DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE
Der
Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten
| Deutsche
Unions-Offiziere von A-Z |
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H
H
a a s , Max A. F.
Kapitän im 3. Missouri-Regiment. Später Adjutant des Obersten Meumann.
Diente vom Frühling 1861 bis November 1864. Lebte 1910 in Mendota, Ill.
Eifriger Mitarbeiter am biographischen Teile.
H a a s , Emil
Dr., Chirurg im 5. Missouri-Milizregiment. Später Oberarzt in Boonville,
Mo., mit dem Titel Major. Achtundvierziger und intimer Freund Sigels.
H a h n , Michael
unionstreuer deutscher Führer in Louisiana. Gouverneur des Staates 1864.
Wirkte für Abschaffung der Sklaverei und stand in großem Ansehen bei
Lincoln. Wurde von seinen Landsleuten im Norden später lebhaft angegriffen
während der politischen Kämpfe um die Rekonstruktion des Südens.
v. H a a k e , Graf
52. New Yorker Infanterie-Regiment. Tüchtiger Offizier. Fiel nebst seinem
Freunde v. Steuben bei Todds Tavern am Po River, Va., in Grants Kampagne,
1864. Er ging mit seinem Regiment gegen den Feind im Gebüsch vor, wo
er auf dessen Plänkler stieß. Bald entspann sich ein hitziges Gefecht,
und die feindliche Artillerie warf Granaten in das Gehölz, welche das
Buschwerk in Brand setzten. Graf Haake war der letzte Kompagnieführer
der 52er, der das Kommando zum Rückzug gab, was er in dumpfem Kehllaut
tat, da er noch an einer kaum geheilten Halswunde litt. Im selben Augenblick
traf ihn eine feindliche Kugel, und er sank, tödlich getroffen, zu Boden.
Zwei Leute seiner Kompagnie, von denen einer (unser Gewährsmann) noch
in Chicago lebt, versuchten, den Sterbenden auf ihren Gewehren kreuzüber
aus dem Feuer zu tragen, allein der dichte Qualm und Rauch und die platzenden
Granaten verhinderten das. Sie mußten den tödlich Getroffenen liegen
lassen, der eines furchtbaren Todes in den Flammen gestorben ist.
H a m m e r , Adam
Dr., Oberstleutnant im 4. Missouri-Freiwilligen-Regiment. Widmete sich
während des größten Teils des Krieges der Leitung der Militärhospitäler
und hat sich damit den Dank von Tausenden von verwundeten Kriegern beider
Heere erworben. Dr. Hammer war einer der eifrigsten unter den deutschen
Patrioten, welchen die Erhebung in St. Louis und damit die Rettung von
Missouri zu verdanken ist. Ein bedeutender Arzt und leitender Professor
am Missouri Medical College. Er kehrte später nach Deutschland zurückund
starb 1878 in Griesbach im Schwarzwalde. Hammer war ein intimer Freund
Heckers und unter diesemTeilnehmer an der badischen Revolution. Er entfloh
mit Hecker nach Amerika.
Auch im schweizerischen Sonderbundkriege hat er als Militärarzt gewirkt.
In St. Louis hatte Dr. Hammer das erste d e u t s c h e medizinische
Kollegium, das Humboldt-Institut, begründet und bis zum Ausbruch des
Bürgerkrieges geleitet. Seine Studenten hatte Hammer schon im März 1861
militärisch organisiert und bewaffnet. Sie hielten sich nachts in einer
benachbarten Brauerei versteckt, um von dort aus den Rebellen in den
Rücken zu fallen bei einem etwaigen Angriffe auf das Arsenal. Diese
Hammerschen Studenten waren vielleicht die ersten amerikanischen Freiwilligen,
welche wirklichen Kriegsdienst getan haben.
v. H a m m e r s t e i n
ehemals österreichischer Offizier, Major im Stabe McClellans. Sein
General stellt ihm das glänzendste Zeugnis aus. Wenn es schwierigen
und wichtigen Adjutantendienst gab, so wurde v. Hammerstein oder dessen
gleichfalls im McClellanschen Stabe dienender Freund Paul v. Radowitz
dazu ausgesucht. Später war v. Hammerstein Oberst eines New Yorker Regiments.
Schrecklich war sein Schicksal nach dem Ende des Krieges. Der ehemals
so verhätschelte deutsche Offizier konnte sich nicht ernähren. Er trat
als Gemeiner in die reguläre Bundeskavallerie ein in der Hoffnung, daß
er avancieren werde. »But his habits were against him« meldet
Mc Clellan, der sich noch in späteren Jahren seines Adjutanten erinnert
und ihm in seinem Buche »Mc Clellans own story« ein Denkmal setzt. v.
Hammerstein wurde zum Befördern der Post im wilden Westen verwendet.
Er hatte die Briefe von einem der Forts nach einem andern zu bringen.
Er kam in einen Schneesturm, blieb unterwegs liegen, beide Beine erfroren
ihm und mußten amputiert werden. Dieses Unglück rührte seine Angehörigen
in Österreich, man schaffte ihn in die Heimat und dort ist er gestorben.
H a r h a u s , Otto
Oberst des 2. New Yorker Kavallerie Regiments, befehligte die 2. Brigade
in Greggs Kavallerie-Division, Pleasantons Korps, und zeichnete sich
bei Gettysburg aus.
H a
r t m a n n
Oberstleutnant des 29. (Steinwehrschen) New Yorker Regiments, fiel
in der Verteidigungsstellung der Brigade Buschbeck bei Chancellorsville
(2. Mai 1863). Neben Hartmann fiel dessen Freund Kapitän Bode vom selben
Regiment. Bode war früher hannoverscher Offizier.
H a
r t m a n n ,
Karl
Dr. med., Stabsarzt des deutschen 107. Ohio-Regiments. In Cleveland,
0., als Arzt tätig. Achtundvierziger. Hervorragend als Redner und Schriftsteller.
Treuer Patriot und Unionsmann. In der Schlacht von Chancellorsville,
beim Ansturm des jacksonschen Heeres auf das schlecht geführte und ungünstig
aufgestellte II. Korps, wurde Dr. Hartmann erschossen. Er hatte den
Degen gezogen und war als Offizier aufgetreten, um bei der Aufstellung
des in völliger Unordnung befindlichen Regiments zu helfen. Es ist dies
das einzige bekannt gewordene Beispiel, daß ein Arzt im Augenblicke
der größten Gefahr sich als Offizier betätigt hat. Sein Bildnis in Bronze
befindet sich am Clevelander Kriegerdenkmal.
v.
H a r t u n g ,
Adolf
aus Troppau i. S. gebürtig, focht mit Schimmelfennig unter Kossuth,
Oberst des deutschen 74. Pennsylvania-Regiments, als welcher er sich
bei Chancellorsville und Gettysburg auszeichnete. Bei der Einnahme von
Charleston war dieses Regiment das erste, welches in die Stadt einzog.
H
ä r i n g , Theodor
Dr. med., Regimentsarzt im deutschen 9. Wisconsin-Regiment. Er ist auch
als Dichter hervorgetreten.
H a s s e n d e u b e l ,
Franz
geb. 1817 in Germersheim, Pfalz. Ausgewandert 1842. Im mexikanischen
Krieg diente er als Artillerieoffizier. 1861 Oberstleutnant im (Sigels)
3. Missouri-Regiment. Hassendeubel legte die zehn Forts an, durch welche
St. Louis gegen die Rebellen verteidigt wurde. Brigadegeneral 1863.
Vicksburg-Kampagne. Bei einer Besichtigung der feindlichen Werke von
Vicksburg schwer verwundet, starb Hassendeubel am 17. Juli 1863. Er
war einer der bedeutenden Ingenieure des Bürgerkrieges. Der Posten der
Veteranenorganisation in St. Louis hat sich als Hassendeubel-Posten,
G. A. R., organisiert. So wird wenigstens der Name dieses vortrefflichen
Offiziers noch weiterleben.
H a u p t , Hermann
Oberst mit Generalsrang. Vortrefflicher Ingenieuroffizier. Chef des
Transportwesens in der Potomacarmee. Er zeichnete sich besonders in
der Popeschen Kampagne von 1862 aus. Stammte aus Philadelphia. War als
Kind aus Deutschland ausgewandert. General Pope, der große Pfuscher,
war zuerst mit Haupt unzufrieden und setzte ihn ab. Alsdann versagte
der Dienst auf der für die Verpflegung der Armee in Betracht kommenden
Linie Alexandria-Culpepper (Virginien) vollständig, und die Soldaten
mußten hungern. Pope sah sich gezwungen, Haupt wieder anzustellen, und
alsdann ging wieder alles wie am Schnürchen. Haupt hat sich auch als
Brückenbauer besonders ausgezeichnet.
v. H a u s e n , Julius H.
Dr. - Achtundvierziger Flüchtling aus Wien. Zuerst Regiments- dann Brigadearzt
in der Potomacarmee. Wirkte fast während des ganzen Krieges als Chirurg
in hingebungsvollster Weise.
H a u s c h i e l d
Leutnant im deutschen 75. Pennsylvania Regiment. Er stammte aus
Gettysburg. Während der Schlacht besuchte er seine dort lebende alte
Mutter. Wenige Stunden später fiel er, als er seine Kompagnie den Feinden
entgegenwarf.
H e c k e r , Friedrich
Oberst, Titular-Brigadegeneral.
Der erste Volksführer im badischen Aufstande, geb. 1811, gest. 1881
in Belleville, Ill. Nach der Niederlage seiner Freischaren bei Kandern
mußte Hecker nach Amerika flüchten, kehrte aber im Jahre 1849 zurück,
um sich abermals an der Revolution zu beteiligen. Ehe er die Heimat
erreichen konnte, war die Katastrophe schon eingetreten. Hecker kam
dann wieder nach Belleville und wurde lateinischer Farmer. Bei Ausbruch
des Bürgerkrieges trat er zunächst als Gemeiner in das 3. Missouri-Regiment
ein, organisierte dann das deutsche 24. Illinois-Regiment, trat aber
wegen Streits mit seinen Offizieren vom Kommando zurück und bildete
in Chicago das zweite sog. Heckerregiment, das 82. Illinois welches
eines der besten der westlichen Armee wurde.
Er stand bei Chancellorsville in der Division Schurz auf dem Hawkinsfelde
und kämpfte dort wacker. Hecker wurde gleich zu Anfang des Gefechtes
verwundet. Doch prallte die Kugel an der großen silbernen Schnupftabaksdose
ab, welche der alte Held immer bei sich trug. Hecker erlitt nur eine
Fleischwunde und wurde nach einigen Monaten wieder dienstfähig. Zug
nach Chattanooga, Gefecht bei Wauhatchie und Schlacht von Missionary
Ridge. Dann der Schreckensmarsch nach Knoxville. Zu Anfang des Jahres
1864 resignierte Hecker, weil er mehrfach bei der Beförderung übergangen
worden war. Hecker war einer der hervorragendsten Führer des deutschen
Volkes in Amerika. Ein ausgezeichneter Redner, der die Massen zu echter
Begeisterung fortreißen konnte. Seine beste Leistung war die Rede in
St. Louis, Februar 1871, zur Feier der großen deutschen Siege über Frankreich.
In dieser Rede verließ Hecker völlig den früheren Standpunkt des Grolles
gegen Deutschlands neue Entwicklung unter preußischer Führung. In feurigen
Worten, aus welchen die Liebe zum deutschen Volkstum und der Stolz über
die beispiellose Siegeslaufbahn des deutschen Heeres, besonders aber
über die Erwerbung von Elsaß-Lothringen, sprühten, pries Hecker die
endlich vollzogene Bildung eines deutschen Einheitsstaates, wenn auch
mit, monarchischer Spitze.
H e
g , Hans C.
Oberst des 15. Wisconsin-Regiments, welches wesentlich aus Deutschen
und Schweden bestand. In der Schlacht von Chickamauga wurde Oberst Heg
schwer verwundet und starb am nächsten Tage.
H e d t e r i c h , C. B.
Oberst des 8. New Yorker deutschen (Blenker) Regiments, vorher von Stahel
und Wutschel, später von Prinz Salm-Salm befehligt. Führte die Achter
in der Popeschen Kampagne 1862 und in der Schlacht von Bull Run II mit
Auszeichnung. Hedterich starb einige Jahre nach dem Kriege in New York,
und zwar in tiefster Armut.
H e
i l a n d
Dr. med. Regimentsarzt im 20. New Yorker Turner-Regiment.
Rettete durch seine ärztliche Kunst vielen Verwundeten (auch dem General
Max Weber) das Leben.
H e i n e , Wilhelm
Brigadegeneral. Achtundvierziger aus Dresden, wo er als Maler und Schriftsteller
gewirkt und sich dann wegen Beteiligung an den Straßenkämpfen unmöglich
gemacht hatte. Kam 1851 nach Amerika, nahm Dienst auf der Kriegsflotte
und bildete sich zu einem tüchtigen Seemann und Ingenieur aus. Trat
1861 als Ingenieuroffizier in die Potomacarmee ein, wirkte wesentlich
im Ingenieurkorps, wurde 1863 Oberst und im nächsten Jahre Titular-Brigadegeneral.
Er führte das deutsche New Yorker Regiment 103 gegen Ende des Krieges.
War nach dem Kriege amerikanischer Generalkonsul in Paris, lebte dann
in Dresden.
H e i n t z , Karl
Kapitän in General Stahels Stabe in der Shenandoah-Kampagne unter Sigel,
Mai 1864.
v. H e l l m e r i c h
Oberst des 5. Missouri-Reiter-Regiments. Ehemals preußischer Offizier.
Auf einem Rekognoszierungsritt in der Nähe von Atlanta, Ga., fiel v.
Hellmerich durch eine Brücke und verletzte sich schwer. Wurde dann von
den Konföderierten aufgelesen und gefangen abgeführt. Es gelang ihm
später zu entfliehen und sich unter entsetzlichen Entbehrungen bis in
die Nähe von Mobile, wo General Osterhaus zu Ende des Krieges stand,
durchzuschleichen. Da wurde er von Landleuten erwischt. Dieselben schickten
einen Neger zu General Osterhaus und forderten 20 000 Dollars konföderiertes
Geld zur Auslieferung des Offiziers. Osterhaus brachte das Geld, welches
damals wenig Wert hatte, auf und rettete so den Kameraden. Aber v. Hellmerich
verstarb bald infolge der furchtbaren Leiden in der Gefangenschaft.
v. H
e n c k e , Theodor
W.
berühmter Reiteroffizier im Westen. Kapitän im 4. Missouri-Kavallerie-Regiment.
v. Hencke kehrte 1870 nach Deutschland zurück, wurde wieder Offizier
in dem preußischen Regiment, dem er vor seiner Auswanderung angehört
hatte, und fiel in einer der Schlachten um Metz.
H e n n e , Rob.
Offizier im 12. Missouri-Regiment. Hatte im Schleswig-Holsteiner Aufstande
einen Arm eingebüßt. Bei dem Sturme auf Elkhorn-Paß (Pea Ridge) unter
Osterhaus (8. März 1862) verlor er noch ein Bein. Lebte später in Davenport,
Iowa.
H e n k e l , William
Major des 58. New Yorker Regiments. Führte dasselbe am ersten Tage von
Bull Run II und wurde beim Sturm auf den Eisenbahndamm, unter Schurz,
durch die Brust geschossen. Starb im Hospital zu Washington.
H e n n i n g v. Minden
Major in einem Minnesotaer Kavallerie-Regiment, ehemaliger deutscher
Offizier.
H e n n i g h a u s e
n , Louis P.
einer der tüchtigsten Erforscher der deutschen Geschichte Nordamerikas.
Lebte in Richmond, Va., kurz vor Ausbruch des Krieges. Er wurde mit
Gefängnishaft bedroht, weil er einen intelligenten Jüngling, der kaum
mehr eine Spur seiner Negerabstammung zeigte, im Lesen unterrichtet
hatte. Zog dann nach Baltimore und beteiligte sich an der Organisation
der Turnerschützen von Washington und Baltimore, welche bereits im Januar
1861, von dem späteren amerikanischen Gesandten in Paris (1870), Herrn
Washburn, dazu angeregt, militärisch gedrillt wurden. Diese deutschen
Turner hatten den Bahnhof besetzt, als Lincoln in Washington eintraf,
und bildeten die Ehrengarde bei Lincolns Amtsantritt.
Hennighausen diente als Offizier im 46. N. Y.-Frémont-Regiment,
machte die Halbinsel-Kampagne und die Belagerung von Fort Pulaski mit.
Lebt als angesehener Anwalt in Baltimore. Er hat sich sehr viel Mühe
gegeben um den Nachweis zu führen, daß Lincolns Vorfahren aus
Deutschland stammten. Daß der Großvater des Präsidenten sich noch Linkhorn
genannt hat, ist einwandfrei bewiesen worden. Auch stammte die Familie
Linkhorn aus dem ganz deutschen County Berks in Pennsylvanien und verzog
um die Mitte des 18. Jahrhunderts nach dem deutschen Teile des Shenandoahtales.
Erst später zog Abraham Linkhorn, der Großvater des Präsidenten, nach
Kentucky.
H e r t z b e r g
Dr., Redakteur der San Antonio (Texas) deutschen
Zeitung, früher von Dr. Douai redigiert. Hertzberg gab dem Blatte, welches
nach Douais erzwungener Flucht aus Texas farblos geworden war, wieder
den früheren unionstreuen Ton. Die Zeitung wurde dann von den Konföderierten
unterdrückt.
H e r t z b e r g
Batteriechef im 2. Wisc. Art.-Reg.
H e u s i n g
e r , Otto
Offizier im 41. New Yorker Regiment; später, nach Deutschland zurückgekehrt,
wurde er Leutnant im Braunschweigischen Infanterie-Regiment Nr. 92.
Verfasser der »Amerikanischen Kriegsbilder«, Verlag von F. W. Grunow,
Leipzig 1869. Das Buch weiß über das Leben im Lager und auf den Märschen
recht anschaulich zu plaudern. Heusinger wurde bei Chancellorsville
verwundet. Seine Schilderung der Fürsorge für die Verwundeten ist besonders
interessant.
H e x a m e r , W.
Artilleriechef aus New Jersey. Achtundvierziger, bedeutender Führer
der Deutschen im Osten. Onkel des Präsidenten des Deutschamerikanischen
Nationalbundes. Zeichnete sich besonders bei Antietam aus. Kapitän Hexamer
vereitelte einen Angriff der Konföderierten auf Hancocks linken Flügel
bei Antietam und verschoß dabei seine ganze Munition. Seine reindeutsche
Batterie hatte große Verluste an Mannschaften und Pferden.
H i l l g ä r t n e r
, Georg
Dr., hervorragender Journalist. Führte den »Anzeiger des Westens« in
St. Louis nach Börnsteins Rücktritt.
H i l d e b r a n d t
Major des 39. New Yorker Regiments. Wurde bei Gettysburg tötlich
verwundet und starb.
H i p p , Karl
Major, 37. Ohio-Regiment, intimer Freund des deutschen Generals August
v. Willich, der die letzten Jahre seines Lebens in Hipps Hause zu St.
Mary's, Ohio, verbrachte. Hipp kämpfte mit großer Auszeichnung durch
den ganzen Krieg und resignierte erst August 1865. Er wirkte glänzend
als Rekrutierungsbureau. Er soll über 200 Deutsche dem Heere zugeführt
haben.
H o f f m a n n , Ernst
F.
Major. Chefingenieur des II. Armeekorps, ehemals preußischer Offizier,
stammte aus Breslau. Kämpfte in Schleswig-Holstein, nahm dann seinen
Abschied, trat in englische Dienste und kämpfte im Krimkriege sowie
in Afrika, sodann als Stabsoffizier bei Garibaldi. Wurde von der italienischen
Regierung ausgezeichnet und erhielt eine Majorsstelle im Ingenieurkorps
der italienischen Armee.
Kam 1861 nach Amerika, um für die Aufhebung der Negersklaverei zu kämpfen.
Major Hoffmann begründete das topographische Bureau, sowohl für das
II. Korps (Howard) als 1864 für die in Tennessee kämpfende Thomassche
Armee. Nach dem Kriege leistete Hoffmann bedeutende Dienste bei der
Küstenvermessung. Eine seiner besten Kriegstaten war die Wiederherstellung
der Brücke über den Hiwasseefluß in Tennessee, welche vom Feinde zerstört
worden war. Während einer dunklen Nacht wurde diese Brücke errichtet
zum Staunen des General J. H. Wilson, der selbst einer der bedeutendsten
Ingenieure der Armee war. Wilson kann diese Leistung Hoffmanns gar nicht
genug rühmen.
Über diese Brücke zogen am nächsten Morgen die Truppen Shermans, welche
den General Burnside in Knoxville entsetzen sollten. Aber Hoffmanns
Chef, der General 0. 0. Howard, tadelt Hoffmann wegen dieses Brückenbaues.
Howard sagt in seiner Autobiographie, Hoffmann habe 14 Tage Zeit verlangt
für diesen Bau und seine (Howards) Vermonter Soldaten hätten die Brücke
allein in einer Nacht hergestellt. Es ist das ein Beispiel der
Leichtfertigkeit, mit welcher Leute vom Schlage Howards schriftstellern.
Der Augenzeuge und Fachmann Wilson kann Hoffmann gar nicht genug wegen
jener Leistung rühmen. Der Korpsführer aber kanzelt Hoffmann
wegen derselben Tat ab. Howards erwähnt den ersten Ingenieuroffizier
seines Korps nur dreimal in seinem dicken Buche, den unbedeutenden Adjutanten
Howard, Bruder des 0. 0. Howard, aber 38 mal!
Nach dem Kriege leitete General Wilson im Regierungsdienste Regulierungsarbeiten
am Mississippi und engagierte dafür als ersten Ingenieur den Major Hoffmann,
der dort mehrere sinnreiche Instrumente erfand, welche die Vermessungen
erleichterten, und sich, wie Wilson betont, in Technikerkreisen hervorragender
Anerkennung zu erfreuen hatten.
Wilson sagt feiner über Hoffmann: »He was generous, chivalric,
unselfish, enterprising and intelligent; above all loyal to the highest
ideals of manhood. His modesty was equal to that of a girl, his courage
to that of a palladin. He was ready for every duty, no matter when it
came and he was promptand practical to a degree that no American could
surpass.«
H o f f m a n n , Franz
Vizegouverneur von Illinois im Jahre 1861. Wackerer deutscher Patriot.
Intimer Freund Gustav Körners. Organisierte mehrere halbdeutsche Regimenter
in Illinois, war auch bei der deutschen Erhebung in Missouri hervorragend
tätig.
H o f m a n n , Louis
aus Cincinnati. Achtundvierziger. Ehemals badischer Artillerist. Chef
der Hofmannschen Batterie, die so tapfer in Missouri kämpfte und sich
bei Pea Ridge, später bei Vicksburg, auszeichnete. Bei Vicksburg steht
ein Denkmal der Batterie.
H o f f m e i s
t e r , Aug. W.
Dr. med. aus Fort Madison, Iowa, verdienstvoller Regimentsarzt.
v. H o l m s t e d t ,
Ernst W.
Oberst des 41. New Yorker Regiments, früher sächsischer Offizier. Führte
das Regiment im Popeschen Feldzuge und in der Bull Run II-Schlacht.
H ö v e t
Dr., aus Hannover. Regimentsarzt des deutschen
46. New Yorker Regiments.
H u n d s h a u s e n
, Julius
Oberst des deutschen Reserve Regiments von Gasconade County, Mo. Im
selben Regiment dienten sein Bruder und sein Schwager. Letzterer, ein
germanisierter Schotte namens Manwaring, wurde von Rebellen ermordet.
Sein Bruder, Robert Hundshausen, war Oberst des 4. MO.-Reg.
H ü b s c h m a n n ,
Franz
Dr. med. Feldarzt des deutschen 26. Wisconsin-Regiments, später Brigade-
und Divisionsarzt, einer der tüchtigsten Mediziner des Rebellionskrieges.
In den großen Schlachten von Chancellorsville, Gettysburg, Chickamauga,
Chattanooga, bei Dallas, Kenesaw Mountain, Peach Tree Creek und Atlanta
hat er in den Lazaretten gewirkt. Bei Gettysburg geriet er mit neun
Assistenten und gegen 500 Verwundeten drei Tage lang in die Hände der
Konföderierten. Starb 1880 in Milwaukee. Hübschmann (aus Sachsen-Weimar
gebürtig) kam schon 1842 nach Milwaukee, als die Stadt nur 5000 Einwohner
zählte.
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