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Fernmeldetruppen imBürgerkrieg
Schon vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs machte man sich im amerikanischen Heer Gedanken darüber, wie man Meldungen und Befehle über größere Entfernungen hinweg übermitteln könnte, denn es war vorauszusehen, daß die Heere immer größer und die Entfernungen auf dem Schlachtfeld und den Kriegsschauplätzen immer weiter würden. Ein Kommandeur war nun nicht mehr in der Lage, seine Truppen mit seiner Stimme oder Meldereitern zu führen. Trommelwirbel und Hornsignale blieben zwar für das engere Schlachtfeld in Gebrauch, doch auf weitere Entfernungen gab es Kommunikationslücken. Hier hinkte das amerikanische Heer einigen europäischen Heeren hinterher, aber bei der Einführung neuer Technologien taten sich die älteren Generale in allen Heeren schon immer schwer. Natürlich gab es damals schon seit 20 Jahren im zivilen Bereich den elektromagnetischen Telegrafen von Samuel Morse, doch dieser hätte erst den militärischen Bedürfnissen angepaßt werden müssen. So entschied sich das amerikanische Kriegsministerium zunächst für ein System optischer Signale.
Die Nachrichtentruppe (Signal Corps) der US-Armee
Als Gründer
des Signal Corps gilt Albert J. Myer (auch Meyer),
der als ziviler Vertragsarzt von 1854 – 1857 im amerikanischen
Heer in Texas gedient hatte. In dieser Zeit entwickelte er ein
einfaches, leicht zu erlernendes Winkeralphabet, das im Gegensatz
zu anderen Systemen nur mit einer Fahne auskam.
Das Ausbildungslager in Georgetown, D.C. Am 15.
Juni 1861 fand der erste Kriegseinsatz statt, als Nachrichtenoffiziere,
darunter auch Major Myer, mit Winksignalen das Geschützfeuer
auf die konföderierten Befestigungswerke von Sewell’
Point südlich der Hampton Roads in Virginia leiteten. Nach
und nach erkannten die Kommandeure, wie wertvoll der Einsatz
dieser Nachrichtentruppe war, und so bestand die Truppe im Januar
1862 bereits aus 105 Offizieren und 212 Unteroffizieren und
Mannschaften.
Das Winksystem (Wig-Wag)
Buchstabenkombinationen:
Die Zahlen stellten außerdem einen Kode dar, so bedeutete:
Eine Meldung begann mit einem kurzen, aber ständigen Schwenken der Fahne, das die Aufmerksamkeit der Gegenstation auf sich ziehen sollte. Dann begann das Buchstabieren. Nach jedem Buchstaben wurde die Fahne wieder in die 1. Position gebracht. Das Ende eines Wortes wurde mit einer „3“ (Schwenken nach vorn) angezeigt, das Ende eines Satzes mit „33“ und das Ende der Meldung mit „333“.
Um das Übermitteln zu beschleunigen, führte man noch zusätzlich eine ganze Anzahl von Abkürzungen ein, z.B.:
Bei guten
Wetterbedingungen konnte man die Fahnen (mit dem Fernglas) auf
eine Entfernung von 16 – 24 km noch gut sehen,
Während der Nacht benutzte man Fackeln oder Laternen, die nach dem gleichen Schema geschwenkt wurden.
Übermittlung einer Meldung mit Fackeln während der Nacht
Diese Art der Verschlüsselung war zwar noch recht einfach und konnte leicht „geknackt“ werden, doch die Zeit, die man dafür brauchte, war lange genug, um die Meldung für den Feind uninteressant zu machen; sie war dann nämlich schon veraltet. Zur Täuschung wurden aber auch „Falschmeldungen“ abgesetzt, die den Feind täuschen und ablenken sollten.
1 = Gepackte Tragerolle
Zur Ausrüstung des Nachrichtenoffiziers gehörte zusätzlich auch ein Fernrohr.
Während des Tages benutzte man eine weiße Fahne mit einem roten Quadrat, bei schlechter Sicht (Dämmerung, Nebel oder auf Gewässern) eine rote Fahne mit einem weißen Quadrat. Daneben war noch eine schwarze Fahne mit einem weißen Quadrat in Gebrauch, die bei Schnee oder sehr hellem Hintergrund benutzt wurde. Die Fahnen waren gewöhnlich in zwei Sätzen in den Größen 4,6 x 4,6 Fuß (1,4 x 1,4 m) und 2 x 2 Fuß (61 x 61 cm) vorhanden. Spielten die Sichtverhältnisse keine Rolle so konnten von einer Stelle aus zwei Soldaten gleichzeitig mit unterschiedlichen Fahnen (z.B. eine rot, die andere weiß) Meldungen an zwei verschiedene Signalstationen senden, ohne daß diese verwechselt werden konnten.
Als Signalstation wählte man zumeist Geländeerhebungen, Dächer oder Kirchentürme aus. Waren diese nicht vorhanden, mußten erhöhte Plattformen und Türme (vor allem bei festen Nachrichtenverbindungen) errichtet werden. Bei den Stationen unterschied man Beobachtungs- und Meldestationen, die in einem bestimmten Gelände den Feind beobachteten und dessen Bewegungen meldeten sowie Stationen, die nur der Übermittlung von Meldungen und Befehlen dienten. Signalstation
auf dem Elk Mountain während des Antietam-Feldzugs von 1862
Die Leuchtpatronen (Coston Flares)
Da die Laternen und Fackeln keine allzu große Reichweite hatten, entschlossen sich die Army und Navy, die von Martha Coston nach einem von ihr verbesserten Patent ihres verstorbenen Mannes hergestellten Leuchtpatronen einzuführen. Sie wurden mit einer speziellen Signalpistole verschossen und entwickelten ein helles, farbiges Licht, das weit zu sehen war. Das Prinzip war ähnlich dem der Fahnen. So entsprach z.B. die Farbe Rot der „1“, Weiß der „2“ und Grün der „3“. Die Buchstaben wurden durch bestimmte Zahlenfolgen wie beim Winkeralphabet ausgedrückt. Zusätzlich gab es noch unterschiedliche Farbkombinationen, denen man zahlreiche bestimmte Bedeutungen geben konnte. Die Patrone „P“ war das Anrufsignal, die Patrone „A“ das Antwortsignal.
Munitionskiste
mit Leuchtpatronen
Signalpistolen
Die Signalraketen
Während des Krieges experimentierte man auch mit farbigen Signalraketen, mit und ohne Fallschirm. Dabei gab es zwei Methoden. Die eine funktionierte wie die der Leuchtpatronen, wobei den Farben wieder Zahlen zugewiesen wurden. Auf weitere Entfernungen konnte man aber die Farben nicht mehr so richtig erkennen. So kam man auf die Idee, die Zeitabstände zwischen den Raketenabschüssen als Ziffern zu interpretieren, z.B. 5
Sekunden Abstand = „1“ Die unterschiedliche Zündung erfolgte durch verschieden lange Zündschnüre. Die nachfolgende Grafik zeigt das sogenannte chronosemische Schema
Die im Beispiel
gezeigte Zahl „135“ konnte einen Buchstaben oder einen
Code bedeuten.
Der Beardslee-Telegraf
Doch Myer war auch ein weitsichtiger Mann, der die Nachteile seines Systems kannte, das eine Sichtlinie auf mehrere Kilometer voraussetze. Während seines Medizinstudiums hatte er in einem Telegrafenbüro gearbeitet und sich mit dieser Technik vertraut gemacht. Als der Beardslee-Telegraf
- er glich verdächtig dem Zeigertelegrafen von Siemens &
Halske - auf den Markt kam, war Myer sofort begeistert und führte
das Gerät ab September 1861 in der Truppe ein.
Der
Beardslee-Telegraf
Das Bedienfeld >>
Aus seiner Arztzeit kannte Myer die Ambulanzwagen, und so entwickelte er einen „Telegrafiezug“ (Telegraph Train). Hierbei handelte es sich um einen pferdebespannten Wagen, in dem alle benötigten Geräte, Kabel (8 km), Stangen und Ersatzteile untergebracht und transportiert werden konnten. Da dieser Wagen sehr schnell auf dem Gefechtsfeld eingesetzt werden konnte, nannte man Besatzung und Wagen bald „fliegender Telegraf“ (Flying Telegraph).
Ein Telegrafietrupp des Signal Corps beim Aufbau einer Verbindung, im Hintergrund ihr Fahrzeug.
So einfach, wie gehofft, war aber die Bedienung des Geräts doch nicht, denn es war noch nicht ausgereift und mußte häufig instandgesetzt werden. Geübte Telegrafisten konnten außerdem mit einem Morseapparat wesentlich schneller senden und empfangen. Als nachteilig
erwies sich auch die geringe Reichweite von nur 8 – 13 Kilometern.
Manche betrachteten den Beardslee-Telegrafen deshalb als teure Fehlentwicklung.
Oberst Myer
hatte diese Nachteile erkannt und beabsichtigte, diese Telegrafiegeräte
im August 1863 durch Morseapparate zu ersetzen. Zunächst wollte
er aber das „U.S. Military Telegraph Corps“ (siehe weiter
unten) in das Signal Corps zu integrieren, denn in seiner Tätigkeitsbeschreibung
als Chief Signal Officer stand, daß er „für alle
Angelegenheiten des Nachrichtenwesen und der dazugehörigen
Geräte verantwortlich ist“.
Am 15. November 1863 übernahm Major William Nicodemus
den Posten
des Chief Signal Officers. Auch er war, wie sein Vorgänger,
ein Idealist und setzte sich sehr für seine Truppe ein. Ständig
wurde er beim Kriegminister vorstellig, um dafür zu sorgen,
daß seine Soldaten rechtzeitig befördert oder ihre Leistungen
anderweitig belohnt wurden.
Er heiratete
am nächsten Tag und zog sich ins Privatleben zurück, das
nicht lange dauerte, denn am 31. März 1865 wurde er auf Anordnung
des Präsidenten der Vereinigten Staaten wieder als Oberstleutnant
in die Armee übernommen und erhielt seinen alten Posten.
Die
Gliederung und Uniformierung des Signal Corps Im ersten Jahr des Krieges waren die wenigen Offiziere und Soldaten sehr unterschiedlich auf die Verbände verteilt worden. Nach der offiziellen Indienststellung der Nachrichtentruppe (Signal Corps) am 3. März 1863 galt folgendes Organisationsschema: Im Stab einer Armee (zwei oder mehr Korps) befanden sich: - 1 Hauptmann
als Leitender Nachrichtenoffizier (Chief Signal Officer) der Armee
-
1 Hauptmann als Leitender Nachrichtenoffizier (Chief Signal Officer)
des Korps
Gegen Ende des Krieges hatte die Nachrichtentruppe eine Stärke von etwa 300 Offizieren und 2500 Unteroffiziere und Mannschaften. Da in den ersten Kriegsjahren die Soldaten der Nachrichtentruppe von anderen Waffengattungen (Infanterie, Kavallerie und Artillerie) abkommandiert worden waren, behielten sie zunächst ihre Uniformen. Nach der offiziellen Bildung des Corps trugen die Unteroffiziere und Mannschaften dann die Uniform der Kavallerie mit gelben Dienstgradabzeichen und Hosenbiesen. Major Nicodemus beantragte am 22. Juli 1864 eine eigene Uniform für das Signal Corps, doch dies wurde abgelehnt, aber ein eigenes Abzeichen genehmigt – die gekreuzten Fahnen für Ärmel und Kopfbedeckungen.
Mützenabzeichen Offiziere trugen ebenfalls die Uniform ihrer ehemaligen Waffengattung oder die Uniform der Offiziere im Stabsdienst.
Die Unteroffiziere und Mannschaften waren zumeist mit dem Spencer Repetiergewehr ausgerüstet.
Die
Militärische Telegrafietruppe Nach der Erfindung des Telegrafenapparats von Samuel Morse (1844) breitete sich relativ schnell ein Netz von Telegrafenstationen über das ganze Land aus. Es entstanden Telegrafiegesellschaften, Nachrichtenagenturen und nicht zuletzt die Fernmeldenetze der privaten Eisenbahngesellschaften. Schon bald nach Ausbruch
der Feindseligkeiten erkannte man im Kriegsministerium die große
Bedeutung der Telegrafie. So blieb es nicht aus, daß am 1.
Mai 1861 die privaten Telegrafenbetreiber in den Nordstaaten - eigentlich
nicht ganz rechtmäßig - der Kontrolle des Kriegsministeriums
unterstellt und im U.S. Military Telegraph Corps (USMTC) (Militärische
Telegrafietruppe) zusammengefaßt wurden. Doch, da damit ganz
gut Geld zu verdienen war, sträubte sich keine der Gesellschaften.
Wie bereits geschildert, wollten die Leitenden Nachrichtenoffiziere der militärischen Nachrichtentruppe (Signal Corps) immer eine Verschmelzung der beiden Fernmeldedienste, doch dies scheiterte grundsätzlich an den unterschiedlichen (finanziellen) Interessen, die auch im Krieg eine große Rolle spielten. Wer - auch im Kriegsministerium - hatte welche Aktien? Als Beispiel sei hier nur das Rechnungsjahr 1865 genannt. In diesem Jahr hatte die Militärische Telegrafietruppe (USMTC) etwa 6, 5 Millionen Meldungen übermittelt, die die Regierung 2,65 Mill. $ kostete. Im Vergleich dazu beliefen sich die Kosten der militärischen Nachrichtentruppe (Signal Corps) im gleichen Zeitraum auf 1,59 Mill. $.
Feldtelegrafenstation
mit Batteriewagen eines Telegrafentrupps
Das Büro der USMTC wurde unter Leitung von Oberst Anson Stager dem Quartermaster’s Department (Quartiermeisterabteilung) im Kriegsministerium unterstellt, war aber nur dem Kriegsminister gegenüber verantwortlich. Den einzelnen Telegrafietrupps, die aus Zivilisten bestanden, wurde ein Offizier zugeteilt, der ebenfalls nur dem Kriegsministerium unterstand. Dies führte auf dem Gefechtsfeld häufig zu Reibereien mit den örtlichen Kommandeuren, die keine Befehlsgewalt über diese Trupps hatten und sie deshalb auch nicht ihren Bedürfnissen entsprechend einsetzen konnten. Sie kannten nicht einmal das komplizierte Verschlüsselungssystem für die Meldungen, dieses wurde vom Personal streng geheim gehalten. Die Zusammenarbeit mit der Truppe bestand nur in der Übermittlung und – eine wichtige Aufgabe – der Ver- und Entschlüsselung von Meldungen für die Kommandeure der Verbände, während die Truppe die Verpflegung bereitstellte sowie beim Bau, der Instandsetzung und bei der Bewachung der Leitungen Unterstützung gewährleistete. Das Leben im Felde brachte es aber mit sich, daß sich die Soldaten des Signal Corps der Armee und ihre hervorragend ausgebildeten zivilen „Kameraden“ recht gut verstanden, Schwierigkeiten gab es nur auf höherer Ebene.
Ein
Telegrafenbautrupp bei der Arbeit
Die Fernmeldeverbindungen dieser Telegrafietruppe wurden hauptsächlich für administrative, logistische und strategische Zwecke benutzt. Über das im Kriegsministerium eingerichtete Nachrichtenbüro konnte der Präsident der Vereinigten Staaten täglich mit seinen kommandierenden Generalen in Verbindung treten und einen guten Nachrichtenaustausch aufrechterhalten.
Feldtelegrafenstation
Zur Übermittlung wurden akustische und Schreibtelegrafen verwendet, die zwar einen großen Aufwand an Leitungen erforderten, dafür aber auch eine große Reichweite hatten. Zwischen dem 1. Mai 1861 und 30. Juni 1866 wurden etwa 24.761 km Leitungen neu verlegt.
Geber (Morsetaste) und Empfänger eines akustischen Telegrafen
Schreibtelegraf
Außer den sie begleitenden Offizieren, die die Uniformen der Offiziere des Stabsdienstes trugen, hatten die Telegrafisten ihre Zivilkleidung an. Um von den Konföderieren nicht für Spione gehalten zu werden, beschloß man ab 1864, ihnen himmelblaue Jacken und Hosen (mit silbernen Biesen) sowie Mützen mit silbernem Kinnriemen zur Verfügung zu stellen. Nach Beendigung der Bürgerkrieges wurde die Militärische Telegrafentruppe aufgelöst. Da man sie als „Zivilisten“ betrachtete, mußten die in dem Kämpfen verwundeten und zu Behinderten gewordenen ehemaligen Angehörigen sehr lange um eine kleine Pension kämpfen.
Die
Nachrichtentruppe (Signal Corps)
Im Stab des Peninsular-Kommandos von General John B. Magruder diente Hauptmann William Norris, ein wissenschaftlich gebildeter Mann mit einigen seemännischen Kenntnissen. Er machte den General darauf aufmerksam, daß es sinnvoll wäre, mit einem System aus Signalen sein Hauptquartier, seine Außenposten und die Stadt Norfolk zu verbinden. Magruder machte daraufhin Norris zu seinem Nachrichtenoffizier und stattete ihn mit den nötigen Befugnissen aus. Hauptmann Norris griff auf ein Signalsystem zurück, das er in der Seefahrt kennengelernt hatte. An einem Masten wurden verschiedenfarbige Fahnen und Bälle in unterschiedlichen Kombination hochgezogen, die in ein paar handkolorierten Signalbüchern erläutert waren. Von Zeit zu Zeit wurden die Symbole verbessert und, wenn nötig, erweitert. Einen anderen Weg schlug man im Stab von General P.G.T. Beauregard ein. Als sich der Süden abspaltete, hatte der Pionier-Leutnant Edward Porter Alexander, der ehemalige Mitarbeiter von Major Dr. Myer, seinen Dienst quittiert und war in die Armee des Südens eingetreten. Er meldete sich am 1. Juni 1861 in Richmond und traf dort mit dem Präsidenten Jefferson Davis zusammen, der seine Experimente auf dem Gebiet der Nachrichtenübermittlung kannte. So wurde Alexander als Hauptmann der Pioniertruppe in den Stab von General P.G.T. Beauregard versetzt, um dort eine Nachrichtentruppe aufzustellen. Da er Myers Winksystem kannte, dauerte es nicht lange, bis er einige andere Offiziere ausgebildet hatte und Nachrichtentrupps einsetzen konnte.
E. P. Alexander, hier als General der Artillerie Alexander erhielt außerdem
den Auftrag, einen Geheimdienst (Feindaufklärung) aufzustellen,
denn die Konföderierten brauchten dringend Informationen über
die Stärke und die Truppenbewegungen der Unionsarmee. Er heuerte
einige Leute an, darunter auch Frauen, bildete sie in der Übermittlung
von Nachrichten aus und schuf so hinter den feindlichen Linien ein
System von Spionen. Im wesentlichen waren es
im Süden vier große Telegrafengesellschaften, die die
Kommunikation zwischen den konföderierten Staaten aufrecht
erhielten: Letztere Gesellschaft arbeitete
relativ isoliert von den anderen und hatte fast keine Verbindungen
zu weiten Teilen des Gebietes der Konföderation.
Die meisten Offiziere der
Konföderierten aber trauten dem Telegrafen nicht und verließen
sich lieber auf briefliche Botschaften, berittene Kuriere und die
bereits erwähnten Flaggensignale. Dort, wo das Militär
die Botendienste selbst unter Kontrolle hatte, funktionierte das
System, wenn auch mit großen Zeitverlusten.
Die nebenstehende Abbildung zeigt ein solches Abzeichen auf einer „Butternut“-Uniform.
Schlußbemerkung Die Nachrichtentrupps leisteten auf beiden Seiten einen wertvollen Beitrag im amerikanischen Bürgerkrieg. Der Dienst erforderte nicht nur ein gewisses Maß an Intelligenz, sondern auch viel Tapferkeit. Waren die Soldaten doch immer am höchsten Punkt und für alle gut sichtbar eingesetzt und bildeten damit auch ausgezeichnete Ziele für Scharfschützen und die Artillerie. So erlitt die Nachrichtentruppe überdurchschnittlich hohe Verluste während des Krieges.
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