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Die
letzten Schlachten
Wochen Seite 2
Am 4. April,
8.15 Uhr kapitulierte Richmond. Am nächsten Tag besichtigte Abraham
Lincoln die Ruinen der einstigen Hauptstadt der CSA.
Absperrungen der Konföderierten Am 7. April schrieb Grant an Lee: »Die Resultate
der letzten Woche müssen Sie von der Hoffnungslosigkeit weiteren Widerstandes
überzeugen. Ich bin der Ansicht, daß dem so ist, und betrachte es als
meine Pflicht, die Verantwortung für ein weiteres Blutvergießen von
mir abzuwälzen, indem ich Sie auffordere, denjenigen Teil der Armee,
der als »Nordvirginia-Armee« bezeichnet wird, zu übergeben.«
An demselben
Tag teilte Grant Lee seine - ziemlich großzügigen - Bedingungen mit:
»Als Antwort möchte ich Ihnen sagen, daß -da der Frieden mein
großer Wunsch ist - es nur eine Bedingung gibt, auf der ich bestehen
würde, nämlich daß ausgeschlossen wird, daß die sich ergebenden Truppen
und Offiziere bis zu ihrem geordneten Austausch die Waffe gegen die
Regierung der Vereinigten Staaten erheben. Ich werde Sie treffen oder
Offiziere ernennen, die sich mit denjenigen Offizieren treffen, die
Sie zu diesem Zweck ernennen, zu jeder Zeit und an jedem Ort, wie es
Ihnen beliebt, um die Bedingungen festzulegen, unter denen eine Kapitulation
der Nordvirginia-Armee akzeptiert wird.« Am Abend des
8. April erreichte Lees Armee die Gegend östlich einer winzig kleinen
Ortschaftmit einem einfachen Gerichtsgebäude: Appomattox Court House.
Nördlich der Ortschaft lagen schon 2 Unionskorps. Sheridans Kavallerie
blockierte den weiteren Marschweg nach Westen, von Süden näherte sich
die James-Armee. Lee befahl für den Morgen des 9. April einen Angriff,
mit dem er aus dem Kessel auszubrechen hoffte. Der Versuch mißlang.
Es war noch ziemlich früh am Morgen, als ein konföderierter Kurier mit
weißer Fahne General Grant auf dem Schlachtfeld aufsuchte und ihm Lees
Bitte um ein sofortiges Treffen übermittelte. Grants Kopfschmerzen schwanden
augenblicklich. Er nahm sich keine Zeit, feierliche Kleidung anzulegen,
und ritt so, wie er war, in einfacher Infanteriefeldbluse, auf deren
Schultern seine Rangabzeichen die einzige Verzierung bildeten, und ohne
Säbel, wie er es im Feld gewohnt war, zum Plantagenhaus am Rande der
Ortschaft Appomattox Courthouse, in dem ihn Lee erwartete.
Appomattox Courthouse, das Haus von Wilmer McLean Nach der ersten Freude über die Nachricht von Lee geriet Grant während seines Ritts zum McLean-Haus ins Grübeln, ihn beschlich sogar eine gewisse Trauer über den Untergang «eines Gegners, der so lange und so tapfer gekämpft und so viel für eine Sache gelitten hat, die..., wie ich glaube, eine der schlechtesten war, für die ein Volk jemals kämpfte und für die es nicht die geringste Rechtfertigung gab». Keiner weiß, wie sich Lee fühlte. Wie Grant mehrmals in seinen Memoiren bestätigte, war Robert E. Lee ein schwer zugänglicher Mann. An diesem Tag war der CSA-General äußerst feierlich gekleidet. Er trug einen Paradesäbel der Art, die niemand auf dem Schlachtfeld tragen würde. Nach der ersten Begrüßung aber schwand Lees Steifheit, als ihn Grant an alte Zeiten erinnerte und die beiden Generale in zwanglosem Gespräch militärische Erfahrungen und Erinnerungen austauschten. Es wurde kein formelles Kapitulationsdokument angefertigt. Stattdessen hielt Grant die Bedingungen in einem kurzen Brief an Lee fest; Lee schrieb die Antwort auf der Stelle nieder. Grants Sekretär General Parker fertigte Kopien für beide Seiten an. Nach einem kurzen anschließenden Gespräch trennten sich die Generale mit einem Händedruck.
Robert E.
Lee mit seinem Sohn General W. C. Lee (r.)
Die Übergabe
der CSA-Armee verlief sehr schlicht.
Parade der
Unionstruppen in Washington am 24. Mai 1865
Der CSA-Präsident befand sich jetzt in Danville in einer unhaltbaren Lage und floh am 10. April nach Greensborough (North Carolina). Grant setzte seine Armeen in diese Richtung in Bewegung, während Sherman von Goldsboro nach Greensborough marschierte. Die CSA-Armee unter Joseph E. Johnston vermochte nicht, Shermans Marsch aufzuhalten. Am 13. April besetzte Shermans Armee die Stadt Raleigh. Am 14. April
bat Johnston um Shermans Bedingungen für die Kapitulation der CSA-Armee
in North Carolina. Abraham Lincolns Lieblingsbeschäftigung, wenn er
Entspannung suchte, waren Theaterbesuche. An diesem Abend, als fast
alle konföderierten Armeen aufgegeben hatten und 3 Tage zuvor sogar
die Stadt Mobile gefallen war, entschloß sich Lincoln, ins Ford-Theater
in der Nähe des Weißen Hauses zu gehen. Dazu hatte er auch General Grant
und seine Frau eingeladen, doch diese wurden in New Jersey von ihren
Kindern erwartet, die ihre Eltern lange nicht gesehen hatten. Die Eheleute
Grant hatten die Bahnreise nach New Jersey schon gebucht - für sie ein
Glücksumstand.
Das Attentat auf Abraham Lincoln Der Schock im Norden war riesig. Sofort lief die Fahndung nach den Tätern an. Booth und ein Mitverschwörer fanden Zuflucht in einer Scheune am Rappahannock River.
Am 30. April übergab CSA-General Taylor sämtliche Truppen in Alabama, Mississippi und Ostlouisiana an Unionsgeneral Canby. Damit war der Krieg zu Ende, obwohl westlich des Mississippi einige Einheiten und eine kleine Armee unter General Kirby Smith noch nicht kapituliert hatten. Jefferson Davis weigerte sich immer noch, das Ende der Konföderation zu akzeptieren. Mit seiner Frau und mehreren ehemaligen Kabinettsmitgliedern flüchtete er weiter westwärts. Anfang Mai erreichten er und seine Begleitung Dublin, eine kleine Ortschaft in Georgia, wo sie sich Kirby Smiths Armee anzuschließen und den Kampf im Westen fortzusetzen hofften. Unionstruppen waren ihnen schon auf den Fersen. Am 10. Mai, frühmorgens wurde Jefferson Davis - noch im Nachthemd - endlich gefangengenommen.
Zeitgenössische
Darstellung der Flucht von Jefferson Davis in Frauenkleidern, um ihn
verächtlich zu machen.
(Library of Congress)
Verhöhnende
Karikatur des gefangenen Präsidenten, der seine schlechte Versorgung
beklagtund dem das Schicksal der Kriegsgefangenen vorgehalten wird.
(Library of Congress)
»Beauvoir«,
der Alterssitz von Jefferson Davis Erstmals veröffentlichte Fotografie, vermutlich die letzte, von Jefferson Davis und seiner Familie, aufgenommen im Hauseingang von »Beauvoir« 1885 von Edward L. Wilson. Sie trägt den Titel »Drei Generationen Davis« und zeigt Jefferson Davis, seine Frau Varina (rechts),seine Tochter Margaret Howell Hayes, die im Januar 1876 J. Addison Hayes aus North Carolina geheiratet hatte, und drei ihrer vier Kinder. Dahinter steht eine unidentifizierte Hausangestellte. (Library of Congress
No. 418347/USZ62-10727)
Im Westen kapitulierte General Kirby Smith; nach der Übergabe seiner Truppen flüchtete er selber nach Mexiko. General Jo Shelby's «Eiserne Brigade» weigerte sich zu kapitulieren und wanderte als kompletter Truppenteil nach Mexiko aus, wo sie dem Marionettenkaiser Maximilian ihre Dienste anbot und dafür ein eigenes Siedlungsgebiet zugewiesen bekam. Viele andere ehemalige Offiziere der Südstaatenarmee gingen ebenfalls nach Mexiko. Die meisten kehrten entweder gleich nach der Generalamnestie oder erst nach dem Sturz Maximilians in die USA zurück. So endete der Bürgerkrieg in den USA. Der Süden war verwüstet, der Rest seiner Gesellschaft befand sich in einem Chaos. Epidemien und Hunger rafften noch viele tausende Überlebende hinweg.
Das war das
Ende von Hunderttausenden: Der Tod auf dem Schlachtfeld.
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