Mit freundlicher
Unterstützung
Der Maryland-Feldzug „Wir können es uns nicht leisten, untätig zu sein",
hatte Lee kurz nach Second Manassas an Präsident Jefferson Davis
geschrieben, „und obwohl wir schwächer als unsere Gegner
sind ... müssen wir bemüht sein, sie fortwährend zu
beunruhigen, wenn wir sie nicht zerstören können." Colonel Bradly T. Johnson, Kommandeur des I. Maryland-Regiments. Ausgezeichnet bei Front Royal. Bereits am 7. September 1862 hatte Lee seine siegreiche Army of Northern Virginia in Frederick, Maryland, konzentriert. Wiederum beabsichtigte er eine Teilung seiner Kräfte: Gedeckt durch die South Mountain-Kette, wollte er seine Truppen nach Pennsylvania führen. Um eine Nachschubverbindung mit dem fruchtbaren ShenandoahTal herzustellen, entsandte er Jackson nach Harper's Ferry, die strategisch bedeutsame Eingangspforte ins „Valley", die offen gehalten werden mußte. Dies bedeutete, Jackson mußte die dort stationierte Garnison ausschalten, um somit Lee den Rücken freizuhalten und einer Bedrohung der konföderierten Nachschublinie vorzubeugen. Nach der Einnahme von Harper's Ferry sollte sich Jackson für den geplanten Marsch nach Norden mit Longstreet wiedervereinigen. Lee glaubte, sein gewagtes Konzept realisieren zu können, das heißt, eine Rekonzentration zu schaffen, bevor seine Streitkolonnen von der Army of the Potomac eingeholt werden konnten. Seit dem 2. September 1862 stand der diskreditierte General McClellan wieder an der Spitze der US-Streitmacht in Virginia. Pope war versetzt worden. Von Natur aus übervorsichtig, bewegte McClellan, der über den Verbleib der Konföderierten unwissend war, seine reorganisierte Armee in nordwestliche Richtung, Washington und Baltimore deckend. Am 13. September 1862 fiel McClellan unter mysteriösen Umständen Lees „Spezialbefehl Nr. 191" in die Hände, der ihm sämtliche feindliche Truppenbewegungen offenbarte. McClellan ließ sich allerdings durch einen zu umständlichen und zu langsamen Aufbau seiner Kräfte die einmalige Chance entgehen, Lees Armee vereinzelt zu schlagen. Lee
erfuhr innerhalb von 24 Stunden von dem Mißgeschick, das
seiner Armee zugestoßen war. Zunächst beschloß er, über
den Potomac zurückzugehen, da seine zerstreute Armee nicht zur
Schlacht bereit war: Longstreet stand mit 2 Divisionen bei Hagerstown,
20 Meilen südlich von Frederick, Jackson befand sich auf dem
Weg nach Harper's Ferry, unterstützt von 2 weiteren CS-Divisionen,
während D. H. Hills Division und Stuarts Kavallerie die strategisch
vitalen Pässe am South Mountain besetzt hielten, die am 14.
September 1862 heiß umkämpft wurden. Jackson
ordnete für den
15. September einen Sturmangriff an. Doch noch bevor das einleitende
Artillerie-Bombardement beendet war, in
dem Colonel Miles getötet wurde, hißten die Verteidiger
die weiße Flagge. 12´000 Mann ergaben sich. Ferner
wurden 13´000 Gewehre, 73 Geschütze und weiteres wertvolles
Kriegsmaterial erbeutet. Lee, der nach Jacksons leicht erzieltem
Erfolg nun doch zu einem „Show-down-fight" mit
McClellan bereit war - die Prestigefrage spielte hierbei eine entscheidende
Rolle sowie auch diplomatische und öffentliche Notwendigkeiten
-, begann seine Armee in fieberhafter Eile westlich des Antietam
Creek, östlich von Sharpsburg, Maryland, am 15. und 16. September
zusammenzuziehen, unbelästigt von McClellan, der wiederum
die Gunst der Stunde nicht nutzte und die Zeit in gewohnter Manier
vertrödelte. Gefallene
CSA-Artilleristen bei "Dunker´s Church" Ein erneuter Angriff der Nordstaatler, die aus den „East Woods" kamen, führte sie abermals durch das Kornfeld in die sogenannten „West Woods", wo Jacksons Männer kein Stück Boden preisgaben. Eine dritte Offensive auf diesem Kampfabschnitt wurde blutig abgewiesen. Von Jacksons Veteranen und 2 Divisionen aus Longstreets Kommando von drei Seiten bedrängt, erlitten die Unionstruppen innerhalb von 20 Minuten über 2´000 Mann Verluste. Die Blaujacken gingen über das blutgetränkte Kornfeld zurück, verfolgt von den Rebellen, die aber ebenfalls gleich reihenweise niedergemäht wurden. Das Schlachtgeschehen verlagerte sich dann auf das Zentrum („Bloody Lane") und den rechten Flügel („Burnside's Bridge"). McClellans Angriffe waren alles in allem miserabel koordiniert, so daß Lee unter Ausnutzung der inneren Linien seine Truppen an die Stellen verlegen konnte, wo sie am nötigsten gebraucht wurden.
Trotz
eines taktischen konföderierten Sieges, „kann
die Geschichte Antietam zumindest als strategischen Unionserfolg
registrieren ... Die Schlacht enttäuschte die konföderierten
Hoffnungen auf britische Anerkennung und beschleunigte die
Sklavenemanzipations-Proklamation. Die Schlacht von Sharpsburg
bewies daher, daß es sich
um einen der großen Wendepunkte des Krieges handelte.
Am 18. September
1862 hatte das konföderierte Parlament ein Gesetz
verabschiedet, das die Konsolidierung von Divisionen zu Korps legalisierte
und gleichzeitig den korrespondierenden Dienstgrad eines Lieutenant
General einführte. Eine Batterie leichte Artillerie (Field Artillerie) bei Fredericksburg Jacksons II. Korps bestand aus den Divisionen der Major Generals R. S. Ewell, D. H. Hill, A. P. Hill und Brigadier General W. B. Taliaferros Division, in 18 Brigaden zerfallend mit 23 Batterien und 98 Geschützen. Effektive Stärke: ca. 32´000 Mann. Als
der Befehlshaber der Potomac-Armee (ca. 110´000
Mann), US-Major-General A. E. Burnside, ein deplazierter Mann
von bescheidenen Fähigkeiten
- seit dem 7. November 1862 Nachfolger des abgehalfterten McClellan
-, das Kommando übernahm, standen seine Truppen nördlich
vom Rappahannock River bei Warrenton, konfrontiert von Longstreets
1. Korps. Jacksons Korps lag im Shenandoah-Tal bei Winchester. Am
17. November 1862 erreichte Burnside das Nordufer des Rappahannock
bei Fredericksburg. Doch die Ponton-Brücken,
die Burnside zum Überqueren
des Flusses angefordert hatte, waren aufgrund von „bürokratischen
Schwierigkeiten" und Mißverständnissen im US-Oberkommando
nicht bis zum 25. November verfügbar. So konnte der zunächst überraschte
Lee, der vorübergehend den Kontakt zum Feind verloren hatte,
die Intentionen des Feindes richtig deuten und in aller Ruhe seine
Armee
etwa zwei Meilen vom südlichen Flußufer entfernt auf gut
befestigten Hügeln für defensivtaktische Maßnahmen
aufbauen. 50´000
Mann unter US-Major-General W. B. Franklin gingen gegen Jacksons
Stellungen vor. Nur auf diesem Abschnitt vermochten die Nordstaatler
eine Lücke in der Rebellen-Linie auszunutzen, die durch fehlerhafte
Dispositionen A. P. Hills entstanden war. Doch heraneilende Verstärkungen
konnten den Feind, dem die notwendige Unterstützung versagt
blieb, zurückschlagen. Gefallene Konföderierte nach dem Sturm auf „Mary's Heights" Am
14. Dezember wollte Burnside die Schlacht wieder aufnehmen
und die Angriffskolonnen persönlich anführen. Seine Generäle
konnten ihn davon abbringen. Im südlichen Lager plädierte
Jackson für einen Gegenangriff, doch Lee, der auf die gefährliche
Bedrohung durch US-Artillerie hinwies, die das freie Terrain in „Stonewalls" Front
beherrschte, lehnte ab. In der Nacht zum 15. Dezember 1862 zogen sich
die Nordstaatler zurück.
Chancellorsville - Der letzte Marsch General Lee, stets um seine
Verbindung mit dem ertragreichen Shenandoah-Tal besorgt, beschloß, den Rappahannock River als „permanente
Defensivlinie" zu behaupten - das Gros seiner Armee stand in und
um Fredericksburg -, um die strategisch bedeutsame „Virginia
Central Railroad" zu schützen und das Versorgungs-Areal nördlich
von Richmond zu decken. Auch ein politischer Aspekt spielte in Lees
Strategie eine Rolle: Er wollte so viel konföderiertes Territorium
wie nur möglich besetzt halten, um somit die Öffentlichkeit
im Norden zu entmutigen, zwecks Stärkung der dortigen „Friedensbewegung".
Am
25. Januar 1863 hatte Präsident Lincoln den energischen und
ruhmredigen Major General Joseph Hooker an die Spitze der Potomac-Armee
berufen. Ein durchaus talentierter Offizier, gelang Hooker eine meisterhafte
Reorganisation der Primadonna-Armee der Union. Seine wahre Prüfung
würde auf dem Schlachtfeld stattfinden. Begünstigt wurde Hooker von dem Umstand,
daß Lee
zwei Divisionen vom 1. Korps unter Longstreets Kommando nach
Südost-Virginia
verlegt hatte, um die kritische Versorgungslage entlang des Rappahannock
zu entlasten. Hooker standen ca. 135´000 Mann zur Verfügung,
Lee nur ca. 60´000 Mann. Mit Hooker auf seiner linken Flanke war Lees gesamte Armee in größter Gefahr. Als Stuarts Kavallerie Lee von der Präsenz Hookers bei Chancellorsville unterrichtete, besann sich der konföderierte Feldherr auf einen riskanten, tollkühnen Plan. 10´000 Mann ließ er in Fredericksburg zurück, um Sedgwick zu binden, und die restlichen 50´000 Mann führte er Hookers Hauptmacht entgegen.
Für die Konföderierten konnte sich die Taktik des Marschierens in einer sechs Meilen langen Kolonne von Infanterie, Artillerie und Versorgungs-Trains über die Front eines eingegrabenen Feindes von überlegener Stärke entweder als ein großartiges Meisterstück der Militärkunst herausstellen oder als Katastrophe ... Lee wollte mit nur 32 Kanonen und 2 müden Divisionen eine Streitmacht, die nahezu sechsmal so groß war wie die seine, stören und fesseln, während Jackson mit 50 Regimentern und 23 Batterien - weniger als 25´000 Mann im Ganzen - um die Unionsarmee herummarschierte, dabei hoffend, daß sie unbeweglich blieb, um sie scharf in der Flanke zu schlagen. Nach einem allerletzten Zusammentreffen mit Lee setzte Jackson seine Kolonnen gegen 8 Uhr morgens in Bewegung. Der beschwerliche Flankenmarsch - wahrscheinlich markantester Glanzpunkt in Jacksons Karriere, der viel mehr vom „psychologischen" als vom gesamttaktischen Standpunkt aus gesehen entscheidend zu Lees Erfolg beisteuerte - erstreckte sich über 14 Meilen und nahm fast den gesamten 2. Mai in Anspruch, derweilen Lee mit dem Feind bei Catherine's Furnace scharmützelte. Gegen 15 Uhr schließlich erspähte Jackson die offene Flanke der Yankee-Armee. Er formierte eine zwei Meilen lange Schlachtlinie, 3 Divisionen tief, quer über die Orange Plank Road, waagerecht zu Hookers rechtem Flügel, der vom XI. Korps gebildet wurde. Warnungen über
feindliche Bewegungen hatte das US-Oberkommando in den Wind geschlagen,
da man die konföderierten Aktivitäten
für ein Täuschungsmanöver hielt. Erst gegen
17.15 Uhr, es würde bald dunkel werden, stürmten
Jacksons Angriffskolonnen aus dem Walddickicht hervor und stürzten
sich auf die verdutzten Yankees. Innerhalb einer Viertelstunde
befand sich das XI. Korps in Auflösung, das zwei Meilen
weit getrieben wurde, verfolgt von den jubelnden Rebellen,
deren Linien durch die widrigen topographischen Gegebenheiten
durcheinandergerieten,
was der Union die erforderliche Zeit gab, wenngleich unter
immensen Anstrengungen, westlich von Chancellorsville bei Hazel
Grove
umzugruppieren und eine neue Defensivlinie aufzubauen. "Stonewall" Jackson ist in der Schlacht von Chancellorsville schwer verletzt worden Als er zurück auf seine eigenen Männer zuritt, eröffnete eine Gruppe North-Carolina-Infanterie, die nach Unions-Reitern Ausschau hielt, das Feuer auf seine Abteilung. A. P. Hill schrie, das Feuer einzustellen, aber eine zweite Salve prasselte in sie hinein und verwundete Jackson dreimal. Obwohl die Infanterie schnell ihren Irtum erkannte, zog das Feuer die Aufmerksamkeit einer Unionsbatterie auf sich. Jackson wurde gerade vom Feld getragen, als Kartätschen und Granaten der feindlichen Artillerie den Boden aufwühlten und Hill und die Krankenträger verwundeten. Die
verletzten Generäle wurden zur Wilderness
Tavern gebracht, wo Dr. Hunter McGuire sie behandelte. Jacksons
Wunden waren schwer,
aber nicht tödlich. Obwohl sein linker Arm amputiert
werden mußte, wurde erwartet, daß ein so stark
gebauter Mann wie er bald genesen würde.
Am Morgen des 5.
Mai wurde Jackson in ein Feldhospital nach Guiney's Station, zehn
Meilen südlich von Fredericksburg, gebracht. Er
schien sich von der Amputation seines Armes zu erholen. Jedoch hatte
er sich eine schwere Erkältung zugezogen. Am 7. Mai klagte er über Übelkeit
und Unterleibsschmerzen. In diesem Haus starb "Stonewall" Jackson An einem Sonntag, dem 10. Mai 1863, Jackson war im „Chandler House" untergebracht worden, waren es seine Frau und Dr. McGuire, die ihm sagten, er werde den Tag wohl nicht überstehen. Als
Fatalist entgegnete Jackson: In seinen letzten Stunden befand er sich im Delirium, abwechselnd betend und Befehle ausrufend. Gegen
15.15 Uhr starb Lieutenant-General Thomas J. Jackson,
Seine
letzten Worte, verewigt in der Folklore der Südstaaten,
waren: Erschüttert über
den schweren Verlust, verlautbarte Lee in Generalorder Nr. 61: Major
Henry K. Douglas, einer von Jacksons Stabsoffizieren, schrieb: Die
sterblichen Überreste Jacksons wurden nach Richmond gebracht
und im Kapitol aufgebahrt. 20´000 Menschen kamen, um ihn zu sehen.
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