|
Mit freundlicher Unterstützung
Seite 1
Quacksalber, Schlächter und Knochensäger ?
Neben einer guten
Strategie und Taktik spielt im Krieg die körperliche Leistungsfähigkeit
des Mannes hinter der Waffe eine entscheidende Rolle. Über die sanitätsdienstliche
Versorgung der Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg ist danach
viel geschrieben worden,
Ein Feldlager der Unionstruppen
Es gab zwar vor
1860 schon medizinische Fakultäten (Abteilungen) in Akademien und
Universitäten, Die meisten Ärzte
erlernten ihren Beruf durch eine „Lehrzeit“. Wer Mediziner
werden wollte,
Chirurgische Eingriffe
und selbst die Behandlung von Schußwunden waren eine Seltenheit.
So hatten die Ärzte am Beginn des Bürgerkrieges keine Erfahrung
in der Behandlung der zahlreichen, unterschiedlichen Verwundungen und
Krankheiten der Soldaten. Der Arzt „stocherte“ mit dem bloßen
Finger in den Wunden herum, Ein Grund für
die schweren Verletzungen waren die weichen, verformbaren Minié-Bleigeschosse,
Die stark blutende
Wunde führte dann oft zu tödlichen Schocks und, wenn bei solchen
Verletzungen der Knochen beschädigt wurde,
Neben den Aufgaben, Verwundete und Kranke zu behandeln, entwickelte sich eine besondere medizinische Dienstleistung. Viele Angehörige
von gefallenen Soldaten wünschten deren Beisetzung in der Heimaterde.
Einbalsamierung eines Gefallenen
Im Verlauf des Krieges,
in dem fast 3 Millionen Soldaten dienten, starben 618.000 Mann, 359.528
in der Union und 258.000 bei den Konföderierten.
Am 1. Januar 1861
hatte das Medical Department (Amt für Sanitätswesen) des Heeres,
das dem Generalstab und bezüglich der Versorgung dem Quartermaster
Department (Amt für Quartiermeisterangelegenheiten) unterstand,
einen Oberst als Sanitätsinspekteur (Surgeon General), 30 Sanitätsoffiziere
(Surgeons) im Rang von Majoren
Gebäude
des Medical Department in Washington
Die Zahl dieser
115 ausgebildeten Sanitätsoffiziere verringerte sich noch, denn
27 davon quittierten nach der Abspaltung ihrer Heimatstaaten ihren Dienst
in der Unionsarmee, davon traten 24 in die Dienste der Südstaaten,
wo sie das Medical Department der Konföderierten nach dem Muster
ihrer alten Dienststelle aufbauten. Da man sich vor
dem Krieg im Medical Department nur um die Verwaltung und Regelung von
gesundheitlichen Problemen in den zwar zahlreichen, Man war ja auch
der Meinung, daß diese „Rebellen“ in wenigen Monaten
den Krieg verlieren würden. Dies änderte sich aber schnell,
als die Konföderierten am 21. Juli 1861 die (erste) Schlacht am
Bull Run (Manassas) gewonnen hatten, in der 60.000 Soldaten kämpften.
Am Ende dieses Tages lagen etwa 750 Gefallene und 2.500 Verwundete
Im April 1862 genehmigte der Kongreß jeweils zehn zusätzlich Surgeons und Assistant Surgeons sowie 20 Medical Cadets und soviel Hospital Stewards (Lazarettverwalter), wie das Medical Department benötigte. Für einige, wichtige Dienstposten wurde die Besoldung angehoben und neue Dienstposten geschaffen, so einen stellvertretenden Inspekteur (Oberst) und einen Inspekteur für die Lazarette, der Inspekteur des Sanitätswesens hatte nun den Rang eines Brigadegenerals. Nachdem in aller
Eile die ärztliche Ausbildung geregelt und verstärkt worden
war, konnte die Union im Laufe des Krieges der kämpfenden Truppe
fast 12.000 Ärzte zur Seite stellen, bei den Konföderierten
waren es schätzungsweise 8.000 (hier schwanken die Zahlen).
Der Inspekteur (Surgeon
General) des Medical Department, Oberst Thomas Lawson, war
72 Jahre alt, als die ersten Schüsse fielen. Auf den neugeschaffenen
Dienstposten eines Brigadegenerals wurde nun der 34jährige William
A. Hammond berufen, ein gebildeter und fähiger Arzt, Nach der Versetzung von Hammond hatte Stanton den Arzt Joseph K. Barnes kommissarisch als Inspekteur eingesetzt, der das Amt dann offiziell am 22. August 1864 übernahm und bis 1882 führte. Jetzt, da der Kriegsminister seinen Wunschkandidaten durchgesetzt hatte, interessierte er sich plötzlich für den Sanitätsdienst und befürwortete zahlreiche Verbesserungen.
Je nach Ausbildung und Fähigkeiten setzte man ab Herbst 1862 einen Großteil dieser erfahrenen Ärzte des Amtes für verschiedene Aufgaben ein. Einige nahmen die Stellung eines „Medical Director“ in den Korps und Armeen ein, andere unterstützten als medizinische „Inspectors“ diese Kommandoärzte bei der Beaufsichtigung und Ausbildung, wieder andere wurden mit der Einrichtung und Organisation von Lazaretten beauftragt oder waren mit der Versorgung der Hospitäler oder Armeen mit Medikamenten und anderen medizinischen Bedarfsgütern beschäftigt. Der Rest diente als Sanitätsoffiziere in regulären Regimentern.
Das Medical Department der Konföderierten begann am 4. Mai 1861 mit drei Sanitätsoffizieren seinen Dienstbetrieb. Als Sanitätsinspekteur
fungierte zunächst Surgeon Daniel De Leon, nach einigen
Wochen folgte ihm ein anderer Sanitätsoffizier,
Samuel P. Moore, Surgeon General 1861 - 1885
Die Sanitätsoffiziere in den Verbänden und Einheiten
Der Schock nach der Schlacht am Bull Run führte dazu, daß sich sehr viele zivile Ärzte freiwillig zum Dienst in den Streitkräften meldeten. Nach einer medizinischen Prüfung wurden sie einer Armee oder einem Korps zugeteilt. Nach einer „militärischen“ Ausbildung durch den Medical Director dieser Verbände verteilte man sie auf die Brigaden, um dort entweder in den Feldlazaretten oder in den Regimentern eingesetzt zu werden. Da die Anzahl der Militärärzte nicht ausreichte, wurden während des Krieges 5532 zivile Ärzte als Acting Assistant Surgeons mit der Besoldung eines Oberleutnants unter Vertrag genommen, die hauptsächlich in den Militärkrankenhäusern eingesetzt waren. Neben ihrem Dienst in diesen Hospitälern führten sie zusätzlich noch ihre zivile Arztpraxis weiter. Nachdem nicht immer
der dienstälteste Sanitätsoffizier einer Brigade als Brigadearzt
geeignet war, genehmigte der Kongreß 110 Brigadeärzte,
Die Sanitätsoffiziere
der Konföderierten trugen die Uniform der Offiziere mit schwarzen
Ärmelaufschlägen und schwarzem Kragen,
Da es damals noch
kein Genfer Abkommen gab, das später das Personal des Sanitätsdienstes
als Nichtkämpfer schützen sollte, Als die Konföderierten
unter Generalmajor Thomas J. Jackson nach der gewonnenen Schlacht von
Winchester am 25. Mai 1862 einige Feldlazarette Der Gedanke, daß
jene, die die Leiden des Krieges zu lindern suchen, nicht so behandelt
werden sollten, wie jene, die sie verursachen,
Das Ambulance Corps
Das Bergen von Verwundeten
auf dem Schlachtfeld und der Transport zu einem Verbandsplatz oder Feldlazarett
waren während des Bürgerkriegs lange Zeit ein Problem Zu Beginn des Krieges gab es nur die Regimentsmusiker, die eine Art Erste-Hilfe-Ausbildung erhalten hatten und dafür sorgen sollten, die Verwundeten vom Schlachtfeld nach hinten zu bringen und sie notdürftig zu versorgen. Den im Kampf vorrückenden Kameraden war dies nicht erlaubt, denn das galt als Drückebergerei und wurde bestraft. Manchmal wurden aber auch die weniger tauglichen Soldaten eines Regiments zu diesem Dienst abkommandiert, was häufig dazu führte, daß diese den für medizinischen Zwecke vorhandenen Alkohol für sich verbrauchten und sich im Verlauf einer Schlacht nicht um die Verletzten, sondern um die eigene Sicherheit kümmerten.
Der Sanitätstrupp
einer Zuaveneinheit demonstriert den Abtransport von Verwundeten während
einer Übung
Nach der bereits
erwähnten Schlacht versuchte der Inspekteur des Medical Department
der Army of the Potomac, Surgeon General Charles S. Tripler, So wurden die Verwundeten durch ausgebildetes Personal auf Krankentragen vom Schlachtfeld zu nahegelegenen Verbandsplätzen und Verwundetensammelstellen gebracht. (Anmerkung: Kranke und Verwundete werden auf ‚Tragen’ transportiert, nur Tote liegen auf ‚Bahren’.) Hier fand eine Erstversorgung durch die Regimentsärzte statt, bis sie in Ambulanzwagen zu festgelegten Zeiten auf einer bestimmten Route mit Halteplätzen zur Aufnahme weiterer Verwundeter zum Feldlazarett gebracht wurden.
Ambulanzwagen mit Platz für zwei Krankentragen
Wenn die Verwundeten transportfähig waren, brachte man sie zur weiteren Behandlung in die Reservelazarette der Städte, falls vorhanden, auch mit Lazarettschiffen oder speziell umgebauten „Ambulanzwaggons“ der Eisenbahn.
Längs-
und Querschnitt durch einen umgebauten Ambulanzwaggon mit Vorrichtungen
zum Einhängen von Krankentragen
Während
der Schlacht von Gettysburg (1. – 3. Juli 1863) gelang es diesem
Ambulanzdienst,
Die Situation in
der konföderierten Armee war anfangs noch schlechter, so daß
sich die Militärärzte auf örtliche zivile Wohltätigkeitsvereine
und Ambulanzkomitees verlassen mußten. Dem Sanitätsinspekteur
Moore war es zu verdanken, daß ein der Union ähnliches Ambulance
Corps aufgestellt wurde. Die Soldaten erhielten ein breites,
Die Kennzeichnung der jeweiligen Ambulanztruppe schützte sie vor dem Beschuß von Scharfschützen.
Zur Kennzeichnung der Ambulanzfahrzeuge und der Halteplätze wurde eine gelbe Fahne mit grünem Rand verwendet
Die Militärlazarette
Zu Beginn des Krieges
gab es auf beiden Seiten keine speziellen Militärlazarette. Die
verlegefähigen Verwundeten brachte man zunächst in zivilen
Krankenhäusern unter.
„USS
Red Rover“, ein Lazarettschiff der U. S. Navy
Gleichzeitig
begann man in aller Eile im Norden wie im Süden mit einem gigantischen
Bauprogramm. Bis Januar 1863 entstanden in den Städten des Nordens
Beispiele
für die neugebauten Reservelazarette
Auch im Süden
wurde fieberhaft gebaut, so daß bis Ende des Krieges 150 Reservelazarette
die Verwundeten aufnehmen konnten. Etwa ein Drittel davon befand sich
in der Umgebung von Richmond, darunter das Chimborazo Hospital. Dieses
Hospital war das größte Reservelazarett der damaligen Zeit
mit 8.000 Betten. Während die Verwundeten in dieses Reservelazaretten meistens vorbildlich versorgt und betreut wurden, sah es in den Feldlazaretten der kämpfenden Truppe ganz anders aus - sie waren die „Hölle auf Erden“. Während die Ärzte oft stundenlang ohne Pause am Operationstisch standen (für eine Amputation benötigte man etwa 10 Minuten), schrieen und stöhnten um ihn herum die auf Heu und Stroh liegenden Verwundeten und riefen nach ihren Liebsten, während andere blaß und ruhig in einem Schockzustand verharrten. Vor der Operation
wurde schon ein grobes Verfahren der Triage (Auswahl) durchgeführt.
Stellte der Arzt bei schweren Verletzungen fest,
Vor einem
Sanitätszelt wird unter freiem Himmel die Amputation eines Arms
vorbereitet
In den ersten Monaten
des Krieges wurde in jedem Regiment ein Feldlazarett mit 2 Sanitätsoffizieren
(in den Freiwilligenverbänden häufig drei Ärzte) eingerichtet,
Das Feldlazarett
der 2. Division bei Brandy Station
An deren Spitze stand der Divisionsarzt (Medical Director). Er teilte die besten Chirurgen der ihm unterstellten Brigaden als Operateure ein, andere Sanitätsoffiziere kümmerten sich um die Unterkünfte, die Verpflegung und um den Nachschub an medizinischen Versorgungsgütern. Die übrigen Ärzte teilte man den Kampfverbänden zu, um in der Nähe des Schlachtfeldes Verbandsplätze und Verwundetensammelstellen einzurichten und die Erstversorgung der Verwundeten zu übernehmen.
Ein Truppenverbandsplatz
Die Konföderierten benutzten gelbe Fahnen.
Der Hospital Steward
In beiden Armeen gehörte ein Hospital Steward (Sanitätsfeldwebel/Lazarettverwalter) zum Stab eines Regiments. Dies waren von den jeweiligen Regimentsärzten ausgewählte, erfahrene und zuverlässige Unteroffiziere, die sich um das Feldlazarett kümmern mußten. Eine Krankenschwester schilderte seine Aufgaben folgendermaßen: „Ein Hospital Steward kann seine Pflichten nicht beschreiben, denn er hat Schwierigkeiten herauszufinden, wofür er nicht zuständig ist.“ Neben der gesamten Verwaltung des Feldlazaretts, wie Einrichtung, Beleuchtung und Heizung des Lazaretts, Führen der Krankenakten, Aufrechterhaltung der Disziplin, Ankauf und Verwaltung von Medikamenten, Verbandmaterial, usw., hatte er auch zahlreiche medizinische Aufgaben. In dringenden Fällen assistierte er dem Sanitätsoffizier bei Operationen, er durfte Zähne ziehen, Schröpfköpfe und Blutegel ansetzen, Verbände anlegen, bestimmte Medikamente verschreiben und sie teilweise auch herstellen. Besonders begabte Hospital Stewards hatten sogar die Möglichkeit, sich zu Assistenzärzten ausbilden zu lassen. In einem Reservelazarett eingesetzt, kamen noch weitere Aufgaben hinzu, wie die Aufsicht über die Krankenschwestern und die Lazarettküche. Hospital Stewards
der Union hatten die Besoldung eines Sergeant-Major (etwa Stabsfeldwebel)
und wurden mit der üblichen Infanterieuniform eingekleidet,
Ärmel- und Mützenabzeichen
Die Zahnärzte Der Beruf eines
Zahnarztes entstand in den Vereinigten Staaten erst allmählich
in den letzten 20 Jahren vor dem Bürgerkrieg. In der Bevölkerung
war die Zahnpflege noch weitgehend unbekannt und Zahnbürsten wurden
nur selten benutzt. Auch die mancherorts schlechte und einseitige Ernährung
führte häufig zu Zahnschäden. Dies machte sich
bei der Rekrutierung von Soldaten besonders bemerkbar, denn diese mußten
in der Lage sein, die Papierpatronen aufzubeißen,
Die Tierärzte Gewiß, es
gab genügend gefallene und verwundete Soldaten auf den Schlachtfeldern
des Bürgerkriegs, doch auch die Pferde und Mulis sowie Rinder und
Schweine Im Gegensatz zu
Europa entwickelte sich die Veterinärmedizin in der USA nur sehr
langsam. Erst das 1857 gegründete New York College of Veterinary
Surgeons, Nachdem zu Beginn
des Bürgerkrieges zahlreiche Kavallerieregimenter mit Tausenden
von Pferden aufgestellt worden waren, genehmigte das Kriegsministerium
der Union für jedes Regiment im Mai 1861 neben den Hufschmieden,
die sich bisher um die Pferdepflege bemüht hatten, einen Veterinärfeldwebel
(Veterinary Sergeant). Aufgrund der zunehmenden Sterblichkeitsrate der Tiere erhielten die Veterinary Sergeants auf Anweisung des Kriegsministeriums 1863 die Bezeichnung „Tierarzt“ (Veterinary Surgeon) mit dem Dienstgrad eines Sergeant Major (etwa Oberstabsfeldwebel), es gab aber noch immer keine Bestimmungen über die Qualifikation dieser Feldwebel, obwohl sich schon einige ausgebildete Tierärzte darunter befanden. Mitte 1863 begann
man auf beiden Seiten die Beschaffung und Verteilung der Pferde zu zentralisieren,
so daß größere Pferdeparks eingerichtet wurden.. Bis zum Kriegsende hatte das Quartermaster Department der Union mehr als $ 90.000 ausgegeben, um zivile Tierärzte einzustellen, so daß jedes Kavallerieregiment schließlich einen ausgebildeten Tierarzt hatte.
Die Krankenschwestern Als der Krieg ausgebrochen
war und man die ersten Verwundeten sah, meldeten sich viele Frauen bei
der Armee, um bei der Pflege der Kranken und Verwundeten zu helfen.
Doch zunächst mußten viele Vorurteile gegen weibliche Krankenschwestern
in den Gehirnen mancher „Militärs“ ausgeräumt
werden.
Dorothea Dix, damals schon 59 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen, erhielt im Juni 1861 die (unbezahlte) Stelle eines Inspekteurs der weiblichen Krankenschwestern (Superintendent of Female Nurses). Sie überzeugte die konservative Öffentlichkeit und ihre Vorgesetzten schließlich davon, daß Frauen nicht nur auf „Männersuche“ waren, sondern die verantwortungsvollen Tätigkeiten von Krankenpflegern übernehmen könnten. Am 3. August genehmigte der Kongreß dem Inspekteur des Medical Department die Einstellung von Frauen als Krankenschwestern in Militärlazaretten. Sie erhielten ein Monatsgehalt von $ 12 und freie Verpflegung; dies entsprach etwa dem Sold eines Gefreiten. Es wurden aber nur
Frauen eingestellt, die relativ unattraktiv und älter als 30 Jahre
sein mußten. Sie durften nur schwarze oder braune Röcke tragen;
Reifröcke, Locken und Schmuck waren verboten. Eine abgewiesene
junge Frau schrieb deshalb verbittert:
Dorothea Dix widmete
sich hingebungsvoll ihrer Aufgabe, doch soll sie nach Meinung von Zeitgenossinnen
wie Louisa M. Alcott und Elizabeth Blackwell Über die Anzahl der von der Army angestellten Krankenschwestern der Union gibt es unterschiedliche Zahlen, die zwischen 1.000 und 2.000 schwanken.
Nachdem die ersten
Schüsse des Krieges gefallen waren, fanden sich im Norden und Süden
Frauen zusammen, die die kämpfende Truppe zunächst moralisch
unterstützen wollten. Sie trafen sich in Hilfsvereinen und nähten
Bekleidungsstücke und Fahnen für „ihre“ Soldaten.
Am 25. April 1861 gründeten in New York einige Frauen auf einer
Versammlung die Women's Central Association of Relief (Zentrale Unterstützungsvereinigung
der Frauen), die helfen wollten, aber nicht so recht wußten, Er fuhr deshalb
mit einer Delegation nach Washington, um sich ein Bild über die
Lage machen zu können. So wurde die Idee einer Sanitary Commission
(Gesundheitskommission) ins Auge gefaßt, die die Army medizinisch
und hygienisch beraten sollte. Dieser Plan fand aber zunächst keine
Zustimmung, das Kriegsministerium war dagegen und Präsident Lincoln
befürchtete, daß diese Kommission ein „fünftes
Rad am Wagen“ sein könnte. In allen größeren
Städten wurden daraufhin Zweigstellen eingerichtet und viele Mitarbeiter
gewonnen. Während sich die einen in der Heimat um Spenden bemühten,
Die ursprüngliche
Aufgabe war die Überprüfung der Feldlager und Lazarette im
Hinblick auf die Auswahl des Platzes, die Verpflegung, die Unterkünfte,
Doch dabei blieb
es nicht. Wenn die Inspekteure der Kommission Mängel feststellten,
versuchten sie auch konkret zu helfen. Doch selbst nach
zahlreichen Verbesserungen des militärischen Sanitätsdienstes
wurde diese Kommission nicht überflüssig.
Ein Versorgungswagen
der U.S. Sanitary Commission vor dem Einsatz
Im Verlauf des Krieges
erhielt die Kommission $ 4,924,480.99 Spendengelder und Warenspenden
in Höhe von $ 15,000,000. Sie unterhielten
in den Camps – sehr zum Ärger der Marketender, die ihren
Alkohol verkaufen wollten – zahlreiche „Kaffeewagen“
für die Soldaten und richteten, Im Süden gab
es leider keine Kommissionen dieser Art, doch sorgten dort auch viele
örtliche Frauenvereine und Familien sowie christliche Organisationen
dafür,
|