Mit
freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Unter Verwendung von Textauszügen und Abbildungen aus:
Viviana Zarbo, »Storia del Far West«
G. Schomaekers, »Der
Wilde Westen«
William H. Forbis, »Die Cowboys«
Das
Reich der Viehherden
Seite
5
DIE
GROßEN RANCHER

| JOHN
WESLEY ILIFF, Sohn eines Viehzüchters aus Ohio, lehnte
die |
CHRISTOPHER
COLUMBUS SLAUGHTER erlernte das Rindergeschäft |
| 7500-Dollar-Beteiligung
an der Familienranch ab, die sein Vater ihm |
von seinem
Vater George. C. C. war ein notorischer Geizhals und wurde |
| anbot, nahm
statt dessen 500 Dollar in bar, ging in den Westen und machte |
später
der größte private Landbesitzer in ganz Texas. Nachdem
er ein |
| dort ein Vermögen
mit Rindern. Er verwendete einen großen Teil seiner |
wahrhaft fürstliches
Vermögen angehäuft hatte, gab er beinahe widerwillig |
| Besitzungen
für die Gründung der Iliff School of Theology in Denver. |
zu, daß
„wir allem Anschein nach finanziell gesehen in Ordnung sind". |
| |
|
| JOHN
B. KENDRICK ging mit 15 Jahren von der Schule in Texas
ab, trieb |
GEORGE
LITTLEFIELD, ein verarmter Aristokrat aus den Südstaaten,
|
| die Rinder
des Ranchers Charles Wulfjen nach Cheyenne, Wyoming, |
wurde nach
dem Bürgerkrieg ein erfolgreicher Viehzüchter, schließlich |
| heiratete Eula,
die Tochter des Ranchers, und errichtete drei der größten |
auch Bankier
und Senatsmitglied der Universität Texas. „Das einzige |
| Besitzungen
auf der Nordrange. Dann begann er eine politische Karriere |
praktische
Wissen, das ich beim Ranchgeschäft erworben habe", |
| - zunächst
als Governor und später als Senator für Wyoming. |
erklärte
er einmal, „besteht darin, daß eine Kuh ein Kalb bekommt." |
| |
|
| ABEL
(SHANGHAI) PIERCE, einem Nachbarn zufolge „so ungestüm
wie |
DUDLEY
H. SNYDER, sicher der sittenstrengste aller Rinderbarone,
war |
| die Rinder,
die er trieb", wurde durch reines Raubrittertum zum |
berühmt
für die Moralgesetze, denen er seine Cowboys unterwarf: |
| Rinderbaron.
Zu einem frühen Zeitpunkt seiner Laufbahn besaß er mehr |
„Erstens
kannst du nicht Whiskey trinken und für uns arbeiten. Zweitens |
| als 50 000
Rinder, aber nur vier Hektar Land; im Laufe der Zeit brachte |
kannst du nicht
Karten und Glücksspiele spielen und für uns arbeiten. |
| er mehr als
eine halbe Million Hektar Weidegebiet in seine Hand. |
Drittens kannst
du in unseren Lagern nicht fluchen und für uns arbeiten." |

| PIERRE
WIBAUX brachte sein Geld aus Frankreich auf die Nordrange
mit. |
MORETON
FREWEN wurde ein „großartiger Versager"
genannt - und er |
| Er war gerissener
als alle anderen Rancher in seiner Nachbarschaft. Er |
versagte dauernd,
in Indien, Australien, Kanada und den Vereinigten |
| besaß
auch die Selbsteinschätzung eines richtigen Barons: Die Kunden
|
Staaten. Bei
seinem Gastspiel als Rinderbaron im Wilden Westen kaufte |
| seiner Bank
wurden von einer Bronzestatue des Besitzers und von einer |
er einmal angeblich
eine Viehherde zweimal: Der Verkäufer hatte die |
| Photographie
begrüßt, die Wibaux auf seinem Pferd Tic-Tac zeigte. |
Rinder um einen
Hügel getrieben und als zweite Herde zurückgebracht. |
| |
|
| ALEXANDER
II. SWAN .- Viehzüchter, Geschäftsmann und Promoter
par |
CONRAD
KOHRS kam aus der Schlachterbranche. Er war der erste,
der in |
| excellence
- stieg hoch auf und fiel dann um so tiefer. Er war Gründer
der |
Montana die
sehnigen Longhorns durch Herefordrinder ersetzte, und er |
| Swan Land and
Cattle Company, Ltd., die in ihrer Glanzzeit das erste |
überredete
seine Nachbarn, andere Shorthornrassen einzuführen. Aber |
| Rodeo von Wyoming
veranstaltete. Swan führte jedoch seinen Besitz in |
nicht alle
Experimente gelangen ihm gleichermaßen. Kohrs sagte einmal:
|
| den Ruin und
endete schließlich völlig mittellos in einem Armenhaus. |
„Ich
glaube, ich war öfter pleite als jeder andere Mann in Montana." |
| |
|
| GRANVILLE
STUART hatte das erste Gold in Montana gefunden und |
MARQUIS
DE MORES, ein stattlicher Mann mit schwarzem Lockenhaar
|
| legte damit
den Grundstein zu seinem Vermögen. Er wurde ein eiserner |
und gewichsten
Schnurrbartspitzen, war der Dandy und Gesellschaftslöwe |
| Patriarch unter
den Rinderzüchtern der Nordrange. Er duldete später kein
|
der Badlands
von Dakota - doch als Rinderbaron war er ein Versager. Als |
| anderes Unternehmen
auf der Prärie als die Rinderzucht und ließ die |
er schließlich
im Jahre 1889 in seine französische Heimat zurückkehrte,
|
| Hunde der Schäfer
vergiften und Heimstätter von der Range vertreiben. |
war sein geschäftlicher
Ruin noch spektakulärer als der von Frewen. |
Cowboys
vor der Kamera
Wie alle Männer, deren harter Job eine Spezialausrüstung erfordert,
taten auch Cowboys nichts lieber, als sich in der vollen Montur ihres
Handwerks photographieren zu lassen. Kaum von der Range gekommen, pflegten
sie sich den Staub abzukratzen, ein paar saubere Kleidungsstücke
anzuziehen und eines der Photoateliers aus Kiefernholzbrettern aufzusuchen,
die in praktisch jeder größeren Rinderstadt förmlich
aus dem Boden schossen. Dort posierten sie - mit ihren Freunden - oder
allein.

Die
daraus resultierenden Bilder, in billige Pappe gerahmt und häufig
mit dem Namen des Photographen gestempelt, liefern uns einen überraschenden
und manchmal dekuvrierenden Eindruck von dem Cowboy des
Wilden Westens, wie er wirklich war.
Obgleich
er sich eindeutig als furchterregenden Haudegen betrachtete, sah er
in Wirklichkeit oft beängstigend jung und verletzlich aus, was
die auffällig gezeigten Sechsschüsser - meist Atelierrequisiten
- nur noch unterstrichen.

Oder er entsprach nicht dem Cowboy-Image, weil er mit einem Paar hochgeschnürter
Sonntags Ausgehstiefel dasaß, wie sie einer der gezeigten Cowboys
unter seinen Arbeitshosen hervorlugen läßt.
Manchmal, wenn er sich unrasiert mit seinen Kameraden von der Range
aufbaute,
entsprach sein rauhes Aussehen genau seinem romantisierten Ruf.
Ein
besonderer Charakterzug zeigt sich aber in jeder Pose:
der Stolz, ein Cowboy zu sein.
  
  
  
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