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Die
Zuaven Seite
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Das "französische Original" Ein Unteroffizier
des 3. französischen Zuavenregiments. Im 19. Jahrhundert hielten viele Europäer und Amerikaner Krieg für ein romantisches Abenteuer. Der Grund dafür waren die Künstler ihres Zeitalters, die in ihren Lithographien militärische Ereignisse meistens völlig unrealistisch darstellten. Krieg brachte man mit Ruhm, Patriotismus und Heldentum in Verbindung. Folglich musste auch der Soldat über diese Tugenden verfügen. Das harte Leben des einfachen Infanteristen oder Kavalleristen wurde dagegen ebenso ignoriert wie sein niedriger Status in der Gesellschaft. Nur die prächtigsten Soldaten hatten im 19. Jahrhundert einen hohen Stellenwert. In Großbritannien waren es die Garderegimenter und die Hochländer. Ähnlich großes Ansehen erlangten in Frankreich die Zuaven. Sie waren die Stereotypen für außergewöhnliche Tapferkeit, die aufgrund ihrer ausgefallenen Uniform eine besondere Identität besaßen. Die Zuaven der französischen Armee wurden ursprünglich unter Berbern rekrutiert. Die Bezeichnung Zuave leitet sich vom Stamm der Zouaoua ab, der Ende 1830 seine Dienste den Franzosen anbot, als diese Algier erobert hatten. Den Zouaoua ging ein guter Ruf als Hersteller von Gewehren voraus, zudem hatten sie im Dienst der Türken gestanden. Die exotische Uniformierung der neuen Truppe veranlasste zahlreiche Franzosen, in das Kontingent einzutreten, allerdings suchten auch entlaufene Lehrlinge und Strolche aus Paris in dem neuen Korps Unterschlupf. Die Uniform der
Zuaven glich im Wesentlichen der Kleidung der männlichen afrikanischen
Bevölkerung des nördlichen Algerien: weite Hosen (serouel),
eine kurze, offene Jacke, eine Weste (sedria) und ein Fez (chechia),
um den ein Turban gewunden war. Die Jacke der Zuaven erhielt auf der
linken und rechten Vorderseite eine Verzierung, deren oberer Teil als
Grabmal (tombeau) bezeichnet wurde. Die von unten geschlitzten
Ärmel schloss man zunächst mit Haken, später mit so genannten
Schellen-Knöpfen. Nur bei Paraden wurde der Fez mit Turban getragen.
Aufgrund dieser positiven Erfahrungen erfolgte nach Kriegsende die Aufstellung eines Zuavenregiments in der französischen Kaisergarde. 1859 fanden sich die französischen Zuaven in Oberitalien im Krieg gegen Österreich wieder im dichtesten Kampfgetümmel. Darstellungen kämpfender Zuaven erschienen in dieser Zeit in der amerikanischen Zeitschrift „Harper's Weekly”, so dass die Öffentlichkeit in den USA mit der auffälligen Uniformierung vertraut wurde.
Colonel
Noch im gleichen
Jahr stellte in Chicago ein junger Amerikaner namens Elmer E. Ellsworth
die erste amerikanische Zuaveneinheit auf, die „United States
Zouave Cadets”. Ellsworth kannte einen ehemaligen Militärarzt
der französischen Armee, der während des Krimkrieges in einem
Zuavenregiment gedient hatte, und war regelrecht von der Vorstellung
besessen, französische Zuavenuniformen in den USA populär
zu machen. Im Herbst 1860
verließ jedoch Ellsworth, der mittlerweile im Norden der USA große
Popularität genoss, seine Zuaventruppe und arbeitete in Abraham
Lincolns Anwaltsbüro. Als Lincoln zum Präsidenten gewählt
wurde, hoffte Ellsworth, in der Bundesregierung ein Milizbüro zu
schaffen, dessen Leitung er natürlich übernehmen wollte. Ellsworth
konnte aber seine Idee nicht verwirklichen und begab sich nach New York,
um dort ein Regiment Zuaven aufzustellen.
11th Indiana-Freiwilligenregiment (Wallace's Zouaves) Obgleich die Begeisterung für Zuaven, die die Vereinigten Staaten erfasste, 1859 in Chicago begann, kamen fast alle Unionsregimenter, die Zuavenuniformen trugen, aus Bundesstaaten östlich des Allegheny-Gebirges. In den westlichen, agrarischen Bundesstaaten schien es kein großes Verlangen gegeben zu haben, mit roten Pumphosen und weißen Turbanen in den Krieg zu ziehen. Die Ausnahme bildeten das 11. Indiana-Freiwilligenregiment, dessen Zuavenuniform allerdings nicht typisch für diesen Uniformstil war, und „Piatt's Zouaves” aus Ohio. Über
die erste Uniform des 11. Indiana-Regiments schrieb ihr Kommandeur Lew
Wallace, der später als Autor des Romans „Ben Hur" berühmt
werden sollte: Als sich die
Angehörigen des Regiments für eine dreijährige Dienstzeit
verpflichteten, versuchte Indianas Kriegsminister Thomas A. Scott, die
Standarduniform der Union durchzusetzen. Am 23. September 1861 schrieb
er Gouverneur Oliver P. Morton:
Knapp vier Wochen
später teilte Lew Wallace, inzwischen zum Brigadegeneral ernannt,
dem Gouverneur in einem Brief mit: Wallace' Schreiben hatte zur Folge, dass im Dezember 1861 die neuen gewünschten Uniformen geliefert wurden. Die neue Uniform bestand aus einer sehr dunkelblauen Jacke mit hellblauer Einfassung und regulären Hosen. Die Beinkleider steckte man gewöhnlich in die weißen Gamaschen. Als Kopfbedeckung wurde die alte rote Mütze zunächst beibehalten und allmählich durch ein dunkelblaues Käppi ersetzt. Fotographien, die im Frühjahr 1865 gemacht wurden, zeigen, dass die Angehörigen des Regiments immer noch diese Uniform trugen. Das Regiment diente auf beiden großen Kriegsschauplätzen. Zunächst
im Westen, wo es im Feldzug gegen die Forts Henry und Donelson (Februar
1862), in der Schlacht bei Shiloh
Colonel Lewis
Wallace und seine grauuniformierten Zuaven
Am 26. Juli 1865
wurde das 11. Indiana Freiwilligenregiment ausgemustert.
33rd New Jersey-Freiwilligenregiment (Mindl's Zouaves) Als es im Spätsommer
1863 immer schwieriger wurde, genügend Rekruten für neue Regimenter
zu finden, mussten für die Anwerbung neue Maßnahmen ergriffen
werden. Handgelder wurden angeboten, als Anreiz diente aber auch eine
besondere Uniform wie die des 33. und 35. New Jersey-Freiwilligenregiments. Am 8. September
1863 verließ das 33. New Jersey-Freiwilligen-Regiment Newark,
New Jersey, und wurde der westlichen Cumberland-Armee zugeteilt. Mehrere
Monate lang bewachten die Zuaven hauptsächlich Brücken, wobei
ihre schmucken Uniformen bald zerschlissen. Als im Frühjahr 1864
die Vorbereitungen für den nächsten Feldzug getroffen wurden,
erhielten alle Regimentskommandeure die Anweisung, die nötige Bekleidung
anzufordern. Am 22. August
1864 schrieb Oberst Mindil deshalb an das Hauptquartier: Das Quartiermeisteramt reagierte unverzüglich auf Oberst Mindils Bitte und teilte die Uniformstücke einem anderen Zuavenregiment zu. Am 14. September gab das 33. New Jersey-Freiwilligenregiment die zerschlissene Zuavenuniform zugunsten der regulären Unionsuniform offiziell auf. Nur das Käppi der ursprünglichen Uniform wurde beibehalten. Die Einheit diente weiter in Generalmajor William T. Shermans Armee, bis die konföderierten Gegner in North Carolina die Waffen streckten. Während des Marsches durch Georgia erwiesen sich Oberst Mindils Männer als gute „Organisatoren” von Lebensmitteln und „erleichterten” so manchen Südstaatler um seine Wertsachen. Das Regiment nahm im Mai 1865 an der großen Parade in Washington teil und wurde am 17. Juli 1865 ausgemustert.
35th New Jersey-Freiwilligenregiment (Cladek's Zouaves)
Auch dieses Regiment wurde im Spätsommer 1863 aufgestellt. Das Kommando hatte Oberst John J. Cladek inne. Die Uniform des Regiments ähnelte dem des 33. New Jersey-Freiwilligenregiments, allerdings hatte die Verzierung der Jacke eine andere Form und anstatt des Käppis wurde ein dunkelblauer Fez mit gelber Troddel sowie eine hellblaue Schärpe getragen. Cladeks Regiment
gehörte ebenfalls zu Shermans Armee und zeichnete sich im Mai 1864
in der Schlacht von Reseca aus, als es Brigadegeneral Morgan L. Smiths
Division unterstützte.
5th New York-Freiwilligenregiment (Duryee's Zouaves) Als es am 10. Juni 1861 zum ersten Gefecht zwischen Einheiten der Nord- und Südstaatler bei Big Bethel in Virginia kam, kämpfte auf Seiten der Union auch ein Zuavenregiment aus New York. Im Verlauf seiner zweijährigen Dienstzeit sollte das 5. New Yorker Freiwilligenregiment allen Anforderungen gerecht werden und den grimmigen Rekord halten, dass kein anderes Infanterieregiment der Union an einem einzigen Kampftag höhere Verluste erlitt. Das
5. New York-Freiwilligenregiment wurde am 22. April 1861 aufgestellt
und von Oberst Abram Duryee kommandiert, einem wohlhabenden Mahagoni-Händler,
der in seiner Freizeit das 7. New Yorker Milizregiment befehligt hatte.
Duryee hatte eine Vorführung von Ellsworths „United States
Zouave Cadets” gesehen und war zu dem Schluss gelangt, dass sein
neues Regiment aus Zuaven bestehen sollte. Die Uniformierung entsprach
fast völlig der der französischen Zuaven. Die Offiziere trugen
den Rock der regulären Infanterieoffiziere, ein Käppi mit
goldener Einfassung und normal geschnittene, rote Hosen. In mehreren Zuavenregimentern der Union dienten wie bei den französischen Zuaven auch Marketenderinnen (vivandieres), doch seltsamerweise niemals im 5. New York-Freiwilligenregiment. Einige interessierte Damen bewarben sich zwar bei Oberst Duryee, aber alle wurden abgelehnt. Eine gewisse Emma L. Thompson wollte unbedingt mit einer Freundin als Marketenderin dienen, und obgleich den beiden gute Charaktereigenschaften bestätigt wurden, ließ sich Duryde nicht erweichen. Am 23. Mai 1861 verließen „Duryee's Zouaves” in einer Stärke von 848 Mann New York. Zwei Jahre später kehrte das Regiment mit 300 Mann weniger in den Reihen zurück. Ihre Feuertaufe
erhielten die Zuaven am 10. Juni 1861 bei Big Bethel, als Truppen der
Union versuchten, ein konföderiertes Lager zu erstürmen. Schon
nach kurzer Zeit geriet das Regiment unter Artilleriefeuer der Südstaatler,
doch Oberst Duryee trieb seine Männer unentwegt an, wobei er sich
seine Uniform in dem dichten Gestrüpp des Terrains zerfetzte. Captain
Hugh J. Kilpatrick, der Kompaniechef der Kompanie H, wurde am Oberschenkel
von einer Kartätsche verwundet, schleppte sich aber weiter vorwärts,
bis er vor Schmerzen nicht mehr konnte. Im späteren Verlauf des
Krieges sollte sich Kilpatrick als Kavalleriegeneral wegen seiner Leuteschinderei
einen üblen Ruf erwerben. Trotz allen Eifers verlief der erste
Einsatz von „Duryee's Zouaves” erfolglos, auch die anderen
Unionssoldaten vermochten nicht, das Lager der Konföderierten einzunehmen.
Auf Seiten des 5. New York-Freiwilligenregiments fielen sechs Männer,
dreizehn erlitten Verwundungen. Die Duryee-Zuaves transportieren die Leiche von Lieutenant Greble vom Schlachtfeld bei Great Bethel. Im Juli 1861 wurden „Duryee's Zouaves” nach Baltimore, Maryland, verlegt, wo sie acht Monate lang Garnisonsdienst verrichteten. In Maryland sympathisierten zahlreiche Einwohner mit der Konföderation, aber Duryees Männer ließen sich nicht provozieren. Einige von ihnen heirateten sogar lokale Schönheiten, die im März 1862 zurückblieben, als das Regiment zusammen mit Einheiten unter dem Kommando von Brigadegeneral George Sykes auf der Halbinsel Virginias am Großangriff der Union auf Richmond teilnahm. Am 27. Juni beteiligten
sich „Duryee's Zouaves” in der Schlacht von Gaines' Mill
an mehreren verzweifelten Angriffen gegen zahlenmäßig überlegene
Truppen der Konföderierten. Während des Gefechts standen die
beiden Fahnenträger des Regiments 30 Schritte vor ihrer Regimentslinie
und forderten den Gegner zum Kampf heraus. Die Zuaven ließen sich
durch den Mut der Fahnenträger zur Attacke mit dem Bajonett verleiten,
doch die Südstaatler konnten ihre Stellung behaupten. Erschöpft
und nahezu ohne Munition wurden Duryees Männer schließlich
von den Reserven des 1. Pennsylvania-Regiments abgelöst. Ihre größten
Verluste erlitten „Duryee's Zouaves” in der zweiten Schlacht
am Bull Run (29./30. August 1862). Gemeinsam mit dem 10. New Yorker
Freiwilligenregiment traf sie der wuchtige Stoß von Generalmajor
James Longstreets Korps gleichzeitig von drei Seiten. Innerhalb von
nur sieben Minuten fielen 120 Zuaven aus Duryees Regiment, 179 wurden
verwundet und 27 gerieten in Gefangenschaft. Während des ganzen
Bürgerkrieges sollte kein anderes Infanterieregiment der Nordstaaten
in so kurzer Zeit so viele Männer verlieren. Viele der verwundeten
Zuaven waren mehrmals von Kugeln getroffen worden, unter ihnen auch
der Träger der Regimentsfahne, Sergeant Francis Spelman. Grimmig
hatte er sich an die Fahnenstange geklammert und gerufen: Im weiteren Verlauf
des Krieges nahm das 5. New York Freiwilligenregiment an den Schlachten
von Antietam, Shepherdstown, Fredericksburg und Chancellorsville teil.
Die Verluste blieben glücklicherweise gering. Im Mai 1863 lief
die Dienstzeit des Regiments aus, und die Veteranen von „Duryee's
Zouaves” kehrten nach New York zurück. Über ihre Parade
auf dem Broadway schrieb die „New York Times":
5th New York-Freiwilligen-Veteranenregiment Dieses Regiment war die Schöpfung von Oberst Cleveland Winslow, der „Duryee's Zouaves” während der zweiten Schlacht am Bull Run befehligt hatte. Da Winslow unbedingt wollte, dass das Ansehen von „Duryee's Zouaves” nicht in Vergessenheit geriet, nützte er seine politischen Beziehungen - seine Mutter Katherine war eine Cousine des New Yorker Politikers Hamilton Fish -, um ein Veteranenregiment aufzustellen. Da die Rekrutierung nur schleppend verlief, bat der Oberst den Kriegsminister, jene Soldaten des 5. Regiments, deren Dienstzeit noch nicht abgelaufen war, und die beim 146. Regiment dienten, seinem Regiment zu überstellen. Winslows Bitte wurde jedoch abgelehnt. Dem Oberst gelang es schließlich, ein 328 Mann starkes Bataillon aufzustellen. Vier Kompanien setzten sich aus Veteranen des alten 5. Regiments zusammen, die restlichen Kompanien wurden mit Soldaten des neu organisierten 31. und 37. New Yorker Regiments, Veteranen des 94. New York-Regiments und Männern des 12. New York-Regiments gebildet, die noch zu dienen hatten. Die Uniform der
Einheit ähnelte der des 5. Regiments, lediglich die Jacke war mittelblau
und hatte am Schulterteil und am Rücken rote Nähte. Die Aussicht,
eine Zuavenuniform tragen zu müssen, begeisterte allerdings nicht
gerade jeden Soldaten der neuen Truppe. So schrieb ein Veteran des 12.
New Yorker Regiments: Vermutlich gewöhnte sich der verärgerte Schreiber dieser Zeilen an die neue Uniform, denn das 5. New York-Freiwilligen- Veteranenregiment erhielt bis Kriegsende regelmäßig Ersatzstücke der vorgesehenen Zuavenuniform. Die neue Einheit wurde in den Verteidigungsanlagen von Washington stationiert, wo Winslow seine Zuaven hart ausbilden ließ. Dies hinderte seine Leute aber nicht, sich abends im nahen Alexandria zu vergnügen, und bald war Trunkenheit ein großes Problem in der Truppe. Winslow reagierte mit beispielloser Strenge: Betrunkene Zuaven wurden eingesperrt und alle 24 Stunden drei Mal mit kaltem Wasser überschüttet. Im Mai 1864 wurde das 5. New York-Freiwilligen-Veteranenregiment der Potomac-Armee zugeteilt. Winslow bat sogleich, dass seine Männer unter das Kommando von Generalmajor Gouverneur Kemble Warren kamen, einem früheren Offizier des 5. Regiments. Außerdem forderte er einen Einsatz seiner Leute in vorderster Linie. Beide Gesuche wurden umgehend erfüllt. Die Armeeführung kommandierte die 5. Veteranen zu Brigadegeneral Romeyn B. Ayres' 1. Brigade am Pamunkey ab, die sie nach einem mühevollen Marsch von zwei Tagen erreichten. Sofort wurde das Bataillon um sechs Kompanien mit Männern des ausgemusterten 14. Brooklyn-Regiments und des 12. New York-Regiments verstärkt. Brigadegeneral
Ayres schlug Winslow eine längere Ruhepause für seine Soldaten
vor, doch der Oberst brannte auf einen Einsatz. Alsbald befanden sich
seine Leute im Kampf um die Kirche von Bethesda. Während sich seine
Männer durch dichtes Unterholz vorkämpften, blieb Winslow
auf seinem Pferd. Natürlich bot der Oberst ein hervorragendes Ziel
für die Konföderierten, und ein Schuss traf ihn in die linke
Schulter. Winslow konnte sich aber im Sattel halten und wurde zurückgeführt,
als die Südstaatler Ayres' Brigade in der Flanke angriffen, und
seine Truppen ungeordnet zurückwichen.
9th New York-Freiwilligenregiment (Hawkins' Zouaves) Elmer E. Ellsworth hatte den Wunsch gehegt, dass seine „Fire Zouaves” als erstes Zuavenregiment für den Krieg eingezogen würden, doch „Hawkins' Zouaves” kamen ihm zuvor. Am 23. April 1861 wurde das 9. New Yorker Freiwilligenregiment in den Dienst der Union übernommen. Ihren Ursprung hatte die Truppe in einem militärischen Klub, der 1860 in New York gegründet worden war. Der Kommandeur des Regiments war Rush C. Hawkins, ein vermögender Rechtsanwalt, der 1846-48 im Krieg gegen Mexiko als Dragoner gedient hatte, und eine umfangreiche Sammlung von Büchern und Handschriften aus dem 15. Jahrhundert besaß, die angeblich nur von den Beständen des Britischen Museums übertroffen wurde. Hinsichtlich der Uniformierung war die magentarote Einfassung der dunkelblauen Jacken auffallend, eine Farbe, die sonst von keiner Zuaveneinheit verwendet wurde. Dies galt auch für die türkisfarbene Schärpe. Der Fez war ebenfalls magentarot, manchmal trugen „Hawkins' Zouaves” auch ein dunkelblaues Käppi mit magentarotem Besatzstreifen. Höhere Offiziere hatten nicht die üblichen Schulterstücke, sondern schmückten sich mit geflochtenen Rangabzeichen. Das Motto von „Hawkins' Zouaves” lautete Toujours Pret - „Immer bereit” -, ein Leitspruch, den das acht Kompanien starke Regiment stets erfüllen sollte. Ihren ersten Einsatz erlebten Hawkins' Männer, deren Koppelschloss als Emblem eine brennende Granate hatte, im August 1861 bei der Einnahme der Forts Hatteras und Clark an der Küste North Carolinas. Auf der Insel Roanoke zeichneten sie sich 1862 durch einen ungestümen Bajonettangriff aus und steigerten ihren guten Ruf in dem mörderischen Ringen am Antietam (15./17. September 1862). Gegen hartnäckigen Widerstand der Konföderierten nahm das 9. New York-Freiwilligenregiment eine steile Anhöhe ein und kam so nahe an das Städtchen Sharpsburg heran wie keine andere Einheit der Union. Der aus Schweden
stammende Zuave Charles Johnson, der eine Geschichte seines Regiments
schrieb, berichtete: 10th New York-Freiwilligenregiment (National Zouaves) Der Kern des
10. New Yorker Freiwilligenregiments war ebenfalls eine militärische
Organisation, die schon vor dem Krieg existierte. Sie entstand 1860
nach Aufrufen im „New York Herald“, die patriotische New
Yorker Bürger drucken ließen, um bei einem möglichen
Kriegsausbruch gerüstet zu sein. Den Posten des Ausbildungsleiters
übernahm Waters W. McChesney, ein ehemaliger Angehöriger von
Ellsworths „United States Zouave Cadets“, der schließlich
Oberst des Regiments wurde. In der Regimentsgeschichte
hieß es dazu:
11th New York-Freiwilligenregiment
Zu
Beginn des Jahres 1861 erhielt Elmer E. Ellsworth, der die Zuaven in
den USA populär gemacht hatte, den Rang eines Leutnants in der
regulären Armee. Kurz nach der Beschießung von Fort Sumter
im Hafen von Charleston verzichtete er jedoch auf sein Offizierspatent.
Ellsworth eilte mit der Vorstellung nach New York, dass sein Heimatstaat
die erste Zuaveneinheit für den Krieg ausrüsten sollte. Die Uniform bestand aus hellgrauen Jacken mit dunkelblauen Aufschlägen und hellgrauen Hosen. Das rote Käppi mit blauer Einfassung trug die Messingziffern „1 FZ”, die für „Ist Fire Zouaves” standen. Am 7. Mai 1861 trafen die „1st Fire Zouaves” in Washington ein. Viele der Männer hatten sich den Kopf rasieren oder patriotische Embleme wie Adler in die Stoppeln des Hinterkopfes schneiden lassen. Offenbar ging diese recht radikale Haartracht auf die französischen Zuaven zurück, die für ihre kahl geschorenen Köpfe bekannt waren. Vierzehn Tage später verließ das Regiment die Hauptstadt und rückte in Virginia ein, wo Oberst Ellsworths Zuaven sich an der Besetzung von Alexandria beteiligten, eine zuvor von den Konföderierten gehaltene Stadt.
Die Ermordung von Colonel Elmer E. Ellsworth am 24. Mai 1861 in Alexandria.
Als Ellsworth
von einer Schenke eine Fahne der Südstaaten hängen sah, lief
er in das Gebäude, eilte die Stufen hinauf und riss die Flagge
herunter. Einige Augenblicke danach wurde Ellsworth von James Jackson,
dem Eigentümer der Gaststätte, erschossen. Korporal Francis
E. Brownell, der Ellsworth in das Gebäude gefolgt war, schoss Jackson
sofort nieder. Die „1st Fire Zouaves” drohten Alexandria
in ein Flammenmeer zu verwandeln und konnten nur mit Mühe von ihrem
Vorhaben abgehalten werden. Nach Ellsworths
Tod übernahm Oberstleutnant Noah L. Farnham das Kommando über
das 11. New York-Freiwilligenregiment. Mittlerweile waren an die Männer
neue dunkelblaue Zuavenjacken ausgegeben worden, da die ersten Uniformen
wegen ihrer schlechten Qualität rasch aufgetragen worden waren,
doch die „1st Fire Zouaves" zogen es vor, nur in ihren roten
Hemden ins Feld zu ziehen. Farnham führte die Zuaven, die immer
noch Ellsworths Ende beklagten, im Juli 1861 in die erste Schlacht am
Bull Run. Zusammen mit einem Bataillon Marineinfanterie hatten sie zwei
Batterien zu unterstützen, die auf dem Henry-House-Hügel in
Stellung gehen sollten. Die 1. Virginia-Kavallerie unter dem Kommando von Oberst J.E.B. Stuart sah das Durcheinander und griff die „1st Fire Zouaves” an. Die Zuaven aus New York bemerkten die konföderierten Reiter erst, als diese schon fast heran waren. Erneut flüchteten sie, doch Stuarts Kavalleristen richteten nur wenig Schaden an. Einige der Angreifer wurden sogar durch Bajonettstöße aus dem Sattel geworfen. Oberst Farnham schien sich zunächst von seiner Verwundung zu erholen, erlag aber am 14. August seiner Verletzung. Als unerfahrene Truppe schlugen sich die „1st Fire Zouaves” nicht besser oder schlechter als viele andere Regimenter der Union am Bull Run, und hätte Ellsworth sie kommandiert, wäre vielleicht vieles anders gelaufen. Oberst
Orlando B. Willcox vom 1. Michigan-Regiment schrieb über sie:
44th New York-Freiwilligenregiment (Ellsworth's Avengers)
Nach dem Tod
von Oberst Ellsworth erfolgte die Gründung einer „Ellsworth-Gesellschaft”,
die es sich zum Ziel setzte, ein Regiment aufzustellen, um den Namen
des ersten Kommandeurs der „1st Fire Zouaves” zu ehren.
Die Gesellschaft stellte sich vor, dass jede Stadt und jeder Stadtbezirk
im Bundesstaat New York Rekruten und Gelder zur Verfügung stellen
sollten. Rasch fanden sich genügend Freiwillige, die die geforderten
Voraussetzungen erfüllten, und traten in das 44. New Yorker Regiment
ein, das unter der Bezeichnung „Ellsworth's Avengers” bekannt
werden sollte. Bald
wurde das Regiment den Erwartungen der „Ellsworth-Gesellschaft”
gerecht und beteiligte sich oft an schweren Gefechten. Zunächst
diente die Truppe in Brigadegeneral Daniel Butterfields Brigade und
wurde später Oberst Strong Vincents Brigade zugeteilt. Bei Malvern
Hill (l. Juli 1862) führte das Regiment einen energischen Bajonettangriff
aus, den Oberstleutnant James C. Rice schilderte: Vom Beginn seiner
Aufstellung bis zur Schlacht von Fredericksburg verlor das 44. New York-Freiwilligenregiment
zwölf Fahnenträger. Eine zerfetzte Fahne, die Mitte Dezember
1862 zurückgeschickt wurde, wies 84 Kugellöcher auf und hatte
zusätzlich durch Granaten einigen Schaden genommen. Zweimal hatten
Musketenkugeln in die Fahnenstange Kerben geschlagen. Am
härtesten kämpften die „Rächer” in der Schlacht
von Gettysburg (1./3. Juli 1863), als sie mit anderen Regimentern der
3. Brigade aus dem V. Korps zum Little Round Top eilten, um zu verhindern,
dass die Konföderierten die linke Flanke der Union aufrollten.
Das 44. New York-Freiwilligenregiment trug dazu bei, den Vormarsch der
Südstaatler aufzuhalten, bis das 20. Infanterieregiment aus Maine
die Anhöhe herunterstürmte und den Gegner zurückschlug.
Der Sieg am Little Round Top wurde teuer erkauft: Mehrere Offiziere
hatten tödliche Verwundungen erlitten und in der 40 Mann starken
Kompanie A waren 21 Männer gefallen. Doch auch die Konföderierten
hatten starke Verluste hinnehmen müssen. Sergeant E. R. Goodrich
von der Kompanie A der „Rächer ”schrieb:
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