Quellennachweis der Texte und Abbildungen:
Dr. Christopher R. Gabel, Railroad Generalship: Foundations of Civil War Strategy,
U.S. Army Command and General Staff College. Combat Studies Institute, 1997
W. F. Riter, Rail Transportation; An Historical Military Study, The Quartermaster Review – March-April 1927
“Atlas to Accompany the Official Records of the Union and Confederate Armies”, 1891 – 1895
Veröffentlichungen des Center of Military History der U.S. Army,
der Kongreßbibliothek, des US Nationalarchivs, sowie zeitgenössische Dienstvorschriften der U.S. Army


Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077 Manching

 


DIE EISENBAHN IM BÜRGERKRIEG

 

 

Seit Beginn der Militärgeschichte war die Strategie abhängig von der Logistik - Entfernung, Zeit, Transportkapazität und Verbrauch - dies alles spielt eine große Rolle in der Kriegsführung. Das hieß und heißt auch heute noch für den Oberbefehlshaber und dessen Stab: Wie bringe ich meine Soldaten in welcher Zeit von A nach B und wie erfolgt der Nachschub an Verpflegung, Waffen, Munition und anderem Material?

Über Jahrtausende war man auf die Muskelkraft der Soldaten und die der Zug- oder Tragtiere angewiesen. Jeder Soldat mußte zu Fuß oder mit Hilfe eines Tieres in den Krieg ziehen. Jede Waffe, ob leicht oder schwer, jede Munitionskiste, jedes Zelt und jedes Pfund an Verpflegung für Mensch und Tier mußte mit Muskelkraft zum entsprechenden Kriegsschauplatz gebracht werden. Ausnahmen bildeten lediglich der Transport auf dem Wasser und der Nachschub, der aus dem (feindlichen) Land gewonnen werden konnte. So ist es nicht verwunderlich, daß viele Feldzüge wegen nicht vorhandener oder schlechter Straßen entlang von Flußläufen geführt wurden.

 


 

 

Je größer die Armee, desto schwieriger wurde ihre Versorgung. So brauchten ja auch die Tiere, die die Wagen zogen Futter, das wiederum von Tieren transportiert werden mußte. So bestand etwa die Hälfte der Versorgungsgüter, die eine Armee benötigte, aus Viehfutter. Selbst bei besten Bedingungen konnte so normalerweise nur ein Nachschubvorrat für zehn Tage mitgeführt werden. So ist es nicht verwunderlich, daß die Soldaten häufig zerlumpt, übermüdet und hungrig waren und wesentlich mehr Zeit mit der Nahrungssuche verbrachten als mit der Bekämpfung des Feindes.

Dies änderte sich, als ab 1829 in den Ländern die Eisenbahnen eingeführt wurden. Doch während sie in Europa hauptsächlich dazu dienten, bevölkerungsreiche Gebiete miteinander zu verbinden, was die Situation in den Vereinigten Staaten eine andere. In diesem weiten, kaum erschlossenen Land gab es nur sehr wenige Straßen, so daß häufig erst Eisenbahnstrecken und dann erst Straßen gebaut wurden. Erst dann erfolgte die Urbarmachung des Landes. So waren die Eisenbahnen zum Teil nicht für den bereits bestehenden Personen- und Warenverkehr gedacht, nein, erst mit ihrer Existenz wurde der notwendige Verkehr und damit die Möglichkeit einer Besiedlung geschaffen.
Und dies geschah in relativ kurzer Zeit. 1832 bestand das Eisenbahnnetz aus 370 Kilometern und 1840 bereits aus 4535 Kilometern. Die Zeit von 1850 bis 1860 gilt als „eisenbahnverrücktes“ Jahrzehnt, in dem das Netz auf rund 50.000 km erweitert wurde.


Der erste Einsatz im Krieg

 

Als der Krieg begann, gab es etwa 200 private Eisenbahngesellschaften in den USA. Der industrielle Norden hatte ein Streckennetz von etwa 32.000 km, der landwirtschaftlich geprägte Süden dagegen nur etwa 14.500 km. Beim rollenden Material (Lokomotiven und Waggons) sah es nicht besser aus. So hatten die Eire und Pennsylvania Railroad zusammen mehr Loks als der ganze Süden.

 



Die nebenstehende Kartenskizze zeigt deutlich die größere Streckendichte des Nordens


Trotz dieser Nachteile erkannten die Konföderierten früher als der Norden die Möglichkeiten, die die Eisenbahnen boten, und nutzten sie, um Truppen zur Verstärkung in bedrohte Gebiete zu transportieren. Ein frühes Beispiel dafür ist die 1. Schlacht am Bull Run am 21. Juli 1861. (Siehe dazu auch „Manassas“ unter „Diverse Schlachten“.)

Als General Irwin McDowell mit der Potomac-Armee (etwa 35.000 Mann) auf dem Marsch nach Richmond in Centreville eintraf, erfuhr er von der Anwesenheit konföderierter Truppen (etwa 20.000 Mann) unter General P.G.T. Beauregard entlang des Baches Bull Run nördlich von Manassas. Der Eisenbahnknotenpunkt Manassas Junction lag etwa 35 Kilometer südlich von Washington in der Nähe der Hauptstraße von Washington nach Richmond. Hier trafen sich die Eisenbahnlinien der Manassas Gap Railroad (Front Royal - Manassas) und der Orange & Alexandria Railroad (Orange - Alexandria).

 

 


General Beauregard erfuhr von dem Vormarsch und telegrafierte er über Richmond, daß General Joseph Johnson seine Armee (12.000 Mann) nach Manassas führen solle. Diese Armee lag in etwa 80 km Entfernung in Winchester im Shenandoah-Tal. Drei Tage nach dem Eintreffen in Centreville umging General McDowell die Stellungen der Konföderierten und griff sie am 21. Juli im Vertrauen auf seine zahlenmäßige Überlegenheit in der Flanke an. Bis Mittag wurden drei konföderierten Brigaden gezwungen, sich zurückzuziehen, doch dann erreichten die letzten Teile der konföderierten Truppen aus dem Shenandoah-Tal Manassas per Eisenbahn und wurden sofort aufs Schlachtfeld geworfen.

Als es den Konföderierten gelang, 2 Artilleriebatterien der Union niederzukämpfen, konnten die CSA-Generale ihre Truppen gegen die anrückenden Unionsinfanteristen werfen. Die schlecht ausgebildeten Unionssoldaten liefen daraufhin desorganisiert davon, warfen ihre Gewehre weg und ließen die Geschütze stehen. So konnte mit Hilfe der Eisenbahn eine bevorstehende Niederlage in einen Sieg verwandelt werden.

Die Tatsache, daß die konföderierten Generale einen wichtigen Vorsprung im technischen Bereich errungen und die Eisenbahn zu taktischen Zwecken eingesetzt hatten, während der technisch viel besser gerüstete Norden diesen Aspekt des Kampfes ignoriert hatte, schreckte die Union auf und sie begann ihrerseits, sich Gedanken über den Einsatz der Eisenbahnen zu machen.

 

 

 


Der Bahnhof von Nashville, Tennessee, im Hintergrund das Capitol


Die Organisation der Eisenbahntransporte der Union

 

Die Generalität begriff jetzt schnell, daß der Einsatz von Eisenbahnen sehr viele Vorteile bot. Man konnte damit mehr Truppen und Material in kürzerer Zeit über sehr weite Entfernungen transportieren und diese Transporte waren, was die Transportkapazität anbelangt, sogar kostengünstiger als die von Pferden oder Mulis gezogenen Frachtwagen. Die Eisenbahn erhielt nun einen festen Platz in der Strategie und Planung der Feldzüge.

Doch nun begannen die Schwierigkeiten, denn man hatte nicht mit den Eisenbahngesellschaften gerechnet. Als diese erkannten, daß die Regierung sie dringend brauchte, dachten sie nur noch an ihren Profit. Während sich neben den Verladerampen die Kisten mit Verpflegung und Munition ansammelten, verhandelten die leitenden Angestellten der Bahn noch mit den zuständigen Offizieren über die Frachtkosten. Als man herausfand, daß sogar der Kriegsminister Simon Cameron, ein prominenter Investor in Eisenbahngesellschaften, die Transportkosten, die das Kriegsministerium zu zahlen hatte, zugunsten dieser Gesellschaften manipulierte, wurde er gezwungen, von seinem Amt zurückzutreten.

Dies gab den Anlaß zum Erlaß des Eisenbahn- und Telegrafengesetzes (Railways and Telegraph Act) vom 31. Januar 1862. Der Präsident konnte nun Eisenbahngesellschaften für die Regierung beschlagnahmen, die dann dem Kriegsministerium unterstellt wurden. Dieses Gesetz wurde aber im Norden nur bei sehr wenig Gesellschaften angewendet, denn die anderen reagierten sehr schnell und boten der Regierung ihre Zusammenarbeit an. Profitgier und Korruption fanden ihr Ende und es begann eine hervorragende Zusammenarbeit. Diese war auch nötig, denn die Militärs hatten keine Ahnung vom Eisenbahnwesen, sie hatten sich davor noch nie damit befaßt.

Man brauchte also Eisenbahnspezialisten. Im Kriegsministerium wurde nun eine neue Dienststelle geschaffen, nämlich die United States Military Railroads (U.S.M.R.R.). Ihr Leiter (Military Director and Superintendent of Railroads in the United States), mit dem Dienstgrad eines Brigadegenerals, wurde Daniel C. McCallum, der davor Direktor der Erie Railroad war. Da die Eisenbahngesellschaften im Norden inzwischen mit den Militärs zusammenarbeiteten, war die USMRR hauptsächlich für den Schienenverkehr in den eroberten Gebieten des Südens verantwortlich.

 

 


Nach den Vorgaben der militärischen Führung lag die Durchführung der Eisenbahntransporte in der Verantwortlichkeit der Eisenbahngesellschaften, die die gesamte Planung in kürzester Zeit koordinieren mußten.

Wie schwierig das oft war, zeigt die folgende Skizze, in der der Koordinationsaufwand zwischen den Eisenbahngesellschaften beim Transport des XI. und XII. Korps exemplarisch dargestellt ist.

 


 

Am 23. September 1863 trafen sich der Präsident, der Kriegsminister, der Oberbefehlshaber des Heeres und der Leiter der USMRR, um die Möglichkeit zu besprechen, 25.000 Mann und 10 Geschützbatterien mit der Eisenbahn etwa 1450 km von Virginia nach Alabama zu verlegen, um die Truppen in Chattanooga, Tennessee, zu verstärken. Die Planung begann am 24. September, und zwar nicht durch das Kriegsministerium, sondern durch die Transportabteilung der Baltimore and Ohio Railroad, die auch die Koordination mit den anderen fünf zivilen Gesellschaften übernahm. Bereits am 25. September stiegen die ersten Soldaten in Virginia in die bereitgestellten Züge. Der Leiter der USMRR, McCallum, war für die Verladung zuständig. John W. Garrett, der Präsident der Baltimore and Ohio Railroad überwachte mit seinem Arbeitsstab den Transport bis Louisville.
Den weiteren Transportweg und das Ausladen in Bridgeport überwachte Thomas A. Scott, Vizepräsident der Pennsylvania Railroad und ehemaliger stellvertretender Kriegsminister (1861 - 1862). Bewundernswert ist hier die Schnelligkeit, mit der dies geschah - vom ersten Gespräch bis zum Beginn der Verlegung vergingen nur 2 Tage! Die gesamte Verlegung war nach 11 Tagen beendet.

Der deutschstämmige Herman Haupt, Chefingenieur der Pennsylvania Railroad, wurde Leiter des Bau- und des Transport-Korps (Construction Corps und Transportation Corps) auf dem Kriegsschauplatz in Virginia. Mit seinem großen Organisationstalent schuf er bis 1863 eine straff organisierte und gut funktionierende Organisation, um den Eisenbahntransport in Virginia effektiv zu gestalten.

 

 

 

 

Das sogenannte Bau-Korps war dafür zuständig, das Streckennetz für den militärischen Transportverkehr vorzubereiten und instandzuhalten. Es bestand aus zivilen Ingenieuren, gut ausgebildeten Arbeitern und Handwerkern. Sie erhielten Materiallager, Werkzeuge und ihre eigenen Transportmittel. Um die Reparaturarbeiten an Gleisen und Brücken zu beschleunigen, standen ihnen vorgefertigte Teile zur Verfügung. Das Korps bestand aus selbständigen „Divisionen“, die schnell in das zugewiesene Gebiet verlegt werden konnten. Für ihre Arbeit brauchten sie weder fremde Hilfe noch Anweisungen von höheren Dienststellen. Zu Kriegsende bestand das Korps aus etwa 10.000 Mann, von denen viele ehemalige Sklaven waren.

Das Transport-Korps war für die Organisation und Koordinierung der militärischen Transporte zuständig. Dazu setzte Haupt beim Kriegsminister folgende Grundsätze durch, die auch in den anderen Kriegsschauplätzen übernommen wurden:

— Kein militärischer Vorgesetzter darf in den Transportverkehr eingreifen
— Keine Nachschubtransporte „auf Vorrat“, sondern nur bei wirklichem Bedarf
— Züge, die das Frontgebiet erreichen, sind sofort zu entladen. Offiziere, die sich weigern, ihre Soldaten dafür einzusetzen, können entlassen werden
— Wo keine Telegrafenverbindung besteht, werden die Züge nach einem genau festgelegten Zeitplan eingesetzt
— Alle Züge, ob voll beladen oder nicht, fahren zum festgelegten Zeitpunkt ab. Der die zurückgebliebene Fracht wird von Extrazügen transportiert
— Sind auf der Strecke keine Nebengleise vorhanden, um zurückfahrende Züge vorbeizulassen, werden Konvoys von 5 - 6 Zügen zusammengestellt.
— Sie fahren gemeinsam zum Bestimmungsort und kehren gemeinsam zurück. Erst dann fährt der nächste Konvoy ab.

 

Brigadegeneral H. Haupt

Der erste Grundsatz war besonders wichtig, denn vielen militärischen Vorgesetzte waren die Schwierigkeiten der Transportplanung nicht bekannt oder sie ignorierten sie einfach. Hier ein typisches Beispiel: Generalmajor John Pope benötigte Ende August 1862 bei dem Feldzug, der zur 2. Schlacht von Bull Run führte, dringend Verstärkung.

Da stoppte Brigadegeneral Samuel D. Sturgis 4 Züge auf der Hauptlinie in der Nähe von Alexandria und befahl, seine Brigade an die Front zu bringen, obwohl diese noch gar nicht abmarschbereit war. Am Bestimmungsort angekommen, ließen sich die Truppen außerdem viel Zeit, die Züge zu entladen. Diese Aktion brachte Haupts Planung vollkommen durcheinander und blockierte den anderen Verkehr um einen Tag.

Als Haupt dem General die Wichtigkeit der Transportplanung erklären wollte, gab ihm Sturgis sinngemäß die Antwort:
„ John Pope interessiert mich einen Hühnerdreck.“

 

 

Die Schwierigkeiten bei den Eisenbahnstrecken

 

Eine ideale taktische Eisenbahnstrecke, in den USA meist eingleisig, sollte folgende Bedingungen erfüllen, die von viele Eisenbahnstrecken, besonders im Frontgebiet, leider nicht erfüllt wurden.

- Nebengleise in bestimmten Abständen, damit entgegenkommende Züge vorbeifahren konnten
- große Verladerampen an den Bahnhöfen, um das Be- und Entladen zu beschleunigen
- Gleisdreiecke, damit Züge ohne Abkopplung der Loks wenden konnten. Da sie einem Y ähnelten, wurden sie „wye“ genannt.
- eine Telegrafenverbindung, um Zugbewegungen koordinieren zu können

 


Eine ideale Eisenbahnstrecke

 

 

Eine weitere Schwierigkeit war die Spurbreite. Während diese im Norden weitgehend standardisiert war (etwa 1,42 m), hatten die Eisenbahngesellschaften im Süden bis zu 20 Spurbreiten, die von 90 cm bis 1,80 m reichten. So mußten vom Bau-Korps zahlreiche Strecken erst mühsam umgespurt werden.
Da viele Städte und Ortschaften deren Häuser hauptsächlich aus Holz gebaut worden waren, Angst vor dem Funkenflug aus den Schornsteinen der Loks hatten, endeten viele Eisenbahnstrecken in einem Bahnhof an einem Ortsende während eine andere Strecke an einem Bahnhof am entgegengesetzten Ortsende begann. Passagiere und Frachtgüter, die weitertransportiert werden wollten, mußten deshalb zu Fuß oder mit Kutschen bzw. Frachtwagen zum anderen Bahnhof gebracht werden - ein sehr aufwendiges Verfahren, das viel Zeit kostete.

Als beide Seiten die große Bedeutung der Eisenbahnen bei der Kriegsführung erkannten, waren sie das Ziel zahlreicher Kommandounternehmen, die die Gleisanlagen und Bahnhöfe zerstörten. So waren ständig Reparaturtrupps im Einsatz. Dies führte dazu, das wichtige Eisenbahnstrecken, Bahnhöfe und Eisenbahnbrücken besonders bewacht und geschützt wurden.

 

 


Ein Reparaturtrupp bei der Instandsetzung eines Gleises bei Murfreesboro, Tennessee,
nach der Schlacht von Stone's River



Die stark befestigte Brücke über den Cumberland River bei Nashville, Tennessee


Eines der bekanntesten Kommandounternehmen war der Überfall auf einen Zug, der sich am 12. April 1862 im nördlichen Georgia ereignete.
Generalmajor Ormsby M. Mitchel, der die Unionstruppen im mittleren Tennessee kommandierte, wollte Chattanooga einnehmen. Aber die Lage der Stadt und die gute Eisenbahnverbindung nach Atlanta, Georgia, machte dieses Unternehmen schier unmöglich. Erst mußte die Nachschubverbindung nach Atlanta unterbrochen werden. Da machte ihm James J. Andrews, ein ziviler Kundschafter und Freizeitspion, einen verwegenen Vorschlag.
Er wollte mit einem Kommandotrupp die Western and Atlantic Railroad nach Chattanooga zerstören und so die Stadt von Atlanta abschneiden. Andrews und ein weiterer Zivilist warben dazu 22 freiwillige Unionssoldaten aus drei Ohio-Regimentern an, die sich mit ihnen in Zivil durch die feindlichen Linien schleichen sollten.

Am Morgen des 12. April hielt ein Personenzug mit der Lok „The General“ in Big Shanty (heute Kennesaw), Georgia, damit die Passagiere ein Frühstück einnehmen konnten. Diese Frühstückspause nutzte der Kommandotrupp, um den verlassenen Zug zu kapern. Andrews’ Ziel war es, mit dem Zug nach Norden in Richtung Chattanooga zu fahren und dabei so viel wie möglich zu zerstören - Gleisanlagen, Weichen, Brücken und ein Tunnel.

 

 


Die Lok “The General” in einer Ausstellung in Chattanooga, Tenn. ca 1907.
Sie steht heute im Southern Museum of Civil War and Locomotive History in Kennesaw, Georgia.

 

Als der Zug den Bahnhof verließ, ließ er geschockte Passagiere und Bahnbedienstete zurück. Doch der Zugbegleiter William A. Fuller nahm mit zwei weiteren Männern die Verfolgung auf. Erst zu Fuß, dann mit einer Draisine und schließlich mit Lokomotiven aus verschiedenen Bahnhöfen.
Dem Kommandotrupp gelang es zwar, einige Gleisanlagen und Telegrafenverbindungen zu zerstören, doch die Hauptziele, nämlich Brücken zu zerstören und einen Tunnel zu sprengen, gelang nicht. Durch Regen war das Holz zu naß und brannte nicht Auch ein Frachtwagen, der auf einer Brücke angezündet wurde, brachte keinen Erfolg. Schließlich hatte die wilde Fahrt nördlich von Ringgold, Georgia, ein Ende, denn das Feuerholz war verbraucht.
Nur wenige Kilometer vor Chattanooga verließ der Trupp den Zug und verstreute sich. Doch es dauerte nicht lange und alle Teilnehmer konnten von den Konföderierten gefangen genommen werden. Andrews und 7 Soldaten wurden vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Zehn Gefangene konnten entkommen und sich zu den eigenen Linien durchschlagen, die anderen 6 wurden am 17. März 1863 als Kriegsgefangene ausgetauscht.
19 Soldaten erhielten dafür, auch posthum, die Ehrenmedaille (Medal of Honor).

 

 

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