DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE
Der
Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten
| Deutsche
Unions-Offiziere von A-Z |
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S
S
a h m , Michael
Batteriechef im 2. Ohio-Artillerie-Regiment.Aus Dayton, 0., von wo auch
die deutsche Mannschaft stammte.
S a l o m o n
vier Brüder, aus dem Dorf Ströbeck bei Magdeburg,
wo ein Schachbrett auf dem Kirchturme steht, und wo schon die Kinder
Schach spielen lernen. 1848 nach Wisconsin ausgewandert. Drei der Brüder
standen im Felde.
Friedrich,
wurde Titular-Generalmajor,
Eberhard C.,
Brigadegeneral,
der dritte Bruder diente als gemeiner
Soldat,
der vierte,
Edward war
während des Krieges Gouverneur von Wisconsin.
F r i e d r i c h
der bedeutendste der vier Brüder, ist der Sieger von Helena, Ark.
sowie von Jenkins Ferry, zwei Aktionen, in welchen Friedrich S. selbständig
und mit großer Auszeichnung führte. Den Sieg bei Helena beanspruchte
später der General Prentiss, welcher Salomons Vorgesetzter war. Doch
haben alle Unionsoffiziere, welche an dem Kampfe beteiligt waren, schriftlich
bezeugt, daß Friedrich Salomon die Verteidigung jenes Platzes selbständig
führte. Beteiligt war er an vielen Gefechten und Schlachten, jedoch
kämpfte Friedrich Salomon fast stets auf abgelegenen Kriegsschauplätzen
des Westens und Südwestens, und es war ihm nicht beschieden, in den
großen Entscheidungsschlachten eine Führerrolle zu bekleiden. Er starb
als Bundesbeamter in Salt Lake City.
E
b e r h a r d
Oberst des deutschen 3. Missouri-Regiments und Brigadegeneral, kämpfte
bei Wilson Creek und Pea Ridge in Sigels Brigade und bei Sarcoxia, Mo.,
Prairie Grove, Ark. Letztere Gefechte waren erneuerte Versuche der Konföderierten,
Missouri zurückzuerobern. In diesen Kämpfen hat sich Salomon sehr ausgezeichnet.
Ebenfalls in der Red River-Kampagne von 1864, wo C. Eberhard unter seinem
Bruder Friedrich kämpfte. Ruhmestage sind dort: Pine Bluff, Ark., April
1864, und Jenkins Ferry.
E
d w a r d
gestorben 1908 zu Frankfurt a. M., war Gouverneur von Wisconsin
während des Krieges. Er organisierte das 26. deutsche Wisconsin-Regiment.
Er ernannte die Obersten nicht aus politischen Rücksichten, sondern
auf Grund ihrer Tüchtigkeit und Erfahrung. Er war der einzige Gouverneur,
welcher das Konskriptionsgesetz energisch durchführte. Der Indianerkrieg
im benachbarten Minnesota wurde durch Gouverneur Salomons Maßregeln
auf jenen Staat beschränkt. Bedeutender Jurist, wirkte später als Anwalt
in New York. Hervorragender Deutschamerikaner.
S a l o m o n , Edward S.
Oberst, Titular-Brigadegeneral
Kein Verwandter der vier Brüder Salomon.
Organisierte die jüdische Kompagnie im Hecker-Regimente, 82. Illinois.
Wurde Oberstleutnant desselben und führte das Regiment, nachdem Hecker
bei Chancellorsville verwundet worden war. Wurde bald darauf Oberst
der 82er und führte dieselben bei Gettysburg. Schurz lobt Salomon besonders.
Kämpfte vom Herbst 1863 an im Westen, bei Chattanooga und auf Shermans
Marsche durch Georgia. Bei Bentonville warf das Regiment, März 1865,
mehrere Angriffe des Feindes zurück und Salomon erhielt für diese Tat
den Generalstitel.
Nach dem Kriege wurde Salomon Gouverneur des Territoriums Washington.
Lebte 1910 als Anwalt in San Franzisko.
S a l m - S a
l m , Prinz Felix
Oberst, später Brigadegeneral.
Führte die Regimenter Nr. 8 und Nr. 68, New York, und während des Zuges
durch Georgia eine Brigade. Die Salm-Salms gehören zu den ältesten deutschen
Fürstengeschlechtern. Reichsunmittelbar. Prinz Salm-Salm kam zu Anfang
des Krieges nach Amerika und wurde durch den preußischen Gesandten bei
Lincoln eingeführt. Als der Gesandte erwähnte, daß Salm ein Prinz sei,
soll Lincoln dem Applikanten auf die Schulter geklopft und gesagt haben:
»Nun, das soll Ihnen bei uns nicht schaden.« Salm kam dann in Blenkers
Stab, dem berühmten »Wartesaal« für deutsche Offiziere. Erst später
gelang es seiner Frau, für den Prinzen die Stellung des Regimentschefs
im alten Blenkerschen 8. NewYorker Regiment zu erhalten.
Salm-Salm
war ein tapferer umsichtiger Offizier, fand aber nicht viel Gelegenheit,
sich auszuzeichnen. Bekannter ist er geworden durch seinen Zug nach
Mexiko, wo er der treue Freund und Begleiter des unglücklichen Kaisers
Maximilian wurde und bis zu dessen schrecklichem Ende bei ihm aushielt.
Nach dem mexikanischen Kriege kehrte Prinz Salm-Salm nach Preußen zurück
und wurde wieder Offizier. Er fiel, tapfer kämpfend, am 18. August 1870
beim Sturme der preußischen Garde auf St. Privat an der Spitze seines
Bataillons, welches er als Major führte.
S a l m - S a l m , Agnes
Prinzessin, Gattin des vorigen. Sie ist im Bürgerkriege fast noch mehr
hervorgetreten als ihr Gemahl. In ihrem Buch »Zehn Jahre aus meinem
Leben« erzählt sie, wie sie ihren Mann zum Obersten des 8. New Yorker
Regiments, dann des 68. Regiments und schließlich auch noch, durch Beeinflussung
Lincolns, zum General gemacht hat. Sie schmeichelte dem Gouverneur von
New York und dem Präsidenten die Ernennungen ihres Mannes ab. Amerikanische
Damen haben mehrfach in ähnlicher Weise gewirkt, wenn wir der Verfasserin
jener Memoiren glauben können. Die Prinzessin, wie sie allgemein in
der Armee genannt wurde, begleitete ihren Mann in den Krieg, wurde als
kühne Reiterin bewundert und hat zahllose Abenteuer im Felde erlebt.
Sie
stammte aus einer französisch-canadischen Offiziersfamilie. Frau von
Salm-Salm ist später ihrem Gatten nach Mexiko gefolgt. Sie war es, welche
bei Juarez den Aufschub der Hinrichtung Maximilians durchsetzte, und
sie hat auch wohl hauptsächlich die Vorbereitungen zu der beabsichtigten
Flucht des gefangenen Kaisers getroffen, welche jedoch nicht zur Ausführung
kam wegen der Halsstarrigkeit des zu Rettenden. Nach Maximilians Hinrichtung
kehrte das Salmsche Paar nach Deutschland zurück. Die Prinzessin wurde
nach Wien und Berlin gerufen, um dem Kaiser von Österreich und König
Wilhelm Bericht zu erstatten über die Einzelheiten der Maximiliantragödie.
Im Kriege von 1870 stand die Prinzessin einem preußischen Feldlazarett
vor.
v. S c h a c k , Georg
Brigadegeneral. Oberst des deutschen 7. New Yorker Regiments. Trat als
Major in das 7. New York Regiment und wurde im Februar 1862, Oberst.
Das Regiment nahm Teil an McClellans Halbinselfeldzug und war im Lager
von Newport News, als das weltberühmt gewordene Duell zwischen dem konföderierten
Panzerschiff Merrimac und Ericsons erstem Monitor sich dort abspielte.
Besonders hat sich das 7. Regiment in der siebentägigen Schlacht um
Richmond ausgezeichnet, welche mit dem Unionssiege von Malvern Hill
endete. Wegen tapferen Verhaltens in diesen Schlachten wurde v. Schack
zum Brigadegeneral ernannt.
Das
Regiment blutete bald darauf in der Schlacht am Antietam und erlitt
am 13. Dezember 1863 bei dem Sturme auf Fredericksburg die fürchterlichsten
Verluste. Von 25 Offizieren wurden zehn getötet. Später reorganisierte
v. Schack das Regiment und zog mit demselben in den Grantschen Feldzug
von 1864. Es zeichnete sich besonders aus bei Ream Station und Hatchers
Run, Va., nahm an der Belagerung von Richmond teil und kämpfte bis zu
Lees Übergabe bei Appornatox Courthouse.
v. S c h ä f e r , Bernstein,
Karl
Major im 5. Iowa-Kavallerie-Regiment. Fiel bei einem Überfall der Rebellen
in Nordwesttennessee. Er befand sich mit 120 Reitern auf einer Rekognoszierung
und hatte ein Lager bezogen. Dieses wurde von zwanzigfacher Übermacht
zur Nachtzeit überrumpelt. Schäfer stammte aus Darmstadt, war Offizier
gewesen. Sein Vater war hessischer Kriegsminister.
S c h ä f e r , Friedrich
Oberst des 2. (deutschen) Missouri-Regiments, später Brigadier.
Er gehört zu den hervorragendsten unter den deutschen Offizieren, welche
im Vordertreffen gestanden haben. War in Deutschland Wachtmeister gewesen.
General Osterhaus, unter dessen Oberbefehl Schäfer zuerst stand, sagt,
daß Schäfer einer der besten Regimentsführer der westlichen Heere gewesen
ist. Schäfer kämpfte bei Pea Ridge, Perryville, Vicksburg. Bei Murfreesboro
befehligte er eine Brigade. An der Spitze seiner Truppen vorgehend,
fiel Schäfer in jener Schlacht. General Sheridan stellte
ihm das glänzendste Zeugnis aus.
S c h a d t
Oberstleutnant des 3. Missouri- später Oberst des 30. Missouri-Regiments.
S c h e n c k , Konrad, Dr.
S c h e n c k , Julius, Dr.
Vater und Sohn, dienten beide als Regimentsärzte im deutschen 37. Ohio-Regiment.
Beide aus Cleveland, 0.
S c h i f f s u n f a l l
des 75. Pennsylvania-Regiments. Hermann Nachtigall
vom 75. Pennsylvania-Regiment schreibt dem Verfasser über diesen Unfall:
Am 15. April sollte das 75. Regiment unter Oberst Bohlen bei Castlemans
Fähre, dicht bei Paris, Va., über den hochgeschwollenen Shenandoah setzen.
Ein Teil der Mannschaft war schon in Flößen übergegangen. Es wurde ein
von den Rebellen halbverbrannter Prahm herbeigebracht und mit 58 Mann,
darunter Kapitän Wyck und Leutnant Winter, beladen. In der Mitte des
reißenden Stromes konnten die Leute das über den Fluß gespannte Seil
nicht mehr halten. Der Prahm kenterte, und mit einem fürchterlichen
Schrei stürzten alle Insassen in die Fluten. Sämtliche Insassen des
Prahms ertranken. Nachtigall sagt nichts davon, daß Oberst Bohlen die
Leute gegen ihren Protest gezwungen hat, das elende Fahrzeug zu besteigen.
Diese Angabe macht Heusinger, ein anderer Augenzeuge des Unfalls.
v.
S c h i l l i n g
Major, 3. Pennsylvania-Artillerie.
v. S c h i c k
f u ß
Oberstleutnant, 1. New Yorker Kavallerie.
S c h i e r e
n b e r g , Ernst
Offizier im 12. Missouri-Infanterie-Regiment (Osterhaussches). Nahm
an dem Kriege in Missouri teil, wurde durch ein körperliches Leiden
dienstunfähig. An der »Westlichen Post« im Frühling 1861 journalistisch
tätig, war er in der Lage, wenn auch nicht in führender Stellung, die
große deutsche Erhebung in St. Louis genau zu beobachten. Viele Einzelheiten
unserer Schilderung der Missourier Erhebung hat Schierenberg geliefert.
Ebenfalls außerordentlich viele Beiträge zu dem biographischen Teile
dieses Buches. Er starb im Jahre 1909 in Wiesbaden.
War viele Jahre in St. Louis als Redakteur des »Anzeiger des Westens«,
neben Dänzer, tätig. Er war einer unserer tüchtigsten deutschamerikanischen
Journalisten, stets ein deutscher Patriot und einer der besten Kenner
des westlichen Krieges.
v. S c h i m m
e l f e n n i g , Alexander
Geb. 1824, gest. 1865 infolge der furchtbaren Strapazen des Feldzuges.
Einer unserer besten deutschen Kampfgenerale. Brigadegeneral und Divisionär.
Ehemals preußischer Offizier. Kämpfte in Schleswig-Holstein und wanderte
dann nach Amerika aus. Oberst des in Pittsburg rekrutierten deutschen
74. Pennsylvania-Regiments, eines der Eliteregimenter der Potomac-Armee.
Stand in der Blenkerschen deutschen Division, kämpfte mit Auszeichnung
bei Cross Keys. Dann unter Sigel in der Popeschen Kampagne von 1862.
Zeichnete sich besonders aus bei Bull Run II. Seine Brigade drang über
den Eisenbahndamm vor und warf die jacksonschen Kerntruppen bis über
die Farm Cushing hinaus. Kämpfte dann unter Schurz bei Chancellorsville
auf dem Hawkinsschen Felde und in den von Buschbeck verteidigten Schanzen.
Der alte preußische Offizier fühlte sich (mit Recht) in seiner Ehre
gekränkt, als die Westpointer nach der Schlacht von Chancellorsville
das II. Korps zum Sündenbock für die Fehler der Oberleitung stempeln
wollten.
Er schrieb einen die Entrüstung der deutschen Offiziere kennzeichnenden
Brief an seinen nächsten Vorgesetzten, Schurz (den dieser veröffentlicht
hat). Am ersten Schlachttage von Gettysburg führte Schimmelfennig eine
Divisionin dem an diesem Tage von Schurz befehligten II. Korps. Die
vierfache Übermacht der Feinde warf die im freien Felde stehenden zwei
Divisionen des II. Korps nach der Stadt Gettysburg hinein. Schimmelfennig
wurde durch einen Kolbenschlag niedergestreckt. Erholte sich wieder
und suchte Schutz in einem benachbarten Stalle. Dort saß er zwei Tage
und wartete den Ausgang des Kampfes ab. v. Schimmelfennig ließ sich
dann nach den Carolinas versetzen, er wollte nicht mehr im II. Korps
dienen. So kam er zum 10. Korps, vom Regen in die Traufe. Denn die Belagerung
in den sumpfreichen Gebieten um Charleston brachte als schlimmsten Feind
die Malaria.
v. Schimmelfennig hatte dann noch die Ehre, als Erster mit seinen Truppen
in die Brutstätte der Sezession (Charleston, S. C.) einzuziehen. Vor
ihm kapitulierte sein Landsmann, der deutsche konf. General Johann A.
Wagener (s. diesen). Bald darauf ist der tapfere, verdienstvolle Unionsgeneral
gestorben. Schurz hat von Schimmelfennig viel gelernt, namentlich in
bezug auf Truppenftihrung. v. Schimmelfennig hat ein gutes Buch über
den Krimkrieg geschrieben. Ein zweites vielversprechendes Werk über
den Bürgerkrieg hatte er begonnen, als ihn Krankheit und baldiger Tod
abriefen. Deutschamerika sollte diesem tüchtigen, stets von Unglück
und Mißgeschick verfolgten Manne ein ehrendes Gedenken bewahren.
S c h i r m e
r
Oberst der Artillerie, NewYork.Ehemals preußischer Artillerieoffizier.
Er kämpfte in der deutschen Division und später unter Sigel. Einer der
tüchtigsten Artilleristen.
v. S c h l e n
, J.
Kapitän. Batteriechef in der Potomac-Armee.
S c h l u n d
, Fidel
aus Immenstadt im Allgäu, Bayern. Mitglied der bayerischen Kammer 1845
bis 1849 und des Frankfurter Parlaments 1848. Nahm an der badischen
Revolution teil und schmachtete längere Zeit in der Frohnfeste zu Kempten.
Bei Ausbruch des Bürgerkrieges trat er mit vier Söhnen unter die Fahne.
Einer derselben wurde in Virginien erschossen ein anderer schwer verwundet.
v. S c h l ü m
b a c h , Fr.
Kadett im 5. Württemberger Infanterie-Regiment, nahm im Philadelphia-Turner-Bataillon
Dienst, welches mit dem 29. New Yorker Regiment verschmolzen wurde,
dessen Major sein Bruder war. Wurde Leutnant, bei Bull Run II verwundet
und gefangen. Starb als Pastor in Cleveland.
v. S c h l ü m
b a c h
Oberst des 29. (früher Steinwehrschen) deutschen
Regiments von New York.
S c h m i d t
, Max
Kapitän, 54. New Yorker Regiment, kommandierte die Tirailleurkette von
Kryzanowskis Brigade bei Eröffnung der zweiten Schlacht am Bull Run.
Wurde durch den Schenkel geschossen und verlor das Bein.
S c h m i d t
, Ernst
Dr., Generalarzt des 16. Armeekorps. Starb in
Chicago. Einer der bedeutendsten deutschen Ärzte. Geachteter und tüchtiger
Führer der Deutschen in Chicago.
S c h n a k e
, Friedrich
bekannter Journalist und Dichter, Mitkämpfer bei dem Aufstande der Deutschen
in St. Louis. Schrieb für Rattermanns »Deutschen Pionier« die Geschichte
jener Erhebung des Deutschtums.
S c h n a k e
n b u r g
Major, später Oberstleutnant in Willichs deutschem 32. Indiana-Regiment,
zeichnete sich bei Shiloh aus.
S c h n e i d
e r , Edw. F.
Oberstleutnant im 8. Kansas-Regiment
S c h n e i d
e r , Georg
Redakteur der Illinoiser Staatszeitung in Chicago bei Ausbruch des Krieges.
Wirkte bedeutend auf die Kriegsstimmung der Deutschen im Westen. Befreundet
mit Lincoln und Mitglied der Konvention, welche Lincoln nominierte.
S c h n e p f
, E.
Oberstleutnant, 20. New Yorker Regiment.
S c h n i t t
g e r , Gustav
Major eines Iowa-Regiments. Stammt aus Davenport, Jowa.
S c h o p p ,
Phil.
Oberst des 8. Westvirginia-Regiments, von Sigel gelobt. Diente in General
Bohlens Brigade.
S c h ö p f ,
Alban
Brigadegeneral, befehligte zu Anfang des Krieges in Kentucky gegen Zollicofer,
wurde aber durch den in höherem Range stehenden General Thomas kurz
vor dem Siege von Mill Springs ersetzt.
v. S c h r a d
e r , Alexander
ehemals preußischer Offizier, Oberstleutnant, 74. Ohio-Regiment, später
Oberst. Titular-Brigadegeneral. Einer der tüchtigsten deutschen Ingenieuroffiziere
der Armee. Hat sich besonders bei Corinth ausgezeichnet, ferner bei
Murfreesboro, bei Chickamauga und auf dem Marsche durch Georgia. Diente
während des ganzen Krieges, trat in die reguläre Armee über.
S c h u b e r
t , Emil
Artillerieoffizier der Potomac-Armee.
S c h u l t z
, Fr.
Kapitän von Batterie M, 1. Ohio-ArtillerieRegiment. Nahm an allen Feldzügen
der Cumberland-Armee teil; zeichnete sich bei Cattlets Gap, Ga., aus,
wo er den Rückzug deckte.
S c h u r i g
, Karl
Oberstleutnant des 18. New Yorker Regiments. Wurde bei Bull Run II durch
Schuß in die Brust schwer verwundet und verlor 1864 in den Wildernis-Kämpfen
einen Arm.
S c h ü t t n
e r , Nikolaus
Oberst des 4. Missouri-FreiwilligenRegiments (Schwarze Jäger). Dieses
Regiment war bei der deutschen Erhebung von St. Louis das erste, welches
sich auf den Kampf vorbereitete. Es fing schon im Januar 1861 zu exerzieren
an.
S c h w a r z
, Adolf
Major, I. Batterie, 2. Illinois-Artillerie, griff bei Shiloh wirksam
ein, wurde in jener Schlacht durch einen Granatsplitter getötet.
S c h w a n ,
Theodor
General in der regulären Vereinigten Staaten-Armee. Stammte aus Hannover,
kam als Jüngling nach den Vereinigten Staaten, trat mit 16 Jahren in
die reguläre Armee ein und nahm als gemeiner Soldat an der gegen die
Mormonen ausgeschickten Expedition teil. Dann kam der Bürgerkrieg. Schwan
hat in 20 Schlachten gekämpft, besonders bei Chancellorsville, Gettysburg,
in den Schlachten in der Wildnis, Spottsylvania, North Anna, Cold Harbor,
Petersburg usw. Der Kongreß gewährte ihm die Tapferkeitsmedaille. Blieb
nach dem Kriege Offizier der regulären Armee, diente in den vielen Indianerkriegen
und die Rothäute zeichneten ihn durch den Beinamen »Bleichgesicht, das
niemals lügt« ehrend aus. Als Indianeragent gehörte Schwan zu
denjenigen seltenen Beamten, welche die Wilden zu verstehen und sie
menschlich und gerecht zu behandeln lernten.
Im
Jahre 1892 wurde der damalige Major Schwan zum Militärattache bei der
amerikanischen Botschaft in Berlin ernannt. Seine Beobachtungen der
deutschen Heereseinrichtungen wurden gedruckt und fanden die lebhafte
Anerkennung der deutschen Generalstabsoffiziere. Schwans größte militärische
Wirksamkeit fällt in den Spanisch-Amerikanischen Krieg. Hier führte
er eine Kampfdivision von 20 000 Mann in glänzender Weise.
S c h w a r z
w ä l d e r
Oberst des 7. New Yorker Milizregiments später
Brigadegeneral.
v. S c h w e r
i n , Heinrich
Kapitän am 119. New Yorker Regiment, wurde bei Chancellorsville auf
der Hawkins Farm durch die Brust geschossen und starb am nächsten Tage.
S e i d e l ,
Charles B.
Oberst des 3. Ohio-Kavallerie-Regiments. Folgte Oberst Zahm 1863 im
Kommando dieses Regiments und zeichnete sich in den Feldzügen von Rosecrans,
Sherman und Thomas von Murfreesboro bis Atlanta und Nashville aus.
S e i d e l ,
G. A.
Major, 7. New Yorker Regiment.
v. S e l d e n
e c k
Artilleriekapitän und Führer der dem 46. New Yorker Regiment beigegebenen
Batterie Sigel. Die Batterie bestand aus gedienten deutschen Artilleristen.
Sie schoß die Bresche in Fort Pulaski.
S e n g e s
Oberst der Artillerie, kämpfte in der Potomacarmee, zeichnete sich
besonders aus bei der Beschießung von Fort Pulaski. Oberst Senges war
in der badischen Armee Artilleriehauptmann und trat mit dem größeren
Teile seiner Kameraden zum Freischarenheere über. Senges saß lange Zeit
mit Otto v. Corvin zusammen im Zuchthause zu Freiburg im Breisgau.
S e r v i è r e
Major des deutschen 46. New Yorker Regiments. Früher preußischer
Offizier. Aus einer Hugenottenfamilie stammend.
S i b e r , Eduard
Oberst des deutschen 37. Ohio-Regiments. Einer der besten Degen, welche
Deutschland Amerika gegeben hat. General T. Sherman nannte Siber öffentlich
den am besten ausgebildeten Offizier seiner Armee. (Diese Äußerung Shermans
fiel im Kreise höherer Offiziere zu Youngstown, La.) Siber war Hauptmann
in der preußischen Armee und Generalstabsoffizier gewesen. Er nahm den
Abschied, um in das schleswig-holsteinische Patriotenheer 1847 einzutreten,
diente mit großer Auszeichnung und ging nach dem Ende des ersten Dänischen
Krieges nach Brasilien, wo er als Lehrer der dortigen Armee (infolge
Berufung durch Dom Pedro) wirkte.
Siber
kam bei Ausbruch des Bürgerkrieges nach den Vereinigten Staaten und
wurde sofort Oberst des 37. deutschen Ohio-Regiments. Ihm vor allem
ist die musterhafte Ausbildung dieses Regiments zu danken. Er war streng
im Dienste, aber nicht nur gegen die Mannschaften, sondern auch gegen
seine Offiziere. Zwei Jahre hielt sein alternder Körper die furchtbaren
Strapazen des Feldzuges aus, nach der Einnahme von Vicksburg, Juli 1863,
zwang ihn sein Gesundheitszustand zum Rücktritt.
S i g e l , Albert
ein Bruder des Generals Franz Sigel, war Oberst des 5. Regiments der
Missouri-Staatsmiliz.
S l e m m e r , A. J.
als Oberstleutnant eines regulären Bataillons in der Schlacht von Stone
River gefallen. Als schlichter Leutnant hatte er im Jahre 1861 durch
sein heldenmütiges Verhalten im Hafen von Pensacola, Fla., diesen Schlüssel
zum Golf von Mexiko gerettet.
S o e s t , Klemens
Oberst des 29. New Yorker (ehemals v. Steinwehrs) Regiment Bull Run
II.
S ö l l h e i
m , Konrad
Dr. aus Cincinnati.
War über ein Jahr Regimentsarzt im 9. Ohio-Regiment.
S o n d e r s
d o r f f
Major im 9. deutschen Ohio-Infanterie-Regiment. Führte das Regiment
mehrfach in Vertretung. Kämpfte ruhmvoll während des ganzen Krieges.
S p i e g e l
h a l t e r
Dr. med., aus St. Louis, Stabsarzt im 12. (Osterhausschen) Missouri-Regiment.
Bedeutender Chirurg. Einer derjenigen Helden des Krieges, welche nicht
in den Vordergrund traten aber in den Hospitälem und auf dem Schlachtfelde
durch ihre ärztliche Kunst und durch ihre Hingabe so außerordentlich
segensreich gewirkt haben.
S p r a u l ,
Karl M.
Inspektor der Infanterie im II. Korps. Ehemals bayerischer Offizier.
S t a h l , Wm.
A.
deutscher Batteriechef in der Potomac-Armee.
S t a h e l , Julius
Deutschungar. Österreichischer Offizier. Schloß sich der rev. Armee
an und diente im Stabe der Generale Görgey und Guyon. Flüchtete nach
dem Siege der Russen über Deutschland nach Amerika. Mai 1861 Oberstleutnant
in Blenkers 8. New Yorker Regimente. Er wurde von Präsident Lincoln
belobt, wegen tapferer Haltung bei Bull Run I. Im November 1861 wurde
Stahel Brigadegeneral und Führer der I. Brigade der Blenkerschen deutschen
Division. Dieser wurde der Hauptangriff in der Schlacht von Cross Keys
zuteil, welcher infolge des kopflosen Vorführens des 8. Regiments durch
den Obersten Wutschel scheiterte. Stahel machte als Brigadier unter
Sigel die Popesche Kampagne von 1862 mit und kämpfte mit großer Auszeichnung
in der zweiten Bull Run Schlacht, deckte auch im Verein mit Schurzens
Division den Rückzug der Armee Popes.
Am 29. September eroberte Stahel Warrenton und machte über tausend Gefangene.
Am 27. November unternahm er eine Rekognoszierung gegen Jackson, bei
Ashby Gap, jagte den Feind über den Shenandoah bis Sperryville, errang
einen zweiten Sieg und verfolgte den Gegner. Er eroberte zwei Fahnen,
machte große Beute an Proviant, Pferden und Vieh und mehrere hundert
Gefangene. Im Frühling 1863 wurde Stahel der Waffe zugeteilt, für welche
er sich besonders eignete, der Kavallerie. Stahel gehört zu denjenigen
Führern, welche die bisher so jammervoll ausgestattete und schlecht
geführte Reiterei der Union reorganisierten und dieselbe endlich zur
Geltung brachten. Die Generale Hooker und Heintzelmann erklärten, daß
die Stahelschen Reiterregimenter die besten seien, welche sie je gesehen
hätten. Auf Lincolns Wunsch wurde diesen Reitern der Schutz Washingtons
anvertraut.
Stahel war gleichzeitig mit Schurz am 14. März 1863 zum Generalmajor
ernannt worden. Er diente als Reiterführer unter General Reynolds und
hatte bei Frederick, Md., ein siegreiches Gefecht gegen die feindliche
Reiterei unter General Young. Bis März 1864 führte Stahel die Kavallerie
im Korps des Generals Couch und wurde am 26. April 1864 wieder dem Sigelschen
Korps zugeteilt, welches im Shenandoahtale vordrang, aber bei New Market
von Breckinridge geschlagen wurde. Stahel kam in diesem Gefecht nicht
zur Geltung, desto mehr aber in den Kämpfen, welche Sigels Nachfolger,
Hunter, im Shenandoahtale zu bestehen hatte. Stahel führte dabei die
Vorhut. Er wurde auf dem Marsche nach Stauntonvon der Rebellen-Kavallerie
unter Jones angegriffen, schlug jedoch den Feind zurück und verfolgte
ihn bis Piedmont, wo man die feindliche Hauptmacht stark verschanzt
antraf. Stahel hielt den Feind in Schach bis zum Eintreffen der Verstärkungen
unter Hunter. In der nun folgenden Schlacht von Piedmont hat Stahel
sich besonders ausgezeichnet und sich die Tapferkeitsmedaille verdient.
Obschon gleich im Anfange des Gefechts schwer verwundet, führte Stahel,
doch seine Geschwader zu einer glänzenden Attacke vor, durchbrach die
Verteidigungsstellung des Gegners und brachte letzteren zur völligen
Auflösung. Infolge seiner Verwundung eine Zeitlang dispensiert, wurde
Stahel später mit der Organisation von Rekrutenabteilungen in Harpers
Ferry und Martinsburg betraut. General Stahel hat interimistisch als
Korpsführer gewirkt. Er resignierte 8. Februar 1865. Nach dem Kriege
war Stahel als Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Yokohama, später
in derselben Eigenschaft in Shanghai tätig. Er hat gegen 12 Jahre die
Vereinigten Staaten im fernen Osten vertreten. Später hat sich General
Stahel in New York verschiedenen erfolgreichen Unternehmungen zugewendet.
Als 85 jähriger Greis macht der alte Held noch durchaus den Eindruck
eines Sechzigers.
S t a l l o ,
Johann Bernhard
Großer Deutschamerikaner. Geb. 1823 in Sierhausen, Oldenburg, ausgewandert
1839. Seine umfassende Bildung hat er sich wesentlich als Autodidakt
angeeignet. Er war ebenso bedeutend als Jurist wie als Mathematiker,
Physiker und Chemiker. Seine bekanntesten Werke behandeln letztere Gebiete.
Meisterhafter Redner in beiden Sprachen. Seine deutschen Schriften sind
bei Steiger in New York erschienen. Dieses Schatzkästlein großer Gedanken
und herrlicher Ausdrucksform über das deutsche Leben in Amerika kennen
leider nur wenige. Stallos Arbeiten über die großen Kriegsfragen, speziell
über das berüchtigte Negerfanggesetz, werden stets zu den besten Leistungen
auf diesem Gebiete gehören. Stallo wurde unter Cleveland amerikanischer
Gesandter in Rom, blieb dann in Italien und beschloß hochbetagt sein
arbeitsreiches Leben in Florenz.
S t a r k l o
f f , H. M.
Dr. med., Regimentsarzt im 12. Missouri-Regiment. Bedeutender Chirurg.
Hat mit großer Aufopferung während des größten Teils des Krieges gewirkt.
Langjähriger Präsident des nordamerikanischen Turnerbundes. Mit seinen
78 Jahren kommandierte er in alter Frische den Festkommers, welcher
1908 den »Deutschen Tag« in St. Louis beschloß.
S t e i n e r
, F.
Kapitän, 107. Ohio-Regiment, wurde bei Gettysburg durch den Unterleib
geschossen und starb auf dem Felde.
v. S t e u b e
n
Offizier im 52., Oberst des 68. New Yorker
Regiments.
v. S t e i n h
a u s e n , Adolf
New Yorker (Freudenbergsches) Regiment, das zum größten Teil aus Deutschen
bestand, fiel bei Todds Tavern, Va.,in Grants sog. Wildnis-Kampagne
von 1864. v. Steinhausen war früher preußischer Offizier.
v. S t e i n w e h r , Adolf
geb. 1822 in Blankenburg am Harz, gest. 1877 in Buffalo. Entstammte
einer Offiziersfamilie, studierte in Göttingen, wurde preußischer Offizier
und Lehrer am Kadettenhause in Potsdam. Kam 1847 nach Amerika, diente
im Mexikanischen Kriege. Wirkte bei der Landaufnahme in Colorado und
im wilden Südwesten als Topograph. Kehrte nach Deutschland zurück, kam
aber bald wieder nach Amerika, um »lateinischer Bauer« zu werden. Organisierte
1861 das deutsche 29. New Yorker Regiment und wurde dessen Oberst. Zeichnete
sich unter Blenker bei Bull Run I aus, wurde bald Brigadegeneral und
machte den Schreckensmarsch der Blenkerschen Division mit, später unter
Sigel die Popesche Kampagne und im II. Korps die Schlachten von Chancellorsville
und Gettysburg. Zog dann nach Chattanooga und beteiligte sich am Nachtkampfe
von Wauhatchie, wo seine Truppen durch einen glänzend durchgeführten
Angriff die Longstreetschen konföderierten Veteranen warfen und das
meiste zu diesem Unionssiege beitrugen.
v. Steinwehr hat sich später viel mit statistischen Arbeiten beschäftigt,
speziell mit Bezug auf das Stärkeverhältnis des deutschen Elementes
in Amerika. Er war ein bedeutender Topograph, sein Hauptwerk, ein Schulatlas,
ist das beste und zuverlässigste Kartenwerk, welches zu Steinwehrs Lebzeiten
in Amerika entstanden ist. Dieser Atlas hat eine sehr starke Verbreitung
gefunden und wurde für v. Steinwehr das Mittel, sich einen sorgenlosen
Lebensabend zu schaffen. v. Steinwehr war ohne Frage der am gründlichsten
vorgebildete unter allen deutschen Offizieren des Unionsheeres. Außerdem
besaß er eine genaue Kenntnis des amerikanischen Militärwesens, stand
bei manchen Westpointer Offizieren in großem Ansehen, und wenn Kenntnisse,
Erfahrung und militärische Tüchtigkeit den Ausschlag gegeben hätten
bei der Auswahl eines ersten Oberführers der deutschen Truppen des Ostens,
so hätte v. Steinwehr diese Auszeichnung erhalten müssen.
Aber man hatte im Frühling 1861 gar keine Zeit, nach den tüchtigsten
Männern unter den zahllosen Bewerbern zu suchen. Auch war die Streberei
der Stellenanwärter sehr schlimm, nicht zum wenigsten unter den deutschen
Offizieren. v. Steinwehr war kein Streber, und in der großen Lotterie
um die höheren Posten zog er eine Niete. Er mußte unter Blenker dienen,
einem für die Führung einer Division ganz unfähigen Troupier, der nie
eine Offiziersausbildung genossen hatte. Ob die Verbitterung des hochbegabten
Militärs, der das Unglück hatte, erst unter Blenker dann unter Frémont
später (nach einigen Monaten Dienstes unter Sigel, der v. Steinwehr
übrigens hochschätzte) unter Howard dienen zu müssen, oder ob seine
Neigungen, die weniger auf dem Gebiete des Truppenführers als auf demjenigen
des Generalstäblers lagen, die Ursache von Steinwehrs verhältnismäßig
spätem Hervortreten waren, ist nicht zu entscheiden.
Aber es ist eigentümlich, daß die Steinwehrsche Brigade bei Cross Keys
von Oberst Koltes geführt wurde und daß v. Steinwehr in der großen Schlacht
von Bull Run II so wenig genanntwird. Er führte damals eine Division
Sigels, doch stand dieselbe am ersten Schlachttage in Reserve, und deren
Regimenter wurden nach und nach zur Verstärkung der Division Schurz
vorgeschoben. Auch am zweiten Tage tritt v. Steinwehr nicht hervor.
Seine alte Brigade wurde von Koltes geführt, und auch nachdem dieser
gefallen war, finden wir v. Steinwehr nicht an der Spitze dieser Truppen.
Er befand sich während dieser Schlacht im Sigelschen Hauptquartier und
wirkte dort als Sigels Stütze in der Gefechtsleitung.
Auch bei Chancellorsville trat v. Steinwehr nicht als Kampfgeneral auf.
Zwar sehen wir seine tüchtige Hand in den Vorbereitungen für die Schlacht.
Er erbaute die Schanzen, in welche sich seine Brigade Buschbeck flüchten
und sich dann so glänzend verteidigen konnte. Aber als der Überfall
stattfand, begleitete v. Steinwehr seine abkommandierte Brigade Barlow,
allerdings auf Befehl des Korpsführers Howard. Auf die ersten Schüsse
hin eilte v. Steinwehr auf das Schlachtfeld, disponierte über die neue
Stellung Buschbecks, aber überließ diesem die Führung der Verteidigung
und den damit verknüpften Ruhm. Er hielt hinter Buschbecks Stellung,
wurde aber in den Berichten über die Schlacht selbst von dem besten
Schilderer derselben, von Hamlin, als leitender Offizier nicht erwähnt.
v. Steinwehr ist fast bis zur Schlacht von Gettysburg nicht zum eigentlichen
Schlagen gekommen. Erst in dieser Schlacht trat sein militärisches Genie,
und zwar in glänzendster Weise, hervor. Er war es, der die Wichtigkeit
des Friedhofshügels als Verteidigungsstellung entdeckte und sofort ausnützte
(wofür der Kongreß dem Korpsführer Howard ein Dankesvotum widmete).
Diesen Hügel hat v. Steinwehr wirksam verteidigt. Hier hat er die übrigen
Divisionen des II. und des I. Korps (kaum die Hälfte noch kampffähig)
aufgenommen und die Verteidigung am 2. und 3. Juli fortgesetzt. In der
Chattanooga Kampagne hatte v. Steinwehr wenig Gelegenheit zum Eingreifen.
Nur seine Brigade Buschbeck kam ins Gefecht und kämpfte aber mit großer
Auszeichnung. In der Kriegsgeschichte tritt Steinwehrs Brigadier Buschbeck
mehr hervor als der Divisionär, unter welchem Buschbeck diente. Nur
das schon erwähnte Nachtgefecht bei Wauhatchie hat v. Steinwehr während
des ganzen westlichen Feldzuges Kriegsruhm eingebracht. Es ist sehr
zu beklagen, daß v. Steinwehr nicht als Generalstabschef der Potomacarmee
wirken konnte. In einer solchen Stellung wären seine bedeutenden Gaben
ganz anders zur Geltung gelangt.
S t ö c k e r
Vier Brüder dieses Namens dienten im 9. Ohio-Regiment. Der erste
Gefallene des Regiments war ein Stöcker. Nur diese Hinweise konnten
uns Veteranen noch machen.
v. S t r u v e
, Gustav
Führer der badischen Revolution, 1861 Offizier im Blenkerschen 8. New
Yorker Freiwilligen-Regiment. Als Prinz Salm-Salm Oberst des Regiments
wurde, resignierte Struve. »Ich kann nicht Fürstendiener sein, kann
unter keinem Prinzen dienen«. Da jedoch der deutsche Prinz in Amerika
nur der einfache Oberst Salm war, so wurde Struves Entrüstung in der
Armee mehr belacht, als dem alten Revolutionär lieb war. Struve kehrte
schon 1863 nach Deutschland zurück. Während seiner Kriegslaufbahn war
er der getreue Schildknappe Blenkers. Struves Schilderungen aus der
Kriegszeit »Diesseits und jenseits des Ozeans« zeigen die Spuren starker
Verbitterung. Er wendet sich darin vielfach gegen Schurz, den er aus
irgendeinem Grunde (aus Neid?) mit Haß verfolgte.
S t u d e r ,
A. G.
Major im 15. Iowa-Regiment. Kämpfte bei Shiloh und in vielen Schlachten
des Westens. War in Washington, D. C., Platzkommandant an dem Abend,
an welchem Lincoln von Booth erschossen wurde. Leitete mit großer Energie
die erste Verfolgung der entflohenen Mörder. Studer war Deutschschweizer,
hat später als Konsul in Singapore, Ostindien, fungiert.
S t u m b e r
g , Henry
Dr. med., Stabsarzt des deutschen 3. Missouri-Regiments.
S u d b u r g
Oberst eines Marylander Infanterie-Regiments, welches zum großen
Teile aus Deutschen bestand. Dieses Regiment stand namentlich am Antietam
im schlimmsten Feuer.
S u h r e r ,
Ferdinand C.
Major im 107. Ohio-Regiment. Vom Sergeanten aufgerückt infolge
von Tüchtigkeit und Tapferkeit.
S
u t t e r m e i s t e r , Arnold
Oberst. Deutschschweizer. Organisierte im Frühling 1861 in Fort Wayne,
Ind., die II. Indiana-Batterie und führte dieselbe. Kämpfte im Westen,
zeichnete sich aus vor Corinth und bei Chickamauga und Missionary Ridge.
Die Batterie machte den Shermanschen Marsch durch Georgia und, durch
beide Carolinas mit und kämpfte ehrenvoll in vielen Schlachten jenes
Zuges. Suttermeister befehligte in der Thomasschen Armee die I. Brigade
der 2. Division Reserve-Artillerie, bestehend aus den Batterien 4, 8,
11 und 21 von Indiana. Ausgemustert mit dem Titel eines Obersten der
Artillerie.
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