Diese Übersicht basiert auf Veröffentlichungen, Illustrationen und Dokumentarfotos des Naval Historical Center,
der Bibliothek des Kongresses und des U.S. Nationalarchivs (NARA).

Bearbeitet von E. Liebe, RAG Militärgeschichte, 85077 Manching


Die Schiffe im Bürgerkrieg

 

Seite 5

 

 

CSS MANASSAS

Technische Daten:  
Länge: 13,6 m
Breite: 10,1 m
Tiefgang: 5,2 m
Tonnage: 387 Tonnen
Geschwindigkeit: ?
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 1 × 64-Pfünder Dahlgren, später
  durch 1 × 32-Pfünder ersetzt
Besatzung: 36 Mann

 

 

Der Schraubendampfer ENOCH TRAIN wurde 1855 von J. O. Curtis in Medford, Massachusetts, gebaut und am Anfang des Krieges in ein gepanzertes Rammschiff umgebaut, das als Kaperschiff eingesetzt werden sollte. Dieses schnelle, schwer gepanzerte Schiff ragte nur etwa 60 cm aus dem Wasser und hatte eine Form,
die Geschosse wirkungslos abprallen ließ. Spione der Union bezeichneten sie als „Höllenmaschine“.
Nach ihrer Indienststellung als privates Kaperschiff (Privateer) am 12. September 1861 unter dem Namen MANASSAS wurde sie im Unterlauf des Mississippi eingesetzt.
Als sie bei Head of Passes am 12. Oktober 1862 bei einem Rammangriff schwer beschädigt worden war, mußte sie sich unter schwerem Feuer zurückziehen.
Nach ihrer Instandsetzung wurde sie zwei Monate später von der konföderierten Regierung gekauft und in die CS Navy eingegliedert.
Als die Unionsflotte unter Admiral Farragut am 24. April 1882 in den Mississippi lief, um New Orleans einzunehmen, griff die CSS MANASSAS die USS PENSACOLA, MISSISSIPPI und BROOKLYN an und rammte die beiden letztgenannten, ehe sie auf Grund lief. Nun wurde sie von der USS MISSISSIPPI manövrierunfähig geschossen, und die Besatzung mußte das brennende Schiff verlassen. Es trieb den Fluß hinunter, explodierte und sank.

 

CSS NASHVILLE

Technische Daten:  
Länge: 82,6 m
Breite: 19,0 m
Tiefgang: 4,0 m
Tonnage: ?
Geschwindigkeit: ?
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 3 × 7-Inch Geschütze (gezogene Rohre)
  1 × 24-Pfünder
Besatzung: ?

 

 

Die große Radkorvette wurde 1864 von den Konföderierten in Montgomery, Alabama, gebaut und zu ihrer Fertigstellung nach Mobile, Alabama gebracht.
Nach der Seeschlacht von Mobile Bay am 6. August 1864, an der sie nicht teilnahm, wurde sie nicht mehr fertig gebaut,
sondern ausgeschlachtet und am 10. Mai 1865 an die Unionstruppen übergeben.
In einer Beurteilung von 1866 wurde sie wegen des Gewichts der geplanten Panzerung als „nicht seegängig“ bezeichnet und am 22. November 1867 verkauft.

 

CSS PALMETTO STATE

Technische Daten:  
Länge: 45,7 m
Breite: 10,4 m
Tiefgang: 4,3 m
Tonnage: ?
Geschwindigkeit: 6 Knoten (11,1 km/h)
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 2 × 7-Inch Geschütze (gezogene Rohre)
  2 × 9-Inch Glattrohrkanonen
Besatzung: ?

 

 

Das gepanzerte Rammschiff wurde 1862 von Cameron and Co. in Charleston, South Carolina, gebaut im September 1862 als CSS PALMETTO STATE in Dienst gestellt.
Die Panzerung bestand aus 10 cm dicken Eisenplatten, dahinter befand sich eine 56 cm dicke Holzschicht. Im Morgengrauen des 31. Januar 1863 schlich sich die
PALMETTO STATE
zusammen mit ihrem Schwesterschiff CSS CHICORA an die Blockadeschiffe vor Charleston an und rammte und beschoß die USS MERCEDITA,
die sich ergeben mußte. Danach griff sie die USS KEYSTONE STATE mit Sprenggranaten an, so daß diese beschädigt und in Sicherheit geschleppt werden mußte.
Nach weiteren Feuergefechten mit den Blockadeschiffen zogen sich die beiden Rammschiffe in den Hafen von Charleston zurück.
Die PALMETTO STATE beteiligte sich noch an der Verteidigung von Charleston vom 1. – 7. April 1863
und wurde schließlich bei der Evakuierung von Charleston am 18. Februar 1865 in Brand gesetzt.

 

CSS RICHMOND

Technische Daten:  
Länge: 48,8 m
Breite: 10,7 m
Tiefgang: 4,0 m
Tonnage: ?
Geschwindigkeit: 6 Knoten (11,1 km/h)
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 4 × Glattrohrkanonen (2 auf jeder Seite)
  2 × Granatwerfer und 1 Spierentorpedo
Besatzung: 160 Mann

 

 

Das gepanzerte Rammschiff wurde 1862 in der Gosport (Norfolk) Marinewerft nach den Plänen von John L. Porter mit Spendengeldern und Eisensammlungen
aus Virginia gebaut, da die Bevölkerung vom ersten Rammschiff CSS VIRGINIA sehr beeindruckt war. So wurde das Schiff häufig auch als VIRGINIA II oder
YOUNG VIRGINIA
bezeichnet. (Die wirkliche VIRGINIA II lief erst einige Monate später von Stapel.)
Direkt nach dem Stapellauf am 6. Mai mußte das Schiff den James River hinauf nach Richmond geschleppt werden, denn Norfolk fiel wieder in die Hände der Union.
Nach der Fertigstellung in Richmond wurde das Schiff im Juli 1862 als CSS RICHMOND in Dienst gestellt. Wie bei der CSS PALMETTO STATE
bestand die Panzerung aus 10 cm dicken Eisenplatten, dahinter befand sich eine 56 cm dicke Holzschicht.
Im Jahr 1863 und in der ersten Hälfte des Jahres 1864 war es am James River relativ ruhig, und so erlebte die RICHMOND ihre ersten Einsätze
erst ab 13. August 1864 und im Herbst dieses Jahres. Als Unionstruppen auf die Hauptstadt vorrückten und diese evakuiert werden mußte,
ließ der Geschwaderkommodore, Admiral Raphael Semmes, die RICHMOND am 3. April 1865 zerstören.

 

CSS SHENANDOAH

Technische Daten:  
Länge: 70,1 m
Breite: 9,7 m
Tiefgang: 6,3 m
Tonnage: 11.601 Tonnen
Geschwindigkeit: 9 Knoten (16,7 km/h) (unter Dampf)
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 4 × 8-Inch Glattrohrkanonen
  2 × 32-Pfünder  2 × 12-Pfünder
Besatzung: 109 Mann

 

 

Das Segelschiff mit Hilfsmotor SEA KING war am River Clyde, Schottland, als britischer Truppentransporter gebaut und 1864 von den Konföderierten gekauft worden.
Am 8. Oktober segelte es „in Richtung Bombay“, traf sich aber in Funchal, Madeira, mit dem Dampfer LAUREL der das Personal und das Material für die Umrüstung
in einen Handelsstörer an Bord hatte.
Das Schiff wurde dann als CSS SHENANDOAH in Dienst gestellt und sollte unter Kapitänleutnant J.I. Waddell gegen Handelsschiffe der Union im Indischen Ozean
und im nördlichen Pazifik operieren. Waddell erfuhr erst am 23. Juni 1865 von der Kapitulation General Lee’s bei Appomattox, setzte aber seine Kaperfahrt trotzdem fort,
bis er am 2. August erfuhr, daß der Krieg seit vier Monaten beendet war. Er ließ nun alle Waffen ausbauen und segelte nach Liverpool, Großbritannien,
wo er die SHENANDOAH an die britischen Behörden übergab, die sie ihrerseits wieder den Vereinigten Staaten übereigneten.

 

CSS SQUIB

Technische Daten:  
Länge: 14 m
Breite: 2,5 m
Tiefgang: 1,1 m
Tonnage: ?
Geschwindigkeit: ?
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: Spieretorpedo mit Aufschlagzünder
Besatzung: 6 Mann

 

 

Das auch unter dem Namen INFANTA bekannte kleine Torpedoboot wurde 1864 von der CS Navy übernommen und war im James River eingesetzt.
In der Nacht vom 9. April 1864 fuhr Kapitän H. Davidson mit ihr durch die Unionsflotte vor New Port News, Virginia, und griff die USS MINNESOTA an.
Die Mine (53 Pfund Pulverladung) explodierte zu nahe an der Wasserlinie, so daß kein größerer Schaden entstand.
Hunter wurde für diesen tapferen Einsatz zum Fregattenkapitän befördert, über den Verbleib des Bootes ist nichts bekannt.

 

CSS STONEWALL

Technische Daten:  
Länge: 52,4 m
Breite: 9,9 m
Tiefgang: 4,3 m
Tonnage: 900 Tonnen
Geschwindigkeit: 10 Knoten (18,5 km/h)
Rumpf: Eisen/Holz
Bewaffnung: 3 × 300-Pfünder, 2 × 70-Pfünder
 Besatzung: ?

 

 

Dieses schwer gepanzerte, hochseefähige Rammschiff wurde von L. Arman von 1863 – 1864 in Bordeaux, Frankreich, für die Regierung der Konföderierten Staaten gebaut. Als die Union intervenierte, wurde das SPHINX genannte Schiff an Dänemark verkauft, die es im Deutsch-Dänischen Krieg einsetzen wollten.
Doch bevor das Schiff in Dänemark ankam, war der Krieg beendet, und Dänemark gab die SPHINX an die Werft zurück.
Diese verkaufte sie schließlich doch an die Südstaaten. Kapitän z.S. T. J. Page übernahm im Dezember 1864 das Schiff in Kopenhagen, um damit zur Aufnahme von Nachschubgütern in die Quiberon Bucht vor Frankreich zu dampfen. Es hieß nun CSS STONEWALL, doch auf dieser Fahrt hatte das Schiff zur Tarnung die Namen STAERKODDER und OLINDE. Da noch Versorgungsgüter fehlten, wollte der Kapitän nach Madeira und fuhr in einen schweren Sturm, der ihn zwang, Ferrol in Spanien anzulaufen, um dort erforderliche Reparaturen vornehmen zu lassen und um Kohle zu bunkern. Vor Coruna, nur etwa 9 Seemeilen entfernt, waren aber die Kriegsschiffe USS NIAGARA und SACRAMENTO aufgetaucht. Am 24 März 1865 brach die STONEWALL aus dem Hafen aus und wollte sich dem Kampf stellen.

Zu ihrer Schande nahmen die Schiffe der Union den Kampf aber nicht an, da sie der Meinung waren, daß die STONEWALL zu stark bewaffnet war.
Die STONEWALL erreichte am 6. Mai Nassau, New Providence, fuhr nach Havanna, Kuba, weiter und erfuhr dort vom Ende des Krieges.
Kapitän Page übergab das Schiff an den Generalkapitän von Kuba und erhielt dafür Geld, um seine Besatzung auszahlen zu können.
Im Juli 1866 überließ Kuba das Schiff freiwillig der Regierung der Vereinigten Staaten, die es später an Japan verkauften, die es als HIJMS AZUMA in Dienst stellten

 

CSS STONEWALL JACKSON

Technische Daten:  
Bewaffnung: 1 × 32- oder 24-Pfünder
Besatzung: 30 Mann
  keine weiteren Daten verfügbar

 

 

Der Raddampfer wurde für die Flußverteidigungsflotte (River Defense Fleet) der Konföderierten zu einem Rammschiff umgebaut und im März 1862
als CSS STONEWALL JACKSON in Dienst gestellt. Sie versah ihren Dienst auf dem Mississippi unterhalb von New Orleans.
Als Flaggoffizier Farragut mit der Unionsflotte an den Flußforts (Forts Jackson und St. Philip) vorbeizog, rammte die STONEWALL JACKSON das Kanonenboot
USS VARUNA und versenkte es. Da sie dabei von fünf Granaten der VARUNA beschädigt worden war, wurde sie von der USS ONEIDA ans Ufer gejagt und verbrannt.

 

CSS TALLAHASSEE

Technische Daten:  
Länge: 67,1 m
Breite: 7,3 m
Tiefgang: 4,3 m
Tonnage: 500 Tonnen
Geschwindigkeit: 17 Knoten (31,5 km/h)
Rumpf: Holz
Bewaffnung: 3 Geschütze
Besatzung: 120 Mann

 

 

Die TALLAHASSEE war der Blockadebrecher ATLANTA. Dieser war in Großbritannien gebaut worden und hatte schon mehrmals die Blockade bei Wilmington,
North Carolina, durchbrochen. Nach dem Ankauf durch die Konföderierten wurde er zu einem Handelsstörer umgebaut und 1864 als CSS TALLAHASSEE in Dienst gestellt.
Am 6. August 1864 durchbrach sie unter Fregattenkapitän John Taylor Wood die Blockade und dampfte im Atlantik bis nach Halifax, Kanada, um Kohle zu bunkern,
die ihr aber verweigert wurde. So war sie gezwungen, in ihren neuen Heimathafen zurückzukehren, wo sie am 25. August eintraf.
Während ihrer 19tägigen Fahrt hatte sie 26 Schiffe gekapert und verbrannt, fünf als Prisen genommen und zwei wieder freigelassen.

Nach einer Umbenennung in CSS OLUSTEE unternahm sie am 29. Oktober erneut eine Kaperfahrt, die bis 7. November dauerte und auf der sie sechs Schiffe kaperte
und zerstörte. Danach wurden ihre Geschütze ausgebaut, und sie wurde wieder als Blockadebrecher eingesetzt, diesmal als CSS CHAMELEON.
Sie nahm auf den Bermudas Proviant für die konföderierte Armee an Bord, schaffte es diesmal aber nicht, die Blockade zu durchbrechen und fuhr nach Großbritannien.
Von den englischen Behörden wurde sie dann an die Vereinigten Staaten übergeben.

 

USS TENNESSEE

Zur Beschreibung des Schiffes siehe unter CSS TENNESSEE


CSS VIRGINIA

Zur Beschreibung des Schiffes siehe „Hampton Roads“ unter „Schlachten“
(auch unter USS MERRIMACK)

Weiterführende Links:
"Krieg auf dem Wasser", "Mobile Bay" - zusammengefaßt unter -
„Schlachten“

 

 

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