Nichtoffizielle Uniformen

Armee der Union

Die folgenden kurzen Erläuterungen handeln von einigen (würde sonst den Rahmen dieser Seite sprengen) nicht abgebildeten Regimentsuniformen und Uniformen
diverser Korpsabteilungen; es sind Uniformen, die nicht den offiziellen Dienstvorschriften entsprachen, mit denen aber ganze Regimenter eingekleidet worden waren.

10. New York-Regiment (National-Zuaven)
Trug ursprünglich dunkelbraune Zuaven-Uniformen mit rotem Besatz; im Oktober 1861 wurden neue Uniformen eingeführt; dunkelbraune Röcke mit rotem Besatz,
rote Westen und hellblaue, rotbesetzte Hosen. Die Kopfbedeckung war ein Fes, und an den Beinen trug man weiße, hohe Segeltuchgamaschen.
Die Uniform sollte »bequem, aber nicht zu locker sitzen«.

13. New York-Regiment
Die Soldaten dieses Regiments mußten zur 1. Schlacht am Bull Run in erbärmlich schlechten Uniformen antreten, die
»in aller Eile in Auftrag gegeben und ebenso hastig« von einem skrupellosen Vertragsschneider gefertigt wurden.
Die schmutziggrauen Uniformen wurden von den Soldaten als »Sträflingskleider« bezeichnet.
Die Qualität war so schlecht, daß die Uniformen bereits nach allerkürzester Zeit in Fetzen hingen.

5. Massachusetts-Regiment
In den ersten Kriegsmonaten plagten sich die Soldaten mit schwarzen Überziehern aus Shoddy
(*) herum,
die schon beim kleinsten Regenschauer auf die Uniformen darunter abfärbten. Als das Regiment auf seinem Weg zum Transportschiff die State Street in Boston heruntermarschierte,warfen die Soldaten diese Überzieher aus Protest auf die Straße. Bald darauf wurden Übermäntel entsprechend der Anzugsordnung ausgegeben.


(*) Shoddy nannte man einen Stoff, der folgendermaßen hergestellt wurde: Man zerriß alte Stoffreste und Lumpen maschinell zu Wolle und vermischte sie in Öl oder Milch. Danach wurde diese zähe Masse in flache »Pfannen« gegossen, teilweise getrocknet und zwischen zwei Zylindern zu »Stoffbahnen« gepreßt.
Das Ergebnis soll ganz gut ausgesehen haben, aber die Haltbarkeit war natürlich nur sehr kurz.

23. Massachusetts-Regiment
Die Soldaten dieses Regiments erkannte man an ihren Zuavenjacken aus grauem Flanell mit blauen Aufschlägen, den dunkelblauen Hosen und der grauen Kappe.
Alle Kleidungsstücke waren einheitlich rot eingefaßt. Die Offiziere trugen einreihige, graue Waffenröcke mit blauen Kragen- und Ärmelaufschlägen,
dunkelblaue Hosen und blaue Feldmützen. Kepi und Uniformrock waren mit Goldlitze besetzt. Nachdem einige Angehörige der »A«-Kompanie
beim Truthahnstehlen wegen ihrer auffälligen Kleidung ohne Schwierigkeiten als dieser Kompanie zugehörig identifiziert worden waren,
entschloß man sich rasch zu einem normalen Drillichanzug. Der Oberst retournierte die auffälligen Uniformen mit der Begründung, daß er es nicht zulassen könne,
daß seine Männer bei ihren »Beutezügen so leicht zu identifizieren seien.

4. Connecticut-Regiment
Die Angehörigen dieses Regiments klagten im Jahre 1861 über ihre unbequemen Uniformen, bestehend aus kurzen Mänteln ohne Schöße und Hosen aus dickem,
grauem Wollstoff, die »sicherlich vorzüglich für den strengen Winter in Grönland geeignet gewesen wären«. Dazu schwere graue Filzhüte,
die im Sommer kaum angenehmer als die übrige Uniform waren. Zu allem Übel waren die Uniformen auch noch schlecht geschnitten:
Die Mäntel waren zu weit, genau wie die Hosenbünde, und in der Länge hatte es der Schneider nicht selten um volle 10 cm zu gut gemeint;
bei anderen Hosen hatte er dafür ziemlich unmotiviert 10 cm weniger gerechnet.
Die Hemden waren aus schwerem, grauen, grobem Flanell.


Armee der Konföderierten

 

South Carolina
Die Freiwilligeneinheiten aus South Carolina übertrafen alle anderen in der Vielzahl unterschiedlicher Uniformen.
Der britische Kriegsberichterstatter William H. Russell schrieb am 12. April 1861: »Es gibt unendlich viele, oft ausgesprochen undekorative Kleidungsstücke, Ausrüstungsgegenstände und Bezeichnungen bei diesen Kompanien ... die Uniformröcke haben verschiedenen Schnitt, Farben,
Aufschläge und sind aus unterschiedlichem Material - da sieht man grün mit grau und gelb, grau mit orange, schwarz und weiß,
blau mit weiß und gelben Aufschlägen, rot-grau, ockerfarben und olivgrün - es gibt Jacken, Uniformröcke, Waffenröcke, Jacken aus Tuch,
Leinen, Tweed und Flanell.« Die übliche Kopfbedeckung sah einem Kepi ähnlich, aber auch Stroh- und Filzhüte waren bei den Soldaten beliebt,
und »einige Männer trugen lederne Helme, entweder nach Art der Dragonerkopfbedeckung oder wie preußische Pickelhauben«.

Ein interessantes Detail am Rande: »Einige dieser Lederhelme gingen wahrscheinlich auf die Zeit des Krieges von 1812 zurück.« Sie wurden mit einem Fellkamm,
wie er bei den Briten in Gebrauch war, gearbeitet. Wieder andere trugen etwas modernere Pickelhauben. Auch »korsische« Mützen waren darunter;
dies waren Kepis mit einem Mützenschirm, bei denen der Mützenbeutel und die Quaste auf einer Seite herunterhingen. Eine der ersten Uniformen von South Carolina,
die von Offizieren Mitte April 1861 in Charleston getragen wurde, sah einem zeitgenössischen Bericht zufolge so aus: blaues Kepi mit der Palme des Staates South Carolina
als Abzeichen, blauer Waffenrock mit Stehkragen, Achselstücke, goldfarbene Knöpfe, die auch das Palmensymbol trugen und eine blaue Hose mit Biesen aus Goldlitze.

Offiziere der U. S. - Armee, die nach der Sezession auf der Seite der Südstaaten kämpften, trugen noch so lange ihre Nordstaatenuniformen,
bis sie abgetragen waren oder sie im Laufe der Zeit neue graue zugeteilt bekamen. Bei vielen South Carolina-Soldaten sah man noch viele Monate nach Kriegsausbruch
das Unionsblau. Ähnlich war die Situation auch in North Carolina und in Georgia, doch waren dort die blauen Nordstaatenuniformen
wenigstens mit den Staatsinsignien kenntlich gemacht.


1. Alabama-Regiment
Im März 1862 wurden an das 1. Alabama-Regiment in Montgomery Tornister aus geteertem Segeltuch und zylindrische, hölzerne Feldflaschen ausgegeben;
von dieser Standartausrüstung abgesehen brachte jeder seine eigene »Uniform« mit, und da fanden sich verständlicherweise keine zwei Exemplare, die gleich aussahen.


14. Virginia-Kavallerie
Die »H« Kompanie (die Rockbridge-Dragoner) trugen während der ersten Kämpfe noch Lederhelme, wahrscheinlich ein Relikt aus dem Jahre 1812.


Citadel Cadets (South Carolina-Freiwilligenkompanie)

Diese in Charleston beheimatete Kompanie war leicht an ihren schwarzen Tschakos mit Mützenblech aus Messingund weißem Federbusch zu erkennen.
Dazu trug man graue Waffenröcke mit schwarzen Kragen und Litzenverzierung an den Ärmelaufschlägen, graue Hosen mit schwarzen Seitenstreifen und weißes
oder schwarzes Lederzubehör.


6. Virginia-Regiment

Die Elliott Greys (l. Kompanie) waren nach einer Fotografie von einem Trommler mit einer Zuavenmütze mit Quaste,
einem grauen Rock mit abgerundeten Vorderschößen, dunklen Achselklappen und drei parallel verlaufenden Knopfreihen, dunklen Hosen und weißen Gamaschen bekleidet.

Indianerregimenter
Die verschiedenen Indianerregimenter, die sich hauptsächlich aus Vollblut- und Halbblutindianern der Cherokee-, Chickasaw-, Choctaw- und Creekstämme
und vereinzelt auch aus Osage- und Seminole-Indianern zusammensetzten, wurden, soweit vorhanden, mit den grauen Standardwaffenröcken
und den Schlapphüten der Konföderation eingekleidet, doch viele von ihnen konnten sich von den traditionellen indianischen Beinkleidern,
ihren Mokassins und Hemden aus Leder oder Tuch nicht trennen. Die meisten unterschieden sich praktisch kaum von den »wilden« Indianern.
Die Cherokee Mounted Rifles trugen graue Feldjacken mit gelben Aufschlägen. Die Bewaffnung war ein Sammelsurium von Waffen der Konföderation,
erbeuteten Unionswaffen und den üblichen Indianerwaffen wie Lanzen, Pfeil und Bogen, Tomahawks und Messer.



Die Indianer, die auf seiten der Union kämpften (Angehörige der Creek-, Cherokee-, Osage-, Seneca-, Delaware- und Tuscarora-Stämme)
trugen ein Gemisch aus Unionsuniformen und ihrer Stammestracht.

 



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