DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE

Der Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten

Deutsche Unions-Offiziere von A-Z

D

D a l l m e y e r , W. K.
Oberst eines Milizregiments von Gasconade County, Missouri.

D a u m , Philipp
Oberstleutnant der Artillerie, ehemals preußischer Offizier. Er ist der eigentliche Sieger in der Schlacht bei Kernstown, Mai 1862. Dieser Sieg, der einzige, welchen die Unionstruppen über Jackson in jener Kampagne erlangten, wird General Shields zugeschrieben. Shields war jedoch in der Schlacht gar nicht anwesend, obschon seine Truppen sie schlugen. Die Irländer behaupteten, daß ihr Landsmann Shields der einzige gewesen sei, der Jackson schlagen konnte. Aber vor Daums Artillerie rissen die Rebellen aus. Es herrschte stets eine Rivalität zwischen den deutschen und den irischen Regimentern während des Krieges.

D e g e n e r , Eduard
hervorragender Führer der deutschen Unionsfreunde in Texas, Mitgründer der deutschen Siedelung Sisterdale am Guadelupeflusse. Stammte aus Braunschweig; eingewandert 1850. Seine beiden Söhne fielen im Gefechte am Nuecesflusse. Degener wurde von den Konföderierten ins Gefängnis gesteckt, aber nach Monaten gegen Bürgschaft entlassen. Nach dem Kriege wurde Degener zweimal in den Kongreß erwählt.

v. D e g e n f e l d , Christoph
Major des 26. Ohio-Infanterie-Regiments. Preußischer Offizier. Er wurde schwer verwundet bei Salzburg, Va., Oktober 1864, und starb nach langen Leiden in Sandusky, 0. Ein Teil eines Schlüssels, den Degenfeld bei sich trug, wurde von der Kugel mit in den Körper gerissen und konnte nicht entfernt werden. Das von Degenfeld organisierte 26. Ohio-Regiment war eines der besten des westlichen Heeres.

D e i t z e r
Oberst des halbdeutschen I. Kansas-Regiments. Oberst Deitzer führte in der verhängnisvollen Schlacht von Wilsons Creek eine Brigade, bestehend aus zwei Kansas- und dem I. Iowa-Regiment (demselben, welches graue Uniformen trug und vorher der Sigelschen Brigade attachiert gewesen war).

D e l f o s s e , Jul. N.
Major, 12. Kentucky-Kavallerie-Regiment.

D e m m y , Charles
Ein Posten der Grand Army ist nach diesem tapferen deutschen Kapitän des 12. Missouri-Regiments benannt worden. Demmy fiel beim Sturm auf Vicksburg.

D e n g l e r , Adolf
Hervorragender Achtundvierziger. Er hatte im Jahre 1848 Freiburg im Breisgau gegen die badischen Truppen verteidigt. Später »lateinischer« Farmer in Belleville, Ill., Dengler organisierte im April 1861 eine Kompagnie junger Deutscher aus Belleville und führte dieselbe nach St. Louis, wo sie dem 3. Missouri-Regiment (Sigel) zugeteilt wurde. Intimer Freund Sigels. Kämpfte bei Carthage, Wilsons Creek, Pea Ridge, wurde Oberst des 3. deutschen Missouri-Regiments und fiel bei dem großen Sturme auf Vicksburg, 22. Mai 1863.

D e s s a u e r ,
Major im Generalstab des II. Korps.
Fiel bei Chancellorsville, wurde vom Pferde geschossen, als er dem 54. New Yorker Regiment Gilsas Befehl zum Rückzug überbrachte.

v. D e u t s c h
Oberst des halbdeutschen 4. Missouri-Reiterregiments. Die Kompagnie M- desselben bestand aus der ehemaligen Milwaukee-Kavallerie, sämtlich frühere deutsche Soldaten.

D i c k , Hermann
Batteriechef aus Philadelphia. Später Journalist und Lokalredakteur des »Phil. Demokrat«.

D i e c k m a n n , Julius
Major, führte das 1. Bataillon des 15. New Yorker Artillerie-Regiments bei Cold Harbor, Juni 1864.

D i e t r i c h , Henry
Kapitän im 39. New Yorker Regiment (ehemals Garibaldis). Bei Gettysburg zählte das Regiment nur noch vier Kompagnien, 307 Mann, alles Deutsche, abgesehen von einigen Deutschschweizern. Nach Major Hildebrandts Verwundung fungierte der Brigadegeneral Willard nominell als Befehlshaber, aber jeder der Hauptleute leitete selbständig. Die 39er eroberten am 2. Juli die 1. Batterie des 5. regulären U.S.-Artillerie-Regiments zurück, welche der Feind genommen hatte. Bei diesem Bajonettangriff verlor das Regiment 20 Tote und 46 Verwundete, also in wenigen Minuten fast den vierten Teil seiner Mannschaft. Diese Tat belohnte der Staat New York durch Setzung eines großen Granitblocks mit entsprechender Inschrift. Bei der Enthüllung dieses Denkmals hielt Kapitän Dietrich in deutscher Sprache die Hauptrede. Sie ist deutsch abgedruckt in dem Werke »New York in the War«.
Auch am 3. Juli zeichnete sich das 39. Regiment glänzend aus. Es stand mit einem Ohio- und einem Minnesota-Regiment als Vorposten vor der Schlachtlinie, als der feindliche Hauptangriff unter Pickett erfolgte. Hier wurde Pickett stark aufgehalten und das Zurückwerfen dieses Angriffs, wodurch diese Hauptschlacht für die Union entschieden wurde, wesentlich erleichtert. Kapitän Dietrich war Provostmarschall in Centerville 1862 bis 1863. Zeichnete sich durch Säuberung der Gegend von Guerillas und Buschkleppern aus. Stand schon 1848, im 15. Lebensjahre auf den Barrikaden in Hessen-Kassel.

D i e t z
zuerst Kapitän der Ingenieure in der konföderierten Armee in Texas. Er war in den Dienst gepreßt worden, gehörte den Unionstreuen in Texas an. Hat alle Pläne zur Befestigung von Galveston und Umgegend gezeichnet. Erst im März 1864 gelang es ihm zu desertieren und dann unter der Flagge zu dienen, welche er liebte. Er fiel als Unionsoffizier in den Kämpfen um Petersburg, Va.

D i l g e r , Hubert
Batteriechef, früher badischer Artillerieoffizier, kam nach Amerika, um der Union seinen Degen anzubieten. Es ist von ihm in der eigentlichen Schilderung an so vielen Stellen die Rede gewesen, daß hier nur noch wenig zu sagen bleibt. Dieser echte Kriegsheld blieb nur Kapitän in der Artillerie, trotz seiner vielen, auch von der angloamerikanischen Geschichtschreibung oft anerkannten Ruhmestaten! Nach dem Kriege trug sich Dilger mit dem Plane, eine Geschichte der Deutschen im Bürgerkriege zu schreiben, aber eine Feuersbrunst beraubte ihn seines ganzen sehr wertvollen Materials.

Dilger gehörte zu der deutschen Division Blenkers und kam zum ersten Male bei Cross Keys im Shenandoahtale, Juni 1862, an den Feind. Er führte als Batteriechef die Kompagnie J. des I. Artillerie-Regiments von Ohio. Glänzende Dienste hat er in der zweiten Schlacht bei Bull Run, sodann bei Chancellorsville -und Gettysburg geleistet. Er führte das einzige Geschütz, welches in dem Verteidigungskampfe der Brigade Buschbeck bei Chancellorsville zur Geltung kommen konnte. Wie durch ein Wunder entkam er dort den ihm nachsetzenden Feinden. Im Spätsommer zog Dilger mit dem II. Korps nach Chattanooga und war ehrenvoll beteiligt an den großen Schlachten um jene Stadt. Er verblieb in der westlichen Armee und zog mit Sherman durch Georgia und beide Carolinas bis dicht vor Richmond. Dilger war in der ganzen nördlichen Armee bekannt und galt als einer der glänzendsten Offiziere des Nordheers.

Auf jedem Schlachtfelde, wo er aufgetreten ist, hat er sich mit Ruhm bedeckt, namentlich auch in den zahllosen Kämpfen der Shermanschen Armee. Die Infanterie ging stets mit besserem Geiste ins Feuer, wenn sie wußte, daß Dilgers Batterie mit dabei war. Der Verfasser hat Dutzende von Briefen erhalten, in welchen erklärt wird, daß Dilger der beste Artillerist des ganzen Nordheeres gewesen ist. Dilger nahm großes Interesse an der Arbeit des Verfassers, konnte sich aber wegen Krankheit leider nicht als Mitarbeiter betätigen. Er schrieb dem Verfasser: »Meine Kriegserfahrungen sind nicht von so hocherfreulichen Resultaten gewesen, um in Erinnerungen zu schwelgen, die mich nur ärgern könnten und lügen oder verschleiern kann ich nicht. Jetzt stehe ich auf ganz neutralem Boden. «

D i s t e r , Peter
Oberstleutnant und zeitweilig Führer des 58. Ohio-Regiments. Gefallen, 28. Dezember 1862 beim Sturm der Befestigungen von Chickesaw bei Vicksburg zusammen mit den Hauptleuten Kinser, Deffenbach, Kette und Oderfeld. Das Regiment wurde in Dayton rekrutiert und war fast ganz deutsch. Es war das erste, welches in Fort Donelson eindrang. Dister, aus Gundersheim bei Worms gebürtig, war in Hessen Soldat gewesen. Er kämpfte schon in der ersten Schlacht von Bull Run im 1. Ohio-Regiment, später bei Shiloh und in allen Kämpfen unter Sherman bis zu den ersten Angriffen auf Vicksburg. Ein Bruder Disters war Kapitän im 58. Ohio-Regiment.

D o m s c h k e
aus Milwaukee. Offizier in einem Wisconsiner Regiment. Hat ein Buch geschrieben über seine Kriegsgefangenschaft. Vergleiche über denselben Gegenstand »Martyria Andersonville«, Boston 1866, von Augustin Hamlin.

D o r r i e s , F.
Chef der Batterie L des I. Ohio-Art.-Reg.

D o t z e , August
Oberstleutnant des 8. Ohio Kavallerie-Regiments, kämpfte von 1861 bis 1864 in Westvirginien, auch unter Sigel in dessen zweiter New Market-Kampagne, wurde gefangen genommen und schmachtete in Libby.

D o u a i , Adolf
Dr., Redakteur der deutschen San Antonio Zeitung. Einer der kühnsten und treuesten Unionsmänner in Texas. Fruchtbarer Schriftsteller. Hervorragender Pädagoge.

D ö h n
Dr. aus Dresden, Achtundvierziger-Flüchtling. Einer der Führer der deutschen Erhebung in St. Louis.

D ö p k e , Adolph
Oberst, 45. New Yorker, zeichnete sich bei Gettysburg aus, wo das Regiment mehrere hundert Gefangene machte. Diente bis Ende des Krieges. Leitete das erste Vorpostengefecht der deutschen Division bei Annendale, Va., im März 1862.

D ö r f f l i n g e r , Karl
Milwaukee. Offizier im 26. Wisconsin-Regiment. Verlor in der Schlacht von Chancellorsville ein Bein. Hat eine Geschichte des 26. deutschen Regiments geschrieben. Hervorragender Pädagoge und Schriftsteller in Milwaukee.

D u y s i n g
Major, ehemals kurhessischer Artillerieoffizier. Hat in der Potomacarmee hervorragende Dienste geleistet. Starb infolge schwerer Wunden. Begraben auf dem Arlington-Friedhof.

Startseite