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Quellennachweis
der Texte und Abbildungen:
Kampfeinsätze
Neben den eigentlichen Transportaufgaben wurden Loks und Waggons auch für Kampfeinsätze verwendet. Wo es sich anbot, wurden Aufklärungsfahrten mit einzelnen Loks unternommen. Dabei klärte die Besatzung die Gegend auf und erkundete feindliche Feldlager, die sich oft in der Nähe von Eisenbahnstrecken befanden. Wurde die Lok entdeckt, so konnte sie schnell zurückfahren und aufgrund ihrer Geschwindigkeit den sie verfolgenden Reitern entkommen. Manche Loks wurden auch als „Lockvogel“ eingesetzt. Man fuhr durch feindliches Gebiet und wartete darauf, von der feindlichen Artillerie beschossen zu werden. Damit waren dann die Stellungen der Batterien bekannt und konnten entsprechend bekämpft werden. Auch Einsätze als Kurierfahrzeugen fanden statt, wenn ein Kommandeur bei zerstörten oder nichtvorhandenen Telegrafenleitungen wichtige Meldungen weiterleiten mußte. Manchmal wurden Loks auch als Rammfahrzeuge eingesetzt. Man setzte sie unter Volldampf und ließ sie ohne Besatzung in Richtung eines feindlichen Bahnhofs fahren. Dort richteten sie an haltenden Zügen schwere Zerstörungen an und setzten manchmal sogar den Bahnhof in Brand. Einzelne, mit Munition beladene Waggons wurden auf Brücken abgestellt und angezündet. So sollten sie zerstört werden.
Als man Geschütze als Fracht im Eisenbahntransport verlegte, kamen findige Kommandeure auf die Idee, schwere Geschütze, die im Gelände nur äußerst schwierig zu bewegen waren, auf Eisenbahnwaggons zu montieren und mit Loks in den Einsatzraum zu transportieren. Diese Geschütze wurden oft durch dicke Holzbalken vor feindlichem Beschuß geschützt. Beim Abfeuern eines Schusses wurde der Rückstoß durch Seile aufgefangen. Dann wurde der Waggon wieder in Stellung gebracht.
Lokomotiven und Waggons
Auf dem ziemlich großen Dampfkessel befanden sich ein oder zwei Kuppeln (eine davon mit Pfeife), eine Sandkuppel (über und vor den Antriebsrädern zur Erhöhung der Reibung auf den Schienen), eine Glocke, der typische trichterförmige Schornstein mit innen angebrachtem Gitter, um den Funkenflug zu verringern und eine Öllaterne. Vorne befand sich zum Schutz ein sogenannter Kuhfänger. Dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend, waren die Loks sehr bunt lackiert und mit viel glänzendem Metall verziert.
Zu jeder Lok gehörte ein Tender, der mit Holz und Wasser beladen war. Da die Loks sehr viel Brennmaterial und Wasser verbrauchten, wurden Verträge mit den Landbesitzern geschlossen, die dafür sorgten, daß sich in bestimmten Entfernungen neben den Gleisen Holzlager befanden. Auch Wassertanks mußten in Abständen von etwa 8 km gebaut werden. Die Eisenbahner legten dabei großen Wert darauf, daß das Wasser sehr sauber war. So gab es Befehle, daß Soldaten nicht in den Wassertanks baden durften, denn das seifige Wasser hätte in den Dampfkesseln der Loks zu schäumen angefangen. Der Truppentransport erfolgte mit den vorhandenen Personenwagen. Reichten diese nicht aus, so benutzte man Güterwagen, in die man Fenster und Sitzbänke, manchmal auch Öfen einbaute. Versorgungsgüter und Material wurde mit den vorhandenen Güterwagen transportiert. Vorherrschend war dabei der gedeckte Güterwagen (boxcar), der für spezielle Zwecke auch umgebaut wurde. Daneben wurden Flachwagen (flatcars) eingesetzt, die einen flachen, meist durchgehenden Boden und keine oder höchstens niedrige, nach oben offene Aufbauten besitzen.
Neben diesen bereits vorhandenen Wagenparks baute man im Verlauf des Krieges spezielle Waggons für verschiedene Zwecke, wobei manchmal auch vorhandene Wagen umgebaut wurden. Da die vielen Verwundeten von den Schlachtfeldern möglichst schnell in Krankenhäuser transportiert werden mußten, wurden spezielle Ambulanzwagen mit Vorrichtungen zum Einhängen von Krankentragen entwickelt. Ja, es gab sogar Waggons, in denen Ärzte Verwundete behandeln und Operationen durchführen konnten.
Bei längeren
Truppentransporten befand sich im Zug häufig ein Küchenwagen,
in dem warme Mahlzeiten zubereitet werden konnten.
Neben den zivilen Eisenbahngesellschaften waren für die USMRR des Kriegsministeriums der Union während des Krieges eingesetzt:
Die USMRR wurde am 8. August 1865 aufgelöst und die Eisenbahnstrecken den ehemaligen Eigentümern (hauptsächlich in den ehemaligen Südstaaten) übergeben. An dieser Stelle
soll auch eine der größten Leistungen des Generalquartiermeisteramts
(Quartermaster General) erwähnt werden, das im Krieg ebenfalls
in das Transportwesen eingebunden war. Als der Krieg zu Ende war,
fand in Washington, D.C, eine große Feldparade der Army of the
West und der Army of the Potomac statt. Anschließend mußten
233.200 Soldaten, 12.838 Pferde und 4,3 Mill. Pfund Gepäck in
oder in die Nähe der Heimatorte der Soldaten transportiert werden.
Zusammenfassung
Da zahlreiche ausländische militärische Beobachter den Krieg sachkundig verfolgten und die Vorteile des Eisenbahntransport erkannten, dauerte es nicht lange, bis in vielen Ländern die Eisenbahnen in die Kriegsplanungen einbezogen wurden.
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