Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Reihe Nord und Süd; Dietmar Kügler, •Die Schlacht von Gettysburg•
© Leah Ireland-Kunze, •Der Bürgerkrieg in den USA 1861-1865•
© William C. Davis, •SOLDATEN•GENERÄLE•SCHLACHTEN•



GETTYSBURG / 01. - 03. Juli 1863

Seite 3.2

 

 

 

 

Schlachtverlauf

 

 

2. Juli 1863 - Der 2. Tag

„Die Stimmung, die in den beiden feindlichen Armeen herrschte, war sehr verschieden. Die Rebellen waren voll von Jubel und Siegesgewißheit; der Erfolg, den sie während des ersten Tages errungen, hatte sie blasiert gemacht, und sie hofften nun mit Zuversicht, am nächsten Morgen die Unionsarmee vernichten zu können, die von langen Märschen ermüdet und noch an verschiedenen Orten zerstreut war; denn sie wußten sehr wohl, daß nur zwei kleine Corps an der Schlacht teilgenommen hatten. General Lee dagegen sah weniger Ursache zum Jubeln als einige seiner Subordinierten ... Die Föderalen hatten jetzt eine starke und fast uneinnehmbare Position inne, . . . außerdem rückten die übrigen Corps der Bundesarmee rasch heran ... Die Bewohner von Gettysburg waren während dieser Nacht von Furcht und Schrecken überwältigt. Sie hatten die Bundestruppen vor dem siegreichen Feinde durch ihre Straßen herfliehen sehen; sie wußten zwar, daß erstere den Kirchhofhügel erreicht hatten, fürchteten aber, daß sie nicht im Stande sein würden, denselben zu behaupten, besonders, da sie keine Ahnung hatten, daß bereits Verstärkungen angekommen und andere unterwegs waren."
S. M. Schmucker/L. P. Brockett: GESCHICHTE DES BÜRGERKRIEGES IN DEN VEREINIGTEN STAATEN, 1866

Kampfhandlungen am 2. Juli 1863

Im Morgengrauen des 2. Juli rückten die Unionstruppen in dichten Scharen vor. Sie bewegten sich im Laufschritt und besetzten die Stellungen, die Meade in der Nacht bestimmt hatte, schneller als die Südstaatler es erwartet hatten.
Die große Chance des Südens, am Abend des ersten Tages die Entscheidung zu erzwingen, war vertan.
Die Division General Gearys vereinigte sich am rechten Flügel der Unionsfront mit der Division Ruger. Die rechte Seite der US-Truppen dehnte sich jetzt bis zum
I. Korps auf Culp's Hill aus. Dort wo Geary bis zum Morgen gelagert hatte, nahm jetzt General Sickles mit seinen Truppen Aufstellung.
Deren linker Flügel stand auf dem Little Round Top. Der rechte Flügel von Sickles Truppen dehnte sich nach Norden entlang der Cemetery Ridge.
Auf den Höhen der Cemetery Ridge postierte sich in Ziegler's Grove das II. Korps.

Drückende Schwüle lastete auf dem Schlachtfeld. Der Gestank des Pulverdampfes und süßlicher Blutgeruch füllten die Luft.
Gegen 12.30 Uhr war die Unionslinie vollständig. Sie hatte die Form eines großen Hakens: Cemetery Ridge war der gerade Schenkel, Cemetery Hill stellte den Winkel dar. Culp's Hill war das Ende des Hakens. Die ganze US-Front erstreckte sich über etwa 4 Meilen. Die Positionen ließen eine Zuführung von Verstärkungen zu den verschiedenen neuralgischen Punkten ohne Schwierigkeiten zu. Die Entfernungen zwischen den Truppenteilen waren durch kurze Märsche zu überwinden.
Die Nordstaatler standen zum Kampf bereit, als am frühen Nachmittag die gesamte Konföderierte Armee das Feld erreichte. Nur Picketts Division fehlte noch.

 

 

In der Darstellung des zeitgenössischen Historikers Samuel M. Schmucker hieß es 1866:
„Die Rebellen beeilten sich nicht sehr mit dem Angriff. General Lee sagte in seinem offiziellen Bericht, daß die Stärke des Feindes (der Unionsarmee) unbekannt gewesen sei, und daß er es daher für ratsam gehalten habe, ruhig zu warten, bis der Rest seiner Truppen auf dem Schlachtfeld angekommen wäre."


Die Schlachtlinie der Konföderierten reichte vorn Rock Creek im Osten, nach Westen durch die Middle Street von Gettysburg bis zur Seminary Ridge.
Entlang der Höhenkette dehnte sie sich nach Süden bis zu einem Punkt westlich der beiden Round Tops. Longstreets Korps bildete den rechten Flügel. In der Mitte stand das Korps General Hills, links dehnte sich das Korps General Ewells nach Osten durch die Stadt bis zu Benner's Hill aus. Die Form der konföderierten Front entsprach der Unionslinie, war allerdings fast 2 Meilen länger.
Nach einer Inspizierung des Geländes befand General Sickles (US), er müsse seine Truppen bis zur Emmittsburg Road, Peach Orchard und Devil's Den vorrücken lassen, da seine Position in höchste Gefahr geraten würde, wenn es dem Süden gelänge, diese Punkte zu besetzen. Ohne weitere Abstimmung mit den anderen Kommandeuren, ließ er seine Divisionen eine neue Linie formen. Die Division Birney bewegte sich ein gutes Stück nach Südwesten.

General Humphreys nahm mit seinen Einheiten an der Emmittsburg Road Aufstellung. Wards Brigade ging links vom Devil's Den in Stellung.
Peach Orchard wurde von Grahams Brigade besetzt. Dazwischen bezog die Brigade DeTrobriand Position.
Bei den Sherfy-Gebäuden vereinigte sich der linke Flügel Humphreys mit den Truppen Grahams.
Meade eilte herbei und stellte Sickles zur Rede, konnte aber die Frontverschiebung nicht mehr verhindern.

 

Culp's Hill, der östliche Teil der Unionslinie, im Jahre 1863 vom Cemetery Hill aus fotografiert.
Der Culp's Hill wurde zwar heftig bedroht, konnte aber durch den Einbruch der Nacht gehalten werden.

General Meade selbst beschrieb die Situation in seinem Bericht:

„Um drei Uhr ungefähr ritt ich dahin (zum linken Flügel), um dem anmarschierenden fünften Corps seine Position anzuweisen, als ich gewahrte, daß Major General Sickles, der das dritte Corps kommandierte, in Folge irriger Auffassung der erhaltenen Dislocationsbefehle, seine Truppen über die Linie des zweiten Corps, in deren Verlängerung er Stellung zu nehmen hatte, vorzuschieben soeben im Begriff war.
Ich suchte den General auf, fand ihn endlich, und hatte kaum begonnen, ihm die Notwendigkeit eines Rücknehmens seiner Linie auseinanderzusetzen, als der Feind einige Batterien auf Front und Flanke eröffnete, und mit Infanterie-Colonnen zu lebhaftem Angriffe überging. "



Durch die Neuformierung der Linien ergab sich eine breite Lücke zwischen dem II. Korps General Hancocks und dem III. Korps Sickles. Im Laufe des Tages rückten 2 Regimenter von Gibbons Division auf diese Schwachstelle.

 


Erneuter Kampfbeginn

Bei den Konföderierten fand am Nachmittag gegen 14.00 Uhr eine Lagebesprechung statt. General Robert E. Lee entwarf den folgenden Schlachtplan:
Umgehung der linken Flanke der US-Truppen durch Longstreet. Angriff von Hills Korps auf das Zentrum der Unionslinie.
Angriff des Korps Ewell gegen den rechten Flügel des Nordens. Feste Zeiten wurden nicht vereinbart.
Gegen 15.30 Uhr setzte sich die Division Hood von South Seminary Ridge in Marsch. Vor ihr hatte eine Linie Plänkler das Gefecht aufgenommen.
Gleichzeitig begannen die konföderierten Kanonen zu grollen und spien ihre tödlichen Ladungen auf die US-Brigaden Graham und Brewster an der Emmittsburg Road.
Mehr und mehr konföderierte Kanonen fielen in den Feuerhagel ein. Die gesamte Artillerie auf Seminary Ridge hämmerte in die Reihen der US-Truppen unter Birney. Unter dem Schutz dieses Eisenschildes griffen Hoods Soldaten Birneys linken Flügel an.
Die US-Kanonen eröffneten nun ebenfalls das Feuer und zwangen die anrückenden konföderierten Truppen, sich zu teilen.
Die südstaatlichen Brigaden wichen dem massierten Feuer nach rechts aus, griffen die US-Truppen am Devil's Den an, mußten sich aber unter dem heftigen Feuer der linken Unionsflanke zurückziehen. Auch eine weitere Attacke der CSA-Brigade Anderson auf die US-Truppen DeTrobriands wurde abgewiesen.
General Hood warf jetzt die Brigade Benning als Verstärkung nach vorn. Auch die US-Truppen erhielten Verstärkung.

Dann zog Laws Brigade (CSA), vereinigt mit 2 Regimentern Texaner unter Robertson, heran und stürmte Plum Run Gorge.
Die Unionssoldaten hatten sich hier hinter den mächtigen Felsbrocken verschanzt. Sie schlugen die Südstaatler, denen sie zahlenmäßig überlegen waren, zurück. Auch den US-Brigaden Ward und DeTrobriand gelang es, die anstürmenden Konföderierten in Schach zu halten, bis weitere Unionstruppen aus dem V. Korps angerückt waren. Gleichwohl wurde der Druck der Konföderierten größer. In dichten Kolonnen strömten die Truppen Hoods und McLaws gegen die US-Stellungen unter Birney.
Die US-Brigade Ward konnte sich am Devil's Den nicht mehr halten. Sie mußte ihre Position räumen.
Auch die Brigaden Barnes und DeTrobriand mußten unter dem Ansturm der Südstaatler letztendlich weichen.
Der Kampf entwickelte sich zu einem zähen, furchtbaren Ringen. Es wurde fanatisch um jeden Fußbreit Boden gefochten. Niemand gab auf. Verwundete stürzten sich, blutüberströmt, immer wieder ins Gefecht. War die Munition verschossen, wurden Gewehre als Keulen benutzt. In gnadenlosen Nahkämpfen entschied das Bajonett. Überall sanken Sterbende nieder. Ihre Kameraden stiegen über sie hinweg, kämpften weiter.
Die Situation schien für die Truppen des Nordens hoffnungslos. Da rückte aus Hancocks Korps die Division Caldwell an, griff entschlossen in den Kampf ein, warf sich den Südstaatlern in den Weg und trieb sie zurück. Dabei erlitten die Unionstruppen schwerste Verluste. Schon in den ersten Minuten wurden die Generäle Jeffords, Zook, Cross und Merwin, sowie Hunderte ihrer Männer aller Dienstgrade, verwundet.
Die Konföderierten schickten ebenfalls ihre Reserven nach vorn. Sie versuchten, die US-Truppen Sickles' bei Peach Orchard auszuhebeln.
Gegen die US-Einheiten unter Humphreys rückten 3 Brigaden aus der CSA-Division Anderson an.
Mit todesmutigem Einsatz fegte die Südstaatenbrigade Barksdale die Unions-Regimenter aus dem Weg und rückte zur Cemetery Ridge vor.

Weitere Südstaatenbrigaden folgten und griffen die US-Brigaden Caldwell und Barnes rechts von Cemetery Ridge an.
Unaufhaltsam stießen 6 konföderierte Brigaden gegen die Linie General Sickles vor. Die Front der Nordstaaten wankte, obwohl zusätzlich die Division Ayres aus dem
V. Korps die vordersten Stellungen erreichte. Reguläre Unionstruppen unter Day und Burbank gingen östlich des Weizenfeldes in Stellung.
Gleichwohl mußte sich die Union auf breiter Front zurückziehen. Die Truppen am Weizenfeld gerieten fast in eine tödliche Umklammerung und sahen sich entsetzlichem Artillerie- und Infanteriefeuer ausgesetzt.

Die felsigen und dichtbewachsenen Hügel des Little Round Top bieten einen Eindruck davon,
wie rauh das Gelände gewesen sein mußte, um das Nord und Süd in der Schlacht von Gettysburg kämpfte.

 

Binnen kurzer Zeit erlitten die 2´000 Mann starken Einheiten einen Verlust von 900 Mann und fielen zum Nordhang des Little Round Top zurück.
Die Südstaatler ließen ein markerschütterndes Jubelgeheul erklingen und stürmten dem geschlagenen Gegner nach.

„Um die Round Top Höhen wogte nun ein wilder Kampf. Major General Sickles hatte eine Colonne zur Besetzung dieses Punktes gegen denselben dirigiert, und hartnäckig stritt der Feind um die Sicherung desselben Vorteils. Das dritte Corps unter Major General Birney - Sickles war bald nach Beginn des Gefechtes verwundet worden , sah sich endlich, trotz heldenmütigem Widerstande, genötigt, seine vorgeschobene, vom überlegenen Feinde mit Umgehung bedrohte Stellung zu räumen und fiel zur Sammlung neuer Kräfte hinter die dem Corps ursprünglich von mir angewiesene Linie zurück."
General George Gordon Meade

Der Rückzug der Union vollzog sich teilweise in Unordnung, als die Division Crawford aus dem V. US-Korps den Little Round Top erreichte. Sie bestand aus den Brigaden McCandless und Fisher. McCandless' Brigade bildete 2 Schlachtlinien entlang des nördlichen Hangs. Vor ihnen strömten die fliehenden Truppen auseinander, so daß für die Brigaden auf dem Hügel freies Schußfeld entstand.
Sofort wurde eine furchtbare Musketensalve auf den heranstürmenden Feind abgefeuert. Dann stürzten die frischen Unionstruppen sich den Hang hinunter, den Südstaatlern entgegen, und stellten sie zum Kampf Mann gegen Mann, der mit erbitterter Wut ausgefochten wurde.

Die Attacke der Südstaatler wurde gebrochen. Sie mußten zurück und brachten sich hinter dem Steinwall östlich des Weizenfeldes in Deckung.
Damit aber gaben sich die blauuniformierten Soldaten nicht zufrieden. Mit Bajonett und bloßen Fäusten wurden die Konföderierten bis in das Wäldchen hinter dem Steinwall vertrieben. Bei diesem Angriff fiel der Unions-Colonel Frederick Taylor.
Auch entlang der Linien Birneys tobte der Kampf unvermindert. US-Truppen unter General Warren marschierten auf der Höhe von Little Round Top auf,
wo einige Fernmeldesoldaten im Begriff waren, eine Signalstation einzurichten. Fast gleichzeitig sah Warren weitere Südstaatler anrücken.
Da ihm die strategische Bedeutung des Hügels sofort klar war, sandte er unverzüglich Kuriere mit der Bitte um Unterstützung aus.

General Sykes, der den Truppen Birneys zu Hilfe eilen wollte, ordnete sofort eine Brigade und eine Batterie für die Verteidigung des Little Round Top ab.
Die US-Truppen nahmen auf der Südseite des Hügels Aufstellung. Hier gab es zahlreiche Felsen, die ein natürliches Festungswerk bildeten.
Kaum hatten die Unionssoldaten ihre Positionen bezogen, brach die aus 3 US-Regimentern gebildete vorgelagerte Linie im Tal unter dem Druck von General Laws Südstaatlern zusammen. Im Laufschritt, die Bajonette aufgepflanzt, stürmten die grauen Einheiten den Hügel.
Erst massierte Infanteriesalven brachten den Sturmlauf zum Stehen.
General Hood ließ seine Sturmtruppen vor dem mörderischen Feuer abschwenken und gegen den rechten Flügel der Union, den das 16. Michigan Regiment bildete, anrennen. Dieses Regiment zog sich auf den Hügel zurück. Gleichzeitig erreichte die 140. New York Infanterie von hinten die Höhe und stürzte sich den Südstaatlern entgegen. Aus wenigen Metern Entfernung wurden den grauen Soldaten Bleiladungen in die Körper gefeuert. Die Gewehre als Keulen benutzend, warfen sich die Männer aus New York und Michigan gegen die Konföderierten und trieben sie zurück.
Dabei wurden der Colonel und über 100 Mann der 140. New York Infanterie getötet, ohne daß der Kampf unterbrochen wurde.
Hoods Linien konnten sich ebenfalls nicht halten, nachdem sie sich unterhalb des Hügels neu formiert hatten. Abermals befahl Hood eine Ausweichbewegung.
Die Südstaatler stießen nun zwischen die beiden Round Tops vor und versuchten, die Unionslinien am linken Flügel zu zerschmettern.



Joshua Lawrence Chamberlain als Major-General

Der Angriff wurde mit unglaublicher Kühnheit geführt, aber kaltblütig von der 20th Maine-Infanterie abgewehrt.

Gefangene wurden nicht gemacht. Die Szenen, die sich auf relativ engem Raum abspielten, waren furchtbar. Dazu grollten pausenlos die Kanonen. Pulvernebel hatte sich wie ein stickiger, atemberaubender Brei über das Schlachtfeld gelegt.
„ . . . dichter Rauch auf 6 Miles und wenig Wind da, ihn zu vertreiben. Die Luft wimmelte von Bomben." (J. W. Draper, 1877)
Obwohl längst kein Sonnenstrahl mehr durch die dicke, stinkende Wolke drang, war es heiß wie in einem Backofen. Der süßliche Gestank von Blut wirkte betäubend. Das grelle Wiehern sterbender Pferde mischte sich mit den Schreien der verletzten und sterbenden Soldaten, denen die Sanitäter keine Hilfe mehr zu bringen vermochten, zu einer Symphonie des Grauens.

 

Als die Konföderierten zurückweichen mußten, befahl Colonel Joshua Lawrence Chamberlain eine Konterattacke der 20th Maine Infanterie. Mit Gebrüll jagte sie Laws Südstaatler aus dem Tal und machte über 300 Gefangene. Wer letzlich den Befehl gab, dass die 20th Maine unter Colonel Chamberlain den Little Round Top besetzen und gegen die Rebellenangriffe auf jeden Fall halten solle, ist nicht geklärt. Es gibt mehrere Versionen dazu.

Wichtig für den Verlauf jedoch ist, dass die Verteidigung des Little Round Top eine der wichtigsten Faktoren für den letztendlichen Sieg der Unionstruppen in der Schlacht um Gettysburg war. Gleichzeitig ging sie in die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs als eine der hartnäckigsten Verteidigungsaktionen ein.
Als die Verteidiger keine Munition mehr hatten, starteten sie ihrerseits einen Bajonett-Gegenangriff und schlugen die Rebellen in die Flucht.

Der Little Round Top war wieder fest in der Hand der Union und wurde nicht mehr ernsthaft bedroht.
Während des Kampfes hatten Unionssoldaten aus Weeds Brigade (V. Korps) 6 Drei-Inch-Geschütze von Hazletts Batterie von Hand auf den Little Round Top gezogen. Oben in Stellung gebracht, wurden die meisten Kanoniere von konföderierten Scharfschützen hinter den Felsbrocken von Devil's Den regelrecht abgeschossen.
General Warren wurde verwundet. General Weed empfing eine tödliche Kugel. Lieutenant Hazlett, der Batteriechef, beugte sich über den sterbenden General, um dessen letzten Befehl entgegenzunehmen. Da traf auch ihn der Schuß eines Scharfschützen; er stürzte tot über seinen Kommandeur.
Erst als US-Scharfschützen General Berdans eintrafen, wurde das Feuer der Konföderierten neutralisiert.
Neue Kanoniere luden die Geschütze und schickten Salve auf Salve in die grauen Linien.
Gleichzeitig tobte die Schlacht nördlich des Weizenfeldes weiter. General Sickles hatte sich frühzeitig schwer verwundet aus den Linien zurückziehen müssen.
(Er verlor sein rechtes Bein.) Seine Leute wurden von Peach Orchard vertrieben. Danach verstärkte sich erneut der Druck auf die Division Humphreys.
Dessen Linie zog sich, erbittert kämpfend, bis zur Cemetery Ridge zurück. Die Hälfte von Humphreys Leuten blieb auf dem Schlachtfeld.
General Hancock übernahm zusätzlich noch das Kommando über das III. Korps.

Der Little Round Top im Jahre 1863, vom Tal aus gesehen.

George G. Meade forderte die Truppen der US-Generäle Slocum undSedgwick an und warf sie sofort ins Gefecht. Auf dem linken Flügel führte Meade selbst die Brigade Lockwood gegen Südstaatler unter General Anderson, konnte sie zurückschlagen, 3 verlorene Unionskanonen zurückerobern und die Linie an der Cemetery Ridge stabilisieren.
Die Unionsartillerie hatte sich jetzt auf die grauen Reihen eingeschossen. Die Geschütze dröhnten pausenlos. Sie zerbrachen die heftigen Angriffe des Südens gegen den rechten Flügel Humphreys und den linken Flügel General Gibbons. Die Wirkung der Kanonade war verheerend. Zwei Drittel der konföderierten Soldaten, die an diesen Attacken beteiligt waren, blieben auf dem Schlachtfeld.

 

Immer wieder kam es zu punktuellen, furchtbaren Gefechten zwischen kleineren Truppenteilen, die mit schwersten Verlusten für Angreifer und Verteidiger endeten.
An der Cemetery Ridge behaupteten Verstärkungen aus dem Vl. Korps die Unions-Positionen und füllten die Lücken, die durch die Kämpfe gerissen worden waren. Zwei Brigaden aus dem Vl. Korps nahmen östlich des Big Round Top Aufstellung und bildeten einen Schutzwall für die linke Flanke der Union.


Das Ende des zweiten Tages

Der rechte Flügel des XII. US-Korps wurde von General Meade zurückgezogen. In den Schützengräben dieser Stellungen blieb nur die Division Greene zurück.
Diese Schwäche entdeckend, trat sofort die konföderierte Division Johnson aus dem Korps Ewell - die frühere Truppe „Stonewall" Jacksons - zum Angriff auf Culp's Hill an, zunächst geschützt durch den dichten Wald am Rock Creek. Gleichzeitig schickte Ewell die Division Early und Rodes zum Cemetery Hill.
Gedeckt von einem dichten Akaziengürtel, erreichte diese Angriffslinie sehr schnell den Steinwall, hinter dem die Unionseinheiten Deckung genommen hatten.
Zwar wurden die Südstaatler sofort von Artillerie unter Feuer genommen, aber die Kanonen erzielten nur wenig Wirkung.
Die konföderierte Brigade Hays überrannte die US-Brigade von Gilsa, stürmte den Hang hinauf und bot damit ihre linke Seite ungeschützt den Salven der 5. Maine Batterie dar. Die Kanonen vermochten aber ebensowenig wie die US-Infanterie auf dem Hügel, den Siegeslauf der Südstaatler aufzuhalten, der bis zwischen die Kanonen der Batterien Wiedrich und Rickett führte. Hier wurde der Kampf teilweise mit Knüppeln und Steinen fortgesetzt.
Die 5. Maine Batterie setzte doppelte Kartätschenladungen ein. Gleichzeitig eröffnete die 33. Massachusetts Infanterie massierte Musketensalven.
Die Südstaatler jedoch wichen nicht, bis über den alten Friedhof die US-Brigade Carroll zur Verstärkung der wankenden Linien anrückte und die Konföderierten zum Rückzug über das offene Gelände zwang, das sie vorher mit Erfolg gestürmt hatten. Jetzt aber wurden sie hier von den Granaten der Unionskanonen getroffen.
Die „Louisiana Tigers" wurden geradezu niedergemäht. Von 1´700 Mann dieser Brigade gelang weniger als 500 die Flucht.
Verstärkung durch die Division Rodes, die sie hätte retten können, war nicht erfolgt. Die Gründe dafür sind unbekannt.

Der Little Round Top Heute

Links hatte die CSA-Division Johnson den Rock Creek durchfurtet und die Unionsstellungen auf Culp's Hill angegriffen. Trotz wiederholter heftiger Attacken der zahlenmäßig überlegenen Südstaatler, gelang es General George S. Greene, die Konföderierten mit schweren Verlusten abzuweisen, bis weitere Unionstruppen zur Verstärkung eintrafen.
Nach Einbruch der Dunkelheit brachen die Südstaatler den Kampf ab. Die Vorposten setzten ihr Musketenfeuer fast die ganze Nacht hindurch fort. Weitere Unionstruppen besetzten Culp's Hill. Gegen 23.30 Uhr hatte das XII. Korps unter General Slocum vollständig das Schlachtfeld erreicht. Die Soldaten ruhten auf ihren Gewehren, bereit für den nächsten Kampf. Die Konföderierten lagerten in der Nähe der Baltimore Pike-Straße, die als möglicher Rückzugsweg für die US-Truppen vorgesehen war, falls sie die Stellungen um Gettysburg nicht würden halten können. Unweit von ihnen war die US-Artillerie-Reserve in Stellung gegangen.
Die Vorteile der Konföderierten waren auch am Ende des zweiten Tages noch eindeutig. Sie hätten die Chance gehabt, relativ unbehelligt den linken Flügel der Union zu umgehen, ihn von hinten aufzurollen und einen großen Teil der US-Artillerie zu erobern.


Aber General Edward Johnson sah die Erschöpfung seiner grauen Truppen, und er kannte die genaue Lage des Gegners nicht.
Daher beschloß er, den Sonnenaufgang des 3. Juli abzuwarten, um bei Tageslicht wieder anzugreifen.

 

 

 

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