Diese Seite enthält Informationen und Dokumentarfotos aus verschiedenen Quellen des Bürgerkriegs
(Literatur, Internet und Archive)

Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077 Manching


Am Rande erwähnt

 

– Obwohl sich die Bezeichnung Bürgerkrieg (Civil War) inzwischen durchgesetzt hat, finden sich in der amerikanischen Literatur und in zeitgenössischen Veröffentlichungen für diesen Krieg zahlreiche andere Bezeichnungen. Im Süden wird er meistens einfach als »Der Krieg« (The War) bezeichnet.

Hier einige weitere Beispiele:

• Die verlorene Sache (The Lost Cause)
• Der Sezessionskrieg (The War of Secession)
• Der Bruderkrieg (The Brothers' War)
• Die Zweite Amerikanische Revolution (The Second American Revolution)
• Der Zweite Unabhängigkeitskrieg (The Second War for Independence)
• Die Große Rebellion (The Great Rebellion)
• Der Krieg für die Rechte des Südens (The War for Southern Rights)
• Der Krieg gegen die Sklaverei (The War Against Slavery)
• Der Krieg der Konföderierten (The Confederate War)
• Der Krieg des Nordens und Südens (The War of the North and South)
• Der Krieg des Mr. Lincoln (Mr. Lincoln's War)
• Die Yankee-Invasion (The Yankee Invasion)

– Im Jahr 1863 konnte man in Virginia einen Sklaven für $ 30 pro Monat mieten.
– Zum Vergleich: Der Wehrsold eines Soldaten betrug zur gleichen Zeit monatlich $ 11.

– Der Chef des preußischen Generalstabs General Helmuth von Moltke beschrieb seinerzeit den amerikanischen Bürgerkrieg als
„ Scharmützel zweier bewaffneter Pöbelhaufen die sich durch das Land verfolgten und von denen nichts gelernt werden kann“.
– Doch hier irrte der geniale Stratege, denn im amerikanischen Bürgerkrieg wurden viele kriegswichtige Waffen und Neuerungen zum ersten Mal erprobt
oder erstmalig in größerem Ausmaß eingesetzt, darunter:
• Eisenbahn-Artillerie
• U-Boote
• Periskope für den Grabenkrieg
• Landminen
• Seeminen
• Flammenwerfer
• Telegrafie
• Luftaufklärung (mit Fesselballons)
• Zielfernrohre für Gewehre
• Panzerschiffe
• Maschinengewehre
• Metallpatronen
• Militärische Eisenbahn

– Der erste General der Konföderierten, der im Krieg fiel, war Brigadegeneral (Brigadier General) Robert Selden Garnett. Er fand im Gefecht von Carrick's Ford, West Virginia, am 13. Juli 1861 den Tod.


Brig.Gen. Louis Blenker

 

– In der von Brigadegeneral Ludwig Blenker geführten 1. Brigade der Union befanden sich viele deutschstämmige Soldaten, denen das übliche Weißbrot der Amerikaner überhaupt nicht schmeckte. Der General, ebenfalls aus Deutschland stammend, hatte Verständnis für seine Truppen. Sie erhielten deshalb zusätzlich Roggen und konnten sich so aus Sauerteig ihr eigenes Brot backen.
– Außerdem wurden häufig mit dienstlicher Genehmigung einige Fässer Bier in ihr Lager gerollt.

 


Brig.Gen. Lyon

– Der erste General der Union, der im Krieg fiel, war Brigadegeneral (Brigadier General) Nathaniel Lyon. Er fand im Gefecht von Wilson's Creek, Missouri (Oak Hills) am 10. August 1861 den Tod.

– Der jüngste General der Union war Galusha Pennypacker, geboren am 01.06.1844. Nachdem er 1864 zum Oberst befördert worden war, erhielt er nach der Verleihung der Ehrenmedaille des Kongresses (Medal of Honor) am 15.01.1865 im Februar 1865 seine Bestallung zum Generalmajor (Major General) im Alter von 20 Jahren.

Der älteste Offizier des Krieges war Generalmajor (Major General) William Wilkens. Er erhielt seine Bestallung 1862 im Alter von 83 Jahren.

Der jüngste Offizier des Krieges war E.G. Baxter des konföderierten 7. Kentucky Volunteer Infantry Regiment, der im Alter von 13 Jahren zum Leutnant (2nd Lieutenant) befördert wurde.

Die Soldaten beider Armeen veranstalteten in ihrer Freizeit regelmäßig »Läuserennen«.

Obwohl 1861 auf das Fort Sumter 4000 Granaten abgefeuert wurden, gab es keinen Verwundeten oder Gefallenen.


Brig.Gen. Armistead

Der Kadett Lewis A. Armistead (später Brigadegeneral der Konföderierten) wurde aus der Militärakademie West Point ausgeschlossen, da er auf dem Kopf von Kadett Jubal A. Early (später Brigadegeneral der Konföderierten) ein Speisetablett zerschlagen hatte.

Der konföderierte Generalmajor (Major General) James Longstreet schlug die Schlacht von Antietam in Hausschuhen, da seine Ferse verletzt war.

Im Bürgerkrieg kämpften etwa 400´000 Einwanderer in der Unionsarmee, davon waren 216´000 Deutsche und 170´000 Iren.

Der am meisten umkämpfte Ort war Winchester in Virginia. Der Ort wechselte 72 x den Besitzer.


Gen.Lt. Forrest

  – Der konföderierte Generalleutnant Nathan Bedford Forrest hält einem besonderen Rekord. So sollen 29 Pferde unter diesem Reiter erschossen worden sein. Nach dem Krieg war dieser General ein Mitbegründer des Ku Klux Klan und wurde 1867 dessen erster „Großhexenmeister“ (Grand Wizard).

John O'Connor hält den Rekord im Handgeldbetrug. Er gab zu, sich 32 x verpflichtet und Handgeld kassiert zu haben,
wofür er zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Das berühmte konföderierte Kaperschiff » C.S.S. Alabama « befand sich nie in einem konföderierten Hafen.

– Als im Sommer 1863 in den Unionsstaaten die Wehrpflicht eingeführt wurde, kam es in der Stadt New York am 13. Juli zu schweren Krawallen, die drei Tage dauerten. Dabei wurden zahlreiche Häuser und Fabriken in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und Barrikaden gegen die Polizeikräfte und Milizeinheiten errichtet. Zeitweise befanden sich 50´000 – 70´000 Aufrührer in den Straßen. Nachdem etwa 30 Schwarze erschossen, aufgehängt oder zu Tode getrampelt worden waren, flüchteten die schwarzen Einwohner aus der Stadt. Als der Aufstand schließlich niedergeschlagen werden konnte, zählte man fast 2´000 Tote und Verwundete.


Nächtliche Straßenkämpfe

 

 

Ein Schwarzer wird gelyncht

 

 

– Manche Historiker behaupten, daß die sprichwörtliche Tapferkeit der konföderierten Infanteristen bei Angriffen unter schwerem Feuer nicht nur ihrem Mut entsprang, sondern - ihrem Hunger. So ist ein Kampfruf eines Konföderierten von Oberst Len T. von Zincken bezeugt worden.
Er hörte: „Auf sie, Jungs! Sie haben Käse in ihren Tornistern!“ Die halbverhungerten Konföderierten hatten es häufig auf die Verpflegung ihrer Feinde abgesehen.
– doch auch deren Schuhe, Wolldecken und Waffen konnte man gut gebrauchen.

 


Gen.Maj. Sickles

Major General Daniel E. Sickles, bei Antietam Kommandeur der 2. Division des III. Korps, ging in die amerikanische Justizgeschichte ein. Er war die erste Person in den USA, die ihre Tat vor Gericht mit »vorübergehender Geisteskrankheit« begründete. Als Kongreßabgeordneter hatte er vor dem Krieg seine Frau mit ihrem Liebhaber in flagranti ertappt und diesen dann vor einigen Augenzeugen erschossen.

 

– Major General Daniel E. Sickles wurde am zweiten Tag der Schlacht von Gettysburg von einer Granate am Bein getroffen, so daß es amputiert werden mußte. Er bestand unbedingt darauf, es in Alkohol zu konservieren, doch verlor er bald das Interesse daran und vermachte es dem U.S. Army Medical Museum.

Nach dem Krieg soll er sein Bein noch einige Male in diesem Museum „besucht“ haben.

 

Das 1. Lousiana Volunteer Infantry Regiment der Konföderierten hatte angeblich Soldaten aus 37 Ländern in seinen Reihen.

Im Bürgerkrieg dienten insgesamt etwa 3 Millionen Soldaten, davon 2,1 Millionen in der Unionsarmee und 900000 in der konföderierten Armee. Schätzungsweise 300 als Männer verkleidete Frauen nahmen als einfache Soldaten am Krieg teil. Etwa 180000 Schwarze dienten in der Unionsarmee, so daß 1865 ihre Zahl höher war als die Gesamtzahl der konföderierten Soldaten.


Gen.Maj. Rosecrans


Nach der Schlacht von Stones River, Tennessee, vom 31.12.62 – 02.01.63 meldete Generalmajor (Major General) William S. Rosecrans einen Sieg der Union. Die Verluste der Union betrugen 13200 Mann, die Konföderierten hatten 10266 Mann verloren. Die Schlacht gilt als Sieg, da sich die Konföderierten zurückzogen.

Gewehrschüsse verursachten 80 % der Verwundungen der Soldaten, Artilleriefeuer 5 % und Bayonettstiche 4 %.

Im 39. New York Volunteer Infantry Regiment (Garibaldi Guards) dienten Auswanderer aus 15 verschiedenen Ländern, so daß im Regiment sieben verschiedene Sprachen gesprochen wurden: Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Ungarisch, Spanisch und Portugiesisch. Der Kommandeur war ein Ungar, sein Oberstleutnant ein Italiener und der Sanitätsoffizier ein Deutscher. Die meisten Soldaten hatten bereits in Europa ihre Kriegserfahrungen gesammelt.

Die Schlacht von Glendale, Virginia, am 30. Juni 1862 erhielt die meisten Bezeichnungen, nämlich:
White Oak Swamp / Frayser's Farm / Glendale / Charles City Cross Roads / Nelson's Farm / Turkey Bend / New Market Cross Roads und Riddell's Shop.


Gen.Maj. Stuart

Die Schlacht von Brandy Station, Virginia, am 9. Juni 1863, die unentschieden endete, gilt als die größte Reiterschlacht des Bürgerkriegs. Hier prallten das Kavalleriekorps von Generalmajor Pleasonton auf die konföderierte Kavallerie unter Generalmajor J.E.B. Stuart (gesamt etwa 22000 Soldaten). Die Verluste betrugen auf beiden Seiten insgesamt 1090 Mann.

Die am meisten angewendete Medizin war Alkohol in Form von Whiskey oder Branntwein (Brandy). Obwohl die medizinische Wirkung angezweifelt werden muß, linderte es doch die Schmerzen, und die Soldaten beklagten sich nicht über diese »Medizin«

Der 20jährige Soldat (Private) Jacob Parrott erhielt am 25.03.1863 als erster Soldat die Ehrenmedaille des Kongresses (Medal of Honor) für die Eroberung eines Eisenbahnzuges in Big Shanty, Georgia. Er war Angehöriger eines kleinen Trupps, der 200 Meilen in Feindesland vorstieß, um Brücken und Schienen zwischen Chattanooga und Atlanta zu zerstören.

Sergeant William H. Carney, 54th Massachusetts Volunteers, wurde für seine Tapferkeit beim Angriff auf Fort Wagner im Hafen von Charleston, South Carolina, am 18.07.1863, bei dem er zweimal verwundet wurde, als erstem Schwarzen die Ehrenmedaille des Kongresses (Medal of Honor) verliehen. Die Verleihung fand aber erst am 13.05.1900 statt.


Gen.Maj. Hardee

Bei dem Versuch, in der Schlacht von Shiloh (06. – 07.04.1862) seine fliehenden Truppen erneut zu sammeln, wurde der konföderierte Generalmajor William J. Hardee von einigen seiner eigenen Soldaten beschossen.

Die Ehrenmedaille des Kongresses (Medal of Honor) wurde nur einmal an Vater und Sohn verliehen, nämlich an Oberleutnant (First Lieutenant) Arthur MacArthur, Jr., am 30.06.1890 für seine Verdienste im Bürgerkrieg und an seinen Sohn, General Douglas MacArthur, am 01.04.1942 für seine Verdienste um die Philippinen.

 

Ein Vater setzte seine beiden Söhne in einem gemeinsamen Grab bei.
Die Grabinschrift lautet: »Hier ruhen meine zwei Söhne. Nur Gott weiß, welcher im Recht war«.
Die Söhne waren William Rufus Terrill, Brigadegeneral der Union, gefallen am 08.10.1862, und James Barbour Terrill, Brigadegeneral der Konföderierten,
gefallen am 30.05.1864.


Wild Bill Hickock

Der Kundschafter (Scout) James Butler Hickock, besser bekannt als »Wild Bill« Hickock, behauptete,
mit seinem Spezialgewehr mit 50 Schuß 50 Konföderierte getötet zu haben.

– Wie „treffsicher“ die Handfeuerwaffen und die Soldaten damals waren, zeigt eine Statistik. Anhand des Munitionsverbrauchs errechnete ein Experte der Union, daß für jeden getöteten konföderierten Soldaten 110 Kilogramm Pulver und 410 Kilogramm Blei verschossen wurden.

Zur Ergreifung eines Deserteurs waren durchschnittlich $ 30 Belohnung ausgesetzt.

Die Stadt Vicksburg, Mississippi, die am 4. Juli 1863 von General Grant eingenommen worden war,
feierte erst ab 1945 den amerikanischen Unabhängigkeitstag (4. Juli).

Die bekanntesten Spioninnen des Bürgerkriegs waren:
• Bell(e) Boyd – für die Konföderierten
• Pauline Cushman – für die Union
• Rose O'Neal Greenhow - für die Konföderierten
• Elizabeth Van Lew - für die Union
• Mary Bowser - für die Union


Belle Boyd

Für ihre Spionagetätigkeit bei der Einnahme von Fort Royal, Virginia, wurde Belle Boyd von Generalmajor (Major General) Stonewall Jackson zum Ehrenmitglied seines Stabes mit dem Dienstgrad eines Hauptmanns ernannt.

 

 

Im Bürgerkrieg dienten sieben spätere Präsidenten der USA, nämlich:
• Andrew Johnson (Kriegseinsatz 04.05.1862 – 03.03.1865), Präsident von 1865 - 1869
• Ulysses S. Grant (Kriegseinsatz 06.06.1861 – 1865), Präsident von 1869 - 1877
• Rutherford B. Hayes (Kriegseinsatz 27.06.1861 – 08.06.1865), Präsident von 1877 - 1881
• James A. Garfield (Kriegseinsatz 14.08.1861 – Dez. 1863), Präsident 1881
• Chester A. Arthur (Kriegseinsatz 10.07. – 31.12.1862), Präsident von 1881 - 1885
• Benjamin Harrison (Kriegseinsatz 14.07.1862 – 08.06.1865), Präsident von 1889 - 1893
• William McKinley (Kriegseinsatz 11.06.1861 – 26.07.1865), Präsident von 1897 - 1901

Reverend Ella Gibson Hobart, 1. Wisconsin Artillerieregiment, war die einzige Feldgeistliche im Bürgerkrieg.

Die letzte konföderierte Flagge wurde am 06.11.1865 von Kapitänleutnant James I. Waddel auf der » CSS Shenandoah « in Liverpool, Großbritannien, eingeholt.


Gen.Maj. Sedgwick

Die letzten Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem Kommandeur des VI. Corps der Union in der Schlacht von Spotsylvania am 09.05.1864 waren: »Diese Jungs können aus dieser Entfernung keinen Elefanten treffen.« Dann fiel ein Schuß aus dem Gewehr eines Scharfschützen und der General wurde tödlich verwundet.

Wenn sich ein verheirateter Mann freiwillig zum Militär meldete, war dies für seine Frau ein offizieller Scheidungsgrund.

Zwischen 1863 und 1865 desertierten pro Woche durchschnittlich 1250 Soldaten aus der Unionsarmee. Viele der insgesamt etwa 200.000 Deserteure wurden dazu durch die hohen Verpflichtungsprämien „verlockt“. Sie verpflichteten sich bei einer Einheit, kassierten die Prämie und verschwanden einige Tage später. Danach meldeten sie sich beim Werbeoffizier einer anderen Einheit unter einem anderen Namen und erhielten erneut eine Prämie. Ein Soldat gab zu, 32 mal desertiert und 32 mal die Prämie kassiert zu haben. Bei durchnittlichen Prämien von $ 400 pro Verpflichtung hatte er damit ein Vermögen „verdient“. Er wurde dafür aber nur zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Der kleinste Soldat der Union war ein Soldat des 192. Ohio Regiments mit einer Körpergröße von 101 cm.

Im Bürgerkrieg wurden erstmals Konservendosen als Eiserne Portion an die Soldaten ausgegeben.


Brig.Gen. Sherman

Während seines Vormarsches auf Atlanta im Sommer 1864 benötigte Brigadegeneral (Brigadier General) William T. Sherman täglich 600 Tonnen Munition, Verpflegung, Bekleidung, Futter und andere Nachschubgüter. Diese wurden auf einer einzigen Eisenbahnlinie transportiert, wobei 5000 Eisenbahnwaggons nötig waren.
Nach einer amtlichen Schätzung von 1879 hat der Bürgerkrieg der Union $ 6´190´000´000 Kosten verursacht, dazu kamen bis 1906 noch zusätzlich $ 3´300´000´000 an Pensionen und andere Zuwendungen an Veteranen. Die Kriegskosten des Süden werden auf $ 2´099´808´000 geschätzt. Dazu kamen noch Zuwendungen der Staaten und Förderer an die Veteranen.

 

In der Unionsarmee dienten etwa 200000 junge Männer im Alter von 16 Jahren, etwa 100000 waren 15 Jahre alt, etwa 300 waren 13 - 12 Jahre alt und 25 waren erst 10 Jahre alt oder jünger.
Der jüngste Soldat des Bürgerkrieges war 9 Jahre alt (vermutlich ein Trommlerjunge) und der älteste 83 Jahre.


Johnny Clem

John Lincoln Klem, auch als Johnny Clem bekannt, wurde mit 11 Jahren Trommlerjunge im 22. Michigan Infanterieregiment und nahm an den Schlachten von Shiloh, Perryville, Murfreesboro, Chickamauga, und Atlanta teil. In der Schlacht von Shiloh wurde ihm durch eine Kanonenkugel die Trommel zertrümmert und in der Schlacht von Chickamauga erschoß er einen konföderierten Offizier, der ihn gefangennehmen wollte. Dies brachte ihm die Namen »Johnny Shiloh« und »Trommlerjunge von Chickamauga« ein. Er blieb in der Armee und wurde 1915 als Brigadegeneral pensioniert. Das bekannte Lied »When Johnny Comes Marching Home« wurde ihm zu Ehren geschrieben.

Jungen Rekruten, die rechts und links nicht unterscheiden konnten, wurden an einem Fuß Stroh und am anderen Heu gebunden. Die Kommandos »Rechts« oder »Links« wurden nun durch »Heufuß« (Hayfoot) und »Strohfuß« (Strawfoot) ersetzt.
Anmerkung: Diese Methode wurde noch im 2. Weltkrieg von den Deutschen bei der Ausbildung von Freiwilligen aus Jugoslawien, Ungarn und Rumänien angewandt.


Gen.Maj. Butler

Generalmajor Benjamin Franklin Butler, der Kommandeur der Besatzungstruppen in New Orleans erhielt den Beinamen »Bestie« (Beast), da er in der Stadt hart durchgriff. So erließ er am 15.05.1862 einen Befehl, daß Frauen, die seine Unionssoldaten beleidigten und bespuckten sowie konföderierte Lieder sangen, wie Prostituierte behandelt und verhaftet würden. Dieser »Frauenbefehl« (Women Order) führte in den Südstaaten und in Europa zu heftiger Kritik.
Auch Kapitän z.S. (Captain) David C. Farragut mußte kurz nachdem ihm der Bürgermeister die Stadt übergeben hatte, unter diesen patriotischen Frauen leiden, denn aus einem Fenster wurde der Inhalt eines Nachttopfs auf ihm geschüttet.

Die Soldaten der Union sollten im Feld alle zwei Monate ihren Sold erhalten, aber sie hatten Glück, wenn ihr Sold alle vier Monate ausgezahlt wurde. Wenn sie Pech hatten, erhielten sie erst nach sechs oder acht Monaten ihr Geld. In der konföderierten Armee dauerte die Auszahlung meistens noch länger.

Im Bürgerkrieg fielen 67 Generale der Union im Kampf oder starben an ihren Verwundungen, die Konföderierten verloren 73 Generale.


Capt. Custer

Leutnant (2nd Lieutenant) Thomas Ward Custer, der Bruder von General George Armstrong Custer, erhielt als einziger Soldat des Bürgerkrieges die Ehrenmedaille des Kongresses (Medal of Honor) zweimal verliehen. Die erste Medaille erhielt er am 03.05.1865 für die Eroberung einer feindlichen Fahne am 10. Mai 1863 im Gefecht von Namozine Church. Die zweite Verleihung erfolgte am 26.05.1865 für die Eroberung von zwei Fahnen bei Sailor Creek, Virginia, bei der er verwundet und sein Pferd getötet wurde. Trotzdem wollte er weiterkämpfen und mußte deshalb von seinem Bruder unter Arrest gestellt werden, um eine medizinische Versorgung zu erhalten.
Er trug die Auszeichnungen mit Stolz, sehr zum Ärger seines berühmteren Bruders, der diese Medaille nicht erhalten hatte.
Er fiel zusammen mit seinem Bruder in der Schlacht am »Little Big Horn«.


Brig.Gen. William Mahone

– Der konföderierte Brigadegeneral William Mahone litt an Dispepsie, einer Magen- und Darmverstimmung (Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall usw.), so daß er nur Eier, Kekse, Tee und frische Milch zu sich nahm.

– Er führte deshalb ständig eine Alderney-Kuh mit sich, die an seinem Stabswagen angebunden war und auf dem Rücken die Kochutensilien des Generals trug.

– Daneben war der nur 1,65 m große, ehemalige Spieler, Säufer und Unheilstifter mit einer Fistelstimme und dem Spottnamen „Kleiner Willi“ (Little Billy) für seine militärische Strenge berüchtigt und bei seinen Untergebenen äußerst unbeliebt..

 

 

 

– Im Militärischen Wörterbuch (Military Dictionary, 1861) von Oberst Henry L. Scott sind auch medizinische Ratschläge veröffentlicht, die wohl aus leidvollen Erfahrungen stammen dürften.
So gibt das Wörterbuch zur Vermeidung von Blasen an den Füßen folgende Ratschläge: „Um Blasen zu vermeiden, empfiehlt es sich, vor dem Marsch in den Strümpfen (Socken) Seifenschaum gut zu verreiben.
Wenn nach mehrstündigem Marsch die Füße wundgerieben sind, die Schuhe (Stiefel) ausziehen und den linken Strumpf mit dem rechten tauschen. Sollte nur ein Fuß betroffen sein, dann den Strumpf einfach von innen nach außen wenden.“ –
„Vor dem Anziehen der Schuhe (Stiefel) ein rohes Ei in die Schuhe gießen, dies erweicht das Leder.“
Und noch ein weiters Beispiel: „Bei Wespenstichen die Rückstände aus einen Pfeifenkopf auskratzen und den Inhalt auf der Einstichwunde verreiben.“
[Anmerkung des Übersetzers: Für die Wirksamkeit dieser Ratschläge wird keinerlei Garantie übernommen.]

– Das letzte Gefecht des Bürgerkrieges fand vom 12. – 13. Mai 1865 bei Palmito Ranch, Texas, in der Nähe der Mündung des Rio Grande statt und wurde von den Konföderierten gewonnen.

– Da die Konföderierten nur wenig Geschütze hatten, griffen sie manchmal auf eine Kriegslist zurück und stellten in ihren Verteidigungsstellungen und Forts für den Angreifer gut sichtbar sogenannte „Quaker-Kanonen“ (quaker guns) auf.
– Dabei handelte es sich um Geschützattrappen, die aus schwarz angemalten Baumstämmen gefertigt waren. Um sie zu bewegen, benutzte man ab und zu echte Lafetten.
– So verzögerten diese Attrappen manchmal den Sturmangriff der Unionssoldaten auf diese „stark befestigten“ Stellungen.

– Aus dem kleinen Ort Galena (15.000 Einwohner) in Illinois kamen 8 Generale der Union. –
Ob das wohl damit zusammenhing, daß sie Freunde von General Ulysses S. Grant waren, der ebenfalls aus diesem Ort stammte?

 

 

Ein Fesselballon wird gestartet

 

– Als 1863 bei Richmond ein Fesselballon zur Luftaufklärung eingesetzt wurde, befand sich ein deutscher Militärbeobachter unter den Zuschauern. Es war Oberleutnant Ferdinand Graf von Zeppelin, der später in Deutschland mit seinen starren Luftschiffen berühmt werden sollte, die nach ihm „Zeppeline“ genannt wurden.

 

– Obwohl in den offiziellen Kriegsregeln (Rules of War) nicht vorgeschrieben und erwähnt, schossen die Soldaten beider Seiten nicht auf Feinde, die sich gerade in Toiletten befanden oder im Gelände der entsprechenden „Beschäftigung“ nachgingen (bei den deutschen Soldaten „Spatengang“ genannt).

– Speziell im Winter hatten die Soldaten nicht immer Lust, so früh aufzustehen. Sie gossen deshalb zum Spaß manchmal heimlich Wasser in das Horn des Trompeters, das im Laufe der Nacht gefror. Am Morgen mußte der Hornist sein Instrument dann erst auftauen, bevor er zum Wecken blasen konnte.

– Und auch das gab es:

Allgemeiner Befehl Nr. 11
Stab XIII. Armeekorps, Department of the Tennessee
Holly Springs, 17. Dezember 1862

Alle Juden, die als Gruppe alle Handelsvorschriften mißachten, die vom Schatzamt und dem Department erlassen wurden, werden hiermit aus dem Department verbannt und müssen es binnen 24 Stunden nach dem Erhalt dieses Befehls verlassen.
Die Garnisonskommandeure sind dafür verantwortlich, daß jeder dieser Gruppe einen Passierschein erhält und das Department verläßt. Jeder, der nach dieser Benachrichtigung zurückkehrt, wird verhaftet und in Gewahrsam genommen ....
.....
Es werden keine Passierscheine an jene Leute ausgestellt, die versuchen, den [Korps-] Stab wegen eines persönlichen Gesuchs zwecks einer Handelserlaubnis aufzusuchen.

Auf Befehl von Major-General U.S. Grant
....“

Aufgrund dieses Befehls mußten nun alle Amerikaner jüdischen Glaubens unter Zurücklassung oder Beschlagnahme ihres Eigentums das Department verlassen.
Nach zahlreichen Beschwerden der Betroffenen befahl der Oberbefehlshaber des Heeres, Major-General Halleck, diesen Befehl zu widerrufen.
So wurde er am 7. Januar 1863 von Major-General U.S. Grant für ungültig erklärt.

 

Da die Soldaten für die Instandhaltung ihrer Uniformen verantwortlich waren, erhielten sie häufig von ihren Müttern, Schwestern, Ehefrauen oder Freundinnen eine Nähzeuggarnitur mit ins Feld, die scherzhaft „Hausfrau“ (housewife)
genannt wurde.
Das Nähzeug bestand aus Nadeln, verschiedenfarbigen Fäden, einem Fingerhut und manchmal einer kleinen Schere.
Es konnte in einen Stoff- oder Lederstreifen eingerollt werden.

Da viele Soldaten befürchteten, als „Unbekannter Soldat“ auf dem Schlachtfeld begraben zu werden, steckten sie sich Stoff- oder Papierstreifen mit ihren Namen in die Innenseiten der Uniform oder markierten Uniformzubehör entsprechend.
So kamen einige Soldaten auch auf die Idee, eine Münze abzuschleifen und ihren Namen darauf einzugravieren.
Mit einem Loch versehen, konnte die Münze dann mit einer Schnur um den Hals getragen werden.
Die Marketender (sutler) erkannten diesen Bedarf und ließen solche „Medaillons“ herstellen,
die sie dann an die Soldaten verkauften.

Das abgebildete Beispiel aus Messing zeigt auf der Vorderseite
den Wappenadler der Union
und die Umschrift WAR OF 1861 / UNITED STATES.

Auf der Rückseite befinden sich der Name:
J. H. WHITNEY, der Wohnort NEW IPSWICH sowie die Einheit CO. G / 13TH REG. / N.H.V. (New Hampshire Volunteers).
Dies war der Anfang der militärischen Erkennungsmarken, die heute in den unterschiedlichsten Formen in allen Armeen üblich sind.


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