DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE

Der Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten

Deutsche Unions-Offiziere von A-Z

K

K a l l m a n n ,
Oberst des 2. (deutschen) Heimwehr-Regiments von Missouri. Dieses hatte die Aufgabe, die Umgegend von St. Louis von den Guerillabanden der Rebellion zu säubern. Als K. von einem dieser Märsche nach St. Louis zurückkehrte, erhielten die Heimwehrmänner in der 7. Straße von St. Louis Feuer. Ohne Befehl abzuwarten feuerten die Soldaten in die Häuser, aus welchen sie beschossen worden waren. Dabei wurden vier Personen getötet und mehrere schwer verwundet. Kallmann ließ sofort halten und das Feuer einstellen. Aber das Geschrei über die »deutschen Mörder« erhob sich wieder. Doch war dies der letzte Straßenkampf in St. Louis. Die Rebellenfreunde hatten eingesehen, daß sie nicht ungestraft aus dem Hinterhalte auf die Truppen schießen durften.

K ä m m e r l i n g , Gustav
Brigadegeneral. Oberst des deutschen 9. Ohio-Regiments. Aus Rheinpreußen gebürtig, ehemals preußischer Militär. Da der erste Oberst, McCook, sehr rasch Brigadier wurde, so ist Kämmerling der eigentliche Führer jenes Heldenregiments gewesen. Kämmerling starb in Tell City, Ind., im Jahre 1902 im Alter von 82 Jahren. Sein einziger Sohn zeichnete sich im spanisch-amerikanischen Kriege bei Admiral Deweys Angriff auf Manila aus.

K a m p f , C. W.
Major, 5. Wisconsin-Regiment.

K a p p , Friedrich
bedeutender Deutschamerikaner, der »Bürger zweier Welten« genannt, weil er, nach Deutschland zurückgekehrt, Mitglied des deutschen Reichstages wurde. Erforscher der Geschichte der Deutschamerikaner, auf diesem Gebiete unbedingt an erster Stelle zu nennen. Mitglied der deutschen Gesellschaft von New York, sowie der Einwanderungskommission. Einige der besten, aus der Erfahrung geschöpften Arbeiten über die deutsche Einwanderung nach Amerika verdanken wir Kapp. Treuer Unionsmann während des Krieges. Kämpfte mit der Feder und als Redner. Er organisierte die gewaltige Massenversammlung in New York, welche den ersten Protest gegen die schändliche Verleumdung der Deutschen (wegen Chancellorsville) erließ. Kapp hielt dabei eine glänzende Rede. Die beste Biographie Kapps hat H. A. Rattermann (Deutscham. Magazin, Cincinnati) geschrieben.

K a p f f , Eduard
Oberst des 7. New Yorker Regiments, in welchem auch sein Bruder..........

K a p f f
, Sixtus
.........als Offizier diente. Beide waren Achtundvierziger, stammten aus Württemberg.

K u s c h e n , Jakob
Oberstleutnant, 12. Missouri-Regiment.

K a r g e s , Joseph
Oberst des 2. New Jersey Reiter-Regiments, ehemals preußischer Offizier. Später befehligte er die 1. Brigade von Griersons Kavalleriedivision. Einer der tüchtigsten Reiterführer. Nach dem Kriege Professor an der Princeton-Universität.

K a u f m a n n , Theodor
Achtundvierziger, aus Uelzen in Hannover, starb 86 jährig in New York. Kaufmann diente zu Anfang des Krieges als gemeiner Soldat, wirkte später für die Unionssache als Redner und Schriftsteller, hauptsächlich aber als Künstler. Er wurde der Historienmaler des Bürgerkrieges. Sein großes Gemälde, Farragut darstellend, mit der Unterschrift »damn the torpedoes, go ahead, boys« wurde von geschäftsbeflissenen Unternehmern in vielen zehntausenden von Lithographien verbreitet, nachdem man das Recht dazu dem damals darbenden Künstler für eine Bettelsumme abgeklügelt hatte. Für das Original aber hat sich, wahrscheinlich wegen der großen Verbreitung der Nachbildung, noch immer kein Käufer gefunden. Die beiden großen Gemälde Kaufmanns, »Lincolns Ermordung«, mit ihren vielen Porträts berühmter Zeitgenossen, sowie das prächtig gelungene Bild »Sherman vor dem Wachtfeuer«, gehören zu den besten künstlerischen Schöpfungen, welche auf amerikanischem Boden entstanden sind. Kaufmann, der in Düsseldorf und München ausgebildet war, hat auch lange als Lehrer gewirkt. Sein bedeutendster Schüler war Thomas Nast, der berühmte Zeichner von Harpers Weekly.

K a r b e r g , Peter
Oberst, ehemals Sergeant im 17. deutschen Missouri-Regiment. General Sherman hatte am 18. Mai 1863 Walnut Hill vor Vicksburg besetzt. Aber sein Heer war ohne Proviant. Es galt, der Flotte Mitteilung von diesem Mangel zu machen, damit die Schiffe Vorräte zuführen konnten. Leutnant Langgut und Sergeant Karberg wurden zu dieser gefährlichen Mission ausgewählt. Beide durchwanderten während der Nacht eine unbekannte Waldwildnis, schwammen dann über den tückischen Chickesaw Bayou (Sumpf) und zimmerten sich aus alten Brettern ein Floß, auf welchem sie den Yazoofluß, der in den Mississippi mündet, heruntertrieben. Nach etwa 30 Stunden erreichten sie so den Mississipi und dort die Flotte, in beständiger Gefahr zu ertrinken oder von den feindlichen Schützen erschossen zu werden. Sie meldeten Shermans Notstand, und einen Tag später konnten sich die Kameraden endlich wieder satt essen. Karberg wurde später Oberst eines Neger-Regiments.

K a u f f e l d
Kapitän in einem Pennsylvania-Regiment. Diente durch den ganzen Krieg. Starb 1895, nachdem er fast 30 Jahre das Bett gehütet hatte, an der Veteranenkrankheit, dem Rheumatismus. Der Kauffeldsche Fall ist ja allerdings eine Ausnahme. Aber die Zahl derjenigen Soldaten, welche jene Krankheit bis in ihr Grab mit sich herumschleppten, geht in die Hunderttausende!

K a u t z , August V.
Titular-Generalmajor, gebürtig aus Pforzheim. Wanderte als Kind mit seinen Eltern ein, die sich in Ripley am Ohio ansiedelten. Kautz machte 18 jährig den Krieg gegen Mexiko mit und wurde danach Offizier in der Vereinigten Staaten Armee. Er zog unter Doubleday mit dem 3. Ohio-Kavallerie Regiment als Oberstleutnant ins Feld und wurde einer der glänzendsten Reiterführer der Union, einer derjenigen, welche diese im Anfange des Krieges stark vernachlässigte Waffe um 1863 zu hoher Bedeutung brachten. Er befehligte gegen Ende des Krieges das 24. Armeekorps, mit dem er unter Weitzel am 3. April 1865 in Richmond einzog. Kautz Kriegstaten treten weniger hervor als die Leistungen der Infanterieführer, denn die Reiterei fand selten Gelegenheit zum Eingreifen in Massen.

Doch hat unser Landsmann Kautz als Reiterführer sich einen ebenso guten Namen gemacht wie der berühmte Custer, der übrigens auch deutscher Abstammung war. General Kautz ist an über 100 Gefechten und Schlachten beteiligt gewesen. Kautz brachte es nach dem Kriege zum Generalmajor der regulären Armee. Er starb vor einigen Jahren in Kalifornien. Er galt als einer der tüchtigsten Militärs Nordamerikas. Sein Bruder Albert war der Admiral, ein dritter Bruder, Louis, war Kapitän. Der Vater dieser drei Brüder wurde Anfang der 30er Jahre in Ripley, 0., der Begründer des Weinbaues im Ohiotale.

K a u t z , Albert
Admiral, Bruder des Generalmajors Kautz; diente als Offizier in der Marine des Nordens. Er war in der Naval Academy zu Annapolis ausgebildet worden und bestand sein Examen im Jahre 1858. Gleich zu Anfang des Krieges wurde das Schiff, auf welchem Kautz diente, vom Feinde gekapert. Nach seiner Auswechselung wurde Kautz der Flagleutnant (Adjutant) des Admirals Farragut und nahm als solcher an der glorreichen Eroberung von New Orleans, an Bord der »Hartford« teil. Er kämpfte dann vor Vicksburg im Jahre 1862 bis 1863 und war an vielen späteren Kämpfen der Flotte ehrenvoll beteiligt.
Im Jahre 1898 wurde Kautz Konteradmiral der Bundesflotte und Befehlshaber der Pacificstation.

K e l l e r , Kaspar
Oberstleutnant des 7. deutschen N. Y. Regiments.

K e l l e r s b e r g , J.
Chefingenieur, Red River-Feldzug.

K e r l i n , E. H.
Major, Stab und Chief of Scouts im II. Korps.

K e ß l e r , Friedrich,
Adjutant des Generals v. Wangelin. In der Schlacht von Ringgold in Alabama, November 1863, sah Keßler seinen Jugendfreund Kapitän Henry Kircher schwer verwundet in der Feuerlinie liegen. Er sprang vor, um Kircher in Sicherheit zu bringen. Während er den blutenden Freund auf den Armen trug, wurde Keßler totgeschossen und Kircher büßte zu dem zerschmetterten Beine auch noch einen Arm ein. Arm und Bein wurden ihm amputiert. Kircher wurde später zweimal Bürgermeister in Belleville. Er starb erst vor einigen Jahren. Zu der schönen Tat Keßlers schreibt General Osterhaus dem Verfasser:
»Keßlers Tod ist ein unauslöschliches Zeugnis für die kameradschaftliche Hingebung und militärische Opferwilligkeit bis in den Tod, ein Stück deutscher Treue.«

v. K i e l m a n n s e g g
v. K ö r b e r

beide ehemals preußische Offiziere. Beide fielen 1864 in den Schlachten der Grantschen Wilderneß-Kampagne. Beide dienten in Kentuckyer Reiter Regimentern.

v. K i e l m a n n s e g g e , Eugen
Major im 4. Missouri-Reiter Regiment, früherer preußischer Offizier.

K i l i a n , Edward A. K.
Diente durch den ganzen Krieg im I. und im 17. Missouri-Regiment. Wirkte in der Adjutantur des letzteren. Mitarbeiter am biographischen Teil.

K i t t o e , E. D.
Dr. med., Oberst u. Generalarzt 15. Armeekorps.

K l a u ß
Batteriechef der I. Indiana-Batterie, welche aus Evansville, Ind., rekrutiert war und nur deutsche Mannschaften hatte, auch die deutsche Kommandosprache führte. Die Batterie kämpfte ruhmvoll auf dem westlichen Kriegsschauplatze.

K l e e f i s c h , August
Oberst des 68. New Yorker Regiments während des Popeschen Feldzuges und bei Bull Run II.

K l e m m , J.
ein deutscher Trommlerjunge aus Michigan.
»The drummerboy of Chickamauga«.
Der Knirps (10 Jahre alt), warf bei Chickamauga die Trommel weg und kämpfte in Reih und Glied. Er erschoß einen höheren konföderierten Offizier, der den kleinen Yankee gefangen nehmen wollte. General Rosecrans verschaffte ihm nach dem Kriege die Aufnahme in die Westpointer Kriegsschule und Klemm wurde dann Offizier der regulären Armee.
(Recherche: bigcountry.de) = 1916 ging es als Generalmajor in Pension.

v. K l e y s e r , Alfred
Batteriechef in Sigels, später Hunters Shenandoah-Armee, Sommer 1864. Zeichnete sich besonders in der Schlacht von Piedmont aus. In Sigels unglücklicher Schlacht bei New Market 1864 stand die v. Kleysersche Batterie im Vordertreffen. Sie wehrte sich in tapferer Weise, aber es fehlte jede Unterstützung und die Rebellen eroberten zwei Geschütze. v. K. kämpfte durch den ganzen Krieg. Ehemals preußischer Offizier.

v. K n o b e l s d o r f f
Oberst des 44. Illinois-Regiments. Ehemals preußischer Offizier. Knobelsdorff befehligte schon im Jahre 1861 in Missouri eine Brigade in Asboths Division.

K n o d e r e r
Oberst des 168. Pennsylvania-Infanterie Regiments, fiel in der Schlacht von Chancellorsville. Knoderer war ehemals badischer Offizier.

K o c h , Charles
Oberst des 45. deutschen New York Regiments.

K o c h , Friedrich
7. New Yorker Regiment. Nur ein deutscher Korporal, aber ein echter Held! Bei Bull Run II rettete er die Fahne des 7. Regiments.

K ö h l e r (Coler)
Oberst des 25. Illinois-Regiments. Von ihm erzählt Schierenberg: »Ich ritt einst neben Oberst Coler, der mir folgendes sagte: »Ich bin auch ein Deutscher. Kam als kleines Kind nach New Orleans mit meinen Eltern, die an der Cholera starben. Eine amerikanische Farmersfrau in Süd-Illinois nahm sich meiner an und zog mich wie ihre eigenen Kinder auf. So bin ich völlig amerikanisiert worden, besonders auf dem »College«, nach welchem mich meine Pflegeeltern später schickten.« Colers Geschichte steht nicht vereinzelt da. Wie ihm ist es manchem als Kind eingewanderten Deutschen gegangen.

K o r t h , Louis F.
Trat als 17jähriger Jüngling 1861 in die Potomac-Armee ein und diente während des ganzen Krieges. Befand sich im Stabe Blenkers, später hat er in der topographischen Abteilung gewirkt; wurde bei Cross Keys verwundet. Herr Korth ist dem Verfasser durch mehrere Jahre ein treuer Mitarbeiter gewesen. Er hatte viele Jahre mit Verständnis gesammelt und ein für unsere Zwecke unschätzbares Archiv angelegt, welches reiche Beiträge zu der »Geschichte der Deutschen im Bürgerkriege« enthält. Korth hat seit Schluß des Krieges in der deutschamerikanischen Presse gewirkt (»Correspondent« in Portsmouth, 0.). Er zählt zu unsem besten Federn.

K o l t e s , Johann A.
Oberst des 73. Pennsylvania-Regiments. Fiel an der Spitze seiner Truppen als Brigadeführer, 30. August 1862 bei Bull Run II. Koltes stand in der Shenandoah-Kompagne von 1862 und in dem folgenden sog. Popeschen Feldzuge in der Steinwehrschen Brigade und hat dieselbe sowohl bei Cross Keysals bei Bull Run II in Vertretung v. Steinwehrs geführt. Er war ein außerordentlich tapferer Mann, der seinen Leuten stets voranging. Beim Sturme auf eine konföderierte Batterie fiel er in den ersten Reihen der Stürmenden. Neben ihm wurde sein Oberstleutnant Brückner schwer verwundet. Koltes stammte aus Trier, geb. 1827, wanderte mit 17 Jahren aus, nahm am mexikanischen Kriege teil und diente dann in der regulären Armee. Der Grand Army-Posten Nr. 228 in Philadelphia trägt Koltes Namen.

K ö r n e r , Gustav
Richter, Gouverneur von Illinois, Verfasser eines der besten Bücher über Deutschamerika, »Das deutsche Element 1818 bis 1848«. Einer der treuesten und besten unter den deutschamerikanischen Volksmännern. War mit Lincoln schon intim befreundet, als dieser noch ein armer kleiner Landadvokat in Illinois war. Oft in den ersten schweren Tagen seiner Amtsführung als Präsident flüchtete sich Lincoln zu seinem Freunde Körner um Rat. Lincoln wollte Körner eine hohe militärische Stellung geben, damit Körner noch besser wirken konnte als »Rekrutierungsbüro«, aber Körner lehnte ab. Körner könnte den großen Deutschamerikanern beigesellt werden, wenn sein Wirkungskreis sich nicht wesentlich auf Illinois, Indiana und Missouri beschränkt hätte. Ausgewandert nach dem Frankfurter Putsch 1830, an welchem Körner als junger Student beteiligt war.

K ö r p e r , E. A.
Dr., Stabsarzt im deutschen 75. Regiment.

K o v a s z , Stephan
Major und Regimentsführer im 54. New Yorker Regiment. Zeichnete sich besonders bei Bull Run II aus. Nachdem Oberst Koltes gefallen war, übernahm Kovasz den Befehl über die Koltessche Brigade. Ehemals österreichischer Offizier.

K o z l a y , Eugen Arthur
Oberst des 54. New Yorker Regiments »Schwarze Jäger«. Früher österreichischer Offizier. Während der ungarischen Revolution Adjutant Kossuths. Kozlay diente während des ganzen Krieges.

K r a u s , Albert
Feldprediger des 12. Missouri-Regiments. Achtundvierziger und Freidenker. Seine Freunde gründeten eine freie Gemeinde, damit Kraus den Titel eines Reverend führen konnte. So wurde der ehemalige deutsche Gutsbesitzer Kaplan. Er ging in allen Kämpfen stets in die Feuerlinie vor und leistete den Verwundeten Beistand.

K r a m e r , Adam
Oberst, kam als Knabe nach Amerika und ließ sich für die reguläre Armee anwerben. Hatte bereits vier Jahre in der Kavallerie gedient, als der Bürgerkrieg ausbrach. Wurde Kapitän des 15. Pennsylvania-Kavallerie-Regiments und kämpfte bei Antietam, Murfreesboro, Chickamauga und in den Schlachten um Chattanooga. Bildete alsdann ein Neger-Reiter Regiment aus und trat nach dem Kriege wieder in die reguläre Armee. Er hat sich später in vielen Kämpfen mit den Indianern ausgezeichnet.

K r e c k e l , Arnold
Hervorragender Deutschamerikaner, einer der bedeutendsten Führer im Frühling 1861 in Missouri. Oberstleutnant im I. Reiter-Bataillon von Missouri. Präsidierte 1864 in der Staatskonvention von Missouri, welche die Sklaverei in diesem Staate abschaffte, ehe das durch Annahme, des 15. Zusatzes zur Bundesverfassung geschah. Lincoln ernannte Kreckel zum Bundesrichter.

K r e p p s
Major der Kavallerie. Stürmte mit seinen westvirginischen Reitern am 28. August über eine brennende Brücke (über den Broad Run) und jagte den Feind am anderen Ufer davon. Der Brand konnte gelöscht werden und die Korps Sigel und McDowell setzten ihren Marsch nach Gainesville ungehindert fort.

K r e z , Konrad
Oberst des 27. Wisconsin-Regiments, später Brevet-Brigadegeneral. Belagerung von Vicksburg, Feldzüge in Arkansas und gegen Mobile. Seine Bedeutung liegt aber auf anderem als auf militärischem Gebiete. Er ist der begabteste Dichter Deutschamerikas. Sein herrliches Lied »An mein Vaterland« gehört unstreitig zu den schönsten Blüten deutscher Dichtung. Es wird behauptet, daß dieses Lied eines deutschen Flüchtlings auf den ersten deutschen Kaiser einen besonders tiefen Eindruck gemacht hat, daß der Bezwinger der süddeutschen Revolution keine andere Dichtung so liebte, wie diese. Die in Amerika entstandenen Lieder von Krez erschienen 1875 bei E. Steiger in New York. Krez war in Deutschland zum Tode verurteilt worden

K r i e g e r , E. J.
Major, 107. Ohio-Regiment.

K r u g h o f f , Louis
Major, geb. 1836 in Minden, Westfalen. Trat als Gemeiner in Kapitän Colemans Reiterei ein, erkämpfte sich den Majorsrang im 49. Illinois-Infanterie-Regiment. Zeichnete sich beim Sturme auf Fort Donelsen aus, wurde mehrfach schwer verwundet. Ausgemustert Januar 1865.

K r z y z a n o w s k i , Wladimir
Oberst. Tapferer Deutschpole. Er wurde, wie Schurz erzählt, nur deshalb nicht General, weil, als seine von Lincoln vorgeschlagene Beförderung vom Bundessenat bestätigt werden sollte, keiner der Senatoren den Namen Krzyzanowski aussprechen konnte (besser gesagt w o l l t e) »Kriz«, wie Krzyzanowski allgemein in der Armee hieß, organisierte das 58. (deutsche) Infanterie-Regiment von New York, in welchem sich mehrere Kompagnien Deutschpolen befanden. Er kam in die Blenkersche deutsche Division, nahm an deren Schicksalen Teil und wurde während der Popeschen Kampagne Brigadier in Schurzens Division. Schurz hat diesem tapferen, kenntnisreichen und tüchtigen Offizier stets treue Freundschaft bewahrt und nach dessen Tode dem alten Kampfgenosseneine denselben ehrende Grabrede gehalten. »Kriz« ist einer der deutschen Helden von Bull Run II, Chancellorsville und Gettysburg. Wir treffen ihn später mit Division Schurz in Chattanooga und in Knoxville, Tenn. Er starb bald nach dem Kriege infolge eines Leidens, welches auf die vierjährigen Strapazen zurückzuführen ist.

K ü f f n e r , William C.
ausgemustert als Brevet-Brigadegeneral, Januar 1866. Aus Rostock, Mecklenburg, gest. als Redakteur der »Belleviller Zeitung«. Kam als Jüngling nach Texas, schloß sich dort den Unionstreuen an und floh bei Ausbruch des Krieges nach Norden. Trat April 1861 in das 9. Illinois-Regiment, und wurde bald Kapitän. Feldzüge der Tennessee-Armee. Küffner wurde viermal verwundet, darunter zweimal schwer bei Shiloh und bei Corinth. Hat im ganzen an 110 Schlachten und Gefechten teilgenommen und sich durch große Tapferkeit ausgezeichnet. Trat nach seiner letzten Genesung von furchtbarer Verwundung in das Veteranen-Reservekorps, wurde Oberst des 149. Illinois-Regiments und diente in der Brigade des Prinzen Felix Salm-Salm bis zum Ende des Krieges.

K u h n , Johann W.
deutscher Schweizer, Major im 9. Illinois Regiment. Bei Shiloh schwer verwundet. Nach seiner Heilung Platzkommandant von Memphis. Starb bald nach dem Kriege.

K u r t z
Drei Brüder aus der deutschen Ansiedlung in Weston, Mo. Der eine wurde tötlich verwundet vor Atlanta, Pa. Die beiden anderen Brüder Charles und Andreas Kurtz kämpften vier Jahre in Missouri wesentlich gegen die Guerillas.

K u r z , Richard
Kapitän im New Yorker De Kalb-Regiment.
Wurde bei Groveton tödlich verwundet und starb in den Händen des Feindes.

v. K u s s e r o w
Major der Artillerie, New York. Zeichnete sich besonders am Antietam aus. Wurde vor der Front von McClellan belobt. Entstammte einer bekannten preußischen Ofiziersfamilie.

K u t z n e r
Oberst des 39. deutschen Missouri-Regiment.

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