Als
Mexiko 1824 sein Staatsgebiet neu organisierte, verlor das Territorium
Texas seine „Unabhängigkeit“, denn es wurde in den
Staat Coahuila eingegliedert und erhielt die Bezeichnung „Coahuila
y Tejas“. Die Verwaltung wurde von San Antonio de Bexar nach Saltillo,
der neuen Hauptstadt im Süden verlegt. Von nun an begannen immer
wieder bewaffnete Proteste.
Flagge
von Coahuila y Tejas
Um
wieder die Trennung (1 Stern statt 2) zu dokumentieren,
wurde die "Lone Star-Flagge" entworfen, auf die die Texaner
noch heute stolz sind.
Als
Santa Anna 1833 Präsident wurde, befürwortete er eine Ausweisung
aller „Ausländer“.
Die als "Texianer" bekannten Rebellen fochten in erster Linie
um rechtliche Belange, wollten mehr Unabhängigkeit von der schwerfälligen,
starren Bürokratie des zentralistisch geleiteten Mutterlandes -
und sie setzten sich für die „Freiheit“ ein, Sklaven
halten zu dürfen.
So protestierten sie gegen den Diktator Präsident Santa Anna, der
permanent die 1824 erlassene,
demokratische Verfassung Mexikos verletzte. Darauf wies die Besatzung
im Alamo symbolisch hin,
indem sie neben anderen Fahnen die mexikanische Staatsflagge mit der
aufgemalten Jahreszahl "1824" hißte.
Natürlich strömten auch amerikanische Glücksritter ins
Land, um Texas sang- und klanglos von Mexiko loszulösen.
Stephen
F. Austin, ein Jurist und Landmakler, versuchte lange Zeit mit der mexikanischen
Regierung zu verhandeln, doch ergebnislos.
Die Stimmung bei den Texanern wurde immer aggressiver und der Ruf nach
einem eigenen Staat immer lauter.
General Cós
Santa
Anna sandte nun seinen Schwager, General Martin Perfecto de Cós
nach San Antonio, um die Texaner zu entwaffnen und für Ruhe zu
sorgen. Als Cós von einem Dorf namens Gonzales eine alte Kanone
zurückverlangte, die zum Schutz gegen Indianerangriffe ausgeliehen
worden war,
erhielt er die Antwort: „Kommt und holt sie euch!“ Cós
entsandte eine Abteilung von fünf Soldaten in das Dorf, um die
Kanone zu holen.
Doch die Bewohner hatten die Kanone vergraben.
General Cós reagierte sofort und kommandierte nun eine Abteilung
von 100 Mann unter Leutnant (Teniente) Francisco Castaneda nach Gonzales,
um die Kanone mit Gewalt abzuholen. Doch sie wurden bereits erwartet.
Als die Abteilung am 2. Oktober 1835 am Fluß Guadalupe am Ortsrand
auftauchte, hatten sich am anderen Ufer 160 Verteidiger versammelt.
Zuvor war die Kanone wieder ausgegraben, auf zwei Räder montiert
und geladen worden. Eine provozierende Flagge wurde gehißt - ein
Schuß wurde abgefeuert und dabei ein mexikanischer Soldat getötet.
Ein Texaner fiel vor Schreck vom Pferd und holte sich eine blutige Nase.
Dieser
Schuß gilt als Beginn der texanische Revolution.

Flagge von Gonzales
Nun
zog General Cós im Oktober 1835 mit 1.200 Soldaten nach San Antonio
und brachte die Stadt unter militärische Kontrolle.
Am 5. Dezember 1835 griffen 200 Freiwillige unter Ben Milam den Ort
San Antonio an und verwickelten die Mexikaner in Straßenkämpfe,
für die die Soldaten nicht ausgebildet waren. Cós mußte
sich schließlich am 9. Dezember ergeben und zog sich wieder über
den Rio Grande zurück.
200 Mexikaner waren gefallen, die Texaner beklagten 20 Gefallene. Lieutenant
Colonel (Oberstleutnant) James C. Neill, der etwa 80 schlecht ausgerüstete
Soldaten befehligte, übernahm die Garnison San Antonio. Diese Niederlage
der Mexikaner sollte nicht ohne Folgen bleiben.
Die
„glorreichen 13 Tage“
Am
27. Januar 1836 hatte Sam Houston, der Kommandeur der Revolutionstruppen,
Lieutenant Colonel (Oberstleutnant)
Jim Bowie mit 25 Mann nach San Antonio beordert, um dort die Festung
Alamo zu zerstören und sich mit den von den Mexikanern eroberten
24 Kanonen nach Osten zurückzuziehen. Bowie stammte aus San Antonio
und war mit der Gegend vertraut.
(Anmerkung
zu den Dienstgraden:
Die amerikanischen
Dienstgrade Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) und Colonel (Oberst)
werden beide mit „Colonel“ angesprochen,
so daß
in der Literatur häufig der Dienstgrad Colonel angegeben wird,
der eigentliche militärische Rang aber tatsächlich Oberstleutnant
ist.)
Vor Ort war dann Bowie zusammen mit Oberstleutnant James C. Neill der
Meinung, daß es nicht möglich wäre, die schweren Kanonen
abzutransportieren
und fanden es nicht sinnvoll, so viel Feuerkraft nicht zu nutzen. Bowie
wollte ja seine Heimat verteidigen und er wußte, daß hier
der geeignete Ort war,
um die Mexikaner so lange wie möglich aufzuhalten, um es Sam Houston
zu ermöglichen, im Hinterland seine Truppen aufzustellen und zu
sammeln.
Der Vizekönig von Mexiko hatte 1716 den Franziskanern den Bau der
Missionsstation San Antonio de Valero genehmigt,
aber mit dem Bau der San Antonio-Kirche konnte erst 1744 begonnen werden.
Nachdem die Kirche zweimal eingestürzt war,
wurde das Gelände der Gemeinde übergeben und die religiösen
Gegenstände in die Kirche San Fernando nach San Antonio gebracht.
Im
Jahre 1803 wurde die Missionsstation als Kaserne für die 2. Schnelle
Kompanie (Lanzenreiter) von San Carlos de Parras der spanischen Armee
ausgebaut
und erhielt von dieser den Namen „El Álamo“ (span.:
Pappel). Diese Kompanie blieb bis 1825, danach war der Alamo wieder
verlassen.
Als General Cós im Oktober in San Antonio einrückte, begann
er sofort mit dem Ausbau der Anlage zu einer Festung, die er aber am
9. Dezember aufgeben mußte.
Auch Bowie und Neill machten sich umgehend an den Wiederaufbau der teilweise
zerstörten Festung, doch reiste Oberstleutnant Neill kurz darauf
ab,
um seinem kranke Frau zu besuchen. Am 2. Februar traf Oberstleutnant
William Travis mit einer Schwadron Kavallerie ein, so daß sich
die Zahl der Verteidiger
auf 130 Mann erhöhte. Als man vom Vorrücken General Santa
Annas erfuhr, schrieb Travis einen Brief nach dem anderen, in denen
er inständig um Verstärkung bat.
Dabei wurde auch das Führungsproblem gelöst. Travis erhielt
das Kommando über die regulären Truppen und Bowie übernahm
den Befehl über die Freiwilligen.
Am frühen Morgen des 23. Februar war vor San Antonio mexikanische
Kavallerie aufgetaucht. Fast 1.500 Mann. Hufschlag dröhnte dumpf
durch den Morgen.
Hohe Helme mit Messingbeschlägen und die blanken Spitzen scharfgeschliffener
Lanzen glitzerten in der Frühsonne. Mexiko hatte die Herausforderung
seiner rebellischen Provinz angenommen. Der Kavallerie folgten nur wenig
später Infanterie und Artillerie.
Festung
Alamo (Da nur noch die Kirche steht,
gibt es mehrere Rekonstruktionsversuche über das Aussehen)
Angeführt
wurde die Truppe vom Staatspräsidenten General Santa Anna persönlich,
der seine gesamte Amtsautorität,
sein ganzes nationales Ansehen in die Waagschale warf, um die Texaner
zu unterwerfen und als Triumphator nach Mexico City zurückkehren
zu können.
Mit einer Armee von fast 6.000 (nach anderen Quellen 8.000) Mann, darunter
viele ausländische Abenteurer aus Europa und Amerika,
zog „El Presidente“ mit klingendem Spiel einer Militärkapelle
in den Ort San Antonio.
Er forderte Travis auf, die Festung zu übergeben und erhielt als
Antwort einen Schuß aus der einzigen 18-Pfünder-Kanone des
Forts.
Santa Anna begann nun die Belagerung der Festung und hißte auf
dem Kirchturm der San Fernando-Kirche eine scharlachrote Fahne
– „kein Pardon“ - und befahl seinen Offizieren, keine
Gefangenen zu machen.
Jetzt begann ein zermürbender, erbitterter Kampf, der mit unglaublicher
Härte und Zähigkeit geführt wurde.
Tag und Nacht griffen Artillerie und Schützen der Mexikaner an.
Santa Annas Ziel war es, den Texanern nicht eine Minute der Ruhe zu
gönnen.
Sie sollten vor Erschöpfung nicht mehr kämpfen können.
Der ständige Kampfeslärm hatte aber auch zur Folge, daß
Melder unerkannt aus und in das Fort kommen konnten, und es gelang so,
noch am 1. März eine Verstärkung aus Gonzales (32 Männer)
in die Festung zu bringen.
Der letzte Brief von Travis schloß mit den Worten „Victory
or Death“ (Sieg oder Tod)
Im
Verlauf der Belagerung befanden sich nach amtlichen, aber unzuverlässigen
Angaben 189 Verteidiger im Alamo,
davon 28 Offiziere, 30 Freiwillige aus South Carolina (unter William
B. Travis), 15 Freiwillige aus Tennessee (unter David Crockett),
32 Freiwillige aus Gonzales und 81 weitere Soldaten, die aus verschiedenen
europäischen Staaten (England, Schottland, Irland, Deutschland)
und amerikanischen Staaten kamen. Inzwischen geht man von 250 –
257 Verteidigern aus.
Die Texaner hinter den Adobelehmmauern waren gewillt, sich an ihren
Schlachtruf »Sieg oder Tod« zu halten.
Als David Bowie erkrankte und bettlägerig wurde, übernahm
Travis das Kommando über alle Soldaten.
Ständig wurden die Verteidiger der Festung dezimiert. Aber die
Übriggebliebenen gaben nicht auf.
5. März 1836
An die Generale, Stabschefs und Kommandeure:
Die Zeit ist gekommen, um dem Feind, der die Festung Alamo besetzt hat,
einen vernichtenden Schlag zu versetzen.
Deshalb hat Seine Exzellenz, der Oberbefehlshaber, beschlossen, daß
sich morgen früh um 4:00 Uhr die Angriffskolonnen bis auf Musketenschußweite
den vordersten Verteidigungsstellungen nähern, bereit für
den Angriff,
dessen Beginn mit einem Hornsignal der Nordbatterie angezeigt wird.
...
So beginnt der Befehl des General Santa Anna für die Erstürmung
des Forts am 6. März 1836 nach dreizehntägiger Belagerung.
Ab 1:00 Uhr morgens marschierten und ritten etwa 1.400 Soldaten in die
vorgesehenen Positionen.
Aus
dem Nordwesten: General Martín Perfecto de Cós mit 200
Füsilieren und Musketieren des Aldama Bataillons und 100 Füsilieren
der San Luis Potosi Miliz.
Aus dem Norden: Coronel (Oberst) Francisco Duqué mit dem Toloca
Bataillon (ohne Grenadiere) und drei Füsilierkompanien, insgesamt
etwa 400 Mann.
Aus dem Nordosten: Coronel (Oberst) José María Romero
mit Füsilierkompanien des Matamoros und des Jiminez Bataillons,
etwa 300 Mann.
Aus dem Süden: Coronel (Oberst) Juan Morales mit 3 Musketierkompanien
der Bataillone Matamoros, Jiminez und San Luis, insgesamt etwa 100 Mann.
Das Kavallerie-Regiment Dolores mit 290 Soldaten war mit Sicherungsaufgaben
betraut.
Anmerkung:
Je nach Quelle werden unterschiedliche Zahlen genannt, wobei wahrscheinlich
die Soll- und Iststärken stark variieren.
Die Mexikaner selbst gehen von 1.400 Mann aus.

Um 5:00 Uhr ertönte das Hornsignal zum Angriff mit der von den
Spaniern übernommenen maurischen Melodie „Deguello“.
Hauptmann Juan Seguin's Tejanos - die einheimischen Mexikaner, die in
der texanischen Armee kämpften - erklärten den anderen Verteidigern
die Bedeutung dieser entmutigenden Melodie - „Keine Gnade!“
Die
Texaner schlugen den Angriff zweimal zurück, doch um 6:30 Uhr war
der ungleiche Kampf beendet, die letzten Verteidiger waren gefallen.
Aber um welchen Preis! Als Santa Anna in die Festung einritt, wußte
er, daß der Sieg teuer erkauft worden war.
Er hatte etwa 600 Mann verloren, die Besten seiner Armee. Die übrigen
waren demoralisiert und geschockt von der Zähigkeit und der Kampfbereitschaft
der texanischen Rebellen.
Der „Ausländer“ Davy Crockett wurde lebend gefaßt
und sofort exekutiert, die Verwundeten und Gefallenen auf einen Haufen
geworfen und verbrannt. Nur etwa 17 Personen blieben im Fort am Leben,
die nicht an den Kämpfen teilgenommen hatten. Als Santa Anna die
Ruinen des Alamo hinter sich ließ und weiterzog, marschierte er
geradewegs in die Niederlage.
Die Ruine der San Antonio-Kirche wurde nach der Niederlage mehrmals
verkauft,
bis sie Anfang 1900 von den “Töchtern der Republik Texas“
(eine patriotische Vereinigung)
restauriert und zu einem nationalen Denkmal umgebaut wurde.
Texas
wird unabhängige Republik
Während Stephen Austin vergeblich versuchte, die Vereinigten Staaten
zur Hilfe für Texas zu bewegen,
organisierte und drillte Sam Houston in verzweifelter Hast seine Truppen.
Am 20. März 1836 gelang der mexikanischen Armee ein erneuter Erfolg.
Mexikanische Kavallerie unter General José Urrea zwang bei Goliad
texanische Einheiten zur Kapitulation, mit der Zusage,
die Unterlegenen als Kriegsgefangene zu behandeln. Kaum hatten die Texaner
ihre Waffen abgelegt,
ließ Urrea sie zusammentreiben und das Feuer auf sie eröffnen.
Alamo und Goliad wurden zu Symbolen für den texanischen Freiheitswillen.
Vor allem die heldenhafte Verteidigung von Alamo sorgte für erheblichen
Zulauf für Houstons Freiheitsarmee.
Mit dem Schlachtruf »Rache für Alamo! Rache für Goliad!«
zogen die Texaner der Armee Santa Annas entgegen.
Am 21. April 1836 prallten die ungleichen Truppen an dem kleinen Fluß
San Jacinto aufeinander.
Die Mexikaner wurden von der Wucht des texanischen Angriffs völlig
überrascht. Nach zwanzig Minuten war alles vorbei.
Ein mittleres Wunder war vollbracht. Die mexikanische Armee war geschlagen.
Nur sechs Texaner hatten den Tod gefunden.
Einer der Gefangenen war der mexikanische Staatspräsident Santa
Anna,
der vor Sam Houston die Kapitulation erklärte und die Republik
Texas als unabhängigen Staat anerkannte.
Im September 1836 fanden die ersten freien Wahlen in Texas statt.
Der Sieger von San Jacinto, Sam Houston, ging als Gewinner daraus hervor
und wurde der erste Präsident der Republik Texas.
Unmittelbar darauf stellte Texas den Antrag, Mitglied der USA zu werden.
Die Texaner waren sich sehr wohl darüber im klaren,
daß sie langfristig wirtschaftlich, militärisch und politisch
als autonomer Staat viel zu schwach waren und einem erneuten Vorstoß
der Mexikaner
- und damit war zu rechnen, da es starke Kräfte in Mexiko gab,
die die Niederlage gegen die texanischen Kolonisten als nationale Demütigung
empfanden,
die wettgemacht werden mußte - nicht würden standhalten können.
Der Antrag um Aufnahme in die Staatengemeinschaft der USA ließ
Texas für Jahre zu einem Zankapfel der amerikanischen Innenpolitik
werden.
Der Antrag wurde abgelehnt. Bereits in den 30er Jahren begann die Sklavenfrage
in Amerika zunehmend die verschiedenen politischen Strömungen zu
bewegen.
Texas war ein Sklavenstaat, in dem um 1836 fast 5000 Sklaven lebten.
Im Norden der USA aber begannen die Parteigänger der Whigs (später
Republikaner)
mit zunehmender Schärfe die Sklaverei zu bekämpfen und gegen
die sklavenhaltenden Südstaaten und ihre Parlamentsvertreter aus
der Demokratischen Partei zu agitieren.
Der Norden befürchtete zu Recht, daß Texas die Front der
Sklavenstaaten im Süden entscheidend verstärken würde
- was auf die Stimmenverhältnisse im Parlament in Washington Auswirkungen
haben würde -,
während der Süden die Aufnahme von Texas in den Staatsverband
befürwortete. Mehr und mehr Siedler strömten nach Texas,
während der Streit um die Annexion dieses Territoriums in den USA
immer heftiger geführt wurde. Mexiko,
das seine Hoffnung auf die Rückeroberung der unbotmäßigen
Provinz noch nicht begraben hatte,
drohte der Regierung in Washington Folgen für den Fall an, daß
Texas in die Vereinigten Staaten aufgenommen werden würde.
Die Flaggen der Republik Texas
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Zavala-Flagge
- Mai – Nov. 1836 |
Burnet-Flagge
- Dez. 1836 – 1839 |
Lone-Star
Flagge - ab Januar 1839 |
Während die Spannungen zwischen Mexiko und den USA wuchsen, begann
Mexiko ganz offen mit einer Politik der Nadelstiche gegen Texas und
Amerika.
Die Schmach der Niederlage war schnell vergessen und wich zunehmender
Arroganz und unverfrorener Verstöße gegen die texanische
Grenze.
Mexikanische Guerillas fielen in Texas ein. Schießereien an
der Grenze waren an der Tagesordnung. Es war unübersehbar,
daß Mexiko an einem erneuten Krieg mit Texas interessiert war,
sicher, sich das verlorengegangene Territorium auf diese Weise wieder
aneignen zu können.
Im Jahre 1840 wurden amerikanische Händler und Kolonisten im
mexikanischen Kalifornien grundlos verhaftet, ohne Prozeß eingesperrt,
mißhandelt und aus dem Land gejagt. Händler, die mit einer
Wagenkolonne von Texas aus nach Santa Fe zogen,
dem alten Handelsplatz der Pelzjäger, Goldsucher, Indianer und
Pioniere, wurden im Juni 1841 festgenommen,
des illegalen Eindringens in die mexikanische Provinz New Mexico bezichtigt,
in einem barbarischen Fußmarsch quer durch das glühend
heiße Land
südwärts getrieben und in Mexico City eingekerkert. Mehrere
der Gefangenen kamen bei diesem Marsch ums Leben.
Im Dezember 1841 wurde Samuel Houston zum zweitenmal zum Präsidenten
von Texas gewählt.
Er betrieb sofort wieder mit aller Energie den Anschluß an die
USA, denn er sah die Gefahr, in der Texas schwebte.
Eine Gefahr, die täglich wuchs. In Washington waren die Sympathisanten
des Anschlusses nicht untätig gewesen,
so daß das Aufnahmebegehren der Texaner diesmal positiveren
Widerhall fand. Die Zeichen standen auf Sturm.
1843 kündigte Mexiko, erneut unter der Regierung von Santa Anna,
den USA eine Kriegserklärung an, falls Texas annektiert werden
sollte.
Als im Juni 1844 der texanische Antrag wiederum im Parlament scheiterte,
wurde die Texas-Frage zum Kernpunkt des bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfes.
Die politischen Wogen schlugen hoch. Die USA befanden sich in keiner
sehr günstigen Lage. Während Texas auf seinen Anschluß
an die USA drängte,
was zu beträchtlichen Auseinandersetzungen mit Mexiko im Süden
führen mußte, meldete im Norden, von Kanada aus, England
Ansprüche auf das Oregon-Territorium an.
»Ganz Oregon und ganz Texas den Vereinigten Staaten«
Mit dieser Losung zog der Kandidat der Demokratischen Partei James
K. Polk in den Wahlkampf und wurde zum Präsidenten gewählt.
Damit war der Weg in einen der umstrittensten Kriege in der Geschichte
der Vereinigten Staaten von Amerika gewiesen.
Unter dem Eindruck der veränderten politischen Verhältnisse,
beschloß der Kongreß am 1. März 1845 die Aufnahme
von Texas als 28. Staat der USA.
Am 4. März 1845 trat Polk sein Amt an, und drei Wochen darauf
brach Mexiko alle Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab und begann,
Kriegsvorbereitungen zu treffen.
Der
Krieg beginnt
Als
Anson Jones, der letzte Präsident von Texas am 1. März die
„Lone Star“-Flagge niederholte und die „Stars and
Stripes“ hißte, brach Mexiko die diplomatischen Beziehungen
zu den Vereinigten Staaten ab. Es hatte zugestimmt, Texas nur anzuerkennen,
wenn dieses ein unabhängiger Staat bliebe.
Außerdem
betrachtete es den Fluß Nueces als seine Grenze,
während Texas das Land bis zu Rio Grande beanspruchte.
Da
dies von der amerikanischen Regierung schon lange erwartet worden
war,
war General Zachary Taylor bereits 1845 an den Nueces beordert worden,
wo er bis August 1845 mit seiner „Beobachtungsarmee“ (Army
of Observation)
ein Militärlager am Strand des Dorfes Corpus Christi errichtet
hatte.
Der
Aufbruch nach Mexiko: Infanterie in Exeter, New Hampshire, 1846.
(Joel Snyder Collection, Arlington Heights, Illinois)

Das
Camp von Corpus Christi
Hier
blieb die Armee bis März 1846. Da die Vereinigten Staaten den
Anspruch von Texas bezüglich der südlichen Grenze übernommen
hatten, befahl Präsident Polk nun General Taylor, bis zum Rio
Grande vorzurücken und das umstrittene Gebiet zu besetzen.
Ein junger Leutnant dieser Armee, Ulysses S. Grant, schrieb später,
daß er den mexikanischen Krieg zutiefst verabscheute, aber nicht
den moralischen Mut hatte, seinen Dienst zu quittieren.
Am 8. März 1846 begann die Beobachtungsarmee ihren Marsch in
Richtung Rio Grande.
Das Wasser war knapp, und der Marsch mußte sich an den Entfernungen
der Wasserlöcher orientieren. Zu dieser Zeit gab es zwischen
dem Nueces und den Rio Grande nicht ein einziges Dorf.. Am Morgen
des 28. März 1846 erreichte die Streitmacht den großen
Fluß,
und Taylor sandte einen seiner Offiziere über den Rio Grande
nach Matamoros,
um dem mexikanischen Ortskommandanten den Grund seines Hierseins zu
erklären.
Doch
der mexikanische Kommandant, der die amerikanischen Truppen als Eindringlinge
ansah, forderte das sofortige Einholen der amerikanischen Flagge auf
mexikanischem Boden. Jenseits des Flusses sahen die Amerikaner deutlich,
daß mexikanische Soldaten und Zivilisten zur Verstärkung
des vorhandenen Fort Casamata zusätzliche Erdwerke bauten und
Geschütze in Stellung brachten.
Fort
Casamata (Matamoros)
Jeden
Morgen sahen die Amerikaner nun, wie die Mexikaner neue Brustwehren
am Ortsrand von Matamoros aufwarfen, und General Taylor beschloß
schließlich,
sich ebenfalls zu verschanzen, und begann, gegenüber dem mexikanischen
Ort
ein Erdwerk zu errichten, das den Namen Fort Texas erhielt.
Als ein Adjutant des Generals Pedro de Ampúdia erschien und
den Rückzug der amerikanischen Truppen forderte, antwortete Taylor,
daß er nicht die Absicht hätte, sich zurückzuziehen,
und daß das Gebiet nördlich des Rio Grande als Teil der
Vereinigten Staaten zu betrachten sei.
Das
gespannte Verhältnis erreichte einen Höhepunkt, als mexikanische
Truppen von beachtlicher Stärke (etwa 1.600 Kavalleriesoldaten)
nördlich und südlich von Fort Texas den Fluß überschritten.
Zur Beobachtung der feindlichen Bewegungen wurde nun das 2. Dragonerregiment
eingesetzt,
das einen hervorragenden Ruf hatte. Taylor befürchtete nämlich,
daß der neue Kommandeur der Mexikaner, General Mariano Aristo,
versuchen würde,
ihn von seinen Versorgungslinien nach Point Isabel und Brazos Santigao
abzuschneiden, wo eine kleine amerikanische Flotte ankerte.
Am 24. April 1846 wurden zwei Dragonerkompanien unter Hauptmann (Captain)
Seth B. Thornton bei La Rosita oberhalb von Fort Texas von 500 Kavalleristen
unter General Anastasio Torrejón überrascht, eingekesselt
und geschlagen. Die Amerikaner erlitten 63 Verluste (Gefallene, Verwundete
und Gefangene).
Daraufhin schrieb General Taylor an Präsident Polk, daß
man nun „die Feindseligkeiten als eröffnet betrachten könne“.
Polk, der sich anschickte, dem Kongreß eine Kriegserklärung
abzuringen, schrieb nun, daß „trotz der Bemühungen
ihn zu vermeiden,
nun ein Kriegszustand existiere“. Viele Verfechter der Sklavenbefreiung
(Abolitionisten) stimmten einer Kriegserklärung nicht zu,
denn sie sahen den Kampf als einen Versuch des Südens, die Sklaverei
auszudehnen. Ein junger Kongreßabgeordneter aus Illinois namens
Abraham Lincoln
brachte sogar einen Eilbeschluß in das Unterhaus (House of Representatives)
ein, in dem gefordert wurde, daß Polk eingestehen sollte,
daß der Angriff nicht auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten
stattgefunden habe.
Inzwischen erreichten Taylor am Rio Grande Gerüchte, die sich
später als falsch erweisen sollten, daß die amerikanische
Nachschubbasis in Point Isabel angegriffen würde. Ohne Zögern
ergriff er nun Maßnahmen und zog am 1. Mai mit der Masse seiner
Armee (2.300 Mann) nach Point Isabel, um diesen lebenswichtigen Hafen
zu entsetzen.
Im Fort Texas ließ er Major Jacob Brown und 500 Mann des 7.
Infanterieregiments sowie eine kleine Abteilung Artillerie zurück.

Armierungsplan Fort Texas
Bastion
Nr. 1 Capt. Edgar S. Hawkins mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 2 Capt. Francis Lee mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 3 Capt. Washington Seawell mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 4 Capt. Dixon I. Miles mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 5 Capt. Theophilus S. Holmes mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 6 Capt. Allan Lowd mit der I-Kompanie des 2. Artillerieregiments

Mit
einem Tagesmarsch von 18 Meilen war es General Taylor möglich,
die 26 Meilen entfernte Küste in den Mittagstunden des nächsten
Tages zu erreichen,
wo er zu seiner Überraschung feststellten mußte,
daß weit und breit keine mexikanischen Soldaten in Sicht waren.
Als die Sonne am nächsten Morgen über dem Golf aufging,
konnten die Soldaten aus dem Südwesten fernen Donner hören.
Dies konnte nur einen Angriff auf das Fort Texas bedeuten, das später
in Fort Brown umbenannt wurde.
Die
Schlacht von Palo Alto
Am 7. Mai wollte General Taylor mit etwa 2.200 Mann und 250 Bagagefuhrwerken
dem Fort zu Hilfe eilen,
doch auf halbem Wege stießen die Amerikaner am 8. Mai auf
den Feind, eine mexikanische Streitmacht von ungefähr 3.460
Mann
(nach anderen Quellen 6.000 Mann), die von General Mariano Arista
kommandiert wurde. Seine rechte Flanke lehnte sich an eine Höhe
an,
die Palo Alto genannt wurde (in der Nähe des heutigen Brownsville).
Taylor begann sofort, seine Truppen für die Schlacht zu formieren,
die Infanterie stürmte um 14:00 Uhr in Linie vorwärts.
Als sie etwa 700 Yards vor den feindlichen Linien waren, fing die
mexikanische Artillerie zu schießen an.
Die erste Schlacht des amerikanisch-mexikanischen Krieges hatte
begonnen.
Zum Erstaunen der Soldaten schossen die Mexikaner viel zu kurz,
die Kugeln schlugen vor den Linien in die Prärie ein.
Nun war der Augenblick für die amerikanische Artillerie gekommen.
Taylor testete hier die sogenannte „schnelle Artillerie“,
die von Major Samuel Ringgold (während der Schlacht gefallen)
entwickelt worden war. Dabei wurden die 6 Pfünder-Kanonen auf
leichte Lafetten gesetzt
und von speziell abgerichteten Gespannen und gut ausgebildeten,
berittenen Artilleristen manövriert. So konnten sie doppelt
so schnell feuern wie ihre Gegner.
Schlachtskizze
Arista
wollte die Amerikaner umgehen und ihre Nachschubfahrzeuge erbeuten,
doch Taylor schob seine schnelle Artillerie an die betroffene Flanke
und eröffnete das Feuer auf die mexikanische Kavallerie, die
dabei einen hohen Blutzoll zahlen und sich zurückziehen mußte.
Während die beiden Armeen erbittert miteinander rangen,
fing das Präriegras Feuer
und dichter Rauch behinderte die Sicht. Als sich der Qualm endlich
verzogen hatte,
setzte die Dämmerung ein und beendete das Blutvergießen.
Die Mexikaner zogen sich in der Dunkelheit zurück.
Der Sieg (eigentlich ein Unentschieden) wird dem effektvollem Einsatz
der Artillerie zugeschrieben.
Bei den Amerikanern gab es 9 Gefallene und 47 Verwundete,
die Verluste der Mexikaner betrugen etwa 700 Mann, davon 320 Gefallene
(Anmerkung: Je nach Quelle variieren die Verlustzahlen auf beiden
Seiten.
Dies trifft auch auf die Zahlen der anderen Schlachten zu).
General
Taylor auf seinem Schimmel „Old Whitey“ während der
Schlacht
(Ausschnitt aus einem Gemälde)
Präsident
James K. Polk beschuldigte jetzt Mexiko, in amerikanisches Staatsgebiet
eingedrungen zu sein,
und am 13. Mai 1846 erklärte der Kongreß Mexiko offiziell
den Krieg.
Das
Gefecht von Resaca de la Palma
Am nächsten Morgen rief General Taylor seine Offiziere zusammen,
um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Obwohl sieben seiner zehn Offiziere dafür waren, sich zu verschanzen
und auf Verstärkung zu warten, entschloß sich Taylor,
doch weiter vorzurücken, um wie geplant, das Fort Texas zu entsetzen.
Er setzte seinem Marsch in Richtung Rio Grande fort und traf in einiger
Entfernung am 9. Mai wieder auf die Mexikaner,
die sich in einem trockenem Flußbett, das als Resaca de la Palma
bekannt war, gut verschanzt, aber noch nicht komplett formiert hatten.
Taylor griff diesmal hauptsächlich mit seiner Infanterie an, wobei
aber die Dragoner auch eine wichtige Rolle spielten.
Sie drangen in das Zentrum der mexikanischen Linien ein und eroberten
einige Geschütze, die sie aber nicht halten konnten,
so daß erst schnell herbeigeeilte Infanterie die Kanonen gänzlich
ausschalten konnten. Den Dragonern war es aber gelungen,
den mexikanischen General Romualdo Diaz de la Vega gefangenzunehmen,
der tapfer versucht hatte, ein Geschütz zu verteidigen.
Den Infanteristen gelang es daraufhin, die feindliche rechte Flanke
einzudrücken, die mexikanische Verteidigungslinie brach zusammen,
die Soldaten flohen. Nun begann eine wilde Verfolgung in Richtung Rio
Grande, den die Mexikaner zwar gewannen,
doch viele Soldaten ertranken bei der Überquerung des Flusses.
Dragoner im Kampf um
die Geschützstellungen
Bei
den Amerikanern gab es 33 Gefallene und 89 Verwundete. In General Aristas
offiziellem Bericht werden 160 mexikanische Gefallene, 228 Verwundete
und 159 Vermißte genannt, die Amerikaner nehmen aber an, daß
es auf mexikanischer Seite gut über Tausend Verluste gab.
Taylor mußte nun bis zum 18 Mai auf Boote warten, um über
den Rio Grande zu setzen.
Als er schließlich mit seiner „Besatzungsarmee“ (Army
of Occupation) in Matamoros einzog,
waren die Mexikaner in das Innere des Landes abgerückt. Sein nächstes
Ziel war jetzt Monterrey,
aber er wußte, daß es auf der direkten Überlandroute
zu wenig Wasser und Verpflegung für seine Truppen gab. So wartete
Taylor bis August auf das Eintreffen von Dampfschiffen,
mit denen er seine Truppen dann etwa 130 Meilen flußaufwärts
nach Camargo brachte.
Inzwischen waren Tausende von Freiwilligen in Matamoros eingetroffen,
aber Krankheiten und logistische Überlegungen zwangen Taylor,
nur mit etwas mehr als 6.000 Mann in Richtung Monterrey aufzubrechen.
Die
Schlacht um Monterrey
Taylors Truppen brachen Ende August von Camargo auf, erreichten Monterrey
am 21. September und begannen sofort, die Stadt anzugreifen.
Die gut befestigte Stadt wurde von etwa 7.300 bis 9.000 mexikanischen
Soldaten der Nordarmee unter dem Kommando von General Pedro de Ampudia
verteidigt.
Dieser hatte zwar von Santa Anna den Befehl erhalten, sich bis nach
Saltillo zurückzuziehen, um eine neue Verteidigungslinie aufzubauen,
doch er sah hier die Gelegenheit, einen Sieg zu erringen. Unterstützt
wurde er dabei von einer Elite-Artilleriekompanie,
den irisch-amerikanischen „San Patricios“, die auf mexikanischer
Seite kämpften.
Drei Tage lang versuchten nun die amerikanischen Truppen, die Stadt
einzunehmen, doch ohne Erfolg.
Der heftige Widerstand riß einige Lücken in den amerikanischen
Reihen, deren Artillerie nicht in der Lage war,
Breschen in die Mauern der zahlreichen Forts und Befestigungen zu schießen.
Schließlich gelang es ihnen doch, nahe genug an die Stadt zu kommen,
um ihr einziges Belagerungsgeschütz,
eine alte 32 Pfund-Haubitze aus napoleonischer Zeit, einzusetzen und
in die Stadt zu schießen.
Die
Beschießung von Monterrey
In
der Nacht des 23. September begann ein erneuter Sturmangriff der Amerikaner,
der jedoch zurückgeschlagen wurde.
Erst
unter Einsatz eines Mörsers gelang es Taylor,
die mexikanischen Truppen auf den Hauptplatz der Stadt zurückzudrängen.
Am
24. September 1846 bot General Ampudia die Kapitulation unter den Bedingungen
an,
daß seine Truppen sich ungehindert zurückziehen dürften
und daß ein achtwöchiger Waffenstillstand beschlossen würde.
Taylor,
der der Meinung war,
sein Auftrag bestünde nur darin, das nördliche Mexiko zu halten,
willigte ein,
und die mexikanischen Truppen verließen Monterrey am nächsten
Tag.
Erbitterte
Straßenkämpfe in Monterrey
Ampudia
gab seine Verluste während der drei Tage mit 367 Mann an,
Taylor meldete 120 Gefallene und 368 Verwundete.
Es wird vermutet, daß beide Seiten hier etwas untertrieben und
es mehr Verluste gab.
Taylor wurde wegen des eigenmächtigen Waffenstillstands in Washington
heftig kritisiert, und das Kriegsministerium hob ihn umgehend auf.
Doch bis diese Nachricht in Monterrey eintraf, war der Waffenstillstand
fast schon abgelaufen. Am 5. Juni 1846 war Brigadegeneral John E. Wool
von San Antonio
(de Bexar) mit seiner “Zentralarmee” (Army of the Center)
aufgebrochen,
eine Streitmacht von etwa 2000 Mann. Sein ursprüngliches Ziel war
Chihuahua,
doch unterwegs wurde er nach Parras umgeleitet, wo er, ohne auf Widerstand
zu stoßen,
am 5. Dezember eintraf und dem Kommando von Gen. Taylor unterstellt
wurde.
Das
Gefecht am Rio Sacramento
Kurz bevor Oberst Stephen W. Kearny am 25. September von Santa Fe nach
Kalifornien aufbrach, hatte er Oberst Alexander W. Doniphan befohlen,
mit den in Neu-Mexiko entbehrlichen Truppenteilen nach Chihuahua aufzubrechen
und sich dort den Truppen von General Wool anzuschließen.
Doch bevor Doniphan diesem Befehl folgen konnte, mußten erst kriegerische
Navajo-Indianer unterworfen werden. So brach er erst am 14. Dezember
in Valverde auf
und traf am 25. Dezember 1847 am Fluß Brazito (auch Bracito),
etwa 28 Meilen nordwestlich von El Paso del Norte auf überlegene
mexikanische Kräfte.
Ein Parlamentär forderte ihn auf, sich mit seinen Soldaten zu ergeben.
„Wenn Sie nicht gehorchen,“ sagte der mexikanische Offizier,“
dann werden wir angreifen und es wird kein Pardon gegeben.“ Die
lakonische Antwort von Doniphan war: „Greift an und geht zum Teufel.“
Es dauerte keine halbe Stunde, dann flohen die Mexikaner in alle Richtungen
und ließen 200 Gefallene und Verwundete zurück.
Oberst Doniphan verlor keinen Mann und hatte nur sieben Verwundete.
Zwei Tage später besetzte er El Paso, wo er auf das Eintreffen
der Artillerie warten mußte.
Am 8. Februar 1847 konnte Colonel (Oberst) Alexander W. Doniphan endlich
mit dem 1. Regiment Missouri Volunteers, das zur Armee Kearnys gehörte,
zusammen mit einem zivilen Wagentreck von rund 315 Fuhrwerken von El
Paso in Richtung Chihuahua aufbrechen. Seine Truppe von etwa 1.100 Mann
kam ungehindert bis etwa 15 Meilen vor Chihuahua.
Hier,
am Fluß Sacramento, den die Amerikaner überqueren mußten,
hatte der mexikanische General José A. Heredia eine starke Verteidigungslinie
aufgebaut.
Er standen etwa 1.200 Mann Kavallerie, 1.200 Mann Infanterie, 300 Artilleristen
und 1.420 schlecht ausgerüstete Freiwillige zur Verfügung.
Oberst Doniphan hatte durch Kundschafter davon erfahren und beschloß,
die Stellungen am 28. Februar zu umgehen und sie von der Seite anzugreifen.
Die Amerikaner konnten eine Attacke der mexikanischen Lanzenreiter mit
ihrer Artillerie abwehren, in die Stellungen der Mexikaner eindringen
und sie nach und nach aufrollen. Doch sie wurden von einer Geschützbatterie
auf einem Hügel im Süden weiter beschossen.
Der Kampf endete erst, als auch diese Stellung ausgeschaltet war. Die
Mexikaner flohen daraufhin in die nahen Hügel.

Oberst
Doniphan meldete später, daß es auf mexikanischer Seite etwa
300 Gefallene
und ebenso viele Verwundete gab und er 40 Gefangene machen und zehn
Geschütze erobern konnte.
An
eigenen Verlusten gab er zwei Gefallene und sieben Verwundete an.
Am 1. April zogen die Amerikaner in die Stadt Chihuahua ein.
Ein
weiteres Gebiet des nördlichen Mexikos war in amerkanischer Hand.
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