Mit freundlicher Unterstützung:
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweise:
©Dominique Venner, Philippe Fossat, und Rudy Holst •Amerikanische Revolver & Pistolen•
©Jean-Noel Mouret, •Revolver & Pistolen• ©R. L. Wilson •COLT Eine Amerikanische Legende•
©David Miller •Das Große Buch der Handwaffen• ©Vladimir Dolínek •Lexikon der Handfeuerwaffen•

 

 

Andere Waffen

 

Seite 2

 

 

 

 

Zündstreifenrevolver

Länge: 267 mm
Gewicht:
0,680 kg
Lauf:
152 mm
Kaliber:
8,1 mm
Züge: 7,
Linksdrall
Kapazität:
6 Schüsse
VO:
168 m/s
Visierung:
Starr

 

 

 

1851 verklagte Colt die Massachusetts Arms Company, weil sie Revolver mit mechanisch gedrehter Trommel herstellte und damit sein Patent verletzte. Die abgebildete Waffe ist eine der geänderten Ausführungen. Es genügt hier anzumerken, dass die abgebildete Waffe zu jenen modifizierten Ausführungen der zur Debatte stehenden Revolver gehört, die in der Zeit zwischen der Gerichtsverhandlung und dem Auslaufen von Colts Patentrechten hergestellt wurden. Der gezogene Lauf dieser Waffe ist mit dem oberen Teil des Stossbodens durch ein Scharnier verbunden. Er kann zur Entnahme der Trommel um etwa 45° nach oben geschwenkt werden.

Die kräftige Trommelachse ragt ungefähr 25 mm über die Trommelfront hinaus und bildet ein festes Gegenlager für eine klauenförmige Schliesse, die schwenkbar am hinteren Laufende angebracht ist. Diese Vorrichtung ist auf der Abbildung deutlich zu sehen. Am Ende der Achse befindet sich eine kleine Rückhaltefeder, die verhindert, dass die Trommel versehentlich freigegeben wird. Der Mechanismus ist mit einem Zündstreifen ausgerüstet, wodurch nur ein Piston erforderlich ist. Die Zündflamme kann durch ein kleines Loch am hinteren Ende jeder Kammer die Ladung zünden. Wenn der Trommelhaltestift unmittelbar vordem Abzug eingedrückt wird, lässt sich die Trommel von Hand drehen.

 

 

Zündstreifenrevolver

Länge: 168 mm
Gewicht: 0,280 kg
Lauf: 76 mm
Kaliber: 7,1 mm
Züge: 7, Linksdrall
Kapazität: 6 Schüsse
VO: 152 m/s
Visierung: Starr

 

 

Die Popularität von Colts Perkussionsrevolvern verleitete naturgemäss viele Hersteller in den Vereinigten Staaten dazu, Colts Patente zu umgehen. Eine dieser Herstellerfirmen war die Massachusetts Arms Company (ursprünglich Arms Manufacturing Company) aus Chicopee Falls, welche 1851 von Colt wegen Patentrechtverletzungen in Bezug auf eine sich mechanisch drehende Trommel verklagt wurde. Die Massachusetts Arms Company argumentierte, dass der in Frage stehende, ursprünglich von Wesson und Leavitt konstruierte Revolver ein System von Kegelzahnrädern anstelle des Nockens und des Zahnkranzes zur Drehung der Trommel habe und deshalb das genannte Patent nicht verletze. Das Gericht entschied jedoch für Colt, und die beklagte Firma hatte Colt grossen Schadenersatz zu zahlen und musste die Produktion dieser besonderen Waffe einstellen, bis Colts Patent 1857 ablief.

Der hier gezeigte, kleine Taschenrevolver ist eine der Waffen, die so abgeändert gebaut wurden, dass sie das besagte Patent nicht verletzten. Die Trommelbrücke, ein mit dem Lauf integriertes Teil, ist am Stossboden angelenkt und kann um 45° nach oben aufgeklappt werden, so dass sich die Trommel nach vorne von der Trommelachse abziehen lässt. Letztere ragt rund 25 mm über die Trommelfront hinaus und bildet das Gegenlager für eine Hakenöse, welche mittels einer Manschette am Lauf befestigt ist. Diese Hakenöse wird durch einen Druckbolzen, der gerade noch an der Trommelachse vorne an deren Unterseite sichtbar ist, festgehalten. Zuoberst im Stossboden ist ein einziger Piston eingelassen, und zwar in einem Winkel, der mit jenem der in die Kammern führenden Zündkanäle übereinstimmt. Die Verwendung von nur einem Piston wurde durch das sogenannte Zündstreifensystem ermöglicht.

 

 


Der Zündstreifen, der den heute noch in Kinderpistolen gebräuchlichen Kapselrollen sehr ähnlich sah, wurde in die runde Ausnehmung eingelegt und mit Hilfe des Zahnrädchens nach vorne ausgerollt. Beim Spannen des Hahns drehte sich das Rädchen mit und stiess die nächstfolgende Zündkapsel über den Piston. Beim Niederfallen des Hahns wurde das verbrauchte Bandteil gleich weggeschnitten.

 

 

 

 

 

Sharps Bündelrevolver


Sharps Bündelrevolver
Waffenfabrik Sharps, Philadelphia

Kal: 22 RF
L: 120 mm

Bündelrevolver sind vor allem mit der Perkussionsepoche verbunden, doch kamen sie auch bei den Waffen mit Einheitspatronen zur Geltung. Bei der Konstruktion von Christian Sharps (1811-1874) sind die Läufe nicht drehbar, sondern feststehend und der Schlagstift dreht sich bei jedem Schuß. Zum Laden wird das Laufbündel mit vier Läufen nach vorn geschoben.

Die Bündelrevolver Sharps mit Single Action erfreuten sich in den USA großer Beliebtheit und in den Jahren 1859-1874 wurden in verschiedenen Kalibern (20, 30 und 32) und Varianten rund 200 000 Stück hergestellt.

 

 

 

 

 

 

Remington-Rider
Waffenfabrik Remington, Ilion.

Kal: 32 RF
L.:
166 mm

Der von Joseph Rider konstruierte (Patente aus den Jahren 1858 und 1859) und von der Firma Remington produzierte Perkussiontaschenrevolver hatte eine Trommel mit fünf Kammern, einen großen Abzugsbügel aus hellem Messing und Griffschalen aus schwarzem Hartgummi. In den Jahren 1860-1873 wurden rund 20 000 dieser Revolver hergestellt, die direkt von der Herstellerfirma später auch für Randfeuerpatronen umgebaut wurden.

Das transformierte Modell erhielt eine neue Trommel, die beim Laden aus der Waffe genommen werden mußte.

 


 

Moore Revolver


Moore Revolver
Firma Moore's Patent Firearms Company, Brooklyn

Kal: 32,
L: 178 mm

 

Rolin A. White erhielt 1855 das amerikanische Patent für eine voll durchbohrte Revolvertrommel, die von hinten geladen wurde. Seinen Gedanken bot er Colt an, wurde allerdings abgelehnt. Das Recht auf die Nutzung des Patents erwarb dann die Firma Smith & Wesson, die gerichtlich gegen alle Hersteller (Bacon, Pond, Warner u.a.) vorging, die dieses Patent verletzten.

Auch Daniel Moore verlor 1863 einen Rechtsstreit mit der Firma Smith & Wesson. Danach erwarb er ein Patent von David Williamson und begann Revolver herzustellen, deren Kammern in der Trommelrückwand nur kleine Öffnungen für die in einem Vorsprung am Boden der Spezialpatrone untergebrachten Zündkapseln besitzen. Die Patrone nannte sich offiziell „Central Fire Waterproof Copper Shell Cartridge" (wasserdichte Zentralfeuerpatrone mit Kupferhülse), wurde jedoch wegen ihrer Form allgemein „Teat-Cartridge" (Warzenpatrone) genannt und dieser Name übertrug sich auch auf die Waffe („Teat-Fire Revolver").

Unter den das Patent von R. White umgehenden Waffen gehörte sie zu den erfolgreichsten und in den Jahren 1864-1870 wurden über 30 Tausend dieser Revolver hergestellt (an die 20 Tausend von der Firma Moore und der Rest ab 1865 durch deren Nachfolger - die Firma National Arms Company).

Die Verzierung mit eingravierten Ornamenten und versilbertem Messingrahmen war bei diesen Waffen Standardausführung. Das abgebildete Stück besitzt zusätzlich einen versilberten Lauf und eine vergoldete Trommel (gewöhnlich waren diese Teile gebläut) sowie Griffschalen aus Perlmutt (gewöhnlich Nußbaumholz). Die Trommel hat sechs Patronenkammern.

 

 


Zweiläufiger Revolver Le Mat

Kal: 9 mm Kugellauf und 14 mm (Schrotlauf)
L.:
230 mm

Der in New Orleans lebende Arzt französischer Herkunft Jean Alexandre Francois Le Mat erhielt 1856 das amerikanische Patent für einen ungewöhnlichen Revolver mit zwei Läufen - in der Trommelachse lag ein Schrotlauf und um ihn herum befand sich die Neunkammertrommel für den Kugellauf.

Am Hahn ermöglichte ein Umschalthebel, den Schlag entweder auf den Kugellauf oder auf den Schrotlauf zu richten.Die Waffe erweckte zwar bei der amerikanischen Armee gewisses Interesse, in die Bewaffnung wurde sie jedoch nicht aufgenommen und erst nach Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges begann man sie in größerem Umfang in Frankreich (teilweise auch in England) herzustellen.

 

Die Konföderation der Südstaaten kaufte rund 900 dieser Perkussionsrevolver für die Armee sowie etwa 600 für die Marine und der Revolver Le Mat wurde zur beliebten Waffe vieler höherer Offiziere der Südstaatenarmee. In den Jahren 1856-1865 wurden nicht ganz 2900 Stück produziert, die auch als "Grapeshot"-Revolver bekannt sind.




 



 

 

In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre fertigte man den Revolver Le Mat für Lefaucheux-Patronen an (Kugelpatronen, der Schrotlauf hatte weiterhin ein Perkussionssystem). Die veränderte Konstruktion für Einheitspatronen mit Zentralzündung wurde in England 1868 und in den USA 1869 patentiert.

Diese Variante, die von verschiedenen Firmen hergestellt wurde, ist auf den Abbildungen zu sehen - hinter dem Schrotlauf liegt eine nach links abklappbare Verschlußklappe (auf Abbildung rechts ist der Verschluß offen) mit Hülsenausstoßer.

Im Jahr 1877 erwarb Le Mat das Patent für einen verbesserten Typ des Hahnumspanners, bald darauf wurde jedoch die Fertigung seines Revolvers eingestellt. Le Mats Revolver für Einheitspatronen wurde nur in geringer Stückzahl gefertigt und ist eine interessante und von den Sammlern hochgeschätzte Waffe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Le Mat Revolver


Le Mat Revolver

Waffenlänge: 337 mm
Lauflänge: 178 mm
Gewicht: 1600 g
Kaliber: 7,62 mm/16,5 mm
Lauf: 5 Züge, Rechtsdrall
Trommel: 9 Schuss/ein Schuss
Vo: ca. 185 m/s

 

 


 

Der Revolver Le Mat, für den Jean Alexander Le Mat im Jahre 1856 in den USA ein Patent erhielt, ist eine massive und solide Konstruktion. Der Rahmen mitsamt Griff ist aus einem Stück Metall gefertigt, auch der untere Lauf ist ein integriertes Teil des Rahmens. Die Trommel läuft auf diesem unteren Lauf, der also auch als Trommelachse fungiert. Der obere Lauf ist über zwei Ringe mit dem unteren Lauf verbunden. Der glatte untere Lauf ist zylindrisch geformt, während der gezogene obere Lauf achtkantig ist und das Korn trägt. Die Kimme war Bestandteil des Hahnes, fehlt aber an dieser speziellen Waffe. Der Revolver ist mit einer Ladepresse Bauart Kerr ausgestattet, die ansonsten an den Beaumont-Adams-Revolvern und anderen britischen Revolvern zu finden ist.

Die Trommel hat neun Kammern, die Zündnippel sind tief eingesetzt und durch reichlich bemessene Trennstücke voneinander abgetrennt. Der Zündnippel für den unteren Lauf befindet sich hinter der Trommel, der Hahn hat einen drehbaren Zündstift, mit dem entweder die oberen oder der untere Lauf abgefeuert werden konnten. Das Schloss ist ein Single-Action-Schloss, das mit einer abnehmbaren Platte abgedeckt ist. Oben auf dem Lauf steht die Beschriftung «LEMAT AND GIRARDS PATENT, LONDON». Die Waffe wurde während des amerikanischen Bürgerkrieges von den Konföderierten verwendet.



Allen-and-Wheelock Revolver

Länge: 203 mm
Gewicht: 0,430 kg
Lauf: 102 mm
Kaliber: .32 in. (8,1 mm)
Züge: 6, Linksdrall
Kapazität: 6 Schüsse .
VO: 152 m/s
Visierung: Starr

 



Der Name Allen bezieht sich auf Ethan Allen. Als sich sein früherer Partner Charles Thurner 1856 zurückzog, ging Allen mit Thomas P. Wheelock eine neue, bis 1864 dauernde Partnerschaft ein. Als Smith and Wesson ihrer Kipplaufrevolver mit der durchbohrten Rollin-White-Trommel für ihre eigene, patentrechtlich geschützte Randfeuerpatrone baute, wurden auch die beiden technischen Neuheiten dieser Waffe in den USA patentrechtlich geschützt. Die Neuartigkeit und die offensichtlichen Vorteile einer solchen Waffe reizten natürlich sehr zu unerlaubten Nachbauten.
Die Firma Smith and Wesson musste deshalb mehrmals gerichtlich gegen verschiedene Hersteller vorgehen, welche die Patente zu umgehen versuchten. Einer davon war die Massachusetts Arms Company, die schon früher in Verbindung mit Perkussionsrevolvern genannt wurde. Ein weiterer war Allen and Wheelock, Herstellerfirma der hier abgebildeten Waffe. Rollin White, der auf Grund seiner Vereinbarungen mit Smith and Wesson verpflichtet war, gegen Verletzungen seines Trommelpatents vorzugehen, strengte 1859 einen Prozess an, den er aber erst 1863 gewann.

In den festen Rahmen, der mit dem Griff ein Bauteil bildet, ist ein achteckiger Lauf geschraubt. Es ist nicht möglich, den Revolver bei eingebauter Trommel zu laden oder leere Hülsen auszustossen. Hierzu muss die grossköpfige Schraube unten am Rahmen herausgeschraubt werden, damit die Trommelachse nach vorn gezogen und die Trommel herausgenommen werden kann. Dann werden leere Hülsen mit der Trommelachse ausgestossen, die Patronenlager nachgeladen und die Trommel wieder eingebaut. Es dauert also sehr lange, den Revolver nachzuladen, aber dieses System vereinfachte die Herstellung und führte zu einer preiswerten Waffe.

Der Revolver hat einen Single-Action-Abzugsmechanismus mit einem aussenliegenden Hahn auf der rechten Seite. Man erreicht den Mechanismus über eine Deckplatte auf der linken Seite. Der Spornabzug hat keinen Abzugbügel, was die Waffe als Taschenwaffe geeigneter macht. Lauf und Rahmen sind grob graviert. Die Gravur zeigt auf der rechten Seite einen stehenden und auf der linken einen knieenden Boxer. Auf der Schlossdeckplatte befindet sichein Boxhandschuhmotiv. Die Griffschalen sind entweder aus Elfenbein oder Bein gefertigt, wahrscheinlich aus letzterem. Die Waffe erweckt einen eher dürftigen Eindruck, scheint aber kräftig genug gebaut zu sein, um gelegentlich als Taschenwaffe benützt zu werden. Die linke Seitenfläche des Laufs trägt die Inschrift «ALLEN AND WHEELOCK, WORCESTER, MS US» und «ALLENS PAT'S SEP 7 NOV 9 1958». Die Waffennummer lautet 444.
Die Vervollkommnung der Zentralfeuerpatrone in den sechziger Jahren verdrängte die Randfeuerpatrone, besonders bei grosskalibrigen Waffen, in denen sie sich gerne nach hinten ausbeulte und dadurch das Drehen der Trommel verhinderte. Für die Verwendung in kleinkalibrigen Waffen befinden sich Randfeuerpatronen dagegen noch immer in Gebrauch.


Iver Johnson Revolver

Iver Johnson Revolver

Waffenlänge: 165 mm
Lauflänge:
76 mm
Gewicht:
400 g
Kaliber:
.32
Lauf:
5 Züge, Rechtsdrall
Trommel:
5 Patronen
VO:
ca. 170 m/s

 

 





 

Im Jahre 1871 gründeten Iver Johnson und Martin Bye eine Firma zur Herstellung preiswerter Revolver. Es handelte sich dabei hauptsächlich um Taschenrevolver, die unter einer Vielzahl von Handelsnamen gefertigt wurden. 1883 steuerte Johnson seinen Partner aus und eröffnete in Worcester in Massachusetts seine eigene Fabrik, mit der er im Jahre 1891 nach Fitchburg im selben Bundesstaat umzog. Dort fertigte er Revolver in etwas besserer Qualität als vorher, aber auch diese waren noch recht preiswert, aber sie waren sicher und zuverlässig. Der hier gezeigte Revolver ist ein Kipplaufrevolver.

Er hat einen zylindrischen Lauf mit einer Laufschiene, das Korn ist separat angebracht. Die Kimme ist oben auf der Laufbrücke montiert. Durch die Betätigung eines kleinen gefrästen Hebels auf der linken Rahmenseite lässt sich der Lauf abkippen. Durch das Abkippen wird ausserdem der Auszieher aktiviert. Der Rahmen der Waffe ist vernickelt, der Abzugsbügel ist brüniert, Abzug und Hahn sind einsatzgehärtet. Die Griffschalen bestehen aus Hartgummi mit einem Eulenkopf als Markenzeichen.

Oben auf dem Lauf steht die Beschriftung «IVER JOHNSON ARMS AND CYCLE WORKS FITCHBURG MASS USA», darunter stehen einige Patentnummern, unten auf dem Griff steht die Waffennummer «A7924».


Starr Revolver


Starr Revolver

Waffenlänge:
343 mm
Lauflänge: 198 mm
Gewicht:
1400 g
Kaliber:
.44
Lauf:
6 Züge, Linksdrall
Trommel:
6 Schuss
VO :
ca. 215 m/s

 

 

 



Die Firma Starr Arms Company in New York begann aufgrund eines Patentes vom 15. Januar 1856 mit der Fertigung von Revolvern in der hier gezeigten Bauart. Es gab drei Typen: ein Modell «Navy» in Double Action im Kaliber 6: ein Modell «Army» in Double Action im Kaliber .44, und ein etwas schwereres Modell in Single Action im Kaliber .44 in der Art der hier abgebildeten Waffe. Im Gegensatz zu den zeitgenössischen Colt-Modellen besass der Starr Revolver eine geschlossene Rahmenbrücke, und der Lauf war kippbar vorn am Rahmen angeschlagen.

Wenn die vor dem Hahn im Rahmen sichtbare Schraube entfernt wurde (wozu kein Werkzeug notwendig war), konnte der Revolver durch Kippen geöffnet werden (so wie das bei den späten Webley-Revolvern möglich war) und zur leichten Reinigung zerlegt werden. Aufgrund dieser Anordnung war keine Trommelachse erforderlich, die Trommel wurde durch den Ratschenstern und durch eine vorn angebrachte Warze im Rahmen gehalten. Die Trommel mit sechs Kammern war glatt bis auf die zwölf ovalen Einschnitte für die Arretierung. Durch diese Einschnitte konnte die Trommel neben dem Hahn fest gesetzt werden, sodass die versehentliche Auslösung eines Schusses beim Hinfallen der Waffe oder bei einem starken Stoss verhindert wurde. Die kräftige Ladepresse entsprach der damals üblichen Bauart.

Der einteilige Griff aus Nussbaumholz ist auf den Griff aufgeschraubt. Alle Metallteile der Waffe wurden aus Stahl gefertigt. Das Korn war seitenverschiebbar, die Kimme wurde von einem Einschnitt in der Hahnnase gebildet. Der Rahmen trägt die Beschriftung «STARRS PA'T'ENT JAN 15 1856» auf der rechten Seite und «STARR ARMS CO NEW YORK» auf der linken Seite, die Trommel ist mit «27479» nummeriert. Auf vielen Teilen der Waffe steht außerdem der Buchstabe «C», wobei es sich wahrscheinlich um einen Abnahmestempel handelt.


Hopkins and Allen Modell 1891 «Forehand»



Hopkins and Allen Modell 1891 «Forehand»


Waffenlänge: 190 mm
Lauflänge: 83 mm
Gewicht: 500 g
Kaliber: .32
Lauf: 7Züge, Rechtsdrall
Trommel: 5 Patronen
Vo: ca. 170 m/s

 



 

Die Firma Hopkins & Allen wurde 1868 in Norwich im amerikanischen Bundesstaat Connecticut gegründet und fertigte danach eine ganze Reihe von Schusswaffen, hauptsächlich Revolver. Ende des 19. Jahrhunderts übernahm die Firma nach dem Tod von Sullivan Forehand dessen Firma Forehand Arms Company, die in Worcester in Massachusetts ansässig war. Bald danach begannen Hopkins und Allen mit der Fertigung des sogenannten Forehand-Modells 1891. Es ist ein sauber gefertigter, kompakter Kipplaufrevolver, der hauptsächlich als Taschenwaffe vorgesehen war. Er wird durch das übliche T-förmige Verriegelungsstück der Bauart Smith & Wesson verriegelt.

Nach dem Abkippen des Laufes tritt automatisch der Auswerferstern in Aktion und wirft die Patronen oder Hülsen aus. Durch Betätigen des waagerechten Hebels unter dem Lauf kann die Trommel gelöst und entnommen werden. Die Waffe hat ein Double-Action-Schloss, der Schlagbolzen ist separat im Rahmen montiert. Die Griffschalen bestehen aus schwarzem Vulkanit und tragen die Initialen «H & A» in einem Medaillon. Die Waffe ist nur für Schwarzpulver beschossen.

 

 

Harrington and RichardsonHarrington and Richardson

Waffenlänge:
216 mm
Lauflänge:
127 mm
Gewicht:
400 g
Kaliber:
.22
Lauf:
5 Züge, Rechtsdrall
Trommel:
7 Patronen
Vo:
ca. 150 m/s

 


 

Die bekannte Firma Harrington & Richardson wurde ursprünglich 1874 zur Fertigung von Revolvern gegründet. Die ersten produzierten Typen waren normale Revolver mit geschlossenem Rahmen, aber ab 1897 fertigte die Firma auch eine Reihe von Kipplaufrevolvern in verschiedenen Kalibern und Lauflängen. Die hier gezeigte Waffe ist gut verarbeitet und erinnert stark an den Revolver Smith & Wesson No. 3. Die Waffe hat einen zylindrischen Lauf mit einer Schiene, das Korn ist eingeschoben, als Kimme dient eine eingeschnittene Warze oben auf der Verschlussverriegelung.

Nach dem Hochdrücken der Verriegelung kann der Lauf um etwa 90 Grad nach unten gekippt werden, dabei tritt gleichzeitig der Auswerfer in Aktion. Die Trommel hat sieben Kammern und ist herausnehmbar, die Waffe ist mit einem Double-Action-Schloss ausgestattet. Die Griffschalen bestehen aus schwarzem Vulkanit und sind mit dem Markenzeichen von Harrington & Richardson versehen, einer Zielscheibe mit fünf Einschüssen. Wie alle Waffen musste auch dieser Revolver bei der Einfuhr nach Grossbritannien neu beschossen werden und trägt deswegen Beschusszeichen aus Birmingham.

 

 


Was Kunstschützen einander so schenken:

Frank Butler verehrte dieses güldene Trio um 1900 seiner Frau Annie Oakley, der wohl berühmtesten Schützin ihrer Epoche.
Die S & W in der Mitte wurden mit Namen beschriftet, ebenfalls der Kassettendeckel.
Oscar Young gravierte die zwei S & Ws, die Stevens-Pistole (links) bearbeitete ein anderer Künstler in einem sichtlich kontrastierendem Stil,
den man aber bei Waffen von Stevens gelegentlich sieht. Der teure Zierrat machte durchaus Sinn:
Wenn Annie die Waffen bei Vorführungen unter freiem Himmel benutzte, funkelten sie prächtig im Sonnenlicht.

 

 

 

 

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