M
a h l e r , Franz
Oberst des 75. Pennsylvania-Regiments, das von General Bohlen in Philadelphia
begründet worden war und ausschließlich aus Deutschen bestand. Nachdem
Bohlen Brigadegeneral geworden war, hat Mahler das Regiment geführt.
Er war in Baden Offizier gewesen und hatte sich an dem Aufstande von
1848 bis 1849 beteiligt. Mahler war ein vortrefflicher Exerzier Meister,
und ihm wesentlich verdankt das Regiment seine gründliche Ausbildung.
Gehörte zur deutschen Division Blenkers, nahm an dem Schreckensmarsche
quer durch die virginische Bergwelt teil und zeichnete sich glänzend
aus in der Schlacht von Cross Keys. Ebenso später bei Bull Run II.
Stand bei Chancellorsville in der Division Schurz neben dem 26. Wisconsin-Regiment.
Er hat sich auch dort vortrefflich geschlagen.
Am ersten
Tage von Gettysburg (1. Juli 1863) wurde Oberst Mahler vom Pferde
geschossen, als er das Regiment gegen den Feind führte. Er achtete
jedoch der Verwundung nicht und blieb bei seinen Leuten. Bald darauf
traf ihn eine zweite Kugel tödlich. Er starb am 5. Juli. So sind die
beiden ersten Führer des 75. Regiments, Bohlen und Mahler, tapfer
kämpfend vor dem Feinde gefallen. Das Regiment erhielt später in Major
Ledig einen weiteren vortrefflichen Führer und kämpfte bis zum Ende
des Krieges.
M a l m r o
s e , Oskar
aus Kiel gebürtig, Advokat in St. Paul, Minn. War Generaladjutant
des Staates Minnesota 1861 bis 1865 und organisierte die Truppen desselben,
22000 Mann, worunter ein Drittel Deutsche, Schweizer und Elsässer
waren. Malmroses Verdienste bei der Niederwerfung des Indianeraufstandes
von Neu Ulm sind besonders groß. Später war Malmrose amerikanischer
Konsul in spanischen und französischen Hafenstädten.
M a n n
Batteriechef in Missouri. Die Mannschaft war ganz deutsch. Diese
Batterie hat unter Sigel, namentlich aber später unter Osterhaus sich
glänzend geschlagen.
M a n n h a
r d t , Emil
Redakteur der »Deutschamerikanischen Geschichtsblätter« in Chicago,
welche man als eine Fortsetzung des Rattermann'schen Pionier von Cincinnati
ansehen kann.
M a r k b r
e i t , Leopold
zuletzt Oberst. Aus Wien gebürtig, Halbbruder des Redakteurs Fritz
Hassaurek vom Cincinnatier Volksblatt. Markbreit wurde 1907 mit großer
Mehrheit zum Bürgermeister von Cincinnati gewählt. Er war einer der
letzten Zeugen (gest. 1909) der fürchterlichen Qualen, welche die
gefangenen Unionsoffiziere im Libby-Gefängnis zu Richmond zu erdulden
hatten. Er war einer der Geiseln, welche vom Lose dazu bestimmt wurden,
erschossen zu werden, im Falle die Unionsführung das Todesurteil an
drei gefangenen Rebellenoffizieren, welche der Spionage überführt
worden waren, vollstrecken sollte. In einer Zelle des Kellers von
Libby traf er mit seinem Schicksalsgenossen Emil Frey zusammen.
M ä r k l i n , Edmund
Achtundvierziger. Deutschamerikanischer Dichter, diente im 35. Wisconsin-Regiment.
Im Bürgerkriege als Wundarzt und als Feldapotheker tätig.
M a t t h i
e s , Karl Leopold
Brigadegeneral aus Iowa. Stammte aus Bromberg, war preußischer Landwehroffizier
gewesen. Kam 1849 nach Iowa. Er organisierte schon vor Ausbruch des
Krieges eine Kompagnie, welche der Gouverneur Kirkwood von Iowa bereits
am 9. Januar 1861 annahm. Somit gehört Matthies zu den ersten, welche
für den Krieg bereit waren. Oberstleutnant im 2. Iowa-Regiment bei
Wilsons Creek, Mo., danach Oberst dieses halbdeutschen Regiments.
Belagerung von Corinth, Schlacht bei Juka, wo das Regiment furchtbar
litt, von 482 Mann verlor es 217 Tote, Verwundete und Vermißte, darunter
15 tote oder verwundete Offiziere. Matthies führte bei Juka eine Brigade,
später eine Division des 17. Korps. Die furchtbaren Strapazen machten
ihn dienstunfähig im Mai 1864. Ein Medaillonbild von Matthies ziert
das Kriegerdenkmal in Des Moines, Iowa.
M e l c h e
r t , Wm.
Major des 8. Kansas-Infanterie-Regiments, wurde beim Sturm auf Missionary
Ridge neben einer erbeuteten Kanone erstochen.
M e n k e ,
Gustav
Kapitän 9. Pennsylvania-Reserve, fiel bei Bull Run Il. Ehemals Sergeant
bei den Bremer Hanseaten.
M e r s e y
(oder Mercy)
Oberst des 9. Illinois-Regiments, einer der tüchtigsten Regimentsführer.
Kämpfte bei Shiloh mit großer Auszeichnung in Oberst Raiths Brigade.
Er wurde dort schwer verwundet. Führte das Regiment in allen Schlachten,
an welchen es beteiligt war. Auf dem Marsche durch Georgia führte
Mersey die 2. Brigade, 2. Division, 16. Korps. Während der Atlanta-Kampagne
(1864) machte Oberst Mersey durch einen Geniestreich 500 Rebellen
zu Gefangenen. Mersey war badischer Oberleutnant gewesen. Er trat
zu der Revolutionsarmee über und führte die 3. Division der badischen
Freischärler.
v. M e t z d
o r f f , Alwin
ehemals preußischer Offizier, Oberstleutnant des 75. deutschen Pennsylvania-Regiments.
Er wurde bei Chancellorsville mit gegen 40 Mann seines Regiments im
Waldgefechte abgeschnitten und geriet in Gefangenschaft.
M e t z g e
r , Daniel
Major, 29. NewYorker (Steinwehr) Regiment. Führte die Reste des Regiments
zur Ausmusterung heim.
v. M e t t e
r n i c h , Germain
Oberstleutnant des 46. New Yorker Regiments, fand auf der Insel Tybee
bei Savannah einen schrecklichen Tod. Ein stolpernder Infanterist
rannte ihm das Bajonett durch den Hals. Metternich war ein Achtundvierziger,
hatte in Baden unter Sigel gekämpft und war früher österreichischer
Dragoneroffizier gewesen.
M e y e r ,
Louis G.
Dr. med., Stabsarzt im 25. Ohio-Regiment, später Brigade-Stabsarzt
und zeitweilig Oberarzt des II. Armeekorps. Stammte aus Cleveland,
0. Diente während des ganzen Krieges und war einer der bekanntesten
Ärzte der Potomacarmee. In der Schlacht von Chancellorsville ließ
er sich gefangen nehmen, um sich der vielen Verwundeten unter den
Gefangenen besser annehmen zu können.
M e y e r ,
Seraphim
Oberst des ganz deutschen 107. Ohio-Regiments aus Cleveland, Sandusky
und Toledo rekrutiert. Das Regiment litt furchtbar bei Chancellorsville
220 Tote, Verwundete und Vermißte. Kämpfte glänzend bei Gettysburg,
wo es die Fahne des 8. Regiments der »Louisiana Tiger« eroberte. Verlust
der 107er bei Gettysburg 400 von 550 Mann.
M e y s e n
b u r g , Theod. Aug.
aus Köln gebürtig, kam als Jüngling nach St. Louis. Trat 1861 in Sigels
3. Missouri-Regiment, wurde bald Sigels Adjutant und avancierte rasch.
War Sigels rechte Hand bei Carthage, Wilsons Creek-, Pea Ridge und
Bull Run II. Oktober 1862 wurde Meysenburg Generaladjutant des II.
Armeekorps. Als solcher bei Chancellorsville und Gettysburg (unter
Howard) an führender Stelle. Zog dann mit den Korps 11 und 12 nach
Tennessee und diente General Hooker als Stabschef mit dem Range eines
Obersten. Nachdem Sigel 1864 wieder aus der Versenkung aufgetaucht
war, kehrte Meysenburg zu Sigel zurück und wurde abermals dessen Stabschef.
Als solcher machte er die unglückliche Schlacht bei New Market mit,
blieb aber Sigel treu, als dieser nach jener Niederlage ein geringeres
Kommando erhielt. Meysenburg starb hochgeachtet in St. Louis.
M e u m a n
n , Theodor
Oberst im 3. deutschen Missouri-Regiment, Architekt und Zivilingenieur.
Avancierte am 17. November 1861 zum Führer des alten Sigelschen Regiments,
nachdem er vorher Major gewesen war. Er galt als einer der tüchtigsten
deutschen Offiziere. Die Veteranenvereinigung Grand Army of Republic
ehrte ihn nach seinem Tode, indem sie einen ihrer Posten nach ihm
benannte. Meumann zeichnete sich besonders vor Vicksburg aus. Meumann
hatte in Preußen gedient und war dort Landwehroffizier geworden. Er
starb wenige Jahre nach dem Kriege, wie so viele seiner Kameraden,
an den Folgen der furchtbaren Strapazen.
v. M e u s e l
Kapitän des deutschen 29. New Yorker Regiments, wurde zu den
Vermißten bei Chancellorsville gezählt. Man hat nie wieder von ihm
gehört. Er ist wahrscheinlich gefallen. Die Zahl derjenigen Leute,
welche als »missed in battle« angeführt und meistens dann als
»gefangen« bezeichnet werden, ist sehr groß. Von sehr vielen »Vermißten«
weiß man, daß sie zu den Schwerverwundeten zählten, vom Feinde übernommen
wurden und später nicht wieder gemeldet worden sind. In den vielen
Waldgefechten blieb mancher arme Verwundete im Dickicht liegen. Der
Wald wurde in Brand geschossen, die Blessierten welche dort hilflos
lagen, traf ein schrecklicher Tod. Bei Chancellorsville kam es zu
großen Waldbränden. Hunderte von Verwundeten wurden von Ihren Kameraden
und auch vom Feinde gerettet, aber wieviele mögen noch unentdeckt
geblieben sein! v. Meusel war früher preußischer Offizier.
M i h a l o t z e y , G.
Deutschungar, früher österreichischer Offizier, Oberst des 24. Illinois-Regiment.
Kaum von einer in der Schlacht am Chickamauga erhaltenen schweren
Wunde genesen, wurde er im Februar 1864 bei einer Rekognoszierung
am Buzzard Roost in Georgia abermals so schwer verwundet, daß er bald
darauf starb. Beerdigt auf dem Nationalfriedhofe in Chattanooga, wo
13000 gefallene Soldaten ruhen.
M i l l e t
, Friedrich
Deutschelsässer, Major eines Missourier Reiter-Regiments.
M i n d e l
(auch Mindil genannt), Georg W.
aus Frankfurt a. M. Diente im 27. New Yorker Infanterie-Regiment.
Wurde bald dessen Oberst, war Stabsoffizier McClellans im Halbinselfeldzuge
sowie des Generals Phil. Kearney in der zweiten Bull Run-Kampagne.
Führte später eine Brigade von fünf Regimentern im 9. Korps. Darauf
wirkte er im Westen unter Sherman, Marsch durch Georgia, als Brigadier.
Zeichnete sich aus bei Missionary Ridge. Wurde Brevet-Majorgeneral
und ruht auf dem Nationalfriedhofe zu Arlington, Heights. Mindel erhielt
zwei Tapferkeitsmedaillen, die erste weil er, während er als Adjutant
fungierte den Angriff eines Regiments leitete, welches in der Schlacht
von Williamsburg (5. Mai 1862) das feindliche Zentrum durchbrach.
Durch diesen Angriff wurde die konföderierte Artillerie zum Schweigen
gebracht, und die Stürmenden gelangten in den Rücken des Feindes.
Die zweite Auszeichnung erhielt Mindel auf dem Marsche durch Georgia.
General Sherman spricht von diesem deutschen Offizier mit großem Lobe.
Auch Mindel starb bald nach dem Kriege infolge der furchtbaren Strapazen.
v. M i t z e
l , Alexander
Oberstleutnant, 74. Pennsylvania, ehemaliger preußischer Offizier,
hatte den Schleswig-Holsteinschen Krieg (1847) mitgemacht. Leitete
mit Schimmelfennig den Rückzug der 3. Division des II. Korps bei Gettysburg
und entkam der Gefangennahme dadurch, daß er seine beiden Angreifer
niederschoß, wodurch auch General Schimmelfennig Gelegenheit erhielt,
sich zu retten.
M ö g l i n
g , W. C.
Oberstleutnant, II. Connecticut-Regiment,
kämpfte ruhmvoll in der Schlacht von Cold Harbor, 3. Juni 1864.
M o o r , August
Brigadegeneral, geb. 1814 in Leipzig. Beteiligte sich schon mit 16
Jahren an der Julirevolution in Paris. Kam 1833 nach Amerika. Nahm
im Jahre 1836 als Leutnant am Seminolenkriege in Florida teil und
zog zusammen mit Koseritz und Lehr 1846 in den mexikanischen Krieg
(und zwar in Heinrich Bohlens deutschem Milizregimente). Moor brachte
es in jenem Kriege zum Obersten. Organisierte im Mai 1861 das 2. Cincinnatier
deutsche Regiment (Nr. 28, Ohio), welches sich besonders bei Droop
Mountain, Va., (November 1863) ausgezeichnet hat und auch bei Piedmont
ruhmvoll kämpfte. Moor befehligte unter Sigel im Mai 1864 die Vorhut,
welche die Schlacht von New Market einleitete und am ersten Tage allein
gegen Imboden kämpfte.
M o c h a r
d t , Ingenieur
Major im Sheridanschen Stabe während des Feldzuges in Tennessee 1862.
Wird von Sheridan als außerordentlich tüchtiger Topograph gerühmt.
M o s k o w
s k i , Stanislaus
Chef der Batterie A, I. Pennsylvania-Artillerie-Regiment, die nach
Bull Run I gebildet wurde.
v. M o s c h
z i s k e r , Franz A.
Dr. med., Stabsarzt in der österreichischen Armee, beteiligte
sich an der Erhebung in Ungarn, hervorragender, auch von Carlisle
gerühmter Schriftsteller. Kam im Jahre 1853 nach Amerika. Während
des Bürgerkrieges Militärarzt in den großen Hospitälern von Washington.
M ü h l e c
k , Gustav A.
Oberstleutnant des 73. Pennsyvania-Regiments. Popes Feldzug und Bull
Run II. Ehemals deutscher Offizier. Führte das Regiment, nachdem Major
Brückner gefallen war.
M c C o o k
, Robert
von irischer Abkunft, erster Oberst des berühmten deutschen 9. Ohio-Regiments.
McCook sprach deutsch und kommandierte das Regiment deutsch. Schwer
verwundet bei Mill Spring, wurde er schon im Frühling 1862 von Buschkleppern
erschossen. Die McCooks bilden eine echte Heldenfamilie. Sie stammten
aus Steubenville, 0. Der Vater und n e u n Söhne traten in dieArmee
ein. Drei McCooks wurden Generale. Robert McCook war der einzige Nichtdeutsche
im Cincinnatier Turner-Regiment. Zum Obersten wurde er auf Stallos
Rat erwählt.
M ü l l
e r , Karl
Oberstleutnant im deutschen 107. Ohio- Regiment, verlor bei Gettysburg
einen Arm.
M ü l l e r
, Jakob
Cleveland, 0., Vizegouverneur von Ohio. Hat große Verdienste um die
Organisation der deutschen Regimenter von Nordohio. Verfasser eines
der besten Werke über die Achtundvierziger in den Vereinigten Staaten:
»Erinnerungen eines Achtundvierzigers«. Als deutschamerikanischer
Volksmann namentlich im Westen bekannt und hochgeehrt. Glänzender
Redner.
M ü n c h ,
Friedrich
Theologe aus Deutschland, Farmer und Weinzüchter in Warren County,
Mo. Fruchtbarer, verdienstvoller Schriftsteller, als »Far West« allgemein
bekannt. Flüchtling aus der dreißiger Bewegung in Deutschland. Münch
war einer der treuesten und edelsten unter den Freiheitskämpen von
1801. Er organisierte die Deutschen seines Distriktes und schickte
seine beiden Söhne ins Unionsheer. Der eine Sohn, ein 18jähriger Jüngling,
starb bei Wilsons Creek den Heldentod. Der andere Sohn folgte der
Fahne bis zum Ende des Krieges.
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