Trommler, 1. Artillerieregiment, im großen Dienstanzug;
Soldat, 1. Artillerieregiment, im großen DienstanzugWie wir sehen, unterschied sich der große Dienstanzug der Artillerie kaum von dem der Infanterie. Paspelierung und Hutkordeln sind in Rot, der Farbe der Artillerie. Auf der Vorderseite des Huts waren neben dem bekannten Symbol mit den gekreuzten Kanonenrohren noch Regiments und Kompanieabzeichen angesteckt. Auch in der Ausrüstung richtete man sich nach der Infanterie. Dazu kam zum Leidwesen der geplagten Artilleristen, die das unbequeme Ding tragen mußten, noch das Kurzschwert, Modell 1833, das als Ausrüstungsgegenstand für die Artillerie ohne Rücksicht auf seinen praktischen Wert für die Artillerie zwingend vorgeschrieben war.
Diese Uniform wurde
wie bei der Infanterie bei der ersten Gelegenheit »in den Spind gehängt«
und machte dem zweckmäßigeren Kepi und der Arbeitsjacke Platz.
Daß sich aber der eine oder andere Soldat auch einmal von einem ihm inzwischen
liebgewordenen Überbleibsel aus der Zeit der alten Uniformmode nicht trennen
konnte, beweist die im Jahre 1862 bei Yorktown aufgenommene Fotografie
einer Mörserbatterie. Der vor einem Geschütz posierende Wachtposten trägt
zu der inzwischen vereinfachten Uniform immer noch die aus Messingschuppen
bestehenden Epauletten.
Der auf der Abbildung
dargestellte Trommler macht schon einen recht erwachsenen Eindruck.
Meist wurden aber »Drummer Boys« (Trommlerjungen) eingesetzt,
die kaum älter als 13 bis 14 Jahre waren.
Für sie war dieser Krieg ein »Abenteuer«, das sie oft
mit dem Leben bezahlen mußten.
Die rote Schnurverzierung an der Brustseite des Uniformrocks zeigt an,
daß der Träger einer Artillerieeinheit angehört.

Die Trommeln der regulären Einheiten waren, wenn es sich nicht um von der Bevölkerung »verliehene« Instrumente handelte, einheitlich bemalt. Sie hatten den Wappenadler auf dunkelblauem Grund. Er hielt im Schnabel eine Schriftrolle mit der Regimentsbezeichnung.
Bei Beginn des Krieges hatte jede Kompanie einen Trommler und einen Pfeifer, die im Lager und auf dem Gefechtsfeld die in den Handbüchern vorgeschriebenen Signale spielten. Es stellte sich aber bald heraus, daß man die Signale des Pfeifers im Schlachtgetümmel (Kanonendonner und Gewehrsalven) kaum mehr hören konnte.
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So wurden im Verlauf des Krieges immer mehr Pfeifer durch Hornisten ersetzt.
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