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Mit
freundlicher Unterstützung
Unter Mitarbeit von: E. Liebe,
RAG Militärgeschichte, 85077 Manching Mobile Bay • 05. August 1864 •
Seite 1
Die bei weitem größte Seeschlacht des Jahres 1864 und vielleicht bestgeführte des ganzen Krieges war der Angriff des Unionsadmirals Farragut auf die Mobile Bay an der Küste von Alabama. Die CSA hatte im Laufe des
Krieges einen ihrer wichtigsten Häfen nach dem anderen verloren,
von denen aus die Blockadebrecher operiert beziehungsweise die sie
mit Schmuggelware angelaufen hatten. Die lange, breite Bucht am Golf
von Mexiko, an deren Nordende die Hafenstadt Mobile lag, war nicht
nur als Blockadebrecherhafen wichtig. Mobile war ein riesiges Depot
mit guten Eisenbahnverbindungen in Richtung Norden nach Chattanooga,
Atlanta und anderen wichtigen Städten. Die Einfahrt zur Bucht wurde stark geschützt. Auf den Inseln in der Zufahrtsstraße standen die Forts Morgan, Gaines und Powell. Die Fahrrinne zwischen Fort Morgan und Fort Gaines wurde - eine Lücke für Blockadebrecher ausgenommen - mit Unterwasserpfählen gesperrt, die zusammen mit 3 Reihen verankerter Minen eine fast unpassierbare Barriere bildeten. Die 130 Meter breite Lücke lag vor Fort Morgan und war durch Bojen markiert. Die Eroberung von Mobile bildete
einen Teil des Unionsplanes für die endgültige Spaltung
und Ausblutung des Südens und stand in engem Zusammenhang mit
Shermans Feldzug in Georgia. Admiral Farragut, der das Blockadegeschwader
Westlicher Golf führte, hatte im Winter 1863 durch Spione erfahren,
daß man in den Werften von Mobile neue Ramm- und Panzerschiffe
baute, die für seine hölzernen Fregatten eine große
Gefahr bedeuteten und die Verteidigung der Bucht wesentlich verstärken
könnten. So drängte Farragut im
Januar 1864 das Marine-Ministerium, ihm mindestens ein Panzerschiff
zur Verstärkung seiner Flotte zu unterstellen. Aber es sollte anders kommen.
Zu seinem Bedauern begann im März 1864 der für die Union
verlustreiche Red-River-Feldzug unter General Banks,
Konteradmiral David Glasgow Farragut trat im Alter
von neun (!) Jahren 1810 als Fähnrich in die US Navy ein und wurde
regelmäßig bis zum Captain
Die Einfahrten in
die Bucht wurden von drei Küstenfestungen geschützt, dem Fort
Morgan und Fort Gaines an der Haupteinfahrt Der Norden der Stadt
war durch sumpfiges Gelände unzugänglich, und im Osten floß
der Mobile River. Zusätzlich
schützten schwimmende Geschützbatterien die Seeseite.
Fort Morgan Der Krieg gegen
Kanada (1812 - 1814) hatte gezeigt, daß es für die Vereinigten
Staaten dringend erforderlich war, die wichtigsten Häfen und Hafeneinfahrten
durch Küstenforts besser gegen Angriffe feindlicher Schiffe zu
schützen. Oberstleutnant (Lieutenant
Colonel) Joseph G. Totten, der zum amerikanischen Festungsexperten werden
sollte,
Das Fort am östlichen
Ende der Dauphin-Insel, die ursprünglich Massaker-Insel hieß,
wurde 1821 begonnen, doch zeigten sich bald Probleme mit Ebbe und Flut.
Nachdem Grundstücksstreitigkeiten beigelegt worden waren, entschied
sich Oberstleutnant Joseph G. Totten 1853 für den Bau eines Forts
in Lünettenform nach neuesten Erkenntnissen. Die mit Erde bedeckten
Backsteinbauten sollten dem Beschuß durch Schiffsartillerie standhalten.
Sie waren von einem 11 m breiten, trockenen Graben umgeben. Es gab nur
einen Zugang über eine Zugbrücke.
Die
Verteidiger
Kommandeur der konföderierten Landstreitkräfte von Mobile war Major-General Dabney H. Maury, die Verteidigungsanlagen unterstanden dem Kommandeur der Festungen Brigadier-General Richard L. Page, einem Vetter von General Robert E. Lee. Die Besatzung des
Fort Morgan bestand aus dem 1. Alabama Artilleriebataillon, dem 1. Tennessee
Infanterieregiment und zwei Kompanien
Seestreitkräfte Unter dem Kommando
von Admiral Franklin Buchanan befanden sich vier Kriegsschiffe der Konföderierten
in der Bucht.
CSS
TENNESSEE
CSS GAINES
CSS SELMA
Admiral Franklin Buchanan kam aus Maryland
und hatte bereits eine erfolgreiche Karriere in der Vorkriegsmarine
hinter sich. Vor dem Ausbruch des Krieges war er als Captain (Kapitän
zur See) der Kommandant der Marine-Werft in Norfolk, Virginia. Da er
annahm, daß sein Heimatstaat Maryland den Konföderierten
Staaten beitreten würde, quittierte er im April 1862 seinen Dienst
in der US Navy. Doch sein Staat blieb der Union treu und er versuchte
daraufhin sein Rücktrittsgesuch zurückzuziehen. Das Marineministerium
lehnte aber seinen Antrag ab und entließ ihn im Mai. Im Krieg kommandierte
er u.a. die VIRGINIA in ihrem Kampf gegen die Unionsflotte,
der am 8. März 1862 in den Hampton Roads stattfand.
Aber es sollte noch eine Weile vergehen. Endlich genehmigte das Marineministerium die zusätzlichen Panzerschiffe, von denen zwei (die CHICKASAW und WINNEBAGO) im Juni und Juli eintrafen. Bei den Panzerschiffen mit drehbaren Türmen handelte es sich um neuere Versionen des Typs «Monitor», die weit besser als das konföderierte Schiff TENNESSEE gepanzert und ausgerüstet waren. In der Zwischenzeit
war es Farragut auch gelungen, Generalmajor Edward R.S. Canby zu überreden,
ihm die gewünschten Landstreitkräfte (Infanterie und Artillerie)
mit einer Stärke von 2400 Mann zur Verfügung zu stellen. Ungeduldig
wartete er nun auf das Entreffen der letzten beiden Panzerschiffe. Da
der Angriff am 3. August beginnen sollte, landeten am Nachmittag Unionstruppen
auf Dauphin-Island an, auf der Fort Gaines lag, und bereiteten sich
zum Angriff auf die Festung vor.
Die
Angreifer Major-General Edward R. S. Canby
Unter dem Oberbefehl
von Generalmajor Edward R. S. Canby landeten 2.400 Mann unter Generalmajor
Gordon Granger auf der Dauphin-Insel. In den nächsten Tagen trafen
noch Verstärkungen ein, so daß 12 Infanterieregimenter, 3
Kavallerieregimenter, 1 Artilleriebataillon und
Seestreitkräfte Unter dem Kommando
von Konteradmiral David Glasgow Farragut befanden sich 26 Kriegsschiffe
des Blockadegeschwader Westlicher Golf und vier Monitore vor der Bucht.
Für den Durchbruch in die Mobile Bay waren vorgesehen: Panzerschiffe (Monitore)
USS TECUMSEH 1 Geschützturm mit 2 x 38-cm-Kanonen
USS MANHATTAN 1 Geschützturm mit 2 x 38-cm-Kanonen
USS WINNEBAGO 2 Geschütztürme mit je 2 x 28-cm-Kanonen
USS CHICKASAW 2 Geschütztürme mit je 2 x 28-cm-Kanonen
Kriegsschiffe des Blockadegeschwaders (im Verbund)
Schraubenfregatte
USS BROOKLYN an Steuerbord (rechts)
USS HARTFORD Schraubenfregatte
USS HARTFORD an Steuerbord (Flaggschiff)
USS RICHMOND
Schraubenfregatte
USS RICHMOND an Steuerbord
Schraubenfregatte
USS LACKAWANNA an Steuerbord
Schraubenfregatte
USS MONONGAHELA an Steuerbord
Schraubenfregatte
USS OSSIPEE an Steuerbord
Schraubenfregatte
USS ONEIDA an Steuerbord Daneben griffen sechs Schiffe durch den Mississippi Sund das Fort Powell an und sechs Schiffe befanden sich noch vor der Bucht.
Die Seeschlacht beginnt
Damit sich seine
Schiffe gegenseitig unterstützen konnten, vertäute er immer
zwei Schiffe zu einem Verbund („Päckchen“), wobei sich
das waffenmäßig schwächere an Backbord und das stärkere
an Steuerbord (mit Breitseite zum Fort Morgan) befand. Wurde ein Schiff
durch die Festungsartillerie oder durch Minen leckgeschlagen, Der Verlauf der Schlacht kann in vier Phasen gegliedert werden:
Einnehmen der Gefechtsformation und Vorstoß bis zur Fahrrinne bei Fort Morgan Nach einer unruhig
verbrachten Nacht ließ sich Admiral Farragut am 5. August um 3
Uhr morgens wecken und erkundigte sich zunächst nach dem Wetter.
Dieser Freitag sollte ein schöner Sommertag werden.
Sie begründeten es damit, daß die BROOKLYN, die wohl als erste beschossen würde, besser bewaffnet war. Außerdem hatte sie am Bug eine Vorrichtung, die die Taue der Minen durchschneiden konnte.
Die Mehrzahl der
Seeminen bestand damals aus pulvergefüllten (Bier-) Fässern
mit Kontaktzündern, die paarweise mit Tauen oder Ketten verbunden
waren.
In geordneter Formation
näherten sich die Schiffe nun der engsten Stelle zwischen dem Minenfeld
und dem Fort Morgan.
Die Überlebenden
der TECUMSEH hoffen auf Rettung
Als erstes Schiff
der Unionskolonne sollte die BROOKLYN, eines der Holzschiffe,
in die Bucht einlaufen. Der Kapitän schloß jedoch aus dem
Anblick der Wrackteile der TECUMSEH, daß das Wasser nicht
tief genug sei, und gab das Kommando: «Volle Kraft zurück!»
Dabei kollidierte sein Schiff mit dem Geleitschiff,
Admiral Farragut, hier noch in den unteren Wanten seines Flaggschiffs HARTFORD Nun stand Admiral
Farragut vor einer schweren Entscheidung. Um eine weitere Kollision
zu vermeiden, Ein langsames Wendemanöver
aller Schiffe unter dem Beschuß der Geschütze von Fort Morgan
und der konföderierten Flotte hätte zahlreiche Opfer gekostet.
Farragut jedoch hatte keinesfalls die Absicht nun aufzugeben, denn er
hoffte, daß die Minen durch das lange Liegen im Wasser zum größten
Teil unbrauchbar geworden waren und befahl deshalb: Später beteuerte Farragut seinem von Bigotterie beherrschten Volk gegenüber, er habe in diesem Moment nur gebetet und mit der Hand die Richtung gewiesen. Die Worte, die zum berühmtesten Zitat eines amerikanischen Marineoffiziers wurden («damn» zu fluchen galt damals als äußerst unschicklich), seien von Journalisten erfunden worden.
Das Kanonendeck
von Farraguts gewaltigem Flaggschiff HARTFORD, mit Blick auf die
Kanonenreihen,
Die Gefechte in der Bucht
Die GAINES erlitt durch Beschuß schwere Schäden, lief nordöstlich von Fort Morgan auf Grund und wurde daraufhin von der eigenen Besatzung zerstört. Die MORGAN lief ebenfalls auf Grund, konnte aber wieder flottgemacht werden und zog sich in den Schutz von Fort Morgan zurück. In der folgenden Nacht konnte sie dann nach Mobile entkommen. Die SELMA
wurde von der METACOMET verfolgt und konnte nach einer Stunde
erfolgreich beschossen werden.
Die SELMA (links) wird von der METACOMET (rechts) gestellt und muß sich ergeben.
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