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Quellennachweis der Texte und
Abbildungen:
HAMPTON ROADS / 8. – 9. März 1862
Das erste Seegefecht von Panzerschiffen in der Seekriegsgeschichte
Die Hampton Roads sind ein Wasserweg, durch den die drei Hauptflüsse Virginias (James River, Nansemond River und Elizabeth River) zwischen Old Point Comfort im Norden und Sewell's Point im Süden in die Chesapeake Bay (Bucht) fließen. Diese Wasserstraße war und ist für den Handel der Häfen Norfork, Portsmouth und Newport News von großer Bedeutung. Den Eingang zu diesem etwa 6 Kilometer breiten „Kanal“ schützten das 1819 von dem Franzosen Simon Bernard erbaute und ständig verstärkte Fort Monroe (nach dem Bau der Kasematten der Wasserbatterie mit 412 Geschützen) und das 1829 auf der 1818 künstlich angelegten Insel Rip Raps erbaute Fort Calhoun, das 1862 in Fort Wool umbenannt wurde. Hier wurde im Bürgerkrieg ein Versuchsgeschütz, die „Sawyer Gun“, aufgestellt, das die konföderierten Batterien von Sewell's Point unter Feuer nehmen konnte.
Fort Monroe
(Blick nach Osten)
Die
Marinewerft Südlich
von Portsmouth lag die Gosport Schiffswerft, die 1801 von der Bundesregierung
dem Staat Virginia für $ 12.000 abgekauft worden war.
Werft und
Schiffe stehen in Flammen
Die kampflose
Inbesitznahme dieser Werft mit ihren Arsenalen am 21. April war für
die Konföderierten von größter Bedeutung. Da in der
Kürze der Zeit nicht alles zerstört worden war, fielen ihnen
etwa 1000 schwere Marinegeschütze und ein großer Feldzeugpark
in die Hände. So wurde sofort mit der Instandsetzung der Werftanlagen
und des Trockendocks begonnen. Da man fast alles Material gebrauchen
konnte, wurden auch die von der Union vernichteten Schiffe ausgeschlachtet
und eines sogar gehoben.
Das Gelände
der Werft im Dezember 1864
Die Werft wurde erst nach dem Krieg wiederaufgebaut und erhielt nun, obwohl sie bei Portsmouth lag, den Namen „Norfolk Navy Yard“ (Marinewerft), da es bereits eine Werft in Portsmouth, New Hampshire, gab. Sie wurde im 1. Weltkrieg bedeutend vergrößert, und heute beschäftigt die „Norfolk Naval Shipyard“ (NNSY) etwa 6.750 Soldaten und Zivilbedienstete.
Das erste Seegefecht der CSS VIRGINIA Nachdem Virginia am 17. April 1861 den Südstaaten beigetreten war, hatten die Konföderierten das Gebiet südlich der Hampton Roads besetzt, und Brigadegeneral (Brigadier General) Walter Gwynn begann sofort mit dem Bau von Feldbefestigungen und Geschützbatterien, um Norfolk und die Einfahrt in die Wasserstraße zu schützen, denn auf der Nordseite hielten sich die Unionstruppen mit den starken Forts Monroe und Wool, die diesen Wasserweg beherrschten. Bereits am 18. Mai 1861 tauchten die erste Blockadeschiffe der Union in der Chesapeake-Bucht auf und begannen, diesen Seeweg zu sperren. Im Februar 1862 übernahm Kapitän z.S. (Captain) Franklin Buchanan das Kommando über das konföderierte James-River-Geschwader, das im Raum Norfolk lag. Dieses Geschwader hatte weder den Auftrag, die Blockade zu durchbrechen noch die Blockadeschiffe anzugreifen, es diente nur der Verteidigung des James River. Zu Beginn des Peninsula-Feldzuges (März – September 1862) ankerte am nördlichen Ufer zwischen Newport News und dem Fort Monroe ein Blockadegeschwader der Union. Es bestand aus der Segelfregatte USS CONGRESS, den großen Korvetten USS CUMBERLAND und ST.LAWRENCE, den Dampffregatten USS MINNESOTA und ROANOKE, dem Versorgungsschiff USS BRANYWINE, dem Dampfer USS MT.VERNON und CAMBRIDGE sowie weiteren kleineren Tendern und Schleppern. (Die Schiffe sind weiter unten beschrieben.)
Bei Kriegsbeginn wollte Buchanan die US Navy verlassen, da er annahm,
daß Maryland, der Staat, in dem er geboren wurde, zu den Südstaaten
übertreten würde. Als dies nicht geschah, versuchte er sein
Abschiedsgesuch rückgängig zu machen, doch die US Navy entließ
ihn im Mai 1861.
Die Besatzung der CSS VIRGINIA dachte zunächst an eine Probefahrt im Elizabeth River, denn es befanden sich nur 160 Seeleute, 28 Mann Marineinfanterie sowie Werftpersonal an Bord. Als Buchanan um 12:30 Uhr die Craney Insel erreicht hatte und das ihm gegenüberliegende Blockadegeschwader sah, wollte er die Chance wahrnehmen, sein Schiff unter Gefechtsbedingungen zu erproben. Er ließ das Werftpersonal an Land bringen und hielt auf das feindliche Geschwader zu, um es anzugreifen.
Als sich die CSS VIRGINIA den Schiffen der Union näherte, wurde sie von den Geschützen der Küstenbatterien und des Blockadegeschwaders unter Feuer genommen, die nach Sichtung des feindliches Schiffes seit etwa 12:30 Uhr in Alarmbereitschaft versetzt worden waren. Doch der Beschuß zeigte auf dem Panzerschiff keinerlei Wirkung. Die Schüsse lockten aber die im James River liegenden konföderierten Schiffe CSS PATRICK HENRY, JAMESTOWN und TEASER an, die später in die Gefechte eingriffen Die CSS VIRGINIA lief auf die beiden Segelschiffe USS CONGRESS und CUMBERLAND zu. Als dies von den anderen Schiffen bemerkt wurde, schlossen sie von Old Point Comfort (Fort Monroe) in Richtung Newport News auf, um ihre Kampfkraft zu verstärken. Gegen 14:40 Uhr feuerte die USS CONGRESS eine Breitseite mit 35 Geschützen auf die CSS VIRGINIA, die ebenfalls mit einer Breitseite ihrer vier Geschütze antwortete, doch ihr eigentliches Ziel war die USS CUMBERLAND, die gerammt werden sollte. Als die CSS VIRGINIA
in Schußposition war, wurde sie von der USS CUMBERLAND
ergebnislos beschossen, doch bereits der erste Schuß der VIRGINIA
tötete und verwundete neun Marineinfanteristen, die sich an Bord
der CUMBERLAND befanden. Die Schiffe lagen sich nun etwa 300
Meter gegenüber und beschossen sich gegenseitig. Die CUMBERLAND
erlitt dabei große Personalverluste, ein Augenzeuge sprach von
einem regelrechten „Gemetzel“. Während dieses Angriffs
hatte Buchanan die CUMBERLAND aufgefordert, sich zu ergeben,
dieses Ersuchen wurde aber vom Kapitän der CUMBERLAND
abgelehnt. Dann schaffte die CUMBERLAND es noch, drei Breitseiten auf die VIRGINIA abzufeuern. Das Wasser im Schiff stieg ständig, und um 15:35 Uhr war die Besatzung gezwungen, sich in die Beiboote zu retten. Von den 299 Seeleuten und 33 Marineinfanteristen wurden etwa 80 Mann getötet oder ertranken, 30 Verwundete und der Rest der Besatzung konnten gerettet werden.
Das Ende der USS CUMBERLAND
Doch auch die CSS VIRGINIA hatte bei diesem Kampf gelitten. Der schwere Beschuß hatte einige Eisenplatten gelockert, die Mündungen von zwei Geschützen weggeschossen und den Schornstein durchsiebt, was sich auf die Leistung auswirken sollte. Zwei Seeleute wurden getötet und mehrere verwundet. Kapitän z.S. Buchanan hatte sich im Ruderhaus unvorsichtig verhalten und war von einer Gewehrkugel eines feindlichen Marineinfanteristen getroffen und verletzt worden. Die CSS VIRGINIA hielt jetzt auf die USS CONGRESS zu, die um 15:55 Uhr ihre Ankertaue kappte, die Segel setzte und sich in Richtung Küste zurückzog. Dabei lief sie auf Grund und wurde manövrierunfähig. Nach mehreren Breitseiten der CSS VIRGINIA brachen an mehreren Stellen auf der CONGRESS Brände aus und ihr Kapitän, Kapitänleutant (Lieutenant) Joseph B. Smith wurde durch einen Granatsplitter tödlich verwundet. Daraufhin hißte sie um 16:45 Uhr zwei weiße Flaggen und ergab sich. Die
Kanonenboote BEAUFORT und RALEIGH gingen daraufhin
längsseits, um die Besatzung gefangenzunehmen. Einige gefangene
Offizieren baten darum, sich um die Evakuierung der Verwundeten auf
der CONGRESS kümmern zu wollen. Dies wurde ihnen gestattet,
aber sie kehrten nicht mehr zurück. Nachdem starkes Gewehrfeuer
vom Ufer mehrere Gefangene getötet hatte, mußten sich die
beiden konföderierten Schiffe zurückziehen und brachten ihre
Verwundeten und die Gefangenen nach Norfolk.
Die Besatzung
der USS CONGRESS verläßt das brennende Schiff Das Flaggschiff
des Blockadegeschwaders, die USS MINNESOTA, wollte nach einem
Angriff auf die konföderierten Küstenbatterien von Sewell’s
Point der CONGRESS zu Hilfe kommen, lief aber dabei ebenfalls
auf Grund. Trotzdem schoß sie auf die CSS VIRGINIA, und
es entwickelte sich ein kurzer Schußwechsel, bei dem die MINNESOTA
in den Rumpf getroffen wurde.
Die konföderierten
Geschützbatterien von Sewell’s Point
So hatte die Union an diesem Tag innerhalb weniger Stunden zwei Kriegsschiffe (USS CUMBERLAND und CONGRESS) verloren, ein Transportschiff war in die Luft geflogen, ein Schoner versenkt, ein anderer erobert worden, und drei Kriegschiffe (USS MINNESOTA, ST.LAWRENCE und ROANOKE) waren auf Grund gelaufen und vorerst manövrierunfähig. Ein schwarzer Tag für die US Navy – und am nächsten Tag drohte die Vernichtung des gesamten restlichen Blockadegeschwaders. Ihre einzige Hoffnung lag nun in der rechtzeitigen Ankunft der USS MONITOR, die angekündigt worden war. Auf Seiten der Konföderierten gab es die schon erwähnten Schäden an der CSS VIRGINIA, aber keiner der 98 Einschüsse, die das Schiff trafen, hatte es nachhaltig beschädigt oder die Panzerung durchschlagen.
Nach der Verwundung von Kapitän z.S. Buchanan hatte er das Kommando über die CSS VIRGINIA an Kapitänleutnant (Lieutenant) Catesby ap Roger Jones übergeben. Jones war ebenfalls Seeoffizier der US Navy gewesen und in der 50er Jahren in der Entwicklung der Schiffswaffentechnik eingesetzt. So diente er als Waffenoffizier auf der Dampffregatte USS MERRIMACK nach ihrer Indienststellung im Jahre 1856. Im April 1861 trat er in die Marine des Staates Virginia ein, wurde aber schon im Juni von der CS Navy übernommen und mit der Überwachung des Umbaus der gehobenen MERRIMACK in ein Panzerschiff betraut, die er ja kannte.
Panzer gegen Panzer
– Der Kampf der „Giganten“
Als die Besatzung
der CSS VIRGINIA im Morgengrauen des 9. März sah, daß
die USS MINNESOTA immer noch auf Grund lag,
Die CSS VIRGINIA
hielt auf die USS MINNESOTA zu und begann aus einer Entfernung
von etwa 1,8 km die MINNESOTA zu beschießen, Nun begann ein Zweikampf
der beiden Schiffe, der etwas länger als drei Stunden dauern sollte.
Schuß auf Schuß wurde gefeuert,
Die CSS VIRGINIA
(links) und die USS MONITOR (rechts) im „Nahkampf“
Trotz des an Bord
befindlichen Lotsen lief die CSS VIRGINIA im flachen Wasser
auf Grund, kam aber nach 15 Minuten wieder frei und versuchte nun ihrerseits,
Wohl aus diesem
Grund zog sich die USS MONITOR gegen 11:30 Uhr in etwas flacheres
Wasser zurück. Der Kapitän der CSS VIRGINIA nahm
daraufhin an, So verlief dieses
Gefecht für die beiden Panzerschiffe ergebnislos, doch trotz der
schweren Verluste konnte die US Navy die Seeblockade aufrechterhalten.
Während der folgenden zwei Monate versuchte die CSS VIRGINIA durch mehrmaliges Auslaufen in die Hampton Roads die USS MONITOR in ein Gefecht zu ziehen, doch diese hatte den strikten Befehl, einen weiteren Zweikampf zu vermeiden. (Die weiteren Schicksale der beiden Schiffe sind weiter unten zu finden.) Obwohl die militärischen
Beobachter, dieses Seegefecht als „nicht bedeutend“ beurteilten,
machte die britische Royal Navy wenige Tage nach Bekanntwerden
Diese Lithographie
von 1889 soll das Gefecht der beiden Panzerschiffe am 9. März vom
Nordufer der Hampton Roads aus darstellen,
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