Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Reihe Nord und Süd; Dietmar Kügler, •Die Schlacht von Gettysburg•
© Leah Ireland-Kunze, •Der Bürgerkrieg in den USA 1861-1865•
© William C. Davis, •SOLDATEN•GENERÄLE•SCHLACHTEN•



GETTYSBURG / 01. - 03. Juli 1863

Seite 3.1

 

 

 

 

Schlachtverlauf

 

 

1. Juli 1863 - Der 1. Tag

 


Wenige Stunden nach Mitternacht:

Von den Höhen vor Gettysburg (1) strich ein schwüler Wind. Kaum einer der Männer in Grau hatte geschlafen.
Sie erhoben sich, aßen von ihrem harten Zwieback und marschierten, von wachsender Erregung ergriffen, in den Morgen.
Auf der Chambersburg Pike Road (2) rückte Hills Korps in Richtung Gettysburg vor. Die Division Heth, bestehend aus den Brigaden Davis, Archer und Brockenbrough, vereinigte sich am Marsh Creek mit der Brigade Pettigrew.
Als die Konföderierten den Fluß überschreiten wollten, wurden sie von Spähern des 8. Illinois-Regiments beschossen,
die sich aber nach kurzer Zeit vor der grauen Division zurückziehen mußten.

 

Am Willoughby Run (3) ging die US-Kavallerie unter Buford in Deckung. Die US-Brigade Gamble stand südlich der Eisenbahn. Sie dehnte sich nach links bis zur Straße nach Hagerstown (4) aus. Nördlich von ihr stand die US-Brigade Devins, deren Rechte bis zur Mummasburg Road reichte. Noch bevor die Sonne aufging, war die reguläre 2. US-Batterie unter Calif auf McPherson's Ridge (5) in Stellung gegangen. Die Konföderierten besetzten Herr's Ridge (6). General Heth schickte die Brigaden Davis und Archer zur Chambersburg-Straße. Sie nahmen beiderseits davon Aufstellung.

Mit ihnen rückte die Virginia-Batterie unter Marye an. Die konföderierten Kanonen eröffneten sofort das Feuer auf die berittene Artillerie Califs.
Währenddessen ging das Bataillon Pegram (CSA) entlang Herr's Ridge in Stellung. Das Feuer der gegnerischen Artillerien verstärkte sich.
Im Schutz der Kanonen Maryes stürmten die CSA-Brigaden Archer und Davis gegen die Stellungen von Bufords Kavallerie.
Die US-Batterie Calif feuerte ihnen zunächst Granaten entgegen, wechselte dann, als die Südstaatler sich auf weniger als 300 m genähert hatten, zu Kartätschen.
Die Kavallerie Bufords saß ab. Das Gefecht mit der Südstaaten-Infanterie entwickelte sich mit unglaublicher Heftigkeit.
General Heth schickte Verstärkungen vor und ließ die feindlichen Stellungen teilweise umgehen. Vor allem versuchten die Konföderierten, die Batterie Calif zu erobern.
Aber die Unions-Artilleristen bedienten ihre Geschütze mit größer Kaltblütigkeit und Entschlossenheit.

Bufords Kavallerie wehrte die anstürmende CSA-Infanterie zunächst erfolgreich mit Karabinern ab, kämpfte, nachdem die Gewehrmunition verschossen war,
mit Revolvern weiter und wurde buchstäblich in letzter Minute durch anrückende US-Infanterie entsetzt.
Gegen 9.00 Uhr am Vormittag ritt der US-General Reynolds durch Gettysburg. Er war seinem I. Korps vorausgeeilt. Als er die Front erreichte, bedeutete ihm der völlig erschöpfte Buford, daß seine Kavalleristen die immer stärker vordrängende Infanterie des Südens nicht länger aufhalten konnten. Reynolds schickte sofort einen Kurier zur Division Wadsworth aus seinem I. Korps und befahl ihr, im Eilmarsch entlang der Seminary Ridge (7) vorzurücken.
Die Artillerie aus Wadsworth' Division (2. Maine Batterie) protzte ihre Geschütze rechts neben Califs Kanonen auf, unterstützt von der Brigade Cutler:
Die 14. und 95. New York Infanterie bildeten den linken Flügel der Unions-Verstärkung, die 76. und 147. New York Infanterie und die 56. Pennsylvania Infanterie den rechten Flügel. Sie hatten kaum ihre Stellungen erreicht, als die Konföderierten erneut mit Macht angriffen. Die 76. New York Infanterie wurde zur Seminary Ridge (7) zurückgeworfen. Das 147. New York Regiment wurde von feindlichen Truppen eingeschlossen. Das gleiche Schicksal drohte der 14. und 95. New York Infanterie auf McPherson's Ridge. Zusammen mit der 2. Maine Batterie wurde der Rückzug eingeleitet.
Die schwache Front der Unionsarmee wankte. Mit unglaublicher Vehemenz stürzten die Südstaatler vorwärts.

Kampfhandlungen am 1. Juli 1863

Der US-General Doubleday warf die 6. Wisconsin Infanterie, ein für besondere Tapferkeit bekanntes Regiment, als Verstärkung nach vorn. Die Wisconsin-Soldaten stürmten mit Gebrüll gegen die Flanke der Südstaatenbrigade Davis. Der Unionsdruck wurde so stark, daß die Konföderierten zurück mußten. Der Ring um die Unionsbrigade Cutler öffnete sich. Die blaue Infanterie konnte wieder in den Kampf eingreifen. Hunderte von Südstaatlern der Brigade Davis wurden am Eisenbahnkreuzungspunkt gefangengenommen.
In der Zwischenzeit hatte sich die „Eiserne Brigade" (US) unter Meredith - 5 Regimenter aus Indiana, Michigan und Wisconsin - westlich des Seminary-Wäldchens aufgestellt und rückte auf Befehl General Doubledays vor, um die Waldstücke zu besetzen.

Der Südstaatenbrigade Archer war es gelungen, Gambles US-Soldaten durch McPherson's Wäldchen zu treiben.
Die „Eiserne Brigade" stürmte Archer entgegen.
Als sie Seminary Ridge erreichte, wurde sie von General Reynolds zu Pferde überholt. Der General übernahm die Führung, preschte mit schwingendem Säbel in das Wäldchen und wurde von einer feindlichen Gewehrkugel aus dem Sattel gerissen. Er war auf der Stelle tot.
Die „Iron Brigade" stürmte das Waldstück, schloß den rechten Flügel der Truppen Archers ein und nahm General Archer und über 1´000 Konföderierte gefangen.
Als General Doubleday vom Tod Reynold's erfuhr, übernahm er sofort das Kommando über die Unionsstreitkräfte und formierte die Kampflinien neu.
Entschlossen warf er die ständig neu eintreffenden Verstärkungen nach vorn oder plazierte sie an verschiedenen strategisch wichtigen Punkten.
Die Division Robinson besetzte Seminary Ridge und begann unverzüglich mit der Anlage von Wällen und Schützenlöchern.

 

Hier nahm auch, südlich der Straße nach Hagerstown, Gambles Kavallerie Aufstellung.
Die Artillerie unter Calif und Hall zog sich erschöpft zu Gamble's Position zurück und wurde durch die US-Batterien Cooper und Reynold ersetzt.
Auf seiten des Südens ließ General Heth die Brigaden Pettigrew und Brockenbrough die gelichteten Linien der zurückgeschlagenen und teilweise gefangenen Truppen Archers und Davis' auffüllen.

Die Union auf dem Rückzug

Gegen 11.30 Uhr erreichte General Howard (XI. US-Korps) Gettysburg und übernahm als ranghöchster General das Kommando. Er stieg auf das Dach des Fahnestock-Store-Gebäudes und ließ sich von anwesenden Offizieren die Lage auf dem Schlachtfeld rings um die Stadt erläutern. Danach befahl er das XI. Korps im Eilmarsch heran und sandte dringliche Ordern an die Generäle Slocum und Sickles, ihre Truppen sofort nach Gettysburg in Marsch zu setzen.
Geführt von Carl Schurz traf das XI. Korps knapp eine Stunde später ein. Die Divisionen Barlow und Schimmelpfennig zogen durch Gettysburg und nahmen rechts vom
I. Korps Aufstellung. Die Truppen bildeten gemeinsam eine Schlachtlinie entlang der nördlichen Seminary Ridge bis zum Oak Hill.
Auf dem Cemetery Hill schlug General Howard sein Hauptquartier auf. Hier postierte er die Division von Steinwehr und die Artillerie-Reserve.
Der deutschstämmige General von Steinwehr ließ sofort Schanzen für die Geschütze aufwerfen - die bis heute von Touristen besichtigt werden können.
Gegen 13.00 Uhr näherte sich von Norden das Südstaaten-Korps unter General Ewell. Die Konföderierten hatten jetzt eine bedeutende zahlenmäßige Überlegenheit gegenüber der Union - eine sehr ungewohnte Situation im Verlauf des Krieges. Zwar hatten einige Kavalleriespäher der US-Armee die anrückende Verstärkung der grauen Einheiten gesichtet, aber die Unionskommandeure Doubleday und Schurz erhielten zu spät Nachricht und konnten nicht verhindern, daß die Südstaatenartillerie Carter aus der Division Rodes ihre Geschütze auf dem Oak Hill in Stellung brachte.
Die Kampflinie der Truppen von Schurz mußte sich auf den offenen Feldern nördlich von Gettysburg, unter feindlichem Beschuß, entwickeln. Zwischen dem linken Flügel von Schurz' Regimentern und der Rechten von General Doubleday blieb eine Lücke. Die Front des XI. Korps wurde durch die Geschütze der Ohio-Artillerie unter Dilger, der New York Artillerie unter Wheeler und der regulären US-Artillerie unter Wilkinson gedeckt.

Als General Hill (CSA) sah, daß Ewells Korps das Schlachtfeld erreicht hatte und mit erdrückender Überlegenheit die Unionsstellungen auf der Seminary Ridge angriff, warf er von links seine Brigaden erneut nach vorn: Die CSA-Artillerie unter Carter richtete ihre Geschütze auf die US-Batterien unter Cooper, Stewart und Reynold und versuchte, ihre Feuerkraft zu neutralisieren.
General Doubleday gelang es, die Lücke in der Kampflinie des XI. US-Korps durch die Brigaden Baxter und Paul zu füllen. Gleichzeitig scheiterte der Versuch der CSA-Brigade O'Neal, die vorrückende US-Infanterie unter Cutler bei der McLean-Farm aufzuhalten. Die Konföderierten wurden mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Cutler ließ weitermarschieren und wurde bei den Forney-Gebäuden erneut von Südstaaten-Truppen unter Iverson angegriffen. Cutler kam nur kurz zum Stehen, wurde durch Infanterieeinheiten Pauls verstärkt und schlug die Konföderierten eindrucksvoll zurück. Über 700 Südstaatler wurden gefangengenommen.
Aber die Kampfkraft der Konföderierten war so bedeutend - schätzungsweise waren bereits weit über 40´000 Südstaatler im Gefecht, während kaum über 20´000 Unionssoldaten Gettysburg erreicht hatten -, daß die Union nur punktuelle Erfolge erzielen konnte. Pausenlos dröhnten die Kanonen der Korps Hill und Ewell.
Die graue Infanterie sammelte sich erneut und stürmte in dichten Scharen den blauen Truppen entgegen.

Dieser konföderierte Scharfschütze fiel im sogenannten »Devil’s Den«

Von Stunde zu Stunde weitete sich die Schlacht aus, wurde zunehmend erbitterter. Immer mehr Truppen beider Seiten strömten auf das Schlachtfeld. Immer mehr Gefallene bedeckten die Wiesen und Felder, die von Infanteriestiefeln, Pferdehufen, Artilleriewagen, Granaten und Vollkugeln aufgewühlt wurden. Pulverdampf erhob sich in dichten Wolken. Die Luft vibrierte und dröhnte vom Gewehr- und Geschützfeuer, das auch die Schreie der Verwundeten erstickte.
Vom Oak Hill aus traten die Südstaaten-Brigaden Daniel, Ramseur und O'Neal erneut zum Sturm gegen die rechte Flanke der US-Truppen General Doubledays an. Die CSA-Brigaden Pettigrew und Brockenbrough griffen die US-Brigaden Biddle und Meredith an. Das 1. Korps der Potomac-Armee konnte die unermüdlich stürmenden Konföderierten unter Rodes und Heth zwar zurückschlagen, gleichzeitig aber rückte die Division Early aus dem Korps Ewell über die Harrisburg Road heran und attackierte die rechte Flanke des XI. Korps.
Trotz heftigen Abwehrfeuers der Unionsartillerie, schickte Early die Brigade Gordon gegen die US-Division Barlow vor. General Barlow wurde verwundet, seine beiden Brigaden fielen zurück.

 


Das XI. Korps unter Carl Schurz geriet nun in größere Bedrängnis. Links konnte die Division Schimmelpfennig den heftigen Attacken der Konföderierten unter Doles kaum noch standhalten, rechts wichen die Soldaten in Blau vor den Südstaatlern unter Gordon und Hays zurück.
Als von Osten weitere CSA-Brigaden in Gettysburg eindrangen, mußte Schurz sich mit dem XI. Korps auf den Cemetery Hill zurückziehen.
Weitere US-Truppen flohen ungeordnet in die Stadt, wurden zu Tausenden von Konföderierten eingeholt und gefangengenommen.
Das Blatt wendete sich eindeutig zugunsten der Südarmee, der immer neue frische Kräfte zuflossen, während Verstärkungen der US-Truppen nur spärlich eintrafen und die kämpfenden Einheiten sichtlich erschöpft waren. Es sah so aus, als breche der Widerstand des XI. Korps der Potomac-Armee zusammen. Die Schwäche war so offensichtlich, daß die Generäle Ewell und Hill ihre Linien sofort neu formierten, um nun mit einem geballten Angriff auch auf das I. US-Korps der Union niederzuwerfen.

„Um 4 Uhr nachmittags waren Gettysburg und 5´000 Gefangene in Lees Hand. Es war ein echtes Bewegungsgefecht, in dem Lee den Befehl zum allgemeinen Angriff erst gegeben hatte, als die Division Early entwickelt war ... Am späten Nachmittag waren die Aussichten für die Konföderierten immer noch gut. Lee hatte 30´000 Mann und 90 Geschütze in Front gegenüber zwei Drittel dieser Zahl ... Er befahl Ewell, den Cemetery Hill „wenn möglich" anzugreifen.
Warum Ewell den Angriff nicht wieder aufnahm, ist immer noch eines der großen Rätsel von Gettysburg. Seine Truppen waren müde, und Ewell benützte dies als Entschuldigung, seine dritte Division Johnson abzuwarten. Aber als dieser eine Stunde vor Sonnenuntergang eintraf, gab er keinen Angriffsbefehl. "
Hugh Cole: GETTYSBURG, in „Große Landschlachten", 1964

Der massive Sturm gegen Doubledays Positionen von rechts und links, nachdem das XI. US-Korps bereits zurückgeworfen worden war, zwang zunächst die US-Brigade Robinson zum Rückzug von North Seminary Ridge. Die US-Regimenter unter Biddle und Meredith, die mit schwersten Verlusten erfolgreich gekämpft hatten, konnten sich unter dem Zustrom weiterer Südstaateneinheiten nicht mehr halten: Links flohen die Truppen auf Seminary Ridge, rechts mußte Stones Brigade aufgeben.
Doubledays Stellungen drohte ein vollständiger Zusammenbruch der Flanken und die Gefahr, eingeschlossen zu werden. Nachdem das XI. Korps immer rascher zurückwich, blieb Doubleday keine Wahl: Er mußte den Rückzugsbefehl an das I. Korps geben. Die blauuniformierten Soldaten, die bis zum Umfallen gekämpft hatten, ergriffen die Flucht zum Cemetery Hill, gejagt von den Konföderierten, die in einen regelrechten Siegesrausch gerieten.
Unter den US-Truppen breitete sich Panik aus, vor allem, als einige Truppenteile von ihren Kommandeuren getrennt wurden.
Als General Meade die Nachricht erhielt, daß General Reynolds gefallen war, ernannte er General Hancock zum Kommandeur des linken Flügels der Unionsstreitkräfte. Hancock brach sofort mit einem Ambulanzwagen nach Gettysburg auf, um sich selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen. Meade plante, mit dem gesamten Rest der Potomac-Armee nachzustoßen, falls die Möglichkeit bestand, Gettysburg zu halten. Für den Fall, daß Hancock allerdings den Eindruck gewann, daß die Konföderierten nicht aufzuhalten waren, wollte Meade seine Truppen am Pipe Creek konzentrieren, dort auf das Anrücken Lees warten und dann massiert angreifen.

Gegen 16.00 Uhr bestieg General Hancock den Cemetery Hill. Er wurde Zeuge, wie das I. und das XI. Korps in panischer Flucht, teilweise in größter Unordnung, diesen Hügel erreichten oder auf den Landstraßen nach Gettysburg von den Konföderierten erbarmungslos gestellt wurden.
In der Zwischenzeit war es General Howard allerdings gelungen, seine Stellungen zu befestigen. „Hancock beurteilte", so schrieb der Militärhistoriker Hugh Cole,
„ die Verteidigungsmöglichkeiten günstig, und da das III. und XII. Korps schon im Marsch waren, waren die Würfel gefallen."
Als die demoralisierten Unionstruppen, die in einem Zustand waren, daß sie am liebsten ihre Waffen weggeworfen und kapituliert hätten, auf den Cemetery Hill strömten, wurden sie von den Generälen Hancock, Howard und Doubleday aufgehalten. Obwohl mehr und mehr Konföderierte durch die Straßen von Gettysburg stürmten und sich dem Hügel näherten, konnte die Unionsführung ihre Truppen wieder unter Kontrolle bringen und die Linien neu formieren.
Die US-Artilleriereserve griff jetzt ins Gefecht ein und empfing Ewells Südstaatler mit einer so furchtbaren Kanonade, daß der Vormarsch der Konföderierten
- zusammen mit konzentrierten Gewehrsalven der Infanterie - doch noch zum Stehen gebracht werden konnte.
Gleichwohl war die Position des Nordens in diesem Augenblick so schwach, daß es nur einer Massierung der südlichen Truppen und eines entschlossenen Vorgehens bedurft hätte, um die Stellungen auf dem Cemetery Hill zu nehmen. Ewell aber mißtraute dem Erfolg. Er hielt es für vernünftiger, die Nacht abzuwarten und seinen Truppen Ruhe zu gönnen, um am nächsten Morgen mit frischer Kraft den entscheidenden Schlag zu führen.

Dieses Foto von 1863 zeigt das Gebiet, wo die Armeen am ersten Tag aufeinandertrafen.
Man sieht die Chambersburg Straße von Gettysburg aus,
links hinten im Bild das Lutheranische Priesterseminar.

Damit endeten die schweren Kampfhandlungen des 1. Juli. Die erschöpften, mit schwerem Blutzoll belasteten Truppen beider Seiten richteten sich in gedeckten Stellungen ein. Die Union erhielt Gelegenheit, ihre Reihen wieder zu ordnen. Das XI. Korps nahm Position auf dem Cemetery Hill. Die US-Division Wadsworth aus dem I. Korps bezog auf dem Culp's Hill Stellung. Die Division Robinson besetzte Ziegler's Wäldchen.


Die besonders abgekämpften Truppen, die seit dem frühen Morgen im Gefecht gestanden hatten, gingen in zweiter Linie in Stellung, so die Kavallerie Bufords.
Der US-General Slocum traf gegen 17.30 Uhr auf dem Schlachtfeld ein. Er übernahm von General Hancock vorübergehend das Kommando, dieser bestieg ein Pferd und sprengte davon nach Taneytown, wo General Meade bereits seinen Bericht erwartete.
Unter Slocums Kommando rückte die Division Geary aus dem XII. US-Korps an die linke Flanke der Unionsstellungen. Nach Einbruch der Dunkelheit besetzte die
US-Brigade Candy Little Round Top und nahm damit eine der Schlüsselstellungen rings um Gettysburg ein.
Sie wurde durch 3 von Sickles Brigaden und Freiwillige aus Vermont unter General Stannard verstärkt.

Im Laufe der Nacht festigte sich die Unionslinie. Sie reichte nun vom Wolf's Hill über Culp's Hill und Cemetery Hill, entlang Cemetery Ridge bis zum Little Round Top.
Zu dieser Zeit erstattete Hancock im Hauptquartier Meades Bericht: Der Druck der Konföderierten war zwar stark, aber die landschaftlichen Gegebenheiten von Gettysburg und die Moral der Unionstruppen ließen erwarten, daß die Südstaatler aufgehalten werden konnten.
General Meade befahl daraufhin die gesamte Potomac-Armee nach Gettysburg. Gegen 2.00 Uhr Nachts traf Meade selbst mit seinem Stab ein und bezog hinter Cemetery Hill, westlich der Straße nach Taneytown, in einem Privathaus sein Hauptquartier.
Es war eine Vollmondnacht. Gleißendes Licht lag auf dem Schlachtfeld, verzerrte die Konturen der Landschaft. Aus den Niederungen stiegen Nebelschwaden.
Die Luft aber war gewittrig, von Pulverdampf schwer gesättigt.

Meade schritt zwischen umgestürzten Grabsteinen hindurch, besichtigte das Terrain. Er selbst schrieb:
„Um elf Uhr Vormittags, am 1. Juli, hob ich mein Hauptquartier zu Taneytown auf und begab mich nach dem Schlachtfelde, das ich um zwei Uhr nach Mitternacht erreichte. Mit dem ersten Grauen des Tages schritt ich zur Inspektion der eingenommenen Stellung und traf Anstalten zur Aufstellung der noch erwarteten Armeeabteilungen. Um sieben Uhr morgens rückten das II. und V. Korps mit dem Reste des III. ein."

 

 

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