1662
verüben englische Siedler in Virginia ein Massaker; es
folgt eine noch blutigere Unterdrückungskampagne. Doch fünfzig Jahre
nach der Ankunft der «Mayflower» versammelt der Oberhäuptling
der Wampanoags, eines großen, heute nicht mehr existierenden Indianerstammes
an der Atlantikküste, seine Krieger um sich, um die Eindringlinge zu
vertreiben: Damit beginnt der erste Indianerkrieg - der erste und sicherlich
blutigste von allen. Zwanzigtausend mit Pfeil und Bogen bewaffnete Rothäute
stehen fünfzigtausend Siedlern gegenüber, die mit Musketen und Schwertern
ausgerüstet sind. Die Indianer werden vernichtend geschlagen. Die Überlebenden
werden auf die Antillen deportiert und dort als Sklaven verkauft. In
den folgenden zwei Jahrhunderten finden noch viele Indianerkriege statt.
Doch für die englischen
Siedler in New York, Baltimore oder Philadelphia sind die Indianer nicht
der einzige Feind. An der Nordgrenze ihrer Territorien stehen sie den
Franzosen aus Kanada in einem erbitterten Krieg gegenüber, der bis zur
Niederlage des Marquis de Montcalm vor Quebec im Jahre 1759 ein gutes
Jahrhundert dauern soll. Vier Jahre später wird der Sieg der englischen
Siedler (und Englands) durch den Vertrag von Paris besiegelt, der der
französischen Souveränität im damaligen Neufrankreich ein Ende bereitet.
In der Folgezeit kommt es zum Unabhängigkeitskrieg der Siedler gegen
England (1775-1782) und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die von den aufständischen Kolonien aufgestellten Milizen werden in
ihrem Kampf gegen die Regimenter der englischen Krone von Frankreich
unterstützt.
Frühe Siedler auf dem Weg zur Kirche.
Die Männer tragen Musketen, um ihre Familie vor Gefahren
aller Art zu schützen
Die
unabhängigen Kolonien, nunmehr Vereinigte Staaten von Amerika genannt,
bieten im darauffolgenden Jahrhundert einem unablässigen Strom
von Einwanderern aus Europa eine neue Heimat und dehnen sich nach allen
Richtungen aus. Im Süden wird außer mit den Indianern lange Zeit auch
mit den Mexikanern um den Besitz des zukünftigen Staates Texas gekämpft.
Die Männer, die hier in den Kampf ziehen, sind Trapper wie Davy Crockett
und Abenteurer wie Jim Bowie, die beiden Helden von Fort Alamo (1836).
Sie sind überzeugt, mit der Eroberung amerikanischen Bodens gleichzeitig
auch ein Stück Freiheit zu schaffen, und so führen Sie den Kampf auf
eigene Rechnung und mit eigenen Waffen. Sie sind keine Soldaten im Dienste
eines Staates.
In den endlosen Weiten des Westens ist die eigene Waffe zu einem unentbehrlichen
Ausrüstungsgegenstand für Pioniere, Banditen und Einwanderer geworden,
die die «Frontier», die Grenze des von Weißen beherrschten
Territoriums, unaufhaltsam bis ans Ufer des Pazifiks ausdehnen. Nicht
nur von den Indianern, sondern auch von der Natur geht eine ständige
Bedrohung aus.
In einer
Zeit, in der das «Gesetz des Colts» regiert, ist die Waffe
ein notwendiger Begleiter zur Bewältigung der eigenen Angst und zum
Schutz vor dem schlimmsten aller Feinde - dem Menschen. Über drei Jahrhunderte
hinweg ist in Amerika im wahrsten Sinne des Wortes ein jeder sein eigener
Herr und vertritt seine Position mit dem Gewehr oder der Pistole in
der Hand.
Die
ersten Siedler, die Anfang des siebzehnten Jahrhunderts nach Virginia
kommen, halten es noch mit der damals üblichen Sitte, nach der das Tragen
von Waffen ausschließlich Adeligen vorbehalten ist. Doch die Umstände
erfordern eine Aufhebung dieser Regelung. Innerhalb von vier Jahren
nach seiner Ankunft bekommt jeder Siedler eine Waffe in die Hand.
Nach dem großen Indianeraufstand und dem Massaker von 1662
werden in Virginia erstmals alle Männer im Alter von sechzehn bis fünfzig
Jahren zwangsweise in eine Miliz rekrutiert. Die Miliz bildet das Gegenstück
zur regulären Armee und wird von Männern gleich welchen Standes - Bauern,
Arbeitern und Adeligen - gebildet, die ihre Waffe stets in Reichweite
haben und allzeit bereit sind, dem Ruf der Sturmglocke Folge zu leisten.
Schon nach kurzem verfügt jede der Kolonien über eine solche Bürgerwehr.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg wird mit dem Zweiten Zusatz zur Verfassung
feierlich anerkannt, daß der Unterhalt einer wohlorganisierten Miliz
für die Sicherheit eines freien Staates unabdingbarund das Recht der
Bürger auf das Tragen von Waffen unverletzbar seien.
Nach dem kalifornischen Goldrausch des Jahres 1848 versucht jeder, einer
Pistole oder, besser noch, eines Revolvers habhaft zu werden, dessen
Erfindung auf eben diese Zeit zu Beginn der Eroberung des «Wilden
Westens» zurückgeht. Mit dem Revolver am Gürtel oder in der Tasche
hat man die Hände frei, um zu arbeiten oder die Zügel zu halten.
Das
blutige Image des Westens ist in Wirklichkeit eine Erfindung der damaligen
Journalisten und heutigen Filmemacher.
Obgleich hier jeder eine Waffe trägt, geht es friedlicher zu als in
den Industriestädten. Für die geringe Mordrate ist außerdem ein praktischer
Grund anzuführen. Anders als uns Wildwestfilme glauben machen, ist es
alles andere als einfach, einen Menschen mit dem Revolver niederzustrecken.
Die außergewöhlichen Schießkünste der Leinwandhelden gehören eben
... ins Kino.
Nicht nur
in den Vereinigten Staaten blickt man heute mit Wehmut auf
diese große Zeit zurück. Dies mag die Begeisterung für alte Revolver
erklären - für jene Zeugen und Symbole eines freieren, stolzeren Lebens.
| KALIBER |
LAUFLÄNGEN
|
| |
|
| Die Kaliberangaben
erfolgen in Amerika traditionsgemäß in Hundertstel Zoll, |
In
Amerika werden die Lauflängen üblicherweise in Zoll, |
| in Europa hingegen
in Millimeter. |
in
Europa hingegen in Millimeter angegeben. |
| Hier eine Umrechnungsübersicht
der Kaliberbezeichnungen, auf der Basis von 1 Zoll = 25,4 mm: |
Hier
eine Umrechnungsübersicht auf der Basis von 1 Zoll = 25,4 mm: |
| USA |
EUROPA |
| .22 |
5,60
mm |
| .25 |
6,35
mm |
| .30 |
7,62
mm |
| .32 |
8,10
mm |
| .38 |
9,00
mm |
| .44 |
11,17
mm |
| .45 |
11,43
mm |
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
|
| USA |
EUROPA |
| 2
Zoll |
51
mm |
| 2
1/2 Zoll |
63,5
mm |
| 3
Zoll |
|
| 4
Zoll |
101
mm |
| 4
1/2 Zoll |
114
mm |
| 5
Zoll |
127
mm |
| 6
Zoll |
152
mm |
| 6
1/2 Zoll |
165
mm |
| 7
Zoll |
178
mm |
| 7
1/2 Zoll |
190
mm |
| 8
Zoll |
203
mm |
| 9
Zoll |
229
mm |
|
Die Entwicklung
der ersten amerikanischen Revolver durch Samuel Colt wäre
nicht möglich gewesen ohne die Flut von Erfindungen, die es seit
Beginn des neunzehnten Jahrhunderts auf diesem Gebiet gegeben hat. Die
wohl wichtigste ist ein Zündsystem mit Hilfe von Knallquecksilber,
das der schottische Geistliche Alexander Forsyth, ein begeisterter Jäger
und Hobby-Büchsenmacher, im Jahre 1805 entwirft.
1818 kommen Francois Prelat und Josuah Shaw unabhängig voneinander
auf die Idee, ein Zündplättchen in eine kleine, zylindrische
Kapsel aus dünnem Kupferblech einzulegen und diese mit einem Tropfen
Gummi dicht zu verschließen. Dieses Zündhütchen wird
auf den Zündkanal der Waffe (eine kleine vorstehende Röhre,
die mit der Zündkammer in Verbindung steht) gesetzt, wo es durch
das Aufschlagen des Hammers zerquetscht und die Ladung so entzündet
wird. Damit ist die Perkussionswaffe geschaffen. Gegenüber früheren
Steinschloßsystemen ist sowohl das Laden als auch die Zündung
deutlich vereinfacht.
Die Erfindung des Zündhütchens ermöglicht die Entwicklung
des Vorfahren unseres heutigen Revolvers, der sogenannten „Pepperbox",
um das Jahr 1820. Hierbei handelt es sich um eine Waffe mit mehreren,
rings um eine Achse montierten oder gebohrten Läufen - daher auch
der deutsche Ausdruck Bündelrevolver. Bei den allerersten Modellen
dieser Gattung müssen die Läufe noch - wie bei einer Pfeffermühle
- mit der Hand weitergedreht werden. Gegenüber diesem primitiven
System weist der erste Colt Paterson-Revolver von 1836 vier wesentliche
Verbesserungen auf.
Er besitzt eine kurze Trommel mit mehreren Kammern, der nur ein einziger
Lauf gegenübersteht. Dadurch ist die Waffe wesentlich handlicher,
leichter und ausgewogener.
Indem der Hahn - mit der Hand - gespannt wird, erfolgt automatisch die
Drehung der Trommel und die exakte Ausrichtung der einzelnen Kammern
hinter dem Lauf. Dieser Mechanismus wird als „Single Action"
bezeichnet. Auch die automatische Trommelverriegelung ist an das Spannen
des Hahns gekoppelt. Die Pistons oder Zündkanäle (auf denen
die Zündhütchen plaziert werden) sind so voneinander getrennt,
daß beim Explodieren eines Zündhütchens die anderen
nicht mitgezündet werden.
Colt Walker 1847 Army,
Gesamtstückzahl ca. 1'100. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver.
Single Action, feststehender Abzug. Kaliber: .44 Sechsschüssige
Trommel. 9-Zoll-Lauf. Gewicht: 2,1 kg (ungeladen).

Ein
geradezu klassisches Stück unter den
Colts ist die Nr. 1022, der einzige bekannte Walker in Original-Kassette.
Der Revolver mit 9"-Lauf (22,86 cm) und einem Gewicht von 2069,5
g wurde im Jahre 1847 durch die New Yorker Händler Blunt &
Syms an einen dänischen Kapitän verkauft.
Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er nach Amerika zurück. Seitdem ist
der Revolver in allen wichtigen Texten über Colt-Waffen abgebildet
worden und diente als Schlüssel zur genaueren Identifizierung der
Walker-Pulverflasche, der Kugelgießform und des fragezeichenförmigen
Mehrzweckwerkzeuges. Die Kassette aus Eichenholz ist mit Filz ausgeschlagen.
In dem Fach links befindet sich eine Karte mit einer Anmerkung in Sam
Colts Handschrift: »Dieser Revolver ist ein identisches Exemplar
der Waffen, die an die US-Regierung und an die Texas Rangers (unter
dem Befehl von) Capn Walker geliefert werden.«
Colt
Paterson Belt Model, von 1836 bis 1840 in Paterson (New Jersey)
hergestellt. Gesantstückzahl : ca. 2'600.
Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver. Single Action, versenkbarer
Abzug.
Kaliber: .31 ( Standard in Kaliber .36). Fünfschüssige Trommel.
5-Zoll-Lauf.

Zusammenpassende
Paare von Revolvern in einer Kassette
waren Teil der Paterson-Modellpolitik, sind jedoch ziemlich
selten. Nur eine Handvoll davon hat überlebt. Diese Modelle Nr.
3 haben einen zusätzlichen 12"-Lauf, den man an beiden Waffen
ansetzen kann, dazu für jede Waffe eine Extra-Trommel. Der Erhaltungszustand
ist nahezu einwandfrei. Alles Zubehör ist vorhanden, einschließlich
des Kassettenschlüssels.

Als das Nonplusultra aller Paterson-Colts
wird allgemein dieses passende Paar Nr. 5 Holster oder Texas
angesehen. Es stammt aus dem Besitz von Lincolns Außenminister
W. H. Seward. Bei der Entdeckung durch Sammler waren die Trommeln noch
geladen. Es bestehen jedoch Zweifel, ob je aus einer der Waffen ein
Schuß abgefeuert wurde. Deutlich zu erkennen ist die hohe Qualität
der paßgenauen Verarbeitung und der Oberflächenbearbeitung.
Die hübsche Sprenkelung des Rahmens ist das Ergebnis der ersten
bekannten Bunthärtung von Colt.

Colt
beschrieb dieses einzigartige Experiment als
»eine Kombination aus Bowie-Messer und Repetierpistole.«
Am Hahn befand sich kein Sporn, aber der freistehende Abzug diente zum
Spannen, Weiterdrehen und Abfeuern. (»double action« - Spannabzug).
Der Griffbügel schützte die Hand vor Säbelhieben und
diente abgeklappt als Ladebügel. Der Rahmen war geschlossen, so
daß auch kein Laufkeil vorhanden war. Die Trommel war sechsschüssig
im Kaliber .38, die Lauflänge betrug 6". Colts eigene Aqurellzeichnung
verrät einen vereinfachten inneren Mechanismus, bei dem immer noch
die V-förmige Hauptfeder vorhanden ist.
Eine
Zusammenstellung von Baby Dragoon und Model 1849 Pocket.
Oben
links und rechts
Varianten des Baby Draggon in fast neuwertigem Zustand. In der Mitte
links ein früher Model 1849 Pocket mit Arabeskengravur
aus dem Jahre 1851-1852. Der Revolver mit dem 4"-Lauf links
darunter muß auf Grund der feineren Gravur und der höheren
Seriennummer auf einen späteren Herstellungszeitpunkt datiert werden.
Bei der Waffe in der Mitte rechts handelt es sich um
den beliebten Untertyp Wells Fargo, und unten rechts
einen späten Model 1849 in besserer Ausführung und mit britischem
Prüfstempel (auf dem Lauf und auf dem hinteren Trommelende).
Colt
1848 Army Dragoon Nr. 1, von 1848 bis 1849 in Hartford hergestellt,
Gesamtstückzahl: 7'000. Zündsystem: Perkussion,
Vorderlader-Revolver, Single Action, feststehender Abzug, Kaliber: .44
Sechsschüssige Trommel, 7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht : 1,850 kg (ungeladen).

Dragoons sind selten
auf zeitgenössischen Photos zu sehen, von einem Walker ist kein
einziges und von einem Paterson nur ein Photo bekannt. Vielleicht ist
der stolze Besitzer jener junge Mann, von dem in einer Grabsteininschrift
die Rede ist, die in einer Zeitung in San Diego im 19. Jahrhundert veröffentlicht
wurde:
Hier
liegt Jeems Humbrick begraben,
der ungewollt von einem jungen Mann
am Ufer des Pacus-Flusses erschossen wurde.
Er wurde irrtümlich mit einem
der großen Colt-Revolver getötet
die keine Sperre für den Hahn besitzen.
Es war einer von der altmodischen Art
der ihn ins Himmelreich brachte.
Colt 1849 Army Dragoon Nr. 2, von 1850 bis 1851 hergestellt,
Gesamtstückzahl: 2'700. Zündsystem: Perkussion.
Vorderlader-Revolver, Single Action, normaler Abzug, Kaliber: .44 Sechsschüssige
Trommel, 7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht: 1,850 kg (ungeladen).

Die
bei weitem prächtigste und historisch bedeutsamste Gruppe
von Geschenk-Colts befindet sich nicht in einem amerikanischen Museum
oder dort in Privathand, sondern in der Eremitage in Leningrad.
Zwei
Gruppen von Waffen wurden hergerichtet, 1854 für Zar Nikolaus I.
(die drei hier abgebildeten, goldverzierten Revolver) und etwa fünfzehn
Revolver, Gewehre und Musketen mit gezogenem Lauf für Alexander
II. und seine Brüder (1858).
Die Waffen
mit Goldeinlage wurden von dem Colonel als Ausstellungsstücke benutzt
und dann mit nach Rußland genommen, wo Colt eine Privataudienz
beim Zaren hatte.
Keine der
drei Waffen für Nikolaus trug eine Widmung, dagegen waren alle
Waffen der Gruppe von 1858 beschriftet.
Auf denen
für Alexander ist zu lesen:
»
To His Majesty Alexander 2d /
Emperor of all the Russias /
From the Inventor CoL. Colt «
Colt 1849
Army Dragoon Nr. 3, von 1851 bis 1861 in Hartfort hergestellt,
Gesamtstückzahl: 9'500. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver,
Single Action, normaler Abzug, Kaliber: .44 Sechsschüssige Trommel,
7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht: 1,875 kg (ungeladen). Dies ist ein besonders
schönes Exemplar. Es wurde 1854 dem türkischen Sultan Abdülmecid
geschenkt. (Mit freundlicher Genehmigung —The Metropolitan
Museum of Art—)
.

Kassetten. die aus dem gewohnten Rahmen fielen, spielten eine
Rolle in Colts Bemühungen, seiner Kundschaft Außergewöhnliches
zu bieten. Nur zwei Dreifach-Kassetten finden sich in den Unterlagen,
und beide dienten Sam Colt als Geschenk Sets. Hier sehen wir die eine
mit einem Model 1849 Pocket, einem Model 1851 Navy und einem Sidehammer,
ein Geschenk an Lieutenant Silas Bent.
Der
Leutnant war ein Freund des Erfinders und segelte 1854 zusammen mit
Fregattenkapitän Perry nach Japan. Der Kassettendeckel trägt
eine Widmung, die Waffen nicht.
1856 war Bent
bei Colts Hochzeit Brautführer gewesen, und das geschätzte
Herstellungsdatum der drei Waffen fällt mit diesem Ereignis zusammen.
Colt
1851 Navy, in Hartford hergestellt: 215'348 Stück (1851-1872),
in London hergestellt: 42'000 Stück (1853-1856).
Zündsystem: Perkussion.
Vorderlader-Revolver. Single Action, feststehender Abzug. Kaliber: .36
Sechsschüssige Trommel, Achteckiger 7 1/2-Zoll-Lauf. Gewicht: 1,190
kg (ungeladen).

Ein
Querschnitt der 1851 Navy-Modelle von
den ersten Squareback-Typen bis hin zu denen aus der Bürgerkriegszeit.
Oben links der First Model Squareback mit umgekehrtem
Laufkeil, links darunter der Second Squareback.
In der Mitte der Third Model mit ansetzbarem, als
Feldflasche ausgebildetem Anschlagschaft, rechts darunter
der Fourth Model. Unten rechts ein Exemplar,
das in der Londoner Waffenfabrik hergestellt wurde. Es ist in der Manier
bester britischer Büchsenmacherkunst mit Arabeskengravuren versehen.

Eine
weitere Sammlung von Colts (mit Anschlagschaft): Links ein
verzinnter Second Model Dragoon, der älteste bekannte Colt mit
ansetzbarem Schaft. Daneben ein tadelloser Third Model
Dragoon mit klappbarer Blattkimme. Als dritte von links
ein tadellos erhaltener 1851 Navy, Third Model, mit dem ersten Schaft-Typ
und großem Abzugbügel. Daneben ein weiterer
1851 Navy mit »Flaschen-Schaft«. Bei beiden Waffen befinden
sich Riemenbügel am Schaft und am Abzugbügel. Die vorletzte
Waffe ist ein Prototyp des 1860 Army, zu dessen Bau der Griffrahmen
des 1851 Navy sowie die entsprechende Seriennummer verwendet wurde.
Hinten befindet sich ein Klappvisier. Bei der letzten Waffe
handelt es sich um ein Stück aus einer Doppelkassette, ein früher
Army mit durchgehend ausgekehlter Trommel.
Bis
in die heutige Zeit hinein hat die Firma die Tradition fortgesetzt,
die Colonel Colt begründete, nämlich werbewirksame Ausstellungen
und aufregende Demonstrationen mit gewissem Showeffekt durchzuführen.
Die wohl eindrucksvollste Zurschaustellung war die riesige, ausgefeilte
Vitrine mit über 300 Waffen, die Colt's Beitrag zur Jahrhundert-Ausstellung
von Philadelphia im Jahre 1876 bildete.
Zwei der achtzehn SingleActions in Luxusausführung, die im Mittelpunkt
dieser Präsentation standen, sind hier abgebildet, graviert, vergoldet
und versilbert und mit Elfenbeingriffen.
Die Seriennummern waren in Reihenfolge, 11088 oben und 11089, die Arabesken-
und Randstichgravuren waren jedoch mit Absicht unterschiedlich gestaltet.
Die Nummer 11088 diente der Firma seit ihrer Herstellung im Jahre 1874
als Musterwaffe, bis sie schließlich 1894 verkauft wurde.
Dieses Paar zählt unter den bis jetzt hergestellten 550000 Single-Action-Colts
zu denen, die am geschmackvollsten verziert sind.