
Mit
freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Reihe Nord und Süd; Stefan Papp, jr. -Kampf um Vicksburg-
©
Leah Ireland-Kunze,
Der Bürgerkrieg in den USA 1861-1865
©
William C. Davis,
SOLDATENGENERÄLESCHLACHTEN
VICKSBURg
/ 19.
Mai - 4. Juli 1863


Vicksburg, das «Gibraltar
des Mississippi», war eine der wichtigsten Flußfestungen der
Südstaaten.
Von hier aus wurde eine der Lebensadern der westlichen Gebiete beherrscht.
Die Behauptung dieser Position hatte in den Südstaaten auch erhebliche
psychologische Bedeutung.
Der Kampf um diese Stadt wurde somit für Nord und Süd zu einer
zentralen Aktion des Sezessionskrieges.
Vicksburg
am Mississippi wurde vom Warren County Courthouse dominiert,
das im Zentrum dieser Aufnahme von 1863 zu sehen ist.

Hauptstraße
von Vicksburg vor dem Krieg.
Die Stadt hatte 4.500 Einwohner, die sich 1860 noch gegen die Sezession
des Südens ausgesprochen hatten,
da es starke wirtschaftliche Verflechtungen mit dem Norden gab.

Belagerung
von Vicksburg
(Mit dem Fernglas: General Ulysses
S. Grant)


Nach monatelangen
ergebnislosen Versuchen, setzte General U. S. Grant
- der erfolgreichste Feldherr der Union im Westen, gleichwohl im eigenen
Lager stark angefeindet - auf eine kühne Strategie. Es gelang ihm,
Vicksburg einzuschließen, wo sich CSA-General Pemberton verschanzt
hatte.
Als die Stadt am
4. Juli 1863 fiel, waren Arkansas, Louisiana und Texas von der Konföderation
abgeschnitten.
US
Major-General Ulysses S. Grant

CSA
Lieutenant-General John C. Pemberton
Der
Krieg im Westen
Der Feldzug nach Vicksburg
Der Mißerfolg der
Sherman-Expedition gegen die Batterien auf den Chickasaw Hills hatte General
Grant keineswegs von seinem Entschluß abbringen können,
den Feldzug nach Vicksburg mit aller Konsequenz fortzusetzen. Er übernahm
die persönliche Leitung der Operation in diesem Gebiet und befaßte sich
zuerst mit dem Problem des Transports mehrerer Truppenteile zur Mündung
des Yazoo River. Doch politische Manöver in Washington verzögerten vorläufig
die Verwirklichung seiner Pläne. Ohne Grant zu konsultieren, formierte
das Kriegsministerium eine neue Armee, die Mississippi-Armee, die formell
zwar zu Grants Kommandobereich gehören,
aber unabhängig von ihm in Richtung Vicksburg operieren sollte.
Der Kern der neuen Armee wurde aus Shermans Divisionen gebildet, zu denen
sich Verbände aus anderen Gegenden gesellten. Die neue Armee diente eigentlich
den persönlichen Ambitionen des Politikers John McClernand, der sich bei
Kriegsbeginn vom Kriegsministerium hatte zum General ernennen lassen und
nun als Befehlshaber der Mississippi-Armee eingesetzt wurde. Vor dem Bürgerkrieg
hatte McClernand überhaupt keine militärischen Erfahrungen sammeln können.
Grant wie auch Sherman sahen mit Mißtrauen auf ihn.
McClernand rechtfertigte prompt diesen Argwohn. Am 11. Januar 1863 führte
er - ohne jeglichen Befehl von Grant - einen Angriff auf Fort Hinman (Arkansas).
Zwar nahm er die kleine Festung ein, zog jedoch dadurch eine erhebliche
Menge Truppen vom Feldzug gegen Vicksburg ab. Grant befahl ihm, sofort
zur Yazoo-Mündung zurückzukehren. Hier erfuhr Grant von den Vorbehalten
sämtlicher Korpskommandeure McClernands gegen ihren Befehlshaber. Eine
gefährliche Situation,
meinte Grant, schrieb sofort nach Washington und überredete Halleck dazu,
die Mississippi-Armee wegen der Gefährdung der Kommandostruktur im Westen
aufzulösen.
Sie wurde zu 2 Korps unter Sherman und McClernand reorganisiert und in
Grants Armee eingegliedert.
Nun drängten Lincoln und sein Kriegsminister auf Bewegung im Vicksburg-Feldzug,
obwohl das gesamte Gebiet um Vicksburg nach schweren Regenfällen überschwemmt
war. Viermal versuchte Grant, auf verschiedenen Landwegen beherrschende
Höhen hei Vicksburg zu erreichen und zu besetzen.
Jedesmal scheiterte das Unternehmen am schwierigen Gelände, in dem sich
die konföderierten Scharfschützen viel besser zurechtfanden als die Unionssoldaten.
Batterie der Konföderierten
in den Befestigungen von Vicksburg

Ende März besserte
sich das Wetter, das Hochwasser ging allmählich zurück, und die Felder
und Straßen trockneten langsam ab.
Am 4. April entwarf Grant einen neuen Plan: Die Unionskanonenboote,
die jetzt unter dem Kommando von Kapitän David Dixon Porter standen,
sollten die Unionsarmee von der Yazoo-Mündung nördlich von Vicksburg
zu einer Landungsstelle südlich der Stadt übersetzen,
um die Stadt einzukreisen und zu belagern sowie die Versorgungslinie
von Jackson her abzuschneiden. Der Plan lautete,
daß die Kanonenboote die Batterien von Vicksburg passieren sollten,
während Shermans Korps die konföderierte Besatzung mit demonstrativen
Manövern gegen die Chickasaw Hills ablenkte. Die Korpskommandeure -
einschließlich Sherman - sowie Kapitän Porter hielten diesen Plan für
nicht realisierbar,
Grant aber bestand auf seiner Durchführung. Bis zum 28. April befanden
sich 2 Unionskorps und Porters Flottille in Bruinsburg
auf der Vicksburger Seite des Flusses etwas südlich von Grand Gulf,
das von einer CSA-Besatzung mit starker Artillerie verteidigt wurde.
Die Sherman-Batterie,
Teil des Batterienringes um Vicksburg.

Am 29. April eröffneten
die Unionskanonenboote ein heftiges Bombardement auf die Siedlung Grand
Gulf. Die Verteidigung aber war stark, und die Besatzung ergab sich nicht.
Grant entschloß sich zu einem Angriff auf dem Landweg und ließ am 1. Mai
die Ortschaft Port Gibson südlich von Grand Gulf überfallen. Binnen kurzem
fiel der angegriffene Ort. Der konföderierte Befehlshaber in Vicksburg,
General Pemberton, hielt Grand Gulf jetzt für unhaltbar und ließ die Garnison
am 2. Mai evakuieren.

General Benjamin Grierson führte einen der gewagtesten Überfälle
dieses Krieges auf Mississippi aus,
um von Grants Vormarsch auf Vicksburg abzulenken.
Inzwischen sollte
Unionsgeneral Banks, der zusammen mit Admiral Farraguts Flottille das
Gebiet von New Orleans bis Baton Rouge besetzt hatte, auf Port Hudson,
den letzten Hafen in konföderierter Gewalt zwischen Vicksburg und Baton
Rouge, marschieren. Port Hudson liegt etwa 400 Kilometer südlich von Vicksburg.
Zur Unterstützung hatte Grant
schon eine größere Kavallerietruppe unter General Grierson auf
einen sehr erfolgreichen Streifzug von Nordmississippi über die Gegend
östlich von Jackson bis Baton Rouge geschickt.
Zudem hatte er versprochen, Banks' Angriff auf Port Hudson mit einem Korps
zu unterstützen, um die Kapitulation des Hafens vor Beginn der Hauptoperation
gegen Vicksburg zu erzwingen.
Nun war Banks nicht
dort, wo er sein sollte, sondern auf einer eigensinnigen und recht nutzlosen
Expedition im Red-River-Gebiet in Louisiana. Frühestens am 10. Mai würde
er in der Lage sein, seine 15.000 Mann nach Port Hudson zu bringen. Grant
mußte den Feldzug nach Vicksburg ohne die Eroberung von Port Hudson fortsetzen,
was natürlich die Gefahr heraufbeschwor, daß die Besatzung von Port Hudson
zur Verstärkung der Verteidigung von Vicksburg herangezogen werden konnte.
Es sei daran erinnert, daß der konföderierte Präsident Davis im Spätherbst
General Joseph E. Johnston zum Oberbefehlshaber
der 3 CSA-Armeen im Westen ernannt hatte. Die in Vicksburg stehende Armee
gehörte dazu. Als Johnston bemerkte, welch große Gefahr Vicksburg drohte,
machte er sich mit 6.000 Mann auf den Weg nach Jackson und setzte Verstärkungen
aus dieser Stadt nach Vicksburg in Marsch.
Admiral
Porters Flotte bei Vicksburg

Johnstons Bewegungen
versetzten die Unionsarmee in einer prekäre Lage. Ihre Versorgungsbasis
lag immer noch an der Mündung des Yazoo River,
die Verbindung dorthin verlief über den Fluß, durch einen Sumpf und an
den Vicksburger Batterien vorbei. Die Unionskorps standen auf einer ausgedehnten
Linie von Grand Gulf bis Rocky Springs, wo das Korps McClernand am 7.
Mai eintraf. Die Aufrechterhaltung dieser Linie war nur möglich, solange
die Armee südlich von Vicksburg stand,
aber das bedeutete, daß CSA-General Johnston mit seinen Verstärkungen
ungehindert von Jackson nach Vicksburg marschieren konnte. Unionsgeneral
Grant faßte daraufhin einen der kühnsten Entschlüsse des Bürgerkrieges:
«Da ich hoffte, Vicksburg schließlich belagern zu können, mußte ich erst
jede Möglichkeit der Hilfe [für die Stadt] eliminieren. Ich entschloß
mit deshalb,
schnell auf Jackson zu marschieren,... Aber wenn ich mich gegen Jackson
bewegte, würde ich meine eigene Verbindungslinie exponieren.
Also entschloß ich mich letzen Endes, keine zu haben....»
Er rechnete damit, daß sich die Truppen durch Requirierung sowie durch
Plünderung der konföderierten Depots in Jackson versorgen konnten.
Größte Probleme bereitete ihm die Munition. Grant befahl, an die Truppen
Proviant für 3 Tage auszugeben sowie 120 Pferdewagen mit Kaffee, Salz,
Zucker
und Zwieback zu beladen. Diesen Teil der Versorgung sollte Sherman organisieren.
Dann ließ Grant alle greifbaren Wagen und Zugtiere von Bauern in der Umgebung
requirieren und zusammen mit allen verfügbaren Armeewagen mit Munition
beladen. Jedes Regiment wurde von 2 Munitionswagen begleitet.
Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, setzte sich die Unionsarmee
in Richtung Jackson - 75 Kilometer östlich von Vicksburg - in Bewegung.
Admiral Porter hatte sein Hauptquartier auf dem Flaggschiff Blackhawk
aufgeschlagen,
einem umgebauten Flußdampfer mit schweren Kanonen.

Am Morgen des 14.
Mai erreichten die Unionskorps Sherman und McPherson als erste die Stadt
Jackson und griffen die konföderierten Truppen unter Johnston an.
Die beiden Unionskorps waren zahlenmäßig weit überlegen. Johnston hatte
keine andere Wahl, als die Stadt aufzugeben und nach Norden zu fliehen.
Die Unionstruppen plünderten und verbrannten die Versorgungsdepots in
Jackson. Bereits am 13. Mai hatte General Johnston General Pemberton
in Vicksburg einen Befehl erteilt, sich mit dem größten Teil seiner
Truppen Johnston anzuschließen und dann gemeinsam die südöstlich von
Vicksburg vermutete Versorgungslinie der Union zu überfallen. In der
Nacht vom 14. zum 15. Mai erbeutete Unionsgeneral McPherson eine Kopie
dieses Befehls und leitete sie sofort an Grant weiter. Grant zögerte
keinen Augenblick, sondern befahl, im Eilmarsch nach Vicksburg zurückzuverlegen,
um Pembertons Marsch und die Vereinigung der konföderierten Truppen
zu verhindern.
Nun stand es äußerst gefährlich um die CSA-Armee in Mississippi: Johnston
befand sich auf dem Rückzug von Jackson, aber in genau entgegengesetzter
Richtung, als er eigentlich beabsichtigt hatte. Pembertons Befehl lautete,
nach Südosten zu marschieren, wo Johnston nun nicht mehr anzutreffen
war - und zwischen beiden stand die Unionsarmee. Pemberton war ein eigenwilliger
General. Johnstons Befehl akzeptierte er nicht und ließ ihn 24 Stunden
lang unbeachtet. Erst am 16. Mai setzte er seine Truppen in Bewegung,
allerdings nicht nach Südosten, sondern ostwärts in Richtung Jackson.
Pemberton wußte nicht, wo sich sein Oberbefehlshaber befand,
geschweige denn die Unionsarmee. Am Abend des 16. Mai erreichten seine
Divisionen einen Hügel namens Champion's Hill, auf dessen Westseite
sie biwakierten.
Zahlreiche
Lager, wie diese, bildeten einen Belagerungsring um Vicksburg.

Am selben Abend erreichten die Unionskorps McClernand und McPherson
die Ostseite des Champion's Hill und schlugen ihr Lager nur 4 Kilometer
von dem der Konföderierten entfernt auf. Die beiden gegnerischen Armeen
verbrachten die Nacht, ohne daß eine von der Anwesenheit der anderen
wußte.
Am Morgen des 17. Mai erreichte ein Kurier von General Johnston Pembertons
Lager und überbrachte den Befehl, nach Clinton zu marschieren und Johnston
dort zu treffen. Daß Unionstruppen im Moment Clinton passierten, wußte
Johnston offensichtlich noch nicht. Pembertons Antwort blieb aus, denn
in diesem Augenblick entdeckten konföderierte Scharfschützen auf dem
Champion's Hill die Vorhut der Unionsarmee. Um 7.30 Uhr begann die Schlacht.
Anfangs verschaffte die höhere Lage den konföderierten Truppen, die
Stellungen auf dem Champion's Hill bezogen hatten, einen Vorteil.
Es gelang der Unionsseite jedoch, die CSA-Linien zu umfassen und sie
allmählich vom Gipfel zurückzudrängen. Um 16.00 Uhr mußte Pemberton
den Rückzug befehlen.
Auf dem Weg nach Vicksburg ließ er am Big Black River eine Division
zurück, um Grants Vormarsch aufzuhalten. Fast die gesamte Division wurde
von den Unionstruppen eingekreist und gefangengenommen. Mit lediglich
20.000 Mann zog sich Pemberton in die Festung Vicksburg zurück. Die
geschwächte Besatzung war damit überfordert,
die für ihre Artilleriedeckung lebenswichtigen Chickasaw Hills zu behaupten.
Pemberton zog die dortigen Batterien in die Stadt ab.
Als Grants Truppen am 18. Mai die Stadt einschlossen und bemerkten,
daß die Höhen nicht besetzt waren, befahl Grant General Shermans Korps,
diesen wichtigen Punkt, um den sie im vergangenen Winter vergebens gerungen
hatten, einzunehmen.
Der Artilleriepark von Vicksburg vor der Methodistenkirche (rechts)
und der katholischen Kirche (links, mit Turm).
Als am Tage zuvor CSA-General Johnston Nachricht vom Gefecht auf dem
Champion's Hill bekommen hatte, schickte er einen zusätzlichen Befehl
an Pemberton,
nicht wieder in Vicksburg einzuziehen, weil dies den sicheren Verlust
der Armee bedeuten würde. Statt dessen sollte Pemberton auf Umwegen
nach Clinton kommen und zusammen mit Johnston der Unionsarmee eine offene
Feldschlacht liefern oder sich bis zum Eintreffen von Verstärkungen
zurückziehen. Pemberton ignorierte diesen Befehl und weigerte sich,
Vicksburg aufzugeben. Im feuchtheißen Klima von Mississippi war die
Unionsarmee permanent der Gefahr von Epidemien ausgesetzt.
Aus diesem Grund wollte Grant eine lange Belagerung Vickburgs möglichst
vermeiden. Auch schien es ihm nicht ratsam, noch mehr Truppen aus Memphis
und anderen Regionen nach Vicksburg zu verlegen. Seine vor Vicksburg
stehenden Truppen waren moralisch stark motiviert, sie wollten unbedingt
einen Angriff auf die Stadt wagen.
Trotz einiger Zweifel ließ Grant am 19. Mai probeweise angreifen, um
die Stärke der Befestigungen zu testen. Am 22. Mai befahl er einen Frontalangriff.
Diesen Befehl bereute Grant sofort, denn seine Truppen vermochten beim
besten Willen nicht, die äußerst starken konföderierten Linien zu durchbrechen.
Schon um 10.00 Uhr wollte Grant das Feuer einstellen lassen. In diesem
Moment erreichte ihn die erste einer Reihe von Falschmeldungen von dem
immer noch auf persönlichen Ruhm versessenen General McClernand, der
die Lage in seinem Abschnitt optimistisch beurteilte und Grant mit Meldungen
über einen angeblichen Durchbruch irreführte. Dadurch wurde der Kampf
unnötig in die Länge gezogen, bis Grant die Wahrheit erkannte und die
Kampfhandlungen endgültig einstellen ließ.
Die Verluste waren hoch - 3.200 Mann. Grants Geduld mit McClernand war
am Ende, und der ruhmsüchtige General wurde entlassen.
Die Erdlöcher der Illinois-Truppen
hinter dem Zentrum der Unionslinien.
Von hier aus begann die Unterminierung der Festungsanlagen.
Im Hintergrund sieht man das Shirley House

Eine lange Belagerung
war nicht mehr zu vermeiden. Mit täglichen Bombardements sowie mit Minenstollen
wurde versucht, einen schnellen Durchbruch zu erzielen. Das Minieren
erforderte großen Aufwand und brachte nichts ein.
Die konföderierte Armee hatte die Zivilisten nicht aus Vicksburg evakuieren
lassen.
So mußten Frauen, Kinder
und Greise deren Los teilen. An Hunger und durch Artilleriebeschuß kamen
die Hälfte der Bevölkerung sowie fast die Hälfte der Soldaten Pembertons
ums Leben.
Den ganzen Juni lang versuchte
der konföderierte General Johnston, eine Armee zum Einsatz Vicksburgs
zu organisieren. Seine wiederholten Bitten an die Regierung brachten
jedoch kaum Ergebnisse,
denn die CSA waren schon nicht mehr im stande, Truppen aus einem Gebiet
ins andere zu verlegen.
Bis Ende des Monats
hatte Johnston lediglich 31.000 Mann zusammengebracht, weniger als die
halbe Stärke der Unionstruppen, die Vicksburg belagerten und im Raum zwischen
Vicksburg und Jackson lagen. Trotzdem rückte Johnston Anfang Juli aus
Jackson ab, in der Hoffnung, zumindest den Druck auf Vicksburg lindern
zu können.
Es war bereits zu spät. In der Hoffnung, durch eine Kapitulation am Nationalfeiertag
der Vereinigten Staaten bessere Bedingungen zu erreichen, übergab General
Pemberton am 4. Juli 1863 Vicksburg und damit die Kontrolle über den Mississippi
bis nach Port Hudson.
Als CSA-General Johnston
die Nachricht von der Kapitulation empfing, stand er am Big Black River.
Er zog sich sofort nach Jackson zurück, wurde fast noch von Shermans verfolgenden
Truppen eingekreist, konnte jedoch entkommen und seine Truppen nach Osten
zurückführen.
Im Westen hatten
viele Soldaten Freunde oder gar Brüder in den konföderierten
Lagern.
Häufig wurde ein informeller Waffenstillstand ausgerufen,
damit sie sich zwischen den Linien treffen konnten.
Das weitere Halten
von Port Hudson war nun für die Konföderation sinnlos geworden. Am 9.
Juli kapitulierte die Besatzung. Damit waren die Südstaaten endgültig
gespalten, Louisiana, Texas und Arkansas vom Rest der Konföderation isoliert.
Der Mississippi befand sich nun auf seiner ganzen Länge in der Hand der
Union.
Für den Krieg im Westen brachte der Sieg im Vicksburg-Feldzug die entscheidende
Wende. Außer, daß er das Schicksal der westlichen CSA-Territorien besiegelte,
öffnete er Grants Armee den Weg nach Osten. Grant und Sherman waren sich
darüber einig, daß dieser Weg über die wichtigsten Transport- und Versorgungszentren
des tiefen Südens, vor allem Chattanooga, Mobile und Atlanta, führen mußte.
Wie
wichtig dieser Sieg für die Union war, belegt eine besondere Ehrung:
Major General Ulysses
S. Grant erhielt für seine Verdienste im Feldzug von Vicksburg
am 17.12.1863
die Congressional Gold Medal (Goldmedaille des Kongresses) verliehen.
Die Vorderseite zeigt die Büste von General Grant,
auf der Rückseite befindet sich eine allegorische Darstellung der
Belagerung von Vicksburg.
Die Medaille wurde
in einer prächtigen Schatulle aus Ebenholz und Gold übergeben.
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