DEUTSCHE UNIONSOFFIZIERE

Der Originalton Wilhelm Kaufmanns
aus dem Jahre 1911
wurde bewusst beibehalten

Deutsche Unions-Offiziere von A-Z

W

W a g n e r , Franz
Avancierte vom Gemeinen zum Kapitän der Kompagnie D, 9. Illinois-Regiment. Diente durch den ganzen Krieg. Marschierte mit Sherman von Chattanooga nach Savannahund von dort durch die Carolinas. Sein Kriegsrekord besteht aus 110 Schlachten und Gefechten.Er wurde viermal verwundet. Fleißiger Mitarbeiter am biographischen Teile.

W a g n e r , Georg D.
kommandierte die zweite Brigade in Sheridans Division, Cumberlandarmee, welche sich besonders beim Sturm auf Missionary Ridge auszeichnete.

W a g n e r , Gustav
Oberst des 2. New Yorker Artillerie-Regiments. Zeichnete sich bei Fairfax Courthouse am 27. August 1862 (Popes Kampagne) besonders aus. Unter ihm kämpfte der ehemals preußische Artillerieoffizier von Puttkamer.

W a g n e r , Louis
Oberst, 88. Pennsylvania-Regiment. Titular-Brigadegeneral. Kam 1849 mit seinen Eltern nach Philadelphia. Schwer verwundet bei Bull Run II. Vom Feinde auf dem Schlachtfelde aufgelesen, geriet er in Gefangenschaft. Ausgewechselt, übernahm er wieder die Führung des 88. Regiments und kämpfte bei Chancellorsville. Dann brach die schlecht behandelte Wunde wieder auf, und Wagner wurde zum Kommandanten des Kriegslagers William, Pa., berufen, wo er die farbigen Truppen ausbildete und binnen kurzer Zeit 14 000 Mann in das Feld sandte. 1865 übernahm Wagner eine Brigade im 5. Armeekorps und erhielt den Generalstitel mit 27 Jahren. Er war auch lange Präsident des großen Schwabenvereins von Philadelphia. Es leben dort wahrscheinlich mehr Schwaben und Nachkommen von solchen als selbst in Stuttgart.

W a g n e r , Louis
Oberst des 1. California-Regiments, kommandierte die erste Brigade des Pazifik-Departements.

W a i n r i g h t , W. P.
Major im deutschen 29. New Yorker Regiment, wurde Oberst im 174. New Yorker Regiment.

W a l t h e r , Geo. H.
Oberst des 35. Wisconsin-Regiments.

W a l t h e r , Karl
Oberst des 17. Conneeticut-Regiments, fiel bei Chancellorsville, 2. Mai 1863.

v. W a n g e l i n , Hugo
Brigadegeneral. Entstammte einer mecklenburgischen Adelsfamilie. In einem preußischen Kadettenhause ausgebildet, aber schon im 16. Jahre mit seinen Eltern 1834 ausgewandert. H. v. Wangelin trat im April 1861 in ein Missourier Regiment; wurde bald darauf Major im 12. Missouri-Regiment (Osterhaus), kämpfte namentlich beim Sturme auf Elkhorn Paß (Pea Ridge) höchst ehrenvoll. v. Wangelin ist der getreue Freund und Kampfgenosse von Osterhaus. Er folgte diesem im Avancement, erst als Oberst des 12. Missouri- dann als Führer der alten Osterhausschen Brigade (3., 12. und 17. Missouri- und 44. Illinois-Regiment). Fast sämtliche Kämpfe, welche Osterhaus bestand, hat auch Wangelin mitgemacht. Die beiden sind unzertrennlich gewesen durch den ganzen Krieg. Die Wangelinsche Brigade hat sich glänzend bei Vicksburg ausgezeichnet, dann am Lockout Berg, bei Missionary Ridge und in der blutigen Schlacht von Ringgold, Ga., wo Wangelin einen Arm verlor. Die Ärzte mußten den Arm amputieren. Als sie mit den Betäubungsmitteln kamen, wies Wangelin sie ab, meinte, ein Soldat könne das bißchen Schneiden schon aushalten. Er pfiff den Yankee Doodle, während die Säge durch den Knochen ging.

Auf dem Marsche durch Georgia hat sich Wangelin glänzend geschlagen. Bei New Hope Church, 28. Mai, schlug er einen schweren Angriff zurück. Wangelins Leute fanden bei den Kämpfen um Atlanta die Leiche des auf einer Rekognoszierung erschossenen Generals McPherson (Oberführer der Tennesseearmee) und nahmen die Rebellen gefangen, welche McPherson getötet und sich Degen, Uniform, sowie wichtige Papiere des Generals angeeignet hatten. In dieser Schlacht hielt Wangelin in glänzender Weise den Bald Hill vor Atlanta, von welchem vorher die Unionstruppen vertrieben worden waren. Hier wurde Wangelin abermals verwundet, doch hielt er trotzdem bei seinen Truppen aus. Leider können Wangelins sämtliche Kriegstaten hier nicht erzählt werden. Aber er hat einen Rekord von über 50 Schlachten und Gefechten aufzuweisen, hat über vier Jahre lang fast beständig in der Front gekämpft (seine »Ferien« waren die Wochen, welche er der Heilung seiner Wunden widmen mußte), und unter den deutschen Helden der westlichen Armee muß Wangelins Name unmittelbar nach demjenigen Willichs genannt werden.

v. W e b e r , Max
Brigadegeneral. Achtundvierziger, kämpfte unter Mieroslawski und Sigel in der badischen Revolution. Ehemals badischer Offizier. Führte in New York ein bekanntes Hotel, welches das Hauptquartier der süddeutschen Flüchtlinge wurde. Hat manchem armen Kameraden als Nährvater hilfreich zur Seite gestanden. Er wurde 1861 Oberst des 20. New Yorker Turner-Regiments und führte dasselbe bis zu seiner Ernennung zum Brigadegeneral. Das Regiment sollte zu Anfang des Krieges der Blenkerschen Brigade angegliedert werden, aber Weber protestierte (er wollte nicht unter Blenker dienen), und das Regiment wurde dann mit nach der Halbinsel geschickt. Weber war eine Zeitlang Kommandant von Fortreß, Monroe, an derSpitze der Halbinsel, wo die Landungen der Unionstruppen stattfanden.

Er zeichnete sich in den Kämpfen bei Norfolk besonders aus. Sein größter Kriegsruhm ist mit Antietam verknüpft. Dort führte Weber die dritte Brigade der 3. Division French, im Sumnerschen Korps. Weber hielt die Stellung bei Ruletts House noch, als Sedgwicks Linke bereits umgangen war. Er stand hier im mörderischen Feuer, bis endlich Kimballs Brigade ihm zu Hilfe kam. Weber hat in diesen furchtbaren Kämpfen den Feind mehrfach geworfen und ging erst zurück, nachdem die Konföderierten vier weitere Batterien gegen ihn in Aktion gebracht hatten. Weber wurde schwer an der Schulter verwundet und lag lange im Lazarett. Er war im Mai 1864 an Sigels Kämpfen im Shenandoahtale beteiligt, hatte aber nur 800 Mann und konnte nicht mehr zur Geltung kommen.

W e b e r , Gustav
Dr. C. A., Generalarzt der Ohioer Truppen. Einer der berühmtesten deutschen Chirurgen in Amerika. Arzt und Professor der Medizin in Cleveland, 0. Dr. Weber stammte aus Bonn. Er hat große Verdienste um die Organisation des Medizinalwesens im Bürgerkriege. Ihm wesentlich ist die Anstellung tüchtiger Chirurgen zu verdanken. Auf dem Schlachtfelde von Shiloh wirkte Dr. Weber mit großer Hingebung. Lebte noch 1910 als rüstiger Achtziger auf einer Farm bei Cleveland, 0.

v. W e d e l l , Karl
Major, 68. New Yorker Regiment.

v. W e h l e , Julius
Kapitän im 66. New Yorker Infanterie-Regiment, zeichnete sich bei Antietam aus und übernahm bei Fredericksburg den Befehl über das Regiment, nachdem der Oberst gefallen war. Unmittelbar darauf traf Wehle die Todeskugel, dann trat Hauptmann Hammel an Wehles Stelle, wurde gleich darauf schwer verwundet, und der rangälteste Leutnant führte darauf das Regiment bis zum Ende der Schlacht.

W e i g e l , Eugen
Adjutant Heckers bei Chancellorsville. Hat sich bei Gettysburg und Missionary Ridge ausgezeichnet.

W e i n g a r t , G.
Kapitän. Batteriechef, Potomacarmee.

W e i s b e r g , Alfred
Oberstleutnant, 9. Wisc. Regiment

W e i t z e l , Gottfried
Generalmajor und Korpsführer. Aus Winzlen, Rheinpfalz, gebürtig und als Kind eingewandert. In Westpoint zum Offizier ausgebildet. Leutnant im Ingenieurkorps der regulären U. S.-Armee. Unter Butler Chefingenieur in New Orleans dann bei Banks unglücklicher Red River-Expedition als Brigadier beteiligt. Unter Grant wurde Weitzel Divisionär in Butlers Army of the James, welche vor Richmond lag und den rechten Flügel der Potomacarmee bildete, zuletzt Kommandeur derselben als Führer des 25. (farbigen) Armeekorps, mit dem er am 3. April 1865 als Erster in der eroberten Rebellenstadt Richmond einzog. Am nächsten Tag empfing er Präsident Lincoln.

Weitzels Hauptbedeutung im Bürgerkriege hegt auf seinem Spezialgebiete, dem Ingenieurwesen. Als Brückenbauer, beim Auslegen von Befestigungen, besonders bei den Unionswerken vor Richmond, ist Weitzel in glänzendster Weise hervorgetreten. Er trat nach dem Frieden in die reguläre Armee zurück und hat als Ingenieuroffizier in derselben noch viele Jahre ehrenvoll gewirkt. Starb in Philadelphia.

W e i ß
früher bayerischer Offizier, wurde Oberst des ehemals Weberschen 20. Turner-Regiments von New York, nachdem Weber Brigadegeneral geworden war. Weiß war ein Drückeberger. Er wurde abgesetzt, weil er in der blutigen Schlacht von White Oaks (Halbinsel) durch Abwesenheit glänzte.

W e n t z , Karl August
aus Baden. Ausgewandert 1845. Nahm teil am Mexikanischen Kriege, wurde wegen Tapferkeit befördert. Im Bürgerkriege zunächst Kapitän der in Davenport, Ja., organisierten deutschen Kompagnie des 1. Iowa-Regiments. Später Oberstleutnant des 7. Iowa-Regiments.
Er fiel an der Spitze seines Regiments bei Belmont, Mo., 8. November 1861.

W e r t h e i m e r , Eduard
Kapitän im 54. New Yorker Infanterie-Regiment, zeichnete sich in der zweiten Schlacht am Bull Run beim Sturm auf den Eisenbahndamm aus, indem er die Fahne ergriff und, sie hoch schwingend, vor der Kolonne her auf den Feind eindrang. Die Fahne wurde in Fetzen geschossen.

W e t s c h k y , Karl
Oberst des 1. Marylander Kavallerie-Regiments. Nahm an den meisten Kämpfen der Potomacarmee unter Pope und später unter Hooker teil. Die Reste dieses Regiments (d. h. diejenigen wenigen Reiter, deren Pferde noch gebrauchsfähig waren) deckten den Rückzug an der Steinbrücke bei Bull Run II.

W i e d r i c h , Michael
Batteriechef aus Buffalo. Diese Batterie, die fast ausschließlich deutsche Mannschaft hatte, kämpfte in der Potomacarmee in der Division Schurz. Nahm teil an der Schlacht bei Cross Keys, an allen Kämpfen der Popeschen Armee, namentlich an der zweiten Bull Run Schlacht, ferner an den Schlachten von Chancellorsville, Gettysburg und Chattanooga.

W i e b i s c h e
Oberst eines New Jersey-Regiments, gefallen bei Spottsylvania. Früher preußischer Offizier.

W i l h e l m
Oberstleutnant im 23. Pennsylvania-Regiment.

W i l h e l m i , Franz
Major im 17. deutschen Missouri Regimente, als Oberst verabschiedet. Nahm an 23 Schlachten teil. Badischer Achtundvierziger. Wilhelmi hat sich besonders in den Kämpfen mit den Guerillas ausgezeichnet, sowie in der Belagerung und im Sturme auf Vicksburg.

v. W i l l i c h , August
Brevet-Generalmajor und Divisionär, geboren 1810 in Posen, gestorben Januar 1878 in St. Marys, Ohio, Es ist notwendig, dem weit verbreiteten Klatsch entgegenzutreten, wonach Willich Hohenzollernscher Abstammung gewesen sein soll. Der Knabe wurde im Schleiermacherschen Hause in Berlin erzogen. Dann Kadettenhaus und die militärische Laufbahn in Preußen. 1841 wurde Willich Hauptmann in der Artillerie. Er huldigte freisinnigen Anschauungen, resignierte 1846 und wurde Zimmermann. Seine Familie sagte sich deshalb von ihm los. Der wunderliche Kauz suchte die Gelegenheiten, um seinen ehemaligen Kameraden im Schurzfell und mit der Axt auf der Schulter zu begegnen. Darauf Willichs Teilnahme an der deutschen Revolution; als Freischarenführer in Baden hat er sich einen Namen geschaffen.

Flucht nach Amerika. Cincinnati. Freund Stallos, der sich vergebens bemühte, dem Willich die kommunistischen Ideen auszutreiben. Im April 1861 trat Willich in das deutsche Ohio-Regiment Nr. 9 ein und wurde dessen Exerzier- und Drillmeister; organisierte sodann das 32. deutsche Indiana-Regiment, welches den Mannschaftsüberschuß des 9. Ohio aufnahm und als das Schwesterregiment der Neuner anzusehen ist. Die beiden Regimenter sind einander ebenbürtig, der gute Kern war in beiden vorhanden, aber Willich hat sie zu den glänzenden Kampfregimentern ausgebildet, als welche sie erscheinen. Schon in den ersten Gefechten bewährten sich diese, nach preußischen Trompetensignalen vorgehenden Regimenter wie Veteranen.

Die angloamerikanischen Offiziere staunten ob dieser Disziplin.
Wenn Willich Felddienstübungen mitten im Kriege mit seinen Soldaten vornahm, so hatte er stets viele angloamerikanische Offiziere als lernbegierige Zuschauer. Zuerst hatten die Angloamerikaner über den älteren Mann gelächelt, namentlich weil er eine Art »Buch-Englisch« mit starkem deutschen Akzent sprach. Willich beherrschte das Englische theoretisch durchaus, aber seine harte ostpreußische Zunge konnte niemals die Konversationsaussprache bemeistern. Er gebrauchte oft Ausdrücke, welche nur in der Literatur vorkommen und demjenigen fremd klingen, welcher nur der dürftigen Formen der Umgangssprache kundig ist.

Die Spötter des alten Willich verstummten aber bald. Wer unseren Helden einmal in der Schlacht gesehen hatte, dem wurde sofort die größte Hochachtung abgezwungen. Denn in der Schlacht ritt den Alten der Teufel. Er war stets im Vordertreffen, wo die Kugeln am dichtesten pfiffen, da schien es Willich am wohlsten zu sein. Willich ist der »Marschall Vorwärts« des Bürgerkrieges. Das Fürchten hatte er nie gelernt. Wenn seine Soldaten Neigung zeigten, in der Vorsicht den besseren Teil der Tapferkeit zu verspüren, dann ritt der alte Willich vor die Front und kommandierte »das Gewehr über,« »das Gewehr ab,« »präsentiert das Gewehr«, und darauf folgte ein Parademarsch in Kompagniefront, so weit es das Gelände gestattete. Das hat er mehrfach gemacht im dicksten Kugelregen, bei Shiloh und bei Perryville und wieder bei Chickamauga. Und seine Leute machten mit. Wir finden mehrfach in der Kriegsliteratur die Schilderung solcher Episoden seitens angloamerikanischer Schriftsteller.

Willich konnte leider nur als Unterführer, als Brigadier und zuletzt als Divisionär, zur Geltung kommen. Eigentlich hat er nur einmal selbständig geführt. Dabei nahm er Liberty- und HooversGap, wichtige Pässe in den Alleghany-Gebirgen, und durch Willichs Siege in diesen Pässen wurde der Vormarsch der Rosecransschen Armee auf Chattanooga überhaupt erst möglich. Bei diesen Kämpfen gingen Willichs Soldaten wie auf der Parade vor. Alle Befehle wurden durch Trompetensignale vermittelt.
Die angloamerikanischen Offiziere, welche dieser Gefechtsentwicklung und deren glänzenden Erfolgen zusahen, waren verblüfft.
Es war ihnen das etwas ganz Neues; es war eben, preußisch.

Willichs deutsche Regimenter hatten auch einen besonderen Kriegsruf, das kurz aber laut hervorgestoßene Hurra, nicht das in einem flackernden, langgezogenen Gebrüll ausklingende Hör - räh - räh - räh. Der alte Held wurde von den Sezessionisten gefangen, als er in der Schlacht bei Murfreesboro (oder Stone River) vom Hauptquartier zu seinen Truppen zurückkehren wollte. Sein Pferd wurde totgeschossen, und er sah sich plötzlich von Hunderten von Feinden umringt. Aber er wurde rasch ausgewechselt, und bei Chickamauga konnte er eine seiner glänzendsten Kriegstaten vollführen. Dann wurde Missionary Ridge seine schönste Leistung. Ohne auf Befehl zu warten, ließ er seine neun Regimenter die Höhen hinanklettern, riß die benachbarten Truppen mit fort und wurde neben Sheridan mit welchem er sich in diese Ehre teilte, einer der Helden dieser vom Oberbefehlshaber Grant gar nicht gewollten Schlacht, die mit dem schönsten Siege endete.

Willich hat drei Jahre in der Front gekämpft. In der Schlacht von Resaca, am Anfange des Shermanschen Marsches durch Georgia (Mai 1864) traf ihn eine feindliche Kugel so schwer in der Schulter, daß der alte Held dienstuntauglich wurde. Willichs Gestalt gehört zu den sympathischsten unter den Kämpfern des Bürgerkrieges. Seine feurigsten Verehrer waren die angloamerikanischen Offiziere, welche unter ihm dienten. Er hatte ja seine Eigenheiten, worunter seine Verfechtung kommunistischer Anschauungen am auffälligsten war. Oft versammelte er seine 32er, redete sie an als »Bürger von Indiana« und hielt ihnen im Feldlager deutsche Vorträge über Kommunismus. Wer ihn kannte, wußte, daß diese Anschauungen (deren Übertragung in das Praktische in Amerika nur Mißerfolge gezeitigt hat) einem großen edlen Herzen entstammten. Diesen Edelmut lernten auch seine Soldaten kennen. Er teilte mit ihnen sein Letztes und darbte mit ihnen wenn es sein mußte.

Unter allen den Tausenden von deutschen Idealisten, welche das Jahr 1848 nach Amerika getrieben hat, ist Willich mit an erster Stelle zu nennen. Er war die personifizierte Selbstlosigkeit. Er war Junggeselle, aber wo er sich zeigte, liefen ihm die Kinder nach. »Alle amerikanischen Kinder sind auch meine Kinder«, pflegte er zu sagen. Als er gestorben war, fand man seine Schubladen und Koffer vollgepfropft mit Zuckerwerk und Kinderfutter. Er war ja selbst zeitlebens ein großes Kind, aber dabei stets ein ganzer Mann. Sein Kamerad Ferdinand Vogeler hat ihm in würdiger Weise die deutsche Grabrede gehalten.
Ein schlichtes Denkmal in St. Marys, Ohio, schmückt das Grab dieses echten deutschen Helden.

W i n k l e r , F. C.
Oberst und Brevet-Brigadegeneral. Geb. 1838 in Bremen, lebte 1910 als rüstiger Greis in Milwaukee. Advokat. Er wurde nach Jacobs Rücktritt Oberst des 26. deutschen Wisconsin Regiments, welches er vom Herbst 1863 bis zum Ende des Krieges in glänzender Weise führte. Während der Kämpfe auf Shermans Marsche durch Georgia hat Winkler sich besonders ausgezeichnet. Winkler ist der Präsident der Carl Schurz Memorial Association, welche einen Fond von 60 000 Dollar zusammenbringen will, dessen Zinsen einer deutschen Austausch-Professur zugewendet werden sollen. Alle deutschvolklichen Bestrebungen in Amerika fanden und finden in General Winkler den eifrigsten Förderer.

W i t t i c h , W. F.
Kapitän, 83. Pennsylvania, fiel bei Bull Run II im Kampf um ein feindliches Geschütz. Elsässer. Machte den Krimkrieg mit.

W i t z i g , Joh. J.
Trat April 1861 in das 1. deutsche Turner-Regiment in St. Louis ein, aus welchem später das 1. Artillerie-Regiment von Missouri wurde. Deutsch-Elsässer.

W e i d e m e y e r
Oberst des halbdeutschen 40. MissouriRegiments.

W ö l f l e
Kapitän. Berühmter Artillerieoffizier von Missouri. Kämpfte ruhmvoll bei Pea Ridge, Vicksburg, Chattanooga und in vielen Schlachten und Kämpfen des Westens.

W o l f , Friedrich
Kapitän des 3. Missouri-Regiments, nahm bei dem Angriffe auf Arkansas Post im Januar 1863 das ganze 14. Texas-Regiment der Rebellen gefangen. Wolf hatte nur sieben Mann seiner Kompagnie bei sich. Er rief dem Obersten des konföderierten Regiments zu: »Ergebt Euch, das Fort hinter Euch ist erstürmt und eine ganze Brigade steht hinter mir!« Und der Oberst ergab sich mit seinen sämtlichen Texanern. Wolf brachte mit seinen sieben Leuten seine 300 Gefangenen in das Lager der Unionstruppen. Diese Gefangenen waren meistens Deutsche aus Texas, welche gezwungen in der Konföderation dienten. Die meisten derselben traten in die Unionsarmee über.

W o l f f
Oberstleutnant im 5. deutschen Missouri-Regiment.

W ö r n e r
Major in der Artillerie, aus New Yersey. Kämpfte ruhmvoll am Antietam.

W r a t i s l a w , Edward C.
Oberstleutnant des 45. New Yorker (v. Amsbergs) Regiments in Popes Kampagne und bei Bull Run II. War Adjutant von Mieroslawski in der badischen Revolutionsarmee.

W u t s c h e l
dritter Oberst des deutschen 8. New Yorker Infanterie-Regiments. Wutschel stammte aus Wien, hatte dort auf den Barrikaden gekämpft.

26. Wisconsin-Regiment

Gefallen oder an Wunden verstorben: 12 Offiziere und 173 Mann; an Krankheiten gestorben: 39; verwundet: 18 Offiziere, 295 Mann; »vermißt« oder gefangen:
4 Offiziere und 74 Mann. Im ganzen kampfunfähig gemacht: 34 Offiziere und 582 Mann, oder 52,5 % des Bestandes.


Das ganz deutsche 26. Wisconsin-Regiment steht in der Foxschen Liste der tapfersten Regimenter der Freiwilligenarmee mit an erster Stelle.

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