Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Unter Verwendung von Textauszügen und Abbildungen aus:
Michael Solka 1997, DER AMERIKANISCH-MEXIKANISCHE KRIEG
Dietmar Kügler 1979, DIE U.S.-KAVALLERIE



Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077 Manching





Amerikanisch - Mexikanischer Krieg
1846 - 1848


Gesamte Seiten: 6
Am Ende jeder Seite kann vor- und zurückgeblättert werden

»Texas war ursprünglich ein zur mexikanischen Republik gehörender Staat; es dehnte sich vom Sabine-Fluß im Osten bis zum Rio Grande im Westen, und vom Golf von Mexiko im Süden und Osten bis zum Gebiet der Vereinigten Staaten und New Mexico - damals ebenfalls ein mexikanischer Staat - aus. Ein großes Reich an Gebiet, besaß es doch nur eine spärliche Bevölkerung, bis sich Amerikaner dort niederließen, welche von Mexiko die Erlaubnis zur Kolonisierung erhalten hatten. Diese Kolonisten nahmen nur sehr wenig Rücksicht auf die oberste Regierung ... Bald darauf richteten sie ihre eigene unabhängige Regierung ein ... Schon bald darauf boten diese selben Leute, welche Texas mit Erlaubnis von Mexiko kolonisiert hatten, sobald sie sich stark genug fühlten, sich selbst und ihr Land den Vereinigten Staaten an, und im Jahre 1845 wurde dieses Anerbieten angenommen ... Was mich anbetraf, so war ich ein erbitterter Gegner der Maßregel und betrachte den daraus entstandenen Krieg bis auf den heutigen Tag als einen der ungerechtesten, die je von einer stärkeren Nation gegen eine schwächere geführt worden sind. In diesem Falle folgte eine Republik dem schlechten Beispiel europäischer Monarchien und nahm in dem Wunsche, weiteres Gebiet zu erwerben, keine Rücksicht auf die Gerechtigkeit.«
General U.S. Grant, MEMOIREN, 1886


Die Saat für den Krieg wird gelegt

In einer Schmiede in dem kleinen Ort Washington am Rio Brazos konstituierte sich das erste autonome Parlament von Texas, erklärte am 2. März 1836 die Unabhängigkeit von Mexiko und rief die Republik aus. Eine für die Dauer des Krieges amtierende Übergangsregierung unter dem kommissarischen Präsidenten David G. Burnet wurde eingesetzt.

Staatsrechtlich gesehen, handelte es sich bei dem Aufstand dieser mexikanischen Provinz um eine innenpolitische Affäre, noch dazu um Hochverrat. Wie war es dazu gekommen?

Das spanische Territorium Texas (Tejas) war zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur dünn besiedelt. Im Dezember 1820 erlaubte der spanische Gouverneur Antonio Martinez, der seinen Regierungssitz in San Antonio de Bexar hatte, dem Amerikaner Moses Austin die Ansiedlung von 300 Familien aus den Vereinigten Staaten, die sich entlang der Flüsse Brazos und Colorado niederlassen sollten.

Als Mexico 1821 ein unabhängiger Staat wurde, reiste Stephen F. Austin, der Sohn des Siedlungsgründers, nach Mexiko-Stadt, um sich von der neuen Regierung die Besitzrechte der Siedler bestätigen zu lassen.

Als er zurückkam, mußte er feststellen, daß viele Siedlungen von Indianern zerstört worden waren, da das mexikanischen Militär nicht in der Lage war, die Siedlungen zu schützen. Austin heuerte nun Schützen an, die später zu den berühmten „Texas Rangers“ werden sollten. Immer mehr amerikanische Siedler strömten in das Land, bis es 1835 etwa 30.000 waren.

Alle ausländischen Siedler, die nach Mexiko gekommen waren, hatten freiwillig die mexikanische Nationalität angenommen, um sich in Texas günstig ansiedeln zu dürfen. Sie mußten auch katholisch werden, aber dies wurde nicht allzu ernst genommen, Papier ist geduldig. Sie alle waren den dort geborenen, spanischstämmigen "Tejanos" gleichgestellt und lebten eigentlich mit diesen recht friedlich zusammen.


Die Staaten des nordöstlichen Mexiko nach 1824

Als Mexiko 1824 sein Staatsgebiet neu organisierte, verlor das Territorium Texas seine „Unabhängigkeit“, denn es wurde in den Staat Coahuila eingegliedert und erhielt die Bezeichnung „Coahuila y Tejas“. Die Verwaltung wurde von San Antonio de Bexar nach Saltillo, der neuen Hauptstadt im Süden verlegt. Von nun an begannen immer wieder bewaffnete Proteste.


Flagge
von Coahuila y Tejas



Um wieder die Trennung (1 Stern statt 2) zu dokumentieren, wurde die "Lone Star-Flagge" entworfen, auf die die Texaner noch heute stolz sind.








Als Santa Anna 1833 Präsident wurde, befürwortete er eine Ausweisung aller „Ausländer“.
Die als "Texianer" bekannten Rebellen fochten in erster Linie um rechtliche Belange, wollten mehr Unabhängigkeit von der schwerfälligen, starren Bürokratie des zentralistisch geleiteten Mutterlandes - und sie setzten sich für die „Freiheit“ ein, Sklaven halten zu dürfen.



So protestierten sie gegen den Diktator Präsident Santa Anna, der permanent die 1824 erlassene, demokratische Verfassung Mexikos verletzte. Darauf wies die Besatzung im Alamo symbolisch hin, indem sie neben anderen Fahnen die mexikanische Staatsflagge mit der aufgemalten Jahreszahl "1824" hißte. Natürlich strömten auch amerikanische Glücksritter ins Land, um Texas sang- und klanglos von Mexiko loszulösen.




Stephen F. Austin, ein Jurist und Landmakler, versuchte lange Zeit mit der mexikanischen Regierung zu verhandeln, doch ergebnislos. Die Stimmung bei den Texanern wurde immer aggressiver und der Ruf nach einem eigenen Staat immer lauter.



General Cós

Santa Anna sandte nun seinen Schwager, General Martin Perfecto de Cós nach San Antonio, um die Texaner zu entwaffnen und für Ruhe zu sorgen. Als Cós von einem Dorf namens Gonzales eine alte Kanone zurückverlangte, die zum Schutz gegen Indianerangriffe ausgeliehen worden war, erhielt er die Antwort: „Kommt und holt sie euch!“ Cós entsandte eine Abteilung von fünf Soldaten in das Dorf, um die Kanone zu holen. Doch die Bewohner hatten die Kanone vergraben.
General Cós reagierte sofort und kommandierte nun eine Abteilung von 100 Mann unter Leutnant (Teniente) Francisco Castaneda nach Gonzales, um die Kanone mit Gewalt abzuholen. Doch sie wurden bereits erwartet. Als die Abteilung am 2. Oktober 1835 am Fluß Guadalupe am Ortsrand auftauchte, hatten sich am anderen Ufer 160 Verteidiger versammelt. Zuvor war die Kanone wieder ausgegraben, auf zwei Räder montiert und geladen worden. Eine provozierende Flagge wurde gehißt - ein Schuß wurde abgefeuert und dabei ein mexikanischer Soldat getötet. Ein Texaner fiel vor Schreck vom Pferd und holte sich eine blutige Nase.
Dieser Schuß gilt als Beginn der texanische Revolution.


Flagge von Gonzales

Nun zog General Cós im Oktober 1835 mit 1.200 Soldaten nach San Antonio und brachte die Stadt unter militärische Kontrolle.
Am 5. Dezember 1835 griffen 200 Freiwillige unter Ben Milam den Ort San Antonio an und verwickelten die Mexikaner in Straßenkämpfe, für die die Soldaten nicht ausgebildet waren. Cós mußte sich schließlich am 9. Dezember ergeben und zog sich wieder über den Rio Grande zurück. 200 Mexikaner waren gefallen, die Texaner beklagten 20 Gefallene. Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) James C. Neill, der etwa 80 schlecht ausgerüstete Soldaten befehligte, übernahm die Garnison San Antonio.

Diese Niederlage der Mexikaner sollte nicht ohne Folgen bleiben.



Die „glorreichen 13 Tage“

Am 27. Januar 1836 hatte Sam Houston, der Kommandeur der Revolutionstruppen, Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Jim Bowie mit 25 Mann nach San Antonio beordert, um dort die Festung Alamo zu zerstören und sich mit den von den Mexikanern eroberten 24 Kanonen nach Osten zurückzuziehen. Bowie stammte aus San Antonio und war mit der Gegend vertraut.

          (Anmerkung zu den Dienstgraden:
          Die amerikanischen Dienstgrade Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) und Colonel (Oberst) werden beide mit „Colonel“ angesprochen,
          so daß in der Literatur häufig der Dienstgrad Colonel angegeben wird, der eigentliche militärische Rang aber tatsächlich Oberstleutnant ist.
)
 
Vor Ort war dann Bowie zusammen mit Oberstleutnant James C. Neill der Meinung, daß es nicht möglich wäre, die schweren Kanonen abzutransportieren und fanden es nicht sinnvoll, so viel Feuerkraft nicht zu nutzen. Bowie wollte ja seine Heimat verteidigen und er wußte, daß hier der geeignete Ort war, um die Mexikaner so lange wie möglich aufzuhalten, um es Sam Houston zu ermöglichen, im Hinterland seine Truppen aufzustellen und zu sammeln.

Der Vizekönig von Mexiko hatte 1716 den Franziskanern den Bau der Missionsstation San Antonio de Valero genehmigt, aber mit dem Bau der San Antonio-Kirche konnte erst 1744 begonnen werden. Nachdem die Kirche zweimal eingestürzt war, wurde das Gelände der Gemeinde übergeben und die religiösen Gegenstände in die Kirche San Fernando nach San Antonio gebracht

Im Jahre 1803 wurde die Missionsstation als Kaserne für die 2. Schnelle Kompanie (Lanzenreiter) von San Carlos de Parras der spanischen Armee ausgebaut und erhielt von dieser den Namen „El Álamo“ (span.: Pappel). Diese Kompanie blieb bis 1825, danach war der Alamo wieder verlassen.

Als General Cós im Oktober in San Antonio einrückte, begann er sofort mit dem Ausbau der Anlage zu einer Festung, die er aber am 9. Dezember aufgeben mußte.

Auch Bowie und Neill machten sich umgehend an den Wiederaufbau der teilweise zerstörten Festung, doch reiste Oberstleutnant Neill kurz darauf ab, um seinem kranke Frau zu besuchen. Am 2. Februar traf Oberstleutnant William Travis mit einer Schwadron Kavallerie ein, so daß sich die Zahl der Verteidiger auf 130 Mann erhöhte.

Als man vom Vorrücken General Santa Annas erfuhr, schrieb Travis einen Brief nach dem anderen, in denen er inständig um Verstärkung bat. Dabei wurde auch das Führungsproblem gelöst. Travis erhielt das Kommando über die regulären Truppen und Bowie übernahm den Befehl über die Freiwilligen.

Am frühen Morgen des 23. Februar war vor San Antonio mexikanische Kavallerie aufgetaucht. Fast 1.500 Mann. Hufschlag dröhnte dumpf durch den Morgen. Hohe Helme mit Messingbeschlägen und die blanken Spitzen scharfgeschliffener Lanzen glitzerten in der Frühsonne. Mexiko hatte die Herausforderung seiner rebellischen Provinz angenommen. Der Kavallerie folgten nur wenig später Infanterie und Artillerie.





Festung Alamo

(Da nur noch die Kirche steht, gibt es mehrere Rekonstruktionsversuche über das Aussehen)

 

 

 

 

 

 

Angeführt wurde die Truppe vom Staatspräsidenten General Santa Anna persönlich, der seine gesamte Amtsautorität, sein ganzes nationales Ansehen in die Waagschale warf, um die Texaner zu unterwerfen und als Triumphator nach Mexico City zurückkehren zu können. Mit einer Armee von fast 6000 (nach anderen Quellen 8000) Mann, darunter viele ausländische Abenteurer aus Europa und Amerika, zog „El Presidente“ mit klingendem Spiel einer Militärkapelle in den Ort San Antonio.

Er forderte Travis auf, die Festung zu übergeben und erhielt als Antwort einen Schuß aus der einzigen 18-Pfünder-Kanone des Forts. Santa Anna begann nun die Belagerung der Festung und hißte auf dem Kirchturm der San Fernando-Kirche eine scharlachrote Fahne – „kein Pardon“ - und befahl seinen Offizieren, keine Gefangenen zu machen.

Jetzt begann ein zermürbender, erbitterter Kampf, der mit unglaublicher Härte und Zähigkeit geführt wurde. Tag und Nacht griffen Artillerie und Schützen der Mexikaner an. Santa Annas Ziel war es, den Texanern nicht eine Minute der Ruhe zu gönnen. Sie sollten vor Erschöpfung nicht mehr kämpfen können.

Der ständige Kampfeslärm hatte aber auch zur Folge, daß Melder unerkannt aus und in das Fort kommen konnten, und es gelang so, noch am 1. März eine Verstärkung aus Gonzales (32 Männer) in die Festung zu bringen.



Der letzte Brief von Travis schloß mit den Worten
„Victory or Death“ (Sieg oder Tod)



 

Im Verlauf der Belagerung befanden sich nach amtlichen, aber unzuverlässigen Angaben 189 Verteidiger im Alamo, davon 28 Offiziere, 30 Freiwillige aus South Carolina (unter William B. Travis), 15 Freiwillige aus Tennessee (unter David Crockett), 32 Freiwillige aus Gonzales und 81 weitere Soldaten, die aus verschiedenen europäischen Staaten (England, Schottland, Irland, Deutschland) und amerikanischen Staaten kamen. Inzwischen geht man von 250 – 257 Verteidigern aus.

Die Texaner hinter den Adobelehmmauern waren gewillt, sich an ihren Schlachtruf »Sieg oder Tod« zu halten. Als David Bowie erkrankte und bettlägerig wurde, übernahm Travis das Kommando über alle Soldaten. Ständig wurden die Verteidiger der Festung dezimiert. Aber die Übriggebliebenen gaben nicht auf.



5. März 1836
An die Generale, Stabschefs und Kommandeure:
Die Zeit ist gekommen, um dem Feind, der die Festung Alamo besetzt hat, einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Deshalb hat Seine Exzellenz, der Oberbefehlshaber, beschlossen, daß sich morgen früh um 4:00 Uhr die Angriffskolonnen bis auf Musketenschußweite den vordersten Verteidigungsstellungen nähern, bereit für den Angriff, dessen Beginn mit einem Hornsignal der Nordbatterie angezeigt wird. ...


So beginnt der Befehl des General Santa Anna für die Erstürmung des Forts am 6. März 1836 nach dreizehntägiger Belagerung. Ab 1:00 Uhr morgens marschierten und ritten etwa 1.400 Soldaten in die vorgesehenen Positionen.






Aus dem Nordwesten: General Martín Perfecto de Cós mit 200 Füsilieren und Musketieren des Aldama Bataillons und 100 Füsilieren der San Luis Potosi Miliz.
Aus dem Norden: Coronel (Oberst) Francisco Duqué mit dem Toloca Bataillon (ohne Grenadiere) und drei Füsilierkompanien, insgesamt etwa 400 Mann.
Aus dem Nordosten: Coronel (Oberst) José María Romero mit Füsilierkompanien des Matamoros und des Jiminez Bataillons, etwa 300 Mann.
Aus dem Süden: Coronel (Oberst) Juan Morales mit 3 Musketierkompanien der Bataillone Matamoros, Jiminez und San Luis, insgesamt etwa 100 Mann.
Das Kavallerie-Regiment Dolores mit 290 Soldaten war mit Sicherungsaufgaben betraut.

Anmerkung:
Je nach Quelle werden unterschiedliche Zahlen genannt, wobei wahrscheinlich die Soll- und Iststärken stark variieren.
Die Mexikaner selbst gehen von 1.400 Mann aus.





Um 5:00 Uhr ertönte das Hornsignal zum Angriff mit der von den Spaniern übernommenen maurischen Melodie „Deguello“. Hauptmann Juan Seguin's Tejanos - die einheimischen Mexikaner, die in der texanischen Armee kämpften - erklärten den anderen Verteidigern die Bedeutung dieser entmutigenden Melodie - „Keine Gnade!“

Die Texaner schlugen den Angriff zweimal zurück, doch um 6:30 Uhr war der ungleiche Kampf beendet, die letzten Verteidiger waren gefallen. Aber um welchen Preis! Als Santa Anna in die Festung einritt, wußte er, daß der Sieg teuer erkauft worden war. Er hatte etwa 600 Mann verloren, die Besten seiner Armee. Die übrigen waren demoralisiert und geschockt von der Zähigkeit und der Kampfbereitschaft der texanischen Rebellen.

Der „Ausländer“ Davy Crockett wurde lebend gefaßt und sofort exekutiert, die Verwundeten und Gefallenen auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Nur etwa 17 Personen blieben im Fort am Leben, die nicht an den Kämpfen teilgenommen hatten. Als Santa Anna die Ruinen des Alamo hinter sich ließ und weiterzog, marschierte er geradewegs in die Niederlage.












Die Ruine der San Antonio-Kirche wurde nach der Niederlage mehrmals verkauft, bis sie Anfang 1900 von den “Töchtern der Republik Texas“ (eine patriotische Vereinigung) restauriert und zu einem nationalen Denkmal umgebaut wurde.








Texas wird unabhängige Republik

Während Stephen Austin vergeblich versuchte, die Vereinigten Staaten zur Hilfe für Texas zu bewegen, organisierte und drillte Sam Houston in verzweifelter Hast seine Truppen. Am 20. März 1836 gelang der mexikanischen Armee ein erneuter Erfolg. Mexikanische Kavallerie unter General José Urrea zwang bei Goliad texanische Einheiten zur Kapitulation, mit der Zusage, die Unterlegenen als Kriegsgefangene zu behandeln. Kaum hatten die Texaner ihre Waffen abgelegt, ließ Urrea sie zusammentreiben und das Feuer auf sie eröffnen. Alamo und Goliad wurden zu Symbolen für den texanischen Freiheitswillen. Vor allem die heldenhafte Verteidigung von Alamo sorgte für erheblichen Zulauf für Houstons Freiheitsarmee.

Mit dem Schlachtruf »Rache für Alamo! Rache für Goliad!« zogen die Texaner der Armee Santa Annas entgegen. Am 21. April 1836 prallten die ungleichen Truppen an dem kleinen Fluß San Jacinto aufeinander. Die Mexikaner wurden von der Wucht des texanischen Angriffs völlig überrascht. Nach zwanzig Minuten war alles vorbei. Ein mittleres Wunder war vollbracht. Die mexikanische Armee war geschlagen. Nur sechs Texaner hatten den Tod gefunden. Einer der Gefangenen war der mexikanische Staatspräsident Santa Anna, der vor Sam Houston die Kapitulation erklärte und die Republik Texas als unabhängigen Staat anerkannte.

Im September 1836 fanden die ersten freien Wahlen in Texas statt. Der Sieger von San Jacinto, Sam Houston, ging als Gewinner daraus hervor und wurde der erste Präsident der Republik Texas. Unmittelbar darauf stellte Texas den Antrag, Mitglied der USA zu werden. Die Texaner waren sich sehr wohl darüber im klaren, daß sie langfristig wirtschaftlich, militärisch und politisch als autonomer Staat viel zu schwach waren und einem erneuten Vorstoß der Mexikaner- und damit war zu rechnen, da es starke Kräfte in Mexiko gab, die die Niederlage gegen die texanischen Kolonisten als nationale Demütigung empfanden, die wettgemacht werden mußte - nicht würden standhalten können.

Der Antrag um Aufnahme in die Staatengemeinschaft der USA ließ Texas für Jahre zu einem Zankapfel der amerikanischen Innenpolitik werden. Der Antrag wurde abgelehnt. Bereits in den 30er Jahren begann die Sklavenfrage in Amerika zunehmend die verschiedenen politischen Strömungen zu bewegen. Texas war ein Sklavenstaat, in dem um 1836 fast 5000 Sklaven lebten. Im Norden der USA aber begannen die Parteigänger der Whigs (später Republikaner) mit zunehmender Schärfe die Sklaverei zu bekämpfen und gegen die sklavenhaltenden Südstaaten und ihre Parlamentsvertreter aus der Demokratischen Partei zu agitieren.

Der Norden befürchtete zu Recht, daß Texas die Front der Sklavenstaaten im Süden entscheidend verstärken würde - was auf die Stimmenverhältnisse im Parlament in Washington Auswirkungen haben würde -, während der Süden die Aufnahme von Texas in den Staatsverband befürwortete. Mehr und mehr Siedler strömten nach Texas, während der Streit um die Annexion dieses Territoriums in den USA immer heftiger geführt wurde. Mexiko, das seine Hoffnung auf die Rückeroberung der unbotmäßigen Provinz noch nicht begraben hatte, drohte der Regierung in Washington Folgen für den Fall an, daß Texas in die Vereinigten Staaten aufgenommen werden würde.

Die Flaggen der Republik Texas

Zavala-Flagge - Mai – Nov. 1836
Burnet-Flagge - Dez. 1836 – 1839
Lone-Star Flagge - ab Januar 1839


Während die Spannungen zwischen Mexiko und den USA wuchsen, begann Mexiko ganz offen mit einer Politik der Nadelstiche gegen Texas und Amerika. Die Schmach der Niederlage war schnell vergessen und wich zunehmender Arroganz und unverfrorener Verstöße gegen die texanische Grenze. Mexikanische Guerillas fielen in Texas ein. Schießereien an der Grenze waren an der Tagesordnung. Es war unübersehbar, daß Mexiko an einem erneuten Krieg mit Texas interessiert war, sicher, sich das verlorengegangene Territorium auf diese Weise wieder aneignen zu können.

Im Jahre 1840 wurden amerikanische Händler und Kolonisten im mexikanischen Kalifornien grundlos verhaftet, ohne Prozeß eingesperrt, mißhandelt und aus dem Land gejagt. Händler, die mit einer Wagenkolonne von Texas aus nach Santa Fe zogen, dem alten Handelsplatz der Pelzjäger, Goldsucher, Indianer und Pioniere, wurden im Juni 1841 festgenommen, des illegalen Eindringens in die mexikanische Provinz New Mexico bezichtigt, in einem barbarischen Fußmarsch quer durch das glühend heiße Land südwärts getrieben und in Mexico City eingekerkert. Mehrere der Gefangenen kamen bei diesem Marsch ums Leben.

Im Dezember 1841 wurde Samuel Houston zum zweitenmal zum Präsidenten von Texas gewählt. Er betrieb sofort wieder mit aller Energie den Anschluß an die USA, denn er sah die Gefahr, in der Texas schwebte. Eine Gefahr, die täglich wuchs. In Washington waren die Sympathisanten des Anschlusses nicht untätig gewesen, so daß das Aufnahmebegehren der Texaner diesmal positiveren Widerhall fand. Die Zeichen standen auf Sturm. 1843 kündigte Mexiko, erneut unter der Regierung von Santa Anna, den USA eine Kriegserklärung an, falls Texas annektiert werden sollte. Als im Juni 1844 der texanische Antrag wiederum im Parlament scheiterte, wurde die Texas-Frage zum Kernpunkt des bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfes. Die politischen Wogen schlugen hoch. Die USA befanden sich in keiner sehr günstigen Lage. Während Texas auf seinen Anschluß an die USA drängte, was zu beträchtlichen Auseinandersetzungen mit Mexiko im Süden führen mußte, meldete im Norden, von Kanada aus, England Ansprüche auf das Oregon-Territorium an.

»Ganz Oregon und ganz Texas den Vereinigten Staaten«
Mit dieser Losung zog der Kandidat der Demokratischen Partei James K. Polk in den Wahlkampf und wurde zum Präsidenten gewählt. Damit war der Weg in einen der umstrittensten Kriege in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika gewiesen. Unter dem Eindruck der veränderten politischen Verhältnisse, beschloß der Kongreß am 1. März 1845 die Aufnahme von Texas als 28. Staat der USA. Am 4. März 1845 trat Polk sein Amt an, und drei Wochen darauf brach Mexiko alle Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab und begann, Kriegsvorbereitungen zu treffen.

 

Der Krieg beginnt


 

 

 

Als Anson Jones, der letzte Präsident von Texas am 1. März die „Lone Star“-Flagge niederholte und die „Stars and Stripes“ hißte, brach Mexiko die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab. Es hatte zugestimmt, Texas nur anzuerkennen, wenn dieses ein unabhängiger Staat bliebe.

Außerdem betrachtete es den Fluß Nueces als seine Grenze, während Texas das Land bis zu Rio Grande beanspruchte.

Da dies von der amerikanischen Regierung schon lange erwartet worden war, war General Zachary Taylor bereits 1845 an den Nueces beordert worden, wo er bis August 1845 mit seiner „Beobachtungsarmee“ (Army of Observation) ein Militärlager am Strand des Dorfes Corpus Christi errichtet hatte.


 

 


 

 

 

 

 

 

Der Aufbruch nach Mexiko: Infanterie in Exeter, New Hampshire, 1846.
(Joel Snyder Collection, Arlington Heights, Illinois)

 

 

 

 

 

 


Das Camp von Corpus Christi

Hier blieb die Armee bis März 1846. Da die Vereinigten Staaten den Anspruch von Texas bezüglich der südlichen Grenze übernommen hatten, befahl Präsident Polk nun General Taylor, bis zum Rio Grande vorzurücken und das umstrittene Gebiet zu besetzen.

Ein junger Leutnant dieser Armee, Ulysses S. Grant, schrieb später, daß er den mexikanischen Krieg zutiefst verabscheute, aber nicht den moralischen Mut hatte, seinen Dienst zu quittieren.

Am 8. März 1846 begann die Beobachtungsarmee ihren Marsch in Richtung Rio Grande. Das Wasser war knapp, und der Marsch mußte sich an den Entfernungen der Wasserlöcher orientieren. Zu dieser Zeit gab es zwischen dem Nueces und den Rio Grande nicht ein einziges Dorf..

Am Morgen des 28. März 1846 erreichte die Streitmacht den großen Fluß, und Taylor sandte einen seiner Offiziere über den Rio Grande nach Matamoros, um dem mexikanischen Ortskommandanten den Grund seines Hierseins zu erklären.

Doch der mexikanische Kommandant, der die amerikanischen Truppen als Eindringlinge ansah, forderte das sofortige Einholen der amerikanischen Flagge auf mexikanischem Boden. Jenseits des Flusses sahen die Amerikaner deutlich, daß mexikanische Soldaten und Zivilisten zur Verstärkung des vorhandenen Fort Casamata zusätzliche Erdwerke bauten und Geschütze in Stellung brachten.

 


 

Fort Casamata (Matamoros)

Jeden Morgen sahen die Amerikaner nun, wie die Mexikaner neue Brustwehren am Ortsrand von Matamoros aufwarfen, und General Taylor beschloß schließlich, sich ebenfalls zu verschanzen, und begann, gegenüber dem mexikanischen Ort ein Erdwerk zu errichten, das den Namen Fort Texas erhielt.

Als ein Adjutant des Generals Pedro de Ampúdia erschien und den Rückzug der amerikanischen Truppen forderte, antwortete Taylor, daß er nicht die Absicht hätte, sich zurückzuziehen, und daß das Gebiet nördlich des Rio Grande als Teil der Vereinigten Staaten zu betrachten sei.

 

 

Das gespannte Verhältnis erreichte einen Höhepunkt, als mexikanische Truppen von beachtlicher Stärke (etwa 1.600 Kavalleriesoldaten) nördlich und südlich von Fort Texas den Fluß überschritten. Zur Beobachtung der feindlichen Bewegungen wurde nun das 2. Dragonerregiment eingesetzt, das einen hervorragenden Ruf hatte. Taylor befürchtete nämlich, daß der neue Kommandeur der Mexikaner, General Mariano Aristo, versuchen würde, ihn von seinen Versorgungslinien nach Point Isabel und Brazos Santigao abzuschneiden, wo eine kleine amerikanische Flotte ankerte.

Am 24. April 1846 wurden zwei Dragonerkompanien unter Hauptmann (Captain) Seth B. Thornton bei La Rosita oberhalb von Fort Texas von 500 Kavalleristen unter General Anastasio Torrejón überrascht, eingekesselt und geschlagen. Die Amerikaner erlitten 63 Verluste (Gefallene, Verwundete und Gefangene). Daraufhin schrieb General Taylor an Präsident Polk, daß man nun „die Feindseligkeiten als eröffnet betrachten könne“.

Polk, der sich anschickte, dem Kongreß eine Kriegserklärung abzuringen, schrieb nun, daß „trotz der Bemühungen ihn zu vermeiden, nun ein Kriegszustand existiere“. Viele Verfechter der Sklavenbefreiung (Abolitionisten) stimmten einer Kriegserklärung nicht zu, denn sie sahen den Kampf als einen Versuch des Südens, die Sklaverei auszudehnen. Ein junger Kongreßabgeordneter aus Illinois namens Abraham Lincoln brachte sogar einen Eilbeschluß in das Unterhaus (House of Representatives) ein, in dem gefordert wurde, daß Polk eingestehen sollte, daß der Angriff nicht auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten stattgefunden habe.

Inzwischen erreichten Taylor am Rio Grande Gerüchte, die sich später als falsch erweisen sollten, daß die amerikanische Nachschubbasis in Point Isabel angegriffen würde. Ohne Zögern ergriff er nun Maßnahmen und zog am 1. Mai mit der Masse seiner Armee (2.300 Mann) nach Point Isabel, um diesen lebenswichtigen Hafen zu entsetzen.

Im Fort Texas ließ er Major Jacob Brown und 500 Mann des 7. Infanterieregiments sowie eine kleine Abteilung Artillerie zurück.





Armierungsplan Fort Texas


Bastion Nr. 1 Capt. Edgar S. Hawkins mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 2 Capt. Francis Lee mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 3 Capt. Washington Seawell mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 4 Capt. Dixon I. Miles mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 5 Capt. Theophilus S. Holmes
mit Teilen des 7. Infanterieregiments
Bastion Nr. 6 Capt. Allan Lowd mit der I-Kompanie des 2. Artillerieregiments





 

 

 

 

 

 

 

Mit einem Tagesmarsch von 18 Meilen war es General Taylor möglich, die 26 Meilen entfernte Küste in den Mittagstunden des nächsten Tages zu erreichen, wo er zu seiner Überraschung feststellten mußte, daß weit und breit keine mexikanischen Soldaten in Sicht waren.

Als die Sonne am nächsten Morgen über dem Golf aufging, konnten die Soldaten aus dem Südwesten fernen Donner hören. Dies konnte nur einen Angriff auf das Fort Texas bedeuten, das später in Fort Brown umbenannt wurde.

 

 

 

 

 

 

Die Schlacht von Palo Alto

Am 7. Mai wollte General Taylor mit etwa 2.200 Mann und 250 Bagagefuhrwerken dem Fort zu Hilfe eilen, doch auf halbem Wege stießen die Amerikaner am 8. Mai auf den Feind, eine mexikanische Streitmacht von ungefähr 3.460 Mann (nach anderen Quellen 6.000 Mann), die von General Mariano Arista kommandiert wurde. Seine rechte Flanke lehnte sich an eine Höhe an, die Palo Alto genannt wurde (in der Nähe des heutigen Brownsville). Taylor begann sofort, seine Truppen für die Schlacht zu formieren, die Infanterie stürmte um 14:00 Uhr in Linie vorwärts. Als sie etwa 700 Yards vor den feindlichen Linien waren, fing die mexikanische Artillerie zu schießen an. Die erste Schlacht des amerikanisch-mexikanischen Krieges hatte begonnen.

Zum Erstaunen der Soldaten schossen die Mexikaner viel zu kurz, die Kugeln schlugen vor den Linien in die Prärie ein. Nun war der Augenblick für die amerikanische Artillerie gekommen. Taylor testete hier die sogenannte „schnelle Artillerie“, die von Major Samuel Ringgold (während der Schlacht gefallen) entwickelt worden war. Dabei wurden die 6 Pfünder-Kanonen auf leichte Lafetten gesetzt und von speziell abgerichteten Gespannen und gut ausgebildeten, berittenen Artilleristen manövriert. So konnten sie doppelt so schnell feuern wie ihre Gegner.


 

 

Schlachtskizze

Arista wollte die Amerikaner umgehen und ihre Nachschubfahrzeuge erbeuten, doch Taylor schob seine schnelle Artillerie an die betroffene Flanke und eröffnete das Feuer auf die mexikanische Kavallerie, die dabei einen hohen Blutzoll zahlen und sich zurückziehen mußte.

Während die beiden Armeen erbittert miteinander rangen, fing das Präriegras Feuer und dichter Rauch behinderte die Sicht. Als sich der Qualm endlich verzogen hatte, setzte die Dämmerung ein und beendete das Blutvergießen. Die Mexikaner zogen sich in der Dunkelheit zurück. Der Sieg (eigentlich ein Unentschieden) wird dem effektvollem Einsatz der Artillerie zugeschrieben.

Bei den Amerikanern gab es 9 Gefallene und 47 Verwundete, die Verluste der Mexikaner betrugen etwa 700 Mann, davon 320 Gefallene

(Anmerkung: Je nach Quelle variieren die Verlustzahlen auf beiden Seiten. Dies trifft auch auf die Zahlen der anderen Schlachten zu).


 

 


 

 

 

General Taylor auf seinem Schimmel „Old Whitey“ während der Schlacht (Ausschnitt aus einem Gemälde)

 

 

 

 

 

Präsident James K. Polk beschuldigte jetzt Mexiko, in amerikanisches Staatsgebiet eingedrungen zu sein, und am 13. Mai 1846 erklärte der Kongreß Mexiko offiziell den Krieg.

 

 

Das Gefecht von Resaca de la Palma

Am nächsten Morgen rief General Taylor seine Offiziere zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Obwohl sieben seiner zehn Offiziere dafür waren, sich zu verschanzen und auf Verstärkung zu warten, entschloß sich Taylor, doch weiter vorzurücken, um wie geplant, das Fort Texas zu entsetzen.

Er setzte seinem Marsch in Richtung Rio Grande fort und traf in einiger Entfernung am 9. Mai wieder auf die Mexikaner, die sich in einem trockenem Flußbett, das als Resaca de la Palma bekannt war, gut verschanzt, aber noch nicht komplett formiert hatten. Taylor griff diesmal hauptsächlich mit seiner Infanterie an, wobei aber die Dragoner auch eine wichtige Rolle spielten. Sie drangen in das Zentrum der mexikanischen Linien ein und eroberten einige Geschütze, die sie aber nicht halten konnten, so daß erst schnell herbeigeeilte Infanterie die Kanonen gänzlich ausschalten konnten. Den Dragonern war es aber gelungen, den mexikanischen General Romualdo Diaz de la Vega gefangenzunehmen, der tapfer versucht hatte, ein Geschütz zu verteidigen.

Den Infanteristen gelang es daraufhin, die feindliche rechte Flanke einzudrücken, die mexikanische Verteidigungslinie brach zusammen, die Soldaten flohen. Nun begann eine wilde Verfolgung in Richtung Rio Grande, den die Mexikaner zwar gewannen, doch viele Soldaten ertranken bei der Überquerung des Flusses.



Dragoner im Kampf um die Geschützstellungen

Bei den Amerikanern gab es 33 Gefallene und 89 Verwundete. In General Aristas offiziellem Bericht werden 160 mexikanische Gefallene, 228 Verwundete und 159 Vermißte genannt, die Amerikaner nehmen aber an, daß es auf mexikanischer Seite gut über Tausend Verluste gab.

Taylor mußte nun bis zum 18 Mai auf Boote warten, um über den Rio Grande zu setzen. Als er schließlich mit seiner „Besatzungsarmee“ (Army of Occupation) in Matamoros einzog, waren die Mexikaner in das Innere des Landes abgerückt. Sein nächstes Ziel war jetzt Monterrey, aber er wußte, daß es auf der direkten Überlandroute zu wenig Wasser und Verpflegung für seine Truppen gab. So wartete Taylor bis August auf das Eintreffen von Dampfschiffen, mit denen er seine Truppen dann etwa 130 Meilen flußaufwärts nach Camargo brachte.
Inzwischen waren Tausende von Freiwilligen in Matamoros eingetroffen, aber Krankheiten und logistische Überlegungen zwangen Taylor, nur mit etwas mehr als 6.000 Mann in Richtung Monterrey aufzubrechen.

 

 

Die Schlacht um Monterrey

Taylors Truppen brachen Ende August von Camargo auf, erreichten Monterrey am 21. September und begannen sofort, die Stadt anzugreifen.

Die gut befestigte Stadt wurde von etwa 7.300 bis 9.000 mexikanischen Soldaten der Nordarmee unter dem Kommando von General Pedro de Ampudia verteidigt. Dieser hatte zwar von Santa Anna den Befehl erhalten, sich bis nach Saltillo zurückzuziehen, um eine neue Verteidigungslinie aufzubauen, doch er sah hier die Gelegenheit, einen Sieg zu erringen. Unterstützt wurde er dabei von einer Elite-Artilleriekompanie, den irisch-amerikanischen „San Patricios“, die auf mexikanischer Seite kämpften.

Drei Tage lang versuchten nun die amerikanischen Truppen, die Stadt einzunehmen, doch ohne Erfolg. Der heftige Widerstand riß einige Lücken in den amerikanischen Reihen, deren Artillerie nicht in der Lage war, Breschen in die Mauern der zahlreichen Forts und Befestigungen zu schießen.

Schließlich gelang es ihnen doch, nahe genug an die Stadt zu kommen, um ihr einziges Belagerungsgeschütz, eine alte 32 Pfund-Haubitze aus napoleonischer Zeit, einzusetzen und in die Stadt zu schießen.




Die Beschießung von Monterrey


In der Nacht des 23. September begann ein erneuter Sturmangriff der Amerikaner, der jedoch zurückgeschlagen wurde.

Erst unter Einsatz eines Mörsers gelang es Taylor, die mexikanischen Truppen auf den Hauptplatz der Stadt zurückzudrängen.

Am 24. September 1846 bot General Ampudia die Kapitulation unter den Bedingungen an, daß seine Truppen sich ungehindert zurückziehen dürften und daß ein achtwöchiger Waffenstillstand beschlossen würde.

Taylor, der der Meinung war, sein Auftrag bestünde nur darin, das nördliche Mexiko zu halten, willigte ein, und die mexikanischen Truppen verließen Monterrey am nächsten Tag.

 

 

 

Erbitterte Straßenkämpfe in Monterrey

Ampudia gab seine Verluste während der drei Tage mit 367 Mann an, Taylor meldete 120 Gefallene und 368 Verwundete. Es wird vermutet, daß beide Seiten hier etwas untertrieben und es mehr Verluste gab.

Taylor wurde wegen des eigenmächtigen Waffenstillstands in Washington heftig kritisiert, und das Kriegsministerium hob ihn umgehend auf. Doch bis diese Nachricht in Monterrey eintraf, war der Waffenstillstand fast schon abgelaufen.

Am 5. Juni 1846 war Brigadegeneral John E. Wool von San Antonio (de Bexar) mit seiner “Zentralarmee” (Army of the Center) aufgebrochen, eine Streitmacht von etwa 2000 Mann. Sein ursprüngliches Ziel war Chihuahua, doch unterwegs wurde er nach Parras umgeleitet, wo er, ohne auf Widerstand zu stoßen, am 5. Dezember eintraf und dem Kommando von Gen. Taylor unterstellt wurde.

 

 

Das Gefecht am Rio Sacramento

Kurz bevor Oberst Stephen W. Kearny am 25. September von Santa Fe nach Kalifornien aufbrach, hatte er Oberst Alexander W. Doniphan befohlen, mit den in Neu-Mexiko entbehrlichen Truppenteilen nach Chihuahua aufzubrechen und sich dort den Truppen von General Wool anzuschließen. Doch bevor Doniphan diesem Befehl folgen konnte, mußten erst kriegerische Navajo-Indianer unterworfen werden. So brach er erst am 14. Dezember in Valverde auf und traf am 25. Dezember 1847 am Fluß Brazito (auch Bracito), etwa 28 Meilen nordwestlich von El Paso del Norte auf überlegene mexikanische Kräfte.

Ein Parlamentär forderte ihn auf, sich mit seinen Soldaten zu ergeben. „Wenn Sie nicht gehorchen,“ sagte der mexikanische Offizier,“ dann werden wir angreifen und es wird kein Pardon gegeben.“ Die lakonische Antwort von Doniphan war: „Greift an und geht zum Teufel.“ Es dauerte keine halbe Stunde, dann flohen die Mexikaner in alle Richtungen und ließen 200 Gefallene und Verwundete zurück. Oberst Doniphan verlor keinen Mann und hatte nur sieben Verwundete. Zwei Tage später besetzte er El Paso, wo er auf das Eintreffen der Artillerie warten mußte.

Am 8. Februar 1847 konnte Colonel (Oberst) Alexander W. Doniphan endlich mit dem 1. Regiment Missouri Volunteers, das zur Armee Kearnys gehörte, zusammen mit einem zivilen Wagentreck von rund 315 Fuhrwerken von El Paso in Richtung Chihuahua aufbrechen. Seine Truppe von etwa 1.100 Mann kam ungehindert bis etwa 15 Meilen vor Chihuahua.

Hier, am Fluß Sacramento, den die Amerikaner überqueren mußten, hatte der mexikanische General José A. Heredia eine starke Verteidigungslinie aufgebaut. Er standen etwa 1.200 Mann Kavallerie, 1.200 Mann Infanterie, 300 Artilleristen und 1.420 schlecht ausgerüstete Freiwillige zur Verfügung.

Oberst Doniphan hatte durch Kundschafter davon erfahren und beschloß, die Stellungen am 28. Februar zu umgehen und sie von der Seite anzugreifen. Die Amerikaner konnten eine Attacke der mexikanischen Lanzenreiter mit ihrer Artillerie abwehren, in die Stellungen der Mexikaner eindringen und sie nach und nach aufrollen. Doch sie wurden von einer Geschützbatterie auf einem Hügel im Süden weiter beschossen. Der Kampf endete erst, als auch diese Stellung ausgeschaltet war. Die Mexikaner flohen daraufhin in die nahen Hügel.

 

 

Oberst Doniphan meldete später, daß es auf mexikanischer Seite etwa 300 Gefallene und ebenso viele Verwundete gab und er 40 Gefangene machen und zehn Geschütze erobern konnte.

An eigenen Verlusten gab er zwei Gefallene und sieben Verwundete an.
Am 1. April zogen die Amerikaner in die Stadt Chihuahua ein.

Ein weiteres Gebiet des nördlichen Mexikos war in amerkanischer Hand.

 

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