Mit
freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Unter Verwendung von Textauszügen und Abbildungen aus:
©
Michael
Solka 1997, DER AMERIKANISCH-MEXIKANISCHE KRIEG
©
Dietmar
Kügler 1979, DIE U. S. - KAVALLERIE
Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077
Manching
Amerikanisch
- Mexikanischer Krieg
1846 - 1848
Seite
6
KURZBIOGRAPHIEN

James Knox Polk
11. Präsident der Vereinigten Staaten
geb. am 2. November 1795 in Mecklenburg County, NC, gest. am 15. Juni
1849 in Nashville, Tennessee
Als Rechtsanwalt in Columbia, Tennessee, saß er erst im Staatsparlament
von Tennessee (1823-1825), danach im Repräsentantenhaus (1825-1839,
Dem., TN), davon 4 Jahre als dessen Präsident (1835-1839). In
der Tradition T. Jeffersons trat er für Staatenrechte und eine
enge Auslegung der Verfassung ein.
Nach
kurzer Amtszeit als Gouverneur von Tennessee (1839-1841) wurde er
1844 als Kandidat der Dem.-Partei zum Präsidenten der V.St. gewählt
(1845-49), wobei er den Whig-Kandidaten H. Clay vielleicht auch aufgrund
seiner beharrlichen Befürwortung der Annexion von Texas schlug.
Während seiner Präsidentschaft gelang es ihm, praktisch
jedes seiner Wahlversprechen zu erfüllen. Das Problem Oregon
wurde gelöst, der Zolltarif gesenkt, das System des Independent
Treasury wieder eingeführt, und durch den Mexikanischen Krieg
wurden riesige Gebiete erworben.
Im
November 1845 ließ Präsident J. K. Polk ausloten, zu welchen
Grenzkorrekturen Mexiko bereit wäre, wenn die amerikanische Regierung
die Forderungen der US-Bürger gegen Mexiko begleichen würde,
und er ließ Mexiko ein Angebot zum Kauf von Kalifornien und
New Mexico unterbreiten. Die mexikanische Regierung lehnte Verhandlungen
ab, und eine US-Armee unter General Zachary Taylor rückte zur
Mündung des Rio Grande vor, den Texas als seine südliche
Grenze betrachtete. Mexiko, das dagegen den Nueces, nordöstlich
des Rio Grande, als Grenze reklamierte, sah darin einen Akt der Aggression
und schickte im April 1846 Truppen über den Rio Grande.
Stephen
Fuller Austin
der »Vater von Texas« geb. am 03. November 1793 Wythe
County VA, gest. am 27. Dezember 1836 in Austin, Texas
Der
in Missouri aufgewachsene Austin gründete 1822 im damals mexikanischen
Texas die erste offiziell zugelassene Siedlung von Angloamerikanern.
Der seinem Vater Moses Austin (1761-1821) noch von der Regierung Neuspaniens
ausgestellte Charter
wurde von späteren mexikanischen Regierungen bestätigt.
Weitere Siedler zogen zu, und bis 1828 fungierte Austin als Exekutivorgan,
Gesetzgeber, Richter u. Militärkommandeur.
Als
die Kolonisten wegen des mexikanischen Zuwanderungsverbots (1830)
die Errichtung eines separaten Staates Texas im mexikanischen Staatsverband
forderten, wurde Austin von den Mexikanern 1834-35 gefangengesetzt.
Nach Ausbruch des texanischen Unabhängigkeitskriegs 1836 wurde
er zum Oberkommandierenden bestimmt. In der texanischen Präsidentenenwahl
1836 unterlag er jedoch Sam Houston, dem er danach bis zu seinem Tod
als Außenminister diente. Lit.: Eugene C. Barker, The Life
of S.F.A. (1925)
Samuel
Houston
geb. am 2. März 1793 im Rockbridge County, Virginia, gest. am
26. Juli 1863 in Huntsville, Texas
Er trat 1813 in das amerikanische Heer ein und kämpfte unter
A. Jackson gegen die Creek, nahm aber 1818 als Oberleutnant seinen
Abschied, um Jura zu studieren. Nach Mitgliedschaft im amerikanischen
Repräsentantenhaus (1823-27, D.-R., TN) war er 1827-29 Gouverneur
von Tennessee. 1829 von den Cherokee adoptiert, ließ er sich
1835 in Texas nieder und wurde im ausbrechenden Krieg gegen Mexiko
zum Oberbefehlshaber der texanischen Armee bestellt. Mit dem Sieg
bei San Jacinto sicherte er Texas die Unabhängigkeit.
Als Präsident der neuen Republik (1836-38; 1841-44) gewann er
derselben die Anerkennung durch die Vereinigten Staaten.
Nach der Aufnahme Texas in die amerikanische Union vertrat er den
Staat im amerikanischen Senat (1846-59). Der
Anhänger der Demokratischen Partei mißbilligte den Kansas-Nebraska
Act. Zum Gouverneur von Texas gewählt (1859), stellte er sich
gegen die Sezession und trat am 18.3.1861 von seinem Amt zurück.
Die 1836 gegründete Stadt Houston wurde nach ihm benannt. Lit.:
Donald Braider, Solitary Star (1974); Clifford Hopewell, S.H. (1987);
John Hoyt Williams, S.H. (1993)

Zachary Taylor
US-General im Mexikanischen Krieg und 12. Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika
geb. am 24. November 1784 in Orange County (Virginia), gest. am 9.
Juli 1850 in Washington, D.C.
Taylor wurde
als Sohn eines Veteranen des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges
geboren und wuchs auf der Plantage seiner Familie in der Nähe
von Louisville auf. 1808 wurde Taylor Infanterieoffizier. Er zeichnete
sich unter William Henry Harrison im Krieg von 1812 aus,
kehrte für kurze Zeit ins zivile Leben zurück und nahm dann
im Nordwesten der USA und im Gebiet von Louisiana den aktiven Dienst
wieder auf.
Er nahm am Black-Hawk- und am 2. Seminolenkrieg teil und schlug 1838
die Seminolen in der Schlacht am Okeechobee. Diese Schlacht war zwar
nicht entscheidend,
brachte ihm aber die Beförderung zum Brigadegeneral ein; außerdem
erhielt er den Oberbefehl in einem Feldzug gegen die Seminolen in
Florida.
In
den frühen vierziger Jahren war Taylor an der Südwestgrenze
der USA stationiert und kurz vor Ausbruch des Mexikanischen Krieges
in Texas.
Dort drang er in das umstrittene Gebiet zwischen dem Nueces und dem
Rio Grande vor und besiegte bei Palo Alto und Roseca de la Palma (8./9.
Mai 1846)
eine mexikanische Abteilung. Diese Schlachten machten Taylor berühmt,
führten aber auch zur Kriegserklärung der USA an Mexiko.
Taylor,
nun Generalmajor, eroberte anschließend Matamoros und Monterrey.
Teile seiner Truppen wurden abkommandiert,
um sich General Winfield Scott in Zentralmexiko anzuschließen;
dennoch konnte Taylor am 22./23. Februar 1847 ein zahlenmäßig
überlegenes Heer
unter dem mexikanischen Präsidenten Antonio López de Santa
Anna bei Buena Vista schlagen. Taylor besaß nur wenig politische
Erfahrung;
er lag aber im Streit mit Präsident James K. Polk und sympathisierte
mit den Whigs. Er erschien den Whigs daher als geeigneter Kandidat.
Obwohl er sich selbst für parteilos erklärte, außerdem
Sklaven besaß, was ihn im Norden hätte unbeliebt machen
können,
ernannte ihn die Partei der Whigs 1848 zu ihrem Präsidentschaftskandidaten;
bei den Präsidentschaftswahlen besiegte Taylor seine beiden Gegenkandidaten.
Die Regierung Taylor sah sich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert.
Um britischen Ambitionen in Zentralamerika einen Riegel vorzuschieben,
schloß Taylor den Clayton-Bulwer-Vertrag (1850) und unterband
so das Vorhaben, hier einen Kanal zwischen Atlantik und Pazifik zu
bauen. Dieser Vertrag stieß in den USA auf Kritik. Taylor trat
dafür ein, Kalifornien und New Mexico, die durch den Mexikanischen
Krieg an die USA gefallen waren, unmittelbar als Bundesstaaten aufzunehmen.
Aber
als Kalifornien die Sklaverei verbot, widersetzte sich der Süden
der Aufnahme Kaliforniens in die Union. Der Präsident verweigerte
sich jedem Kompromiß,
z. B. den Vorschlägen Henry Clays, die darauf abzielten, Zugeständnisse
des Südens mit Entgegenkommen des Nordens aufzuwiegen.
Taylor erklärte sich im Gegenteil sogar zu Gewaltmaßnahmen
bereit, um die Spaltung oder die angedrohte Übernahme des östlichen
New Mexico durch Texas zu verhindern. Durch seine Kompromißlosigkeit
verlor er jegliche Unterstützung der Whigs im Süden.
Mitten in dieser Auseinandersetzung um das neu gewonnene mexikanische
Territorium wurde Taylor krank und starb am 9. Juli 1850.
Sein Tod machte den Weg für die Annahme des Kompromisses von
1850 frei. Taylor war ein guter, aber keineswegs brillanter General,
der in einer politisch schwierigen Phase Präsident wurde. Die
Frage, ob die Fortführung seiner harten Linie gegenüber
dem Süden den Amerikanischen Bürgerkrieg verhindert hätte,
wird unbeantwortet bleiben.
Winfield Scott,
geb. am 13.6.1786 in St. Petersburg, Virginia, gest. am 29. Mai 1866
in Westpoint, New York
Nach kurzer Rechtsanwaltstätigkeit trat er 1808 ins Heer ein
und wurde im Krieg von 1812 zum Brigadegeneral befördert (1848).
Er diente 1832 im Krieg gegen Black Hawk und 1835 gegen die Seminolen.
1838 half er, den Grenzkonflikt zwischen Maine und der britisch-nordamerikanischen
Provinz Neubraunschweig zu schlichten. 1841 zum Oberkommandierenden
des Heeres ernannt,
führte er den Befehl während des Mexikanischen Krieges und
leitete die zur Einnahme von Veracruz und der Stadt Mexiko führenden
Operationen. 1852
stellte ihn die Whig Partei als Präsidentschaftskandidaten auf,
doch wurde er von F. Pierce klar geschlagen.
Beim
Ausbruch des Bürgerkrieges blieb er trotz seiner virgin. Abkunft
der Union treu;
einige Monate lang oblag ihm noch als Oberbefehlshaber der Unionsarmee
die Verteidigung der Hauptstadt Washington DC,
bis er am 01.11.1861 aus dem Dienst schied. Fast
75 Jahre alt, wog er inzwischen 300 Pfund und konnte nicht mehr reiten.
Er erlebte noch die Niederlage des Südens und starb in West Point,
dessen Militärakademie er aber nie absolviert hatte.

John
Charles Fremont (Frémont)
geb. am 21 Januar 1813 in Savannah (Georgia), gest. am 13.
Juli 1890 in New York
Fremont
war Mathematiklehrer in der U.S. Marine und wurde 1838 als Leutnant
in das Topographische Korps der U. S. Armee übernommen. Er
führte mehrere Expeditionen am oberen Mississippi, in Oregon
und Wyoming durch.Während des Mexikofeldzuges erreichte er
den Rang eines Majors. Er wurde durch den US Navy Kommodore Stockton
zum Zivilgouverneur von Kalifornien ernannt. In dieser Funktion
kam er in einen Authoritätskonflikt zwischen dem Kommodore
Robert Field Stockton und dem US Army Brigadier General Stephen
Watts Kearny.
Fremont lehnte es ab den Befehlen von Kearny zu gehorchen. Er wurde
festgenommen und wegen Insubordination und Meuterei vor ein Kriegsgericht
gestellt. Nachdem auch Präsident James Polk seine Absetzung
verfügte, trat er von seinem Posten zurück.
Während des Goldrausches 1848 in Kalifornien wurde er zum Multimillionär.
1850
wurde er zu einem der beiden Senatoren von Kalifornien gewählt
und während des Goldrausches recht wohlhabend.
Fremonts Popularität und seine Haltung gegen die Sklaverei
waren gute Voraussetzungen für die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten
der neu gegründeten Republikanischen Partei, unterlag jedoch
James Buchanan. Nach Ausbruch des Bürgerkrieges wurde er zum
Generalmajor in der US-Army ernannt und erhielt im Mai 1861 das
Kommando über das neue Western Departement. Doch seine Fähigkeiten
als Truppenfüherer waren alles andere als erfolgreich und wurde
noch vor ernsthaften Kampfhandlungen von seinem Posten abberufen.
Auch im weiteren Verlauf des Bürgerkrieges erwarb er sich keine
größeren Verdienste. Vielleicht der unfähigste General
auf beiden Seiten der Front, quittiert Fremont 1862 den Dienst,
als ihm Pope als Kommandierender General der Virginia-Armee vorgesetzt
wird. Er diente noch 1878 – 1883 als Gouverneur des Territoriums
Arizona.
1890 wurde er als Generalmajor wieder eingestellt und anschließend
mit vollen Bezügen entlassen.

Stephen
Watts Kearny (auch Kearney)
General und Gouverneur von Mexiko
geb. am 30. August 1794 in Newark, N.J. gest. 31 Oktober 1848 in St.
Louis, Mo.
Nach seinem Teilnahme im Krieg von 1812 war er die nächsten 30
Jahre hauptsächlich an der „Frontier“,
der westlichen Grenze der USA eingesetzt.
Kearny war während des amerikanisch-mexikanischen Krieges als
Brigadegeneral der Befehlshaber der Westarmee (Army of the West),
die er nach Kalifornien führte. Nach der Vereinigung mit den
Kräften des Commodore Robert F. Stockton kam es zu Streitigkeiten
über den Oberbefehl.
Der
von Stockton ernannte zivile Gouverneur von Kalifornien (Fremont)
verweigerte die Befehle Kearnys und wurde deshalb vor ein Kriegsgericht
gestellt. Kearny war Militärgouverneur bis Ende Mai 1847, danach
ging er nach Mexiko,
wo er 1848 für kurze Zeit Gouverneur von Vera Cruz, dann von
Mexiko-Stadt wurde.
Robert
F. Stockton Kapitän z. See (Captain)
mit dem Titel Commodore
geb. am 20. August 1795 in Princeton, New Jersey, gest. am 7. Oktober
1866 in Princeton, New Jersey
Er trat mit 16
Jahren als Fähnrich in die US Navy ein und erhielt seine Feuertaufe
während des Krieges von 1812.
Danach nahm er an Unternehmungen der Navy im Mittelmeer, in der Karibik
und an der westafrikanischen Küste teil.
Er verließ 1840 die Marine und begann politisch zu arbeiten,
doch als ihm Präsident John Tyler den Posten des Marineministers
anbot lehnte er ab.
Als der US-mexikanische Krieg ausbrach, übernahm er nach Ablösung
von Commodore Sloat das Kommando über die Pazifik-Flotte und
war maßgeblich an der Eroberung von Kalifornien beteiligt. Stockton
verließ 1850 erneut die Marine und war von 1851 – 1853
Senator für den Staat New Jersey.
Dabei setzte er sich dafür ein, daß die Prügelstrafe
in der US Navy abgeschafft wird. Als 1863 konföderierte Truppen
in Pennsylvania einmarschieren übernahm er das Kommando über
eine New Jersey-Milizeinheit.

James
Bowie,
geb. am (?) 10. April 1796 in Terrapin Creek, Kentucky,
gef. am 6. März 1836 im Alamo bei San Antonio
Bowie nahm am Krieg von 1812 teil und wurde mit seinen beiden Brüdern
durch Landspekulationen und Sklavenhandel reich,
wobei er dabei mit dem Piraten Jean Lafitte zusammarbeitete. Er
zog 1828 nach San Antonio in Texas,
nahm 1831 die mexikan. Staatsbürgerschaft an und wurde katholisch.
1831 heiratete er die Tochter des mexikanischen Provinzgouverneurs.
Als er von einer Expedition zurückkam, war seine Familie 1833
an Cholera gestorben und er wurde zum Trinker.
Als
die Rebellion ausbrach, ernannte ihm Sam Houston zum Oberstleutnant,
da Bowie bei den Texas Rangers militärische Erfahrungen gesammelt
hatte. Er teilte sich mit William Travis das Kommando über
den Alamo. Während der Belagerung erkrankte er an Lungenentzündung
oder Tuberkulose und mußte das Bett hüten. Schwerkrank
kämpfte er bis zum letzten Atemzug gegen die angreifenden Mexikaner.
Übrigens, nicht er, sondern sein Bruder Rezin hat das berühmte
Bowie-Messer entwickelt.
William Barrett Travis
geb. am 1. oder 8. August 1809 in Mine Creek, South Carolina,
gef. am 6. März 1836 im Alamo bei San Antonio
Der in South Carolina
geborene Lehrer und Rechtsanwalt ging 1831 nach Texas. Ende 1835 wurde
er zum Oberstleutnant der Kavallerie ernannt und mit Rekrutierungsaufgaben
betraut. Im Januar 1836 sollte er zur Verstärkung der Truppen
von James C. Neill 100 Mann rekrutieren und zog schließlich
mit 29 Mann nach San Antonio. Hier
wurde er Kommandant der Festung Alamo.
Zusammen mit seiner gesamten Besatzung ging Travis im Kampf gegen
die vielfache Übermacht der Mexikaner in den Tod.
Davy Crockett, geb. am 27. August 1786 im Green County, Tennessee,
gef. am 6. März 1836 im Alamo bei San Antonio
In Tennessee geboren und aufgewachsen, kämpfte er als Milizangehöriger
im sogenannten Creek War.
1821-24 saß er im Staatsparlament und danach im Repräsentantenhaus
(1827-31; 1833-35, Anti-Jacksonian, TN).
Er liebte es, sich als Mann der "Grenze" darzustellen, und
gilt heute noch als die Personifikation des amerikanischen Mutterwitzes.
1836 kämpfte er
auf seiten der Texaner und wurde von den Mexikanern bei der Alamo
gefangen und exekutiert.
Lit.: Michael A. Lofaro u. Joe Cummings, Hgg., C. at Two Hundred
(1989).
Antonio López de Santa Anna Perez de Lebron,
(auch Santa Ana oder Santana)
Mexikanischer General und Präsident (1833-1855 mit Unterbrechungen),
geb. am 21. Februar 1794 in Jalapa, gest. am 20. Juni 1876 in Mexiko-Stadt.
Er diente in der
spanischen Kolonialarmee. 1821 nahm er an einem Aufstand unter der
Führung von Agustín de Itúrbide gegen die spanische
Regierung teil. Santa Anna wirkte dann an dem Sturz von de Itúrbide
mit und half 1823 die Republik Mexiko zu gründen.
Sechs Jahre später vereitelte er den Versuch der Spanier, Mexiko
zurückzuerobern. 1833 wurde er Präsident. Seine Politik
führte zu der Revolte von Alamo in Texas (1836). Kurz darauf
wurde er von der texanischen Armee unter Samuel Houston geschlagen
und gefangen genommen.
Nach der Unterzeichnung des Unabhängigkeitsvertrages für
Texas wurde Santa Anna freigelassen. Er kehrte nach Veracruz zurück,
wo er 1838 die Franzosen bei ihrem Versuch zurückschlug, die
Stadt zu erobern. 1841 setzte er die liberale Verfassung von 1824
außer Kraft und ernannte sich selbst zum Präsidenten (mit
diktatorischen Vollmachten). Er wurde 1844 gestürzt.
Mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten James Polk vereinbarte
er, den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846-1848) zu beenden. Stattdessen
führte er die mexikanische Armee gegen die Vereinigten Staaten.
Nach dem Fall von Mexiko-Stadt (1847) floh Santa Anna nach Jamaica.
Ab 1853 regierte er noch einmal als Diktator. Seine rücksichtslose
Amtsführung führte zwei Jahre später zu seinem erneuten
Sturz, worauf er ins Exil ging. 1874 wurde ihm gestattet, nach Mexiko
zurückzukehren.

Mariano
Arista
Mexikanischer Offizier, Staatsmann und Präsident von Mexiko
geb. am 26. Juli 1802 in San Luis Potosí (Mexiko), gest. am
1. August 1855 in Lissabon, Portugal
Arista erhielt eine militärische Ausbildung und diente in der
spanischen Armee, bis er sich im Juni 1821 der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung
anschloss. Er stieg in der mexikanischen Armee bis zum General auf,
wurde jedoch unter Präsident Antonio López de Santa Anna
(1833-1836) ins Exil geschickt.
1846,
während des Mexikanischen Krieges, unterlag die mexikanische
Armee unter seiner Führung den amerikanischen Truppen
unter General Zachary Taylor in den Schlachten von Palo Alto und Resaca
de la Palma. Unter Präsident José Joaquín Herrera
diente Arista ab 1848 als Kriegsminister, bis er 1851 Herreras Nachfolge
als Präsident antrat. Eine konservative Koalition erzwang im
Januar 1853 seinen Rücktritt;
wenig später ging Arista ins Exil.

Pedro de Ampudia
Generalleutnant und Kommandeur der mex. Nordarmee, geb. 1803
in Kuba, gest. am 7. August 1868 in San Fernando
Als
Oberstleutnant war Ampudia als Kommandeur der mex. Artillerie bei
der Belagerung und Erstürmung des Alamo.
1845 erhielt er für kurze Zeit das Kommando über die Nordarmee
(Ejercito del Norte), die er bis zur Ablösung durch Gen.
Arista bis zum 11. April 1846 führte. Er kämpfte als Divisionskommandeur
unter Gen. Arista mit seinen Truppen in Palo Alto und Resca de la
Palma. Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden und seine Soldaten
zu retten, kapitulierte Ampudia in Monterrey.
Im Februar nahm er an der Schlacht von Buena Vista teil. Nach dem
Krieg diente er 1864 noch in der Armee von Benito Juarez.

Martin
Perfecto de Cós
Divisionsgeneral, Schwager von Santa Anna, geb. 1800, gest. 1. Oktober
1854 in Minatittan
Cos
war vom 18.09. – 10. Dez. 1835 Kommandeur der mexikanischen
Truppen in Texas, wo er in San Antonio am 10. Dezember besiegt worden
war. Beim Kampf um den Alamo führte er die erste Angriffskolonne.
In der Schlacht von San Jacinto wurde er gefangen genommen und später
freigelassen. Im Frühjahr 1847 kommandierte er die Verteidigungskräfte
während der Landung der US Truppen in Vera Cruz.

ZEITTAFEL
des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges 1846 – 1848
1846
| 25.
April |
Angriff
auf amerikanische Truppen (Thornton Affäre), Süd-Texas |
| 03.
– 09.Mai |
Belagerung
von Fort Texas (Fort Brown), Süd-Texas durch mex. Truppen |
| 08.
Mai |
Schlacht
von Palo Alto, Süd-Texas |
| 09.
Mai |
Schlacht
von Resaca de la Palma, Süd-Texas |
| 13.
Mai |
Kriegserklärung
der Vereinigten Staaten von Amerika an Mexiko |
| 18.
Mai |
U.
S. Truppen besetzen Matamoros |
| 07.
Juli |
U.
S. Marinetruppen besetzen Monterey, Kalifornien |
| 14.
Juli |
U.
S. Truppen besetzen Camargo. |
| 16.
August |
Santa
Anna kehrt aus dem Exil in Kuba nach Mexiko zurück |
| 18.
August |
U.
S. Truppen besetzen Santa Fé, Neu-Mexico |
| 21.
–24. Sept. |
Schlacht
von Monterrey, Nord-Mexico |
| 07.
Oktober |
Gefecht
von Dominguez Rancho, Süd-Kalifornien |
14.
November
|
U.
S. Marinetruppen besetzen Tampico, Mexiko |
| 16.
November |
U.
S. Truppen besetzen Saltillo, Mexiko, Gefecht von Natividad, Nord-Kalifornien
|
| 06.
Dezember |
Gefecht
von San Pasqual, Kalifornien |
| 25.
Dezember |
Gefecht
von El Brazito, Neu-Mexiko |
| |
|
1847
| 02.
Januar |
Gefecht
von Santa Clara, Kalifornien |
| 08.
Januar |
Schlacht
am Rio San Gabriel (Los Angeles), Kalifornien |
| 09.
Januar |
Gefecht
von La Mesa (Los Angeles), Kalifornien |
| 24.
Januar |
Gefechte
von Cañada and Mora, Neu-Mexiko |
| 29.
Januar |
Gefecht
am Embudo Paß, Neu-Mexiko |
| 03.
– 04. Februar |
Gefecht
von Pueblo de Taos, Neu-Mexico |
| 22.
– 23. Februar |
Schlacht
von Buena Vista |
| 28.
Februar |
Gefecht
am Rio Sacramento, Nord-Mexiko |
| 09.
März |
10.000
U. S. Truppen landen bei Vera Cruz |
| 09.
– 29. März |
Belagerung
und Beschießung von Vera Cruz |
| 29.
März |
Kapitulation
der mexikanischen Truppen in Vera Cruz |
| 18.
April |
Schlacht
von Cerro Gordo |
| 15.
Mai |
Einnahme
von Puebla |
| 06.
Juni |
Geplänkel
in Las Vegas, Neu-Mexiko |
| 19.
– 20. August |
Schlacht
von Contreras, Schlacht von Churubusco |
| 08.
September |
Gefecht
von Molino Del Rey |
| 13.
September |
Schlacht
von Chapultepec |
| 13.
– 14. Sept. |
Schlacht
um Mexico City |
| 14.
September |
Beginn
der Belagerung von Puebla |
| 15.
September |
U.
S. Truppen besetzen Mexico City |
| 09.
Oktober |
Gefecht
von Huamantla |
| 12.
Oktober |
Ende
der Belagerung von Puebla |
| 19.
Oktober |
Scharmützel
von Atlixco |
1848
| 02.
Februar |
Unterzeichnung
des Vertrags von Guadalupe Hidalgo. Damit ist der Krieg formal
beendet |
| 10.
März |
U.
S. Senat ratifiziert den Vertrag von Guadalupe Hidalgo |
| ?
März |
Santa
Anna geht nach Jamaika ins Exil |
| 25.
Mai |
Mex.
Kongreß ratifiziert den Vertrag von Guadalupe Hidalgo |
| 30.
Mai |
Ratifikationsurkunden
werden ausgetauscht |
| 04.
Juli |
Präsident
Polk erklärt formal das Inkrafttreten des Vertrags |
| 12.
Juli |
U.
S. Besatzungstruppen verlassen Mexico City |
| 01.
August |
Letzte
U. S. Truppen verlassen Mexiko |
Die
Karikatur aus der
New Yorker Zeitschrift »Yankee Doodle«
zeigt den mexikanischen Adler
vor und
nach dem Krieg
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