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Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Peter Kircher, Die Hüte und Mützen der konföderierten Armee von 1861-1865
and Smithsonian-Institut/Washington



Hüte und Mützen der Konföderierten Armee
von 1861-1865



Ein Wort zuvor
Die Grundlage dieser Ausarbeitung bildete unter anderem der United-States-Army-Headgear-Katalog von Edgar M. Howell,
herausgegeben vom Smithsonian-Institut in Washington. Damit liegt eine Auswertung nach neuesten Erkenntnissen vor.

Besonders bemerkenswert ist das Kapitel über die Kopfbedeckungen der Konföderierten Armee im Bürgerkrieg.
Es dürfte erstmals überhaupt in deutscher Sprache veröffentlichtes Material enthalten und damit dem wachsenden Interesse
gerade an jenen Truppen im deutschen Sprachraum entgegenkommen.

 

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Die Gesamtuniformierung der CS-Armee wird nur gestreift


Auch die militärische Kopfbedeckung der Konföderierten Armee (CSA) verdient Aufmerksamkeit,
denn auch sie beinhaltet ein gewisses Maß an militärischer Tradition, was die US-Armee betrifft. Wenn auch nirgends besonders vermerkt, so wurde das bei der CS-Armee 1861 angeordnete elegante Kepi französischen Ursprungs, das auch von General McClellan kopiert wurde - ab 1872 für die gesamte US-Armee bis einschließlich 1895 mit einigen wenigen Änderungen vorgeschrieben. Hier wurde wohl auch der Tatsache Rechnung getragen, daß sich dieser Mützentyp irregulär besonders bei Offizieren,
aber auch bei Mannschaften, der US-Armee zunehmender Beliebtheit erfreute. Wenn auch die Konföderation in Amerika mit dem Stempel der Rebellion versehen war,
was heute noch verschiedentlich umstritten ist, so gebührt ihrer Organisation und Uniformierung doch Beachtung.

Im Gegensatz zur Armee der Vereinigten Staaten, die zu Kriegsbeginn ihre Uniformvorschrift schon aufzuweisen hatte, mußten die Konföderierten ihre erst erstellen.
Da die Truppen der Konföderation bei ihrer Aufstellung ausschließlich aus Freiwilligen bestanden, die nach den geltenden Bestimmungen und der Tradition fast grundsätzlich in Kadettengrau (blau-grau) gekleidet wurden, war es naheliegend, dies für die gesamte Konföderierte Armee beizubehalten. Allerdings gab es im Süden anfangs auch etliche Staatsuniformen in Unionsblau; diese verschwanden im Verlauf des 1. Kriegsjahres.

Die ersten Volunteer-(Freiwillige) und Miliz-(Bürgerwehr) Einheiten wurden in den südlichen Staaten schon Anfang des Sommers 1860 ausgerüstet und uniformiert,
als die USA noch ungeteilt bestanden. Dies war im beginnenden Konflikt die Ausgangsbasis für die neu aufzustellenden militärischen Einheiten. Bei der Beschlußfassung der neuen Uniformierung wurde offensichtlich an die bestehende Tradition der ursprünglichen US-Armee der Vorkriegszeit angeknüpft. Dies beweist die Tatsache,
daß sowohl die Nationalfarben der Bundesfahnen, Blau, Weiß und Rot, als auch die Waffenfarben beider regulären Armeen identisch waren.
Jedoch war die Vielfalt der Uniformen die den aus der Union ausgetretenen Staaten vorgeschrieben waren, unübersehbar.


Eine längere Beschreibung am Ende dieser Seite



Uniformvorschriften und -anordnungen
der Konföderierten Armee Juni 1861


Die Vielzahl einzelner Staatsuniformen war so verwirrend, daß schon bald von der Konföderierten Regierung der Entschluß gefaßt wurde, eine einheitliche Uniformierung vorzuschreiben. Die ersten offiziellen Anordnungen für eine Bekleidung der Konföderierten Armee wurden am 6. Juni 1861 erlassen, ca. 7 Wochen vor der ersten großen Schlacht des Krieges am Bull Run. Tatsächlich hat wohl keine Einheit der Konföderierten Armee in den neu vorgeschriebenen Uniformen an dieser Schlacht teilgenommen. Auch die Freiwilligeneinheiten der Union betraten in den unterschiedlichsten Uniformierungen das Gefechtsfeld. Besonders auffällig waren die Zuaven-Regimenter, die zu Beginn des Konfliktes auf beiden Seiten aufgestellt wurden und durch ihre Farbenpracht fast alles in den Schatten stellten. Ihre Uniformen waren eine Kopie der gleichnamigen französischen Einheiten und stammten ursprünglich aus Nordafrika. Dieser neuen Truppengattung war trotz ihrer verhältnismäßig großen Popularität in Nordamerika nur ein kurzes Dasein beschieden. Auf Seiten der Union verschwanden sie schon bald nach Verlauf des ersten Kriegsjahres, im Süden existierten sie bis zum Kriegsende 1865. Als Kopfbedeckung diente meist ein roter Fez, der zur Parade mit einem weißen Tuch umschlungen wurde. Die kurze dunkelblaue Jacke, die offen getragen wurde, war reich mit roter Litze besetzt. Die Hosen waren meist rot, bei manchen Regimentern aber auch dunkelblau oder blauweiß gestreift. Die Offiziere bevorzugten oft, sowohl bei der Union als auch bei den Konföderierten, ein rotes Kepi mit dunkelblauem Band. Zusätzlich wurde der obere rote Mützenteil zur Kenntlichmachung der Ränge reichhaltig mit Goldlitze besetzt.

Auch dies bedeutete einen Rückgriff auf die militärische Tradition der US-Armee.
Die Uniformmütze war kadettengrau, mit einem Band in der jeweiligen Waffenfarbe: Rot = Artillerie, Gelb = Kavallerie, Hellblau = Infanterie, Dunkelgrün = Jäger. Die Uniformmützen der Generäle waren dunkelblau. Die vorgeschriebenen Waffenfarben waren der Uniformvorschrift der US-Armee von 1851 bis 54 entnommen. Die Uniformmütze selbst war eine Kopie des französischen Kepis, sie war der McClellan- oder Chasseur-Kappe zum Verwechseln ähnlich. Die konföderierten Offiziersausführungen sollten mit einem Goldkordelbesatz nach französischem Vorbild dekoriert werden, der auch die einzelnen Ränge anzeigte: Bei Leutnant und Oberleutnant 1 Kordelstrang, beim Hauptmann 2, beim Major, Oberstleutnant und Oberst 3, bei Brigadegenerälen und Generälen 4. Dies entsprach dem Kordelsträngengeflecht auf den Ärmeln der Offiziersuniform. Zur Parade wurde ein Pompon in der Waffenfarbe vorgesehen, der aber nie zur Anwendung gelangte.

 



Zweites Mützenmodell von General Thomas J. „Stonewall”Jackson.
Dieses Kepi im Kadettenstil war blaugrau und mit einer breiten Goldborde auf dem unteren Mützenteil dekoriert.
Nach den geltenden Bestimmungen waren die Kappen der Generale dunkelblau mit viersträngigem Goldkordelbesatz vorgeschrieben.

 

 

Die Abmessungen der konföderierten Uniformkepis differierten.
Einer Tradition der französischen Armee folgend, waren die Offiziersmodelle meist etwas niedriger. Jedoch waren auch Mannschaftsausgaben in diesen Abmessungen anzutreffen. Hier nun die Angaben der offiziellen Kepis im Detail.
Offiziersversion: Die Höhe der gesamten Vorderfront = ca. 7,5 cm. Basishöhe rund um den unteren Mützenteil, in der Waffenfarbe ausgelegt = 4 cm. Gesamtlänge des rückwärtigen Teils gemessen über den Nahtverlauf = ca. 15 cm. Höhe des hinteren Mützenoberteils (Kappenkranz) = 11,5 cm. Deckeldurchmesser = ca. 13 cm.
Der rückwärtige Teil der Offiziersausführung war nicht verstärkt. Der Mützenschirm aus doppeltem, eingefaßtem schwarzem Leder hatte eine Gesamtlänge von ca. 31 cm.
In der Vorderfront vom Mützen- bis zum Schirmrand betrug die Weite ca. 3,5 cm und die Schirmbreite ca. 16 cm. Der Mützenschirm war bei Offizieren auf der Unterseite dunkelgrün. Der schwarze Sturmriemen entsprach in seinen Abmessungen den Anordnungen der US-Armee. Zum Vergleich die Abmessungen der nichtregulären McClellan- bzw. französischen Chasseurkappe, die in den folgenden Maßen variierten:Fronthöhe 7,5 bis 9 cm, Höhe der Rückseite 12,7 bis 15,2 cm.

Außer den offiziellen Ausführungen waren im Süden die nichtregulären Uniformkappen der Modelle von 1851 mit Paspelierung und Waffenfarbenbesatz, sowie Kadettenkappen mit nach vorne fallendem Mützendeckel sehr populär. General Stonewall Jackson zum Beispiel bevorzugte ein Modell in diesem Stil,
dessen Deckel bis zum Mützenschirm reichte. In den ersten Monaten des Krieges fertigten die Damen des Südens für die Truppen im Feld weiße Havelocks an,
die im Gegensatz zu den Anordnungen der Unionsarmee häufiger Verwendung fanden. Der Ursprung war wohl wiederum in Frankreich zu finden, das zu jener Zeit in Modedingen im Süden ständig an Einfluß gewann.

Was die Kopfbedeckung der konföderierten Armee im Feld betrifft, so ist keinerlei Hinweis zu finden, daß eine solche vorgeschrieben wurde. Die neuen Uniformbestimmungen erwähnten nur das reguläre französische Kepi, dies galt für Paraden und für den Felddienst.


Tatsächlich fanden fast alle Hutausführungen im Felde Verwendung, deren man habhaft werden konnte und die brauchbar erschienen. Zu Ihnen gehörte der Kalabreser in Schwarz, Braun und Grau, mit und ohne Federbesatz, genau wie Zivilhüte in ähnlicher Form mit Mittelfalte oder runder Krone. Man hatte ziemlich bald herausgefunden,
daß die angeordneten Kepimodelle für den Gebrauch im Feld und Gefecht nicht besonders geeignet waren. Ein Modell, das sich im Süden bei den Truppen großer Beliebtheit erfreute, befindet sich im Konföderiertenmuseum in Richmond. Diese Hutausführung hatte die offizielle Bezeichnung "Confederate Slouchhat" (konföderierter Schlapphut). Er ist aus braunem Filz gefertigt und hat eine 11,5 cm hohe runde Krone.
Die Krempenbreite beträgt 7 cm. Die Krempe ist mit einem 2,5 cm breiten braunrötlichen Seidenband eingefaßt. Das Hutband aus gleichem Material ist 5 cm breit und auf der linken Seite mit einer Schleife versehen. Das lederne Schweißband hat eine Breite von 4 cm. Innen ist der Hut schwarz gefüttert. Der Ursprung dieses Modell ist der Quäkerhut. Die texanischen Einheiten trugen diesen Hut zu Beginn des Krieges in Schwarz.
Selbst Offiziere und Mannschaften der Union gaben diesem Hut des öfteren den Vorzug. Es war die Gesamtheit der irregulären, aber äußerst beliebten Hüte,
die das Bild der konföderierten Streitkräfte bis zum Kriegsende prägten.

Am 24. Januar 1862 ordnete das Kriegsministerium der Konföderierten Staaten einen Wechsel der Uniformkappen an.
Mützenstil und Abmessungen wurden beibehalten. Der obere Mützenteil sollte nun in der Waffenfarbe gehalten sein, die Basis war mit einem dunkelblauen Band - 4 cm breit - besetzt. Die Offiziersmodelle behielten den Kordelbesatz. Gleichzeitig wurden die Epauletten und Epaulettenschlaufen bei den Offizieren und Mannschaften endgültig abgeschafft. Bei Offizieren wurde der Dienstrang nur noch auf den Ärmeln und Kragen des Uniformrockes, sowie durch einen Kordelbesatz auf dem Kepi angezeigt. Waffenzeichen oder sonstige Mützenembleme waren in den Bestimmungendes konföderierten Kriegsministeriums nicht vorgesehen. Dies galt ebenfalls für den Gebrauch von Hutkordeln bei Offizieren und Mannschaften, da Militärhüte offiziell nicht vorgesehen waren. Falls solche verwendet wurden, handelte es sich entweder um Beutestücke oder um Vorkriegsmodelle der Einzelstaaten.

 



Offiziershut des Staates Georgia zu Beginn der Konföderation, ca. 1861







Brigadegeneral Thomas R. R. Cobb in der Uniform des Staates Georgia. Sein Armeehut entspricht den Uniformvorschriften dieses Staates.







Offizierskepi im französischen Stil des konföderierten Staates Louisiana, ca. 1861. Das Mützenornament in der Vorderfront besteht aus einem goldfarbenen gestickten Eichenlaubkranz und einem messinggeprägten Pelikanemblem. Wie die Messingknöpfe der Kappenseiten, an denen die goldfarbene Schnur befestigt ist,
symbolisiert es das Staatswappen von Louisiana.






Kavallerist des Staates Virginia, ca. 1861. Sein Kepi im französischen Stil ist dunkelblau. Das Emblem in der Kappenfront zeigt 2 gekreuzte Säbel aus Messing,
die den Vorschriften der US-Armee dieser Epoche entsprachen.







Hellgraue konföderierte Feldmütze im modifizierten Kadettenstil für Mannschaften, ca 1861. In den ersten Kriegsjahren waren die Kappenausführungen vor allem in den Staatentrupps von Texas sehr verbreitet.







Zwei Offiziere der Konföderierten Armee gegen Ende 1861.  Sowohl die Kopfbedeckung des Infanterieoffiziers (rechts), wie die des Kavallerieoffiziers entsprachen nichtg den Vorschriften der Südstaatenarmee. Ansonsten stimmen die Uniformen mit den neuen Bestimmungen des Kriegsministeriums überein.







Dunkelblaue Offiziersmütze im nichtregulären Stil der Unionsausgabe im Kadettenstil. Die Kappe war Eigentum von General Thomas J. „Stonewall” Jackson.
Sie entsprach dem 1858-Vorkriegsmodell des Virginia-Militär-Instituts.







Vorgeschriebenes Offizierskepi der Armee von Virginia für Majore, Lieutenant Colonels und Colonels. Der Kordelbesatz entspricht genau den Bestimmungen.







Offiziersmütze für die konföderierte Artillerie, ca. 1861.
Das Kepi ist kadettengrau, das Basisband in der Waffenfarbe rot. Der goldfarbene Kordelbesatz entspricht in etwa den offiziellen Bestimmungen.







Kepi im modifizierten französischen Stil für die Mannschaften der konföderierten Infanterie. Obwohl Kadettengrau als Uniformfarbe vorgeschrieben wurde, waren die verwendeten Grautöne sehr unterschiedlich. Diese hellgraue Kappe hat ein hellblaues Basisband als Waffenfarbe der Infanterie.
Diese Mützen wurden vom 6. Juni 1861 bis zum 24. Januar 1862 vorgeschrieben. Tatsächlich fanden sie jedoch bis zum Kriegsende Verwendung.







Konföderiertes Kavalleriekepi für Mannschaften 1861 bis 62







Konföderierter Feldhut für Offiziere und Mannschaften. Diese Modelle waren im Süden äußerst beliebt und verbreitet.
Sie waren während der Dauer des gesamten Bürgerkrieges anzutreffen.







Nichtregulärer schwarzer Feldhut im Kalabreserstil in der Offiziersversion der CS-Armee von 1861 bis 65. Diese Hutmodelle waren auf beiden Seiten sehr populär.
Die bevorzugte Dekoration auf seiten der Konföderierten bestand hauptsächlich aus Straußenfedern in unterschiedlichsten Farben und Längen. Hutschnüre waren seltener anzutreffen, ebenso die Waffenzeichen. Diese Hutausführungen waren ebenso in Grau, Braun und Beige bei Offizieren und Mannschaften im Gebrauch.






Kepi in der Mannschaftsausführung für die CS-Artillerie. Das Oberteil der Mütze ist rot, das Mützenband dunkelblau. Diese Kappen, die auch für die Paradeuniform vorgesehen waren, wurden am 24. Januar 1862 bedingt durch einen Wechsel der Kopfbedeckung in der Konföderierten Armee vom Kriegsministerium vorgeschrieben.
Es ist jedoch sehr fraglich, ob diese neuen Bestimmungen zu diesem Zeitpunkt für die gesamte CS-Armee noch realisiert werden konnten.


 

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