DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE

Der Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten

Deutsche Unions-Offiziere von A-Z

F

F a h r e n h o l t z , 0. W.
Stammte aus einer der deutschen Siedlungen in der Umgegend von San Antonio, Texas, trat als 10 jähriger Knabe in New Orleans in die Flotte ein und diente während des ganzen Krieges als Matrose und als Unteroffizier. Wurde mehrfach verwundet, blieb in der Flotte, bestand sein Offiziersexamen und avancierte bis zum
Rear Admiral , befehligte den Kreuzer Monocacy während des Spanisch-Amerikanischen Krieges.

F ä h t z , C. F. M.
Oberstleutnant des 8. Maryland-Regiments, ehemals österreichischer Offizier. Revolutionär in Ungarn.

F a s t r a m , P. S.
kommandierte die 5. Batterie (E) im I. Rhode Island-Artillerie-Regiment.

F i o l a , John A.
Oberst, Chef der topographischen Abteilung in General Frémonts Stabe während der Missourie Kampagne von 1861, wird von Sigel als ein außerordentlich tüchtiger Offizier gerühmt. War früher süddeutscher Offizier.

F i n k e l n b u r g , Gustav
Adjutant des 3. Missouri-Reserve Regiments unter Oberst Fritz. Später mehrmals von St. Louis in den Kongreß erwählt. Einer der tüchtigsten und kenntnisreichsten deutschen Kongreßmitglieder. Gegenwärtig Bundesrichter in Missouri. Bedeutender Deutschamerikaner.

F l a d , Henry
Oberst des Ingenieur-Regiments von Missouri. Er war einer der bedeutendsten Ingenieure Amerikas und hat sich im Kriege, namentlich als Brückenbauer, ausgezeichnet. Nach dem Kriege wurde Flad der erste Gehilfe von Eads beim Bau der großen Mississippibrücke, ja er ist als der eigentliche Schöpfer dieses Wunderwerks der Technik anzusehen. War bis zu seinem Tode Präsident des sog. Board of Improvement (Hoch- und Tiefbauamt) in St. Louis.

v. F o r s t n e r , Siegfried
Major im 3. New Jersey-Reiter Regiment und Topograph, machte unter Sumner mehrere Rekognoszierungender feindlichen Stellung bei Centerville und Manassas und legte das Resultat in guten Karten fest.

F r a n k , John
Chef der Batterie (G) des I. New Yorker Artillerie-Regiments.

F r a n k , Paul
Oberst des 52. New Yorker, eines deutschen Heldenregiments, welches später von dem wackeren Oberst Freudenberg geführt wurde. Titulargeneral. Kommandierte eine Brigade in Hancocks Korps von der Wilderneß-Kampagne bis Petersburg und Ende des Krieges.

F r e y , Emil
Deutschschweizer, Major. Kehrte nach dem Kriege nach der Schweiz zurück und fungierte später lange als eidgenössischer Gesandter in Washington, bekleidete auch das Amt des schweizerischen Bundespräsidenten und lebte im Jahre 1910 in Bern. Er organisierte in Highland, Illinois, die schweizerische Scharfschützenkompagnie im Heckerschen 82. Illinois-Regiment. War ein intimer Freund Heckers. Kämpfte mit großer Auszeichnung bei Chancellorsville, wurde auf dem Schlachtfelde Major und führte einen Teil des Regiments bei Gettysburg. Dort wurde er auf dem Rückzuge des II. Korps in den Straßen der Ortschaft gefangen und nach dem Offiziersgefängnis Libby in Richmond gebracht.

F r e u d e n b e r g , C. F.
Oberst des deutschen 52. New Yorker Regiments, das so ungeheuer in den Kämpfen gelitten hat. Freudenberg war Achtundvierziger. Wurde zweimal schwer verwundet. Wurde nach dem Kriege Kapitän im 14. Bundes-Infanterie Regiment und 1877 als Leutnant Colonel verabschiedet. Machte noch den Feldzug gegen die Sioux mit. Freudenberg hatte als 15 jähriger Knabe an der badischen Revolution teilgenommen.

v. F r i t s c h , F. 0.
Kapitän im 68. New Yorker Regiment. Adjutant des Generals v. Schimmelfennig, Verfasser des Buches »A Gallant Captain of the Civil War« (London 1902). Otto v. Fritsch war Offizier bei den sächsischen Gardereitern gewesen, ging mit ehrenvollem Abschiede nach Mexiko, um für Maximilian zu kämpfen, kam 1862 nach den Vereinigten Staaten und wurde bald Schimmelfennigs Adjutant. Wurde von seinem General bei Chancellorsville zum Rekognoszieren ausgeschickt, stieß dabei auf den Feind und machte davon Meldung, aber auch dieser Bericht wurde nicht geglaubt. In der Schlacht wurde v. Fritsch schwer verwundet. Sein Buch ist wohl das beste von der ganzen Literatur, welche sich mit dem inneren Getriebe im Unionsheere beschäftigt.

F r i t s c h , W. A.
Dr. med., Evansville, Ind. Verfasser der Geschichte des Deutschtums von Indiana (N. Y. 1896, bei Steiger). Eine sehr interessante Broschüre, welche auch über die Beteiligung der Deutschen von Indiana am Bürgerkriege zuverlässiges Material enthält. Fritsch diente als Offizier im halbdeutschen 136. Indiana Regiment und war am Marsche durch Georgia ehrenvoll beteiligt.

F r i t z , Emil
Kapitän, befehligte das I. California-Reiter-Regiment in der Rio Grande-Kampagne in Texas. Ehrenvoll beteiligt bei Einnahme von Fort Thorne. Leitete manche scharfe Gefechte mit den Navajo-Indianern.

F u c h s h u b e r
Kaplan im 9. Ohio-Regiment. Seine Predigten waren freisinnige Vorträge. Er war aber ein trefflicher Ratgeber der Soldaten, schrieb Briefe für sie und machte sich nützlich im Lazarett.

F u g e r , Friedrich
Feuerwerker in der Batterie A, im 4. N. Y. Artillerie-Regiment. Wurde auf dem Schlachtfelde von Gettysburg zum Leutnant befördert und erhielt die goldene Ehrenmedaille. Dazu steht in der Rangliste: »Dieser Offizier, damals ein Sergeant, übernahm den Befehl über die Batterie, nachdem alle Offiziere derselben getötet oder verwundet worden waren und nachdem fünf Geschütze bei Picketts Ansturm gegen Cemetery Ridge (Gettysburg) unbrauchbar geworden waren. Mit größter Bravour kämpfte Fuger mit den noch gebrauchsfähigen Kanonen weiter, bis die Batterie auf höheren Befehl zurückgezogen wurde.«

F u n k , A.
Oberst des 39. New Yorker, reorganisierten, Garibaldi-Regiments. Funk führte das mit dem 37. New Yorker verschmolzene Regiment aber erst nach Gettysburg.

F u n k e , Otto
Oberstleutnant des II. Illinois-Kavallerie Regiments. Kämpfte in Arkansas und im Südwesten.

F u s s e r
Kommandant des Kanonenboots Miami, das im Kampfe mit dem konföderierten Panzerschiffe Albemarle unterging. Fusser und seine ganze Mannschaft fanden den Seemannstod. Von diesem deutschen Seehelden sagt General Hawkins: Er war ein seltener Mann, patriotisch, treu, männlich, dabei bescheiden, vorsichtig und wahrheitsliebend im höchsten Maße und einen tapfereren Mann als Fusser hat es wohl nie gegeben.

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