Mit
freundlicher Unterstützung
Blick
auf Fredericksburg am Rappahannock.
Die
Schlacht von Fredericksburg
»Burnside
war als Offizier allgemein beliebt und geachtet; er eignete sich
jedoch nicht zum Befehlshaber einer Armee. Niemand wußte das besser
als er selbst.« So schrieb Ulysses S. Grant über McClellans Nachfolger,
General Ambrose Burnside. Der gutmütige, freundliche und ausgeglichene
General protestierte gegen seine Ernennung und äußerte Zweifel über
seine Kompetenz. Da aber die Regierung bei ihrer Entscheidung blieb,
akzeptierte Burnside diese als Befehl. Nach
seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber der PotomacArmee entwickelte Burnside
einen Plan für einen Angriff auf Richmond über Fredericksburg mit Aquia
Landing als Versorgungsbasis für die Armee. Die Verbindungslinie sollte
über die Orange-Alexandria-Eisenbahn laufen. Lincoln billigte den Plan
unter dem Vorbehalt: Als er die Potomac-Armee übernahm, hatte Burnside eine große Reorganisation vorgenommen, um seine Probleme mit der Führung so vieler Korps zu reduzieren. Er teilte die Korps auf 3 Großdivisionen («Grand Divisions») auf:
Gegen die Potomac-Armee kämpfte die konföderierte Armee von Nordvirginia mit etwa 69.000 Mann. Die Potomac-Armee verfügte über fast doppelt soviel Artillerie wie ihr Gegner. Die dennoch auftretenden Verzögerungen waren nicht Burnsides Schuld, obwohl er sie hätte voraussehen können. Die Pontonbrücken für die nötige Überquerung des Rappahannock River bei Fredericksburg trafen eine Woche später als geplant ein, und die Potomac-Armee mußte zuviel Zeit auf der Nordseite des Flusses zubringen. Dies war ein Geschenk für die Konföderierten, denn das Korps Longstreet konnte Fredericksburg besetzen, bevor die Unionsarmee aus Aquia abrückte. Es war schon Ende November, die Flüsse führten Hochwasser, und die Straßen waren in schlechtem Zustand. Hätte Burnside seine Möglichkeiten richtig erkannt, dann wäre er unverzüglich nach Westen marschiert, um die Potomac-Armee zwischen die Korps Longstreet und Jackson zu schieben, denn Jackson hielt sich immer noch im Shenandoah-Tal auf und benötigte trotz der berühmten Geschwindigkeit seiner «Fußkavallerie» mindestens 3 Tage, um Fredericksburg zu erreichen. Burnside war jedoch so auf seine geplante Marschroute fixiert, daß er Jacksons Bewegungen nicht aufklären ließ. Wie alle Befehlshaber der Potomac-Armee vor ihm konzentrierte Burnside seine Aufmerksamkeit auf die Hauptstadt des Gegners und nicht auf dessen Armee. Am 30. November erreichten Jacksons Korps und Stuarts Kavallerie Fredericksburg.
Pontonbrücken über
den Rappahannock bei Fredericksburg
Burnside kannte
Fredericksburg vom vergangenen August, als er nach der Evakuierung
von der Halbinsel mit seinem Korps dorthin marschiert war. Die geographische
Lage dieses Städtchens war kompliziert und bot einem geschickten Verteidiger
vorzügliche Möglichkeiten gegen einen Angriff von der anderen Flußseite.
Der Angreifer würde nur dann dem Verteidiger erhebliche Schwierigkeiten
bereiten, wenn dieser sich in Fredericksburg selbst aufhielt:
Südlich des Hazel
Run lagen breite, offene Felder zwischen dem Prospect Hill und dem Fluß.
Die CSA-Armee
hatte sich auf den Marye's Heights, die vom Korps Longstreets mit 35.000
Mann behauptet wurden, und auf dem Prospect Hill, Da seine Ankunft das Feuer der Scharfschützen in Fredericksburg aktivierte, nahm er an, die konföderierte Armee halte sich in der Stadt versteckt. Er verteilte
seine Batterien auf die ganze Länge der Stafford Heights und befahl
ein sinnloses Bombardement der hübschen alten Stadt,
Auf diesem
Foto von Fredericksburg aus dem Jahre 1864 sieht man immer noch die
Schäden,
Das Wetter begünstigte zunächst die Unionstruppen: Ein dichter, anhaltender Nebel gab die nötige Deckung für den Bau mehrerer Pontonbrücken über den Rappahannock. Burnside hatte begriffen, daß sein Gegner oben auf den Marye's Heights und dem Prospect Hill lag. Er befahl der Großdivision Sumner, die geräumte Stadt zu besetzen, und der Großdivision Franklin, sich südlich von Fredericksburg am Flußufer vor dem Prospect Hill zu verschanzen. Die Überquerung des Flusses
ging am 12. Dezember unter dem Schutz des Nebels vor sich. Der Angriffsbeginn
war für den Morgen des 13. Dezember angesetzt.
Batterie
auf dem Stafford Heights.
Franklins Truppen griffen nicht in voller Stärke an, sondern nur divisionsweise. Das war gegen solch zähe Truppen wie die von »Stonewall« Jackson eine grundfalsche Taktik. Die Divisionen Meade, Doubleday und Gibbon kamen anfangs gegen die vorderen Linien der Konföderierten und Pelhams leichte Artillerie gut voran, zwangen Pelham zum Rückzug und erreichten den Bahndamm der Fredericksburg-Richmond-Linie. Im Laufe dieser Aktion gerieten die Divisionen Meade und Gibbon ziemlich durcheinander, was die Führung erschwerte. Außerdem bildete sich eine große Lücke zwischen den 3 vorgeschobenen Unionsdivisionen und den anderen, die immer noch am Flußufer lagen. Infolgedessen konnten keine Reserven für Meade und Gibbon nach vorn gebracht werden. Sie kamen schließlich durch den heftigen Widerstand der CSA-Truppen zum Stehen. Als der Konföderiertengeneral Jackson die Lücke bemerkte, befahl er um 13.30 Uhr einen massiven Gegenangriff. Durch diesen Gegenangriff gerieten die konföderierten Truppen allerdings in den Wirkungsbereich der auf den Stafford Heights postierten Geschütze der Unionsartillerie und wurden so zum Stehen gebracht. Als sich der Nebel über Fredericksburg um 11.00 Uhr lichtete, befanden sich die Unionstruppen der Großdivision Sumner auf dem Marsch durch die leeren Straßen der Kleinstadt. Jetzt standen sie völlig entblößt, und die CSA-Artilleristen auf den Marye's Heights nahmen sie sofort unter Beschuß. Die eigene Artillerie auf den Stafford Heights konnte keine Deckung geben, und so mußten sie in den Häusern und Ruinen Fredericksburgs Schutz suchen.
Der Sturm
auf die Stadt beginnt
Um Mittag erhielten die Großdivisionen Sumner und Hooker den Befehl zum Sturmangriff auf die Marye's Heights - ein wahnwitziges Unterfangen! Die beiden engen Brücken über den Abwasserkanal zwangen sie, in engen Kolonnen zu marschieren. Eine Division nach der anderen bot den CSA-Truppen ein vorteilhaftes Ziel und wurde niedergemäht. Bis zur Einstellung der Kämpfe nach Sonnenuntergang hatten 9 Unionsdivisionen den Sturm auf die Höhen gewagt. Allein an dieser Stelle waren 6. 000 Mann außer Gefecht gesetzt worden.
Der Hohlweg
und die Steinmauer am Fuß der Maryes Heights, ein Jahr
nach der Schlacht von Fredericksburg.
Nachdem der Gegenangriff der
Konföderierten vor dem Prospect Hill abgewiesen war, beließ Unionsgeneral
Franklin seine Großdivision in völliger Inaktivität, obwohl er von
Burnside wenigstens den Befehl bekommen hatte, den Angriff wieder
aufzunehmen.
Die Statistik über die Schlacht von Fredericksburg ist sehr umstritten, fest steht aber, daß die Unionsseite mindestens 10.000 Mann, wahrscheinlich über 12.000 Mann verloren hat. Auf seiten der Konföderierten wurden etwa 5.500 Mann außer Gefecht gesetzt. Fredericksburg war eine peinliche Niederlage für die Union, die nicht nur aus Burnsides mangelndem Überblick, sondern auch aus der Verbohrtheit seiner Korps- und Großdivisionskommandeure resultierte. Alle Unionsgenerale ignorierten völlig die Lücke zwischen den Korps Longstreet und Jackson, die sich noch vergrößerte, als die Division Pickett zur Unterstützung der Verteidigung der Marye's Heights nach Norden abgezogen wurde. Zwischen Hazel Run und Deep Run verteidigte lediglich die CSA-Division Hood die südlichen Hänge der Marye's Heights.
Ein Ziel,
daß Tausende von Unionssoldaten sahen, jedoch keiner von ihnen
erreichen konnte.
Nach der Schlacht
beabsichtigte Burnside, mit einem Marsch den Rappahannock aufwärts
die linke Flanke der CSA-Armee zu umfassen. |