Wagenbauer des Conestogatals in Pennsylvania gebaut hatten, oder eines Studebaker-Schoners, der in der Werkstatt der deutschstämmigen Familie Studebaker in South Bend, Indiana, entstanden war.

Friedrich Gerstäcker, der deutsche Abenteurer und Reiseschriftsteller, der immer wieder der europäischen Zivilisation entfloh und zu Fuß und auf dem Pferderücken den amerikanischen Westen erforschte. Er arbeitete als Jäger und Goldsucher und begeisterte mit seinen Schriften die Deutschen in der alten Heimat. Er bemühte sich um die Verbreitung genauer Informationen über die Lebensverhältnisse in der Neuen Welt. Gerstäcker starb 1872 in Braunschweig, wo er auch begraben liegt.

Nachdem der Arzt Gottfried Duden 1824 die USA bereist und ein schwärmerisches Buch über den Westen veröffentlicht hatte, zog es viele Intellektuelle, die der trockenen Wissenschaft überdrüssig waren, in die Neue Welt. In Illinois, Wisconsin, Missouri und Texas entstanden die »lateinischen Settlements«, eine etwas spöttische Bezeichnung für Siedlungen, in denen mehr romantische Träumereien als landwirtschaftliche Kenntnisse vorherrschten. In Texas war Sisterdale, in Illinois St. Clair und in Missouri Belleville besonders bekannt.

Nach den Unruhen von 1830 und der Revolution von 1848 erhielten diese »Lateinsiedlungen« besonderen Zulauf durch die politischen Emigranten aus der Alten Welt. Hier traf man ehemalige Mediziner, Juristen, Theologen, Professoren und Schuldirektoren, die im Schweiße ihres Angesichts die Wildnis rodeten und sich am Abend in ihren einfachen Holzhütten zu Klavierkonzerten oder literarischen Diskursen zusammenfanden.
So begegnete dem Berliner Journalisten Paul Lindau bei einer Amerikareise in Denver, Colorado, ein ehemaliger preußischer Seminarlehrer, Charles Kolbe, bis an die Zähne bewaffnet als Detektiv der berühmten Pinkerton-Detektei. In Oregon züchtete der ehemalige Major Ernst Seyfarth aus Berlin Rinder, nachdem er vorher in Texas als Cowboy, Trailboß und Zureiter von Wildpferden gearbeitet hatte und zeitweise als Trapper einsam durch die Rocky Mountains gestreift war.

Balduin Möllhausen, der als »deutscher Cooper« bekannt gewordene Reiseschriftsteller, Maler und Ethnograph,
zog als Trapper durch den amerikanischen Westen. Er begleitete die ersten topographischen Expeditionen der amerikanischen Armee in die tiefste Wildnis und verfaßte packende Reiseberichte und Indianererzählungen.
Ausgezeichnet mit hohen Orden von europäischen Monarchen, lebte dieser bedeutende deutsche Erforscher Nordamerikas und Schriftsteller von 1825 bis 1905.

Als Trapper in die Wildnis zog auch der ehemalige Stadtschreiber Eugen Schranz, der 1849 nach der gescheiterten Revolution aus Schwaben nach Amerika geflüchtet war. Zusammen mit einem schottischen Jäger namens McGlure ging er in die Berge von Nord-Dakota. Sein Bruder Jakob, der ebenfalls in die USA geflüchtet war, blieb als Verkäufer in einem Gemischtwarenladen in New York zurück.Eugen Schranz verließ die Wildnis nur noch selten. Er zog sich vor der immer weiter vordringenden Zivilisation immer tiefer nach Westen zurück und nahm sich eine junge Indianerin zur Frau.

 

 

Von der Härte des Lebens in den Bergen und Wäldern des Nordwestens legen die Briefe an seinen Bruder Zeugnis ab. Im Frühjahr 1863 beteiligte er sich als Führer einer Armeepatrouille an der Suche nach einer verschollenen Expedition aus Geologen und anderen Wissenschaftlern. Führer dieser Expedition war ein gewisser Fillers gewesen. Eugen Schranz ging später verschollen. Sein Bruder Jakob kehrte nach Deutschland zurück. Sein Sohn reiste in den 1870 Jahren in die USA und forschte nach seinem Onkel, bekam ihn jedoch nicht mehr zu Gesicht.
Das, was Eugen Schranz schilderte, war kein Einzelfall: 1847 wurde der ehemalige Lehrer Lewis Keseberg aus Lüneburg als letzter Überlebender eines Kalifornien-Trecks geborgen, der mit überladenen Wagen im Winter in den Bergen steckengeblieben war. Keseberg hatte überlebt, weil er das Fleisch der Toten gegessen hatte.

Ein geringeres Problem als die erbarmungslose Natur waren für die deutschen Siedler die Indianer. Die Deutschen lebten im allgemeinen friedlich neben den roten Stämmen und bemühten sich, mit ihnen auszukommen, was auch der Friedensvertrag zeigte, den die Deutsch-Texaner bereits 1847 mit den Comanchen abschlossen. Sie ließen sich weniger von den Vorurteilen, die im amerikanischen Osten gehegt, und den Greuelmärchen, die mit missionarischem Eifer verbreitet wurden, beeinflussen, sondern vertrauten lieber auf ihre eigenen Erfahrungen. Der Trapper Eugen Schranz schrieb:

»Alles, was ich von den Indianern gehört habe, scheint nicht zu stimmen. Wir machen uns da ein falsches Bild. Natürlich sind sie auch nicht so wie diese Individuen, die mir im Osten begegnet sind. Das sind welche, die der Schnaps schon halb umgebracht hat. Ich meine die in der Freiheit. Sie sind als wild und gewalttätig verschrien, aber was ich von ihnen gesehen habe, war bei Gott etwas anderes. Es war vor einem Monat, da sind McGlure und ich gegen Abend, als wir gerade die Fallen abgegangen sind, auf eine Gruppe jagender Indianer gestoßen. Sie waren gerade dabei, einen Wapitihirsch abzuhäuten. Als wir uns ihnen näherten, zeigten sie keine Furcht, auch keine Feindseligkeit.«

 

John Xaver Beidler, Sohn deutscher Eltern aus Pennsylvania, war eine der grimmigsten Gestalten des »Wilden Westens«.
Im Goldrausch von Montana verbreitete der kleine Mann als Henker der Vigilanten unter den Banditen des Landes Angst und Schrecken. Der unerschrockene Kämpfer für Recht und Gesetz wurde später Steuereinnehmer und U.S. Marshal und starb im Jahre 1890.


Die Massaker, die britische Truppen im 18. Jahrhundert an Indianerstämmen verübten, stießen bereits auf den heftigen Protest deutscher Kolonisten.
Auch im 19. Jahrhundert lag den deutschen Pionieren mehr daran, sich friedlich mit den roten Stämmen zu einigen als sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Doch es gab Ausnahmen: Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Ohio-Tal ein Deutscher namens Ludwig Wetzel als Indianerjäger bekannt. Die Familie Wetzel stammte aus der Rheinpfalz. Ludwig war 13 Jahre alt, als Indianer die elterliche Farm überfielen und die Familie bis auf Ludwig und seinen Bruder Jakob töteten. Die beiden Jungen wurden mitgeschleppt und konnten in der folgenden Nacht aus dem Indianerlager flüchten. Dabei nahmen sie zwei Flinten und ein Jagdmesser mit. Sie kehrten zur niedergebrannten Farm ihrer Eltern zurück und schworen über den skalpierten Leichen blutige Rache. Ludwig wuchs, erfüllt von nie erlöschendem Haß, heran.

 

 

In den folgenden Jahren tötete Wetzel allein in der Umgebung von Wheeling 27 Indianer und nahm ihnen den Skalp. Wochenlang streifte er durch die Wälder und erschlug jeden Indianer, den er zu Gesicht bekam. Er setzte seinen blutigen Rachefeldzug auch fort, als 1789 ein Friedensvertrag abgeschlossen wurde. Die englischen Behörden setzten ihn daraufhin gefangen. Unter dem Druck der Siedler an der Indianergrenze, die in Wetzel einen Kämpfer für ihre Sicherheit sahen, wurde er freigelassen und zog tiefer in den Süden, wo er bald wieder als Indianerschlächter von sich reden machte.
Wegen Falschmünzerei angeklagt, verschwand er wenig später in einem Kerker in New Orleans. Es liegt nahe, zu vermuten, daß Wetzels Menschenjagd die Behörden
in Schwierigkeiten brachte und die Anklage gegen ihn daher nur ein Vorwand war, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Nach viereinhalb Jahren wurde er entlassen.
Seine letzten Lebensjahre brachte er in Texas zu, wo er in einer Hütte am Brazos starb. Er blieb ein Einzelfall.

Als Eroberer des Westens waren die Deutschen nicht die Streiter mit dem Gewehr.
Sie fochten ihren Kampf um das Land mit dem Pflug aus. Sie tränkten ihre Äcker nicht mit Blut, sondern mit Schweiß, und was sie aufbauten, hatte Bestand.

 

 

Zurück  › Startseite  › Weiter