Quellennachweis der Texte und Abbildungen:
Frank B. Butts, The Monitor and the Marrimac, Providence, USA 1890
und Veröffentlichungen und Abbildungen des Naval Historical Center,
des Nationalarchivs der USA (NARA) und der Bibliothek des Kongresses


Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077 Manching

HAMPTON ROADS   /    8. – 9. März 1862

 

Das erste Seegefecht von Panzerschiffen in der Seekriegsgeschichte

 

 

 

 

1 Nordatlantik  9 Sewell's Point
2 Kap Charles (Maryland) 10 Old Point Comfort
3 Chesapeake Bay 11 Norfolk
4 York River 12 Portsmouth
5 Hampton Roads 13 Hampton
6 Elizabeth River 14 Newport News
7 Nansemond River 15 Yorktown
8 James River 16 Williamsburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hampton Roads sind ein Wasserweg, durch den die drei Hauptflüsse Virginias (James River, Nansemond River und Elizabeth River) zwischen Old Point Comfort im Norden und Sewell's Point im Süden in die Chesapeake Bay (Bucht) fließen. Diese Wasserstraße war und ist für den Handel der Häfen Norfork, Portsmouth und Newport News von großer Bedeutung.

Den Eingang zu diesem etwa 6 Kilometer breiten „Kanal“ schützten das 1819 von dem Franzosen Simon Bernard erbaute und ständig verstärkte Fort Monroe (nach dem Bau der Kasematten der Wasserbatterie mit 412 Geschützen) und das 1829 auf der 1818 künstlich angelegten Insel Rip Raps erbaute Fort Calhoun, das 1862 in Fort Wool umbenannt wurde. Hier wurde im Bürgerkrieg ein Versuchsgeschütz, die „Sawyer Gun“, aufgestellt, das die konföderierten Batterien von Sewell's Point unter Feuer nehmen konnte.

 

 

Fort Monroe (Blick nach Osten)

 

 

Die Marinewerft

Südlich von Portsmouth lag die Gosport Schiffswerft, die 1801 von der Bundesregierung dem Staat Virginia für $ 12.000 abgekauft worden war.
1827 begann man mit dem Bau des ersten Trockendocks der Vereinigten Staaten, dem ein weiteres folgen sollte.
Als am 17. April 1861 der Staat Virginia den Konföderierten Staaten beitrat, befürchtete die Union - trotz einer Verstärkung von 250 Mann im Februar -
eine Übernahme durch die Konföderierten, und der Kommandant der Werft, General Charles S. McCauley, befahl deshalb am 20. April 1861
die Evakuierung der Werft und die Zerstörung der Anlagen sowie einiger der dort vor Anker liegenden Schiffe.
Die U.S.S. PENNSYLVANIA, GERMANTOWN, RARITAN, COLUMBIA, und DOLPHIN wurden bis zur Wasserlinie verbrannt,
die U.S.S. DELEWARE, COLUMBUS, PLYMOUTH, und MERRIMACK brannten aus und sanken.
Die U.S.S. PAWNEE, COMMODORE PAULDING, der Schlepper YANKEE, der die U.S.S. CUMBERLAND im Schlepptau hatte, entkamen der Zerstörung.

 

Werft und Schiffe stehen in Flammen

 

Die kampflose Inbesitznahme dieser Werft mit ihren Arsenalen am 21. April war für die Konföderierten von größter Bedeutung. Da in der Kürze der Zeit nicht alles zerstört worden war, fielen ihnen etwa 1000 schwere Marinegeschütze und ein großer Feldzeugpark in die Hände. So wurde sofort mit der Instandsetzung der Werftanlagen und des Trockendocks begonnen. Da man fast alles Material gebrauchen konnte, wurden auch die von der Union vernichteten Schiffe ausgeschlachtet und eines sogar gehoben.
Die Tageszeitung „Richmond Daily“ jubelte: „Wir haben jetzt Material genug, um unsere Marine mit Panzerschiffen auszustatten.“
Doch, als sie sich zur Verteidigung von Richmond zurückziehen mußten, sahen sich die Konföderierten gezwungen, die Werft am 10. Mai 1862 zu zerstören. Unionstruppen aus dem Fort Monroe unter Generalmajor (Major General) Wood besetzten daraufhin die Stadt Norfolk und die Umgebung.

 

Das Gelände der Werft im Dezember 1864

 

Die Werft wurde erst nach dem Krieg wiederaufgebaut und erhielt nun, obwohl sie bei Portsmouth lag, den Namen „Norfolk Navy Yard“ (Marinewerft), da es bereits eine Werft in Portsmouth, New Hampshire, gab. Sie wurde im 1. Weltkrieg bedeutend vergrößert, und heute beschäftigt die „Norfolk Naval Shipyard“ (NNSY) etwa 6.750 Soldaten und Zivilbedienstete.

 

Das erste Seegefecht der CSS VIRGINIA

Nachdem Virginia am 17. April 1861 den Südstaaten beigetreten war, hatten die Konföderierten das Gebiet südlich der Hampton Roads besetzt, und Brigadegeneral (Brigadier General) Walter Gwynn begann sofort mit dem Bau von Feldbefestigungen und Geschützbatterien, um Norfolk und die Einfahrt in die Wasserstraße zu schützen, denn auf der Nordseite hielten sich die Unionstruppen mit den starken Forts Monroe und Wool, die diesen Wasserweg beherrschten. Bereits am 18. Mai 1861 tauchten die erste Blockadeschiffe der Union in der Chesapeake-Bucht auf und begannen, diesen Seeweg zu sperren.

Im Februar 1862 übernahm Kapitän z.S. (Captain) Franklin Buchanan das Kommando über das konföderierte James-River-Geschwader, das im Raum Norfolk lag. Dieses Geschwader hatte weder den Auftrag, die Blockade zu durchbrechen noch die Blockadeschiffe anzugreifen, es diente nur der Verteidigung des James River.

Zu Beginn des Peninsula-Feldzuges (März – September 1862) ankerte am nördlichen Ufer zwischen Newport News und dem Fort Monroe ein Blockadegeschwader der Union. Es bestand aus der Segelfregatte USS CONGRESS, den großen Korvetten USS CUMBERLAND und ST.LAWRENCE, den Dampffregatten USS MINNESOTA und ROANOKE, dem Versorgungsschiff USS BRANYWINE, dem Dampfer USS MT.VERNON und CAMBRIDGE sowie weiteren kleineren Tendern und Schleppern. (Die Schiffe sind weiter unten beschrieben.)


Die CSS VIRGINIA unter ihrem Kommandanten, dem 61jährigen Kapitän z.S. (Captain) Franklin Buchanan, lief am Samstag, den 8. März um 11:30 Uhr in Begleitung der Kanonenboote CSS BEAUFORT und CSS RALEIGH aus dem Werfthafen in Richtung der Hampton Roads aus.
Vor dem Bürgerkrieg war dieser erfahrene Seeoffizier der erste Inspekteur (Superintendent) der US Naval Academy (Marineakademie) und diente im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg (1846 – 1848).
Von 1859 – 1961 war er der Kommandant der Washington Marinewerft.

Bei Kriegsbeginn wollte Buchanan die US Navy verlassen, da er annahm, daß Maryland, der Staat, in dem er geboren wurde, zu den Südstaaten übertreten würde. Als dies nicht geschah, versuchte er sein Abschiedsgesuch rückgängig zu machen, doch die US Navy entließ ihn im Mai 1861.
Er bot daraufhin seine Dienste der Konföderation an, die ihn schließlich als Kapitän zur See übernahm.

 

Die Besatzung der CSS VIRGINIA dachte zunächst an eine Probefahrt im Elizabeth River, denn es befanden sich nur 160 Seeleute, 28 Mann Marineinfanterie sowie Werftpersonal an Bord. Als Buchanan um 12:30 Uhr die Craney Insel erreicht hatte und das ihm gegenüberliegende Blockadegeschwader sah, wollte er die Chance wahrnehmen, sein Schiff unter Gefechtsbedingungen zu erproben. Er ließ das Werftpersonal an Land bringen und hielt auf das feindliche Geschwader zu, um es anzugreifen.

 

 

 

1     Norfolk Schiffe:
2    Portsmouth  
3    Gosport-Werft a   USS CUMBERLAND
4    Hampton  
5    Newport News b   USS CONGRESS
6    Hampton Roads  
7    Sewell’s Point c   USS MINNESOTA
 8  Camp Butler  
 9  Camp Hamilton
d   USS ST. LAWRENCE
10  Fort Monroe  
11  Fort Wool e   USS ROANOKE
12  Pig Point  
13  Craney Island f   CSS VIRGINIA
 
g  USS MONITOR
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als sich die CSS VIRGINIA den Schiffen der Union näherte, wurde sie von den Geschützen der Küstenbatterien und des Blockadegeschwaders unter Feuer genommen, die nach Sichtung des feindliches Schiffes seit etwa 12:30 Uhr in Alarmbereitschaft versetzt worden waren. Doch der Beschuß zeigte auf dem Panzerschiff keinerlei Wirkung. Die Schüsse lockten aber die im James River liegenden konföderierten Schiffe CSS PATRICK HENRY, JAMESTOWN und TEASER an, die später in die Gefechte eingriffen

Die CSS VIRGINIA lief auf die beiden Segelschiffe USS CONGRESS und CUMBERLAND zu. Als dies von den anderen Schiffen bemerkt wurde, schlossen sie von Old Point Comfort (Fort Monroe) in Richtung Newport News auf, um ihre Kampfkraft zu verstärken. Gegen 14:40 Uhr feuerte die USS CONGRESS eine Breitseite mit 35 Geschützen auf die CSS VIRGINIA, die ebenfalls mit einer Breitseite ihrer vier Geschütze antwortete, doch ihr eigentliches Ziel war die USS CUMBERLAND, die gerammt werden sollte.

Als die CSS VIRGINIA in Schußposition war, wurde sie von der USS CUMBERLAND ergebnislos beschossen, doch bereits der erste Schuß der VIRGINIA tötete und verwundete neun Marineinfanteristen, die sich an Bord der CUMBERLAND befanden. Die Schiffe lagen sich nun etwa 300 Meter gegenüber und beschossen sich gegenseitig. Die CUMBERLAND erlitt dabei große Personalverluste, ein Augenzeuge sprach von einem regelrechten „Gemetzel“. Während dieses Angriffs hatte Buchanan die CUMBERLAND aufgefordert, sich zu ergeben, dieses Ersuchen wurde aber vom Kapitän der CUMBERLAND abgelehnt.
Die Beschießung dauerte etwa 15 Minuten, dann hatte die VIRGINIA die CUMBERLAND erreicht und ihr 680 kg schwerer Rammsporn stieß nahe des Bugs in die Steuerbordseite der CUMBERLAND und riß unter Wasser ein großes Loch in den hölzernen Rumpf.
Dabei verklemmte sich aber der Rammsporn, und als die CUMBERLAND sich zur Seite neigte, zog sie das Vorderdeck der VIRGINIA unter Wasser. Als das Gewicht auf dem Rammsporn zu groß wurde, brach er ab, und die VIRGINIA kam frei und legte sich etwa 100 Meter neben die CUMBERLAND. Wieder forderte Buchanan die CUMBERLAND auf, sich zu ergeben. Die Antwort war: „Niemals, wir werden mit wehenden Flaggen untergehen!“

Dann schaffte die CUMBERLAND es noch, drei Breitseiten auf die VIRGINIA abzufeuern. Das Wasser im Schiff stieg ständig, und um 15:35 Uhr war die Besatzung gezwungen, sich in die Beiboote zu retten. Von den 299 Seeleuten und 33 Marineinfanteristen wurden etwa 80 Mann getötet oder ertranken, 30 Verwundete und der Rest der Besatzung konnten gerettet werden.

 

Das Ende der USS CUMBERLAND

 

Doch auch die CSS VIRGINIA hatte bei diesem Kampf gelitten. Der schwere Beschuß hatte einige Eisenplatten gelockert, die Mündungen von zwei Geschützen weggeschossen und den Schornstein durchsiebt, was sich auf die Leistung auswirken sollte. Zwei Seeleute wurden getötet und mehrere verwundet. Kapitän z.S. Buchanan hatte sich im Ruderhaus unvorsichtig verhalten und war von einer Gewehrkugel eines feindlichen Marineinfanteristen getroffen und verletzt worden.

Die CSS VIRGINIA hielt jetzt auf die USS CONGRESS zu, die um 15:55 Uhr ihre Ankertaue kappte, die Segel setzte und sich in Richtung Küste zurückzog. Dabei lief sie auf Grund und wurde manövrierunfähig. Nach mehreren Breitseiten der CSS VIRGINIA brachen an mehreren Stellen auf der CONGRESS Brände aus und ihr Kapitän, Kapitänleutant (Lieutenant) Joseph B. Smith wurde durch einen Granatsplitter tödlich verwundet. Daraufhin hißte sie um 16:45 Uhr zwei weiße Flaggen und ergab sich.

Die Kanonenboote BEAUFORT und RALEIGH gingen daraufhin längsseits, um die Besatzung gefangenzunehmen. Einige gefangene Offizieren baten darum, sich um die Evakuierung der Verwundeten auf der CONGRESS kümmern zu wollen. Dies wurde ihnen gestattet, aber sie kehrten nicht mehr zurück. Nachdem starkes Gewehrfeuer vom Ufer mehrere Gefangene getötet hatte, mußten sich die beiden konföderierten Schiffe zurückziehen und brachten ihre Verwundeten und die Gefangenen nach Norfolk.
Von der USS TEASER gedeckt, sollte nun ein Beiboot der VIRGINIA die CONGRESS in Brand setzen. Das Boot wurde aber vom Ufer aus und, trotz der weißen Fahnen, auch von der CONGRESS beschossen und mußte sich zurückziehen. Die CSS VIRGINIA erwiderte diesen Angriff mit Brandgranaten, die die Besatzung der CONGRESS schließlich zwangen, das Schiff zu verlassen. Ein Beschuß der in Booten flüchtenden Besatzung unterblieb - nicht nur aus humanitären Gründen.
Kapitän z.S. Buchanan wußte, daß sein Bruder, McKean Buchanan, als Offizier (Zahlmeister) auf diesem feindlichen Schiff eingesetzt war. Als in der Nacht das Feuer auf der CONGRESS die Munitionskammer erreicht hatte, flog das Schiff in die Luft.

 

Die Besatzung der USS CONGRESS verläßt das brennende Schiff


Das Flaggschiff des Blockadegeschwaders, die USS MINNESOTA, wollte nach einem Angriff auf die konföderierten Küstenbatterien von Sewell’s Point der CONGRESS zu Hilfe kommen, lief aber dabei ebenfalls auf Grund. Trotzdem schoß sie auf die CSS VIRGINIA, und es entwickelte sich ein kurzer Schußwechsel, bei dem die MINNESOTA in den Rumpf getroffen wurde.
Die VIRGINIA wurde dabei von konföderierten Kanonenbooten und Barkassen unterstützt. Wegen der hereinbrechenden Nacht und der beginnenden Ebbe mußte die VIRGINIA wegen ihres Tiefgangs einen weiteren Angriff abbrechen und zog sich mit den Begleitschiffen unter Beschießung der USS ST.LAWRENCE, die auch auf Grund gelaufen war, aber eine Breitseite auf die VIRGINIA abgefeuert hatte, in den Mündungsbereich des Elizabeth River bei Sewell’s Point zurück, wo sie im Schutz der Küstenbatterien gegen 20:00 Uhr für die Nacht vor Anker ging.

 

Die konföderierten Geschützbatterien von Sewell’s Point

 

 

So hatte die Union an diesem Tag innerhalb weniger Stunden zwei Kriegsschiffe (USS CUMBERLAND und CONGRESS) verloren, ein Transportschiff war in die Luft geflogen, ein Schoner versenkt, ein anderer erobert worden, und drei Kriegschiffe (USS MINNESOTA, ST.LAWRENCE und ROANOKE) waren auf Grund gelaufen und vorerst manövrierunfähig. Ein schwarzer Tag für die US Navy – und am nächsten Tag drohte die Vernichtung des gesamten restlichen Blockadegeschwaders. Ihre einzige Hoffnung lag nun in der rechtzeitigen Ankunft der USS MONITOR, die angekündigt worden war.

Auf Seiten der Konföderierten gab es die schon erwähnten Schäden an der CSS VIRGINIA, aber keiner der 98 Einschüsse, die das Schiff trafen, hatte es nachhaltig beschädigt oder die Panzerung durchschlagen.

 

Nach der Verwundung von Kapitän z.S. Buchanan hatte er das Kommando über die CSS VIRGINIA an Kapitänleutnant (Lieutenant) Catesby ap Roger Jones übergeben. Jones war ebenfalls Seeoffizier der US Navy gewesen und in der 50er Jahren in der Entwicklung der Schiffswaffentechnik eingesetzt. So diente er als Waffenoffizier auf der Dampffregatte USS MERRIMACK nach ihrer Indienststellung im Jahre 1856.

Im April 1861 trat er in die Marine des Staates Virginia ein, wurde aber schon im Juni von der CS Navy übernommen und mit der Überwachung des Umbaus der gehobenen MERRIMACK in ein Panzerschiff betraut, die er ja kannte.

 

 

 

Panzer gegen Panzer – Der Kampf der „Giganten“
Gegen 21:00 Uhr konnten die Nordstaatler aufatmen, denn die USS MONOTOR hatte die Hampton Roads erreicht und ankerte neben der USS ROANOKE. Am Sonntag, den 9. März gegen 2:00 Uhr legte sie sich neben die USS MINNESOTA, um diese vor weiteren Angriffen zu schützen.

 


Die USS Monitor wurde von Kapitän z.S. (Captain) John L. Worden (geb. 1818) geführt, einem erfahrenen Seeoffizier, der 1834 als Fähnrich in die US Navy eingetreten war. Er diente im Brasilien-, Mittelmeer-, und Pazifik-Geschwader und nahm am Krieg gegen Mexiko teil. Danach diente er im Heimat-Geschwader und in der New York Marinewerft. Als er nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 mit geheimen Befehlen nach Pensacola geschickt worden war, geriet er für einige Monate in konföderierte Gefangenschaft, die seine Gesundheit beeinträchtigte.
Im Februar 1862 erhielt er das Kommando über die MONITOR.

Als die Besatzung der CSS VIRGINIA im Morgengrauen des 9. März sah, daß die USS MINNESOTA immer noch auf Grund lag,
lief sie gegen 8:00 Uhr mit der CSS PATRICK HENRY, JAMESTOWN, und TEASER aus, um die MINNESOTA und die restliche Unionsflotte anzugreifen. Da die USS MONITOR neben der MINNESOTA lag, wurde sie zunächst nicht erkannt und für einen Kessel eines Dampfers
auf einem Floß gehalten.

 

 

Die CSS VIRGINIA hielt auf die USS MINNESOTA zu und begann aus einer Entfernung von etwa 1,8 km die MINNESOTA zu beschießen,
als sich aus deren Schatten die USS MONITOR löste und in Richtung VIRGINIA dampfte. In etwa 600 Meter Entfernung begann sie, auf die VIRGINIA zu schießen.
Dies war der Beginn des ersten Seegefechts zwischen Panzerschiffen in der Geschichte des Seekriegs, das auf beiden Ufern der Hampton Roads von zahlreichen „Schlachtenbummlern“ beobachtet wurde.

Nun begann ein Zweikampf der beiden Schiffe, der etwas länger als drei Stunden dauern sollte. Schuß auf Schuß wurde gefeuert,
doch die Beschädigungen waren auf beiden Seiten gering. Die USS MONITOR versuchte im Gefecht, das Heck der VIRGINIA zu rammen,
um das Steuerruder und die Schiffsschraube zu beschädigen, doch es gelang ihr nicht.

 

Die CSS VIRGINIA (links) und die USS MONITOR (rechts) im „Nahkampf“

 

Trotz des an Bord befindlichen Lotsen lief die CSS VIRGINIA im flachen Wasser auf Grund, kam aber nach 15 Minuten wieder frei und versuchte nun ihrerseits,
die USS MONITOR mit dem Vordersteven (der Rammsporn war ja am Vortag abgebrochen) zu rammen, allerdings ebenfalls erfolglos. Aber sie kam nun zwischen die MONITOR und MINNESOTA und beschoß diese. Die MONITOR drängte sich nun dazwischen, dabei schlugen Granatsplitter in die Sehschlitze ihres Ruderhauses und verletzten Kapitänleutnant Worden an den Augen. (Nach einer anderen Quelle handelte es sich dabei um einen Gewehrschuß.)

Wohl aus diesem Grund zog sich die USS MONITOR gegen 11:30 Uhr in etwas flacheres Wasser zurück. Der Kapitän der CSS VIRGINIA nahm daraufhin an,
daß die MONITOR den Kampf abgebrochen hatte, und entschied sich um 12:00 Uhr für eine Rückkehr nach Norfolk, da sein Schiff schon Wasser nahm
und Geschosse und Pulver bereits knapp geworden waren.

So verlief dieses Gefecht für die beiden Panzerschiffe ergebnislos, doch trotz der schweren Verluste konnte die US Navy die Seeblockade aufrechterhalten.
Die USS MONITOR blieb in den Hampton Roads. In den vergangenen zwei Tagen fanden 261 Soldaten der Union den Tod, 108 Mann wurden verwundet.
Die Konföderierten beklagten den Verlust von 7 Gefallenen und 17 Verwundeten.

Während der folgenden zwei Monate versuchte die CSS VIRGINIA durch mehrmaliges Auslaufen in die Hampton Roads die USS MONITOR in ein Gefecht zu ziehen, doch diese hatte den strikten Befehl, einen weiteren Zweikampf zu vermeiden. (Die weiteren Schicksale der beiden Schiffe sind weiter unten zu finden.)

Obwohl die militärischen Beobachter, dieses Seegefecht als „nicht bedeutend“ beurteilten, machte die britische Royal Navy wenige Tage nach Bekanntwerden
dieses Gefechts alle Verträge zum Bau von hölzernen Kriegsschiffen rückgängig. Die Union baute noch 58, die Konföderierten 21 Panzerschiffe.
Das „Zeitalter der Panzerschiffe“ war angebrochen.

 

Diese Lithographie von 1889 soll das Gefecht der beiden Panzerschiffe am 9. März vom Nordufer der Hampton Roads aus darstellen,
es enthält aber fälschlicherweise auch die Rettung der Besatzung der sinkenden USS CONGRESS, die bereits am Vortag stattgefunden hat.

 

 

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