DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE
Der
Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten
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Unions-Offiziere von A-Z |
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E
v.
E g o l f , Joseph
Kapitän in General Carrs Stab, fiel in der zweiten Schlacht am Bull
Run.
v. E g l o f f
s t e i n
Oberst des deutschen 103. New Yorker Regiments. Oberst v. Egloffstein
organisierte im 103. Regiment eine sog. Elitekompagnie, deren Mannschaft
aus lauter ehemaligen deutschen Offizieren bestanden haben soll. Diesen
Leuten hatte der Oberst rasches Avancement versprochen, auch trugen
sie ein besonderes Abzeichen an der Uniform. Die Kompagnie drang bei
den Kämpfen um New Bern meilenweit ins feindliche Gebiet vor, trieb
die ganze feindliche Vorpostenkette zurück und machte 200 Gefangene.
Die Kompagnie war bei dieser Gelegenheit durch Freiwillige verstärkt
und zählte ungefähr 150 Mann. Der Oberst wurde bei dieser Expedition
zweimal verwundet. Der Oberstleutnant Kretschmar des 103. Regiments
intrigierte gegen v. Egloffstein, und letzterer mußte gehen. Doch wurde
er später rehabilitiert und zum Brevet-General befördert.
v. Egloffstein wurde dienstunfähig infolge seiner Wunden. Sein Nachfolger
war der Württemberger Ringold (bei Suffolk gefallen), sodann der in
Deutschland so bekannte Schriftsteller und Zeichner Wilhelm Heine (Leipzig).
Mehrere Mitglieder jener Elitekompagnie sind später in die reguläre
Armee übergetreten und Offiziere geworden. Das 103. Regiment wurde dreimal
durch Rekrutenersatz verstärkt, litt aber so schwer, daß zu Ende des
Krieges nur noch drei Kompagnien vorhanden waren. Kapitän Redlich führte
dieses Bataillon im Jahre 1865 nach New York zurück. Das Regiment kämpfte
im 9 Korps unter Burnside in der New Bern-Kampagne, dann am Antietam,
bei Fredericksburg, Suffolk, im Shenandoahtale, ferner bei der Belagerung
von Charleston und später unter Grant bei Petersburg bis Appomatox.
v. E i n s i e d e l
sächsischer Offizier, führte das 41. New Yorker De Kalb-Regiment
bei Chancellorsville und Gettysburg.
v. E n g e l
Major im Stabe General Caseys. Schwer verwundet stürzte er sich
im Fieber aus dem Fenster. Sohn eines sächsischen Generalleutnants.
v. Engel nahm als topographischer Ingenieur an den Pfadfinder-Expeditionen
Frémonts teil.
E n g e l m a n n , Adolf
Brigadegeneral, geb. 1825. Als Kind mit seinem berühmten Vater nach
der »deutsch-lateinischen« Niederlassung in St. Clair County, Belleville,
Ill., eingewandert. Offizier im mexikanischen Kriege, wurde schwer verwundet.
Ging von Amerika nach Schleswig-Holstein, um 1848 gegen die Dänen zu
kämpfen. Nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt, wurde er in seiner
Heimat Farmer. 1861 Oberstleutnant im 43. Illinois-Regiment, in welchem
die Blüte der deutschamerikanischen Jugend von Belleville diente. Julius
Raith war dessen Oberst. Als dieser heldenmütig bei Shiloh gefallen
war, wurde A. Engelmann sein Nachfolger, und zwar gleich als Führer
der Brigade. Kämpfte bei Vicksburg und in den weiteren Feldzügen Grants
im Westen. Besonders ausgezeichnet hat er sich in Banks unglücklichem
Red River-Feldzuge, wobei er unter Friedrich Salomon eine Brigade führte.
Gustav Körner schreibt von ihm:
»Er ist der Sohn seines Vaters das sagt genug.«
E l l w a n g , M.
Major im halbdeutschen 6. Kentucky-Infanterie-Regiment. Fiel zu Anfang
des Krieges.
E p p s t e i n , Joseph
Oberstleutnant, 5. Missouri-Miliz
E r d e l m e y e r , Franz
der dritte Oberst des deutschen 32. Indiana-Regiments, der das Regiment
vom Herbst 1862 durch den ganzen Krieg geführt hat. Stammte aus Indianapolis,
war in Deutschland Offizier gewesen. Zeichnete sich aus bei Stone River,
besonders aber bei Chickamauga und bei dem Sturme auf Missionary Ridge,
wo er einer der ersten war, welche die Schanzen der Konföderierten auf
der Höhe erstürmten. Der wackere alte Veteran lebte bis 1910 in Indianapolis.
E s s i g
Kapitän, befehligte eine Batterie in Sigels
Division während der Kämpfe in Missouri. War während der badischen Revolution
Sigels Adjutant gewesen. Auch General Osterhaus rühmt Essig als tüchtigen
Artilleristen. Ertrank im Mississippi.
Erste
Freiwillige des Bürgerkrieges
welche von der Union in Dienst gestellt wurden, waren die deutschen
Turnerschützen von Washington. Dieselben organisierten sich bereits
in den letzten Tagen des Jahres 1860, sofort nach der Besetzung des
von, Major Anderson verlassenen Forts Moultrie durch die Südcarolinaer
Truppen am 27. Dezember 1860. In den ersten Tagen des Januar 1861 wurde
diese Kompagnie eingemustert und im April 1861 durch Baltimorer Turner
verstärkt. Bei der Inauguration Lincolns haben diese Turner-Freiwilligen
die Ehrengarde und Leibwache des neuen Präsidenten gebildet.
Die Kompagnie wurde dem 8. Bataillon angegliedert und hatte die
Vorhut beim ersten Einmarsch der Unionstruppen nach Virginien am 23.
Mai 1861, womit die erste Bull Run Kampagne eröffnet wurde. Zwei Mitglieder
dieser deutschen Turner-Kompagnie, Johann Ricks und Martin Ohl, fielen
am 7. Juli 1862 als die ersten Opfer des Bürgerkrieges im offenen Kampfe
mit dem Feinde. Da sich mehrere Militärorganisationen um die Ehre streiten,
die ersten Freiwilligen gewesen zu sein, so mag bemerkt werden, daß
der bekannte deutschamerikanische Geschichtsforscher L. P. Hennighausen
in Baltimore, selbst ein Freiwilliger aus jenen Tagen, obige Angaben
bei einem großen Veteranenfeste in Washington (12. April 1886) in einer
ausführlichen Rede dargelegt hat, und daß wohl kein Zweifel mehr darüber
bestehen kann, daß deutsche
Turner die ersten Freiwilligen des Bürgerkrieges waren.
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