
Quellennachweis des Textes und
der Abbildungen:
Atlas to Accompany the Official Records of the Union and Confederate
Armies, 1891 – 1895
sowie Veröffentlichungen der Kongreßbibliothek (Library of
Congress)
Die Fotos und Grafiken der Freiwilligenregimenter des Staates New York
werden mit freundlicher Genehmigung des New York State Military Museum
veröffentlicht.
Zahlreiche Fahnenabbildungen werden mit freundlicher Genehmigung der
Internetseite FOTC Flags Of The Confederacy veröffentlicht
Bearbeitet von E. Liebe,
RAG Militärgeschichte, 85077 Manching
Flaggen,
Fahnen und Standarten
im Bürgerkrieg
Seite
- 5 -
Fahnen
der Freiwilligen-Regimenter der konföderierten Staaten
Die
Fahnen der Freiwilligen-Regimenter der einzelnen konföderierten
Staaten unterschieden sich sehr häufig von denen der regulären
Truppen.
So wurden sehr oft die Fahnen oder Symbole des jeweiligen Staates geführt.
Da
hier nicht alle Fahnen gezeigt werden können, befindet sich eine
Auswahl auf der Seite „Fahnen der Freiwilligenverbände“.
Sonstige Flaggen
und Fahnen
Fahnen
spezieller Einheiten
Um
ihre besondere Herkunft zu kennzeichnen, führten manche Einheiten
Fahnen, die auf ihre ethnische Herkunft hinwiesen.
Als
im Juli 1861 im Indianerterritorium (Indian Territory, später Oklahoma)
Einheiten mit indianischen Soldaten aufgestellt wurden, erhielten auch
sie Fahnen.
Rote Sterne in einer Fahne deuten an, daß sich in dieser Einheit
Indianer befanden.
Am
bekanntesten wurde die Fahne der 2. Cherokee Mounted Rifles. Diese,
der Nationalflagge nachempfundene Fahne stellt mit ihren in Form eines
Andreaskreuzes angeordneten fünf roten Sternen die 5 Zivilisierten
Nationen (Cherokees, Choctaws, Chickasaws, Creeks und Seminolen) dar.
| |
|
|
2. Cherokee Mounted Rifles |
10th
Texas Cavalry Regiment |
. |
Die
Choctaw-Brigade schuf sich eine eigene Fahne,
auf der die traditionellen indianischen Waffen dargestellt waren |
Nicht nur im Norden
gab es Einheiten, deren Angehörige irischer Abstammung waren.
Am bekanntesten wurde die Fahne der „Söhne Irlands“
(Sons of Erin),
dem 10. Freiwilligen Tennessee Infanterieregiment (10th
Tennessee Infantry Regiment of Volunteers).
Die
relativ große Fahne bestand aus einem hellgrünen Tuch mit
einer goldenen Harfe, die von Feldklee mit weißen Blüten
umrankt war. Im oberen, braun eingefaßten Schriftband befand sich
die Inschrift:
„SONS OF ERIN“ im unteren Schriftband die Worte
„GO WHERE GLORY WAITS YOU!“.
Stander
der Kavallerie und Artillerie
Im
Gegensatz zur Union führten konföderierte Kompanien der Kavallerie
und Artillerie offiziell keine Stander (guidons). Es gab jedoch zwei
Ausnahmen.
Das konföderierte Quartermaster Department beschaffte 1863 für
die Kompanien des 3. Bataillons South Carolina Cavalry unter Major W.K.
Easley
und für die Kompanien des Palmetto Artilleriebataillons eigene
Stander.
Die
Stander der Kavalleriekompanien hatten im roten Feld die Bezeichnung
der Kompanie (weißer Buchstabe)
und im schwarzen Feld den Schriftzug „3D BATTALION“ und
die Abkürzung „S.C.V.CY.“ (South Carolina Volunteer
Cavalry“ in roten Buchstaben).
Die
Stander der Artilleriekompanien hatten im roten Feld die Bezeichnung
der Kompanie (weißer Buchstabe)
und im schwarzen Feld die Abkürzung „P.B.L.A.“ (Palmetto
Battery Light Artillery).
| Beispiele: |
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Kompanie
B
3. Bataillon
|
Kompanie
F
Palmetto Battalion
|
|
Daneben gab es vereinzeln
noch privat beschaffte Stander, deren Aussehen unterschiedlich war.
Persönliche
Fahnen
Einige prominente Generale führen eigene Fahnen, die ihren Standort
und den Stab kennzeichneten. Besonders bekannt wurden folgende Fahnen:
Fahne des Hauptquartiers von General Robert E. Lee.
Sie soll von seiner Frau genäht worden sein.
Lee führte diese Fahne von Juni/Juli 1862 bis etwa Herbst 1863.

Fahne
des Hauptquartiers von General Dabney Maury.
Fahnen
im Sanitätsdienst

Für die Kennzeichnung von Feldlazaretten wurden rote Fahnen verwendet.
Der
Weg dorthin sollte mit kleineren roten Fahnen gekennzeichnet werden.
Signalfahnen
Die
Nachrichtentruppe (Signal Corps) der Konföderierten benutzte zur
Nachrichtenübermittlung die gleichen Fahnen wie die Unionsarmee,
natürlich mit anderen Zahlenkombinationen und entsprechender Verschlüsselung.
Weisse
Fahnen
Die
Parlamentärfahne (flag of truce) wurde geführt, um wichtige
Nachrichten zwischen den Gegnern auszutauschen.
Der Parlamentär näherte sich im Abstand von 25 Schritt hinter
einem Trompeter einem feindlichen Posten oder der feindlichen Linie.
In Sichtweite des Feindes steckte er seinen Degen oder Säbel demonstrativ
in die Scheide und zeigte die weiße Fahne.
Falls ihm nicht befohlen wurde, sich zurückzuziehen, näherte
er sich langsam, bis er den Befehl zum Halten erhielt.
Wenn
nur eine Nachricht (Brief) zu übergeben war, dann händigte
er diesen dem Posten aus und zog sich wieder zurück.
Dabei durfte mit dem Posten so wenig wie möglich geredet werden.
Manchmal war es aber auch nötig, den Parlamentär zum Hauptquartier
zu führen.
Dazu wurden ihm die Augen verbunden, und ein Wachposten begleitete ihn.
Der Rückweg erfolgte dann in gleicher Form.
Eine
weiße Fahne oder Stoffstück (Taschentuch) wurde aber auch
verwendet, um die Einstellung des Kampfes mit dem Ziel einer Kapitulation
anzuzeigen.

Die
abgebildete weiße „Fahne“ ist die Hälfte eines
Geschirrtuches.
Sie wurde im Namen von General Robert E. Lee von einem Stabsoffizier
(Parlamentär) der Konföderierten benutzt,
um bei Appomattox von General Grant die Kapitulationsbedingungen zu
erfahren.
Nach dem Krieg überreichte sie General Philip Sheridan der Ehefrau
von General Custer in Anerkennung für dessen Verdienste.
Schwarze
Fahnen
Über
diese Fahne, die signalisieren soll, „wir geben keine Gnade“
oder „wir kämpfen bis zur letzten Patrone und erwarten keine
Gnade“, gibt es zahlreiche Legenden, die in sogenannten „Memoiren“
von Kriegsteilnehmern des Bürgerkriegs und vor allem von Hollywoodfilmen
verbreitet wurden.
In den Dienstvorschriften beider Armeen ist diese Fahne, die angeblich
so viel Schrecken verbreitet haben soll, nicht erwähnt.
Besonders „berüchtigt“ wurde die schwarze Fahne des
konföderierten Guerilla-Führers

Captain William Clarke Quantrill mit seinen Partisan Rangers.

Ob
diese Fahne überhaupt existiert hat, ist sehr zweifelhaft.
Während es Memoiren von ehemaligen Angehörigen dieser Truppe
mit Titeln wie
„Ich ritt unter der schwarzen Fahne“ gibt, haben andere,
darunter Frank James
und Cole Younger später ausgesagt, daß sie so eine Fahne
nie gesehen hätten.
Sicher
ist aber, daß mit dem Schlachtruf „No Quarters“ (gleichbedeutend
mit „Ohne Gnade“) bei Angriffen von konföderierten
Soldaten auf Stellungen,
die von schwarzen Unionssoldaten verteidigt wurden, einige Massaker
vorkamen.
In der Union gab es andererseits auch Befehle, daß die Angehörigen
der Guerilla-Einheiten der Konföderierten nicht zu den Kombattanten
- also Soldaten - zählen und deshalb nicht nach den Kriegsartikeln
zu behandeln sind.
Dies
ist eines der düsteren Kapitel im amerikanischen Bürgerkrieg.
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