Mit freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Quellennachweis des Textes: Quellennachweis der Abbildungen:
© Dominique Venner, Philippe Fossat und Rudy Holst • Amerikanische Revolver & Pistolen •
© R. L. WILSON • COLT - Eine Amerikanische Legende - Kunstwerke in Stahl •

© Jean-Noel Mouret • Revolver & Pistolen

C O L T - An American Legend

Seite 1


 

WAFFEN - EINE AMERIKANISCHE GESCHICHTE

 


Colt, Samuel,
geb. am 19. Juli 1814 in Hartford, Connecticut

Die Wertschätzung der Amerikaner für Waffen läßt sich bis zu den Anfängen der Besiedlung Nordamerikas durch europäische Einwanderer zurückverfolgen. Nach einer schier endlosen Atlantiküberquerung unter rauhesten Bedingungen verlassen sich die ersten Siedler,
die im siebzehnten Jahrhundert das unbekannte, unwirtlich anmutende Land betreten, auf ihre Hakenbüchsen, um sich gegen die allenthalben lauernden Gefahren zu behaupten. Die ersten Begegnungen mit den wahren Amerikanern - den Indianern - erweisen sich schon bald als wenig erfreulich, denn anders als den französischen Siedlern in Kanada gelingt es den englischen Kolonisten nicht, sie sich zu Freunden zu machen.

 

Mit der Bibel in der einen und der Muskete in der anderen Hand vertreten die mit der »Mayflower« ins Land gekommenen Puritaner ihren Anspruch,
das neue von Gott erwählte Volk zu sein, dem die Neue Welt auf alle Ewigkeit zu Füßen liegen müsse.
Für die heidnischen »Wilden« empfinden sie oft nur Widerwillen und Haß.
1662 verüben englische Siedler in Virginia ein Massaker; es folgt eine noch blutigere Unterdrückungskampagne. Doch fünfzig Jahre nach der Ankunft der «Mayflower» versammelt der Oberhäuptling der Wampanoags, eines großen, heute nicht mehr existierenden Indianerstammes an der Atlantikküste, seine Krieger um sich,
um die Eindringlinge zu vertreiben: Damit beginnt der erste Indianerkrieg - der erste und sicherlich blutigste von allen. Zwanzigtausend mit Pfeil und Bogen bewaffnete Rothäute stehen fünfzigtausend Siedlern gegenüber, die mit Musketen und Schwertern ausgerüstet sind. Die Indianer werden vernichtend geschlagen.
Die Überlebenden werden auf die Antillen deportiert und dort als Sklaven verkauft. In den folgenden zwei Jahrhunderten finden noch viele Indianerkriege statt.

Doch für die englischen Siedler in New York, Baltimore oder Philadelphia sind die Indianer nicht der einzige Feind. An der Nordgrenze ihrer Territorien stehen sie den Franzosen aus Kanada in einem erbitterten Krieg gegenüber, der bis zur Niederlage des Marquis de Montcalm vor Quebec im Jahre 1759 ein gutes Jahrhundert dauern soll. Vier Jahre später wird der Sieg der englischen Siedler (und Englands) durch den Vertrag von Paris besiegelt, der der französischen Souveränität im damaligen Neufrankreich ein Ende bereitet. In der Folgezeit kommt es zum Unabhängigkeitskrieg der Siedler gegen England (1775-1782) und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die von den aufständischen Kolonien aufgestellten Milizen werden in ihrem Kampf gegen die Regimenter der englischen Krone von Frankreich unterstützt.

Frühe Siedler auf dem Weg zur Kirche.Die Männer tragen Musketen, um ihre Familie vor Gefahren aller Art zu schützen
Die unabhängigen Kolonien, nunmehr Vereinigte Staaten von Amerika genannt, bieten im darauffolgenden Jahrhundert einem unablässigen Strom von Einwanderern aus Europa eine neue Heimat und dehnen sich nach allen Richtungen aus. Im Süden wird außer mit den Indianern lange Zeit auch mit den Mexikanern um den Besitz des zukünftigen Staates Texas gekämpft.

Die Männer, die hier in den Kampf ziehen, sind Trapper wie Davy Crockett und Abenteurer wie Jim Bowie,
die beiden Helden von Fort Alamo (1836). Sie sind überzeugt, mit der Eroberung amerikanischen Bodens gleichzeitig auch ein Stück Freiheit zu schaffen, und so führen Sie den Kampf auf eigene Rechnung und mit eigenen Waffen.
Sie sind keine Soldaten im Dienste eines Staates.
In den endlosen Weiten des Westens ist die eigene Waffe zu einem unentbehrlichen Ausrüstungsgegenstand für Pioniere, Banditen und Einwanderer geworden, die die «Frontier», die Grenze des von Weißen beherrschten Territoriums, unaufhaltsam bis ans Ufer des Pazifiks ausdehnen. Nicht nur von den Indianern,
sondern auch von der Natur geht eine ständige Bedrohung aus.


In einer Zeit, in der das «Gesetz des Colts» regiert, ist die Waffe ein notwendiger Begleiter zur Bewältigung der eigenen Angst und zum Schutz vor dem schlimmsten aller Feinde - dem Menschen. Über drei Jahrhunderte hinweg ist in Amerika im wahrsten Sinne des Wortes ein jeder sein eigener Herr und vertritt seine Position mit dem Gewehr oder der Pistole in der Hand.
Die ersten Siedler, die Anfang des siebzehnten Jahrhunderts nach Virginia kommen, halten es noch mit der damals üblichen Sitte, nach der das Tragen von Waffen ausschließlich Adeligen vorbehalten ist. Doch die Umstände erfordern eine Aufhebung dieser Regelung. Innerhalb von vier Jahren nach seiner Ankunft bekommt jeder Siedler eine Waffe in die Hand.


Nach dem großen Indianeraufstand und dem Massaker von 1662 werden in Virginia erstmals alle Männer im Alter von sechzehn bis fünfzig Jahren zwangsweise in eine Miliz rekrutiert. Die Miliz bildet das Gegenstück zur regulären Armee und wird von Männern gleich welchen Standes - Bauern, Arbeitern und Adeligen - gebildet,
die ihre Waffe stets in Reichweite haben und allzeit bereit sind, dem Ruf der Sturmglocke Folge zu leisten. Schon nach kurzem verfügt jede der Kolonien über eine solche Bürgerwehr. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wird mit dem Zweiten Zusatz zur Verfassung feierlich anerkannt, daß der Unterhalt einer wohlorganisierten Miliz für die Sicherheit eines freien Staates unabdingbarund das Recht der Bürger auf das Tragen von Waffen unverletzbar seien.


Nach dem kalifornischen Goldrausch des Jahres 1848 versucht jeder, einer Pistole oder, besser noch, eines Revolvers habhaft zu werden,
dessen Erfindung auf eben diese Zeit zu Beginn der Eroberung des «Wilden Westens» zurückgeht. Mit dem Revolver am Gürtel oder in der Tasche hat man die Hände frei, um zu arbeiten oder die Zügel zu halten.
Das blutige Image des Westens ist in Wirklichkeit eine Erfindung der damaligen Journalisten und heutigen Filmemacher. Obgleich hier jeder eine Waffe trägt,
geht es friedlicher zu als in den Industriestädten. Für die geringe Mordrate ist außerdem ein praktischer Grund anzuführen. Anders als uns Wildwestfilme glauben machen,
ist es alles andere als einfach, einen Menschen mit dem Revolver niederzustrecken. Die außergewöhlichen Schießkünste der Leinwandhelden gehören eben ... ins Kino.
Nicht nur in den Vereinigten Staaten blickt man heute mit Wehmut auf diese große Zeit zurück. Dies mag die Begeisterung für alte Revolver erklären - für jene Zeugen und Symbole eines freieren, stolzeren Lebens.

KALIBER

LAUFLÄNGEN

   
Die Kaliberangaben erfolgen in Amerika traditionsgemäß in Hundertstel Zoll, In Amerika werden die Lauflängen üblicherweise in Zoll,
in Europa hingegen in Millimeter. in Europa hingegen in Millimeter angegeben.
Hier eine Umrechnungsübersicht der Kaliberbezeichnungen, auf der Basis von 1 Zoll = 25,4 mm: Hier eine Umrechnungsübersicht auf der Basis von 1 Zoll = 25,4 mm:
USA
EUROPA
.22
5,60 mm
.25
6,35 mm
.30
7,62 mm
.32
8,10 mm
.38
9,00 mm
.44
11,17 mm
.45
11,43 mm
   
   
   
   
   
USA
EUROPA
2 Zoll
51 mm
2 1/2 Zoll
63,5 mm
3 Zoll

76 mm

4 Zoll
101 mm
4 1/2 Zoll
114 mm
5 Zoll
127 mm
6 Zoll
152 mm
6 1/2 Zoll
165 mm
7 Zoll
178 mm
7 1/2 Zoll
190 mm
8 Zoll
203 mm
9 Zoll
229 mm


Die Entwicklung der ersten amerikanischen Revolver durch Samuel Colt wäre nicht möglich gewesen ohne die Flut von Erfindungen, die es seit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts auf diesem Gebiet gegeben hat. Die wohl wichtigste ist ein Zündsystem mit Hilfe von Knallquecksilber, das der schottische Geistliche Alexander Forsyth,
ein begeisterter Jäger und Hobby-Büchsenmacher, im Jahre 1805 entwirft.
1818 kommen Francois Prelat und Josuah Shaw unabhängig voneinander auf die Idee, ein Zündplättchen in eine kleine, zylindrische Kapsel aus dünnem Kupferblech einzulegen und diese mit einem Tropfen Gummi dicht zu verschließen. Dieses Zündhütchen wird auf den Zündkanal der Waffe (eine kleine vorstehende Röhre,
die mit der Zündkammer in Verbindung steht) gesetzt, wo es durch das Aufschlagen des Hammers zerquetscht und die Ladung so entzündet wird. Damit ist die Perkussionswaffe geschaffen. Gegenüber früheren Steinschloßsystemen ist sowohl das Laden als auch die Zündung deutlich vereinfacht.

Die Erfindung des Zündhütchens ermöglicht die Entwicklung des Vorfahren unseres heutigen Revolvers, der sogenannten „Pepperbox", um das Jahr 1820.
Hierbei handelt es sich um eine Waffe mit mehreren, rings um eine Achse montierten oder gebohrten Läufen - daher auch der deutsche Ausdruck Bündelrevolver.
Bei den allerersten Modellen dieser Gattung müssen die Läufe noch - wie bei einer Pfeffermühle - mit der Hand weitergedreht werden. Gegenüber diesem primitiven System weist der erste Colt Paterson-Revolver von 1836 vier wesentliche Verbesserungen auf.
Er besitzt eine kurze Trommel mit mehreren Kammern, der nur ein einziger Lauf gegenübersteht. Dadurch ist die Waffe wesentlich handlicher, leichter und ausgewogener.
Indem der Hahn - mit der Hand - gespannt wird, erfolgt automatisch die Drehung der Trommel und die exakte Ausrichtung der einzelnen Kammern hinter dem Lauf.
Dieser Mechanismus wird als „Single Action" bezeichnet. Auch die automatische Trommelverriegelung ist an das Spannen des Hahns gekoppelt. Die Pistons oder Zündkanäle (auf denen die Zündhütchen plaziert werden) sind so voneinander getrennt, daß beim Explodieren eines Zündhütchens die anderen nicht mitgezündet werden.


Colt Walker 1847 Army, Gesamtstückzahl ca. 1'100. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver.
Single Action, feststehender Abzug. Kaliber: .44 Sechsschüssige Trommel. 9-Zoll-Lauf. Gewicht: 2,1 kg (ungeladen).


 


Ein geradezu klassisches Stück unter den Colts ist die Nr. 1022, der einzige bekannte Walker in Original-Kassette. Der Revolver mit 9"-Lauf (22,86 cm) und einem Gewicht von 2069,5 g wurde im Jahre 1847 durch die New Yorker Händler Blunt & Syms an einen dänischen Kapitän verkauft.
Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er nach Amerika zurück. Seitdem ist der Revolver in allen wichtigen Texten über Colt-Waffen abgebildet worden und diente als Schlüssel zur genaueren Identifizierung der Walker-Pulverflasche, der Kugelgießform und des fragezeichenförmigen Mehrzweckwerkzeuges.
Die Kassette aus Eichenholz ist mit Filz ausgeschlagen.
In dem Fach links befindet sich eine Karte mit einer Anmerkung in Sam Colts Handschrift:
»Dieser Revolver ist ein identisches Exemplar der Waffen, die an die US-Regierung und an die Texas Rangers (unter dem Befehl von) Capn Walker geliefert werden.«


Colt Paterson Belt Model, von 1836 bis 1840 in Paterson (New Jersey) hergestellt. Gesantstückzahl : ca. 2'600.
Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver. Single Action, versenkbarer Abzug.
Kaliber: .31 ( Standard in Kaliber .36). Fünfschüssige Trommel. 5-Zoll-Lauf.


 

 

 

Zusammenpassende Paare von Revolvern in einer Kassette waren Teil der Paterson-Modellpolitik,
sind jedoch ziemlich selten. Nur eine Handvoll davon hat überlebt. Diese Modelle Nr. 3 haben einen zusätzlichen 12"-Lauf, den man an beiden Waffen ansetzen kann, dazu für jede Waffe eine Extra-Trommel. Der Erhaltungszustand ist nahezu einwandfrei. Alles Zubehör ist vorhanden,
einschließlich des Kassettenschlüssels.

 

 

 

 

 

 


Als das Nonplusultra aller Paterson-Colts wird allgemein dieses passende Paar Nr. 5 Holster
oder Texas angesehen. Es stammt aus dem Besitz von Lincolns Außenminister W. H. Seward.
Bei der Entdeckung durch Sammler waren die Trommeln noch geladen. Es bestehen jedoch Zweifel,
ob je aus einer der Waffen ein Schuß abgefeuert wurde. Deutlich zu erkennen ist die hohe Qualität der paßgenauen Verarbeitung und der Oberflächenbearbeitung.

Die hübsche Sprenkelung des Rahmens ist das Ergebnis der ersten bekannten Bunthärtung von Colt.

 

 

 

 

 

Colt beschrieb dieses einzigartige Experiment als »eine Kombination aus Bowie-Messer und Repetierpistole.« Am Hahn befand sich kein Sporn, aber der freistehende Abzug diente zum Spannen, Weiterdrehen und Abfeuern. (»double action« - Spannabzug).
Der Griffbügel schützte die Hand vor Säbelhieben und diente abgeklappt als Ladebügel.

Der Rahmen war geschlossen, so daß auch kein Laufkeil vorhanden war.
Die Trommel war sechsschüssig im Kaliber .38, die Lauflänge betrug 6".
Colts eigene Aqurellzeichnung verrät einen vereinfachten inneren Mechanismus,
bei dem immer noch die V-förmige Hauptfeder vorhanden ist.

 

 

 

 

 



Eine Zusammenstellung von Baby Dragoon und Model 1849 Pocket.

Oben links und rechts Varianten des Baby Draggon in fast neuwertigem Zustand.
In der Mitte links ein früher Model 1849 Pocket mit Arabeskengravur aus dem Jahre 1851-1852.
Der Revolver mit dem 4"-Lauf links darunter muß auf Grund der feineren Gravur und der höheren Seriennummer auf einen späteren Herstellungszeitpunkt datiert werden.

Bei der Waffe in der Mitte rechts handelt es sich um den beliebten Untertyp Wells Fargo,
und unten rechts einen späten Model 1849 in besserer Ausführung und mit britischem Prüfstempel
(auf dem Lauf und auf dem hinteren Trommelende).

 

 

 

 

Colt 1848 Army Dragoon Nr. 1, von 1848 bis 1849 in Hartford hergestellt, Gesamtstückzahl: 7'000. Zündsystem: Perkussion,
Vorderlader-Revolver, Single Action, feststehender Abzug, Kaliber: .44 Sechsschüssige Trommel, 7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht : 1,850 kg (ungeladen).


 




Dragoons sind selten auf zeitgenössischen Photos zu sehen, von einem Walker ist kein einziges und von einem Paterson nur ein Photo bekannt. Vielleicht ist der stolze Besitzer jener junge Mann, von dem in einer Grabsteininschrift die Rede ist,
die in einer Zeitung in San Diego im 19. Jahrhundert veröffentlicht wurde:


Hier liegt Jeems Humbrick begraben,
der ungewollt von einem jungen Mann
am Ufer des Pacus-Flusses erschossen wurde.
Er wurde irrtümlich mit einem
der großen Colt-Revolver getötet
die keine Sperre für den Hahn besitzen.
Es war einer von der altmodischen Art
der ihn ins Himmelreich brachte.






Colt 1849 Army Dragoon Nr. 2, von 1850 bis 1851 hergestellt, Gesamtstückzahl: 2'700. Zündsystem: Perkussion.
Vorderlader-Revolver, Single Action, normaler Abzug, Kaliber: .44 Sechsschüssige Trommel, 7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht: 1,850 kg (ungeladen).


 

 



Die bei weitem prächtigste und historisch bedeutsamste Gruppe von Geschenk-Colts befindet sich nicht in einem amerikanischen Museum oder dort in Privathand, sondern in der Eremitage in Leningrad.

Zwei Gruppen von Waffen wurden hergerichtet, 1854 für Zar Nikolaus I. (die drei hier abgebildeten, goldverzierten Revolver) und etwa fünfzehn Revolver, Gewehre und Musketen mit gezogenem Lauf
für Alexander II. und seine Brüder (1858).

Die Waffen mit Goldeinlage wurden von dem Colonel als Ausstellungsstücke benutzt und dann
mit nach Rußland genommen, wo Colt eine Privataudienz beim Zaren hatte.

Keine der drei Waffen für Nikolaus trug eine Widmung, dagegen waren alle Waffen der Gruppe
von 1858 beschriftet.

Auf denen für Alexander ist zu lesen:

»To His Majesty Alexander 2d / Emperor of all the Russias / From the Inventor CoL. Colt«





Colt 1849 Army Dragoon Nr. 3, von 1851 bis 1861 in Hartfort hergestellt, Gesamtstückzahl: 9'500. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver, Single Action,
normaler Abzug, Kaliber: .44 Sechsschüssige Trommel, 7 1/2-Zoll-Lauf, Gewicht: 1,875 kg (ungeladen). Dies ist ein besonders schönes Exemplar.
Es wurde 1854 dem türkischen Sultan Abdülmecid geschenkt. (Mit freundlicher Genehmigung The Metropolitan Museum of Art)


.

 

 




Kassetten. die aus dem gewohnten Rahmen fielen, spielten eine Rolle in Colts Bemühungen, seiner Kundschaft Außergewöhnliches zu bieten. Nur zwei Dreifach-Kassetten finden sich in den Unterlagen,
und beide dienten Sam Colt als Geschenk Sets. Hier sehen wir die eine mit einem Model 1849 Pocket,
einem Model 1851 Navy und einem Sidehammer, ein Geschenk an Lieutenant Silas Bent.

Der Leutnant war ein Freund des Erfinders und segelte 1854 zusammen mit Fregattenkapitän Perry
nach Japan. Der Kassettendeckel trägt eine Widmung, die Waffen nicht.

1856 war Bent bei Colts Hochzeit Brautführer gewesen,
und das geschätzte Herstellungsdatum der drei Waffen fällt mit diesem Ereignis zusammen.

 

 

 

 

Colt 1851 Navy, in Hartford hergestellt: 215'348 Stück (1851-1872), in London   hergestellt:   42'000 Stück (1853-1856). Zündsystem: Perkussion.
Vorderlader-Revolver. Single Action, feststehender Abzug. Kaliber: .36 Sechsschüssige Trommel, Achteckiger 7 1/2-Zoll-Lauf. Gewicht: 1,190 kg (ungeladen).



 



Ein Querschnitt der 1851 Navy-Modelle von den ersten Squareback-Typen bis hin zu denen aus der Bürgerkriegszeit. Oben links der First Model Squareback mit umgekehrtem Laufkeil,
links darunter der Second Squareback. In der Mitte der Third Model mit ansetzbarem,
als Feldflasche ausgebildetem Anschlagschaft, rechts darunter der Fourth Model.

Unten rechts ein Exemplar, das in der Londoner Waffenfabrik hergestellt wurde.
Es ist in der Manier bester britischer Büchsenmacherkunst mit Arabeskengravuren versehen.

 


 

 

 

 

 

 

Eine weitere Sammlung von Colts (mit Anschlagschaft): Links ein verzinnter Second Model Dragoon,
der älteste bekannte Colt mit ansetzbarem Schaft. Daneben ein tadelloser Third Model Dragoon mit klappbarer Blattkimme. Als dritte von links ein tadellos erhaltener 1851 Navy, Third Model, mit dem ersten Schaft-Typ und großem Abzugbügel. Daneben ein weiterer 1851 Navy mit »Flaschen-Schaft«.

Bei beiden Waffen befinden sich Riemenbügel am Schaft und am Abzugbügel.
Die vorletzte Waffe ist ein Prototyp des 1860 Army, zu dessen Bau der Griffrahmen des 1851 Navy
sowie die entsprechende Seriennummer verwendet wurde. Hinten befindet sich ein Klappvisier.
Bei der letzten Waffe handelt es sich um ein Stück aus einer Doppelkassette,
ein früher Army mit durchgehend ausgekehlter Trommel.

 

 

 

 

 

 

 

Bis in die heutige Zeit hinein hat die Firma die Tradition fortgesetzt, die Colonel Colt begründete, nämlich werbewirksame Ausstellungen und aufregende Demonstrationen mit gewissem Showeffekt durchzuführen.
Die wohl eindrucksvollste Zurschaustellung war die riesige, ausgefeilte Vitrine mit über 300 Waffen, die Colt's Beitrag zur Jahrhundert-Ausstellung von Philadelphia im Jahre 1876 bildete.
Zwei der achtzehn Single-Actions in Luxusausführung, die im Mittelpunkt dieser Präsentation standen, sind hier abgebildet, graviert, vergoldet und versilbert und mit Elfenbeingriffen.

Die Seriennummern waren in Reihenfolge, 11088 oben und 11089, die Arabesken- und Randstichgravuren waren jedoch mit Absicht unterschiedlich gestaltet.
Die Nummer 11088 diente der Firma seit ihrer Herstellung im Jahre 1874 als Musterwaffe,
bis sie schließlich 1894 verkauft wurde.
Dieses Paar zählt unter den bis jetzt hergestellten 550.000 Single-Action-Colts zu denen,
die am geschmackvollsten verziert sind.

 

 

Colt 1860 Army, von 1860 bis 1873 in Hartford hergestellt. Gesamtstückzahl: 200'500. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver.
Single Action, festehender Abzug. Kaliber: .44 Sechsschüssige, zylindrische Trommel. Runder 8-Zoll-Lauf (auch 7 1/2-Zoll). Gewicht: 1,220 kg (ungeladen).




 

 

Colt 1862 Police, von 1861 bis 1872 in Hartford hergestellt. Gesamtstückzahl: 47'000. Zündsystem: Perkussion. Vorderlader-Revolver.
Single Action, feststehender Abzug. Kaliber: .36 Halbgeflutete, fünfschüssige Trommel. Runder 6 1/2-Zoll-Lauf (auch mit 4 1/2- und 5 1/2-Zoll-Lauf).

 

 

 

 

 

 

 


Sam Colt honorierte jede angemessene Bitte um Sonderanfertigungen, die sich gewöhnlich auf Oberflächenbearbeitung, Gravierungen, Lauflängen oder Griffe bezogen.
Das Pocket-Modell mit zweitem Lauf ist eine der ungewöhnlicheren und ausgefalleneren Sonderanfertigungen. Die Läufe in den Längen 4" und 6" waren poliert und wurden jeweils genau an Rahmen und Trommel angepaßt. Sie sind mit identischen Seriennummern versehen.

Auf dem Griffrücken befindet sich die Widmung
»Presented to Lieut. Jus. Somers M. P. by his friends of the 19th Ward Philada«
und auf dem Griff das Datum August 1854.Somers hatte einen Dieb dingfest gemacht,
der der Pennsylvania Rail Road Company 5'000 $ gestohlen hatte.
Das Geschenk war als Dank und Anerkennung gedacht.

 

 

 

Colt 1873 Single Action Army (Cavalry Model), ab 1873 hergestellt. Gesamtstückzahl von 1873 bis 1940 (incl. Artillery Model): 310'386). Single Action, Kaliber: .45 Zentralfeuer. Sechsschüssige Trommel. Geschlossener Rahmen. Entlang des Laufs montierte Hülsenausstoßer. Runder 7 1/2-Zoll-Lauf.


 

 

Colt 1873 Single Action Army (Artillery Model). Gleiche Eigenschaften wie Model-Cavalry, jedoch mit 5 1/2-Zoll-Lauf.


 

 

Eine Sammlung von Untertypen des Single Action Army.

Oben links die Seriennummer 114, das erste bekannte Exemplar mit Gravierung.
Als die Waffe 1874 verkauft wurde, war sie vergoldet und vernickelt,
heute ist davon nicht mehr viel zu sehen.
Oben rechts ein Luxusmodell aus dem Colt-Sortiment für die Jahrhundertausstellung von 1876.
Als dritter von oben ein Revolver, der vertragsgemäß an die US-Regierung geliefert wurde.
Das Monogramm des Prüfers ist auf dem Griff sichtbar D. F. C. (David F. Clark).

In der Mitte rechts ein sogenanntes Sheriff- oder Storekeeper-Modell,
ohne Ausstoßerstange mit sogenannten »Adler«-Griffen.
Der vergoldete und versilberte Revolver unten links hat eine der üblichen Lauflängen (5 1/2")
und einen Elfenbeingriff mit eingeschnitztem Stierkopf.
Unten rechts ein Revolver aus der späteren Produktionsphase mit reicher Arabeskengravur,
Kaliber .357 Magnum (Prägung auf dem Lauf).
Unten ein hervorragend erhaltener Target mit seltenem,
langem Griff aus Walnuß mit feinem Fischhautmuster.

 

 

Colt Single Action Army, (sehr seltenes Exemplar)
mit flach gefräster Brücke in Scheibenausführung ohne Hülsenausstoßer, Kaliber: .38, 7 1/2-Zoll-Lauf.





 

Colt 1878 Frontier "Thunderer" Double Action, ab 1878 bis 1905 hergestellt. Gesamtstückzahl: 48'000 (incl. "Lightning" Model).
Exestiert in mehreren Kalibern von .32-20 WCF bis .476 Eley. Sechsschüssige Trommel. Geschlossener Rahmen.
Entlang des Laufs montierter Hülsenausstoßer. Varianten: 4 3/4-Zoll-Lauf und 7 1/2-Zoll-Lauf.


 

 

Eine Kassette mit zwei Revolvern!

 


Modell 1861 Navy, als Revolverpaar in einer Kassette.
Auf den Griffrücken tragen sie den Namen des Stahlherstellers Thomas Firth & Son, Sheffield. »Mark Firth, Esq. - From President of Colts P.F.A. Mfg. Co.«
(Mit freundlicher Genehmigung —Ministry of Defence Pattern Room—)

 

 

 

 

 

 

 

Die einundzwanzig radförmig angeordneten Revolver geben nur einen kleinen Vorgeschmack
auf die unendlich vielen Merkmale des »SINGLE ACTION« wieder. Alle haben einen 7 1/2-Zoll-Lauf.
Das Spektrum der Oberflächenbearbeitung reicht von der Standard-Brünierung und Bunthärtung
über Gold und Silber, Gold und Nickel, Gold und Brünierung bis hin zu Vollnickel.

Die Griffe zeigen die meisten erhältlichen Varianten:
Hartgummi (Adler- und Fohlen-Motiv), Elfenbein (geschnitzt oder glatt), versilberte Bronze
(»Tiffany-Griffe), Walnuß, glatt oder mit Fischhautmuster (lasiert oder geölt, ein- oder zweiteilig);

unten in der Mitte ein Open Top .44 (ein Vorgängermodell)

und im Bereich 7-8 Uhr einige Bisleys, (nach dem berühmten Schiessplatz in Grossbritannien benannt),
eine Wettkampfwaffe, der einen grossen Griff und Scheibenvisierung besass.

 




 

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