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VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Dietmar Kuegler, Serientitel: NORD & SÜD
1990, - General U.S. Grant -
sowie Veröffentlichungen der Kongreßbibliothek der USA (LOC) und des US Nationalarchiv (NARA)

General U.S. Grant

 

General  Ulysses Simpson GRANT
Militärische Biographie

 

 

Vorwort

„In den Augen der Öffentlichkeit des Nordens verherrlicht, war Major General Ulysses S. Grant persönlich ein scheuer, zurückhaltender Mann, so schlicht wie hausbacken, er wurde in der populären Meinung als ein Mann dargestellt, der im Stil eines lärmenden Draufgängers in einem Melodram auftritt', schrieb ein Unionsoffizier, viele von uns waren daher nicht wenig überrascht, in ihm einen Mann von bescheidenem Auftreten und liebenswürdigem Benehmen zu finden, das den Anschein gab, er hätte besser in eine vornehme Gesellschaft als in ein Feldlager gepaßt´”.
Jerry Korn, WAR ON THE MISSISSIPPI, 1985

Ein Mann tritt an die Spitze der größten Armee seiner Zeit. Er führt diese Armee zum Sieg in einem Krieg, der über Bestand oder Untergang seiner Nation entscheidet; mehr noch: der den militärischen Komplex der Weltgeschichte tiefgreifend verändert. Der Mann wird zweimal zum Präsidenten seines Landes gewählt, das bereits auf dem Weg zur Weltmacht ist. Und doch ist er heute in Europa so gut wie vergessen, und in Amerika verblaßt die Erinnerung an ihn, während sein einstiger Gegner, den er zur Kapitulation zwang, der Südstaatengeneral Robert E. Lee, nach wie vor eine feste Größe bei allen ist, die amerikanische Geschichte auch nur in Ansätzen kennen.
Die Rede ist von Ulysses Simpson Grant, einer der maßgeblichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Im historischen Rückblick ist er als eine Gestalt anzusehen, die in einem bestimmten Zeitraum amerikanischer Entwicklung den Durchschnittsamerikaner der Nordstaaten in Habitus, Bildung und Lebensstil in erstaunlich kongruenter Weise repräsentierte. Gleichzeitig hoben ihn einige markante Eigenschaften aus der Masse heraus, u. a. eine hohe Fähigkeit zum Realismus - keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem selbst kleine Farmer großen Visionen frönten -, sicheres Urteil, ein klarer Blick für schwierige Situationen, Entscheidungsfreude und unerbittliche Beharrlichkeit.

Seine ungeschnörkelte Sichtweise der Dinge rührte von einer sehr kontrollierten Emotionalität her. Überschäumendes Temperament war ihm fremd. Alle schriftlichen Zeugnisse, die er hinterließ, zeigen einen Mann, der stets sachlich, an Fakten orientiert und persönlich uneitel war. Allein insofern war er eine Ausnahmeerscheinung inmitten von Großsprecherei, gespreizter Selbstdarstellung und rücksichtslosem Ehrgeiz.
Sein Aufstieg zum General vollzog sich mit einem gewissen Automatismus und sagt noch nichts über seine Fähigkeiten aus. Die Armee der Nordstaaten explodierte in den Kriegsjahren förmlich an Zahl. Es war nur natürlich, daß alle, die jemals eine Ausbildung in West Point genossen hatten - gleichgültig mit welchem Erfolg - auf eine Offizierskarriere rechnen konnten. Im Gegensatz zu anderen aber hatte Grant immer mit Skeptikern zu kämpfen. Er war stark und gradlinig im Charakter - vielleicht bedingt durch eine gewisse intellektuelle Enge, aber das ändert nichts am Ergebnis. Stoizismus und ein gewisses Phlegma kennzeichneten seine Persönlichkeit, prägten seine Weltsicht. Sein Traum war es, Farmer zu sein, aber er wurde zum Feldherrn.

Zeitweise verkannt, nennen ihn heute Militärhistoriker übereinstimmend den „ersten modernen General". Warum? Der Sezessionskrieg veränderte die überkommene Art der Kriegsführung. Armeen traten auf, deren Zusammensetzung und Größe die bekannten Dimensionen sprengte. Die strategischen, taktischen, personellen und technischen Herausforderungen waren für die führenden Offiziere in den ersten Jahren des Amerikanischen Bürgerkrieges zunächst weder praktisch noch intellektuell zu bewältigen. Grant begriff die organisatorischen und psychologischen Mechanismen bei der Führung eines „Volkskrieges" mit industriellen Mitteln schneller als andere. Mochte Lee, den Grant hoch schätzte, ihm auch strategisch überlegen sein - er vollzog mit seiner immer kleiner werdenden, schlecht gerüsteten Armee das, was im klassischen Sinn „Kriegskunst" genannt wurde. Grant war dagegen ein kühler Rechner. Im Gegensatz zu den meisten anderen Generälen der Nordstaaten wußte er, daß Mannschafts- und Materialüberlegenheit allein gegen einen besser motivierten Gegner nicht ausreichend war. Er war aber auch derjenige, der beide Elemente am konsequentesten einzusetzen vermochte.

Im Unterschied zu Lee nahm er bei weitem nicht soviel Rücksicht auf Generäle, die sich als ungeeignet oder widerspenstig erwiesen hatten als Lee das tat, der für alle Fehler seiner Untergebenen als echter Südstaatengentlemen seinen Kopf hinhielt. Während Lee nach dem Tode seiner beiden besten Generäle, Jackson und Stuart, sich einerseits mit Mittelmaß, andererseits mit sehr eigenwilligen Männern in seinem Stab umgeben mußte, die in entscheidenden Momenten - wie etwa Longstreet in der Schlacht von Gettysburg - die Koordination des Oberbefehlshabers einfach ignorierten, gelang es Grant besser, seinen Generalstab zu einem Instrument zu schmieden, das aus schließlich und buchstabengetreu seinen Plänen Folge leistete. Er schaffte es auch, sich gegen die militärische Inkompetenz und die zahlreichen politischen Intrigen in der. Bundeshauptstadt Washington durchzusetzen.
Seine Züge verraten einen klaren Denker und einen Mann, der sich über seine Schwächen und Stärken keine Illusionen machte. Das erleichterte es ihm, aus schweren Fehlern - die ihm nicht erspart blieben - schnell zu lernen.
Seine Züge in der Vicksburg-Kampagne werden von heutigen Militärhistorikern als „genial" bezeichnet, „vergleichbar denen eines Napoleon" (Francis V. Greene).
Er kannte weder Arroganz noch Selbstüberschätzung. Zupackende Energie, zielbewußte Entschlossenheit zeichneten ihn als Führungspersönlichkeit aus. Der hochangesehene Zeitungsherausgeber der „New York Tribune", Charles A. Dana, zeitweilig Berater von Lincoln, der Grant in seinem Feldlager erlebte, schrieb:
„Grant ist kein origineller oder brillanter Mann, aber aufrichtig, nachdenklich, scharfsinnig und mit einem Mut versehen, der ihn niemals zaudern läßt”.

Sein Bild als Soldat blieb ungetrübt. Daß er sich später in die Politik verirrte, sogar ins höchste Staatsamt aufstieg, war typisch für das Parteiensystem Amerikas. Für ihn selbst war es ein Unglück. Er war so wenig ein politischer Führer wie er geschäftlich zu denken vermochte. Die Krämermentalität der Ostküstenoberklasse war ihm fremd, sein Vertrauen in die Ehrenhaftigkeit anderer Menschen geradezu naiv. Wäre er Soldat geblieben, er hätte ein makelloseres Bild hinterlassen. Zeitweise war er einer der populärsten Männer der Welt. Heute ist er nur noch im militärischen Bereich bekannt und unumstritten, wobei seine nüchterne, unprätentiöse, unpathetische, ja schroffe Art bei weitem nicht die Emotion auslöst, die noch immer die Person Robert E. Lees umgeben, dessen Leben eine tragische Dramatik kennzeichnet.
Grant war als Soldat eigenwillig. Er hielt sich selten an formale Disziplin, er verabscheute direkte Gewalt. Entgegen vielen Behauptungen, war er kein Menschenverächter, dem die Männer egal waren, die er ins Feuer schickte.
Er trug nur selten Waffen, verabscheute die Jagd, empfand Übelkeit beim Anblick von Blut.
Als Offizier hatte er eine sehr „professionelle" Einstellung: Disziplin war nötig, aber kein Selbstzweck. Er wußte, daß Soldaten nicht ständig unter Spannung gehalten werden konnten, daß sie manchmal „über die Stränge" schlagen mußten. Das machte ihn bei seinen Truppen beliebt.

Zu seiner Zeit war er den Launen der öffentlichen Medien ausgesetzt, die ihn - von seinen Gegnern in der Generalität munitioniert - teils unglaublich verleumdeten, bis eine Kette von unanfechtbaren Erfolgen ihn unangreifbar machte.
All diese tagespolitischen Polemiken, ein Charakteristikum der amerikanischen Gesellschaft, können als „seichte Zeitungsenten" abgetan werden, wie es ein Historiker (E. C. Bearss) tat. Sie sind keine seriösen Quellen.
Wer immer dieses Zerrbild übernimmt, übersieht die schlichte Tatsache, daß nur ein Mann mit außerordentlichen Fähigkeiten imstande ist,
in einem großen Krieg zur dominierenden Führerschaft aufzusteigen.
Wer nur zufällig nach oben gespült wird, kann keine nachhaltige Wirkung entfalten, schon gar nicht siegen, das verhindert die „Psychologie des Krieges", die ihre eigenen Gesetze hat.
Die unbezweifelbare Führungskraft Grants führt jede Abwertung seiner Person als unhistorisch ad absurdum.
Sachliche Rückblicke, die schon unmittelbar nach Ende des Bürgerkrieges auch von seinen Gegnern im Süden angestellt wurden, zeichneten das Bild eines Mannes, der sich als groß an der Spitze seiner Armee zeigte, aber auch als groß im Umgang mit seinem unterlegenen Feind, frei von lärmendem Triumph, generös bei all seiner spröden Sachlichkeit, immer bereit, auch seinen Gegnern Respekt zu zollen. Da könnte so mancher noch heute von ihm lernen.


Der britische Feldmarschall Montgomery schrieb 1972 in seiner Betrachtung der Militärgeschichte der Welt:
„Er war ein richtiger Frontsoldat, hatte ein Herz für seine Soldaten und paßte seine Anforderungen ihren Erfahrungen und ihrem Können an. 
Als einziger Befehlshaber zeigte er, daß er fähig war, kleine Verbände in den verschiedensten Lagen im Gefecht zu führen und schließlich die Operationen mehrerer Armeen zu leiten und zu befehligen. Er hielt nicht viel von großen Stäben.
1864 führte er fünf Armeen in einem Gebiet von der Ausdehnung halb Europas, und sein Stab bestand aus vierzehn Offizieren.
Er und Sherman waren die beiden besten Truppenführer im amerikanischen Bürgerkrieg."

 


Familie

 

Hannah Simpson Grant

Hannah Simpson Grant, die Mutter

Die Grants gehörten zum Bodensatz der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, eine Durchschnittsfamilie, die vom Schicksal nicht gerade verwöhnt wurde. Immer wieder galt es,
Rückschläge zu verarbeiten, mit Enttäuschungen fertigzuwerden. Die allgemeine Erfahrung zeigt, daß Menschen, die solche Prüfungen bestehen, in der Regel eine unerschütterliche Standfestigkeit und Hartnäckigkeit entwickeln; Nehmerqualitäten, die sich in Krisensituationen bewähren. 1630 wanderte Mathew Grant in Dorchester, Massachusetts, ein, übersiedelte bald nach Connecticut und arbeitete hier 40 Jahre als Landvermesser. Sein Sohn Samuel Grant erwarb in Connecticut Landbesitz. Ein Nachkomme in 5. Generation war Noah Grant. Er diente als Captain der Continental Army unter George Washington. Sein Leben wurde von zielloser Rastlosigkeit beherrscht. Als seine zweite Frau 1805 starb, blieben ihm aus dieser Ehe drei Kinder. Noah Grant zog mit den beiden jüngsten nach Maysville, Kentucky, wo sich sein ältester Sohn (aus erster Ehe) Peter als Gerber niedergelassen hatte.

 

 

Den ältesten Sohn aus zweiter Ehe, Jesse Root, gab Noah Grant zur Pflege in das Haus des Ohio-Bundesrichters Tod. Jesse Grant, 1794 geboren, empfing bei seinen Pflegeeltern Fürsorge und eine durch die allgemeinen Umstände in einem Pionierland begrenzte Ausbildung. Obwohl er sein Leben lang mit Dankbarkeit an die Familie Tod dachte, muß er sich wohl als Fremdkörper in ihrem Haus gefühlt haben; denn bereits mit sechzehn Jahren zog er aus, um auf eigenen Beinen zu stehen. Trotz seiner Jugend war ihm eine bemerkenswerte Zielstrebigkeit eigen.

1810 trat er in die Gerberei seines Halbbruders Peter Grant ein, wo er fünf Jahre lang arbeitete, das Gerberhandwerk erlernte und jede freie Minute nutzte, sich lesend weiterzubilden.
Mit einundzwanzig wurde er Partner eines Gerbers in Ravenna, Ohio. Doch als er glaubte, geschäftlich auf sicherem Boden zu stehen, wurde er Opfer einer Malaria-Epidemie.
Während seiner langwierigen Erkrankung verlor er seine Geschäftsanteile, mußte sich verschulden und war 1820 schließlich gezwungen, in Point Pleasent wieder als Angestellter eines Gerbers anzufangen. In dessen Auftrag besuchte er die Farmer der weiteren Umgebung, um Häute aufzukaufen. Dabei traf er die Farmerstochter Hannah Simpson.
Die stille, arbeitsame junge Frau schien gut zu dem redegewandten Jesse Grant zu passen, der bereits wieder Vorarbeiter in der Gerberei geworden war.
Am 24. Juni 1821 heirateten sie und richteten ein kleines Haus neben der Gerberei ein. Am 27. April 1822 wurde der erste Sohn geboren.

Jesse Root Grant


Jesse Root Grant, der Vater

Jesse Grant, belesen in den Werken des klassischen Altertums, gab ihm den Namen des griechischen Generals, der die Stadt Troja eingenommen hatte: Ulysses. Als zweiter Name wurde „Hiram" festgelegt - ein Name, der später nie mehr verwendet wurde. 1823 war es der jungen Familie gelungen, alle alten Schulden Jesse Grants zu bezahlen und bescheidene Ersparnisse anzulegen, die ausreichten, um in die aufstrebende Kleinstadt Georgetown zu ziehen und dort eine eigene Gerberei zu eröffnen.
Hier wuchs Ulysses Grant auf, wobei er eine große Liebe zu Pferden entwickelte. Sowie er laufen konnte, war er ständig in Pferdeställen und in der Nähe der Wagengespanne zu finden, die die Gerberei ansteuerten. Auf ungesattelten Zugpferden zu reiten, war sein größtes Vergnügen. Am 23. September 1825 wurde der zweite Sohn geboren, Samuel Simpson. Am 11. Dezember 1828 kam Clara Grant zur Welt, am 20. Februar 1832 Virginia, am 15. Mai 1835 Orvil und am 20. Juli 1839 Mary Frances.

Jesse Grant arbeitete hart und baute seine Gerberei zu einem florierenden Betrieb aus. Gleichzeitig beteiligte er sich ambitioniert am öffentlichen Leben der Gemeinde. Als guter Redner äußerte er sich immer wieder zu allen Fragen der Gesellschaft und Politik. Er wurde Vorsitzender der örtlichen Freimaurerloge, nahm in politischen Versammlungen von Georgetown, in der die Bevölkerungs-mehrheit südstaatliche Auffassungen vertrat, einen strikten Unionsstandpunkt ein, veröffentlichte Briefe in der lokalen Zeitung. Derweil sorgte Hannah Grant in vorbildlicher Weise für Haushalt und Familie. Sie war eine strenge, von methodistischen Grundsätzen geprägte Frau, die selten ihre Gefühle zeigte, ihren Kindern aber Stetigkeit und Ehrenhaftigkeit vorlebte.
Schon als Siebenjähriger half Ulysses Grant im Betrieb seines Vaters mit. Er lenkte schwere Holzschlittengespanne, mit denen zu Klötzen zersägte Baumstämme aus den Wäldern herangeholt wurden. Allerdings weigerte er sich, in der Werkstatt mit den frischen Häuten zu arbeiten: Anblick und Geruch des Blutes beim Reinigen der Häute bereiteten ihm Übelkeit. Er nahm auch nicht,
wie andere Jungen in Georgetown, an der Jagd teil. Das Erlebnis sterbender und leidender Tiere erzeugte bei ihm körperliche Qualen.
Mit zehn Jahren brachte er bereits selbständig Wagenladungen mit Leder bis nach Cincinnatti. Auf dem Rückweg nahm er häufig zahlende Passagiere in seinem Wagen mit.
Auf diese Weise verdiente er sich das Geld für sein erstes eigenens Pferd. Mit neun Jahren war er imstande, die jungen Pferde der Nachbarn einzureiten.
Einer seiner Biographen, Lawrence Frost, schrieb: „Als er fünfzehn wurde, hatte er eine gesicherte Reputation als bester Pferdekenner im südlichen Ohio." 


Ausbildung

 

Im Brown County, Ohio, gab es nur eine Schule, in der die jährlich wechselnden Lehrer für jeden Schüler für eine Saison von jeweils 13 Wochen bezahlt wurden - manchmal in Naturalien. Es gab keine Klasseneinteilungen,
und die 30 bis 40 Schüler gehörten allen Altersgruppen von fünf bis achtzehn Jahren an, die alle den gleichen Unterricht erhielten. Mit etwa fünf Jahren begann Ulysses Grant diese Schule zu besuchen. Seine Leistungen waren durchschnittlich, bis auf Arithmetik; in diesem Fach übertrumpfte er gelegentlich seine Lehrer.
Als er vierzehn war, schickte sein Vater ihn nach Maysville, Kentucky, in das Haus seiner Tante Pamelia, damit er das dortige Seminar besuchen konnte. 1838 mußte er nach Ripley, Ohio, übersiedeln und in die dortige presbyterianische Akademie eintreten.
Ulysses S. Grant

Ulysses S. Grant als junger 2nd Lieutenant

„Ich war gewöhnlich nicht fleißig", schrieb er später. Aber er hatte das Pflichtbewußtsein seiner Mutter geerbt und absolvierte die verschiedenen Schulen mit größtmöglicher Anstrengung. Er wußte nicht, daß sein Vater sich um einen Platz in der Militärakademie West Point für ihn bemühte, eine der besten Ausbildungsstätten für junge Männer in den USA in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ulysses Grant zeigte keine militärischen Interessen. Allerdings hatte er auch deutlich gemacht, daß er das Geschäft seines Vaters nicht übernehmen wollte. Mehrfach äußerte er den Wunsch, Farmer zu werden, doch dafür gab es vorerst keine reale Möglichkeit.
Der Eintritt in die Akademie West Point war ein Privileg. Jeder Kandidat brauchte einen Bürgen, in der Regel einen Kongreßabgeordneten. Für jeden Kongreßdistrikt gab es begrenzte Quoten. Insgesamt wurden nur 250 Kadetten aufgenommen.

Im Herbst 1838 wurde durch Zufall für den 5. Kongreß-Distrikt von Ohio eine West-Point-Nominierung frei, da ein Kadett aus diesem Bezirk von der Akademie verwiesen worden war. Jesse Grant wandte sich daher an den Abgeordneten Thomas Hamer, einen Demokraten, mit dem er sich Jahre zuvor politisch zerstritten hatte. Hamer war ein sachlicher Mann, der sich nicht durch persönlichpolitische Gegensätze beeinflussen ließ, wenn es um die Zukunft eines jungen Mannes ging. Er erklärte sich bereit, für Ulysses zu bürgen, setzte den 17-jährigen auf die Empfehlungsliste für das Kriegsministerium und machte dabei einen folgenreichen Fehler: In dem Glauben, daß der junge Grant als zweiten Namen den Familiennamen seiner Mutter trüge, schrieb er: Ulysses Simpson Grant.
Damit war der Name „Hiram" auf immer getilgt; denn als Grant Ende Mai 1839 in West Point eintraf und sich als „Ulysses Hiram" eintragen wollte, wurde er darüber belehrt, daß der Irrtum seines Kongreßabgeordneten nicht ohne weiteres abgeändert werden konnte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen „neuen" Vornamen zu akzeptieren, um seine Ausbildung beginnen zu können.

Die Vornamensinitialen „U. S." , die er nun für den Rest seines Lebens behalten sollte, sorgten unter seinen Kameraden für Spott: Man nannte ihn „United States" oder „Uncle Sam", und schließlich wurde er von den anderen Kadetten „Sam" gerufen. Grant erwies sich, wie schon in den zurückliegenden Jahren, als pflichtbewußter, bescheidener, ausgeglichener junger Mann, der sich nicht anmerken ließ, ob die straffe Disziplin, das spartanische Leben in der Militärakademie ihm behagten. Körperliche Disziplinen wie Reiten und Fechten bereiteten ihm Freude.
Der theoretische Unterricht interessierte ihn weniger. Lediglich im Fach Mathematik blühte er auf und zeigte überdurchschnittliche Leistungen. Er schloß nur wenige Freundschaften. Über seine anfängliche Einstellung schrieb er:
„Das militärische Leben hatte keinen Reiz für mich. Ich verschwendete nicht den geringsten Gedanken daran, in der Armee zu bleiben, selbst wenn ich graduiert werden sollte, was ich aber nicht erwartete.
Militärakademie West Point

Blick auf die Militärakademie West Point

 

Diese Haltung änderte sich, nachdem er die notwendigen Prüfungen wider Erwarten mit Erfolg absolviert hatte.
„Ich stürzte mich nicht mit Gier auf die Studien, vielmehr las ich während der ganzen Zeit meiner Kadettenschaft selten eine Lektion zweimal durch ... Die Mathematik wurde mir sehr leicht, so daß ich im nächstfolgenden Januar die Prüfung bestand und in diesem Fache eine sehr gute Zensur erhielt. Dagegen war meine Nummer im Französischen ... sehr niedrig." (U. S. Grant, MEMOIREN, 1886)

Seine Gesamtleistungen waren mittelmäßig. Nach zwei Jahren erhielt er den ersten Urlaub. Daheim erwartete ihn als Geschenk seines Vaters, der inzwischen als Partner einer großen Gerberei nach Bethel, Ohio, übergesiedelt war, ein junges Pferd. Die Abschlußprüfungen zwei Jahre darauf zeigten ihn als durchschnittlichen Schüler: Die besten Leistungen erbrachte er im Fach Ingenieurwesen.


Von den 76 Kadetten, die am Anfang seines Jahrgangs gestanden hatten, hatten nur 39 die gesamte Ausbildungszeit überstanden. West Point war eine scharfe Selektion, die all jene erbarmungslos austieß, die sich als nicht stark genug erwiesen. Grant belegte den 21. Platz unter den Prüflingen.

Nichts deutete darauf hin, daß er eines Tages zu außergewöhnlichen militärischen Leistungen fähig sein würde.

 

Krieg und Frieden

Im September 1843 trat Ulysses S. Grant im Rang eines Brevet Second Lieutenant (effektiv seit 1. Juli 1843) in den Jefferson Barracks bei St. Louis seinen Dienst bei der 4. US-Infanterie an. Wegen seiner durchschnittlichen Allgemeinleistungen, gab es für den besten Reiter von West Point keinen Platz in einem Kavallerieregiment, wie er es sich gewünscht hatte.
Die Jefferson Barracks waren in jener Zeit der größte Armeeposten der USA an der Grenze zum Westen. Hier waren 8 Kompanien der 3. und der 4. Infanterie stationiert. Grant traf in der Garnison einen ehemaligen West-Point-Kameraden wieder, Lieutenant James Longstreet, der ein Jahr vor ihm mit noch wesentlich schlechterem Ergebnis graduiert hatte, während des Bürgerkrieges aber einer der profiliertesten Südstaatengeneräle werden sollte.
Die Familie eines weiteren West-Point-Kadetten, Fred T. Dent, hatte ihre Besitzungen in White Haven, nicht weit von der Garnison. Der alte „Colonel" Dent, ein erfolgreicher Geschäftsmann in St. Louis, der auf seiner Plantage mehrere Sklaven beschäftigte, war ein eingeschworener Südstaaten-Demokrat.

Das Geschick wollte es, daß Grant, mit soliden Ansichten der nordstaatlichen Whigs versehen, durch die alten West-Point-Verbindungen eines Tages den Weg zur DentPlantage fand. Der Anblick der Stallungen und Felder ließ seinen Wunsch, Farmer zu werden, wieder lebendig werden. Er hielt sich nun öfter auf der Plantage auf, obwohl er und Colonel Dent immer wieder kontrovers politisch diskutierten. Dabei hinterließ Ulysses Grant mit seiner bescheidenen, gleichwohl nachdrücklichen und ruhigen Art vor allem bei Mrs. Dent den besten Eindruck. Im Februar 1844 traf Grant erstmals Dents Tochter Julia, die in den Wintermonaten die Mädchenschule von Professor Moreau in St. Louis besucht hatte. Grant verliebte sich auf den ersten Blick in das Mädchen, aber sein phlegmatisches Temperament und seine gesellschaftliche Unbeholfenheit hinderten ihn lange daran, seine Gefühle zu zeigen. Es dauerte eine Weile, bis Julia Dent begriff, was Ulysses Grant für sie empfand. Sie ritten zusammen aus. Er lud sie zu Garnisonsfestlichkeiten ein, obwohl er nicht tanzen konnte - sie tanzte gern - und die Musik der Regimentskapelle mit Gleichgültigkeit ertrug, da er schlecht hörte, während sie Musik liebte. Ihre Zuneigung zu dem jungen Lieutenant, der sich von ihrem jähzornigen Vater nicht einschüchtern ließ, wuchs.

Die 1840er Jahre waren eine spannungsreiche Zeit: In lautstarken Parlamentsdebatten traten die Konflikte zwischen den Nord- und den Südstaaten offen zutage, wurden letztendlich aber immer wieder durch gemeinsame nationale Interessen überdeckt: Im Fernen Osten erhob England von Kanada aus Ansprüche auf das riesige OregonTerritorium. Im Südwesten stand die junge Republik Texas, die erst 1836 ihre Unabhängigkeit von Mexiko erkämpft hatte, unter mexikanischem Druck und strebte die Aufnahme in die USA an. Die Südstaaten unterstützten dieses Begehren, während es im Norden Bedenken gab, einen weiteren sklavenhaltenden Staat in die Union aufzunehmen. Zugleich wurde übereinstimmend die Notwendigkeit gesehen, der schnell wachsenden Nation Raum im Westen zu schaffen. Die unbesiedelten westlichen Gebiete befanden sich aber größtenteils nominell in mexikanischem Besitz.
Niemand zweifelte daran, daß eine Annektion von Texas einen schweren Konflikt mit Mexiko auslösen würde - allerdings sahen nicht wenige darin auch die Chance, weitergehende Besitzansprüche auf die westlichen Territorien durchzusetzen. Während die Whig-Partei, der Grant zuneigte, gegen eine aggressive Ausdehnung nach Westen plädierte, arbeiteten einflußreiche Kreise der von Demokraten geführten Regierung auf einen Krieg hin, der Mexiko endgültig hinter den Rio Grande zurückwerfen und den amerikanischen Einfluß auf den westlichen Teil des Kontinents sichern sollte.

Anfang 1845 spitzte sich die Lage dramatisch zu. Der mexikanische Staatspräsident Santa Ana beabsichtigte, das Gebiet von Texas zurückzuerobern. Er warnte die USA,
Texas zu annektieren. Die Amerikanische Regierung aber verlegte Truppen an die texanische Grenze - eine eindeutige Geste.
Die Entwicklung störte die Pläne des jungen Grant, dem der Felddienst wenig zusagte und der hoffte, als Professor für Mathematik nach West Point zurückkehren zu können. Er hatte sich bereits um die Assistenz des zuständigen Professors beworben und konnte sich Hoffnungen machen. Da erreichte die 4. Infanterie im Mai 1844 der Marschbefehl nach Fort Jessup, Louisiana, nachdem schon die 3. Infanterie dorthin beordert worden war.
Es bestand kein Zweifel, daß die Truppe dort in Warteposition stehen sollte, um gegebenenfalls nach Texas einzurücken.
Julia Grant mit ihrem Vater


Julia Grant mit ihrem Vater, „Colonel" Dent, ihrer Tochter Nellie und ihrem Sohn Jesse

Im Frühjahr 1845 erhielt Grant einen kurzen Urlaub, den er nutzte, um die Dents aufzusuchen und förmlich um die Hand von Julia anzuhalten.
„Colonel" Dent empfand wenig Begeisterung, seine Tochter einem eingefleischten Yankee zu überlassen. Aber seine Frau und sein Sohn Fred,
Grants West-Point-Kamerad, rangen ihm die Zustimmung ab.
Inzwischen überschlugen sich die Ereignisse: Am 1. März 1845 wurde Texas in die Union aufgenommen. Mexiko verstärkte seine Drohungen. Amerikanische Truppen wurden nach Texas zur mexikanischen Grenze geschickt. Frisch verlobt, begab sich Grant nach New Orleans, wo sein Regiment nach Texas eingeschifft wurde.

Grant war ein Gegner des sich abzeichnenden Konflikts. Er schrieb: „Was mich anbetraf, so war ich ein erbitterter Gegner der Maßregel und betrachte den daraus entstandenen Krieg bis auf den heutigen Tag als einen der ungerechtesten, die je von einer stärkeren Nation gegen eine schwächere geführt worden sind."

 

Second Lieutenant Grant stand mit der 4. Infanterie bei Corpus Christi nahe der Nueces-Mündung. Er registrierte sehr genau, daß dieses Gebiet,
daß die Texaner für sich reklamierten, überhaupt keine amerikanischen Siedler aufwies. Aber die Meinung eines jungen Leutnants war nicht gefragt.
Am 30. September 1845 war Grants BrevetRang in den vollen Rang eines Second Lieutenant bei der 7. USInfanterie umgewandelt worden.
Am 15. November wurde er zur 4. Infanterie zurückversetzt, nachdem er darum gebeten hatte.
Am 25. April 1846 griffen mexikanische Truppen US-Kavallerie an, die sich im Niemandsland zwischen Texas und Mexiko bewegte. Präsident Polk erklärte Mexiko den Krieg. Am 8. Mai 1846 kam es bei Palo Alto zur ersten regulären Schlacht des Krieges: General Taylor vertrieb die angreifenden Mexikaner, setzte nach und stellte sie bei Reseca de la Palma zur zweiten Schlacht.
Am 21. September 1846 begann Taylor mit 6.500 Mann den Angriff auf die von 20.000 Mexikanern gehaltene Stadt Monterey. In dreitägiger Schlacht eroberten die Amerikaner die Stadt. Grant zeichnete sich dabei besonders aus: Im Kugelhagel ritt er, seitlich an seinem Pferd hängend, durch die umkämpften Straßen, um Verstärkungen und Nachschub anzufordern.

Grant war fasziniert von Taylor, einem Mann, dessen Naturell er nicht unähnlich war: Fest in seinen Ansichten, sachlich und unpathetisch, kümmerte er sich nicht um Äußerlichkeiten. „Old Rough and Ready" wußte mit seinen Soldaten umzugehen und genoß hohe Popularität in der Armee. Fast nie sah man ihn in vorschriftsmäßiger Uniform. Er teilte die spartanischen Feldlager mit seinen Männern. Als er vom 22. bis 24. Februar 1847 erneut gegen eine zahlenmäßig überlegene mexikanische Armee die Schlacht von Buena Vista gewann, wurde seine Beliebtheit in den Vereinigten Staaten so groß, daß die Whig-Partei ihn als ihren Präsidentschaftskandidaten für die nächsten Wahlen auf den Schild hob.
Da hatte der amtierende Präsident Polk ihm bereits das Kommando entzogen und General Winfield Scott den Befehl über die MexikoInvasion übertragen. Es war allgemein bekannt, daß Scott - ein oratorisch begabter, prunkvoll auftretender Mann - zwar ebenfalls ein Whig, gleichwohl ein Rivale von Taylor war; denn auch Scott reflektierte auf eine Präsidentschaftskandidatur. Zudem verfolgte er einen anderen Plan als Taylor: Er wollte auf dem Seeweg in Mexiko eindringen und zog sofort die besten Truppen von Taylors Landheer ab.

Auch Grants Regiment mußte sich Scotts Invasionsarmee anschließen. Mit fast 200 Schiffen und 12.000 Mann landete Scott am 29. März 1847 in Vera Cruz und kämpfte sich durch das zerklüftete mexikanische Bergland 250 Meilen weit bis nach Mexico City.
Am 1. April 1847 wurde Grant Regimentsquartiermeister. Am 8. September 1847 wurde er für seinen „gallant and meritorious conduct in the Battle of Molino del Rey" zum Brevet First Lieutenant befördert. Schon am 13. September erhielt er den Brevet eines Captains „for gallant conduct" in der Schlacht von Chapultepec. Am 16. September 1847 erfolgte die Beförderung in den vollen Rang eines First Lieutenant.
Grant lernte im Gegensatz zu der mehr volkstümlichen und direkten Führungsweise Taylors die strenge Disziplin und ausgeklügelte Stabsarbeit unter Scott kennen und schätzen. Im Juli 1848 wurde die 4. Infanterie zurück nach Mississippi beordert. Hier nutzte Grant die erste sich bietende Gelegenheit, um nach St. Louis zu reisen: Am 22. August 1848 heiratete er Julia Dent.
Nach einem kurzen Heimaturlaub mit seiner jungen Frau, wurde Grant am 17. November als Quartermaster nach Detroit kommandiert, wo jetzt die 4. Infanterie stand. Dort stellte sich aber heraus, daß kein Quartiermeister benötigt wurde. Also erhielt er den Befehl, seinen Dienst in den Madison Barracks in Sacketts Harbor, New York, anzutreten.
Grant protestierte. Seine unmittelbaren Dienstvorgesetzten unterstützten seine Ansicht, daß er zu seinem Regiment gehöre. General Scott befürwortete Grants Rückversetzung.

Der Wechsel vom Kriegsschauplatz im fernen Mexiko zum monotonen Dienst im amerikanischen Osten war abrupt. Ihm blieb mehr Zeit für private Angelegenheiten. Seine Frau richtete unweit der Garnison ein kleines Haus ein.
Am 30. Mai 1850 wurde den Grants der erste Sohn, Frederick Dent Grant, geboren. Im Frühjahr 1851 wurde das Regiment nach Sacketts Harbor verlegt. Als eine erneute Versetzung, diesmal nach Governor's Island, anstand und erwartet wurde, daß das Regiment in Kürze zur Westküste, nach Kalifornien, geschickt werden würde, entschieden die Grants sich dafür, daß Julia - die bereits wieder schwanger war -, und der kleine Fred nach Bethel, zu Grants Eltern, übersiedeln sollten, bis die Kinder alt genug für eine so weite Reise waren.
Sturm auf Monterey, Mexico

Sturm auf Monterey, Mexico. Hier zeichnete Grant sich aus

Der alte Jesse Grant hatte es als Teilhaber von zwei Gerbereien zu ansehnlichem Wohlstand gebracht und war zum Bürgermeister von Bethel gewählt worden. Er nahm die Familie seines Sohnes mit offenen Armen auf.
Die Grants sollten sich zwei Jahre lang nicht wiedersehen. Anfang Juli 1851 ging die 4. Infanterie an Bord des Dampfschiffes „Ohio". Über die Landenge von Panama, wo gerade Regenzeit herrschte, die Cholera grasierte und die wenigen Siedlungen überfüllt waren mit Abenteurern, die sich auf dem Weg in die kalifornischen Goldfelder befanden, erreichte die 4. Infanterie im September 1852 endlich San Francisco. Von hier aus ging es weiter zu den Columbia Barracks im Oregon-Territorium, wo Grant mit mehreren anderen Offizieren, die ohne Familie hier lebten, die „Quartermaster's Ranch" bezog. Hier erfuhr er durch die nachgesandte Post, daß er Vater eines zweiten Sohnes geworden war.

Es begann eine schwierige Zeit für ihn. Das Regiment lebte isoliert. Sechs Monate im Jahr regnete es fast ununterbrochen, so daß die Wege fast unpassierbar wurden. Die täglichen Pflichten füllten ihn nicht aus. Er litt unter der Trennung von seiner Familie. Zusammen mit anderen vertrieb er sich die Zeit mit endlosen Kartenspielen. Alkoholprobleme traten auf. Angesichts der Situation, unter der er lebte, war diese Entwicklung kaum verwunderlich. Sie entsprach fast der Regel. Grants Schwierigkeiten waren aber nie so groß, wie seine Gegner es später darstellten.

Am 5. August 1853 erhielt er den vollen Rang eines Captains und wurde in Fort Humboldt, gut 200 Meilen von San Francisco entfernt, stationiert. Hier waren die Verhältnisse womöglich noch trostloser. Fast alle hier stationierten Offiziere sprachen reichlich dem Alkohol zu. Grant vertrug nie sehr viel. Sein dienstliches Interesse sank. Er beteiligte sich wenig erfolgreich an privaten Nebengeschäften und verlor dabei Geld.
Der Zorn seines auf strenge Disziplin bedachten Vorgesetzten, Captain Robert C. Buchanan, konzentrierte sich bald auf ihn.
Er ließ Grant unter Arrest stellen. Um einem Militärgerichtsverfahren und einer Disziplinarstrafe zu entgehen, reichte Grant am 31. Juli 1854 seinen Abschied ein, verließ San Francisco und reiste über Panama nach New York.
Von hier aus mußte er seinen Vater brieflich bitten, für 1.600 Dollar Schulden aufzukommen, die er in San Francisco angehäuft hatte: Mit drei anderen Offizieren hatte er ein Hotel gemietet und so dilletantisch betrieben, daß es mit Verlusten aufgegeben werden mußte. Sein alter West-Point-Freund Simon Bolivar Buckner, später ein bekannter Südstaatengeneral, bürgte für ihn, bis das Geld seines Vaters eintraf. Erst dann reiste Grant zu seiner Familie weiter.

 

Farmer und Händler

Ulysses S. Grant war 32 Jahre alt, Vater von zwei Söhnen, aber ohne Arbeit und Einkommen. Er hatte nur gelernt, Soldat zu sein. Doch obwohl er im mexikanischen Krieg als Offizier ausgezeichnet worden war,
hatte er diesen Beruf nur notgedrungen ausgeübt.
Er begab sich mit seiner Familie nach St. Louis, wo sein Schwiegervater bereit war, ihn bei der Gründung einer Farm zu unterstützen. Seine Frau besaß ein Stück Land bei White Haven. Frederick Dent versprach, für die Finanzierung eines Teils des Hauses zu sorgen; ferner schenkte er Julia Grant drei Sklaven für die Hausarbeit.
Ulysses war nicht glücklich über dieses Geschenk, aber zunächst drückten ihn andere Sorgen: Der Bau des Hauses und die Anlage der Felder gingen sehr langsam voran.
Am 4. Juli 1855 wurde Grants erste Tochter, Julia, geboren.
Die Familie lebte am Rande des Existenzminimums. Er mußte hart arbeiten. Ehemalige Kameraden aus der Armee waren erschrocken, wenn sie ihn trafen: Verdreckt von Kopf bis Fuß, mit zottigem, ungepflegtem Bart, trat ihnen ein ausgemergelter Mann entgegen.
1856 brauchte er Geld für Farmwerkzeuge. Er bat seinen Vater um einen Kredit, erhielt jedoch keine Antwort.
Im folgenden Jahr trugen seine Weizenfelder reiche Frucht, aber eine Wirtschaftskrise ließ den Weizenpreis fallen;
so änderte sich das Auskommen der jungen Familie nicht zum Besseren. Im Februar 1858 kam das vierte Kind, Jesse Root Grant, Jr., zur Welt.

1857 konnte er die Farm seines Schwiegervaters, der sich nach St. Louis zurückzog, hinzupachten. Die Aussichten verbessern sich. Die Weizenpreise stiegen. Da brach im Juni eine Kältewelle über das Farmland herein. Der größte Teil des halbreifen Korns erfror auf den Feldern. Als nächstes suchte eine Typhusepidemie die Gegend heim. Zunächst wurde Freddy Grant sterbenskrank, dann warf die Seuche die 7 Negersklaven nieder, und schließlich wurden auch Julia und Ulysses Grant befallen. Im Oktober waren die Grants gezwungen, ihren Viehbestand zu verkaufen. Grant und Frederick Dent verpachteten das Land, da Ulysses Grant nach wie vor unter Fieberanfällen litt und auf absehbare Zeit nicht imstande war, die schwere Farmarbeit zu leisten. Frederick Dent überredete seinen Neffen Harry Boggs, der ein Landmaklerbüro in St. Louis unterhielt, Grant als Partner aufzunehmen.
Am 1. Januar 1859 trat ein unglücklicher, lustloser Ulysses Grant seine neue Arbeit an.
Ulysses S. Grant bekommt seine Ernennung zum Colonel


Ulysses S. Grant bekommt seine Ernennung zum Colonel

Immer wieder von Fieberanfällen geschüttelt, entwickelte er zudem keinerlei geschäftlichen Ehrgeiz, so daß Boggs sich schließlich wieder von ihm trennte. Erfolglos bewarb Grant sich um den Posten eines Superintendenten für die Bezirksstraßen. Schließlich wurde er als Buchhalter im Zollhaus von St. Louis angestellt, aber schon nach zwei Monaten wieder entlassen, weil der Zolleinnehmer verstarb und sein Nachfolger die verschiedenen Positionen neu besetzte.
Das Weihnachtsfest erlebten die Grants in einer finanziellen Krise: Er mußte seine goldene Uhr für 22 Dollar ins Pfandhaus tragen, um seinen Kindern Geschenke kaufen zu können. Es dauerte ein Jahr, bis er sie wieder auslösen konnte.

Erneut wandte er sich an seinen Vater, der seine Gerbereien inzwischen auf seine beiden anderen Söhne Simpson und Orvil übertragen hatte, und bat um Hilfe. Schon bald konnten die Grants nach Galena übersiedeln, wo Ulysses in die Lederhandlung seiner Brüder eintreten sollte. Er erhielt ein Monatssalär von 50 Dollar. Ende des Jahres sollte über eine Teilhaberschaft entschieden werden. Im April 1860 trat Grant seine Stellung an. Die Arbeit schien wie für ihn geschaffen: Als ehemaliger Quartermaster der Armee war er es gewöhnt, zu organisieren, Bücher zu führen, ein Lager zu verwalten, einzukaufen. Er reiste durch Wisconsin und Iowa, kaufte Rohhäute ein und sorgte für deren Transport nach Galena, wo sie eingeschifft und zu den Gerbereien gebracht wurden. Die gegerbten Häute wurden dann zur weiteren Verarbeitung und zum Verkauf zurück nach Galena verschifft.

Die Stadt war ein ausgezeichneter Standort für dieses Geschäft: Die umliegenden Bleiminen sorgten für einen stetigen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Problem Ulysses Grants war, daß er als Quartermaster der Armee nicht gezwungen gewesen war, wie ein Geschäftsmann zu denken. Dazu fehlte ihm jedes Talent. Obwohl er sich redlich Mühe gab, wurde er immer wieder von anderen Händlern übervorteilt. Seine Brüder waren nicht sonderlich glücklich über seine Arbeit.
Bald erschien es unwahrscheinlich, daß sie ihm eine Beteiligung am Geschäft überlassen würden.

 

Über Grants privates Leben in dieser Zeit gibt es kaum Unterlagen. Sicher ist nur, daß er seit seiner Rückkehr aus Fort Humboldt keine Alkoholprobleme mehr hatte. Frühere Armee-Kameraden bezeugten, daß er bei Treffen mit ihnen keinen Tropfen Alkohol anrührte. Die einzigen Vergnügen, die er sich gönnte, waren ein gelegentliches Karten- oder Schachspiel, seine Pfeife oder eine Zigarre. Er beteiligte sich nur wenig an öffentlichen Debatten, dann aber vertrat er stets entschieden einen unionistischen Standpunkt. Die Diskussionen über eine Spaltung der USA wurden in jener Zeit heftig geführt, doch als der Bruch zwischen Nord und Süd schließlich eintrat, löste er auch in Galena Überraschung und Aufregung aus.
Als West-Point-Offizier empfand Ulysses Grant die Verpflichtung, dem Staat in der aufziehenden Krise seine Dienste anzubieten.
Doch noch zögerte er: Sein Bruder Samuel Simpson, der die Lederhandlung mit Erfolg geführt hatte, war an Tuberkulose erkrankt. (Er starb im Herbst 1861.)
Faktisch hatte bereits Orvil die Geschäftsführung übernommen und benötigte Ulysses' Hilfe. Da erreichte am 15. April 1861 die Nachricht vom Fall Fort Sumters Galena.
Ulysses Grant sprach erstmals mit seinem Bruder Orvil darüber, sich wieder zur Armee zu melden. Nur wenige Tage später wurde Grant bei einer Bürgerversammlung im Gerichtshaus zu seiner eigenen Überraschung zum Vorsitzenden gewählt. Die Versammlung endete mit einem Rekrutierungsaufruf. Binnen weniger Tage sammelten sich über 80 Freiwillige und bildeten die „Joe Daviess Guard".

Ulysses Grant lehnte es ab, sich zum Kommandanten wählen zu lassen, bot aber an, in jeder anderen Funktion in der Kompanie zu dienen.
Schließlich ließ er sich von dem Kongreßabgeordneten Elihu B. Washburne und einigen Freunden überreden, die neue Freiwilligenkompanie nach Springfield zu führen,
wo sie sich den Illinois-Truppen anschließen sollte.

 

Wieder Soldat

Die zweite militärische Karriere des Ulysses S. Grant begann mit Hindernissen: In Camp Yates bei Springfield zeigte der Gouverneur nur wenig Interesse an seinen Diensten. Zunächst mit Verwaltungsarbeiten betraut,
stellte sich schnell heraus, daß er der einzige Mann im Stab der neuformierten Freiwilligentruppe war, der über militärische Erfahrungen verfügte. Als sich der Kommandant von Fort Yates, Captain Pope, zornig nach St. Louis verabschiedete, weil er nicht sofort zum General ernannt worden war, wurde Grant am 4. Mai 1861 zu seinem Nachfolger bestimmt. Er hatte allerdings lediglich die Einmusterungen und die Ausbildung der Freiwilligen zu leiten.
Am 22. Mai kehrte er zutiefst enttäuscht nach Galena zurück und schrieb an den Adjutant General Colonel L. Thomas in Washington:
„Da ich fünfzehn Jahre in der regulären Armee gedient habe, davon vier Jahre in West Point, und es für die Pflicht eines jeden halte, der seine Ausbildung auf Kosten des Staates genossen hat, sich nun zur Verteidigung dieses Staates zur Verfügung zu stellen, gebe ich mir die Ehre, Ihnen höflichst bis zum Abschluß dieses Krieges meine Dienste anzubieten."

Die Antwort ließ auf sich warten. Auch eine Bewerbung bei General McClellan, dem „kommenden Mann", der Unionsarmee, der gerade die Ohio-Freiwilligen organisierte, wurde brüsk zurückgewiesen. Am 15. Juni aber erreichte ihn ein Telegramm des Gouverneurs von Illinois, der Grant das Kommando über das 7. District Regiment im Rang eines Colonels anbot. Kurz darauf wurde ihm das Kommando der 12. Ohio-Freiwilligen angetragen.
Grant hatte zu diesem Zeitpunkt schon die erste Ernennung akzeptiert und sah sich Ende Juni mit einem völlig undisziplinierten Regiment konfrontiert, das seit Kriegsbeginn von über 1200 aufgelisteten Männern auf etwa 600 heruntergekommen war. Nach einer erneuten Musterung wurde das Regiment als 21st Illinois Volunteers in Dienst genommen. Binnen einer Woche brachte Grant eine gewisse Ordnung in das Regiment.
Dazu Lawrence Frost: „Grants Methode war einfach - er war noch gröber als jeder der Männer."

Das Regiment wurde gegen konföderierte Maraudeure eingesetzt, und Grant nutzte diese erste frustrierende Felderfahrung der ungeschliffenen Rekruten, denen der lange Marsch über verdreckte Feldwege bei Trockenheit und ausdörrender Hitze an die Substanz ging, um die Einheit fest in den Griff zu bekommen. Die Truppe stieß auf ein in aller Hast verlassenes Feldlager der Konföderierten, marschierte weiter nach Mexico, Missouri, und schlug dort Mitte August ein Camp auf.U. S. Grant als Brigadegeneral

 

Das erste Foto von U. S. Grant als Brigadier-General

Hier erreichte Grant die völlig überraschende Nachricht, daß er zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert worden war. Frost schrieb:
„Mit der Schaffung einer großen Freiwilligenarmee, wurden über 30 Brigadegeneräle benötigt. Der Präsident hatte 4 davon Illinois zugeteilt und der Illinois-Kongreßdelegation genehmigt, die Kandidaten zu benennen. Der Abgeordnete Elihu B. Washburne, der mit Gouverneur Yates ein wachsames Auge auf Grant hielt, hatte sein politisches Gewicht zugunsten Grants in die Waagschale geworfen. Die anderen Ernennungen für Illinois waren Stephen A. Hurlburt, John A. McClernand und Benjamin M. Prentiss.
Vom Senat am 5. August bestätigt, wurde die Ernennung rückwirkend effektiv vom 17. Mai 1861."

Grant traf am 4. September 1861 in Cairo ein, um einen Kommandoposten für den „District of Southeast Missouri" einzurichten. Von hier aus traf er umgehend Vorbereitungen, Paducah einzunehmen, einen strategisch wichtigen Punkt, in dessen Nähe sich die Flüsse Tennessee und Cumberland vereinigten. Mit 3 Kanonenbooten, den 9. und 12. Illinois-Infanterieregimentern und 4 Feldbatterien besetzte Grant die mit den Konföderierten sympathisierende Stadt, ohne daß es zu Kampfhandlungen kam. 4000 Südstaatensoldaten, die sich auf dem Weg nach Paducah befanden, kehrten um, als sie hörten, daß die Unionsarmee schneller gewesen war.

 

Anfang November wurden die konföderierten Truppen in Columbus, Kentucky, verstärkt. Am 7. November gingen Grants Truppen bei Hunters Point, unweit des Mississippi-Hafens Belmont, gegenüber von Columbus, an Land und griffen die Südstaatler an, die sie in gleicher Stärke (ca. 2700 Mann) erwarteten. Sie trieben die überraschten Konföderierten in die Flucht. Der Sieg ließ Grants Männer leichtsinnig werden. Sie begannen zu plündern und ließen sich nur schwer unter Kontrolle halten. Als die konföderierte Artillerie in Columbus das Feuer auf die Angreifer eröffnete, gelang es den CSA-Offizieren, ihre Soldaten wieder zu sammeln. Der Zeitungskorrespondent Eugene Lawrence schrieb:
„Inzwischen hatten starke Verbände der Rebellen den Fluß überquert und die bisherigen Sieger eingekreist."
Die Unions-Truppen gerieten in Panik. Grant behielt die Nerven. Es gelang ihm, einen geordneten Rückzug einzuleiten. Lawrence weiter:
„Seine Kaltblütigkeit beruhigte seine kleine Truppe. Sie durchbrach die Reihen der Feinde und erreichte in bester Ordnung den Landeplatz ... Grant spielte seine eigene Nachhut.
Er war der letzte Mann am Ufer."

 

Bis zum Februar 1862 bemühte Grant sich, die schlimmsten Ausbildungsmängel seiner Truppen zu beseitigen. Gleichzeitig beschäftigte ihn die Frage, wie die beiden großen Ströme Cumberland und Tennessee unter die Kontrolle der Nordstaaten zu bringen waren. Er gelangte zu dem Schluß, daß dazu eine Eroberung der Forts Henry und D6nelson unausweichlich war und entwickelte einen Plan für einen Feldzug den Tennessee River aufwärts,
den er dem Kommandeur seines Departments, General Henry W. Halleck, in St. Louis vorlegte. Zugleich kontaktierte er den Kommandanten der Kanonenboote des Departments, Flag Officer Andrey H. Foote.
Sein Plan wurde genehmigt. Grant leitete die Kampagne am 2. Februar 1862 ein.
Während die Infanterie beiderseits des Flusses gegen Fort Henry marschierte, fuhren die Kanonenboote Footes den Strom hinauf und eröffneten das Feuer. Noch bevor Grant mit seinen Landtruppen eintraf, hatte der Kommandant von Fort Henry die weiße Flagge gesetzt und den Posten, sowie das im Bau befindliche Fort Heiman auf der anderen Flußseite an Foote übergeben. Die geflüchtete Besatzung verschanzte sich 11 Meilen entfernt in Fort Donelson.

Grant ließ seine Regimenter sofort nachstoßen. Dabei war ihm klar, daß der kommende Kampf nicht so leicht werden würde: Ihm standen 21000 Konföderierte unter den Generälen Floyd (vormals Kriegsminister der Konföderierten Staaten), Pillow und Simon Buckner gegenüber - letzterer ein früherer Freund Grants. Am 14. Februar scheiterte ein Angriff der Flußboote, wobei Foote verletzt wurde. Grant erfuhr, daß sich die konföderierten Truppen an seiner rechten Flanke sammelten, um die Unionslinien zu durchbrechen und nach Nashville zu gelangen. Er ritt selbst zum rechten Flügel und traf gerade ein, als die Konföderierten mit Macht angegriffen. Grants Soldaten (unter dem Kommando von General McClernand) hatten nur noch wenig Munition. Der Durchbruch der Südstaatler schien unaufhaltsam. Grant entschied sich sofort zu einem energischen Angriff auf dem linken Flügel, um seine rechte Flanke zu entlasten.
Gleichzeitig ließ er durch seinen Stabsoffizier Colonel Webster unter den wankenden Truppen verbreiten, der Feind befände sich auf dem Rückzug, sie sollten daher sofort angreifen. Zusätzlich stießen die Truppen von General C. F. Smith bis in die konföderierten Linien vor. Der Ausbruchsversuch wurde vereitelt, und Grant bemerkte gegenüber dem Armeearzt Dr. Brinton, daß er an diesem Tag bereits von der Aufgabe des Gegners überzeugt war.
„Ich bin heute nachmittag über das Feld geritten und habe einige der Leichen seiner gefallenen Soldaten untersucht", sagte Grant zu Brinton.
„Ihre Tornister und ihre Hafersäcke waren voll. Sie haben gekämpft, um zu entkommen."

Die Entscheidung fiel in der Nacht des 15. Februar. Der konföderierte General Floyd übergab sein Kommando an General Pillow, der die Verantwortung wiederum an Simon Buckner weiterreichte, dem die undankbare Pflicht blieb, am Morgen des 16. Februar bei Grant um die Kapitulationsbedingungen zu bitten.
Grant antwortete mit der für ihn charakteristische Kürze und Entschiedenheit:
„Keine anderen Bedingungen als die sofortige und bedingungslose Übergabe werden akzeptiert. Ich beabsichtige, sofort gegen Ihre Befestigungen vorzugehen."
Buckner kapitulierte. 15000 Konföderierte gingen in Gefangenschaft. Grants auf 21000 Mann verstärkte Truppe erbeutete 65 Kanonen und über 17000 Handfeuerwaffen. Dieser überzeugende Sieg brachte Grants Namen in aller Munde.
Er zählte um so mehr, als die Union an allen anderen Fronten unter Druck stand. Mit der Kapitulation der Forts Henry und Donelson war die westliche Flanke der Konföderierten geöffnet. Einige Zeitungsreporter konstruierten aus den Initialen von Grants Vornamen „U. S." den Spitznamen „Unconditional Surrender"
(Bedingungslose Übergabe). Er wurde zum Markenzeichen.

 


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