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VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Leah Ireland-Kunze, •Der Bürgerkrieg in den USA 1861-1865•
© William C. Davis, •SOLDATEN•GENERÄLE•SCHLACHTEN•

 

NASHVILLE - 15.-16. Dezember 1864

 

 


Dieses Gemälde stellt die Schlacht von Nashville dar



US-General Georg Thomas,
»Der Fels von Chickamauga«
CSA-General John Bell Hood

 


Der Franklin-Nashville-Feldzug


Unionsgeneral George Thomas, der «Fels von Chickamauga», hatte eine äußerst präzise Denkart und ließ sich nie zu überstürzten Handlungen bewegen.«
Er war ein Mann von imposantem Aussehen, langsam und bedächtig in seiner Sprache wie in seinen Handlungen, vernünftig, ehrlich und mutig», schrieb Grant über Thomas. «Er besaß militärische Qualitäten in hervorragenden Maßen. Er genoß das Vertrauen aller, die unter ihm dienten ... Seine Dispositionen nahm er zielbewußt vor,
und sie waren immer gut. Von einem Punkt, den er zu behaupten hatte, ließ er sich nicht vertreiben. Er war jedoch nicht so gut in der Verfolgung wie im Kampf.»
Die Verstärkungen, die Thomas für seinen Marsch von Atlanta nach Nashville bekommen hatte, bestanden zum Teil aus unerfahrenen Rekruten. Er teilte seine Armee in 2 Korps: 26.000 Mann standen unter seinem direkten Befehl, und 34.000 Mann wurden von General Schofield befehligt. Thomas' Korps bildete die Vorhut.

 



Dieses Foto wurde vom Portal des Kapitolgebäudes aufgenommen und zeigt die Innenstadt von Nashville
zur Zeit der Kämpfe des Jahres 1864. Selbst auf den Treppen zum Kapitol standen Kanonen.

 

CSA-General Hood stand seit dem 22. Oktober mit 3 Korps unter Cheatham, S. D. Lee und Stewart südlich von Chattanooga auf einer langen Linie in Richtung Florence und Corinth. Er bewegte sich sehr langsam nach Norden, wußte jedoch, daß die Unionsarmee ebenfalls nordwärts vorrückte. Als Hood bemerkte, daß Thomas' und Schofields Korps getrennt marschierten, plante er, Schofields Korps bei Columbia (Tennessee) eine Falle zu stellen. Hood hatte 39.000 Mann- 5.000 mehr als Schofield.
Der Unionsgeneral merkte jedoch, was Hood vorhatte. Er marschierte die Nashville-Decatur-Eisenbahn entlang, zerstörte die Brücken über den Duck River,
konnte das Tempo der CSA-Korps jedoch nicht wesentlich verlangsamen. Schofields Unionstruppen wurden nördlich vom Duck River von Cheathams CSA-Korps
und Forrests Kavallerie fast eingeholt, konnten jedoch entkommen. Sie mußte viel Ausrüstung zurücklassen, darunter ihre Pontonbrücken.

Am 30. November, 6.00 Uhr erreichte Schofields Unionskorps die Stadt Franklin südlich von Nashville. Thomas' Korps war schon in Nashville eingezogen.
Durch die Ortschaft Franklin lief der Harpeth River, auf dessen anderem Ufer die starke Unionsfestung Fort Granger stand, doch die Brücken über den Harpeth konnten nicht ohne Reparatur überquert werden. Schofield mußte seinen Truppen befehlen, sich am Südrand von Franklin zu verschanzen;
die Division Wagner bewachte einen Abschnitt etwas weiter südlich.

 


Der Tennessee River war für die Versorgung und Verstärkung Nashvilles und Mittel-Tennessees von sehr großer Bedeutung.
Um ihre Versorgungslinien vor feindlichen Angriffen zu schützen, befestigte die Union viele ihrer Eisenbahnbrücken.

 

Während die Pioniere fieberhaft die Brücken instandsetzten, bauten die Unionstruppen starke Stellungen aus. Um 15.30 Uhr erschien die CSA-Armee auf der Südseite von Franklin, trieb die Division Wagner schnell zurück und warf sich mit aller Wucht auf die Befestigungsanlagen der Unionstruppen. Sie schaffte es jedoch nicht,
sie zu durchbrechen. CSA-General Hood ließ Angriff auf Angriff folgen, aber nur eine kleine Bresche in der südlichsten Unionslinie konnte geschlagen werden,
die schnell wieder geschlossen wurde. Mit unvorstellbarer Sturheit bestand der konföderierte General Hood auf wiederholten Frontalangriffen über ein offenes Feld
gegen die gut befestigten Stellungen. Im Laufe des späten Nachmittags verlor Hood 12 Generale: die Divisionskommandeure Cleburne und Adams fielen,
Brown wurde verwundet, sämtliche Brigadegenerale außer Gordon fielen, und Gordon wurde gefangengenommen. Insgesamt wurden 6.250 konföderierte Soldaten
und Offiziere außer Gefecht gesetzt; die Unionsverluste beliefen sich auf 2.326 Mann. Um 23.00 Uhr waren die Brücken über den Harpeth fertig,
und Schofields Unionstruppen zogen sich nach Nashville zurück.

 


Soldaten, Tiere und Artillerie stehen hier zur Verstärkung bereit.
In der Schlacht von Nashville warenThomas' Soldaten allerdings so schnell,
daß die Kanonen mit ihnen kaum Schritt halten konnten.



Am 2. Dezember erreichte Hoods Armee Nashville. Das Wetter war für die Jahreszeit ungewöhnlich schön. Nashville galt als stärkste Stadtfestung auf dem nordamerikanischen Kontinent. Aus diesem Grund mußte CSA-General Hood von einem Frontalangriff absehen; stattdessen entschloß er sich zur Belagerung.
Auf dem Papier hatte Unionsgeneral Thomas eine erdrückende Überlegenheit, in Wirklichkeit aber benötigte seine Kavallerie neue Pferde, und seine Truppen mußten ausgebildet werden. Thomas ließ sich trotz des schönen Wetters und seiner Überlegenheit Zeit, Pferde nach Nashville bringen zu lassen, seine Truppen zu trainieren und Hoods Positionen genau aufzuklären. Diese Verzögerung fand in Grants Hauptquartier - immerhin Tausende Kilometer von Nashville entfernt - kein Verständnis.
Schon am 2. Dezember hatte Grant telegrafiert: «Sollte er (Hood) Sie angreifen, so ist das gut; tut er es aber nicht, dann sollten Sie ihn angreifen, bevor er sich verschanzt.» Thomas bat um Entschuldigung und legte seine Gründe für die Verzögerung dar. Grant telegrafierte am 5. Dezember ungeduldig:«
Die Zeit verstärkt ihn in jeder möglichen Weise ebenso sehr wie Sie. » Als Thomas am nächsten Tag immer noch nichts unternommen hatte, telegrafierte Grant ungehalten: «Greifen Sie Hood sofort an und warten Sie nicht länger auf einen kleinen Bruchteil Ihrer Kavallerie ...»Thomas antwortete, er plane den Angriff für den 8. Dezember.

 


Yankeecamps erstrecken sich bis zum Horizont, mit aufgesetzten Bajonetten im Vordergrund.
Der Rauch rührte vermutlich vom Schlachtfeld her, welches von den Camps aus nicht zu sehen war.

 

An diesem Tag aber ging das schöne Wetter zu Ende. Ein fürchterlicher Sturm mit Graupeln und später mit Schnee überzog den Boden mit einer glatten Eisschicht,
die jegliche Truppenbewegung unmöglich machte. Da Thomas diese Lage seinem Oberbefehlshaber nicht sehr bildhaft zu beschreiben vermochte,
fand Grant die weitere Verzögerung unerklärlich. Das Kriegsministerium reagierte noch wütender. Es forderte - zumindest von Lincoln - Thomas' Abberufung und Schofields Ernennung zu seinem Nachfolger. Weder Lincoln noch Grant erteilten einen entsprechenden Befehl. Als General Logan in City Point eintraf, um Grant zu besuchen,
schickte General Grant ihn nach Nashville, um dort den Befehl über Thomas' Armee zu übernehmen. Als Logan schon abgereist war, geriet Grant derart in Unruhe,
daß er sich selbst auf den Weg nach Nashville machte. Seine und Logans Reise wurden aber am 15. Dezember unterbrochen, denn aus Nashville traf die Nachricht ein,
die Schlacht habe am 15. Dezember frühmorgens begonnen.

Thomas' langsame, aber gründliche Planung trug prächtige Früchte. Der Angriff begann mit einem Täuschungsmanöver:
dem Angriff der Unionsdivision Steedman auf den rechten Flügel der Konföderierten.
Während die Aufmerksamkeit der CSA-Befehlshaber auf diesen Abschnitt abgelenkt war,
überfielen 4 Unionskorps mit aller Wucht das CSA-Korps Stewart am linken Flügel.
Die CSA-Linien wurden allmählich zurückgedrängt. Die Dunkelheit brach an diesem Wintertag früh herein,
und die CSA Armee zog sich mit schweren Verlusten auf Stellungen etwa 2 Kilometer hinter der Ausgangslage des Tages zurück.


Während des Kampfes um Nashville konnte ein Fotograf mehrere Aufnahmen innerhalb der Unionsbefestigungen machen.
Hier blicken mehrere Yankees auf den Rauch, der von der Schlacht in der Ferne aufstieg.

 

Am 16. Dezember ließ CSA-General Hood seine zahlenmäßig geschrumpften Truppen eine hufeisenförmige Linie bilden. Die Unionsarmee mußte jetzt über offenes Gelände marschieren, um diese Linie anzugreifen. Unionsgeneral Thomas ließ sich aber nicht von seinem Plan abbringen. Um Mittag schickte er Woods IX. Korps zusammen mit der Division Steedman nochmals gegen den rechten CSA-Flügel. Nachdem der Kampf an diesem Abschnitt entbrannt war, wurden die Hauptkräfte der Unionsarmee gegen das Zentrum und den linken Flügel des CSA-Hufeisens geworfen. Damit befand sich Hoods Armee in einer Zange. Die einst so starke Tennessee-Armee wurde zum größten Teil vernichtet. Hood und ein kleiner Rest seiner Armee traten die Flucht nach Süden an. Thomas verfolgte nur langsam und halbherzig, aber es gab auch nicht allzuviel zu verfolgen. Die Tennessee-Armee der Konföderierten, die von Shiloh über Chattanooga und Atlanta bis Nashville in härtesten Kämpfen gestanden hatte, gab es nicht mehr.

 

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