
Soldat der Kavallerie in Felduniform
Unsere Farbtafel zeigt
einen Südstaatenkavalleristen in der typischen Aufmachung von 1863, kurz
bevor sich die fatale Verknappung von Uniformen und Ausrüstung auch dahingehend
auswirkte, daß die Soldaten gezwungen waren, sich mit allen möglichen
Kleidungsstücken zu behelfen, derer man habhaft werden konnte und deshalb
kaum mehr eine Uniform getragen wurde,
die in ihrer Zusammenstellung genau den Vorschriften entsprochen hätte.
Die meisten Milizeinheiten waren zwar mit gutem Sattelzeug aus der Vorkriegszeit
ausgestattet, aber es gab davon eben tausenderlei verschiedene Ausführungen
wie zum Beispiel den
U. S. McClellan-Sattel oder die Südstaatenkopie davon, die nicht mehr
so gebräuchlichen Grimsley- und Jennifer-Sättel
und zahlreiche Import und Zivilmodelle.
Besonders häufig sah man das Zaumzeug Modell 1842 und das Modell 1850
der U.S.-Dragoner.

Ganz allgemein
aber verwendete man einfacheres Gerät als die Unionskavallerie.
Statt Satteltaschen behalf man sich oft mit kleinen Segeltuchsäcken oder
-beuteln.
Steigbügel fand man aus Holz und, was beliebter war, aus Messing und in
den verschiedensten Ausführungen. Meist waren sie schlicht und einfach
gearbeitet, und nur verschwindend wenige zeigten die reliefartig ausgehobenen
Buchstaben »C. S.« oder »C. S. A.«.
In seiner Schlichtheit unterschied sich das Zaumzeug der Offiziere kaum
von dem der Mannschaften.
Der Kavallerist trägt die vorschriftsmäßige, enganliegende kurze Jacke
mit gelbem Besatz an Ärmeln und Kragen und den unvermeidlichen Schlapphut.
Die Ausrüstung, bestehend
aus Feldflasche, Segeltuchbrotbeutel, zusammengerolltem Überzieher und
manchmal auch der Säbel waren an der Satteldecke festgezurrt.
Die Südstaaten-Kavallerie hatte an ihre Regimenter Karabiner und importierte
»preußische« Säbel mit gerader Klinge und Messingknauf ausgegeben. Sehr
beliebt zur persönlichen Verteidigung war der Revolver, ohne den kaum
einer ins Feld zog.
Statt des Karabiners, bei dem man genau zielen mußte, nahmen viele eine
Schrotflinte mit.

Der Kavallerist
der Südstaatenarmee hatte sein eigenes Pferd im Krieg dabei und erhielt
dafür von seiner Regierung eine pro Tag berechnete Entschädigung. Die
Armee stellte nur dann ein Pferd, wenn das eigene im Kampf getötet worden
war. Starb es infolge von Krankheit oder Strapazen des Feldzugs, so war
der Kavallerist verpflichtet, selbst ein Ersatzpferd zu beschaffen und
es aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Wenn er das Geld dafür nicht aufbringen
konnte oder nicht fähig war, ein Pferd zu erbeuten oder anderweitig zu
»organisieren«,
mußte er zur Infanterie überwechseln.
Zurück › Startseite › Weiter