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NORD & SÜD, Martin Öfele, General John H. Morgan - Militärische Biographie -
Veröffentlichungen: United States Army Center of Military History
sowie zeitgenössische Dienstvorschriften der United States Army


CSA - General
John Hunt Morgan

Militärische Biographie


General John Hunt Morgan


Seite 2

 

Der große Raid 1863

Im Sommer 1863 standen die Zeichen schlecht für die Konföderation. Bei Gettysburg, Vicksburg und Tullahoma waren ihr entscheidende Schläge zugefügt worden. General Bragg sah sich gezwungen, seine Position in Mitteltennessee aufzugeben, und zog sich nach Chattanooga zurück.
Auf Drängen Morgans hatte Bragg ihm die Erlaubnis erteilt, seinen Rückzug zu decken und gleichzeitig in Kentucky Rosecrans' Vormarsch auf Chattanooga zu behindern. Mit 1´460 Mann aus Dukes Brigade und 1´000 von Johnsons Soldaten sowie vier leichten Geschützen brach Brigadegeneral John Hunt Morgan am 2. Juli zu seinem letzten und größten Raid auf, der zur Legende werden und ihm selbst einen Ehrenplatz unter den romantischen Helden des Südens einbringen sollte.

Dukes Brigade setzte sich aus dem 2. Kentucky-Regiment unter Major T. C. Webber, dem 5. Kentucky unter Colonel D. Howard Smith, dem 6. Kentucky unter Colonel J. W. Grigsby, dem 9. Kentucky unter Colonel W. C. P. Breckinridge und dem 9. Tennessee unter Colonel W. W. Ward zusammen. Ihm waren auch die Geschütze unter Captain Edward Byrnes unterstellt worden. Johnson befehligte das 7. Kentucky unter Lieutenant Colonel J. M. Huffman, das 8. Kentucky unter Colonel R. S. Cluke, sein eigenes 10. Kentucky und das 11. Kentucky unter Colonel D. W. Chenault. Zusätzlich hatte ihm Morgan noch das 14. Kentucky unter dem Kommando seines Bruders, Richard C. Morgan, angegliedert. General Morgans Truppe bestand aus allen Schichten von Patrioten aus dem Süden. Unter ihnen befanden sich reiche Pflanzer und Baumwollagenten, die mit ihren eigenen Sklaven und in maßgeschneiderten Uniformen in den Krieg gezogen waren, genauso wie einfache Farmer, die in ihrer Arbeitskleidung oder in den billigen grauen Uniformen aus den Depots kämpften. Sie alle aber waren hervorragende Reiter, was Sherman veranlaßte, sie als „die beste Kavallerie der Welt" zu bezeichnen.

Über 1´000 Meilen ritten und kämpften die Rebellen, nach Indiana und Ohio, über Cincinnati hinaus bis fast nach Pennsylvania. Was von Bragg als Ablenkungs- und Schutzmanöver genehmigt worden war, weitete Morgan zu einem wagemutigen Feldzug auf eigene Verantwortung und gegen dessen ausdrücklichen Befehl aus, um „den Geschmack des Krieges auch in den ahnungslosen Norden zu tragen".


Über den Cumberland nach Kentucky
CSA-General Basil W. Duke


CSA-General Basil W. Duke (1838-1916).
Er verfaßte das Buch „Morgan's Cavalry” und nahm an allen Operationen Morgans teil

Außer Morgan wußten nur sein Schwager Basil Duke, Adam R. Johnson und die Regimentsführer von seiner Absicht, bis nach Ohio vorzustoßen. Er hatte seine Truppen bereits Anfang Juni in Sparta zusammengezogen, war aber im letzten Moment von Bragg abkommandiert worden, um eine feindliche Einheit in Osttennessee abzufangen. Die Bedeutung dieser Verspätung sollte erst am Ende dieses Unternehmens erkannt werden.
In der Nacht zum 2. Juli schließlich ließ Morgan die Wagen über den Hochwasser führenden Cumberland setzen. Die Kanonen, zwei Parrott-Geschütze und zwei 12-Pfünder, blieben jedoch zurück, da er seine Truppen und die Artillerie nicht trennen wollte. Zwischen Irish Bottom und Scott's Ferry gegenüber Burkesville überquerte am nächsten Morgen die erste Brigade den Fluß, während Johnson mehrere Meilen flußabwärts bei Turkey Neck Bend übersetzte. Erst als bereits zwei Regimenter und die beiden Parrotts das nördliche Ufer erreicht hatten, wurden sie von Patrouillen entdeckt. Johnson hingegen wurde sofort von Unionssoldaten aufgebracht, die die zweite Brigade noch im Wasser unter Beschuß nahmen. Johnsons Männer sahen sich gezwungen, das Ufer größtenteils nackt zu stürmen. Zusammen mit einem Detachment des 9. Tennessee, das zu Hilfe geeilt war, gelang es ihnen, die zahlenmäßig überlegenen Nordstaatler in die Flucht zu schlagen.

Brigadegeneral Henry M. Judah hatte seine 2. Brigade unter Brigadegeneral Edward Hobson von Columbia nach Tompkinsville abberufen, was den Rebellen den Weg nach Norden ebnete, während er selbst nach Carthage zog, um Morgan dort anzugreifen. Als Späher meldeten, Morgan habe sich in Marsch gesetzt, verlangte Hobson von Judah die Erlaubnis, ihn aufhalten zu dürfen, was dieser zornig ablehnte. Statt dessen befahl er Hobson „alle militärischen Operationen zu unterlassen". Als Folge dieses Befehls konnte Morgan ohne viel Widerstand den Fluß überqueren und auf der Straße nach Columbia kampieren.
Judah, ein arroganter West Pointer, kommandierte zu dieser Zeit eine Division des XXIII. Corps der Army of the Ohio. Nach dem Desaster bei Burkesville beschloß er, Morgan auf seinem vermeintlichen Marsch nach Louisville den Weg am Green River bei Vaughan's Ferry abzuschneiden. Der Green River führte aber ebenfalls drei Meter Hochwasser, so daß Judah 36 Stunden verlor, bevor er ihn passieren konnte.
Morgans Vorhut traf am Morgen des 3. Juli vor Columbia auf Teile der 2. und 7. Ohio Cavalry und der 45. Ohio Mounted lnfantry unter Colonel Frank Wolford. Diese waren jedoch weit unterlegen, und so befand sich Columbia bis Mittag in der Hand der Rebellen. Am nächsten Tag erlitt Morgan einen schweren und tragischen, weil vermeidbaren Rückschlag. Keine zehn Meilen nördlich von Columbia hatte sich Colonel Orlando H. Moore mit 400 Soldaten der 25. Michigan Infantry bei Tebb's Bend in einer hufeisenförmigen Biegung des Green River verschanzt. Es handelte sich um eine ideale Verteidigungsposition. Sie war von drei Seiten vom Fluß umgeben und von der Landseite durch Baumstümpfe, dichtes Unterholz und eine von den Nordstaatlern errichtete Palisade praktisch uneinnehmbar. Colonel Cluke setzte über den Fluß, um den Unionssoldaten den Rückzug abzuschneiden und Entsatzversuche zu unterbinden. Dann schickte Johnson einen Unterhändler mit der Aufforderung zu Moore, sich zu ergeben.
US-General Edward Henry Hobson

 

US-General Edward Henry Hobson

„Der 4. Juli ist ein schlechter Tag für Übergaben, daher muß ich ablehnen", erwiderte Moore, der sich in der stärkeren Position wußte.
Daraufhin eröffnete Byrnes das Feuer auf die Stellung mit einem seiner Parrott-Geschütze. Die ersten Treffer schlugen Breschen in die äußere Palisade, und das 11. Kentucky stürmte vor. Da nur ein Frontalangriff möglich war, konnten die Föderierten Chenaults Männer mit Leichtigkeit stoppen und blutig zurückschlagen. Dabei wurde auch Colonel Chenault selbst tödlich verletzt. Es entwickelte sich ein Stellungsgefecht, in dem die Soldaten ein paar Schritte vorstürmten und Deckung zum Nachladen suchten, worauf sie von Moores Männern unter Beschuß genommen wurden.

Weder das 5. Kentucky, das auf Morgans Befehl zu Hilfe eilte, noch Byrnes Kanonen konnten eine Entscheidung herbeiführen, da die zahlreichen Bäume und das dichte Unterholz sowohl das Ausspielen einer numerischen Überlegenheit als auch einen effektiven Artillerieeinsatz verhinderten.

„Alles an der Schlacht, aus der Sicht der Rebellen, war falsch. Es war nicht die Art von Auseinandersetzung, für die Kavalleristen ausgebildet sind, nicht einmal Morgans Raiders. Sogar erfahrene Infanteristen mit Artillerieunterstützung hätten die Widrigkeiten zu schwer gefunden. Nachdem Chenault getötet worden war, fielen ein Major, zwei Captains, drei Lieutenants und etliche Unteroffiziere bei dem Versuch, ihre Männer zu sammeln.
Bevor Morgan erkannte, daß sein Versuch fehlgeschlagen war, waren 36 Konföderierte gefallen und fast 50 verwundet."
(Allah Keller, Morgan's Raid, 1962)

Gegen Mittag schließlich stellte Morgan das Feuer ein und tat, das, was er von Anfang an hätte tun sollen: er ließ Moore in seiner Stellung und setzte eine Meile flußaufwärts über den Green River. Damit hatte er die Vorteile auf seiner Seite, denn die Infanteristen von Moore konnten nur innerhalb ihrer Verteidigungsstellung von Nutzen sein, eine ernsthafte Gefahr für Morgans Reiter stellten sie aber nicht dar.
Während Morgan seinen Raid nach Lebanon fortsetzte, begann sich die Verfolgung zu organisieren. Judah passierte den Green River und setzte ihm nach, Hobson wandte sich nordwärts, und Wolford verließ Jamestown, wohin er sich nach der Niederlage bei Columbia zurückgezogen hatte. Mit seiner Kavallerie und vier Gebirgshaubitzen bedeutete er augenblicklich die größte Gefahr für die Rebellen.
Am Morgen des 5. Juli standen diese vor Lebanon. Von gefangenen Vorposten erfuhr Duke, daß die Stadt von der 20. Kentucky (US) Cavalry unter Colonel Charles Hanson gehalten wurde. Im Norden lagen zusätzlich Einheiten der 8. und 9. Michigan Cavalry und die 11. Michigan Battery.

Morgan marschierte in einer langgezogenen Doppelreihe mit seiner Artillerie im Zentrum auf die Stadt zu. Er wollte Hanson mit dieser Demonstration seiner Stärke - unter Vermeidung einer Schlacht - zur Übergabe bewegen, da sich unter den Verteidigern viele Freunde und Verwandte seiner eigenen Leute befanden.
Hanson jedoch lehnte Kapitulationsforderungen ab, und so begann ein heftiger Kampf, der den Konföderierten schmerzliche Wunden zufügte. Nachdem Byrnes mit allen vier Geschützen die Stadt unter Beschuß genommen hatte, schwenkten das 6. Kentucky und das 9. Tennessee unter Grigsby und Ward auf die rechte, Cluke und Lieutenant Colonel Tucker, der den toten Chenault ersetzte, mit ihren Regimentern auf die linke Seite der Stadt. Morgan mußte eine weitere Abteilung zur Straße nach Harrodsburg schicken, da Späher meldeten, die Michigan Cavalry habe sich auf den Kanonendonner hin in Marsch gesetzt.
Dann griff Captain Franks mit einer Kompanie des 2. Kentucky das Depot der Louisville-&-Nashville-Railroad an, in dem Hanson sein Hauptquartier eingerichtet hatte. Hundert Meter vor dem Gebäude wurde die Attacke von schwerem Trommelfeuer des Gegners aus sicherer Deckung zum Erliegen gebracht. Jetzt ließ Cluke seine Männer absitzen und eilte den am Boden festgenagelten Männern Franks' zur Hilfe. Über eine Stunde lang krochen die Konföderierten in sengender Hitze über das Feld vor dem Depot und suchten hinter jedem Zaun, jedem Busch und in jeder Furche Deckung vor dem feindlichen Feuer, das die ganze Fläche bestrich.

Nur durch Basil Dukes Initiative konnte Lebanon schließlich genommen werden. Morgan stimmte nämlich seinem Plan zu, der vorsah, Smith mit seiner Kavallerie zu einem Überraschungsangriff in die Flanke der Nordstaatler zu schicken, um das 2. Kentucky unter der Deckung dieser Attacke in die Straßen der Stadt zu schleusen. Als Smith vorstürmte, fielen auch Clukes Männer mit in den Angriff ein, während sich Webber im Schutz der Häuser zum Depot vorarbeitete. Nach vierstündigem Kampf unter mörderischen Temperaturen hatten die Rebellen das befestigte Gebäude endlich umstellt und erzwangen die Übergabe.
Neben 483 Gefangenen erbeuteten sie große Mengen an Vorräten und Medikamenten, einen 24-Pfünder und eine Anzahl Pferde.
Wolfords Kavallerie zwang die Rebellen zu einem hohen Tempo, und die Hauptkolonne hielt sich in Springfield nicht auf, sondern marschierte die ganze Nacht weiter nach Bardstown. Nur Captain William Davis bezog mit seiner Kompanie Quartier in der Stadt, um die gefangengenommenen Unionssoldaten zu entlassen. Während eine Kompanie des 2. Kentucky nach Harrodsburg zog, um feindliche Patrouillen aufzubringen, eilte Captain Ralph Sheldon mit einer weiteren Kompanie voraus nach Bardstown, um den Weg zu sichern. Nach einigen Schießereien mit Milizgruppen, konnte er die gesamte Verteidigung des Ortes in einer großen Scheune zusammentreiben, wo sich der örtliche Milizkommandant ergab.
US-General Jeremiah Tilford Boyle

US-General Jeremiah Tilford Boyle

In Bardstown fing „Lightning" Ellsworth mehrere Nachrichten aus Louisville an verschiedene Unionseinheiten ab, aus denen zu ersehen war, daß General Boyle einen bevorstehenden Angriff der Südstaatler auf die Stadt befürchtete. Mit einer Armee, deren Größe von Ellsworth ständig via Telegraph erhöht wurde, nur 35 Meilen südlich von Louisville, bestand für seine Einwohner ernsthafter Grund zu dieser Annahme.
„Sie befanden sich dennoch in keiner wirklichen Gefahr. Morgan war zu klug, als daß er eine so große Stadt wie Louisville angegriffen hätte, und hatte schon lange vorher beschlossen, sie weit zu umgehen. Aber die Gelegenheit, in der Stadt Schrecken zu verbreiten und gleichzeitig so viele Truppen wie möglich dort zu immobilisieren, war zu günstig, um sie nicht wahrzunehmen. Also beorderte der General Captain Davis, als die Kolonne durch Shepherdsville ritt, mit der Kompanie D des 2. Kentucky und der Kompanie A des 8. Kentucky zu einem Streifzug nahe der südlichen Ausläufer der Stadt. Die Anweisungen waren ausführlich; Davis sollte sein Detachment als die Hauptkolonne ausgeben.
Er sollte die Telegraphenmasten kappen, Eisenbahnschwellen und -brücken verbrennen und seinen Weg durch Shelbyville, Smithfield und Sligo fortsetzen, bis er den Ohio oberhalb von Sligo erreicht hätte."
(Allan Keller, Morgan's Raid, 1962)


Während dieses für ihn typischen Manövers marschierte er mit seiner Armee weiter nach Bardstown Junction, um bei Brandenburg an den Fluß zu gelangen. Er hatte die Captains Clay Merriwether und Sam Taylor mit ihren Kompanien des 10. Kentucky direkt nach dorthin vorausgeschickt, um Boote zum Überqueren des Ohio zu beschaffen. Mit A. R. Johnsons Brigade an der Spitze setzten sie ihren Marsch Richtung Garnettsville, wenige Meilen vor Brandenburg, fort.
Hobson, der Morgan schon auf seinen Raids im Jahr zuvor bedrängt hatte, war auf seiner Spur und wurde, auch wenn er fünfzig Meilen zurücklag, sein hartnäckigster Verfolger. Er war am 6. Juli gleichzeitig mit Wolford und Brigadegeneral James M. Shackleford, der das 8. Kentucky (US), ein Bataillon der 3. Kentucky Cavalry und eine Abteilung der 22. Indiana Battery befehligte, in Lebanon eingetroffen, einen Tag zu spät, um Hanson zu helfen. Dort erhielt er einen Befehl von General Burnside aus Cincinnati, die Kommandos von Wolford und Shackleford zu übernehmen und Morgan einzuholen oder ihm den Weg abzuschneiden. Zusätzlich zu seinem Kommando, dem 9. (US-) und 12. Kentucky, verfügte Hobson nun über 4´000 Soldaten, mit denen er Morgan jedoch erst in Ohio gefährlich werden sollte.

Inzwischen hatten die Nachrichten über John Morgans Raid auch General Rosecrans in Tullahoma erreicht, der sich anschickte, Bragg aus Tennessee zu vertreiben. Dazu war er auf die Louisville-&-Nashville Eisenbahn angewiesen. Sollte Morgan diese Linie unterbrechen, würde die Cumberlandarmee in ernste Versorgungsschwierigkeiten geraten. Bevor dieser sich aber nach Tennessee zurückwandte, waren Rosecrans' Hände gebunden.
Ungeduldig schickte er am 7. Juli ein Telegramm an Burnside:
„ Ich hoffe, Sie werden sie alle töten oder gefangennehmen und daß Morgan nicht länger der Schrecken der Kentuckyaner sein wird."
Judah, der inzwischen den Green River passiert hatte, wurde von Ellsworth mit fingierten Befehlen und Nachrichten nach Westen geschickt und marschierte nach Leitchfield. Er nahm an, Morgan würde sich wie bei seinem zweiten Raid im Sommer 1862 nach Hopkinsville begeben. Erst als ihn Burnsides Kuriere erreichten, begriff er seinen Irrtum und eilte den Ohio hinauf.
Hier muß eine weitverbreitete These widerlegt werden, die besagt, Morgan sei auf der Flucht vor Hobson und Wolford über den Ohio nach Indiana geflohen. Hätte er Hobson entkommen wollen, wäre er in Bardstown nach Westen geschwenkt, wo er auf keine größeren Verbände gestoßen wäre, um nach Tennessee zu gelangen. Eine Flucht in feindliches Gebiet wäre ein äußerst dilettantischer Entschluß gewesen.

                                                              Einfall in Indiana


Freiwilligen-Kompanie aus Indiana




Freiwilligen-Kompanie aus Indiana, auch aus diesem Staat wurden Truppen gegen Morgan eingesetzt.

 

War es in Kentucky die fehlende Miliz gewesen, die es Morgan erlaubt hatte, quer durch den ganzen Staat bis an die Grenze vorzustoßen, lag es in Indiana an fehlender Koordination und Erfahrung der in genügender Anzahl bereitstehenden Ziviltruppen.

Mangelnde Führungskräfte und widersprüchliche Befehle des Gouverneurs, General Burnsides und von General Lew Wallace, der eigens aus Washington abberufen worden war, führten immer wieder zur Aufsplitterung der Kräfte, die, effektiv organisiert, Morgan bereits in Salem hätten aufhalten können.


Merriwether und Taylor hatten zwei Flußschiffe, die „John B. McCombs" und die „Alice Dean", auf dem Ohio beschlagnahmt. Am Morgen des 8. Juli hatte Morgan seine gesamten Truppen in Brandenburg und war bereit zum Übersetzen, als man vom gegenüberliegenden Ufer Kanonendonner hörte. Am Anlegeplatz hatte sich eine Milizabteilung formiert, die die Rebellen am Überqueren hindern wollte. Byrnes brachte seine Parrotts in Stellung und feuerte einige Salven. Darauf setzten zwei von Dukes Regimentern, das 2. Kentucky und das 9. Tennessee, mit den Schiffen über und vertrieben die Miliz. Kurz danach tauchte hinter einer Flußbiegung ein föderiertes Kanonenboot auf, die „USS Springfield", unter dem Kommando von Lieutnant Commander LeRoy Fitch, USN. Nach der Meldung, daß zwei Flußschiffe gekapert worden seien, hatte er die „Springfield" von New Albany aus in Marsch gesetzt.

Morgan hatte keine Minute zu verlieren, da sich Hobson stetig näherte, die Truppen in Indiana alarmiert waren und er selbst den Geschützen des Kanonenboots ohne Deckung ausgeliefert war. Byrnes ließ seine vier Kanonen anspannen und auf einer Landzunge postieren, von wo er das Kriegsschiff unter Beschuß nahm. Nun selbst beschossen und heftig schwankend, mußte die „Springfield" abdrehen, und Morgan konnte seine Männer über den Ohio bringen.
Erst gegen 17 Uhr kehrte das Kanonenboot in Begleitung eines zweiten gepanzerten Schiffes zurück. Auch dieses Mal mußten sie jedoch vor Byrnes' Feldartillerie kapitulieren. Nach Mitternacht war schließlich auch die zweite Brigade vollzählig am Nordufer angelangt. Die „Alice Dean" wurde angesteckt, während Morgan den Kapitän der „John B. McCombs" gegen das Ehrenwort, sofort nach Louisville weiterzudampfen, mit seinem Schiff entließ.

Jetzt befand sich John Morgan in Feindesland - mit 4´000 Unionssoldaten im Rücken und Tausenden von Miliztruppen vor sich, gegen die er seine Veteranen und vor allem den Überraschungseffekt auf seiner Seite einsetzen mußte. Am 9. Juli erreichten die Südstaatler mit Dick Morgans Regiment an der Spitze Corydon, wo sich eine 500 Mann starke Bürgerwehr hinter einer hohen Barrikade verschanzt hatte. Sie konnte dem 14. Kentucky kurze Zeit Widerstand leisten, bis Colonel Johnson das Schanzwerk mit den beiden Haubitzen zerschoß und ein zweites Regiment von der Flanke her vorstieß, während ein massiver Frontalangriff die Milizstellung überrannte. Die Stadt wurde geplündert und das einzige Privathaus während des ganzen Raids niedergebrannt, in dem die Konföderierten Heckenschützen vermuteten.
Während die Soldaten nördlich nach Salem weiterzogen, begann sich im ganzen Staat Panik auszubreiten. Gouverneur Oliver P. Morton rief alle waffenfähigen Männer zu den Gewehren und forderte Truppen aus Michigan an, nachdem Burnside die Garnison aus Indianapolis abgezogen hatte. Überzeugt, Morgan würde sich nach einem Bogen nordwärts wieder nach Louisville wenden, hatte er den Distriktskommandeur von Indiana und Michigan, General Orlando B. Willcox, mit dem 71. Indiana, zwei Kompanien der 3. Indiana Cavalry und der 23. Indiana Battery, dorthin beordert
US-General Milo Smith Hascall


US-General Milo Smith Hascall

Indianapolis lag jetzt, nur von zwei Kompanien der 63. Indiana Infantry beschützt, nach Ansicht Mortons offen vor den Rebellen. Brigadegeneral Milo Hascall wurde mit der Verteidigung der Stadt beauftragt, und innerhalb von 48 Stunden befanden sich 65´000 teils bewaffnete Männer in Indianapolis, bereit, sich gegen die vermeintliche Invasion zu verteidigen. Kurze Zeit später fanden sich Colonel DeLands 1. Michigan Scharfschützen und die 12. Michigan Battery ein, und Morton forderte zusätzliche 17´000 Musketen aus Staatsarsenalen an, da er einen Aufstand der 6´000 konföderierten Kriegsgefangenen im nahegelegenen Camp Morton befürchtete.

Auf seinem Weg nach Salem teilte Morgan seine Männer in zwei Kolonnen auf, die entlang der beiden parallelen Straßen so eine größere Fläche bedeckten und leichter nach links und rechts abschwenken konnten, um die umliegenden Farmen nach frischen Pferden abzusuchen. Am Abend des 9. Juli kampierten die Südstaatler 16 Meilen vor Salem, 25 Meilen nördlich des Ohio, den Hobson zur selben Zeit überquerte. Da er unter Zeitdruck stand, ließ er seinen Versorgungszug in Kentucky zurück und telegraphierte allen Städten und Dörfern in Südindiana, man solle ihm Verpflegung bereitstellen.

Morgan, der sich wie kaum ein anderer auf die Taktik der Kavallerieraids verstand, teilte seine Truppe am nächsten Tag in drei Züge auf. Mit der Hauptkolonne zog er weiter nach Salem, während die beiden seitlichen Flügel jeweils nach links und rechts schwenkten. Er hatte genügend Erfahrung mit Milizen gesammelt, um zu wissen, daß er diese unerfahrenen Bürgerwehren leicht verwirren und einschüchtern konnte.

In der Annahme, sich drei anrückenden Armeen stellen zu müssen, zerstreuten sich die Verteidiger, während gleichzeitig die Verfolgung für Hobsons Kavallerie erschwert wurde. Dadurch, daß die Rebellen die Telegraphenlinien hinter sich kappten und Ellsworth die Stationen vor sich mit widersprüchlichen und falschen Informationen versorgte, wußte niemand, wohin sich die Reiter bewegten, und jede Stadt im südlichen Indiana rechnete mit ihrem Überfall.
General Burnside, der von Lincoln seit langem bedrängt wurde, in Osttennessee einzumarschieren, sah sich außerstande, Truppen aus Louisville oder Cincinnati abzuziehen. Die Berichte, offizielle wie inoffizielle, über die Anzahl der Konföderierten nahmen phantastische Dimensionen an. Morgans Truppenstärke wurde mit mindestens 3´000 angegeben, manche Augenzeugen schworen, sie hätten 10´000 Soldaten gezählt.
Kurz vor Salem zog Morgan die Kolonnen zusammen und marschierte ein, wobei ihm 150 Verteidiger kaum nennenswerten Widerstand boten, bevor sie aus der Stadt flohen. Nachdem eine Abteilung Scouts die Bahnlinie der Louisville-&-Chicago-Railroad außer Betrieb gesetzt hatte, brachen die Reiter gegen 14 Uhr nach Vienna, im Osten Salems, auf. Dort erfuhr Ellsworth, daß sich in New Albany eine 10´000 Mann starke Miliz gesammelt hatte, während in Mitchell weitere 3´000 Zivilverteidiger standen. Daraufhin änderte Morgan seine Route und marschierte in Richtung Madison. Dort waren Barrikaden und Brustwehren errichtet worden, um ihn daran zu hindern, den Ohio zu überschreiten.

Gleichzeitig beschloß General Wallace, die Rebellen nicht aufzuhalten, sondern aus Indiana zu vertreiben. Das würde durch den Umstand, daß das Eisenbahnnetz des Staates zwar gut ausgebaut war, die verschiedenen Gesellschaften aber unterschiedliche Spurweiten benutzen, erheblich behindert. Theoretisch konnte Wallace seine Truppen von Indianapolis aus rasch überallhin verteilen, in der Durchführung aber mußte er an jedem Knotenpunkt auf Züge der jeweiligen Linie warten, was effektive Truppenbewegungen fast verhinderte.
Indessen war Morgan, der nie vorhatte, den Ohio bei Madison zu passieren, kurz vor der alarmierten Stadt nach Norden geschwenkt, hatte Paris durchquert und lagerte am Abend des 11. Juli vor Vernon. Durch diesen Zug hatte er über 2´000 Mann der Indiana Legion ausmanövriert und Truppen, die ihn auf seinem Weg nach Norden hätten aufhalten können, in der nutzlos befestigten Stadt gebunden.
Auch Vernon befand sich im Alarmzustand. General John Love hatte dort neben Miliz mehrere Infanteriekompanien und eine Artilleriebatterie zusammengezogen, um die Südstaatler mit allen Mitteln zu stoppen. Morgan, der Partisan, wollte einen langwierigen und blutigen Häuserkampf vermeiden und ließ Colonel Johnson mit der 2. Brigade eine Seitenstraße rechts der Stadt nach Dupont einschlagen. Gleichzeitig schickte er einen Unterhändler mit der Aufforderung zur Kapitulation in die Stadt.
Diese Taktik verschaffte ihm die Zeit, die er brauchte, um seine gesamte Truppe an Vernon vorbeizuschleusen, während General Love auch die zweite Forderung zur Übergabe zurückwies, da er inzwischen Verstärkung erhalten hatte. Auf das Ultimatum Morgans, die Stadt nach dreißig Minuten anzugreifen, bezogen die Verteidiger ihre Posten, während sich Morgan mit seinen Offizieren absetzte und seiner Armee um Vernon herum folgte. Als Wallace am Abend mit 1´300 Infanteristen eintraf, lagerten die Reiter bereits 15 Meilen entfernt bei Dupont. Dort konnten sie vier Eisenbahnlinien, die in alle Teile des Staates führten, unterbrechen, was ihnen einen weiteren Vorsprung verschaffte.
US-General Lewis Wallace

US-General Lewis Wallace

 

Die Konföderierten hielten ein Tempo, das noch nie vorher ein Kavallerieverband vorgelegt hatte. Durchschnittlich 23 Stunden befanden sie sich am Tag im Sattel, was General Wallaces Verfolgung, die eigentlich als Jagd geplant war, zur Farce werden ließ. Als er seine Männer in Osgood konzentriert hatte, war Morgan bereits in Versailles. Dort hatten seine getrennt anrückenden Soldaten die 300 Verteidiger überrumpelt und gefangen. Danach ritten sie am Nachmittag des 12. Juli weiter nach Osten.

Morgan konnte davon ausgehen, daß sich in Cincinnati, von dem er noch etwa 60 Meilen entfernt war, starke Truppenteile aus Louisville, das offensichtlich außer Gefahr war, gesammelt hatten. Die Stadt anzugreifen, schien also nicht ratsam, und so marschierte er, mit vier Kolonnen eine 25 Meilen weite Fläche bedeckend, gleichzeitig nach Pierceville, Aurora und Milan, um die Föderierten über seine Absichten im Dunkeln zu lassen. In Sunman, wo Morgan seine Truppen zur Überschreitung der Grenze nach Ohio wieder vereinte, brach er am Morgen des 13. Juli zum längsten Kavalleriemarsch der Geschichte auf.



Ende des Raids in Ohio

Als Morgan bei Harrison die Grenze nach Ohio überschritt, befanden sich noch ungefähr 2´000 Mann unter seinem Kommando. Neben den Toten und Verwundeten, die man zurückgelassen hatte, war auch John Davis' Kompanie verloren. Sie hatte nach Abschluß ihrer Mission den Ohio bei Twelve Mile Island überquert, war darauf in einen Hinterhalt der 73. Indiana Volunteers geraten und hatte sich ergeben.
Morgans Absicht war es, in Cincinnati möglichst viele Truppen zu binden und über die Cincinnati-, Hamilton-, und Dayton-Eisenbahnlinie östlich der Stadt, wo Burnside versuchen würde, ihn zu stellen, zu entwischen. Flußaufwärts, wo Untiefen den Ohio für Kriegsschiffe unpassierbar machten, sollte er nach Westvirginia übersetzen, von wo aus er unbehelligt nach Virginia oder Tennessee abziehen konnte.
Hobson, Wolford und Shackleford, die nur ein paar Stunden zurücklagen, wurden infolge der von den Rebellen eingerissenen Brücke über den Whitewater bei Harrison entscheidend aufgehalten, da keine geeignete Furt für die Artillerie zu finden war. In Cincinnati brach indessen ähnliche Panik wie schon in Louisville und Indianapolis aus. Gouverneur David Tod mobilisierte die gesamte Miliz der südlichen Hälfte Ohios, die verängstigten Einwohner verbarrikadierten ihre Häuser, und Lebensmittel wurden rationiert.
General Judah mit seinen 3´000 Soldaten der 11. Ohio, 23. Michigan und 107. Illinois Mounted Infantry, der 14. Illinois, 5. Indiana und 11. Kentucky (US) Cavalry und zwei Abteilungen Artillerie zog den Fluß herauf, während Brigadegeneral E. Parker Scammon, der die 3. Division des Armeecorps in Westvirginia befehligte, mit den 12., 23. und 91. Ohio und 13. Virginia-Freiwilligenregimentern sowie einer Batterie Sechspfündern aus Fayetteville in den Hügeln West-Virginias an den Ohio aufbrach, wo er bei Gallipolis auf Fitchs Kanonenboote stieß, die ebenfalls den Fluß hinauffuhren, um Morgan am Übersetzen zu hindern.

Morgan hatte inzwischen Cincinnati unter großen Strapazen nördlich umgangen und ein Detachment nordöstlich nach Hamilton geschickt, um einen Angriff auf diese Stadt vorzutäuschen. Burnside, der von General Halleck bedrängt wurde, wußte nicht, wo er seine Truppen konzentrieren sollte, und beschränkte sich auf die Verteidigung Cincinnatis.
„Ich muß Ihnen wieder die Wichtigkeit eines Vorstoßes nach Osttennessee vor Augen führen, um Rosecrans' Linke zu decken", hatte ihm Halleck als Generalstabschef wiederholt telegraphiert, Burnside jedoch saß in der Klemme, da er Morgans Züge nicht voraussehen konnte.
Bei Miamitown überquerten die Rebellen den Big Miami und erreichten gegen zwei Uhr morgens Glendale an der Reading Pike, wo die größte Gefahr eines föderierten Angriffs bestand. Dank ihres hohen Tempos gelangten sie unbehelligt über Sharonville und Montgomerey nach Williamsburg, 28 Meilen östlich von Cincinnati, wo sie am Nachmittag des 14. Juli nach 95 Meilen und 35 Stunden im Sattel wie tot von den Pferden fielen. Das Netz der Verfolger begann sich ständig fester zu ziehen.
US-General Henry Moses Judah

US-General Henry Moses Judah

Judah hatte Cincinnati nur zehn Stunden zu spät erreicht und war sofort weiter geeilt. Tods Ruf nach Miliz waren zu diesem Zeitpunkt bereits 50´000 Männer gefolgt, und Hobson hatte Colonel A. V. Kautz mit dem 2. und 7. Ohio vorausgeschickt, um Morgan zu überholen und aufzuhalten. Gleichzeitig teilte Morgan seine Männer auf. Während er selbst weiter durch Sardinia, Winchester und Locust Grove zog, schwenkte eine Abteilung unter Colonel Dick Morgan nach Ripley am Flußufer, um den Eindruck zu erwecken, die Südstaatler wollten den Ohio dort überqueren.

Die Bürgerwehr in diesem Staat war besser organisiert als in Indiana, und sie behinderte die Reiter durch gefällte Bäume, verbarrikadierte Straßen und Hinterhalte. Neben den Opfern, die solche Heckenschützen forderten, kosteten diese Aktionen wertvolle Zeit. Immer wieder mußten kleinere Einheiten vorauseilen, um den Weg zu sichern und Miliz zu vertreiben.

In Jackson dirigierte Ellsworth die örtlichen „Axtmänner" nach Chillicothe, indem er die Nachricht verbreitete, Morgan wolle dort die Marietta-Cincinnati-Railroad, die wichtigste Linie des südlichen Ohio, unterbrechen. Morgan marschierte südlich dieser Strecke weiter und wollte die Furt bei Buffington Island erreichen.

Die Reiter konnten ihren Vorsprung nur infolge der hervorragenden Kriegslisten ihres Generals aufrechterhalten. So schickte er einige Männer in Zivil seinen Verfolgern entgegen, um sie vor einem angeblichen Hinterhalt der Rebellen zu warnen. Während Hobson seine Kavallerie und die Geschütze formierte, konnten die Südstaatler Zeit gewinnen. Auch auffällige Feuer, die sie nachts hinter sich brennen ließen, veranlaßten Hobson und Shackleford des öfteren, vermeintliche Lager anzugreifen, was jedesmal wertvolle Stunden kostete.

Als Morgan sich am 17. Juli Rutland näherte, durchquerte er den Leading Creek bei einer Furt und schwenkte südlich nach Middleport, wo die Soldaten von schwerem Sperrfeuer empfangen wurden. Da die Konföderierten nicht wußten, ob sie nicht schon von Judahs Männern angegriffen wurden, vermieden sie eine frontale Attacke und schlugen einen Bogen nach Osten.
Kurz nach Pomeroy führte die Straße in einen Hohlweg, der für einen Hinterhalt hervorragend geeignet war. Von beiden dicht bewaldeten Hängen eröffneten Milizsoldaten das Feuer auf Morgans Kolonne. Bei Hiland Bridge, wo sich die Schlucht verengte, schickte Duke Colonel Cluke mit dem 6. Kentucky voraus, um den Weg freizukämpfen, worauf seine Brigade an der Spitze des Zuges folgte. Die Geschütze und Wagen bildeten den Schluß von Johnsons Brigade, und die Rückendeckung übernahmen Major „Iron Man" Webber und das 2. Kentucky, „wie üblich einer der härtesten Positionen zugeteilt".
Fünf Meilen lang war der tödliche Spießrutenlauf, bei dem die Soldaten oft absteigen und zu Fuß gegen die versteckten Gegner vorgehen mußten. Nachdem sie dieser Falle entgangen waren, legten die Reiter eine kurze Pause ein, und General Morgan war nun zuversichtlich über das nahe Ende des Raids:
„ Alle unsere Probleme sind jetzt vorbei, der Fluß ist nur 25 Meilen weit weg, und morgen werden wir auf südlichem Boden sein."
Er sollte sich irren. Als die Südstaatler gegen 13 Uhr Chester erreichten und ihr Lager aufschlugen, unternahmen ihre Gegner alles, um eine Flucht über den Ohio zu verhindern. Der Hochwasser führende Fluß ermöglichte es Fitch, bis Portland hinaufzufahren, eine Tatsache, die zum Fallstrick in Morgans Plänen wurde. Hätte er seinen Raid wie geplant im Juni gestartet, hätte er bei Buffington Island übersetzen können. Während sich Scammons Männer am gegenüberliegenden Ufer postierten, marschierte Judah den Fluß entlang, und Colonel Kautz hatte die Rebellen beinahe eingeholt.

In Chester hielt Morgan derweil eine Lagebesprechung und schickte Scouts aus, die die beste Route zum Ohio erkunden sollten.
„ Diese 90 Minuten bedeuteten ein Desaster für Morgan. Wäre er weitergeeilt, hätte er den Ohio vor Einbruch der Dunkelheit erreicht, die Furt unbewacht vorgefunden und wäre in Sicherheit gewesen, bevor ihn seine Verfolger eingeholt hätten und bevor Scammon seine Männer am anderen Ufer verteilt hätte.
Dies war Morgans zweiter Fehler. Der erste, der Angriff auf die Unionsstellung bei Tebb's Bend, hatte ihn einige wenige Männer gekostet, tot oder verwundet, aber er hatte die Zukunft der Division nichtgefährdet. Dieser war tausendmal ernster; es war der größte einzelne militärische Fehler des ganzen Raids."

(Allan Keller, Morgan's Raid, 1962)

Das Gelände am Buffington Ford gleicht einem an zwei Seiten von Hügeln eingeschlossenen Dreieck, durch dessen Spitze sich die Straße von Chester dem Ohio nähert. Zwei kleinere Straßen verlaufen am Fluß entlang nach Norden und Süden. In den Morgenstunden des 19. stürmten Smith und Grigsby die Anhöhe, über die man auf das freie Gelände gelangte. Da die von Scouts am Abend zuvor gesichtete Miliz jedoch über Nacht geflüchtet war, marschierte Grigsby die Straße entlang zum Fluß weiter, während sich Smiths Männer südlich hielten. An der Uferstraße trafen sie auf Judahs Vorhut, das 8. Indiana unter Colonel Butler, gefolgt von der 14. Illinois Cavalry, mit dem 11. (US) Kentucky an Butlers rechter Flanke. Die Rebellen griffen sofort an und schlugen die Föderierten in die Flucht. Danach nahmen sie eine starke Verteidigungsposition südlich der Furt ein. Gleichzeitig begann Morgan, die Verwundeten in zwei Booten über den Fluß zu setzen.US-General August Valentine Kautz


US-General August Valentine Kautz

Die Katastrophe zeichnete sich ab, als Johnsons Reitervorhuten meldeten, Kautz rücke über die Straße von Chester her an. Judah, dessen Hauptkolonne inzwischen aufgerückt war, brachte das 5. und 6. Kentucky jetzt in arge Bedrängnis. General Morgan erkannte, daß eine Flucht über den Ohio unmöglich sein würde, und versuchte, seine Männer, die sich unter dem schweren Feuer der Unionstruppen in zwei zueinander rechtwinkligen Linien formiert hatten, zu einem geordneten Rückzug zu sammeln.

Während Johnsons Männer durch Wolfords heftige Attacken immer mehr zum Fluß abgedrängt wurden, begannen Artilleriegeschosse in den Reihen der Südstaatler einzuschlagen. Fitchs Kanonenboot, die „USS Moose", hatte Buffington erreicht und mit ihren 24-Pfündern in die Schlacht eingegriffen. Hinter ihr näherte sich der mit Bordgeschützen bestückte Liniendampfer „Allegheny Belle". Ein Zusammenbrechen der Front am Fluß konnte nur durch Major Bullits tollkühne Attacke mit einer Abteilung des 6. Kentucky in die Reihen des 5. Indiana unter Lieutenant O'Neil, die das ganze Regiment zurückwarf, verhindert werden.


Erst langsam konnten sich die Konföderierten zum Rückzug sammeln, während das 6. Kentucky Judah in Schach hielt. Unter dem Feuer der Kriegsschiffe verwandelte sich der Rückzug jedoch schnell in eine wilde Flucht, wobei einige versuchten, über den Ohio zu entkommen, andere in die Hügel flohen. Morgan hatte den Hohlweg, der zur Straße nach Portland führte, bereits erreicht und konnte sich mit 1´100 seiner Reiter retten, zu denen auch Johnson mit einigen Männern stieß. Duke ergab sich mit 700 Soldaten Hobson. Trotz der Heftigkeit des Gefechts hatten die Bundestruppen nur 25 Tote und Verletzte zu beklagen. Die Südstaatler verzeichneten 120 Verluste.

Der Rebellengeneral sollte Ohio noch eine weitere Woche in Atem halten. Nachdem Burnside das Kommando über die Verfolger Shackleford und Wolford übertragen hatte, setzten sie ihm mit Detachments des 1. Kentucky, 2. Tennessee, des 2. und 45. Ohio und den 14. Illinois Volunteers nach. Bei Reedsville gelang es Johnson, mit 360 konföderierten Soldaten die Furt zu durchqueren, bevor das Kanonenboot „Moose", das Morgan gefolgt war, die restlichen Reiter zurückdrängte. Nachdem Morgan seine verbliebene, 740 Mann starke Truppe neu organisiert hatte, marschierte er mit Colonel Cluke an der Spitze der zweiten und Major Webber als neuem Kommandeur der ersten Brigade in einem Bogen südwärts nach Chesire, um den Ohio bei Eight Mile Island zu passieren. Er wurde jedoch von einem zweiten umgerüsteten Flußschiff, der „Condor", am Übersetzen gehindert und mußte sich in nordwestlicher Richtung zurückziehen. Westlich von Chesire stieß er auf Shackleford, dem sich 140 Verwundete und erschöpfte Männer ergaben. Währenddessen setzte sich die Hauptkolonne ab und erreichte am Abend des 20. Juli Nelsonville.

Die Rebellen verloren immer mehr an Vorsprung und auch an Männern, die entweder aus Erschöpfung zurückfielen und gefangengenommen wurden oder in Scharmützel mit Wolfords Vorhut verwickelt wurden. Zusätzlich hatte Burnside eine weitere Truppe unter Major George W. Rue aufgestellt, die aus 375 rekonvaleszenten Kavalleristen des 9. (US-)Kentucky, 11. (US-) Kentucky, 8. Michigan, 1. und 12. Kentucky und drei Geschützen der 15. Indiana Battery unter Lieutenant Tarr bestand. Sie sollte entscheidenden Anteil am Erfolg der Föderierten haben, nachdem sie in drei Zügen von Covington über Columbus nach Mingo Junction gefahren war.
Am 22. Juli schlossen Wolford und Shackleford die Rebellen am Muskingum bei Eagleport ein. In dieser Nacht konnte Morgan die Bundestruppen ein letztes Mal überlisten, indem er seine 600 Soldaten zu Fuß über einen steilen Hügel an den Föderierten vorbeischleuste.
Während Burnside von Lincoln und Halleck weiter genötigt wurde und Politiker in Ohio seine Abberufung verlangten, setzte sich John Morgan nach Norden ab, war am nächsten Abend in Cumberland und am Vormittag des 24. Juli in Senecaville. Dort begab er sich auf die National Road und versuchte, unterhalb von Steubenville an die Furt bei Coxe's Rifle zu gelangen.
Am 25. durchquerte er Wintersville, wo ihm Shackleford so dicht folgte, daß die herbeieilende Miliz dessen Soldaten für die Rebellen hielt und sie beschoß. Er schlug sein Lager in dieser Nacht in Bergholz auf und ritt am Morgen des 26. Juli durch Monroeville, Major Rue mit seinen frischen Pferden und ausgeruhten Nordstaatlern dicht auf den Fersen.

Bei Salineville wurden sie von Major W. B. Way mit seiner 9. Michigan Cavalry angegriffen. Dieser hatte bis dahin nur rund um Cincinnati operiert, war aber von Burnside nach dem Gefecht bei Buffington den Ohio hinaufgeschickt worden. Obwohl Way von Captain Ralph Sheldon mit einer Kompanie des 2. Kentucky abgewehrt wurde, verlor Morgan fast 300 Mann, unter ihnen über 200 Gefangene.
Ein letztes Mal schwenkten die Rebellen ostwärts zum Ohio, um Smith's Ford zu erreichen. Am Beaver Creek nahmen sie ein paar Milizsoldaten gefangen und folgten der West Beaver Road, während sich entlang eines Seitenarmes dieses Flußes Major Rue näherte, der ihnen den Weg abschneiden wollte. Morgan erkannte die Ausweglosigkeit seiner Lage gegen frische Truppen, ausgerüstet mit genügend Munition, während seine 364 Soldaten noch etwa drei oder vier Runden besaßen.
US-General James Murray Shackleford

 

US-General James Murray Shackleford

Er ergab sich dem Milizhauptmann und ritt Major Rue entgegen, der seine Kapitulation entgegennahm, eine Ehre für den Unionsoffizier, die der nach einer Stunde eintreffende Shackleford später für sich beanspruchte.
Obwohl dieser Raid von vielen Historikern als nutzlos, ja sogar als unnötiges Verheizen wertvoller Südstaatler angesehen wird, kann nicht bestritten werden, daß Morgans Männer

„wenigstens ihr Hauptziel erreichten, indem sie Burnsides Marsch nach Süden zu einem früheren Zeitpunkt, in Verbindung mit Rosecrans' Vormarsch auf Tullahoma, verhinderten, was Braggs Rückzug zu einem weitaus schwierigeren Manöver als das unbehelligte Zurückziehen, das es schließlich war, gestaltet hätte."
(Shelby Foote, The Civil War, 1963)

 

Die Theorie, seine Abwesenheit hätte zu Braggs Niederlage bei Chickamauga beigetragen, kann allerdings nicht widerlegt werden, ja, man muß sogar davon ausgehen, daß 2´400 erfahrene Kavalleristen den Verlauf der Schlacht entscheidend verändert hätten.
Trotz allem aber bleibt das beeindruckende Ergebnis von 6´000 gefangenen Unionssoldaten, 34 zerstörten wichtigen Brücken, der Unterbrechung von Eisenbahnlinien an 60 verschiedenen Stellen, der Vernichtung von etlichen Depots und nicht zuletzt der Demoralisierung zweier Unionsstaaten, die zur Mobilmachung von 120´000 Mann Miliz führte, bestehen.


Gefangenschaft und Flucht


General Morgan wurde mit seinen Offizieren in das Staatsgefängnis von Ohio bei Columbus gebracht und dort entgegen der von ihm während seiner Raids an den Tag gelegten Ritterlichkeit und Rücksicht gegen die Zivilbevölkerung als gewöhnlicher Verbrecher behandelt. Auf persönliche Anordnung Hallecks, der Morgan als Verräter betrachtete, war die Anerkennung seiner Kapitulation abgelehnt worden, wodurch ein von Jefferson Davis gewünschter Austausch verhindert wurde. Die Tatsache der Verwehrung des Kriegsgefangenenstatus wirkte sich auch auf die Behandlung der Gefangenen aus.
Einer von Morgans Leuten, G. W. Logan, schrieb aus dem Gefängnis:
„ Ich werde meinen Kopf vor dem Blick eines jeden aufrecht halten. Habe Gefangene im Feld gemacht und nicht gefühlt, daß sie erniedrigt worden wären.
Ich habe sie mit mehr Respekt behandelt als unsere eigenen Männer.... Soldaten wissen Soldaten zu respektieren - Zivilisten nicht."

(Clement Eaton, A History of The Southern Confederation, 1954)
Das Foto zeigt einige von Morgans „terrible Men”

Das Foto zeigt einige von Morgans „terrible Men”, nachdem sie in Gefangenschaft geraten und in Camp Douglas interniert waren.


Am 27. November konnte John Morgan mit einigen seiner Offiziere aus dem Gefängnis flüchten, und sich mit Hilfe konföderierter Sympathisanten durch Kentucky nach Tennessee durchschlagen. Seine Berühmtheit war inzwischen bis in weite Teile des Nordens vorgedrungen, und so ist es kein Wunder, daß sich nach seiner Flucht Gerüchte über bestochene Wärter und Militärs ausbreiteten.

Offiziell - und seinem abenteuerlichen Ruf entsprechend - hatten die Rebellen einen Tunnel aus ihrem Zellenblock gegraben und anschließend die Mauer überwunden.

Am 8. Januar 1864 wurde dem gefeierten Helden in Richmond ein triumphaler Empfang bereitet, und dank seiner erfolgreichen Kampagnen 1862 erhielt Morgan bereits im Februar ein neues Kommando, das sich zum Teil aus seinen Veteranen zusammensetzte.

Im April wurde ihm das Department of Southwest Virginia unterstellt, womit er General Beauregard angegliedert war, dem die Leitung des Departments of North Carolina and South Virginia übertragen worden war, um Richmond gegen die drohende Invasion unter General Benjamin F. Butler von der Küste aus zu verteidigen.
Morgan, dem es immer widerstrebt hatte, sich größeren Armeen unterzuordnen, begab sich nach Wytheville, wo die Unionsgeneräle Crook und Averell gegen die Virginia-&-Tennessee-Railroad und die dortigen Bleiminen und Salzwerke vorstießen. Brigadegeneral William W. Averell, der mit der 2. Kavalleriedivision den ersten nennenswerten Sieg über konföderierte Kavallerie bei Kelly's Ford im März 1863 errungen hatte, nahm das Dublin Depot und verbrannte die New River Bridge in Virginia. Am 10. Mai brachte ihn Morgan bei Crockett's Cove auf und besiegte ihn. Averell zog sich daraufhin zusammen mit Crook nach Westvirginia zurück.

Ende Mai brach er zu seinem letzten Raid nach Kentucky auf, wo er mit Forrest Shermans Verbindungslinien nach Georgia unterbrechen wollte. Am 1. Juni kämpfte er bei Pound Gap und nahm am 8. die föderierte Garnison von Mt. Sterling gefangen. Danach marschierte er nach Lexington. Nachdem er die Stadt am 10. Juni besetzt hatte, besiegte er am nächsten Tag Hobson bei Cynthiana.  Am 12. Juni traf er dort auf 1´500 Unionssoldaten unter Brigadegeneral Stephen Gano Burbridge, der Anfang des Jahres Boyle als Kommandeur des District of Kentucky abgelöst hatte. Dieser schlug ihn vernichtend, wobei Morgan fast die Hälfte seiner 1´300 Männer verlor und nach Abingdon in Virginia floh, wo er am 20. Juni eintraf.
Nach diesem mißglückten Unternehmen hielt er sich weiter in Osttennessee auf. Am 3. September lagerte er in Greeneville, von wo aus er die föderierten Truppen bei Knoxville angreifen wollte.Brigadegeneral Alvan Cullem Gillem

 

Er wurde jedoch am nächsten Morgen von US-Kavallerie der Tennessee Volunteers unter

Brigadegeneral Alvan Cullem Gillem

überrascht, die seine Soldaten in ein schweres Gefecht verwickelten, wobei 100 seiner Leute starben und 75 in Gefangenschaft gerieten.

John Morgan selbst wurde im Garten des Hauses, in dem er übernachtet hatte, getötet.


 

 

Romantischer Hoffnungsträger und Symbolfigur des „Lost Cause"


„ Was bedeutete die numerische Überlegenheit des Nordens, was bedeutete die Blockade, was bedeutete die Produktion von tausenden Yankee-Fabriken,
wenn eine kleine Einheit Partisanen den Feind überlisten und niederkämpfen konnte?"
(The Confederate Reader, hrsg. von Richard B. Harwell, 1989)

John Morgan war bereits nach seinen ersten Raids zur Legende geworden. Seine Hochzeit mit Mattie Ready, einer glühenden Anhängerin der Konföderation,
wurde zur Festwoche im ganzen Süden. Auf die Frage eines Unionsoffiziers nach ihrem Namen hatte sie einmal geantwortet:
„Schreiben Sie jetzt Mattie Ready - aber mit der Gnade Gottes hoffe ich, mich eines Tages die Frau von John Morgan nennen zu können."
Morgan hatte sie nie zuvor gesehen und beschloß, als er die Geschichte hörte, seine Verehrerin aufzusuchen.
„ Und da sie ebenso schön wie patriotisch war, ist sie mit der Gnade Gottes heute Mrs. Morgan." (Mary Chesnut's Civil War, hrsg. von C. Vann Woodward, 1981)

Schon bald galt es als Ehre für jeden konföderierten Soldaten, zu „Morgan's terrible men", wie sie im Norden genannt wurden, gehören zu dürfen.
Aus allen Staaten des Südens empfing er Bittschreiben von Offizieren und Partisanenführern, wie das von Major C. T. Goode vom 2.Georgia Battalion of Partisan Rangers. Ihm war von General Joseph E. Johnston kein Operationsgebiet zugeteilt worden, und so äußerte er den „einstimmigen Wunsch" des Bataillons,
„ Ihrem Kommando angegliedert zu werden".

Obwohl oder gerade weil Morgan das Zusammenarbeiten mit anderen Offizieren und die korrekte Ausführung von Befehlen nie lernen wollte, stellte er für die Südstaatler die Entsprechung dessen, was die Konföderation politisch gesehen war, als Mensch dar. Er widersetzte sich Vernunftgründen und Vorschriften und wurde als der Prototyp des „gallant soldier" zum Idol in den durch schwere Niederlagen angeschlagenen und durch die Blockade wirtschaftlich ruinierten Südstaaten.
Er ging mit der Kavallerie neue Wege, die seiner Zeit weit voraus waren, und mit seiner Perfektionierung der Guerillataktik war er der bis dahin plumpen und schlecht organisierten Unionsreiterei auf seinen Raids durchweg überlegen.

Im Norden wurde er als Mensch hoch geschätzt und als Raider gefürchtet, und General John McClernand äußerte sich im Januar 1863 besorgt über Einwohner von Illinois, die in Hurra-Rufe für Morgan, Davis und Stonewall Jackson ausgebrochen waren.

Anekdoten wie die folgende des romantischen Helden, der stets höflich und zuvorkommend auftrat, kursierten bald bis nach Washington:
Während seines ersten Raids betrat er in Kentucky einen Gerichtssaal, in dem gerade einigen Sezessionisten der Prozeß gemacht wurde und der Richter dabei war, das Urteil zu verlesen. Morgan fragte, ob er noch ein paar Zeugen aufrufen dürfe, worauf ihn der Richter nach seinem Namen fragte und wer seine Zeugen seien:

„Mein Name ist John Morgan", erwiderte er, „und meine Zeugen sind 1400 konföderierte Soldaten."

John Hunt Morgan ging als einer jener Kavaliere wie Turner Ashby, „Jeb" Stuart oder Earl Van Dorn, die für die Südstaatler den „Lost Cause" personifizierten
und eines der Geheimnisse für den langen Widerstand und Siegeswillen des Südens waren, in die Geschichte Kentuckys ein.

 


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