Mit
freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Unter Verwendung von Textauszügen und Abbildungen aus:
©
Michael
Solka 1997, DER AMERIKANISCH-MEXIKANISCHE KRIEG
©
Dietmar
Kügler 1979, DIE U. S. - KAVALLERIE
Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077
Manching
Amerikanisch
- Mexikanischer Krieg
1846 - 1848
Seite
3
Der
siegreiche Scott wird von seinen Soldaten bejubelt
Bei den Dörfern Contreras und Padierna südwestlich von Mexiko-City
stieß Scott am 18. August 1847 wieder auf mexikanische Truppen.
Den
4.500 amerikanischen Soldaten unter der Führung von General Winfield
Scott,
der die Schlacht als Beginn der Endphase des Krieges sah,
standen 7.000 Mexikaner unter dem Befehl von General Antonio López
de Santa Anna gegenüber.
Die mexikanischen Truppen hatten strategisch wichtige Punkte auf Hügeln
über dem Schlachtfeld besetzt
und befestigt und die Straße nach Mexiko-Stadt blockiert. Sie
verteidigten sich zunächst erfolgreich;
als sie aber am 20. August bei Tagesanbruch von zwei Seiten zugleich
angegriffen wurden, mußten sie überstürzt fliehen.
Auf mexikanischer Seite gab es 700 Tote und Verwundete, 800 Soldaten
gerieten in Gefangenschaft.
Die Amerikaner hatten 60 Opfer zu beklagen.
Die
Schlacht von Churubusco
Santa
Anna konnte noch am gleichen Tag seine fliehenden Soldaten beim Kloster
Churubusco aufhalten
und um eine Brücke eine neue Verteidigungslinie aufbauen, doch
als die Amerikaner am 20. August angriffen,
erlitt er in dieser Schlacht eine verheerende Niederlage. Die Zahl
der Gefallenen, Verwundeten und der Deserteure belief sich auf mehr
als 10.000.
Scott schätzte die mexikanischen Verluste auf 4.297 Gefallene
und Verwundete, dazu kamen 2.637 Gefangene.
Von den 8.497 Amerikanern waren 131 gefallen, 865 verwundet und etwa
40 vermißt.
Die
Schlacht hat begonnen
General
Scott schlug nun einen Waffenstillstand vor, um Friedensbedingungen
auszuhandeln. General Santa Anna stimmte sofort zu, doch nach zwei
Wochen fruchtloser Verhandlungen wurde klar, daß die Mexikaner
die Waffenruhe nur als Atempause nutzten.
Am 6. September brach deshalb Scott die Verhandlungen ab und traf
Vorbereitungen
für den Angriff auf die mexikanische Hauptstadt.
Dies
erforderte aber die Einnahme der Zitadelle von Chapultepec,
eine starke Festung auf einem Hügel etwa zwei Meilen außerhalb
der Stadt.
Zur Verteidigung der Stadt waren 18.000 bis 20.000 Soldaten aufgeboten
worden,
und die Mexikaner waren sehr siegessicher, denn sie wußten,
daß General Scott
nur kaum 8.000 Mann hatte und weit entfernt von seinen Versorgungsbasen
war.
Der
Kampf um Molino del Rey
Der
Angriff auf das Fort. Im Hintergrund ist die Festung Chapultepec zu
sehen
Am
8. September 1847 begannen die amerikanischen Truppen Molino del Rey
anzugreifen,
ein Außenwerk der Festung Chapultepec mit einer Kanonengießerei.
Es
konnte schließlich nach blutigen Gefechten eingenommen werden.
Die Mexikaner erlitten Verluste von schätzungsweise 2.000 Mann,
700 wurden gefangengenommen und etwa 2.000 desertierten.
Doch
auch die kleine amerikanische Streitmacht erlitt verhältnismäßig
hohe Verluste
– 124 Gefallene und 582 Verwundete.
Die
Erstürmung der Festung Chapultepec
und die Einnahme von Mexico City
Die
Einnahme der Festung wird eingeleitet
Nun lag als letztes Hindernis die Festung Chapultepec vor den Amerikanern.
Nachdem
er sie eingeschlossen hatte, begann General Scott am 13. September
1847
um 8:00 Uhr nach heftigem Sperrfeuer seiner 24-Pfünder-Kanonen
einen dreiseitigen Sturmangriff über die Straßendämme
hinauf zu den Wällen.
Seinen
entschlossenen Soldaten gelang es trotz starkem Abwehrfeuer schnell
zu den Wallgräben vorzustoßen, wurden dann aber kurz aufgehalten,
weil die Sturmleitern erst herbeigeschafft werden mußten. Nach
1 ½ Stunden hatten sie das Fort eingenommen.
Die
Erstürmung der Festungsmauern
„Mir
nach!“
General John A. Quitman und seine Truppen auf einer Mauer
der Festung Chapultepec
Ohne Rast stürmten die Soldaten auf den beiden Straßendämmen
vorwärts, die in die Stadt führten,
und bei Anbruch der Nacht hatten sie zwei Stadttore besetzt.
Die Niños Héroes
Bei
den Niños Héroes (Spanisch: Heldenkinder)
handelt es sich um fünf Kadetten und einen Leutnant der Militärakademie
im Schloss Chapultepec im Alter von 13 bis 19 Jahren, deren in Mexiko
noch immer gedacht wird.
Sie wurden bei der Verteidigung des Schlosses in der Schlacht von
Chapultepec getötet.
Es handelt sich um Juan de la Barrera, Juan Francisco Escutia, Francisco
Márquez,
Augustín Melgar, Fernando Montes de Oca und Vicente Suárez
Ferrer.
Ihnen
zu Ehren wurden zwei Denkmäler errichtet.
1879 ein kleiner Obelisk am Fuß des Chapultepec-Hügels
wo der Körper Juan Escutias gefunden wurde. Ebenfalls am Fuß
des Hügels befindet sich ein großes, 1947 errichtetes Denkmal.
Es besteht aus sechs Säulen.
In ihm befinden sich die sterblichen Überreste der sechs Kinder
und Oberst Felipe Santiago Xicoténcatls.
Die
mexikanischen Verteidiger am Belen-Tor von Mexico City
Amerikanische
Soldaten stürmen das westliche Stadttor von Mexico City.
Nun
begannen nächtliche Straßenkämpfe, aber der Widerstand
wurde immer schwächer.
Bei
Sonnenaufgang am 14. September kamen die Stadtväter mit einer
weißen Fahne,
und die Stadt wurde übergeben.
Beim
Kampf um die Festung hatten die Mexikaner rund 1.800 Mann an Verlusten
zu beklagen,
die Amerikaner zählten 138 Gefallene und 673 Verwundete in ihren
Reihen.
General
Winfield Scott reitet in Mexico City ein
Die Siegesparade auf dem Zócalo, dem Hauptplatz vor der Kathedrale,
(Catedral Metropolitana), rechts
im Hintergrund der Nationalpalast
Doch
der Krieg war noch nicht beendet. Eine mexikanischen Streitmacht
von etwa
7.000 Soldaten war nach Puebla gezogen und begann am 15. September
die Stadt zu belagern. Der Ort war am 15. Mai von den Amerikanern
besetzt worden und beherbergte nun 1.800 kranke und verletzte amerikanische
Soldaten in den Hospitälern.
Die kleine Besatzungsmacht von etwa 400 Mann wurde von Oberst Thomas
Child
geführt und verteidigte die Stadt trotz vielfacher Übermacht..
Zum Glück waren in Vera Cruz neue amerikanische Kräfte
angekommen,
die sofort in Marsch gesetzt wurden, um die Stadt zu entsetzen.
Nachdem
die Mexikaner am 9. Oktober im Gefecht von Huamantla geschlagen
werden konnten, mußten sie abziehen und am 12. Oktober 1847
die Belagerung von Puebla aufheben..
Die Reste der mexikanischen Armee, etwa 1.500 Freiwillige,
wurden wenige Tage später bei Tlascala vernichtend geschlagen,
als sie versuchten,
eine amerikanische Nachschubkolonne (mit Tabak für die Soldaten)
zu überfallen.
Der letzte Widerstand wurde dann am 19. Oktober 1847 in Atlixco
gebrochen;
nach einem nächtlichen Artilleriebeschuß ergaben sich
die Truppen in dem Ort.
Danach
gab es nur noch vereinzelte, kleinere Guerillakämpfe gegen
die Besatzungsmacht, die aber bis Ende Januar beendet waren.
Santa Anna dankte als Präsident ab und ging im März 1848
ins Exil nach Jamaika.
Die
Gebietsgewinne der Vereinigten Staaten von Amerika
Am
2. Februar 1848 wurde der Vertrag von Guadalupe Hidalgo geschlossen
und am 10. März vom U.S. Senat ratifiziert.
In ihm verpflichteten sich die Vereinigten Staaten 15 Mill. $ an
Mexiko zu zahlen und übernahmen die finanziellen Ansprüche
(3,25 Mill. $),
die Amerikaner an die Mexikaner gestellt hatten. Im Gegenzug erkannte
Mexiko den Rio Grande als Grenze zu Mexiko an und verzichtete auf
Neu-Mexiko
(das die heutigen Staaten Arizona, New Mexico, Utah, und Nevada,
sowie Teil von Colorado, Kansas und Wyoming einschloß) und
auf Ober-Kalifornien,
dem heutigen Staat Kalifornien. So verlor Mexiko mehr als die Hälfte
(55 Prozent) seines bisherigen Staatsgebiets.
Verständlicherweise
regte sich auf mexikanischer Seite Widerstand gegen diesen Vertrag,
doch konnte er schließlich am 25. Mai vom mexikanischen Kongreß
ratifiziert werden.
Sofort begannen Maßnahmen, um die amerikanischen Soldaten
aus Mexiko zu verlegen.
Am 12. Juni marschierten die amerikanischen Besatzungstruppen aus
Mexico City,
und am 1. August 1848 verließen die letzten amerikanischen
Soldaten auf mexikanischem Boden nach ihrer Einschiffung in Vera
Cruz das Land.
Schlußbemerkungen
Es
nahmen am Krieg gegen Mexiko zwischen 1846 und 1848 insgesamt 115.874
amerikanische Soldaten teil,
sowohl als Angehörige der regulären Bundesarmee, als auch
als Freiwillige mit einer Dienstzeit von 3 Monaten und länger.
Es starben dabei auf amerikanischer Seite 13.283 Soldaten, wobei
der größte Teil Verwundungen, aber noch häufiger
Krankheiten jeglicher Art
- besonders Lungenentzündung, Tuberkulose, Infektionen - erlag.
Lediglich 1.733 Soldaten fielen im Verlauf der Schlachten.
4.152 Soldaten wurden bei Begegnungen mit dem Feind verwundet.
Junge
Offiziere, teilweise frisch von der Militärakademie, wie George
G. Meade, Ulysses S. Grant, George B. McClellan, P.G.T. Beauregard,
Braxton Bragg,
Joseph E. Johnston, und Robert E. Lee sammelten in diesem Krieg
die Kampferfahrungen, die sie später befähigten,
im amerikanischen Bürgerkrieg als Generale bedeutende Siege
zu erringen, aber auch Niederlagen ertragen zu können.
Noch
heute werden die amerikanischen Soldaten an diesen Krieg erinnert.
Einheiten des Heeres, der Marine und der Marineinfanterie,
die ihre Wurzeln und Traditionen in den Einheiten haben, die damals
dabei waren, dürfen an ihrer Truppenfahne entsprechende Fahnenbänder
(Streamer) tragen.
Sie sind grün-weiß-grün gestreift und enthalten
je nach Einsatzort die Namen der entsprechenden Schlachten. Bei
der zeremoniellen „Army Flag“,
die die Fahnenbänder aller im Laufe der Zeit geschlagenen,
offiziell anerkannten Schlachten (bis heute 175) enthält, sind
zusätzlich die Jahreszahlen angegeben.

| PALO
ALTO |
|
1846 |
| RESACA
DE LA PALMA |
|
1846 |
| MONTEREY
|
|
1846 |
| BUENA
VISTA |
|
1847 |
| VERA
CRUZ |
|
1847
|
| CERRO
GORDO |
|
1847 |
| CONTRERAS
|
|
1847 |
| CHURUBUSCO
|
|
1847 |
| MOLINA
DEL REY |
|
1847 |
| CHAPULTEPEC
|
|
1847 |
Das
Ehrenmal von Chapultepec
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