Mit
freundlicher Unterstützung
Die Deutschen
während der
General George Washington Am 15. Juni
1775 wurde der Plantagenbesitzer und ehemalige Oberst der Virginia-Miliz
George Washington
Als der Unabhängigkeitskrieg
ausbrach, lebten Schätzungen zufolge zwischen 225`000 und 250`000
Deutsche in den Kolonien. Sie stellten demnach einen Anteil von erheblich
über 10% der weißen Bevölkerung.
Am oberen Mohawk,
in den »German Flats«, wurde Nikolaus Herkimer,
(vorn) Am 5. September 1776 wurde Herkimer vom Parlament von New York zum Brigadegeneral befördert. In der Schlacht von Oriskany am 6. August 1777 wurde er schwer verwundet, leitete den Kampf dennoch weiter und verhinderte den Einfall von britischen Truppen und von den mit ihnen verbündeten Indianern in das fruchtbare Land am Mohawk. Er erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.
Auch in anderen
Einheiten des Staates New York standen zahlreiche deutsche Offiziere
und Mannschaften. In Virginia hatte bereits im Jahre 1774 der junge
Pastor der deutsch-lutherischen Gemeinde in Woodstock, Peter Mühlenberg,
einer Protestversammlung gegen England vorgestanden.
Der temperamentvolle junge Mann fühlte sich jedoch durch sein Amt eingeengt. Der Unabhängigkeitskrieg sollte ihm Gelegenheit geben, zu zeigen, welche verborgenen Talente in ihm steckten. Als Colonel kommandierte er das 8. Virginia-Regiment, das als »German-Regiment« bekannt wurde. 1777 wurde Peter Mühlenberg zum Brigadegeneral, später zum Generalmajor befördert und erhielt damit das Kommando über das 1., 5., 9. und 13. Virginia-Regiment. Am
22. Mai 1776 beschloß der amerikanische Kongreß, ein deutsches
Regiment für die Kontinentalarmee auszuheben. Zu diesem Zeitpunkt
gab es bereits in fast allen Provinz-Milizen Einheiten, die vollständig
oder teilweise aus deutschen Kolonisten bestanden und von deutschen
Offizieren kommandiert wurden.
George Washington
schrieb daraufhin an den Präsidenten des Kongresses: In Virginia errang
neben General Peter Mühlenberg besonders Gerhard von Wieden, ein
geborener Hannoveraner, der in Amerika den Namen George Weedon annahm,
Bedeutung. Er trat 1775 als Oberstleutnant in die Miliz ein, wurde bald
Colonel des 1. Virginia-Regiments und beendete seine Laufbahn als Brigadegeneral
der Kontinentalarmee. In besonderem Maße waren Deutsche in den
zahlreichen Freikorps vertreten, die auf seiten der Amerikaner gebildet
wurden und - bedingt durch die militärischen Gegebenheiten in der
Neuen Welt - im sogenannten »kleinen Krieg« eine bedeutende
Rolle spielten. Besonders einsatzfreudig
zeigte sich auch das Freikorps des Baron von Ottendorf.
Eine außergewöhnliche Rolle spielte der ehemalige preußische Major Bartholomäus van Heer. Er kommandierte seit dem Frühjahr 1778 die unabhängige berittene Truppe (Independent Troop of Horse) und Leibwache George Washingtons, des Oberbefehlshabers der amerikanischen Armee. Diese Mannschaft bestand zum größten Teil aus Deutschen aus den Counties Berks und Lancaster in Pennsylvania. Major van Heer hatte sie, zusammen mit seinem Captain Meytinger, selbst angeworben. Zur Aufstellung dieser Truppe war es gekommen, nachdem in der ersten Leibwache Washingtons Anhänger des britischen Königshauses entdeckt worden waren. Dagegen stand die absolute Loyalität der deutschstämmigen Amerikaner zur Sache der jungen Vereinigten Staaten nie in Zweifel. Im Mai 1777 wurde Christoph Ludwig zum Proviantmeister der Unabhängigkeitsarmee ernannt. Ludwig war 1720 in Gießen, Hessen, geboren worden und hatte das Bäckerhandwerk erlernt. Danach war er auf die Wanderschaft gegangen und nach einem abenteuerlichen Leben 1754 nach Philadelphia gekommen, wo er eine Bäckerei eröffnet hatte. Zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges besaß er ein nicht unbeträchtliches Vermögen, das er ohne zu zögern für die Sache der Amerikaner aufs Spiel setzte. Er war zunächst Mitglied des Sicherheitsausschusses und der Pulverkommission von Philadelphia, verlor während des Krieges fast seinen ganzen Besitz und arbeitete nach seiner Ernennung zum Proviantmeister der Kontinentalarmee im Gegensatz zu vielen anderen Offizieren, Politikern und Armeelieferanten uneigennützig und mit großem persönlichem Einsatz, so daß Washington ihn einen »ehrlichen Freund« nannte. Eine weitere
Spitzenposition in der amerikanischen Armee wurde mit dem ehemaligen
braunschweigischen Gardemajor Heinrich Emanuel Lutterloh besetzt, der
auf Vermittlung von Benjamin Franklin 1777 nach Amerika gelangt war.
Er diente zunächst als Unterquartiermeister und wurde im Mai 1780
zum Generalquartiermeister ernannt.
Auch Johann von
Kalb erreichte 1777 Amerika. Er war 1727 als Sohn eines armen Bauern
in Hüttendorf in der Marktgrafschaft Bayreuth geboren worden. Dem
hochbegabten und lernbegierigen jungen Mann wurde seine Heimat, in der
ihm ein Ausbruch aus den zementierten gesellschaftlichen Strukturen
unmöglich war, bald zu eng. Kalb wanderte nach Frankreich aus, trat in eines der deutschen Soldregimenter ein, die unter Ludwig XV. dienten und nannte sich fortan Jean de Kalb. Niemand zweifelte an der Identität des belesenen und gebildeten jungen Mannes, der sich mit unermüdlichem Fleiß autodidaktisch weitergebildet hatte. Im Siebenjährigen Krieg wurde er Offizier und Ritter des königlichen Verdienstordens. In Paris heiratete
er in eine reiche Familie ein. Durch den Kauf eines Edelsitzes legalisierte
er seinen Adelstitel. Bald nahm Baron de Kalb eine hohe gesellschaftliche Stellung bei Hofe ein. Dies und die Tatsache, daß er neben seiner Muttersprache und dem Französischen fließend Englisch sprach, war der Grund, daß er 1767 als der geeignete Mann angesehen wurde, in geheimer diplomatischer Mission nach Amerika zu reisen und dort die Möglichkeiten zu erkunden, eine Rebellion gegen Großbritannien zu unterstützen. Kalb führte diesen Auftrag mit Diskretion, Geschick und Scharfblick aus. Er gelangte in seinem Bericht zu dem Schluß, daß Frankreich sich zurückhalten und die Entwicklung abwarten solle. Der Konflikt zwischen England und seinen Kolonien war absehbar. Kalb befürchtete, daß eine frühzeitige Einmischung Frankreichs in den Kolonien zu Mißverständnissen führen und den Trennungsprozeß eher hemmen würde. Als der Unabhängigkeitskrieg
begann, erwies sich Kalbs Rat als richtig. Ohne Mißtrauen zu erregen,
konnte Frankreich den aufständischen Kolonisten seine Hilfe anbieten,
als sie materiell und militärisch in Bedrängnis gerieten.
Am 20. April 1777 reiste Kalb abermals nach Amerika. Ihm war der Rang
eines Brigadegenerals der französischen Armee verliehen worden.
Begleitet wurde er von weiteren Adeligen, die sich für die Sache
Amerikas schlagen wollten, darunter auch der junge aber einflußreiche
Marquis de Lafayette. Nach längeren Verhandlungen wurden Kalb und
Lafayette in Amerika zu Generalmajoren ernannt. Kalb diente in New Jersey
und Pennsylvania und wurde 1780 mit einer schlecht ausgebildeten Division
auf den südlichen Kriegsschauplatz geschickt, wo England einen
scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch nach Norden begonnen hatte. Der harte
Kern von Kalbs Truppen bestand aus deutschstämmigen Kontingenten
aus Maryland und Delaware.
Friedrich Wilhelm von Steuben - Der Vater der Armee
»Am
20. Mai 1779 revidierte und inspizierte der Baron Steuben unsere Brigade.
Die Truppen paradierten mit geschultertem Gewehr in einer einzigen Linie
an ihm vorbei, während jeder Offizier seinen bestimmten Platz einnahm.
Der Baron revidierte die Linie zuerst in dieser Position, indem er mit
prüfendem Auge an der Front hinabging. Hierauf nahm er die Muskete
und die übrigen Armaturstücke eines jeden Soldaten in seine
Hand, prüfte sie mit Genauigkeit und Schärfe und lobte oder
tadelte, je nachdem es verdient war.
Der Preuße war der bedeutendste Offizier neben Georg Washington im amerikanischen Heer.
Die bedeutendste Rolle innerhalb
der amerikanischen Armee spielte neben George Washington zweifellos
der preußische Baron Friedrich Wilhelm von Steuben, über
den es nach dem Krieg in einem Bericht hieß:
Friedrich Wilhelm von Steuben
wurde am 15. November 1730 in Magdeburg als Sohn des Ingenieur-Hauptmanns
Wilhelm August von Steuben und dessen Gemahlin Maria Dorothea
von Jagow geboren. Man findet die Familie von Steuben 1457 und
1466 als Ratsherren in Halle an der Saale; Von den großen Erfolgen
Friedrichs II. begeistert, trat Steuben 1747 in das Regiment von Lestwitz
ein und wurde 1753 Lieutenant. Nach dem Tod des Generals von
Mayr kehrte Steuben wieder zur aktiven Truppe zurück. Er nahm an
der Schlacht von Kunersdorf teil, in welchem Truppenteil ist jedoch
unbekannt. Man findet ihn erst wieder als Adjutanten des Generals von
Knobloch im Korps Platen, der zu einem Unternehmen nach Polen angesetzt
worden war. Als Kriegsgefangener kam Steuben
mit anderen Offizieren nach Petersburg, wo am 8. Januar 1762 die Zarin
Elisabeth gestorben war und Peter III. die Regentschaft übernahm.
Peter schloß mit Friedrich den bekannten Friedensvertrag. Der
Zar bemühte sich vergeblich, Steuben zu bewegen, in russische Dienste
zu treten; Steuben lehnte ab. General von Knobloch, Steuben und die
übrigen Gefangenen wurden im April 1762 nach Preußen zurückgeschickt.
Unmittelbar nach dem Siebenjährigen
Krieg verließ Steuben als Rittmeister (Major) die preußische
Armee;
Für St. Germain kam es darauf an, den Amerikanern einen Mann zu senden, der in der europäischen Kriegsführung bewandert und die amerikanischen Milizen zur Schwächung Englands einzusetzen imstande war. Frankreich war zu dieser Zeit noch nicht kriegsbereit genug. Erst ein Jahr später trat Frankreich als Verbündeter der Nordamerikanischen Staaten auf und entsandte seine Hilfstruppen. Am 1. Dezember 1777 ging Steuben
in New Hampshire an Land und setzte sich sofort mit dem Kongreß
und George Washington in Verbindung, der sich mit dem jämmerlichen
Rest seiner Kontinentalarmee, die sich im Zustand des Zerfalls befand,
in Valley Forge im Winterlager aufhielt. Im Februar 1778 erreichte Steuben
Valley Forge, sah das offen zutage liegende Elend der amerikanischen
Truppen und begann nach den ersten Gesprächen mit Washington sofort
mit der mühseligen Aufgabe - noch ohne Anstellung und Rang -, die
Milizen moralisch wieder aufzurüsten, ihnen Disziplin beizubringen
und sie zu einer echten Armee zu formen. Er wurde Washingtons wichtigster
Offizier. Durch unermüdliche, systematische Arbeit, geschickte
Menschenführung und organisatorische Meisterleistungen gelang es
Steuben, die Rebellenarmee in eine Militärmaschinerie zu verwandeln,
die es mit ihrem gut disziplinierten britischen Gegner aufnehmen konnte. Steuben richtete die erste wirklich funktionstüchtige Heeresverwaltung ein, die mit der Materialverschwendung Schluß machte. Mit seinem Kampf gegen die Korruption schuf er sich Feinde aber auch Freunde. Er entwarf ein neues organisatorisches Konzept für die amerikanischen Truppen, wobei er die Truppenkörper straffte und überschaubarer machte und mit der Schaffung der leichten Infanterie einen besonders wichtigen Beitrag für den kleinen Krieg in den Wäldern und im unübersichtlichen Gelände des amerikanischen Kriegsschauplatzes leistete. Mit Recht nannten ihn die Milizen den »Vater der Armee«. Einen Höhepunkt in seiner Laufbahn erlebte er, als er vor Yorktown, der letzten wichtigen Schlacht des Krieges, die Kapitulation der Briten entgegennehmen und als erster Offizier mit seinen Truppen in die befreite Stadt einmarschieren konnte. Eine weitere Krönung seiner erfolgreichen Tätigkeit war ihm nicht vergönnt: Die Bestrebungen weiter Kreise, Steuben nach dem Krieg im Jahre 1784 zum Kriegsminister der Vereinigten Staaten zu machen, scheiterten daran, daß er von vielen Amerikanern als ”Ausländer” betrachtet wurde. Steuben überwand seine Verbitterung jedoch schnell. Im Gegensatz zu vielen anderen - vornehmlich französischen - ausländischen Offizieren, blieb er in Amerika, erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft und ließ sich auf Ländereien nieder, die ihm in Verbindung mit Ehrenbürgerrechten von einigen Staaten verliehen worden waren. Auf eine finanzielle Entschädigung mußte er dagegen bis zum Jahre 1790 warten. In der Zwischenzeit lebte er von der Verpachtung von Parzellen an Kolonisten, die er auf seinem Land ansiedelte. 1784 wurde er Präsident
der »Deutschen Gesellschaft von New York«, und das Staatsparlament
wählte ihn in den Rat der Staatsuniversität. In seinen umfangreichen
Korrespondenzen befaßte er sich weiterhin mit militärischen
Fragen. Steuben war der bedeutendste Deutsch-Amerikaner der Revolutionsjahre, eine der bedeutendsten Personen dieser Zeit überhaupt. Sein Wirken steht besonders hervorgehoben für die Leistung und den Einsatz aller Deutsch-Amerikaner für die Freiheit der Vereinigten Staaten, auch und gerade für die Namenlosen, die in fast allen Regimentern der Kontinentalarmee und der Miliz dienten und für ihre neue Heimat ihr Leben opferten.
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