DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE
Der
Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten
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Unions-Offiziere von A-Z |
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P
P
a u l , Gabriel
führte ein Regiment im Red River-Feldzuge.
P a u l , G. R.
General, kommandierte die 3. Brigade der 1. Division im I. (Reynolds)
Korps, welche in der Schlacht am Antietam den Feind zweimal warf, an
der Sunken Road und beim Piper House. In der Schlacht von Gettysburg
wurden dem General Paul beide Augen ausgeschossen. Völlig erblindet,
mußte er seinen Abschied nehmen. Auch Pauls Sohn kämpfte als Offizier
in der Unionsarmee. Derselbe wurde im National-Soldatenheim von Virginien
von einem betrunkenen Kameraden erstochen.
P a r c u s
Oberstleutnant im 46. deutschen New Yorker Regiment. Wurde kurz
vor Ende des Krieges vor Petersburg durch eine Bombe getötet.
P e i ß n e r
, Elias
Oberst des wohl zu einem Drittel aus Deutschen bestehenden 119. New
Yorker Regiments. Er fiel bei Chancellorsville, am 2. Mai, als er sein
Regiment zum Widerstande gegen den Jacksonschen Überfall ordnete. War
vor dem Kriege Professor am Union College in Schenectady, N. Y. Er glich
in seinem Äußeren dem König Ludwig I. von Bayern derartig, daß er allgemein
als dessen Sohn galt. Schurz, der Peißner genau kannte und hochschätzte,
ist der Meinung, daß Peißner wirklich von Wittelsbacher Abstammung war.
Als nach der Schlacht von Chancellorsville in New York die große deutsche
Indignationsversammlung stattfand, um gegen die von den Westpointern
erhobene Beschuldigung der deutschen Soldaten, »sie wären Feiglinge
gewesen und hätten durch ihr Verhalten die Schlacht von Chancellorsville
verloren«, zu protestieren, erhob sich die ganze Versammlung, als der
Name Peißner von Friedrich Knapp in dessen großer Rede genannt wurde.
P e r c z e l
, Nikolaus
Oberst des 10. Iowa-Regiments. Deutschungar. Führte in den westlichen
Feldzügen eine Brigade, welche sich bei Juka, September 1863, auszeichnete.
Perczel konnte mit den angloamerikanischen Offizieren nicht auskommen.
Er beklagte sich über die Trunkenheit, welche bei seinen Kameraden und
namentlich bei seinen Vorgesetzten herrschte.
P f ä n d e r
, Wilhelm
bedeutender Artillerieoffizier aus Minnesota. Kämpfte ruhmvoll bei Shiloh.
Bekannter Turnerführer im Westen.
P f i s t e r
e r , Frederick
Kapitän in der regulären U. S.-Infanterie, 14. Korps, Cumberlandarmee.
Er ist der Verfasser der »Statistical Records of the Armies of the United
States«, New York, bei Scribners Sons 1883. Das Buch ist in der Scribnerschen
Sammlung erschienen. General W. T. Sherman sagt von Pfisterers Buch,
daß es die zuverlässigste Hilfsquelle ist. Mit erstaunlichem Fleiße
und echt deutscher Gründlichkeit hat Pfisterer die Kriegsgeschichte
als Statistiker behandelt und seinen Stoff so übersichtlich geordnet,
daß man sich daraus sofort über die Details des Krieges informieren
kann. Pfisterer war Inhaber der vom Kongreß bewilligten Tapferkeitsmedaille
für einen heldenmütigen Ritt in den Rücken des Feindes bei Stone River
(Murfreesboro). Er kam als Kind mit seinen Eltern aus Württemberg nach
Amerika.
v. P i l s e n
Oberst der Artillerie. Ehemals österreichischer Offizier. Zeichnete
sich besonders unter Fremont 1862, im Shenandoahtale gegen Jackson aus.
Wurde bei einer Rekognoszierung schwerverwundet und starb an den Folgen.
P o m u t z ,
George
Oberstleutnant im 15. Iowa-Regiment.
P o s c
h n e r , Friedrich
ehemaliger preußischer Offizier. Achtundvierziger. Erster Oberst des
47. Ohio-Regiments.
P o t e n , August
Oberstleutnant des deutschen 17. Missouri-Regiments. Führte dasselbe
bei Pea Ridge und erstürmte in dieser Schlacht eine wichtige Stellung
des Feindes. Später Oberst des 5. Missouri-Regiments. Als solcher ehrenvoll
beteiligt an den Kämpfen in Tennessee und an dem Marsche durch Georgia.
Oberst Poten war früher hannoverscher Offizier und Sohn eines Kriegsministers.
Er mußte sich nach dem Kriege als Schenkkellner in St. Louis kümmerlich
sein Brot verdienen.
P r e t o r i
u s , Emil
Dr., Redakteur der »Westl. Post«. Kaufte dieses
Blatt 1865 von Olshausen. Pretorius brachte Schurz an die »Westl. Post«
und verschaffte demselben einen Anteil an der Zeitung. So wurde der
bis dahin in Wisconsin beheimatete Schurz in Missouri eingebürgert und
bald darauf Bundessenator von Missouri.
v. P ü c h e l
s t e i n , Anton
Major des 4. New Yorker Reiter-Regiments. Ehemals preußischer Kavallerieoffizier.
Kam zunächst in den Stab Blenkers und wurde ein beliebtes Mitglied von
dessen Tafelrunde. v. Püchelstein war ein außerordentlich schneidiger
Offizier und stets im Vordertreffen. Nach dem Kriege wurde er Pastor
einer deutschenreformierten Gemeinde in Egg Harbor City, N. J.Die Umsattlung
von der Kavallerie zur Theologieist übrigens in Amerika häufiger vorgekommen.
Verfasser hat selbst mehrere ehemalige Offiziere gekannt, welche als
Seelsorger (und zwar in segensvoller Weise) wirkten.
v. P u t t k a
m e r , A.
Kapitän der 11. New Yorker, meist aus Deutschen bestehenden, Batterie.
Verlor bei Jacksons Überfall von Manassas Junction vier Geschütze seiner
Batterie, rettete aber mit den beiden anderen Wagners Brigade bei derem
Rückzuge vor der Vernichtung. Zeichnete sich glänzend bei Antietam aus
und befehligte die Artillerie von Whipples Division, Korps Sickles,
in den Schlachten von Chancellorsville und Gettysburg. Von General Sickles
besonders belobt. Gehörte dem märkisch-pommerschen Geschlechte der Puttkamers
an, welchem so viele bedeutende Militärs und Beamte entstammen.
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