DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE
Der
Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten
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Unions-Offiziere von A-Z |
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G
G
e l l m a n n , F.
Oberst des 54. New Yorker Regiments. Hat sich vielfach ausgezeichnet.
v. G e
r b e r , Gustav
Oberstleutnant des 24. Indiana Regiments, fiel bei Shiloh an der Spitze
seiner tapferen Leute. General Lew Wallace (der Dichter), in dessen
Korps die 24er kämpften, sagt von ihm: »Niemand starb ruhmvoller
als Gerber. Und doch starben bei Shiloh so viele tapfere Männer und
doch wurden dort so viele ruhmvolle Taten vollbracht.«
G e
r b e r
Oberstleutnant, ehemals preußischer Offizier, wurde zu Anfang des
Krieges von einem eifersüchtigen Liebhaber ermordet, der Gerber für
einen anderen hielt.
G e r h a r d
t , Joseph
Brevet-Brigadegeneral, geb. 1817 in Bonn. Achtundvierziger. Führer eines
Bataillons im badischen Aufstande. Entkam aus Rastatt und flüchtete
über die Schweiz nach Amerika. Bei Ausbruch des Krieges gründete er
die Turner-Kompagnie in Washington und wurde deren Kapitän. Später Oberst
des 46. New Yorker Freiwilligen-Regiments. Diente mit großer Auszeichnung
und wurde bei Beendigung des Krieges zum Brigadier (Brevet) ernannt.
G e r s o n , Otto
Kapitän im 45. New Yorker Infanterie Regiment, wurde bei Chancellorsville
gefangen genommen und im Offiziersgefängnis zu Macon, Ga., von der Wache
erschossen, als er der Totenlinie (Dead Line) beim Haschen nach einem
ihm zugeworfenen Stück Brot zu nahe kam. Sein Schicksal blieb bis in
die 90er Jahre unbekannt und wurde erst durch zufällige Erwähnung der
Episode in Hadleys Buch »Seven Months a Prisoner« entdeckt.
G i e s e , Henry A.
Major des 46. Ohio-Regiments, wurde bei Dallas, Ga., Sommer 1864, tapfer
vorgehend, erschossen. Giese machte in der ursprünglichen Shermanschen
Division alle Feldzüge des 13. Armeekorps mit und kämpfte in allen Schlachten,
wo dasselbe beteiligt war, von Pittsburg Landing (Shiloh) bis Dallas,
Ga.
G i e s e c k e , Julius
Kapitän, eröffnete das Gefecht von Pigeons Ranch (Santa Fé-Expedition).
4. reg. Bundes-Infanterie.
G i e s l e r , Julius
Kapitän im 3. Wisconsin-Kavallerie-Regiment, ehemals preußischer Offizier.
Kämpfte im Westen und zeichnete sich besonders in den sehr hartnäckigen
und blutigen Gefechten mit den Guerillas aus. Er fiel kurz vor Friedensschluß
von zwölf aus dem Hinterhalt abgeschossenen Kugeln durchbohrt bei Little
Rock, Ark. (Mitte März 1865). Stammte aus Westfalen und war mit Kapp,
Schurz und Willich intim befreundet.
v. G i l s a , Leopold
ehemals preußischer Offizier. Kämpfte 1847 bis 1848 in Schleswig-Holstein
im Heer der Patrioten. Anfang der 50er Jahre in Amerika. Es ging ihm,
wie so vielen seiner Kameraden, zuerst herzlich schlecht. v. Gilsa ernährte
sich in New York längere Zeit durch Gesangsvorträge und Klavierspielen
in den Tingeltangels und Polkakneipen der New Yorker Bowery. Aus diesem
Elende erlöste ihn der Krieg. Er wurde Oberst des 41. New Yorker (De
Kalb) Regiments, welches ausschließlich aus altgedienten deutschen Soldaten
bestand. Schreckensmarsch der deutschen Division und Schlacht bei Cross
Keys, Va., wo sich v. Gilsa sehr auszeichnete und schwer verwundet wurde.
Er kämpfte dann unter Sigel im Popeschen Feldzuge von 1862, war Sigels
Stabschef und zeichnete sich als solcher bei Bull Run II aus. Er erhielt
im Frühling 1863 den Befehl über die I. Brigade der Division Devens
im II. Korps und hatte bei Chancellorsville den ersten Ansturm der gesamten
jacksonschen Armee aufzufangen. Hat sich dabei vortrefflich gehalten
und der vielfachen Übermacht wenigstens eine Zeitlang widerstanden.
Bei Gettysburg erlitt seine Brigade in den Kämpfen am I. Juli starke
Verluste und bei dem Sturme der Konföderierten auf den Friedhofshügel
am Abende des 2. Juli hatte diese wieder recht ungünstig postierte Brigade,
wie bei Chancellorsville, den ersten Anprall des Feindes aufzufangen.
Sie wurde von der Übermacht geworfen, zog sich auf das Hauptkorps zurück
und hat dann wacker weitergekämpft.
v. Gilsa wurde, Herbst 1863, mit seiner Brigade nach den Carolinas entsendet
und kämpfte neben Schimmelfennig bei der Belagerung von Charleston.
Das 41. Regiment war das letzte, welches im Jahre 1864 ausgemustert
wurde. v. Gilsa ging mit den Resten seines alten Regiments nach New
York zurück, wurde dort gebührend gefeiert und organisierte im Winter
1864 bis 1865 ein neues Regiment, welches jedoch nicht mehr zum Schlagen
kam. Er war ein tapferer und umsichtiger Offizier, und es ist sehr zu
bedauern, daß er nicht zum General befördert wurde. Die Prinzessin Salm-Salm
behauptet in ihren Memoiren, sie habe v. Gilsas Beförderung verhindert
(Felix v. Salm-Salm war eine Zeitlang Untergebener v. Gilsas, und unter
den beiden herrschte Feindschaft).
Die Prinzessin hat manche Kulisse geschoben, und unmöglich ist es durchaus
nicht, daß sie es bewirkte, daß dieser verdienstvolle deutsche Offizier
mit demselben Range (nach vierjährigen Kämpfen) verabschiedet wurde,
mit welchem er in das Heer eingetreten war. Ein Grand Army-Posten in
New York verewigt seinen Namen. Über v. Gilsa wird in vielen amerikanischen
Kriegsgeschichten, auch bei Doubleday, eine Anekdote berichtet: Auf
dem Rückzuge bei Chancellorsville traf v. Gilsa auf seinen Korpsführer
Howard, dessen Nachlässigkeit das Unglück wesentlich verschuldet hatte.
Howard soll v. Gilsa ermahnt haben, er möge sich auf Gott verlassen.
Daraufhin soll der Oberst in deutscher Sprache seinen Chef mit einer
Auswahl von Kasernenhofblüten angebrüllt haben, so daß Howard glaubte,
v. Gilsa sei verrückt geworden.
G l a n z , Chas.
Oberst des meist aus Deutsch-Pennsylvaniern bestehenden 153. Pennsylvania-Regiments,
welches bei Chancellorsville an der äußersten Rechten stand und mit
dem 54. New Yorker kurze Zeit standhielt, nachdem das 41. und 45. New
Yorker bereits geworfen waren.
G o e b e l , F.
Oberstleutenant im 7. deutschen N. Y. Regiment
G o
l l m e r , Hugo
Sprecher der St. Louiser Turngemeinde, Kapitän im I. Missouri-Regiment.
Noch ehe Lincolns Aufruf, April 1861, erschien, hatte Gollmer seine
Turner-Kompagnie organisiert. Er diente später als Offizier im 17. Missouri-Regiment
und trat dann in den topographischen Dienst. Er entwarf die ersten Kriegskarten
für den Missourier Feldzug.
G ö b e l , Gert
Führer der Deutschen in Franklin County, Mo. Kam als Jüngling mit seinem
Vater, dem Mathematiker Professor Göbel aus Koburg, nach Missouri. Farmer,
Trapper und Schriftsteller. Sein Buch »Länger als ein Menschenleben
in Missouri« ist eines der wertvollsten Beiträge zur deutschamerikanischen
Geschichte.
G ö l z e r , August
Oberstleutnant, 60. Indiana Regiment.
G o r d o n , William E.
Stabschef des Generals Osterhaus. Jeder hielt diesen geborenen Schotten
für einen Deutschen. Hatte in Württemberg die Schule besucht. Er war
der Drillmeister der deutschen St. Louiser Turner-Kompagnien, welche
schon vom Januar 1861 an das englische Exerzierreglement erlernten.
Gordon war die rechte Hand des Generals Osterhaus und nahm an dessen
sämtlichen Feldzügen teil.
G r e b e , Wilhelm
Kapitän Co. F., 4. Missouri-Kavallerie, stammte aus Hildesheim, erhielt
die Tapferkeitsmedaille vom Kongreß zugebilligt wegen heldenmütigen
Vorgehens in der Schlacht von Jonesboro, Ga., 31. August 1864. Grebe
hatte sich mit seinem deutschen Kameraden Hanson duelliert und wurde
deshalb zusammen mit Hanson von einem Kriegsgerichte kassiert. Doch
hat der Kongreß durch ein besonderes Gesetz, 20 Jahre später, jenes
Urteil aufgehoben und den tapferen Grebe rehabilitiert.
G r e b n e r , Konstantin
Schrieb die Geschichte des deutschen 9. Ohio-Regiments von Cincinnati.
Das Material zu diesem bei Rosenthal & Co., Cincinnati, erschienenen
Buche wurde wesentlich von Kapitän Henry Metzner und von Kapitän Bertsch,
Offiziere des 9. Ohio-Regiments, geliefert.
G r e u s e l , Nikolas
Deutsch-Elsässer. Kam mit seinen Eltern als Kind nach Amerika, diente
ehrenvoll als Kapitän im 7. Michigan Regiment im mexikanischen Kriege,
dann als Major zunächst im 7. Illinois-Infanterie-Regiment, bei Ausbruch
des Bürgerkrieges, und später als Oberst des 36. Illinois-Regiments,
wurde ehrenvoll entlassen infolge von Krankheit im Februar 1863.
G r i m m , Franz
Redakteur der Belleviller Zeitung. Kapitän im 43. Illinois-Infanterie-Regiment.
Starb, von mehreren Kugeln durchbohrt, bei Shiloh den Heldentod, als
er seine Kompagnie den anstürmenden Rebellen entgegenwarf.
G
r o ß k o p f ,
Edw.
berühmter Artillerieführer aus Dayton, Ohio. Kämpfte in der 10. Ohio-Batterie
von Shiloh bis Milligan Bend; mehrmals schwer verwundet, später als
Ingenieur-Offizier in General Mortons Stabe; führte die 20. Ohio-Batterie
1863 in den großen Schlachten des Westens ruhmvoll, namentlich bei Chickamauga
und Chattanooga. Zuletzt Major des 9. farbigen Artillerie-Regiments,
welches Großkopf in der Schlacht von Nashville 15. und 16. Dezember
1864 führte. War später Generalinspektor sämtlicher Militärkommandos
von Alabama. Ehemals preußischer Offizier.
G r ü n h u t , Joseph B.
Kapitän im 82. Illinois-(Hecker Regiment), hat sich vielfach ausgezeichnet.
Besonders, wie Frey berichtet, bei Chancellorsville. Er deckte mit zwei
Kompagnien Dilgers Batterien ruhmvoll bei Gettysburg. Lebt noch (1911)
in Peoria, Illinois,und ist einer der bekanntesten Veteranen des Westens.
G r u m b a c h , Nikolaus
Kapitän des 149. (halbdeutschen) New Yorker Infanterie-Regiments, das
in Syracuse organisiert wurde. Bei der Verteidigung des Culp Hügels
(Gettysburg, 2. Juli 1863) führte Grumbach das Regiment, nachdem Oberstleutnant
Randall gefallen war. Fast die Hälfte des Regiments wurde getötet und
verwundet, die Regimentsfahne erhielt 81 Kugellöcher. Auch am 3. Juli
befehligte Grumbach das Regiment. Dasselbe hatte schon bei Chancellorsville
194 Mann verloren.
G u m b a r t
Batteriechef im 2. Illinois-Artillerie-Regiment,
welche in den meisten Schlachten des westlichen Kriegsschauplatzes ehrenvoll
kämpfte.
G ü l i c h , Theodor
bekannter deutscher Volksmann in Iowa, Redakteur des Davenporter »Demokrat«.
Leistete gute Dienste als Quartiermeister der Iowaer Truppen.
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