Mit freundlicher
Unterstützung
Die Erfahrungen in den Indianerkriegen mit den berittenen Rangereinheiten hatten auch Skeptiker von der Effizienz von Kavallerie - die für die in den bevorstehenden Jahrzehnten zu bewältigenden militärischen Aufgaben in den westlichen Territorien geradezu prädestiniert war - überzeugt. Der amtierende Kriegsminister Lewis Cass erhielt vom Parlament eine Summe von mehr als 150.000 Dollar für die Reorganisation des 1. Regiments U. S. - Dragoons genehmigt, dessen Offizierkorps sich vorwiegend aus Veteranen der irregulären Ranger-Einheiten des „Black Hawk Krieges“ zusammensetzen sollte-
Der Boden für
die abermalige und diesmal endgültige Etablierung von Kavallerieeinheiten
für das amerikanische Heer war bereitet.
Die Anwerbungen
für das Regiment wurden während der Sommermonate 1833 durchgeführt.
Zur Vermeidung von Heimwehgefühlen wurden die jungen Rekruten
Die Soldaten begannen
zu murren. Sie hatten von ihrem Dienst andere Vorstellungen gehabt.
Dies verstärkte sich noch, als sie - statt wie erwartet für
militärische Aufgaben Colonel Dodge schrieb am 28. August 1833 an Colonel R. Jones, den Adjutanten des Oberbefehlshabers der Armee:
Zeitgenössische
Skizze von Fort Abercrombie, North Dakota, 1863. Die Palisade hatte
eine Höhe von 12 Fuß (3,6 m). Kleine Forts im fernen Westen
wie dieses waren Schutzburgen für die wenigen Siedler der Region
im Falle von Indianeraufständen. Vor dem Bürgerkrieg verfügten
nur wenige Forts über Palisadenumzäunungen. Obwohl Colonel Dodge für die wachsende Unzufriedenheit der Mannschaft Verständnis hatte, zögerte er doch nicht, sie mit drakonischen Maßnahmen zu unterbinden. Dodge und seine Offiziere und Unteroffiziere gingen scharf gegen gefangene Deserteure und Unruhestifter vor, um die Truppe zu disziplinieren. Die Arrestzellen
waren stets gefüllt, und ständig stand eine Einheit zur
Jagd auf Deserteure zur Verfügung. Regelmäßig trat
ein Militärgericht zusammen.
Anfang Oktober trafen die Kavalleriepferde in der Garnison ein. Wieder folgten Wochen, die angefüllt waren mit zermürbendem Drill, um auch die Pferde für die militärischen Anforderungen abzurichten. Am 9. November 1833 fand die erste Parade unter dem Kommando von Major Richard B. Mason statt. Am folgenden Tag besuchte der Generalinspekteur der U. S. - Armee die Jefferson Barracks. Er ließ die Truppe paradieren, prüfte Uniformen und Pferde, überzeugte sich vom Stand der Ausbildung und Disziplin und reiste zufrieden wieder ab. Noch bevor das Jahr zu Ende ging, war das 1. Regiment U. S. - Dragoons einsatzbereit. Im Juli 1836 nahm Colonel Dodge seinen Abschied. Stephen Watts Kearny wurde sein Nachfolger als Kommandeur des 1. Regiments U. S. - Dragoons.
General Stephen Watts Kearny, Kommandeur des 1. U.S.-Dragoner-Regiments
Neben langwierigen, strapaziösen Expeditionen durch den teilweise unerforschten amerikanischen Westen, marschierte Kearny nach Ausbruch des Krieges mit Mexiko mit seinen Kavalleristen auf dem Santa-Fe-Trail nach New Mexico und nahm es für die USA in Besitz. Nach einem
fast 2 000 Meilen langen Marsch erreichte Kearny Kalifornien und eroberte
auch dieses Territorium für die Vereinigten Staaten.
Im Mai des gleichen Jahres beschloß das Parlament die Aufstellung eines 2. Regiment U.S.-Dragoons unter Colonel David E. Twiggs. Es wurde für den Einsatz im 2. Seminolen-Krieg (1835-1842) in Florida organisiert, tat aber in diesem, mit äußerster Brutalität geführten Krieg in den Sümpfen Floridas, der bis 1842 dauerte und zur fast völligen Ausrottung des Seminolen-Stammes führte, kaum zu Pferde Dienst. Es gab ja hier keine weiten Prärien für großräumige Kavallerieattacken. So mußten die Kavalleristen häufig kämpfend durch die Everglades und Sümpfe waten und sich mit flachen Booten fortbewegen. Dies führte dazu, daß sie sich, sowohl beritten als auch abgesessen, zu einer kriegserprobten Truppe entwickelten, die später ihre Erfahrungen in den amerikanisch-mexikanischen Krieg einbringen konnte.
Ende 1839 wurden
5 Kompanien Kavallerie von Fort Leavenworth nach Fort Gibson verlegt,
nachdem unter den in der Nähe beheimateten Cherokees Unruhen
wegen des stetig zunehmenden Siedlerstromes in die Stammesgebiete
und des unverhohlenen Vormachtanspruches der weißen Farmer gekommen
war. Ähnliches geschah in den folgenden Jahren häufig, was
dazu führte,
„Neue
Pflichten kamen auf das 1. Dragoner-Regiment im Jahre 1846 zu, nachdem
der Krieg gegen Mexiko erklärt worden war. Das Anwerben von weiteren
Freiwilligen, die Ernennung neuer Offiziere und die Ausrüstung
der Regimenter bildete die verschiedenen Aktivitäten der Militärverwaltung.
Da die Dragoner für die Aufgabe, an einem Krieg mit einer fremden
Macht teilzunehmen, beansprucht wurden, waren sie für einige
Zeit ihrer ursprünglichen Funktion enthoben, Feldzüge und
Erkundigungen in die westlichen Regionen vorzunehmen und die Grenzverteidigung
zu sichern. 300 Dragoner wurden der Kern der „Army of the West“
(West-Armee) in Fort Leavenworth, Kansas, Im fernen Washington wartete Präsident Polk ungeduldig darauf, daß seine Maßnahmen endlich Erfolg hatten, daß Mexiko sich zu einer unüberlegten Aktion würde hinreißen lassen, die ihm das Alibi lieferte, Mexiko als Aggressor verurteilen und mit dem Krieg beginnen zu können.
Karte des umstrittenen Gebiets in Texas und Kearnys Feldzug nach Kalifornien Am 25. April 1846
geschah schließlich das, worauf Präsident Polk so lange
gewartet hatte. Die Mexikaner, Zur gleichen Zeit
waren 2 Kompanien des 2. U.S.-Dragoner-Regiments unter Captain Thornton
und Captain Hardee - der später einer der profiliertesten amerikanischen
Militärtheoretiker werden sollte - in der unüberschaubaren
Wildnis dieser Region unterwegs. Die mexikanischen Einheiten tauchten
unvermittelt vor den Kavalleristen auf.
Mexiko hatte formal den ersten Schlag geführt. Die Gefangennahme von zwei Kompanien der U.S.-Kavallerie und die Tötung mehrerer Soldaten gab Präsident Polk den Grund, den er brauchte, um den Krieg gegen Mexiko erklären zu können. Der Krieg war praktisch eröffnet, und durch den ganzen Süden und Südwesten erscholl der Ruf: „Man ist in unser Land eingebrochen, amerikanisches Blut ist auf amerikanischem Boden verspritzt worden!“ Dabei waren die Ausdrücke „unser Land“ und „amerikanischer Boden“ zumindestens etwas leichtfertig, denn daß sich Texas bis zum Rio Grande ausdehne, war bis dahin ein Phantasieprodukt. Nicht einmal eine Holzhütte hätte man auf dem 150 englische Meilen breiten Gebiet vom Nueces Fluß bis Matamoros gefunden.Nach der Schlacht von Palo Alto verabschiedete das Parlament in Washington am 13. Mai 1846 mit nur wenigen Gegenstimmen die offizielle Kriegserklärung an Mexiko. Präsident Polk hatte sein Ziel erreicht. Der Kongreß genehmigte am 19. Mai 1846 die Errichtung eines 3. berittenen Regiments, die „Mounted Riflemen“ (Berittene Schützen), zunächst zu dem Zweck, den Oregon Trail und die westwärts ziehenden Siedler-Trecks zu schützen. Erster Kommandeur wurde Colonel Persifor Frazer Smith, der die Truppe 11 Jahre lang führte. Die Aufstellung erfolgte in den Jefferson Barracks bei St. Louis in Missouri. Nach der Eröffnung der Kriegshandlungen mit Mexiko erreichte sie der Marschbefehl in Richtung Süden. Ende Februar befand sich das Regiment bei Tampico zur Einschiffung nach Vera Cruz. Doch während der stürmischen Überfahrt mit Segelschiffen im Golf von Mexiko verlor es fast alle Pferde. So mußte das Regiment bis Mexiko City infanteristisch eingesetzt werden und bewährte sich in allen Schlachten, besonders bei Contreras und bei der Einnahme von Mexiko City. Mit der Heereserweiterung vom 11. Februar 1847 wurde für die Dauer des Krieges noch ein 3. Dragonerregiment aufgestellt.
U.S.-Kavallerie
nimmt in der Schlacht von Palo Alto hinter der Artillerie Aufstellung
zur Attacke.
Eine
entscheidene Szene aus der Schlacht von Resaca de la Palma:
Zeitgenössische
Darstellung einer Attacke der U.S.-Kavallerie in der Schlacht von
Buena Vista am 24. Februar 1847
Zeitgenössische
Darstellung einer erbitterten Kavallerieattacke in der Schlacht von
Cerro Gordo am 18. April 1847
Seltene
Photographie einer Einheit der U.S.-Dragoner 1846 in der Hauptstraße
der mexikanischen Stadt Saltillo
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