

Die Entstehungsgeschichte des Salvengeschützes ist, um es vorsichtig
auszudrücken, etwas merkwürdig.
Die Waffe wurde von dem Nordstaatler General Origen Vandenburgh im
Jahre 1860 konstruiert.
Da er im eigenen Land niemand fand, der sie bauen wollte, wurde sie
in kleinen Stückzahlen von dem britischen Büchsenmacher
Robinson and Cottam in London gebaut. Nachdem sich in Europa kein
Markt dafür fand,
verkaufte Vandenburgh sie an die Konföderierte Armee der Südstaaten
(obwohl er selber Nordstaatler war).
Die Waffe bestand aus einem gegossenen Messingrohr, das 85 gezogene
Einzelläufe enthielt.
Jeder dieser Läufe musste einzeln von Hand geladen werden.
Dann wurde der
Schraubverschluss geschlossen und mit den beiden Griffen verriegelt,
so dass ein gasdichter Abschluss vorhanden war.
Durch ein einziges Zündhütchen in der Mitte des Verschlusses
wurden alle Läufe gleichzeitig abgefeuert.
Auf kurze Entfernungen dürfte die Waffe auf in Linie angreifende
Infanterie eine verheerende Wirkung gehabt haben,
aber das Nachladen dauerte sehr lange. Der Rahmen über dem Rohr
ist die Visierung, und die Schildzapfen weisen darauf hin,
dass die Waffe in einer einfachen Geschützlafette gelagert war.
Das hier gezeigte Exemplar wurde von der Nordstaaten Kavallerie
bei Salisbury in North Carolina im April 1865 erbeutet und wird jetzt
im Museum der United States Military Academy in West Point ausgestellt.